Sonstige Meldungen aus Sachsen

    • Eine gute Nachricht aus Mittelsachsen: Die geplante Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofs Erlau (an der Bahnstrecke Riesa-Chemnitz) ist in trockenen Tüchern - heute gab es die Fördermittelzusage vom Freistaat. Der 1890/91 gebaute Komplex stand seit dem Jahr 2000 leer und verfiel zusehens. Hier eine aktuelle Ansicht: Klick

      Im Jahr 2014 kaufte die Gemeinde das Gebäude (übrigens für den symbolischen 1 Euro) mit der Zielstellung, die Baulichkeit zu sanieren und hier einen Bürgerbereich mit weitgefächerter Nutzung einzurichten (kleiner Tagespflegebereich, Arztpraxis, Kulturnutzung). Weil es um die Förderung der ländlichen Entwicklung geht, konnte ein Fördermittelprogramm aus dem sächsischen Ressort für Umwelt und Landwirtschaft "angezapft" werden. Das betreffende Ministerium (SMUL) meldet heute:

      SMUL schrieb:

      Mehr als eine halbe Million Euro für Erlau
      Staatsminister Thomas Schmidt übergibt LEADER-Förderbescheid für Generationenbahnhof

      Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt hat heute (19. Mai 2016) gemeinsam mit Landrat Matthias Damm LEADER-Förderbescheide für den Umbau des leerstehenden, denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes in Erlau (Landkreis Mittelsachsen) überreicht. Für den Umbau zum „Generationenbahnhof“ stehen damit Fördermittel in Höhe von mehr als einer halben Million Euro bereit. Das Projekt wurde durch die Entscheidung der LEADER-Region „Land des Roten Porphyr“ für die Förderung ausgewählt.
      „Mit der LEADER-Förderung stärken wir solche Initiativen vor Ort in unseren ländlichen Gebieten. Dass zukünftig in der Ortsmitte von Erlau verschiedene Einrichtungen in einem historisch wertvollen Gebäude kombiniert werden, begrüße ich sehr“ sagte der Minister.
      Das Vorhaben der Gemeinde beinhaltet die geplante Schaffung eines öffentlichen Bürgerbereiches, einer Tagespflegeeinrichtung sowie einer Arztpraxis mit barrierereduzierten Zugängen. Dafür sind umfangreiche Sanierungsarbeiten an den Gebäuden sowie den zugehörigen Außenanlagen vorzunehmen. Insgesamt sollen 1,2 Millionen Euro investiert werden.


      Bei aller Freude über das tolle Projekt, einen kleinen Wermutstropfen gibt es evtl. doch. In dem folgenden ca. dreiminütigen YouTube-Video (da wird das Projekt vorgestellt) spricht der Bürgermeister von einem Abriss des Mittelteiles (das ist der flache Verbindungsbau, siehe oben verlinktes Foto). Ich hoffe nun stark (aber wahrscheinlich vergebens), dass dabei nur der rückwärtige und tatsächlich völlig desolate Holzbau gemeint ist, zu sehen bei Sequenz 2,42min - 2,52min: Klick

      Auf einem weiteren Video (reichlich eine Minute lang) sind nun aber kurz die Projektzeichnungen zu sehen, und demnach wird wohl doch der gesamte Mittelteil abgebrochen und durch einen verglasten Neubau ersetzt, zu sehen genau bei 0,39min: Klick

      Der Grund ist natürlich nachvollziehbar - Pflegeeinrichtung, behindertengerechter Eingang etc. Ein Verlust für das Gesamtbild ist es m.E. trotzdem. Freuen wir uns aber darüber, dass der Bahnhof gerettet ist und die Gemeinde ein solches Zentrum erhält.
    • Im vogtländischen Schöneck wird die ehemalige Apotheke am Untermarkt 3 saniert, wohingegen der Industrie-Altbau der alten Weberei abgerissen wird.

      Schöneck. Der Schriftzug "Apotheke" ist am Haus Untermarkt 3 noch gut lesbar, das Gebäude selbst steht leer. Die Stadt Schöneck hat es im Zuge der Fortschreibung des Konzepts für das Fördergebiet "Erweiterter Stadtkern" auf die Liste der Gebäude gesetzt, die saniert werden sollen. Der Stadtrat beschloss in dieser Woche einstimmig die Fortschreibung des Konzepts bis 2020. Auf dieser Grundlage kann Schöneck für seine Vorhaben Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost" beantragen.Abbruchreif ist dagegen das Gebäude Wiesenstraße 14, auch wenn es ein Stück Schönecker Industriegeschichte ist, wie der Schriftzug "Weberei & Gardinenfabrik" noch verkündet. Für den Erwerb und anschließenden Abriss hat Schöneck Fördermittel beantragt

      Für Schönecker Stadtkern gibt es große neue Pläne
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Mithilfe von Fördermitteln des Bundes werden die Burg Schönfels sowie der Glauchauer Bismarckturm (der höchste von allen) saniert.

