Architektursoziologie

    • Die Moderne ist nicht schön, ästhetisch, heimelig, warm, sie ist steril, praktisch, funktionell, kalt. Die Technisierung hat neben den offensichtlichen Veränderungen auch einen Wandel im Denken befördert, der zu einer berechnenden, wirtschaftlichen, rein rationalen Sicht auf die Welt führte. Der moderne Mensch soll Roboter sein. Das sieht man auch daran, wie gering im Vergleich zum 19. Jahrhundert die Geisteswissenschaften geschätzt werden, alles möchte möglichst naturwissenschaftlich erscheinen. Kreativität zählt entweder nicht mehr oder wird geradezu (oft sogar unbeabsichtigt) ins Lächerliche gezogen. Unser Zeitalter ist nicht mehr das Zeitalter der Künstler und Dichter, sondern das der Ingenieure. Die Architektur ordnet sich leider diesem Ideal unter und verliert dabei ihre Seele...

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    • Im Endeffekt ist die moderne Architektur nur Nebenprodukt eines großen zivilsatorischen Paradigmenwechsels. War bis ins 20. Jahrhundert der sich bildende Mensch das zentrale Ideal, eine Vorstellung, die auch immer mit Ästhetik und Kunst verknüpft war, so wird diese Ikone zunehmend von ihrem Sockel gestoßen. An ihre Stelle tritt eine rein praktische, rechnerische Weltanschauung, wohl auch bedingt durch die Dominanz der Industrie, die leider auch Einfluss über ihr wesensfremde Sphären auszuüben scheint. Überall grassiert dieser Geist der Nützlichkeit und des Pragmatismus und bedroht die alten Werte unserer Kultur. Stand einst das humanistische Bildungsideal eines Humboldts im Zentrum, so fragen sich inzwischen immer mehr nach dessen Nutzen. Stattdessen soll alles rein pragmatisch und funktionalistisch ausgerichtet werden. Stimmen werden laut, die fordern, dass sich die Schule doch auf alltägliche Dinge wie die Steuererklärung etc. fokussieren solle, anstelle den Schülern "unnützes" Zeug wie Latein oder literarische Klassiker beizubringen. Dieser Geist erzieht Charaktere ohne Sinn für transzendente Werte, ohne Sinn für Kultur. Und das ist der Grund, warum viele Menschen heutzutage diese alten Konzepte nicht mehr verstehen, Ideale, die frühere Generationen zu Höchstleistungen animierten.

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    • Philoikódomos schrieb:

      Ich kann das übernehmen.
      Hast du denn schon Kontakt mit Dr. Nicole Küster und Prof. Dr. Friedrich Thießen von der TU Chemnitz aufgenommen?
      Es wäre ja vorstellbar, dass sie zur Jahreshauptversammlung von Stadtbild Deutschland am 12. Mai nach Berlin eingeladen werden.
    • Passt hier auch hervorragend herein, wieder mal ein gutes Argument für Stadtbild - sowas sollte auch auf die Stadtbild-Webseite:

      Fachwerkliebhaber schrieb:

      Sehr lesenswerter Artikel aus der Welt gefunden. Die Deutschen lieben nach der Umfrage vom Institut für Demoskopie Allensbach am meisten das Fachwerkhaus. Schlusslicht ist das Bauhaus :daumenoben:


      welt.de/finanzen/immobilien/ar…ben-das-Fachwerkhaus.html
    • Leider fehlte hier als Antwortmöglichkeit aber ein Neubau, den vmtl. auch viele bevorzugen würden. Bauhaus fände ich als Einfamilienhaus persönlich Klasse, wesentlich interessanter als ein Fachwerkhaus. Allerdings auch nur, wenn es aus der Frühzeit des Bauhauses stammt, später wurde die Idee m.E. nicht mehr wirklich getroffen.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Triforium schrieb:

