Umbau Kulturpalast (realisiert)

    • Auf einem kleinen Streifzug zusammen mit Aenos ist uns heute noch Mal das Projekt Kollhoff
      mit der wunderschönen und weltstädtischen Passage durch den Kopf gegangen.
      Ich wollte das nun auch hier einfach mal wieder in Erinnerung rufen, vor allem das Verhalten der Stadt in dieser Beziehung,
      die deutliche Parallelen aufweißt zu aktuellen Geschehnissen. (Q3 / Schützhaus)

      Es ist ja immer dieselbe Taktik, nur dass ich sie bei Kollhoff überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann.
      Die Sachsenbau hat jahrelang für dieses phantastische Projekt gekämpft und unzähhlige Euros in die Planung gesteckt,
      ist immer wieder auf die Änderungswünsche und (neuen) Bedingungen der Stadt eingegangen und hat umgeplant,
      neue Fassadenentwürfe, neue Grundrisse, neue Finanzierung (zuletzt sollte die Stadt ja keinen Cent mehr zuzahlen) -
      nie hat die Stadt konkret reagiert, stattdessen hat sie die Sachsenbau ignoriert,
      sinnlose und teure Architektenworkshops für das Areal einberufen, behinderte Glaskartons geplant, den Erhalt des Kulturpalastes verabschiedet, und momentan wird das Grundstück von der SIB zum Verkauf angeboten.

      Ich kann das ja alles schon lange nicht mehr nachvollziehen, aber Herr Füßlein tut mir wirklich leid,
      und ich würde liebend gerne etwas gegen diese Stadt, die auch bei den anderen Projekten dermaßen selbstgefällig agiert, (demnächst dann beim Gewandhaus), unternehmen!
      Allerdings stehe ich da wohl auf verlorenem Posten, denn auf meine diesbezüglichen Anregungen ist bisher leider niemand eingegangen.

      Die anderen hässlichen Passagen wurden interessanterweise alle problemlos genehmigt, zuletzt nun dieses Prager Silberteil - aber gibt es mal eine Passage, die eine weltstädtische und harmonische Anmutung hat, und die die Dresdner Stadtmitte heilen, die beiden wichtigsten Plätze, Neu- und Altmarkt miteinander verbinden,
      und somit dank des (zuletzt ja nur noch teilweise) verkleideten Kulturpalastes eine große, zusammenhängend hochwertige Mitte Dresdens ermöglichen würde, werden diese jahrelangen unehrlichen Spirenzchen gemacht.
      Die Stadt schafft es nicht einmal, sich klar zu positionieren - immer treffe ich auf eine intrigante Selbstherrlichkeit durch die Hintertür!

      Um dieses Projekt tut es mir wirklich Leid.
      Es hätte das Zentrum Dresdens mit seinen beiden Stadtplätzen gerettet!
    • Wie wahr! Dem habe ich nichts hinzuzufügen!

      Ich kann das ja alles schon lange nicht mehr nachvollziehen, aber Herr Füßlein tut mir wirklich leid,
      und ich würde liebend gerne etwas gegen diese Stadt, die auch bei den anderen Projekten dermaßen selbstgefällig agiert, (demnächst dann beim Gewandhaus), unternehmen!
      Allerdings stehe ich da wohl auf verlorenem Posten, denn auf meine diesbezüglichen Anregungen ist bisher leider niemand eingegangen.



      Bist nicht ganz alleine! Ich bin mit von der Partie!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Ein kleiner geschichtlicher Rückblick aus der SZ:


      Die gewünschte Höhendominante, welche die Stadtsilhouette beherrschen soll, bekommt der Palast nicht. Seiner Funktion hingegen, die sozialistische Kultur und mithin die SED-Politik zu beherbergen, wird er gerecht. Mit seinem Festsaal ist er darüber hinaus jahrzehntelang anerkannter Veranstaltungsort für Konzerte und Liederabende.

      In der Sächsischen Zeitung vom 13. Februar 1953 teilt Walter Ulbricht den Dresdnern seine Haltung zum neuen „Haus der sozialistischen Kultur“ mit: „Das Neue im Mittelpunkt der Stadt wird eine städtebauliche Dominante sein. Die Gegner versuchen, dieses Gebäude an den Rand des Zentrums zu verlegen, seine Höhenentwicklung zu unterdrücken und es der überwiegend aus Kirchen gebildeten Stadtsilhouette unterzuordnen.“ In derselben Ausgabe wird der Entwurf vorgestellt, der die neuen Machtverhältnisse abbildet: Mit einer Turmhöhe von 124 Metern überragt er sogar den Rathausturm.

