Rekonstruktion des Narrenhäusels (in Planung)

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    • Wieder Neuigkeiten!

      Pressemitteilung

      - Wir gehen unter das Volk -

      Begleitend mit unserer Unterschriftensammlung für den Wiederaufbau des Narrenhäusels im
      Informationspavillon am Pirnaischen Platz, steht die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden
      e.V. am kommenden Wochenende mit ihrem Stand in der Neustädter Markthalle, Hauptstraße und
      bittet um Ihre Unterschrift.

      Vom Freitag, den 6.11. bis Sonntag den 8.11.2015 von 9.00 bis 18.00 Uhr erwarten wir Sie.
      Entsprechend seiner zeitlichen Möglichkeit wird uns am Stand der Hofnarr Fröhlich, alias Matthias
      Schanzenbach, unterstützen.

      Die GHND hat nach fast 30 Tagen nunmehr 5.400 Unterschriften für den Wiederaufbau des
      Narrenhäusels gesammelt.
      Die Petition läuft noch bis zum 05. Dezember und kann hier
      unterzeichnet werden:

      openpetition.de/petition/onlin…raufbau-narrenhaeusel-am-
      neustaedter-markt-in-dresden oder im Informationspavillon Neumarkt am Pirnaischen Platz

      Der Vorstand Dresden, 05.11.2015


      :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus:

      [url]http://neumarkt-dresden.de/pdf-dateien/05.11.2015_PM_Narrenh%C3%A4usel_StandKonsum.pdf[/url]


      und weiter in der SZ:

      Wird das Dresdner Königsufer zugebaut?

      Der Rahmenplan 2025 legt die städtebauliche Perspektive für die Innere Neustadt vor. Der Hochwasserschutz ist aber noch ungeklärt.

      Die Stadt möchte das Areal zwischen Bahnhof Neustadt und Glacisstraße als Bestandteil des Dresdner Stadtzentrums weiterentwickeln. Ihre Zukunftsvisionen stellte sie erstmals am Montagabend den Neustädter Ortsbeiräten vor. Die Ideen zur städtebaulichen Entwicklung der Inneren Neustadt konzentrieren sich auf vier Kerngebiete. So sollen der Neustädter Markt, die Albertstraße, der Archiv- und Carolaplatz umgestaltet und neu belebt werden. Für den zentralen Raum rund um den Goldenen Reiter sind neue Gebäude und ein Stadtboulevard geplant. Um das Areal für die Dresdner und auch Touristen attraktiver zu machen, soll die dortige Verkehrstrasse deutlich schmaler werden. Die rund 70 Meter breite Große Meißner Straße/Köpckestraße soll halbiert werden. Sie wird mit breiten Gehwegen, integrierten Radwegen und beidseitigen Baumreihen zum Stadtboulevard.

      Auch eine Untertunnelung zwischen Finanzministerium und Palaisplatz hatte die Stadt geprüft. Doch das ist viel zu teuer. Noch schmaler, wie von der SPD gefordert, könne die Straße nicht gebaut werden, so Stadtplanungsamtschef Stefan Szuggat. „Auch 2030 erwarten wir dort täglich 28 000 Autos. Wir können auf keine weiteren Flächen verzichten.“ Die schmalere Straße bietet dann mehr Raum für die Gestaltung des Neustädter Marktes. Dabei plant die Stadt seit Langem, die Rähnitzgasse zum Barockviertel hin zu öffnen: Auch die historische Kasernenstraße im östlichen Bereich des Platzes soll wieder im Stadtplan Verankerung finden. Dafür müssten die noch unsanierten Plattenbauten Neustädter Markt 4 und 5 auf einer Länge von 16 Metern durchbrochen werden. Die Stadt ist dazu seit Monaten mit dem Großvermieter Vonovia (ehemals Gagfah) in Gesprächen. Noch gibt es aber keine Einigung.