      Die Moderne ist nicht schön, ästhetisch, heimelig, warm, sie ist steril, praktisch, funktionell, kalt. Die Technisierung hat neben den offensichtlichen Veränderungen auch einen Wandel im Denken befördert, der zu einer berechnenden, wirtschaftlichen, rein rationalen Sicht auf die Welt führte. Der moderne Mensch soll Roboter sein. Das sieht man auch daran, wie gering im Vergleich zum 19. Jahrhundert die Geisteswissenschaften geschätzt werden, alles möchte möglichst naturwissenschaftlich erscheinen. Kreativität zählt entweder nicht mehr oder wird geradezu (oft sogar unbeabsichtigt) ins Lächerliche gezogen. Unser Zeitalter ist nicht mehr das Zeitalter der Künstler und Dichter, sondern das der Ingenieure. Die Architektur ordnet sich leider diesem Ideal unter und verliert dabei ihre Seele...

      Der alte Gegensatz zwischen Aufklärung und Romantik.
    • LISTE | Studien zur objektiv höheren Qualität klassischer Architektur

      Ich fasse nochmal kurz die wichtigsten Untersuchungen zusammen in einer kleinen Aufzählung, die bei weiteren Nennungen ergänzt wird:

      "Leben im Denkmal: Alle wollen im Fachwerk wohnen, im Bauhaus lieber nicht'',
      Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), Die Welt, 5. Januar 2018

      Städter mögen Altbauwohnungen in Blockrand-Quartieren,
      Basler Zeitung, 21. November 2013

      Top-Studie der TU Chemnitz von Thiessen & Küster, Mai 2014:
      Schönheit und Wert von Wohnimmobilien:
      Ergebnisse einer Befragung der TU Chemnitz im Großraum München
      >> Kurzzusammenfassung der Ergebnisse


      Irgendwas vergessen, gibt es noch weitere? Wie sieht es mit internationalen/englischsprachigen Quellen aus?

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    • IFD-Allensbach-Studie für Pantera Immobilien: Denkmal-Studie/Denkmal-Ranking

      Bei der Gelegenheit habe ich gleich Näheres zur IFD-Allensbach-Studie für Pantera Immobilien gefunden (14.12.2017):

      Denkmal-Studie
      14.12.2017
      Im dritten bundesweit repräsentativ durchgeführten Denkmal-Ranking der pantera AG macht Hamburg den größten Sprung nach vorn / Zahlungsbereitschaft der Deutschen für Immobilien unter Denkmalschutz wächst weiter /...mehr

      01Städte_Erhalt_der_Bausubstanz_01.pdf
      02welches_Gebäude_01.pdf
      03höherer_Kaufpreis_01.pdf
      04Wertentwicklung_01.pdf
      05Staatl-Engagement-Denkmalschutz.pdf
      06steurvorteile_01.pdf

      "Beliebteste Immobilienart unter den historischen Objekten sind Fachwerkhäuser. Sie
      werden
      von mehr als jedem vierten Deutschen (28 %) genannt als schönste unter
      den Denkmal-Gebäuden. Auf den Plätzen dahinter folgen ehemalige
      Fabrik-Gebäude, in denen Lofts eingerichtet sind (18 %), historische
      Burg- und Schloss-Anlagen (16 %) sowie Gründerzeit-Häuser aus der Zeit
      um 1900 (13 %). Besonders beliebt sind Fachwerkhäuser bei den
      Über-60-Jährigen (32 %) sowie bei Frauen (31 %, Männer nur 26%) und in
      Ost-Deutschland (34 % gegenüber 27 % im Westen). Eine Altersgruppe hat
      jedoch eindeutig eine andere Vorliebe. Von den unter 30-Jährigen fände
      es fast jeder Dritte (32 %) reizvoll, in einem Loft in ehemaligen
      Fabrikgebäuden zu wohnen. Hier steht das Fachwerkhaus (23 %) nur an
      dritter Stelle, noch hinter dem Wohnen in historischen Burg- und
      Schlossanlagen (26 %).