      Glas-Stahl-Bau löst Kritik aus

      Eine neuerlich erarbeitete Aufgabenstellung fügt der Höhendominante 1959 eine Tribüne und ein Ernst-Thälmann-Denkmal hinzu. Unter den eingereichten Entwürfen ist einer, der auf einer Moskaureise den sowjetischen Vorbild-Architekten als ignorant turmloses Negativbeispiel vorgeführt wird. Zur allgemeinen Überraschung favorisieren die Konsultierten jedoch in Anbetracht der „schönen berühmten Türme der Stadt Dresden“ ausgerechnet diesen. Der Entwurf von Leopold Wiel wird in den Jahren 1962 bis 1969 unter Federführung von Wolfgang Hänsch gebaut: Ein Palast ohne Turm, ohne Tribüne und ohne Thälmann-Denkmal. Der sachlich-moderne Glas-Stahl-Monolith bricht rigoros mit der historisierenden Bauweise am Altmarkt und löst einige Kritik aus.

      Durchsetzen konnten die Funktionäre dagegen das Wandbild „Der Weg der roten Fahne“, für dessen Entwurf das Kollektiv Gerhard Bondzin verantwortlich zeichnet. Damit erteilten die SED-Genossen dem „formalistischen“ Relief von Rudolf Sitte eine Absage, das die Architekten bevorzugt hatten....


      sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1276239
    • Kulturpalast Dresden massiv brandgefährdet.

      Der Kulturpalast ist so stark brandgefährdet, dass er mit sofortiger Wirkung nicht mehr genutzt werden darf.

      Seit dem Wochenende behilft man sich jedoch damit, dass zusätzlich zu dem ohnehin vorhandenen Brandschutzpersonal ein kompletter Löschzug die Veranstaltungen überwacht. sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1412222
    • Na, jetzt gibt es aber wirklich keinen Grund mehr diesen Schandfleck noch stehen zu lassen! Wenn dieses Monster, so wie das Technische Rathaus in F, verschwindet, ist auch der Weg frei für weitere Rekos: z.B der Schiffsmühle!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • "Exilwiener" schrieb:

      Na, jetzt gibt es aber wirklich keinen Grund mehr diesen Schandfleck noch stehen zu lassen!


      Und ich frage wieder: wo soll dann die Philharmonie spielen oder die ganzen Konzerte, Vorträge etc. stattfinden (ich gehe nächsten Monat zu Bastian Sick - ausverkauft - einen äquivalent großen Saal findet sich in ganz Dresden nicht)? Also: DD braucht die Funktion des KPs und daher wäre ein (Komplett)-Abriss undenkbar. Die einmalige Chance des Umbaus durch die Sachsenbau - bei der 2002er Variante wäre auch die Schiffsmühle zu rekonstruieren gewesen - wurde zerschlagen.
    • wo soll dann die Philharmonie spielen


      Bis heute proben und konzertieren die Dresdner Philharmoniker im Festsaal des Kulturpalastes, einem für klassische Musik akustisch ungenügenden Mehrzwecksaal aus dem Jahr 1969. Aus diesem Grunde hat sich die Initiativgruppe NEUER Konzertsaal für Dresden im März 2002 gegründet. Sie äußert sich in der Öffentlichkeit zu diesem Thema im Namen der Dresdner Philharmoniker und hat sich u.a. mit dem Einwerben von Spenden zur Aufgabe gemacht, die Stadt bei der Finanzierung eines neuen Konzertsaales zu unterstützen.

      Dresdner Philharmonie

      Diese Initiative (so habe ich mal gelesen) kann sich auch durchaus den Postplatz als Standort vorstellen
    • Es gibt auch noch kein Konzept für eine neue Stadthalle, die dann zwingend erforderlich wäre.

      Vor dem Krieg gab es ja den Sarrasani als Großveranstaltungsort und diverse andere Häuser für die unterschiedlichen Sparten.
      Nach dem Krieg war der Kongress-Saal des Deutschen Hygiene-Museums der wichtigste Saal (mittlerweile auch durch P.Kulka umgebaut), sowie der Hauptsaal des Arsenalgebäudes (Militärhistorisches Museum), das gerade von Libeskind zerhackt wird.
      Beim Rundkino mit seinen 900 Plätzen im Großen Saal muß man abwarten, was wird.
      Die neue Operette ist auch noch lange nicht in trockenen Tüchern.