      Büros mit Blick auf die Elbe

      Die unter Denkmalschutz stehenden Zwillingsbrunnen in den Seitenbereichen des Marktes sollen durch neue Gebäude ersetzt werden, um einen Bezug zum historischen Stadtplan wiederherzustellen. Die Brunnen will die Stadt an anderer Stelle wieder aufstellen. Geht es nach der Verwaltung, sollen auch am Königsufer zwischen Blockhaus und Hotel Bellevue sowie zwischen Brücke und Finanzministerium riesige Gebäude mit repräsentativen Fassaden entstehen. In einem Werkstattverfahren soll ihr Aussehen später festgelegt werden. Als Nutzung sieht das Stadtplanungsamt Büros vor. Die Antwort auf die Frage, welche Auswirkungen das auf den Hochwasserschutz hat, blieb die Verwaltung schuldig. Ortsbeiräte kritisierten, dass noch immer unklar sei, ob und wie am Pieschener Elbufer gebaut werden dürfe. Nun werden Gebäude am Königsufer geplant, das ebenfalls im Überflutungsgebiet liege.

      Vom geplanten Wiederaufbau des Narrenhäusels durch einen Investor ist in den städtischen Plänen hingegen noch nichts zu finden. Dennoch kann sich das Rathaus einen solchen vorstellen. Vor allem auch, weil das prägnante Gebäude noch mehr Touristen in die Neustadt locken würde. Die Grundstücke am Königsufer will die Stadt ausschreiben. Ein frei stehendes Einzelhaus kann sie sich am Kopf der Augustusbrücke aber nicht vorstellen. Das kritisiert die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden. „Generell stimmen wir dem Rahmenplan zu. Wir bitten die Stadt aber dringend, die geplante massive Uferbebauung nochmals zu prüfen“, sagt Torsten Kulke, Vorsitzender des Vereins. Die Neustädter Elbseite habe immer eher einen Gartenstadtcharakter gehabt. Hingegen sei die Altstädter Elbseite für ihre repräsentativen Bauten berühmt gewesen. Erst diese Wechselbeziehung macht die Genialität des Dresdner Elbufers aus.

      Bei seinen Ideen für den Rahmenplan hat sich das Rathaus vor allem am historischen Stadtplan von 1945 orientiert. Keinesfalls soll dieser bindend sein für künftige Bauprojekte. Er dient lediglich als Diskussionsgrundlage. „In der Inneren Neustadt haben wir ja kein freies Feld wie auf dem Neumarkt“, sagt Anja Heckmann vom Stadtplanungsamt. Ziel sei eine „behutsame und klimagerechte Stadtreparatur“. Rund 50 Neubauten sieht der Rahmenplan für das Gebiet vor. Einzelne Plattenbauten entlang der Albertstraße sollen hingegen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Die Linke fürchtet nun, dass damit günstiger Wohnraum in der Neustadt verloren geht.

      Bereits heute soll der Rahmenplan 2025 im Bauausschuss beschlossen werden, allerdings nur der Zwischenbericht, der als Grundlage für die anschließende Bürgerbeteiligung dient. Neben einer Bürgerversammlung können die Dresdner künftig auch online an der Diskussion über die städtebauliche Entwicklung des Gebietes mitreden.

      Mehr zu den Plänen der Stadt für die Albertstraße sowie den Archiv- und Carolaplatz lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Sächsischen Zeitung.





      sz-online.de/nachrichten/wird-…fer-zugebaut-3241355.html
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Die GHND präsentiert Spolien vom alten Narrenhäusel (Hauszeichen, Stadtwappen, Balkongitter). Die DNN berichten:

      dnn.de/Dresden/Lokales/GHND-ze…-des-alten-Narrenhaeusels

      Diese Nachproduktion würde interessant, wenn das 1950 abgerissene Narrenhäusel tatsächlich wieder aufgebaut würde, also so, wie es die Pläne der GHND und des Bauunternehmens Max Wiessner vorsehen. „Die jetzt aufgetauchten Stücke legitimieren die Rekonstruktion des Narrenhäusels“, ist Kulke überzeugt. Laut der 1982 verabschiedeten „Erklärung von Dresden“ der Internationalen Denkmalschutzvereinigung Icomos zum Wiederaufbau kriegszerstörter Denkmale sind dafür ein hoher ideeller Wert des Gebäudes, eine ausführliche Dokumentation und eben überlieferte Bauteile nötig.
      Quelle: DNN

      Für denn Wiederaufbau wurden bereits 6.000 Unterschriften gesammelt. 4.200 davon stammen aus Dresden. Damit fehlen bis zum 05.12.2015 noch 800 Unterschriften aus Dresden.

