Quartier VI - Blobel

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    • Also die Brücke / Tunnel Diskussion hätte der Stadtrat viel besser verschieben können. Die Gewandhaus-Diskussion halte ich für viel wichtiger. So ich muss mich jetzt erstmal eine Runde ärgern! :boese:


      @ Philon:
      Vielen Dank für die Klarstellung und Erläuterungen bezüglich der Direktverlinkung von geschützten Bildern!



      Falls es jemand noch nicht kennt: :)
      Kaufhaus "Au petit Bazar" von H.H. Bothen 1851:
      Neumarkt Dresden: das Kaufhaus "Au petit Bazar" von H.H. Bothen 1851- 1945
      Dresden - Neumarkt 13: Umbau zum Warenhaus "Au petit Bazar" durch Heinrich Bothen 1851
      Quartier VI am Neumarkt Dresden
      Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehenbleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe)
    • Selbstverständlich kommen da Ladenfronten rein. Es würde jedem ökonomischen Gesetz widersprechen, wenn nun plötzlich der Zustand vor 1851 rekonstruiert würde. Und das abgesehen davon, dass z.B. ich diesen Zustand als ziemlich langweilig und unurban empfinde. Nein, Schaufenster kommen da selbstverständlich hin, schon um Cafés, Geschäfte, Eingangshallen (ich bin jetzt nicht über die exakten Investorenpläne im Bilde) zu beleuchten und Passanten zum Bummeln anzuhalten. Es sollte deshalb auf die historische Ladenfront hingewirkt werden, zumal sie außerordentlich elegant wirkt und die Gebäude dadurch auch enorm aufwerten würde.
    • mahler schrieb:

      Entschuldigt gegebenenfalls meine Unwissenheit. Ich schaue ja ehrlich gesagt nicht so oft hier vorbei. Aber äußerte sich die USD schon zur Fassadenrekonstruktion des ehemaligen Kaufhauses "Au Petit Bazar"? Welche Meinung vertritt die GHND diesbezüglich? Wie seht ihr das? Eine architektonische, zeithistorische, "kulturelle" Bereicherung oder eher ein Fremdkörper im überwiegend barocken Gesamtensemble?
      Also meines Wissens gehört das Grundstück des ehemaligen Kaufhauses "Au Petit Bazar" nicht der USD, sondern Herrn Blobel. Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich Herrn Blobel entscheidet, selbst zu bauen oder das Grundstück an die USD zu verkaufen. Ich bin sehr unentschlossen, wenn ich an den Au Petit Bazar denke, als Einzelbau ist er sicher bedeutender und attraktiver als der Vorgängerbau, im Gesamtbild passt der Vorgänger aber besser zu seinen Nachbarn. Ich kann mit beidem leben. Die Kosten sprechen aber wohl eher gegen Au Petit Bazar!
      APH - am Puls der Zeit
    • Ich empfinde das "Au Petit Bazar" als einen totalen Fremdkörper in dieser Front des Neumarkts. Vor dem Umbau (oder Neubau (?)) hatte die Front fast etwas schloss- oder zumindest Palais-artiges. Die spätklassizistisch frühhistoristische Fassade passt einfach nicht an diese Stelle.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Wenn das positiv gemeint ist, so kann man dem hinzufügen, dass der Neumarkt ja als möglichst authentischer Platz des alten Dresden wiedererstehen soll. Fehler der Vergangenheit, wozu ich Au Petit Bazar zähle, sowie auch ungünstige Aufstockungen wie an der Ecke zur Rampischen Straße, dürfen dabei durchaus korrigiert werden. Auf das m.E häßlich Postamt (ich weiß, jetzt wird die Historismusfront wieder Sturm laufen :biggrin: ), wurde ja auch zu Gunsten des Vorgängers Hotel De Saxe verzichtet.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Zur Diskussion Au petit Bazar / barocker Vorgänger:

      Lange habe auch ich auf den barocken Vorgängerbau gehofft, die Front wirkt mit ihm einfach symmetrischer.