      Zur Wiederherstellung der ursprünglichen Raumstruktur der Burg Schönfels wurden 200.000 Euro an Bundesmitteln bewilligt (Gesamtkosten: 449.000 Euro, davon 200.000 Euro durch den Freistaat und 49.000 Euro Eigenmittel). Beim Bismarckturm werden die Aussichtsebene und die Rotunde saniert, so dass der Turm mit der Fertigstellung dieses ersten Bauabschnitts wieder für den Besucherverkehr geöffnet werden kann. Dafür stellt der Bund rund 96.000 Euro bereit (Gesamtsumme: 213.000 Euro, davon 34.000 Euro Drittmittel und weitere Mittel durch den Freistaat).

      Fördermittel für Burg Schönfels und Bismarckturm

      Bismarckturm (Glauchau)

      Burg Schönfels
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

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    • In Burgstädt sind die Sanierungsarbeiten an einer Fabrikantenvilla von 1905 weit fortgeschritten. Ausserdem steht die Villa jetzt unter Denkmalschutz. (mein 1000. Beitrag :) )

      Das Anwesen war 1905 als Villa für den Fabrikbesitzer Hermann Hempel erbaut worden. Insbesondere an der Fassade sind Elemente des Jugendstils zu erkennen, sagt ein Experte. Im Grundstück befindet sich ein Hinterhaus, das im gleichen Baustil, aber viel kleiner errichtet wurde. Walmdach und Gauben seien typisch. Im Innenbereich der Villa fällt die reichhaltige Holzverzierung auf, ergänzt Architekt Scheithauer. Die aufwendigen Tischlerarbeiten stammen von Walter Greul, heißt es in der Chronik.

      Eigentümer lässt Fabrikantenvilla sanieren

      Ansicht der Fabrikantenvilla vor der Sanierung
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

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    • In Frankenberg, vor den Toren von Chemnitz, wird der Altbau (erbaut vor 1893) in der Freiberger Straße 57 saniert.

      "Das Haus muss komplett entkernt werden", berichtet Engmann. "Zudem müssen wir die Holzbalken auf ihre Tragfähigkeit überprüfen." Auch Elektrik, Heizung und Sanitär sollen völlig neu hergestellt werden. Natürlich habe auch der Denkmalschutz ein Auge auf das alte Gebäude. "Schwerpunkte sind hier die Aufbereitung des Treppenhauses, Fenster, Fassade und Dach", berichtet Engmann. Das Hintergebäude im Hof müsse nicht stehen bleiben. Das möchte die AWG bis auf das Erdgeschoss abreißen.

      Neuer Wohnraum entsteht in der Frankenberger Innenstadt
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

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    • Die seit mehr als 25 Jahren leerstehende ehem. Wäsche- und Schürzenfabrik in Mittweida wird ab dem Sommer saniert und danach Wohnungen beherbergen.

      Die Volksbank Mittweida hat den unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplex gekauft und steckt rund 3,2 Millionen Euro in die Sanierung. "Wir werden versuchen, viele historische Elemente zu erhalten", sagte Rico Schlegel, Vertriebsmanager bei der Bank. Die Fassade werde restauriert, die großen Tore erhalten. "Die Dachgauben werden wir verändern, und die Fenster möchten wir vergrößern", so Schlegel. Historische Bleiglasfenster sollen geborgen und später im neuen Treppenhaus dekorativ eingesetzt werden.