      Indes hat die SPD-Fraktion eine Vorlage für den Wiederaufbau in die Gremien des Stadtrates eingebracht.

      Der Inhalt ist folgender:


      Beschlussvorschlag:

      Der Stadtrat bekennt sich zum Wiederaufbau des sogenannten Narrenhäusel. Zu diesem Zweck wird der Oberbürgermeister beauftragt,

      1. die Grundstücke- und Grundstücksteile auf denen sich das sogenannte Narrenhäusel befand, für den Zeitraum von 60 Jahren zum Verkauf auszuschreiben.
      2. Es ist sicherzustellen, dass der Käufer das Narrenhäusel in seiner äußeren Gestalt wie vor der Zerstörung wiederaufbaut.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Exilwiener schrieb:


      Pressemitteilung

      […]
      Auch eine Untertunnelung zwischen Finanzministerium und Palaisplatz hatte die Stadt geprüft. Doch das ist viel zu teuer. Noch schmaler, wie von der SPD gefordert, könne die Straße nicht gebaut werden, so Stadtplanungsamtschef Stefan Szuggat. „Auch 2030 erwarten wir dort täglich 28 000 Autos. Wir können auf keine weiteren Flächen verzichten.“ Die schmalere Straße bietet dann mehr Raum für die Gestaltung des Neustädter Marktes.

      Ich bleibe dabei: Ein Tunnelbau würde zwar etwas kosten, aber viele Probleme lösen und das Geld schnell wieder reinspielen, weil man oben drüber genug Platz für Touristen anziehendes Gewerbe hätte, von dem natürlich auch das Narrenhäusel profiteren würde, weil eben ein hübscher Neumarkt ohne Durchgangsverkehr die Leute über die Brücke locken würde. Im anderen thread steht genug dazu …


      […]
      Das kritisiert die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden. „Generell stimmen wir dem Rahmenplan zu. Wir bitten die Stadt aber dringend, die geplante massive Uferbebauung nochmals zu prüfen“, sagt Torsten Kulke, Vorsitzender des Vereins. Die Neustädter Elbseite habe immer eher einen Gartenstadtcharakter gehabt. Hingegen sei die Altstädter Elbseite für ihre repräsentativen Bauten berühmt gewesen. Erst diese Wechselbeziehung macht die Genialität des Dresdner Elbufers aus.