      Die Bereitschaft ist bundesweit hoch, für Wohnungen in einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude einen höheren Kaufpreis zu zahlen als für andere Immobilien. Fast zwei Drittel der Personen (62 %) mit Interesse an denkmalgeschützten Immobilien sind dazu bereit. In den beiden Vorgängerstudien waren es jeweils 59 %. Bezogen auf alle Deutschen sind 35 % heute bereit, für Denkmal-Objekte mehr zu bezahlen, 31 % waren es vor fünf Jahren. Die Steigerung der Zahlungsbereitschaft dürfte mit dem hohen Vertrauen in die künftige Wertentwicklung solcher Immobilien zusammen hängen. Denn insgesamt 40 % aller Bundesbürger - in Ostdeutschland sogar 50 % - gehen davon aus, dass Gebäude mit Denkmalschutz eine höhere Wertsteigerung haben als andere Objekte."


      Hinweise zur pantera Studie:
      Die pantera Studie „Denkmalgeschützte Immobilien 2017“ wurde – wie die erste und zweite Auflage 2006 und 2012 – in Zusammenarbeit mit dem IfD Institut für Demoskopie Allensbach erstellt. Das IfD hat die deutsche Wohnbevölkerung ab 16 Jahren im Oktober 2017 bundesweit repräsentativ durch 1454 persönliche Interviews (face-to-face) befragt.
      Die kompletten Studien-Ergebnisse, Erläuterungen und Charts können Sie erhalten über HermesMedien, Köln, Tel.: 0221/292192-82, Mail: wolfgang.ludwig@hermesmedien.de

      pantera.de/presse/artikel/arti…d76dc172ea75aa3aecc10ee29
    • Triforium schrieb:

      Im Endeffekt ist die moderne Architektur nur Nebenprodukt eines großen zivilsatorischen Paradigmenwechsels. War bis ins 20. Jahrhundert der sich bildende Mensch das zentrale Ideal, eine Vorstellung, die auch immer mit Ästhetik und Kunst verknüpft war, so wird diese Ikone zunehmend von ihrem Sockel gestoßen. An ihre Stelle tritt eine rein praktische, rechnerische Weltanschauung, wohl auch bedingt durch die Dominanz der Industrie, die leider auch Einfluss über ihr wesensfremde Sphären auszuüben scheint. Überall grassiert dieser Geist der Nützlichkeit und des Pragmatismus und bedroht die alten Werte unserer Kultur. Stand einst das humanistische Bildungsideal eines Humboldts im Zentrum, so fragen sich inzwischen immer mehr nach dessen Nutzen. Stattdessen soll alles rein pragmatisch und funktionalistisch ausgerichtet werden. Stimmen werden laut, die fordern, dass sich die Schule doch auf alltägliche Dinge wie die Steuererklärung etc. fokussieren solle, anstelle den Schülern "unnützes" Zeug wie Latein oder literarische Klassiker beizubringen. Dieser Geist erzieht Charaktere ohne Sinn für transzendente Werte, ohne Sinn für Kultur. Und das ist der Grund, warum viele Menschen heutzutage diese alten Konzepte nicht mehr verstehen, Ideale, die frühere Generationen zu Höchstleistungen animierten.

      Ich muss widersprechen! Also, ich muss auch zustimmen. Aber ich muss insofern widersprechen, dass man dieses Rationale, diese technische Perfektion und dieses „Robotermäßige“ als Chance betrachten sollte. Gerade mit den technischen Möglichkeiten von heute sollte es doch viel leichter sein, Neubauten in einem klassischen Stil zu bauen. Ja, das Handwerk wird sich auf jeden Fall verändern. So wie überall, werden auch hier die Maschinen die Plätze mancher Menschen übernehmen. Dafür sitzen die Künstler vielleicht vor dem Computer und zeichnen ihre später von Maschinen produzierten Kunstwerke in 3D. Man könnte ja im Grunde ganze Fassaden aus Stein machen, und Formen hinein per Computer und Laser einbringen.

      Man muss durchaus im Geiste der Zeit denken, etwas anderes verschließt sonst wohl alle Möglichkeiten.
    • Genau mein Kredo! Ständiges Bejammern von Weiterentwicklung und gesellschaftlichen Veränderungen wird nichts bringen, außer in die Bedeutungslosigkeit führen. Man muss sich immer ein Stück mitentwickeln und offen für neue Chancen sein, sonst überrumpelt die Gegenwart einen schlicht.

