Brutalismus

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    • Bezüglich der Karlsruher Kita kann man nur Konrad Adenauer zitieren:

      „Ich weiß nicht, welcher Architekt das Haus gebaut hat, aber der verdient zehn Jahre.“

      Edit: Der BDA hat den Kinderbunker natürlich mit einem Preis ausgezeichnet:
      bda-bayern.de/awards/kinderuni…uts-fuer-technologie-kit/

      "Auf vermeintlich kindgerechte Materialien und Farben wurde bei dem Sichtbetonvolumen bewusst verzichtet".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mendelbruder ()

    • BDA schrieb:

      [...] Auf vermeintlich kindgerechte Materialien und Farben wurde bei dem Sichtbetonvolumen bewusst verzichtet, doch sind die einzelnen überschaubaren Einheiten sehr wohl bezüglich der Proportion und Dimensio-nierung wie auch hinsichtlich der Positionierung der Fenster auf die Bedürfnisse der jungen Nutzerinnen und Nutzer abgestimmt. [...]
      Zusammengefasst: Was Kindern gefällt ist völlig egal. Hauptsache ist, die Räume sind so "proportioniert" und dimensioniert" das es, wie es sich für eine Maschine gehört, funktioniert.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Dieser "Kiga" zeichnet sich durch nichts als ein solcher aus, außer wie Fusa sagte durch seine kindgerechte Funktionalität. Grausam, ein Verbrechen an den Kindern. Hier werden die Kleinen auf den angstbesetzten, seelenlosen grauen Überwachsungsstaat vorbereitet. Bezeichnend das Foto mit dem verlassenen Dreirad auf der Terrasse. Geradezu psychedelisch. Verarbeiten die Archis mit dieser Architektur ihre Kindheitstraumata?
      Na ja, da müssen nun erst einmal die ErzieherInnen mit ihren Kids einziehen und buntes Leben reinbringen. Ich würde mir mit den Kindern den Spaß machen mit allerlei Bauten, bunten Tüchern, Kartons, Zelten, etc. heimelige Häuschen und Höhlen bauen und so den nackten Beton, wo es geht zu verdecken ( und freilich den Kleinen öfters Mal Pinsel und Farbe überlassen :D ) Leider ist damit das schlechte baubiologische Kllima nicht ganz neutralisiert.
      Wie Kindergärten Anfang 90iger noch gebaut wurden, sieht man hier, im Breisgau, z.B.:

      bahlingen.de/de-de/bildung-soz…indergarten_muehlenmatten
    • Der Kindergarten ist ja furchtbar. Ein richtiger Bunker.
      Soll wohl aufs Leben in Höhlen vorbereiten.
      Bei dem depressiven Grau kann man keinem Sprayer oder Kind, das Farbe an die Wand klatscht, wirklich böse sein.
      Nur, so erlernt man keine Ordnung, denn man findet nichts Wohlgeordnetes vor mit freundlichen Vorgaben, an die man anknüpfen kann, nur triste Käfighaltung mit Sich-selbst-Überlassensein.
      Was habe ich das Betongrau des 70er-Jahre-Gymnasiums, das ich besuchte, verabscheut.
      Was bin ich froh, daß ich im weiteren Leben stets in zwischen 1830 und 1910 gebauten Häusern wohnen konnte. Und auch meine Arbeitsstellen selten in "Neubauten" waren.
      Wenn ich diesen "Kindergarten" jedenfalls sehe, kommt mir die ganze Wut über dieses Bunkergrau meiner Schule wieder hoch.
    • Also diverse Kirchen im Brutalismus kenne ich,auch Hochhäuser und Öffentliche Gebäude oder Architeckten Häuser alles ok Bzw noch vertretbar Aber als Kita das geht nicht volarem nicht so Plump!(ganz ehrlich Brutalismus übt auf mich eine Faszination aus.Aber nicht das von heute sondern der Echte,weil es so monströs ist und dennoch Dekor hat der einen an, zb eine Ritterburg oder ein Bollwerk aus dem Mittelalter denken lest.Der Gute zumindest,die beste Werk dieser Architektur stammen aus den 60ern und 70ern zusammen mit den schlechtesten. :D

      Ich hatte zb mal ein bild von einem Pumpwerk aus England gesehen das Brutalismus mäßig gebaut war,das sah echt Faszinierend aus. General sind Bauhaus, Brutalismus und Der Frühe Wiederaufbau Still die Einzigen Modernen Architekturen die mir zu sagen.

      Buhaus weil das Grund Konzept nicht falch ist und es einzig artige Gebäude hervor gebracht hat.

      Brutalismus weil seine Gebäude durch ihre Pure masse beeindrucken können.Aber auch schockieren.