      ?? Gerade um den Brückenkopf rum gab es doch relativ viel Bebauung:
      verschwundene-bauwerke.de/__we…sbruckeBlickNeustadtF.jpg
      dresden-und-sachsen.de/dresden/pics/augustusbrue_1865.jpg
      altesdresden.de/_map/191101_a.jpg
      Oder meint er etwa „monolithische“ statt „massive“ Bebauung und er wünscht sich Kleinteiligkeit?
    • Sowohl als auch @ Heiji - die Bebauung war zur Straße und zum Markt hin massiv, aber nicht zum Ufer und zudem durch die einzelnen Bürgerhäuser sehr kleinteilig. Durch die unterschiedlichen Bebauungstiefen der Parzellen wurde dies noch einmal unterstrichen. Zur Elbe hin war es nun mal eine Gartenstadt, auch wenn man in der Gründerzeit damit offensichtlich teilweise nix anzufangen wusste, wenn ich mir einige Bauten vor dem Narrenhäusel oder dem Blockhaus ansehe... Naja - nix für ungut - hab ich in großen Teilen im Begleittext zur Veröffentlichung der Bilder des Königsufers vom Heimatschutzverein schon mal dargelegt und beziehe mich dabei auch auf Texte Nadlers und Löfflers sowie auf Gespräche mit Frau Dr. Laudel. Dort gehören einfach keine massiven Blöcke hin, das wäre eine einzige vertane Chance! Das war immerhin der Gleithang der Elbe und nicht der Prallhang und der allmähliche Übergang vom Ufer über Gärten zur bürgerlichen Bebauung war gegenüber der Front der Altstadt einfach genial. Etwas von diesem Charme kann man immer noch am Gartenhaus des Hotel Bellevue verspüren. Wer´s nicht glaubt, kann sich gern die Panos und Bilder auf Arstempano reinziehen - dafür mach ich mir ja unter anderem diese Arbeit. Die Stadt hat in ihren eigenen Unterlagen im übrigen eine Überlagerung von Historie und neu geplanten Blöcken, aus denen eindeutig hervorgeht, dass die neue Baukante viel näher an der Elbe als früher zum stehen kommt - einfach fatal! Ich denke, dass mit dem Gesamtministerium um 1900 in der Neustadt genug Schaden angerichtet wurde. Das Ding ist städtebaulich genauso daneben, wie die Hochhäuser in der Johannstadt. So schön ist der Kasten nicht, dass ich deswegen von den Loschwitzer Höhen kaum noch etwas von den Türmen der Innenstadt sehe. Damit so etwas wie das Blockhaus oder das Japanische Palais städtebaulich wirken kann, sollte man entweder alles so lassen, wie es ist, oder sich an den historischen Maßstab halten, was ich für das Beste hielte damit der Platz, die große Meißner und die ehemalige Klostergasse wieder zu ihrem Recht kommen.

      Gruß Andreas
    • Mal eine Frage aus dem fernen Bremen zwischendurch: Für mich ist das ein tolles Projekt. Woran kann dieser Wiederaufbau eigentlich scheitern? Das Gelände liegt brach. Kein Nachbar kann sich stören. Es gibt ein Nutzungskonzept und mit dem genannten Bauunternehmer sogar jemanden, der bezahlen will. Städtebaulich ist das Objekt an dieser Stelle wie es so schön heißt alternativlos. Wer ist der Eigentümer des Geländes? Vermutlich die Stadt. Muss man die zu ihrem Glück zwingen? Ich habe jetzt hier nicht komplett alles verfolgt und bin somit nicht völlig im Film. Für mich haben wir hier eine ideale Ausgangsposition. Oder ist das Gebäude aus der NS-Zeit vorbelastet (Ironie)? Nisten hier irgendwelche seltenen Unken? Sonst sehe ich keine Gegenargumente.
    • Das Problem ist das Stadtplanungsamt, das versucht jede Wiedergewinnung des alten Dresden bestmöglich zu verhindern. Die leute dort sind der Bauhausideologie auf Gedeih und Verderben ausgeliefert. Es gibt keinen breiten architektonischen Horizont für diese Leute. Nur wenn der Druck der Bürger groß und stark ist und auch die Stadträte es wollen, dann kommt und (kam) es zu Rekonstruktionen.

      Das Problem ist eben auch die Bildung dieser Leute per se. Nur ein Beispiel: Der renommierte britische und der Tradition verhaftetete Architekt Quinlan Terry wollte an der Wiener Universität einen Vortrag halten. Es wurde ihm von den (faschistischen) Modernisten nicht gestattet...und solche Leute sitzen auch im Stadtplanungsamt in Dresden (aber auch in Wien, leider auch wieder in Berlin nach den fruchtbaren Jahren unter Stimmann und fast überall anderswo im deutschsprachigen Raum).

      Hier übrigens ein Link zu seinem Büro: qftarchitects.com/. Er plant momentan in Österreich einen Zubau für ein historisches Gebäude. Wenn das Vorhaben genehmigt wird, dann werden die Professoren in wien Gift und Galle spucken. Zeit wird es, dass man sie aus ihren muffigen Talaren an die frische Luft setzt.