      Mittlerweile befürworte ich aber eine Wiedererrichtung des Au petit Bazar. Die positiven Erfahrungen mit der Rekonstruktion des Hauses Neumarkt 4 - das ja ebenfalls von Bothen stammt - sind für mich ausschlaggebend. Man muss meines Erachtens klar zwischen dem sehr noblen Stil der Semperschule und dem späteren Gründerzeitstil unterscheiden. Neumarkt 4, wie auch Au petit Bazar und die Sempersche Ladenfront sind sehr fein und zart ornamentiert, ganz anders als das wuchtig protzig ausschweifende Postamt der späteren Gründerzeit, das zu Recht nicht wiedererrichtet wurde. Letzteres stellte zweifellos einen Bruch zu den ebenfalls meist eher zurückhaltenden Barockbauten am Neumarkt dar.

      Bedauerlich ist zudem, dass gerade die Masse der Bauten dieses noblen Stils der italienischen Neorenaissance im Krieg vernichtet wurde, weil sie vorwiegend im Kern der Stadt standen. In den verschonten, später gewachsenen Aussenbezirken, haben wir hingegen meist schon Stilpluralismus, Beliebigkeit und Protz der Gründerjahre.

      Die Skulpturen am Au petit Bazar betrachte ich als besonderes Schmankerl. Für Dresden sind Skulpturen sehr typisch, wenn man an Zwinger, Hofkirche oder Semperoper denkt. Warum nicht auch an einem Bürgerhaus?
    • Diesem sehr treffenden Statement ist nichts hinzuzufügen!
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • Exilwiener schrieb:

      Wie auch immer, spannend wird es beim Eckgebäude von Herrn Blobel. Soviel ich zuletzt gehört habe, dürfte dort etwas ziemlich Ausgefallenes kommen!
      Auch mir macht diese Wortwahl irgendwie Angst. Was soll denn "Ausgefallenes" bedeuten? Und ist Herr Blobel nicht entschieden pro Rekonstruktion? huh:)

      Außerdem, hieß es nicht immer zumindest Neumarktseite und Jüdenhofseite sollen komplett rekonstruiert werden?
    • Armins Zitat war auch mein allererster Gedanke da ich mir kaum vorstellen kann dass Blobel als Rekobefürworter und Neumarktfreund da irgend einen neumodischen Bullshit hinsetzt.

      Das Au petit bazar war ja auch in gewisser Weise außergewöhnlich, das einzige Haus mit metallenem Balkongeländer und 2 stöckiger Schaufenterfassade am Neumarkt meines Wissens nach


      ABER am Neumarkt wird mich nichts schocken, deswegen ist der Gedanke auch mit Angst verbunden
    • Heute wurde während der Mitgliederversammlung der GHND im Kulturrathaus auch das Eckgrundstück zur Frauenstraße (das petit Bazar) angesprochen. Nun ergibt sich für mich eine etwas vertrackte Situation, da zum aktuellen Stand des petit Bazar heute einiges berichtet wurde. Die Dokumentation des Vorgängers ist schlecht. Da ich mir aber andererseits auch selbst gewisse Spielregeln auferlegt habe, möchte ich nichts ausplappern, was den Fachleuten in Dresden eines Tages zu sagen obliegt, wenn der richtige Zeitpunkt dafür vorhanden ist. Vielleicht ist es im Moment doch noch etwas zu früh, und wir sollten einfach noch einmal etwas abwarten.
      1816 - Rheinhessen - 2016
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      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.
    • Bohnenstange schrieb:

      Ich Vertraue den Herrn Blobel blind. (...)

      Ich vermute drei Moeglichkeiten;

      - Es wird der Aupetit Bazar gebaut, (...) Dank Oktavian wissen wir jetzt das das nichts wird.

      - Es wird das daforige Gebaeude gebaut. ...)

      - Es wird ein anderes Haus wideraufgebaut. (...)

      Ein moderner Bau wird es nicht geben. Das waere ueberhaupt nicht Blobel.
      Also:
      Es wird nichts von all dem kommen. Ich habe die aktuellen Pläne gesehen. Es wird ein Neubau werden, welcher den Bothenbau sehr frei paraphrasiert, dabei die wichtigen Stockwerkshöhen abändert und überschreitet und auch das Dach total abändert. Letztlich wurde in einem Artikel in der SZ das letztlich auch schon angedeutet, dass es ein Paraphrasen-Bau wird.