      Und wer den Zeitgeist wirklich mitbestimmen und verändern will, der muss auch wirklich aktiv werden. In einem Forum diskutieren reicht da definitiv nicht! :zwinkern:
    • Ich habe nicht die technische Entwicklung per se kritisiert, überhaupt nicht, sondern die Erhebung derselben zur alleinigen zivilisatorischen Devise. Um klassische Architektur mit heutigen Mitteln möglich zu machen, muss sich zuerst etwas in den Köpfen ändern, dafür muss die Wertschätzung für Dinge zurückkehren, die über das rein Rationale hinausgehen. Es muss ein ausgewogenes Verhältnis geben zwischen Kunst und Technik, sodass es einerseits zur weiteren Verbesserung unseres mechanischen Potential kommt, andererseits hierdurch auch weitere Grenzen der Kreativität fallen. Man schaue sich das 19. Jahrhundert an, die Zeit des Kaiserreiches. Da waren Kunst und Technik keine Gegensätze, haben nicht miteinander kollidiert, sondern einander beflügelt. Sonst wären Megabauten wie Neuschwanstein nicht möglich gewesen. Natur- und Geisteswissenschaften standen im Einklang und befruchteten sich gegenseitig, man dachte einerseits positivistisch und wollte die Welt verstandesmäßig durchdringen, beschäftigte sich andererseits mit Kunst und Architektur, bemühte sich um eine möglichst ästhetische Sprache und unterwarf das Bauwesen der Forderung nach absoluter Ästhetik. Da waren beide Pole im Einklang und die Ratio diente dem Auge, dem Herzen, wie auch umgekehrt. Deshalb war die Zeit auch so extrem produktiv, in kultureller, philosophischer als auch naturwissenschaftlicher Hinsicht.

      Dabei muss schöne Bauweise einer rationalen Denkweise ja überhaupt nicht widersprechen. Warum sollte sich ein nutzenorienterter Mensch denn den unzweifelhaften Vorteilen verweigern, die ein ansprechendes Umfeld bietet? Vielleicht steckt da eine Art materialistische Vereinnahmung der Ratio dahinter, der man allzu leicht auf den Leim geht. Was bedeutet denn "rational" handeln? Es bedeutet, dass man auf der Grundlage möglichst objektiver, möglichst sicherer Fakten agiert. Aber belegen denn abseits jeder Erfahrungswerte nicht auch die soziologischen Studien, dass sich historische Architektur positiv auf den Menschen auswirkt? Müsste denn nun ein rationaler Mensch angesichts dieser Tatsachen nicht zum Anhänger einer wahrhaften "architectura pro homine" werden? Eigentlich ist die Idee, dass Pragmatismus zu Bauhaus führen muss, zu kurz gedacht. Muss denn ein wahrer Pragmatiker, der sich nicht durch allgemeine Vorstellungen von "Pragmatismus" beschränken lässt, angesichts der hier zusammengetragenen Fakten nicht zu dem Ergebnis kommen, dass der traditionalistische Baustil seinen Nutzen hat?

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    • Das stimmt. Ich denke wir kommen gerade wieder dahin, zumindest gibt es viele gute Ansätze.

      In diese Diskussion passt auch eine aktuelle Karikatur von Leon Krier hervorragend rein:

      Technologie vs. Ideologie
      m.facebook.com/story.php?story…976983&id=116039081754709
    • Aktueller Debattenbeitrag zum Thema Architekturpsychologie:

      Architekturpsychologe Peter Richter : „Wer anders baut, erhebt sich über die Nachbarn“

      Der Architekturpsychologe Peter Richter über das Kontrollgefühl, das Satteldach und Fachwerkhaus vermitteln, und die Frage, was die afrikanische Savanne mit Urban Gardening zu tun hat.

      Neue, außergewöhnliche Gebäude stoßen oft auf Ablehnung. Wie kommt das?