      Und der 50er Jahre Wiederaufbau Siel, weil er modern wirkt und denoch Heimart verbunden Bestes bsp. ist Das Blaugoldhaus in Kölen,das Modern und elegant daher kommt und dennoch,Kleine Wappen Bei den Bögen Trägt

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Maxitown ()

    • Ne das hat mit Brutalismus nur von der Grund idee, noch mit Bauhaus, das ist einfach nur ein Bunker von einem Modernen Architekten!
      Toll! Kinder aus Käfig Haltung, Hoffentlich bemalen sie Die Schachtel in jeder Miserere steckt auch eine Chance.Weil mich würde das Langweilen als Kind,hab damals schon immer mit Kreide die Hässlichen Beton steine auf der Strasse aufgehübcht, Später hab ich sogar Dekor daraufgemalt. :smile:
    • Heimdall schrieb:

      Da streiten sich die Leute mal wieder, ob der Wiederaufbau in Würzburg, Bamberg oder Mannheim besser abgelaufen ist, aber hier könnte eine neue Welle herannahen. Mir ist schon vor zwei Jahren aufgefallen, dass sich der Betonbrutalismus in der kreativen Szene langsam neuer Beliebtheit zu erfreuen scheint. Der Retro-Hype könnte sich verbinden mit den derzeiten Bemühungen der Politik, rasch Massenwohnraum für die hereinströmenden Einwanderer zu schaffen. Diese Entwicklung sollte man aufmerksamer beobachten, statt sich über den nicht ausreichenden Putzfassaden-Anteil mancher 50er-Jahre-Straßenzüge zu streiten.
      Aufgrund der Ausstellung in Frankfurt wird das Thema ja gerade wieder ziemlich hochgejazzt und das Feuilleton springt natürlich darauf an, auf diese goldenen Kälber eines vergangenen Fortschritts- und Gleichheitswahns.
      Da darf natürlich auch beim BR eine Strecke mit Hochglanzbildern nicht fehlen: br.de/themen/kultur/sos-brutal…museum-frankfurt-100.html ("SOS Brutalismus- Rettet die Betonmonster" wie die Ausstellung halb satirisch-halb ernsthaft heißt)
      Vom realen Leben mit den realen "Betonmonstern" und insbesondere deren Problematik in ästhetischer, städtebaulicher, kultureller und soziologischer Hinsicht hört man wenig.

      saudadegostosa schrieb:

      Brutalismus pur bietet die Regensburger Uni, an der ich vor 30 Jahren ja mal 3 Semester studiert habe. Kann sein, daß es dort nach der Totalsanierung aufgrund der vielen undichten Dächer inzwischen freundlicher aussieht, aber damals war das eine einzige Betonorgie - unverkleideter Beton außen wie innen.

      Ob Cafeteria, Bibliothek oder Hörsäle, überall grauer Beton. Audimax: ein unterirdischer Betonbunker. So etwas schlägt aufs Gemüt und ist menschenfeindlich.

      Aber man hat zumindest ein wenig dazugelernt: die neue FH gleich daneben präsentiert sich deutlich freundlicher mit einer Art von Parklandschaft drumherum.
      Die Uni Regensburg sieht auch nach der Sanierung nicht anders aus. Zum einen, weil die Milliarden über dreißig Jahre verteilt verbaut werden und somit immer nur kleine Teilbereiche in Angriff genommen werden können - es gibt also keine Totalsanierung, zum anderen steht das Monstrum unter Denkmalschutz, d.h. Eingriffe, die das ganze irgendwie ästhetischer und menschlicher gestalten könnten, gab und gibt es nicht - alles bleibt optisch wie es ist, bis hin zum beige-grauen Teppichboden in der Bib. Ich hab noch nie eine einzige Person sagen hören ihr gefalle diese Architektur -schon gleich gar nicht Leute, die sich sonst nicht für Architektur interessieren - das äußerste Lob war für die Gebäude der Uni Regensburg, dass alles schön zentral sei und auch das kam als positives Argument äußerst selten.

      Die Mensa der TH nebenan ist tatsächlich weniger schlecht als der Rest - allerdings eine absolute Außnahme - die alten Gebäude sind ebenfalls Brutalismus, allerdings auf solch einem primitiven Niveau, das diese nicht unter Denkmalschutz stehen und vor einigen Jahren dick mit Dämmung eingepackt wurden und dann eine anthrazitgraue Blechverkleidung bekamen. Die ganz neuen Gebäuden die in den letzten Jahren errichtet wurden, sprechen eine Sprache wie in den tiefsten 70er: das neue "Studentenhaus" (mit Kinderbetreuung), das neue Gebäude für die Fakultät Mathematik (etwas scrollen) etc

      Das Vielberth Gebäude der Uni wenige Meter weiter, ebenfalls erst wenige Jahre alt, ebenfalls tiefster Brutalismus.

      Das angepasste Bauen - sonst mittlerweile ein absolutes No-Go wenn wirklich historischer Bestand bei Ensembles involviert ist, hier anscheinend absolut kein Problem, nein, sogar ein Muss!