      Es wird aber v. a. alles, was am Neumarkt bisher unter sehr, sehr großen Anstrengungen wissenschaftlich exakt rekonstruiert worden ist, desavouieren, weil jeder denken wird: Bei Blobel ist alles nur historisierend nacherfunden worden, das wird bei allen anderen "Pseudo- und Zuckerbäckerbauten" am Neumarkt auch nicht anders sein (so denken die Architekten und das SPA ja letztlich heute schon, siehe die Äußerungen von Pfau anläßlich des Q III: "Knusperhäuschen").
      Einen Bärendienst für die gesamte Rekobewegung hat bzw. wird uns Blobel (wenn es so kommt - vielleicht passiert ja noch ein Wunder) damit erwiesen. Ich könnte jedenfalls darauf herzlich gerne verzichten!!!

      So jetzt isses raus - Frohe Ostern!
      O.
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • Ich sehe das aus mehreren Gründen nicht so eng wie oktavian.

      1. Alles ist besser als ein weiterer grauer Füllbau. Der Eckbau ist kein Leitbau. Daher wäre hier der x-te Stellwerkbau oder vergleichbares möglich.

      2. Es hat am Neumarkt auch an anderen Gebäuden bereits Abweichungen gegeben. Z.b. Am Bau zur Glocke oder die Spiegelung im QIII. Es wäre also nix komplett neues.

      3. Auch im der Vergangenheit wurden immer wieder historische Bauten verändert. Besonders die Dächer. Warum soll mal bei einem Wiederaufbau optische Mängel nicht verbessern oder heutigen Erfordernissen anpassen? Insbesondere wenn der Bau kein Leitbau ist.

      4. Was interessiert mich die Meinung des SPA. Ganz ehrlich. Ich würde diesen Leuten am liebsten ein Zuckerbäckerhaus nach dem anderen vor die Nase setzen. Nur um sie so richtig zu ärgern.


      In der Summe sehe ich das also nicht so eng. Bevor man diese wirklich wichtige Platzkante auch ruiniert dann lieber eine optimierte Teilreko. Eine Variante mit der die GHND ja auch für das Palais Riesch wirbt. Daher kann ich den Wirbel jetzt nicht so ganz verstehen. Und warum nicht neben den archäologisch korrekten Leitbauten nicht mal zwei drei historisierende Interpretationen.

      Das hat man in Europa ab 1500 überall gemacht. Ganz Potsdam ist eine freie Kopie italienischer Originale. Ich verstehe diese Hemmung bei diesem Thema nicht. Die ganze klassische europäische Baukultur nach 1500 ist ein historisches Zitat. Gerade da sollten wir uns mal wieder ran wagen.
      APH - am Puls der Zeit
    • Oktavian schrieb:

      Bohnenstange schrieb:

      Ich Vertraue den Herrn Blobel blind. (...)

      Ich vermute drei Moeglichkeiten;

      - Es wird der Aupetit Bazar gebaut, (...) Dank Oktavian wissen wir jetzt das das nichts wird.

      - Es wird das daforige Gebaeude gebaut. ...)

      - Es wird ein anderes Haus wideraufgebaut. (...)

      Ein moderner Bau wird es nicht geben. Das waere ueberhaupt nicht Blobel.
      Also:Es wird nichts von all dem kommen. Ich habe die aktuellen Pläne gesehen. Es wird ein Neubau werden, welcher den Bothenbau sehr frei paraphrasiert, dabei die wichtigen Stockwerkshöhen abändert und überschreitet und auch das Dach total abändert. Letztlich wurde in einem Artikel in der SZ das letztlich auch schon angedeutet, dass es ein Paraphrasen-Bau wird.

