Leutkirch im Allgäu (Galerie)

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    • Danke für die Galerie. Die Stadt macht durchwegs einen guten Eindruck, eigentlich ist da kaum eine Ecke, die mir nicht gefällt. Ich mag besonders die mächtigen Häuser mit den steilen Dächern und schlichten Fassaden, die fast nur durch die Fensterläden akzentuiert werden. Eigentlich ein sehr praktischer Bautyp, da er sehr anpassungsfähig ist und sich in gleichem Maße Neubauten schnell gut einfügen (So habe ich zumindest den Eindruck).
    • Erfreue mich ebenfalls an der Galerie. Oberschwaben oder das Schwäbische Oberland hebt sich mit wenigen Ausnahmen (u.a. Memmingen) in seinen Teilbereichen, hier das Allgäu, äußerst positiv vom württembergischen Standard ab. Steinbloß Feststellung möchte ich zustimmen. Mit wenig Aufwand könn(t)e ein Großteil der Ortschaften Baden-Württembergs von der Pflege und Gestaltung solcher Städte wie Wangen oder Leutkirch lernen. Nicht einzelne Solitäre im modernisierten Einerlei zählen, sondern das harmonische Ensemble eines Ortes ist entscheidend für das Orts- oder Stadtbild.


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • Nibelgauer schrieb:

      Was "wiascht" ausgesehen hat, wurde in den vergangenen Jahrzehnten gerichtet, abgerissen wurde da nix ... zumindest nix historisch wertvolles.


      Markus schrieb:

      Rechts unterhalb davon kann man im alten Luftbild noch ein stattliches Gebäude erkennen, an selbiger Stelle heute ein Parkplatz.

      Nibelgauer, was war das für ein Gebäude, wann wurde es abgebrochen?


      Wie ist das frühere Gebäude Gänsbühl 3 einzuschätzen, das im östlichen Teil des jetzigen Neubaus Gänsbühl 1 der Leutkircher Bank gestanden hat?
    • Hui ... Meine Erinnerungen an den Platz reichen bis ca. 1975 zurück. Der war damals schon leer. Insofern glaube ich nicht an einen typisch-neuzeitlichen "Autos-brauchen-Platz-zum-parken"-Abbruch. Das Gebäude ist sicher schon vor WK2 verschwunden. Was das für ein Gebäude war, kann ich aus dem Stand nicht beantworten. Aber die Brache ist für Leutkricher Innenstadt-Verhältnisse tatsächlich relativ groß - insofern muss das schon ein stattliches Drumm gewesen sein. Ich werde die Frage bei Gelegenheit mal an meinen Papa weiterreichen. Der kann da erinnerungstechnisch doch noch ein paar Jährchen weiter zurückspulen ... :rolleyes:
      Der Gänsbühl hat - obgleich der zentrale Platz - leider zwei herbe Verluste verkraften müssen. Die von dir genannten Gebäude Gänsbühl 1 und 3 sind ein typischer Nachkriegsabriss (ja, die gab's - bei genauem Hinsehen - punktuell auch in Leutkirch, insofern muss ich mich da korrigieren) - wobei ich Gänsbühl 3 wertiger einschätzen würde ... nach alten Bildern zu urteilen ca.16. Jhd.
      Noch wichtiger fürs Stadtbild war der "Schatten" - ein großes Gasthofs-Gebäude (ebenfalls 16. Jhd.), das damals in den 30er-Jahren weichen musste. Seine Leerfläche bildet heute den von allen Leutkirchern hochgeschätzten Platz vor dem Kornhaus (ideales Terrain zum Eisschlotzen und Standkonzerten lauschen). Leider ist die Geschichte dahinter alles andere als idyllisch ... Das Gebäude gehörte damals nämlich einer jüdischen Familie, die zum Zwecke der "Stadtbildverschönerung" enteignet wurde ... Das ist ein sehr trauriges Kapitel der Geschichte dieser schönen, kleinen Stadt.
    • @Zeno
      Nur gut, dass ich ein paar Leutkirch-Bücher bis hierher nach Stuttgart geschleppt habe ...
      Jetzt hab ich die Antwort gefunden - was mich einerseits freut ... und andererseits betrübt, denn ich muss mich abermals korrigeren:

