Dresdens Wiederaufbau vor 1990

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    • Dresdens Wiederaufbau vor 1990

      Objekte, deren Wiederaufbau zwischen 1945 und der Wende begonnen wurde


      Im Folgenden nun eine Zusammenstellung der Gebäude der Innenstadt, deren Wiederaufbau bereits zwischen dem Ende des Kriegs und der Wende begann bzw. durchgeführt wurde.
      Bei der Geschichte und der Rolle der Bauwerke beschränke ich mich dabei auf Baudaten, das Hauptaugenmerk soll auf dem Wiederaufbau liegen.
      Die Reihenfolge der Objekte richtet sich dabei nach der Chronologie beim Wiederaufbau.



      Augustusbrücke


      Bauzeit:

      1907-1910


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:


      Kurz vor Kriegsende im Jahr 1945 waren einige Bögen der Brücke gesprengt worden. Bis 1949 baute man die Augustusbrücke originalgetreu wieder auf und nannte sie nun "Georgi-Dimitroff-Brücke".

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/bruecken.htm



      Zwinger


      Bauzeit:

      1710-1738


      Quelle: bildindex.de

      Zerstörung:


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:

      Bereirs im Sommer 1945 begann der Wiederaufbau mit der Sicherung der Ruine und der Bergung wertvoller Bauteile.

      Die Unterlagen der Zwingerbauhütte waren zu einem großen Teil erhalten geblieben, so dass man auf sie und die Erfahrungen der noch lebenden Mitarbeiter der Restaurierung von 1936 beim Wiederaufbau zurückgreifen konnte.


      Im Jahr 1963 war der Zwinger äußerlich wiederhergestellt. Die Arbeiten an der vereinfacht rekonstruierten Innenausstattung und an vielen Details hielten dagegen bis heute an.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/th_zwinger.htm

      besuchen-sie-dresden.de/index.php?act=zwinger



      Altstädter Wache


      Bauzeit:

      1830-1832


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:

      Nach der Zerstörung der Altstädter Wache bei den Bombenangriffen im Februar 1945 wurde das Äußere in den Jahren 1955/56 originalgetreu, das Innere dagegen in moderner Ausführung wiederaufgebaut.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/th_altstwache.htm


      Kreuzkirche


      Bauzeit:

      1897-1900 (heutiges Erscheinungsbild)


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:

      Die Bombenangriffe im Februar 1945 ließen nur die Außenmauern der Kirche stehen. Schon im Jahr 1946 begann der Wiederaufbau. Am 13. Februar 1955 fand die Weihe der neu erbauten Kreuzkirche durch den Landesbischof und den Kreuzchor statt.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/altm_kreuzki.htm



      Kunstakademie


      Bauzeit:

      1891-1895


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:

      Die bei den Bombenangriffen im Februar 1945 zerstörten Gebäude wurden bis 1965 rekonstruiert.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/bt_kunstak.htm



      Albertinum


      Bauzeit:

      1884-1887


      Quelle: bildindex.de

      Zustand 1949:


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:

      Bei den Bombenangriffen erfuhr auch das Albertinum erhebliche Zerstörungen und Brandschäden. 1951 wurde der Wiederaufbau begonnen, 1953 war der gröbste Schaden beseitigt und das Dach vollständig geschlossen, 1964 war der Wiederaufbau beendet.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/bt_albertin.htm

      besuchen-sie-dresden.de/index.php?act=albertinum


      Katholische Hofkirche (Kathedrale St. Trinitatis)


      Bauzeit:

      1739-1754


      Quelle: bildindex.de

      1949:


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:


      Ab Sommer 1945 Sicherung der Bausubstanz, ab 1946 Wiederaufbau.
      Im Jahr 1955 war der Rohbau fertig und ab 1962 das Mittelschiff wieder für kirchliche Zwecke nutzbar. Im Jahr 1987 war der Wiederaufbau weitgehend abgeschlossen.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/sch_hofki.htm

      besuchen-sie-dresden.de/index.php?act=katholische-hofkirche



      Johanneum


      Bauzeit:

      1586-1590 (Stallgebäude), 1872-1876 (Umbau zum Johanneum)


      Quelle: bildindex.de

      1945:


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:


      1945 fast völlige Zerstörung beim Luftangriff auf Dresden 1950

      1963 wurde die Restaurierung der Gebäudefassade des Johanneums abgeschlossen.
      Schon 1954 das Museum für Verkehrsgeschichte (Verkehrsmuseum) ein. Im Jahr 1968 war das Gebäude in seinem heutigen Aussehen fertiggestellt.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/sch_johanneum.htm

      besuchen-sie-dresden.de/index.php?act=johanneum



      Italienisches Dörfchen


      Bauzeit:

      1911-1913


      Quelle: dresden-reisefuehrer.de

      Wiederaufbau:

      Im Jahr 1956 begann der Wiederaufbau des Gebäudes.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/th_italdoerf.htm

      elbtal.com/dresden/zentrum/italienisches-doerfchen1.html



      Neues Rathaus


      Bauzeit:

      1905-1910


      Quelle: bildindex.de

      Zustand 1948:


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:

      Bei den Bombenangriffen schwere Beschädigungen (teilweise ausgebrannt).
      Es wurde aber schon zwischen 1948 und 1952 weitgehend wiederhergestellt - der Turm originalgetreu, der Rest des Bauwerks leider in einer vereinfachten Gestalt.


      Quelle: bildindex.de

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/altm_rath.htm



      Altes Landhaus


      Bauzeit:

      1770-1776


      Quelle: dresden-reisefuehrer.de

      Wiederaufbau:

      Bei den Bombenangriffen im Februar 1945 wurde das Alte Landhaus weitgehend zerstört. Nach dem im Jahr 1963 begonnenen Wiederaufbau zog im Jahr 1966 das Stadtmuseum ein.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/neum_altlandh.htm



      Sekundogenitur


      Bauzeit:

      1896/97 (neobarocker Umbau)


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:

      Bei den Bombenangriffen im Februar 1945 brannte die Sekundogenitur vollkommen aus. Nach dem Wiederaufbau wurden hier ab 1964 gastronomische Einrichtungen betrieben.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/bt_sekundog.htm



      Neues Gewandhaus


      Bauzeit:

      1768-1770


      Quelle: dresden-reisefuehrer.de

      Wiederaufbau:

      Ruinenzustand nach Bombenangriffen. Zwischen 1965 und 1967 wurde es äußerlich originalgetreu wiederhergestellt, im Inneren dagegen als Hotel eingerichtet. Nach Modernisierung zwischen 1995 und 1997: Nutzung als Hotel.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/altm_gewandh.htm



      Semperoper


      Bauzeit:

      1871-1878


      Quelle: bildindex.de

      Zustand 1946:


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:

      Zwischen 1953 und 1955 fanden Sicherungs- und Rohbauarbeiten

      Ab 1977 begann der Wiederaufbau nach Sempers Plänen, auch das Innere des Opernhauses wurde originalgetreu wiederhergestellt.

      Am 40. Jahrestag der Zerstörung Dresdens, am 13. Februar 1985, fand die Einweihung des neuen Opernhauses statt.


      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/th_sempop.htm

      besuchen-sie-dresden.de/index.php?act=semperoper



      Neues Ständehaus (Ehemaliges Landtagsgebäude)


      Bauzeit:

      1900-1906


      Quelle: dresden-reisefuehrer.de

      Wiederaufbau:

      nach dem Krieg teilweise rekonstruiert, erst im Jahr 1993 war der Wiederaufbau der Außenhülle mit dem neuen Kupferdach vollendet.


      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/bt_neustaendh.htm



      Residenzschloss


      Bauzeit:

      1289 erstmals als Burg erwähnt, vielfache Erweiterungen und Umbauten bis zum letzten Zustand von 1901


      Quelle: bildindex.de

      1947:


      Quelle: bildindex.de

      Wiederaufbau:


      Der Wiederaufbau verzögerte sich zunächst aus finanziellen, materiellen und personellen Gründen.
      Erste Maßnahmen: u. a. teilweise Wiederherstellung des Schlossturmes und dessen Sicherung durch eine Abdeckung, die Sicherung des Pretiosensaales, die Wiederherstellung des Löwentores an der Schlossstraße, die Sicherung der Ruine des benachbarten Taschenbergpalais, die Beseitigung der gröbsten Schäden im Stallhof bis 1950 und einige Wiederherstellungsarbeiten ab 1959 an der Hofseite mit den Arkaden

      1963 - 1966: Wiederaufbau des Georgentores
      1976 bis 1979: erste Restaurierung von Teilen der historischen Malerei im Großen Schlosshof

      Erst im Jahr 1986 begann der eigentliche Wiederaufbau des Residenzschlosses, nach 1990 in höherem Tempo. Inzwischen ist es äußerlich weitgehend wiederhergestellt. Der Hausmannsturm erhielt im Jahr 1991 seine 30 m hohe und 21 t schwere Haube mit der 6 m hohen Wetterfahne zurück.

      Fertigstellung:

      bis zur 800-Jahr-Feier Dresdens geplant

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/sch_schloss.htm

      besuchen-sie-dresden.de/index.php?act=residenz-schloss



      Quellen:


      dresden-reisefuehrer.de/dd/index.htm

      besuchen-sie-dresden.de

      bildindex.de
    • Polizeipräsidium

      Bauzeit:

      1895-1900


      Quelle: Reiseführer / Stadtführer Dresden und Sachsen - Tourismus / Touristik, Landeskunde, Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Kunst, Architektur, Landschaft

      Wiederaufbau:

      ? - Erweiterungsbau 1979-1983 (Abriss 2004/2005)

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/histzent/polpraes_1.htm

      dresden-pictures.com/dd/polizei.html


      Schauspielhaus

      Bauzeit:

      1911-1913


      Quelle: Das Elbtal in Sachsen

      Wiederaufbau:

      1945 ausgebrannt, 1946/1948 als erstes Theater der DDR wiederaufgebaut. Der Zuschauerraum wurde zunächst vereinfacht wiederaufgebaut, bis 1993-1995 eine Rekonstruktion des Zustandes von 1913 erfolgte.

      weitere Informationen:

      Dresden "Schauspielhaus"

      dresden-reisefuehrer.de/histzent/schausph_1.htm

      architekturforum.net/viewtopic.php?t=611


      Marstall

      Bauzeit:

      1794-1795


      Quelle: Reiseführer / Stadtführer Dresden und Sachsen - Tourismus / Touristik, Landeskunde, Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Kunst, Architektur, Landschaft

      Wiederaufbau:

      Zerstörung 1945, Wiederaufbau 1952 als Theaterwerkstatt

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/wilsd_marstall.html



      Blockhaus

      Bauzeit:

      1732-1737, Umbau 1892


      Quelle: Schsische Zeitung [online]


      Quelle: Schsische Zeitung [online]">Schsische Zeitung [online]


      Wiederaufbau:

      Nach der Zerstörung 1945 in den 60er Jahren erste Sicherungsarbeiten der Fassaden. Wiederaufbau 1975-1982 ohne das erweiterte Obergeschoss von 1892 sowie Veränderungen in der Innengestaltung.

      weitere Informationen:

      dresden-reisefuehrer.de/dd/neuhist_blockh.htm\r
      dresden-reisefuehrer.de/dd/n ... blockh.htm

      elbtal.com/dresden/zentrum/blockhaus2.html\r
      Dresden "Blockhaus"
    • Wär super, ich hab jetzt auch schon nen paar Stunden damit zugebracht und muss dringend ins Bett.. :schlafen:

      Was ist mit dem Marsstall (dresden-reisefuehrer.de/dd/wilsd_marstall.htm)? Oder gehört der schon nicht mehr zur Altstadt?

      (Wenn du noch was ergänzt, füg das doch am Besten mit der "Ändern" - Funktion in deinem ersten Beitrag ein, dann erhalten wir eine schöne, kompakte, zusammenhängende Liste!)
    • Das Neue Rathaus ist leider wirklich verunstaltet worden, hier wäre eine Reko wirklich notwendig. Interessanterweise ist aber von der originalen Innenausstattung auch noch einiges erhalten.

      Viel wiederaufbaufähiges wurde in Dresden allerdings auch abgerissen wie z.B. die gesamte Prager Straße, allerdings glaube ich nicht, dass die Stadt, wenn sie in Westdeutschland gelegen hätte, heute besser aussehen würde, wir hätten vmtl. vieles außerhalb der Bombenzone noch abgerissen.
    • Falls jemand Informationen zum Wiederaufbau des Polizeipräsidiums hat, wäre ich dankbar, denn dann könnte ich sie ergänzen.