      Modernes Wohnen in alter Schürzenfabrik
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

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    • In Lauterbach, einem Ortsteil von Ebersbach, im Landkreis Meißen, wurde und wird das gleichnamige Schloss saniert. Ein Türmchen auf dem Dach, welches 1931 wegen Baufälligkeit entfernt wurde, soll nun wieder rekonstruiert werden.
      Rund 70.000 Euro werden für den Bau gebraucht. Ein Verein sammelte Spenden und die Gemeine hat einen Antrag auf Fördergelder gestellt. Es fand auch ein Gespräch mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz statt. Der Turm sollte also bald verwirklicht werden.

      sz-online.de/nachrichten/tuerm…ald-beginnen-3692514.html
    • In Radebeul, dem "sächsischen Nizza", wird derzeit die Villa Arnold in der Meißner Straße saniert. 15 Jahre Leerstand, Vandalismus und Entsorgungsort für jeglichen Müll haben Spuren hinterlassen, aber:

      „Wir wollen die Villa so herrichten, wie sie früher stand“, sagt Pätzold. Immerhin war das Gebäude einst auf der Denkmalliste von Radebeul, flog dann aber runter. Ursprünglich hatte der Radebeuler den Plan, das Haus wieder auf diese Liste zu bringen. Also alles denkmalgerecht zu sanieren. Doch die Auflagen dafür waren hoch. Und Pätzold kamen die Vorschriften zum Teil überhaupt nicht sinnvoll vor, insbesondere in Hinblick auf die Energieeffizienz des Hauses. Deshalb verwarf er die Idee mit dem Denkmallistenplatz wieder. Das Haus soll aber trotzdem seine historischen Besonderheiten zurückbekommen.

      Vom Müllhaus zum Schmuckstück
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

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    • Die historischen Leuchten in der Eingangshalle von Schloss Hirschstein sollen längerfristig gesehen rekonstruiert werden. Sowohl der sächsische Denkmalschutz wie auch der Heimat- und Förderverein Neuhirschstein unterstützen dieses Vorhaben.

      Historische Leuchten werden rekonstruiert
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Obsolet schrieb:

      Seit der Wiedervereinigung sind in Sachsen fast 5000 Kulturdenkmäler abgerissen worden, etwa 100 000 verbleiben, Politiker warnen vor einem "Gesichtsverlust". Klick
      Mehr Geld ist das eine, aber eine dauerhafte Nutzung ist noch wichtiger. Das erklärt auch, warum es insbesondere Industrieanlagen betrifft. Die ursprüngliche Nutzung ist nicht mehr möglich, Umbauten stehen immer vor erheblichen Problemen, und sind nur möglich, wenn es eine dauerhafte Nutzungsperspektive gibt. Daran hapert es vor allem im ländlichen Raum allzuoft. Wohngebäude, zumal in wachsenden Großstädten, lassen sich fast immer sinnvoll weiternutzen und wirtschaftlich sanieren.

      Dass die Abbruchzahlen nach 2000 gestiegen sind, würde ich so erklären: in den 90ern wurden erstmal die Denkmale saniert, die direkt eine Nutzung hatten und bei denen das auch wirtschaftlich gut möglich war. Die anderen Objekte wurden erst einmal liegen gelassen. Nach 2000 haben die Eigentümer sich dann zunehmend auch den schwierigeren Objekten zugewandt, und dabei des öfteren festgestellt, dass diese eben nicht so ohne weiteres oder auch gar nicht mehr zu retten waren. Soweit ich weiß, liefen irgendwann nach 2000 auch die ersten Sonderförderprogramme aus, das könnte auch eine Rolle spielen. Mittlerweile dürfte der Anteil der noch völlig unsanierten Gebäude insbesondere in den Großstädten relativ gering sein, so dass die Fallzahlen möglicherweise wieder sinken. Die Denkmale, die sanierungsfähig waren, sind vermutlich zu einem großen Teil saniert. Die, die es nicht waren, sind zum großen Teil weg, jedenfalls in den Städten. Auf dem Land ist die Situation zweifellos anders.

      Den Gesichtsverlust sehe ich hier nicht drohen. Ja, 5000 Baudenkmale sind viel - Görlitz hat ungefähr so viele. Interessant wäre aber auch mal zu wissen, wie viele Baudenkmale in den letzten 25 Jahren gerettet werden konnten. Erst daraus ergäbe sich ja eine vernünftige Zahl bzw. eine aussagekräftige Relation. Wenn ich mir Dresden anschaue, so konnten hier die weitaus meisten Denkmale offenbar gerettet werden. Das hätte ich nach den Bildern aus der Zeit um 1990 nicht unbedingt geglaubt. Bei aller berechtigten Sorge darf man die Erfolge nicht unter den Tisch fallen lassen. Natürlich muss weiterhin dafür gesorgt werden, dass möglichst wenige Denkmale verschwinden, aber bei 100.000 verbleibenden Denkmalen sehe ich wie gesagt keinen drohenden Gesichtsverlust.