      Es handelte sich um den sogenannten "Neuen Bau" (ca. 1770), der wohl ein richtiges Multifunktionsgebäude war.
      Zum einen diente es den Leinwebern als Zunfthaus und zum Ausstellen der Ware und für Zusammenkünfte. Es wurde aber auch kulturell genutzt: Laut einem Bericht von 1786 führten Bürger, Bürgersöhne und Töchter Komödien auf .. Außerdem war darin eine Bibliothek ... man nutzte es als Konzerthaus ... und eine Zeitlang war darin auch das Rathaus untergebracht.

      Jo. ... Und 1967 wurde es dann nach 200 Jahren gaaaanz plötzlich baufällig ...

      Und den Schluss der Geschichte spare ich mir ...
    • Gerbergasse 1; Nannenbacher Tor

      Markus schrieb:



      Vom Bahnhof kommend ... erreicht man die Altstadt bei diesem Gebäude, im Bildindex als Stadttor bezeichnet, mir ist aber nicht so klar was es damit auf sich hat, einen Durchgang zur Stadt gibt es jedenfalls.

      ...


      Das eingangs bereits von der anderen Seite gezeigte Pseudo-Stadttor.

      Gerbergasse 1 (Stadttor)

      Bildarchiv Foto Marburg

      Hier muss ich meine Äußerung, dass das doch kein Stadttor sein kann, zurücknehmen. Vom Stadtgrundriss her scheint es zwar überhaupt nicht zu passen, aber Leutkirch hat tatsächlich ein Stadttor besessen, in dessen Verlängerung jenseits des Stadtgrabens sich kein Weg und keine Straße zu einem Nachbarort angeschlossen hat.

      Tatsächlich hat sich hier aber ein Stadttor befunden, nämlich das Nannenbacher Tor. Es heißt verwunderlicherweise nach dem kleinen Ort Nannenbach. Möglicherweise war es das Stadttor Richtung Wangen und die Straße dorthin hat früher nicht über Gebrazhofen, sondern über Nannenbach geführt. Oder der Ort war aus einem sonstigen Grund irgendwie wichtig?

      Der genaue Standort des Tores scheint mir allerdings weniger am nördlichen Ende des Feuerhauses in der Verlängerung der Gerbergasse gewesen zu sein als in der Verlängerung der Kornhausstraße. Damit wäre die Kornhausstraße neben der Marktstraße die zweite Hauptstraße der Altstadt.

      Das Tor ist, mit dem Buchstaben F bezeichnet, auf Merians Ansicht abgebildet:
      de.academic.ru/pictures/dewiki/68/De_Merian_Sueviae_159.jpg

      Man beachte die Lage in bezug auf das Kornhaus!

      Das jetzige Feuerhaus mit seinem Schlauchtrocknungsturm kann ich dennoch schwerlich mit dem Stadttor in Verbindung bringen. Gleichwohl ist aber das Gebäude, dessen First rechtwinklig zur Stadtmauer verläuft, verdächtig. Sollte es das Vortor des einstigen Stadttores tradieren? Möglicherweise hat man auch den Schlauchtrocknungsturm als in der Tradition des Stadttores gesehen, so nach dem Schema "An dieser Stelle war schon immer ein Turm".
    • Memminger Straße 89, Leprosenhaus

      Das einstige Leprosenhaus (Siechenhaus, Sondersiechenhaus) im Norden der Stadt wurde vor dem drohenden Abbruch bewahrt und durch den Verein Heimatpflege Leutkirch e.V. instandgesetzt:

      heimatpflege-leutkirch.de/heim…rojekte/leprosenhaus.html

      schwaebische.de/cms_media/modu…1823_000_G2A7IGCT.2_0.jpg
      schwaebische.de/cms_media/modu…505_000_GHN3HTSC4.1-0.jpg
      wir-in-leutkirch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC_0234.jpg

      bibliothek.leutkirch.de/Gemeinderat/85_2010_t3.pdf

      Das Gebäude wurde ab 1610 erbaut.