      Booni, gerade die Prager Straße war totalzerstört. Ein Wiederaufbau wäre dort nicht so leicht möglich gewesen, wie zum Beispiel bei der Rampischen Straße, deren ausgebrannte Bürgerhäuser gesichert und später wiederaufgebaut werden hätten können. Aber nungut, ein was-wäre-wenn-Szenario gehört nicht hier her und könnte in einem neuen Thread diskutiert werden.
    • Auch in der Dresdner Neustadt sind vor der Wende etliche historische Gebäude komplett neu errichtet worden. Zum Beispiel auf der Rähnitzgasse gleich das erste Haus nach dem Durchgang der Plattenbauten des Neustädter Marktes auf der linken Seite oder die Königstr. 31, wie das folgende Bild von 1991 zeigt:



      Es ist eine wunderbare, den runden Albertplatz wiederherstellende Rekonstruktion. Eigentlich eine Doppelhälfte des rechts auf dem Bild noch stehen gebliebenen Teils.

      Die DDR hatte übrigens innerhalb des Modernitätswettrüsten um 1969 vor, alle noch vorhandenen historischen Gebäude am Albertplatz, der damals "Platz der Einheit" hieß, abzureißen (nach der Vereinigung der beiden Arbeiterparteien KPD und SPD im April 1946 so benannt). Also auch das Paulickhochhaus, die Ruine Eschebachvilla und alle Biedermeierwohnhäuser. Danach hätte sie die den Westen sicher beeindruckende neue Zukunftskulisse hingebaut:


      Blick nach Süden in die Fußgängerzone Hauptstraße

      Alle historischen Gebäude des alten Albertplatzes wären den hybriden Modernisierungsplänen zum Opfer gefallen. Stattdessen hätte sich ein 30-geschossiges Wohnhochhaus mit Kino + gesellschaftliche Einrichtungen im vorgelagerten Flachbau erhoben, "das zugleich als bestimmendes Element in der Straße der Befreiung [Hauptstraße] wirkt. Diese Dominante stellt interessante architektonische Beziehungen zu den anderen Bauten des Platzes her, so zur Bezirksparteischule [langer Riegel links im Bild], dem Konsument-Warenhaus und dem neuen Schauspielhaus [Rundbau]."
      Der das Zentrum umschließende innere Tangentenring wäre nördlich des Platzes vorbeigeführt worden.

      Diese Planungen verdeutlichen eine kurze Blüte der DDR-Planwirtschaft, zeigen auch ein gewisses Potential von wirtschaftlicher Stärke, Wachstumsoptimisums und einer starke hochkunjunkturelle Phase. Wie man weiß, reifte diese zarte sozialistische Blüte nicht zur vollen Frucht.
    • "Harmonica" schrieb:


      Booni, gerade die Prager Straße war totalzerstört. Ein Wiederaufbau wäre dort nicht so leicht möglich gewesen, wie zum Beispiel bei der Rampischen Straße, deren ausgebrannte Bürgerhäuser gesichert und später wiederaufgebaut werden hätten können. Aber nungut, ein was-wäre-wenn-Szenario gehört nicht hier her und könnte in einem neuen Thread diskutiert werden.


      Findest du?


      Wiener Platz
      Hotel Deutscher Hof, Prager Str.
      Prager Straße während der Abräumarbeiten
    • Ja, sicherlich gab es auch einige erhaltenswerte Gebäude, die Gesamtsituation aber machte einen Wiederaufbau nahezu unmöglich. Da die Prager Straße auch etwas außerhalb des Altstadtkerns um die Frauenkirche liegt, wäre meines Erachtens ein Wiederaufbau des Altmarktes, der Wilsdruffer Straße und des Postplatzes sinnvoller gewesen.

      Wie stark die Prager Straße und Umgebung zerstört waren und wie über wie Jahre das Gebiet freigeräumt wurde, zeigt die Bilderserie aus der Sächsischen Zeitung vom 12. Februar 2005:

    • Es ist, so glaube ich ein Mythos, der in Dresden gerne gepflegt wird -der Mythos von der total zerstörten Stadt. Die Luftbilder zeigen zwar ein großes Gebiet der Betroffenheit durch die (wenigen) Luftangriffe. Aber von einer totalen Zerstörung kann nicht einmal im Zentrum der Stadt die Rede sein. Der Postplatz sah nach dem Krieg beinahe unbeschädigt aus (Zwinger und Sophienkirche waren schwerer getroffen).

      Ich habe noch andere Bilder der Prager Str., auch in Filmform gesehen, die beweisen, dass zwar jedes Gebäude in irgendeiner Form beschädigt war, aber der Glanz, der einst in dieser Straße lag, erst nach dem Krieg unterging.

      Warum machte die Gesamtsituation einen Wiederaufbau unmöglich? Ist die Prager Str. zu DDR-Zeiten überhaupt wieder aufgebaut worden?
      Weshalb hätte man die einzelnen Gebäude nicht jeweils retten und anschließend die Straße mit Füllbauten bebauen können? Dieser brachiale Umgang mit der Stadt zeigt sich doch auch in anderen "total zerstörten" Gebieten, wie der Johannstadt, am Pirnaischen Platz etc. Der Sachsenplatz und die Sachsenallee hatten die Bombardements glimpflig überstanden, alle Gebäude, bis auf das Gericht wurden abgerissen. Es steckt System hinter der beinahe 20 Jahre andauernden Auslöschung der Überreste des ehemaligen Elbflorenz'.

      Der Mythos von der totalen Auslöschung Dresdens war die Legitimation des sozialistischen Städtebaus zum Wiederaufbau Dresdens nach eigenen Vorstellungen, die zudem permanenten Schwankungen unterworfen waren. So sieht Dresden heute auch aus...
      Nach dem Abtreten der Sozialisten scheinen die endlosen und zerdehnten Weiten Dresdens Ausdruck der Totalauslöschung zu sein und den Mythos weiter voranzutreiben, ohne zu sehen, dass man einen großen Teil der Atmosphäre Dresdens, mit relativ geringen ökonomischen Mitteln hätte retten können.
    • Hallo Christian,

      ich gebe Dir zum Teil recht. Dresden wurde zu ca. 65% zerstört und besonders traf es, wie wir alle wissen, das historische Zentrum. Natürlich hätte viel gerettet bzw. wieder aufgebaut werden können, und ja, es ist richtig: Die DDR hat ein Dresden nach sozialistischem Vorbild wiedererrichtet. Ergo, im Zentrum hat man viel Erhaltenswertes gleich mit weggeräumt und der Wiederaufbau von Zwinger, Semperoper oder Schloss konnte nur mit viel Engagement und Geschick gegen die Berliner SED-Obrigkeit, die sich dagegen immer sträubten, realisieren.

      Nun ist es aber auch so, dass Dresden außerhalb des Zentrums noch viele intakte und hervorragend sanierte Altbauquartiere besitzt, von denen die meisten Großstädte im Westen nur träumen können. Insbesondere von einigen Hängen im Südosten der Stadt kann man Viertel überblicken, in denen sich kein (oder nur ganz selten) Nachkriegsbau befindet.

      Also von einer Totalzerstörung Dresdens konnte m.E. wirklich nie gesprochen werden.
    • Hey Spacecowboy,
      Du hast genau die andere Seite der Medaille beschrieben. Ich wollte nämlich darauf hinaus, dass Dresden keineswegs total zerstört wurde. Aber dass die Stilisierung zur total zerstörten Stadt dazu führte sie zumindest im Zentrum total zerstören zu können. Dies ist ja zum großen Teil auch gelungen, was den Abriss vieler leicht und mittelschwer getroffener Gebäude betrifft, sowie den Wiederaufbau an sensiblen Stellen, wo die ehemalige Kleinteiligkeit der Stadt, zugunsten von riesigen Blockstrukturen geopfert wurde. Dennoch bleibt die Struktur der alten Stadt bis heute auf den Parzellen, den Straßenverläufen ablesbar und der Neuaufbau weist ja geradezu auf das Fehlen der alten Stadt hin.