      Man verschließt sich an unseren Universitäten (die früher für Kritik immer offen waren. Das machte gerade die Wissenschaft aus!), die bis vieleicht auf St. Gallen oder ETH Zürich zu reinen Graduierungsfabriken verkommen sind! Es handelt sich bei unseren Universitäten nicht mehr um universale Vermittlung von Bildung und Wissen. Man sollte diese Einrichtungen ehrlicherweise besser in Unoversität umbenennen. Dann weiß auch der Bürger auf der Strasse, weshalb unsere einstmals besten Bildungseinrichtungen der Welt, heute im Ranking auf Höhe türkischer Universitäten zu liegen kommen.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Exilwiener schrieb:

      Man verschließt sich an unseren Universitäten (die früher für Kritik immer offen waren. Das machte gerade die Wissenschaft aus!), die bis vieleicht auf St. Gallen oder ETH Zürich zu reinen Graduierungsfabriken verkommen sind!

      Auf St. Gallen? Wir haben hier leider keine Architekturuniversität, aber dafür eine international bekannte Kader-Schmiede.
    • Er schrieb ja auch von den deutschsprachigen Universitaeten gesamt und nicht nur von denen, die auch Architektur unterrichten. Da gebe ich dem Waldviertler Recht. Deutsche Bildungseinrichtungen laufen heute unter ferner liefen und sind heute nicht mehr viel wert. Das war vor dem Krieg ganz umgekehrt, aber es darf heute keine Elite mehr in Deutschland geben.
    • Hier die mehr als erfreuliche Pressemeldung der GHND:

      Wiederentdeckung von Spolien des Narrenhäusels
      - Ausleger und Wappen – zwei Originale vom Narrenhäusel

      Im Lapidarium der Stadt Dresden lagerten seit Jahrzehnten geborgene Teile des 1950 abgerissenen Narren-
      häusels. Dazu zählen der stark verzierte Ausleger der Gaststätte, aber auch das bereits 1947 geborgene Stadt-
      wappen und Gitter des Narrenhäusels. Als Leihgabe der Dresdner Denkmalpflege können die Teile in den
      nächsten Wochen im Informationspavillon der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. (GHND)
      besichtigt werden.

      Im März 1950 hatte das Bauaufsichtsamt der Stadt Dresden nach langer Vernachlässigung des Bauwerkes
      die Einsturzgefahr festgestellt und die Beseitigung angeordnet. Hans Bronder, Leiter des Stadtplanungs-
      amtes, stellte für das ihm unterstellte Denkmalpflegeamt fest: „Da das Narrenhäusel für einen Wiederaufbau
      nicht vorgesehen ist, wurde dem Vorschlag zum Abriss zugestimmt.“ Dabei hatte sich die Landesdenkmal-
      pflege noch 1949 vehement gegen den Abriss ausgesprochen.
      Der Denkmalpfleger Richard Konwiarz hatte
      bereits kurz nach dem Kriegsende bei den Neuplanungen zur Stadt Dresden auf die Bedeutung dieses
      Gebäudes aufmerksam gemacht.
      Er schrieb: „Es muss darauf hingewiesen werden, daß es Fälle in der
      städtebaulichen Praxis gegeben hat, wo man rasch beseitigte Brückenkopfbauten nach einiger Zeit wieder
      errichtet hat, weil man ihre belebende Wirkung im Stadtbild empfand.“

      Die GHND plädiert dafür, das bis zu seinem Abriss 1950 als Denkmal registrierte Narrenhäusel in seiner
      Originalform wieder aufzubauen, und findet dabei eine breite Unterstützung in der Dresdner Bevölkerung.

      Das Gebäude ist ausreichend und gut dokumentiert, die nun wiedergefundenen Teile können dabei wieder
      eingebaut werden. Das Gebäude erfüllt damit alle Voraussetzungen der Internationalen Denkmalschutz-
      vereinigung ICOMOS in der „Erklärung von Dresden“ vom 16. November 1982 zum Wiederaufbau
      kriegszerstörter Denkmale.