      "Geschmacksurteile fällen wir in Bruchteilen von Sekunden. Das gilt sowohl für Menschen, denen wir begegnen, genauso wie fürs Essen und für die Architektur. Einen Großteil unserer ästhetischen Vorlieben erwerben wir in der frühen Kindheit. Schon bevor wir zur Schule gehen, haben wir gelernt, ob wir etwas attraktiv oder unattraktiv finden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Prägung durch die soziale Umgebung."

      Man findet also schön, was schon den Eltern gefiel?

      "Könnte man so sagen. Um einen Geschmack für Architektur auszubilden, braucht es noch nicht einmal andere Personen, denn sie umgibt uns permanent, und man nimmt sie unterbewusst oder höchstens teilbewusst wahr. Für die meisten Kinder gilt, dass sie angstfrei und in Geborgenheit aufwachsen. In dieser bekannten Umgebung entwickeln sie ein vertrautes Gefühl, dort fühlen sie sich wohl. Dieses Empfinden ist seit der Kindheit an die ästhetische Bewertung der Umwelt gekoppelt."

      Warum wollen viele Menschen die mittelalterliche Stadt zurück?

      "Das hat auch sozialpsychologische Aspekte, denn mittelalterliche Städte waren von ihrer Struktur viel mehr auf Menschen ausgelegt als die heutigen, die sich stärker am Verkehr orientieren. Ältere europäische Städte dienen viel mehr der Interaktion ihrer Bewohner. Die engen Gassen fördern Kommunikation auf der Straße oder von Fenster zu Fenster, die Marktplätze sind ein Treffpunkt, hier tauscht man sich aus. Das verbessert den Gruppenzusammenhalt. Und dann ist da noch ein anderer Punkt: Die Gebäude, inmitten derer ich mich bewege, werden Teil meiner Identität. Städtische Wahrzeichen wie Parlamente, Kirchen oder eben auch besondere Altstadthäuser stärken das Gemeinschaftsgefühl."

      Komplett: faz.net/aktuell/wirtschaft/woh…ter-richter-15429550.html
    • Neu

      Wir haben jetzt grünes Licht von Herrn Prof. Dr. Friedrich Thießen von der Uni Chemnitz für die Veröffentlichung eines Aufsatzes von ihm und einem Doktoranden (nicht Nicole Küster) über das Thema Bewertung von Architektur in der Öffentlichkeit innerhalb unserer SCHRIFTENREIHE STADTBILD DEUTSCHLAND e.V. Der Aufsatz präsentiert praktisch die gleichen Ergebnisse wie die Dissertation von Nicole Küster, aber in einer handlicheren und gur lesbaren Version. Ich denke, dass die Broschüre innerhalb von drei/vier Wochen verfügbar sein wird.
    • Neu

      Was der Architekturpsychologe Richter so sagt, überzeugt mich in der Herleitung aber überhaupt nicht.
      Ich bin in einem 1950er Haus groß geworden, und fand alte Häuser schon immer schöner. Wenn nun viele junge Leute sagen, sie möchten gern in einem Fachwerkhaus wohnen, so sehe ich das als ähnlich meinem Werdegang an, denn soviele Fachwerkhäuser gibt es doch gar nicht mehr, daß die Jungen einfach das wählen würden, was die Eltern gut fanden oder was sie als Kinder erlebt haben! Die sind doch auch größtenteils in Häusern von 1950 und später aufgewachsen!
      Eher einleuchtend klingt der Unterschied zwischen "mittelalterlich-kommunikativer" und "modern-verkehrstechnischer" Stadt. Daraus könnte man nun zum Schluß kommen, daß die Jüngeren es gern etwas kommunikativer und verwinkelt-schützender haben wollen, und weniger Verkehrsschneisen.
      Interessant hätte ich auch gefunden, die Innengestaltung abzufragen, es würde mich nämlich nicht wundern, wenn die "moderne Blockaufteilung" durchaus ihre Liebhaber hätte - und das womöglich im Verein mit einer Vorliebe für Fachwerkhaus außen.