      Du beschreibst, dass dieser Mythos bis heute nicht gilt. Dass Dresden außerhalb der Wüstenei immer noch locker eine der schönsten deutschen Städte ist. Was die Prozentangabe betrifft so bezieht sie sich auf die Anzahl der zerstörten Wohnungen. Dabei ist nun zu beachten, dass diese recht hohe Zahl darauf zurückzuführen ist, dass vor allem das dicht bebaute Zentrum und die Johannstadt mit ihren z.T. gründerzeitlichen Prunkpalästen, die viele Wohnungen bereitstellten, zerstört wurden und nicht 65% der gesamten Stadt. Denn Dresden bestand und besteht größtenteils aus freistehenden Villen, die insgesamt nur wenige Wohnungen bereitstellen. Lange Rede kurzer Sinn: Es ist noch genug da. Ich kenne Dresden ziemlich gut und ich weiß, welchen Ausblick von den Elbhängen du beschreibst. Bis heute hält die Polarisierung der Stadt in das Schöne und das Unannehmbare an und mich würde einmal interessieren, ob die Dresdner das so überhaupt wahrnehmen -wahrnehmen, dass die in einer "zweigeteilten" Stadt leben?
    • "Christian" schrieb:

      Bis heute hält die Polarisierung der Stadt in das Schöne und das Unannehmbare an und mich würde einmal interessieren, ob die Dresdner das so überhaupt wahrnehmen -wahrnehmen, dass die in einer "zweigeteilten" Stadt leben?

      Ich bin in Dresden geboren und aufgewachsen
      und kann(natürlich nur für mich) sagen,
      daß man an die Stadt ganz einfach
      gewöhnt ist
      und deswegen auch das "Unannehmbare" unkritischer sieht als ein Außenstehender.

      Die Kinderrevuen im Kulturpalast, das Planschen in den Springbrunnen der Prager Straße oder die Maidemonstrationen in der Ernst-Thälmann-Straße (die heutige Wilsdruffer) waren in der Kindheit ebenso Jahreshöhepunkte
      wie Dampferpartien auf der Elbe, eine Fahrt mit der Standseilbahn zum Luisenhof oder ein Besuch des Historischen Museums im Zwinger.

      Die Stadt ist eben so wie sie ist. Man ist damit aufgewachsen.
      Und erst in der Beschäftigung mit der Geschichte, mit den historischen Fotos hat man sich selbst für die gewaltigen Brüche sensibilisiert,
      die dem Besucher sofort auffallen.
    • @Miwori: besser und treffender hätte ichs nicht formulieren können.

      Ich kann mich noch erinnern an die Ausflüge mit der Pionier-Eisenbahn (heute Parkeisenbahn) durch den großen Garten und die Märchenstunden im Pionierpalast (heute wieder Schloss Albrechtsberg).

      Ansonsten ist man einfach mit der Stadt aufgewachsen so wie sie heute ist. Früher als kleines Kind hat mir bspw. die Architektur der Prager Straße sogar gefallen, ich habe gern in den Springbrunnen geplanscht und bin von einer Gehwegplatte zur anderen gesprungen.

      Aus heutiger Sicht emfpinde ich diesen Anblick nur noch als trist, eben weil ich die historischen Fotos von dem wie es einmal kenne. Heutezutage stimmt es mich traurig wenn ich die vielen Freiflächen in der Stadt sehe und weiß was hier und da einmal gestanden hat.

      Trotz allem bin ich heute voller Hoffnung das dies mit der Zeit weiter erkannt wird und die nötigen finanzielen Mittel kommen um diese Lücken wieder zu schließen bzw. Schandeflecke verschwinden zu lassen.

      Norbi
    • "Harmonica" schrieb:


      Booni, gerade die Prager Straße war totalzerstört. Ein Wiederaufbau wäre dort nicht so leicht möglich gewesen, wie zum Beispiel bei der Rampischen Straße, deren ausgebrannte Bürgerhäuser gesichert und später wiederaufgebaut werden hätten können. .


      Hab ich auch lange Zeit gedacht, aber inzwischen Bilder von 1945 + gesehen, die das widerlegen. Oder nennst Du zum Beispiel das hier "totalzerstört"?

      superdresden.de/ddhp/tumbn/prager145k.jpg

      Quelle: superdresden.de

      So etwas hätte man etwa in Würzburg wahrscheinlich ohne mit der Wimper zu zucken wiederaufgebaut. Wie Christian schon sagt, es ist ein Mythos der völligen Zerstörung. Sicher, einiges in der Prager Straße war völlig vernichtet, aber einige Volltreffer, die keinen Stein auf dem anderen ließen, gab's überall, auch in Wiesbaden, sogar (ganz vereinzelt) in Heidelberg. Aber einige Gebäude waren eben auch nur beschädigt, und zumidest die Fassade hätte auf jeden Fall gerettet werden können. Diese Freifläche, die aussieht wie ein Verkehrsübungsplatz war jedenfalls keine notwendige Folge des Bombenangriffs (den ich damit keineswegs verharmlosen will), sondern der Wille von Ulbricht & Konsorten, um eine sozialistische Großstadt zu schaffen.

      Man kann jeden Tag heilfroh sein, daß damals der Trümmerhaufen namens Frauenkirche nicht auch noch einfach weggeräumt wurde, denn ich glaube nicht, daß man sie später ohne Originalsteine aus dem Nichts rekonstruiert hätte - siehe Sophienkirche. So wie jetzt auf der Prager Straße auch keine Chance besteht, daß auch nur ansatzweise, auch nur ganz entfernt der frühere Zustand wiederhergestellt wird.
    • Wir Deutsche

      Ich finde, wir sollten die Errungenschaften der historischen Stadt nicht alle über Bord werfen. Zur "historischen Stadt" zählt für mich inzwischen ebenso die Zeit der mittlerweile als geschichtliche Etappe abgeschlossene DDR und ihre sehr komplexe Architekturgeschichte. Das moderne Element, der Aufbruch in den spät 60ern, einige Jahre später als unsere Brüder und Schwestern im legitimen Teil Deutschlands der Alt-BRD, ist - trotz aller inzwischen erkannten ungünstigen Entwicklungen, durchaus eine Leistung unsere Väter und Mütter in Ostdeutschland, auf die wir Nachwachsende nicht nur mit Verachtung herabblicken sollten. Die geschwungene Eleganz der Carolabrücke, die großzügige Weite der Prager Straße mit den schönen drei Brunenn, die da ehemals sprudelten oder das leider immer noch geschlossene Rundkino - das waren und sind alles Orte mit ganz eigener Prägnanz, die inzwischen auch einen historischen Wert besitzen und auf die wir Dresdner und Exdresdner zurechte stolz sein können. Wenn diese Gebäude und Stadträume von einer traditionsfixierten Nachwendegesellschaft mit Unkenntnis und Geringschätzung dem Verfall und entstellender Überformung preisgegeben werden, braucht man sich über die mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung nicht wundern.

      Ich finde diese ganz typische deutsche und christlich geprägte Schwarz-Weißdenken (Himmel-Hölle; Ost-West; Alt-Neu) mittlerweile dermaßen uncool und oldfashion, wie nur irgendwas. So wird man nicht die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern. Eine ausgeglichene Balance finden, das ist es, was uns Deutschen im letzten Jahrhundert so sehr gemangelt hat. Immer fallen wir von einem Extrem ins andere, anstatt eine vernünftige und emotional mittige Lösung zu finden, die Radikalität, gleich welcher Coleur, zivil in die Schranken weist.

      Modernität und Geschichtlichkeit müssen keineswegs sich ausschließende Pole sein, sondern können sich, wenn man nicht von kompletten Denkblockaden behindert ist, ergänzen.

      Ja- ich weiß, da haben wir Deutschen noch einen langen Lernweg vor uns, aber ich gebe die Hoffnung für dieses unsere Land nicht auf. Zu sehr haben diese Extreme den Erdball im vergangenen 20. Jahrhundert in den Abgrund gestürzt. Da haben wir Nachwachsende alle eine große Verantwortung, für uns und für unsere Nachbarvölker in Europa und der Welt eine innere Mitte zu finden.

      Das richtige Maß von Traditionsakzentuierungen und Modernitätsimpulsen finden: für eine starke Mitte in Deutschland!
    • "Norbi" schrieb:


      Früher als kleines Kind hat mir bspw. die Architektur der Prager Straße sogar gefallen, ich habe gern in den Springbrunnen geplanscht und bin von einer Gehwegplatte zur anderen gesprungen.

      Ist ja kein Wunder.
      Früher in der DDR-Zeit haben die alten Gebäude noch keinen Glanz verbreitet.
      Ich hatte eine Urgroßmutter in Pieschen, Bürgerstraße:
      Erdgeschoßwohnung, Ofenheizung, Außentoilette im Treppenhaus.
      Ein Besuch bei ihr war immer wie eine Zeitreise ins Arbeiterelend des 19.Jahrhunderts

      Dagegen war eine lichte Neubauwohnung mit Balkon, Fernheizung, fließend Warmwasser ein Unterschied wie Tag und Nacht.