      Es wird aber v. a. alles, was am Neumarkt bisher unter sehr, sehr großen Anstrengungen wissenschaftlich exakt rekonstruiert worden ist, desavouieren, weil jeder denken wird: Bei Blobel ist alles nur historisierend nacherfunden worden, das wird bei allen anderen "Pseudo- und Zuckerbäckerbauten" am Neumarkt auch nicht anders sein (so denken die Architekten und das SPA ja letztlich heute schon, siehe die Äußerungen von Pfau anläßlich des Q III: "Knusperhäuschen").
      Einen Bärendienst für die gesamte Rekobewegung hat bzw. wird uns Blobel (wenn es so kommt - vielleicht passiert ja noch ein Wunder) damit erwiesen. Ich könnte jedenfalls darauf herzlich gerne verzichten!!!

      So jetzt isses raus - Frohe Ostern!
      O.

      Oktavian schrieb:

      Also:
      Es wird nichts von all dem kommen. Ich habe die aktuellen Pläne gesehen. Es wird ein Neubau werden, welcher den Bothenbau sehr frei paraphrasiert, dabei die wichtigen Stockwerkshöhen abändert und überschreitet und auch das Dach total abändert. Letztlich wurde in einem Artikel in der SZ das letztlich auch schon angedeutet, dass es ein Paraphrasen-Bau wird.

      Es wird aber v. a. alles, was am Neumarkt bisher unter sehr, sehr großen Anstrengungen wissenschaftlich exakt rekonstruiert worden ist, desavouieren, weil jeder denken wird: Bei Blobel ist alles nur historisierend nacherfunden worden, das wird bei allen anderen "Pseudo- und Zuckerbäckerbauten" am Neumarkt auch nicht anders sein (so denken die Architekten und das SPA ja letztlich heute schon, siehe die Äußerungen von Pfau anläßlich des Q III: "Knusperhäuschen").
      Einen Bärendienst für die gesamte Rekobewegung hat bzw. wird uns Blobel (wenn es so kommt - vielleicht passiert ja noch ein Wunder) damit erwiesen. Ich könnte jedenfalls darauf herzlich gerne verzichten!!!

      So jetzt isses raus - Frohe Ostern!
      O.
      Mit jedem Satz der da steht, krampft sich mein Magen mehr zusammen <X
    • An dieser Stelle mal die wichtge Frage: Wie ist der Blobel-Bau den stilistisch einzuordnen @Oktavian?
      Ist er modernistisch, eine Mischung aus modern und traditionell oder durch und durch traditionell gestaltet, so dass es einen Laien oder uns, wenn wir beide Augen zudrücken, täuschen könnte?

      Mit letzteren beiden Möglichkeiten könnte ich ja noch leben...auch wenn ich ausgerechnet von Herrn Blobel dennoch sehr enttäuscht und verwundert bin.
    • Wenn du mit einem Staffelgeschoss (das ist ein durch und durch modernes, völlig unhistorisches Architekturelement), das in traditionellen Stilformen gebaut ist, leben kannst, dann bitteschön.....

      Ich schrieb ja bereits, dass es ein Pseudo-Bau werden wird, an dem keine modernen Architekturelemente dran sind.

      Das ist aber das Schlimme, weil jeder es dann für einen echten historischen (bzw. rekonstruierten) Bau halten wird....

      Ein Bärendienst für die Reko-Bewegung.

      Genauso, wie wenn man in Berlin irgendeine Betonkiste jetzt mit beliebigen historischen Stilelementen aus Süddeutschland oder Dresden oder sonstwoher behängen und dann "das wiederaufgebaute Berliner Stadtschloss" nennen würde..... Schlüter würde sich im Grab rumdrehen.
      Nein: Einschließlich der maßlichen Ungenauigkeiten, einschließlich der Materialität kommt der Bau wieder: Ziegel, wo Ziegel, Sandstein wo Sandstein, Putz, wo Putz und individuell gemeißelte Preußenadler, wo früher 70 (!) indivuduelle Preußenadler waren. So macht man das!!!! Alles, was historisch aussieht. Und nur so etwas setzt sich dann schließlich auch durch, weil es (zumindest) in den Fassaden eben das unverwechselbare Berliner Stadtschloss Andreas Schlüters ist und sonst nichts anderes!
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Oktavian ()