      Das alteingesessene Dresdner Baugeschäft Max Wiessner steht als Investor bereit, Dresden ein identitäts-
      stiftendes und kulturgeschichtlich wertvolles Gebäude zurück zu geben und damit auch im Zuge des Umbaus
      der Augustusbrücke eine urbanere Situation als bisher zu schaffen, im Sinne der Worte von Denkmalpfleger
      Richard Konwiarz.

      Am 06. Oktober hat die GHND eine Petition zum Wiederaufbau des Dresdner Narrenhäusels gestartet. Im
      Moment haben 6200 Personen diese Petition unterzeichnet. Die überwiegende Mehrheit von 4400 Personen
      kommt dabei aus Dresden. Damit ist das vorgegebene Quorum für die Petition erreicht.
      Die Petition wird
      noch bis 05. Dezember 2015 weitergeführt und die GHND bittet die Dresdner und Dresdnerinnen weiter um
      ihre Unterschrift.



      Quelle: GHND

      Herr Erlwein, Hans Nadler, Fritz Löfffler wären stolz auf Euch!!! :applaus:

      Hier auch noch ein Fotolink aus 1938...wie schön und vielleicht sehr bald wieder:

      neumarkt-dresden.de/Neustaedte…%20Fotothek%20Dresden.jpg

      Und nun der erfreuliche Artikel aus der SZ:

      Glücksfund lässt Dresdner vom Narrenhäusel träumen

      Teile des Fassadenschmucks galten als verschollen. Schon 2017 könnten sie am Neubau wieder zu bewundern sein.

      So richtig kann sich Torsten Kulke diesen Fund noch immer nicht erklären. Dass es noch Relikte vom alten Narrenhäusel geben muss, hat der Vorstand in der Gesellschaft historischer Neumarkt schon lange gewusst. Nun hat er die Bestätigung zum Anfassen im Besucherpavillon am Pirnaischen Platz vor sich auf dem Boden liegen. Dazu zählen ein stark verzierter Ausleger, der an der Fassade befestigt war, sowie ein Metallgitter von einem der Balkone im Obergeschoss und das Dresdner Stadtwappen. „Dort fehlt leider der Löwe. Der muss ergänzt werden“, sagt Torsten Kulke. Alle Teile wurden 1950 beim Abriss des Gebäudes an der Augustusbrücke gerettet.

      Gefunden wurden die Relikte im Lapidarium an der Nürnberger Straße. Dort lagern Kunstschätze aus dem öffentlichen Raum Dresdens. Die Metallteile vom Narrenhäusel haben die Mitarbeiter erst nach langem Suchen gefunden. Verstaubt und verdreckt lagen sie unter anderen Dingen verborgen. „Beim normalen Rundgang durch das Lapidarium konnte man die Teile nicht sehen“, sagt Jürgen Borisch, ebenfalls Vorstand in der Gesellschaft.

      Für beide ist der Fund ein Glücksfall. Sie erhoffen sich Rückenwind für das Vorhaben, das Narrenhäusel an historischer Stelle neu zu errichten. Über 6 200 Unterschriften hat der Verein bereits gesammelt. Die sollen den Stadtrat dazu bewegen, über das Vorhaben zu diskutieren. Einen Investor gibt es bereits. Der Dresdner Ingenieur Max Wiessner will für drei Millionen Euro bauen. Im neuen Narrenhäusel soll Platz für Gastronomie, Büros und Wohnungen sein. Unter anderem soll hier der Stadtschreiber einziehen. Auch Matthias Christian Schanzenbach, bekannt als Hofnarr Fröhlich, wünscht sich einen Raum für Ausstellungen und Kultur.

      Die gefundenen Teile gehören bis 2017 als Leihgabe der Gesellschaft historischer Neumarkt und werden weiterhin im Pavillon gezeigt. Danach könnten sie am neuen Narrenhäusel montiert werden. In den kommenden 14 Tagen soll es Gespräche zwischen Investor und Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) geben. Der will sich auf Anfrage zum Bau des Narrenhäusels nicht festlegen. Er sei etwas unentschlossen. Persönlich könne er sich für das Bauwerk nicht erwärmen, aber er würde auch in keine Sinnkrise fallen, wenn es gebaut wird. (mit SZ/kle)



      sz-online.de/nachrichten/gluec…sel-traeumen-3250627.html

      Eine klare Aussage des Herrn Schmidt :biggrin: . Kein Nein heißt also Ja - Danke, dann lasst es beginnen!