      Kurzum - zum Kulturpalast gibt es derzeit keine Alternative!
    • die alternative heisst, wie schon gesagt. abreissen!!
      ob gibt es jetzt wieder die (N)ostalgie welle????(Die Genossen ruhen ja auch nicht)
      also weg damit, uns etwas schones bauen und sofort an dieser Stelle dann auch die Wilssdruffer Strasse schmaller machen.
      bitte keine Palast der Republik zustaende in Dresden.....
      dies DIE Chanche fuer eine Aussdehnung des Neumarktes mit Reko und Neu Bauten :)
    • Soweit mir bekannt ist, sind die Planungen für eine 25 Mio. Euro teure Sanierung doch schon längst abgeschlossen. Damit soll vor allen Dingen den heutigen Brandschutzvorschriften Rechnung getragen werden. Bin ich da falsch informiert? Es wurde doch sogar ein Münchner Ingenieurbüro mit der logistischen Optimierung beauftragt, weil die Planungen der Stadtverwaltung im völligen Chaos endeten.
    • "Harmonica" schrieb:

      "Exilwiener" schrieb:

      Na, jetzt gibt es aber wirklich keinen Grund mehr diesen Schandfleck noch stehen zu lassen!


      Und ich frage wieder: wo soll dann die Philharmonie spielen oder die ganzen Konzerte, Vorträge etc. stattfinden (ich gehe nächsten Monat zu Bastian Sick - ausverkauft - einen äquivalent großen Saal findet sich in ganz Dresden nicht)? Also: DD braucht die Funktion des KPs und daher wäre ein (Komplett)-Abriss undenkbar. Die einmalige Chance des Umbaus durch die Sachsenbau - bei der 2002er Variante wäre auch die Schiffsmühle zu rekonstruieren gewesen - wurde zerschlagen.


      Es gibt so unendlich viele Brachflächen, auch mitten im Zentrum, dass ein Neubau an einem anderen Ort wesentlich besser und auf lange Sicht auch günstiger wäre. Ist auch übrigends schon ein paar Mal zur Debatte gestanden. Ich denke da an Neubau an einer anderen Stelle und nach Fertigstellung dessen an die Totalbeseitigung des maroden KPs.

      Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die unzureichende und für einen Konzertsaal eigentlich a la longe gesehen untragbare Akustik des KP.

      Persönlich tut es mir natürlich für Dich Leid wegen der Karten, aber besser so und in ein paar Jahren wieder ein auf dem alten Grundriss wiedergewonnenes und itaktes Stadtzentrum. Nachdem, was gestern im "SachsenSpiegel" berichtet wurde, würde ich keinen Fuß mehr in diesen KP setzen, nachdem die Stadtverwaltung vorsätzlich diese "Neuigkeiten" verschwiegen hat und damit auch in Kauf nimmt, dass es bei einem Brand zu einer Tragödie kommen könnte.

      So, wie ich die Entscheidungsträger der Stadt aber einschätze, wird der KP noch ein paar weitere Jahrzehnte stehen bleiben, bis er wirklich nicht mehr zu retten sein wird. Man darf außerdem nicht vergessen, dass die Lobby von Herrn Hänsch momentan noch sehr groß ist. Immerhin sitzt dieser Dinosaurier in der Gestaltungskommission und hilft mit, sowohl seinen KP aus der Diskussion heraus zu halten, als auch ein paar "zeitgemäße" Akzente auf den Neumarkt zu setzen... .

      @Union-Bau AG

      Der Kulturpalast ist ein architektonisches Denkmal, welches den damaligen Zeitgeist des DDR-Gesellschaftsbaus wiederspiegelt.

      Das ist keine (N)Ostalgie, sondern Bewahrung von Zeugen einer (bau)geschichtlichen Epoche.


      Na geh, nach dieser Argumentation müsste man doch auch die Plattenbauten in Prohlis bewahren und hätte auch den Palast der Republik stehen lassen können.

      Neben einer schlechten Akustik, einem katastrophalen Brandschutz, einer maroden Bausubstanz, einer maßstabslosen Baumasse innerhalb des Neumarktbereiches, sollte doch nun endlich die Chance ergriffen und eine städtebaulich adäquate Lösung gefunden werden (Neubau an anderer Stelle und Verkauf der frei werdenden Parzellen des KP-Grundstücks).
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
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    • "Na geh, nach dieser Argumentation müsste man doch auch die Plattenbauten in Prohlis bewahren und hätte auch den Palast der Republik stehen lassen können"

      @Exilwiener
      Du vergißt, da genau das ist, was man hier WILL und mit allen Mitteln schon seit nunmehr 15 Jahren betreibt... :)

      Ich bin pessimistisch: Die werden den KP niemals abreißen...Man WILL es nicht anders...

      LG
      Oktavian