      Ja, da dürfen wir uns von Seiten des Denkmalschutzes und der Architekten, die am "Wiederentdecken" sind, noch auf einiges einstellen... :augenrollen:
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • Zeno schrieb:

      Das ist mir neu, dass die Uni denkmalgeschützt wäre. Auf der Denkmalliste kann ich sie auch nicht entdecken.
      Tatsächlich! Ich dachte, ich hätte irgendwo mal gelesen, dass zumindest Teile davon unter Denkmalschutz stehen. Auf der anderen Seite scheint man tatsächlich optische Änderungen bei der Sanierung vermeiden zu wollen. Vielleicht war/ist es in Diskussion das Gebäude eintragen zu lassen, da würden sich größere Änderungen natürlich nachteilig auswirken. Hier übrigens noch ein Artikel zur Entstehungsgeschichte: sueddeutsche.de/bayern/archite…liebtes-monster-1.3512827
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • thommystyle™ schrieb:

      Hier übrigens noch ein Artikel zur Entstehungsgeschichte: sueddeutsche.de/bayern/archite…liebtes-monster-1.3512827
      Schon die Einleitung dieses Presseartikels widerspricht Deiner eigenen Erfahrung, wonach Du noch nie hast "eine einzige Person sagen hören ihr gefalle diese Architektur":
      Eine große Blechkugel auf dem Platz, ungemütliche Farben und fensterlose Hörsäle: Früher galt der Baustil der Universität Regensburg mal als modern. Nicht nur Studenten haben ihren brutalen Charme zu schätzen gelernt.
      Da glaube ich Dir und Deiner Erfahrung mal eher. Vielen Dank für die Schilderung.
    • "Und wir nennen diesen Schrott auch noch schön"

      Ich möchte in diesem Strang nochmals an einen älteren Artikel aus dem Jahr 2010 erinnern, den
      thommystyle™ dankenswerterweise vor ca. 3 Jahren gepostet hatte und der offenbar nicht an Aktualität verloren hat:

      WIDER DAS HEUTIGE BAUEN :
      Und wir nennen diesen Schrott auch noch schön
      VON MARTIN MOSEBACH

      Quelle: faz.net/aktuell/feuilleton/kun…-noch-schoen-1638610.html


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • Danke für die Verlinkung des Artikels. Am Ende deselbigen wird auf einen Brutalismus Artikel verwiesen, unserem Fadenthema!
      Gleich das Titelbild erschlägt mit einem gelandenten Ufo, dem man eine gewisse Faszination nicht absprechen kann. Aber ist das noch Architektur?
      plus.faz.net/rm-kultur/2017-11…es-sichtbetons/77385.html

      (leider nur mit Abo)
    • Das Problem am Brutalismus ist, dass das dahinterstehende Material sowie das Gedankengebäude einerseits intellektuell faszinierend ist. Mit Beton lassen Formen erschaffen, die vorher aufgrund der Limitationen der Materialien unmöglich waren - Gebäude wie Skulpturen. Auch die Idee der Sichtbarkeit des tragenden Materials ist spannend.

      Andererseits ist nicht alles was intellektuell faszinierend ist auch praxistauglich. Betonbauten sind allenfalls was für Liebhaber, alle anderen suchen sich, sobald sie es sich leisten können was anderes. Insofern haben Brutalismus-Bauten auch das Problem, dass sie extrem undemokratisch sind.

      Ärmere Schichten werden geradezu dazu gezwungen, in diesen Betonmonstern zu leben - sie haben keine Wahl. Gleichzeitig werden Großorganisationen bevorteilt - denn nur diese können es sich den Erwerb eines solchen Gebäudes leisten. Die Bewohner sind damit auf Gedeih und Verderb irgendeiner Firma ausgeliefert - wenn der das Geld fehlt, das Haus in Schuss zu halten, wird es zwangsläufig zu einen sozialen Brennpunkt.

      Daher denke ich, dass eine Kritik an Brutalismusbauten weniger über ästhetische Argumente laufen sollte (zum Scheitern verurteilt), sondern eben diese systemischen Probleme angreifen muss. Brutalistischen Wohnmaschinen ist ihr Ende als sozialer Brennpunkt quasi in die Wiege gelegt.
      "Städte, in denen Leute sich zu Fuß und mit dem Rad bewegen können, werden bessere Orte."
    • Die (mE nur eher leichte) Faszination des Brutalismus (interessant, dass es ein musikalisches Pendant gibt, den Brutismus, der sich morphologisch ganz anders ableitet, aber gleichermaßen ultramodern mit dem gleichen Mut zur Hässlichkeit ist) rührt mE von einigen wenigen Starobjekten her, deren eines (mE auch das beste) wir bei uns in Wien unser Eigen nennen dürfen:
      google.at/search?q=wotrubakirc…mrJ2PM:&spf=1510612658360
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)