      Here we are! Möge die Übung gelingen und die der Samen des Neumarkts nun auch auf der anderen Elbseite sprießen :koenig:





      Quellen: SZ und GHND
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Exilwiener ()

    • Was mir an dem "Glücksfund" mißfällt, ist der Unterton, mit dem suggeriert wird, man hätte ausgerechnet diese Teile im Lapidarium mehr oder weniger versteckt. Jahrzehntelang hat sich kein Schwein ernsthaft dafür interessiert, da ist es doch logisch, dass die Teile nicht vorne am Haupteingang liegen. Kaum wird das Thema aktuell, werden die Teile (von mir aus auch nach längerem Suchen) wiedergefunden. Da muss man nicht so tun, als wären sie bewusst verborgen worden.
    • Noch ein wichtiger Nachtrag! Die GHND hat auf Ihrer HP auch noch jeweils ein Foto des wiedergefundenen Wappens als auch des Auslegers abgebildet! Es sind nur kleine, aber um dem Wiederaufbau auch eine historische Tiefe zu geben, vielleicht sogar die bedeutensten Spolien, die man fuer das Narrenhäusel verwenden kann! Hier wird (und ich glaube ganz fest daran) tatsächlich ein identitätsstiftendes Bild des guten, alten Dresden zurückkommen!





      Quelle. GHND

      An dieser Stelle sollte man bitte auch den mitunter unter lebensgefährlichen Bedingungen stattgefundenen Bergungen dieser und vieler anderer Spolien durch die Dresdner gedenken. Wir schulden es irgendwie auch diesen großartigen Menschen, dass diese und weitere Gebäude wieder zurück kommen, damit die gefährliche Bergung vor 70 Jahren einen Sinn und Wiedergutmachungseffekt erzielt! :anbeten:
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Nein, er äußert keine direkte Abneigung - aber eben auch keine Zuneigung. Es ist die Tendenz zwischen den Zeilen seiner Worte, welche mir Sorgen bereitet. Es klingt etwas wie "Na, wenn ihr es unbedingt haben wollt....". Also ich finde, er sollte sich da als Baubürgermeister schon klarer positionieren. Geht ja nicht um ´ne Pommesbude auf der Prager Straße.
      In einem Interview in der SZ, in den letzten Tagen, hat er sich übrigens zum Gesamtplan für die Innere Neustadt geäußert. Der Artikel war leider nur für zahlende Leser zugänglich. In der Überschrift war jedoch zu lesen, daß man nicht vorhabe, Plattenbauten in dem Bereich abzureißen (Zitat). Würde das dann etwa eine mittelfristige Sanierung der maroden Platten zur Rähnitzgasse bedeuten? Schrecklicher Gedanke :unsure:
      "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"
    • Er hat gesagt das kurz- und mittelfristig keine Platten abgerissen werden. Auch weil man den Grundstücksbesitzern dies nicht vorschreiben kann.
      Der Plan für die Neustadt ist ein langfristiger Plan. Das bedeutet, das in 20-30 Jahren die Bestandsplatten eventuell mal verschwinden, wenn ringsherum schon alles neu entstanden ist.
      Man will den privaten und genossenschaftlichen Grundstücks-, Plattenbesitzern damit auch die Möglichkeiten zeigen, dass sie dort jederzeit auch neubauen können, statt zu sanieren.
    • Es muss auch die Frage gestellt werden warum Dresdens neuer Baubürgermeister Schmidt-Lamontain (Grüne) keine Brücke zum Narrenhäusel herstellen kann. Und da ist die Antwort einfach. Er hat sein ganzen Leben und Wirken in Hannover (Niedersachsen) verbracht, das eine Jahr Auslandsaufenthalt (USA) wird hier nicht berücksichtigt. Wahrscheinlich hat vorher zu Dresden, außer als Tourist, noch nie eine "Beziehung" aufgebaut.
    • Armin schrieb:

      Nein, er äußert keine direkte Abneigung - aber eben auch keine Zuneigung. Es ist die Tendenz zwischen den Zeilen seiner Worte, welche mir Sorgen bereitet. Es klingt etwas wie "Na, wenn ihr es unbedingt haben wollt....". Also ich finde, er sollte sich da als Baubürgermeister schon klarer positionieren. Geht ja nicht um ´ne Pommesbude auf der Prager Straße.
      Man kann das auch als neutrale Position interpretieren, und sagen, er wartet ab, wie die (Rats-)mehrheit dazu steht. Oder, negativer formuliert: Es ist ihm schlicht egal. Was bei der Schärfe, in der in Dresden solche Debatten mitunter geführt werden, für jemanden, der neu in der Stadt ist, vielleicht gar keine dumme Position ist.

      Ich finde es übrigens nicht schlimm, dass jemand von "außen" hier in eine wichtige Position kommt, der eben keinen Dresdner Stallgeruch hat (was vielleicht daran liegt, dass es mir ähnlich geht, auch wenn ich keine wichtige Position innehabe). Das ermöglicht einen unabhängigen Blick auf die Dinge, ohne schon irgendwie vorgerpägt zu sein. Weder Hans Erlwein noch Paul Wolf waren Dresdner. Das waren natürlich völlig andere Zeiten und ist daher kaum zu vergleichen. Aber es muss eben nichts Schlechtes sein. Ich habe eh manchmal das Gefühl, dass die Dresdner zu viel Nabelschau betreiben.
    • Armin schrieb:

      Nein, er äußert keine direkte Abneigung - aber eben auch keine Zuneigung. Es ist die Tendenz zwischen den Zeilen seiner Worte, welche mir Sorgen bereitet. Es klingt etwas wie "Na, wenn ihr es unbedingt haben wollt....". Also ich finde, er sollte sich da als Baubürgermeister schon klarer positionieren.
      Überleg mal, wie viele zusätzliche historische Fassaden und wie wenig modernistische Pickel am Neumarkt stehen würden, wie viele klassisch anmutende Neubauten es in Berlin-Mitte gäbe und wie viele von der SED gesprengte Kirchen wohl wiederaufgebaut würden, wenn alle Kommunalpolitiker, Dezernenten u.ä. sich so lasch positionieren, aber nichts dagegen unternehmen würden.

      Das Problem sind doch nicht die, denen es mehr oder weniger am A.... vorbeigeht, sondern die, die Rekonstruktionen und Stadtreparatur aktiv bekämpfen und verhindern. Solange Raoul Schmidt-Lamontain (für diesen Namen kann er nichts) zu den ersteren und nicht zu den letzteren gehört, soll es mir recht sein. Dann wird das Narrenhäusl zurückkommen, wenn sich genügend Dresdner dafür einsetzen und sich ein Investor findet.
    • @Schloßgespenst

      Dann müsste das Narrenhäusel so gut wie fix sein (hoffe ich zumindest), denn es gibt einen Investor und es haben bereits mehr als die Mindestanzahl an Dresdnern, die für das Quorum notwendig sind, unterzeichnet!

      Wo hakt es jetzt noch? Wenn ich mich nicht irre, müsste noch der Stadtrat entscheiden - oder? Das wäre doch ein tolles Weihnachtsgeschenk für Dresden und seien Bürger!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Hier gibt es ein kurzes Video mit etwas Mummenschanz und dem aktuellen Stand der Dinge zur Rekonstruktionsinitiative der GHND:

      dresden-fernsehen.de/Mediathek…len-Narrenhaeusel-wieder/

      Torsten Kulke versprüht reichlich Optimismus und sieht das Gros des Stadtrates hinter dem Vorhaben - woran ich selbst keinen Zweifel hege.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe