Dresden 1945

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    • Dresden muss also aufhören etwas besonderes zu sein, seine Zerstörung hat sich gefälligst einzuordnen in die Zerstörung anderer deutscher Städte? Die Opferzahl war anderswo höher? alles richtig! Aber: Wer kannte Pforzheim? Was war die Stadt im Vergleich zu Dresden anderes als eine Durchschnittsstadt, irgendwo südlich im Reich. Welche bedeutenden Baudenkmäler wurden in Hamburg zerstört? Das weiß keiner, weil sich Hamburg anders definierte als Dresden. Dresden war, ob berechtigt oder nicht, das Sinnbild für Sinnlichkeit, Leichtigkeit und barocke Schönheit im Städtebau. Keine andere Stadt in Deutschland kann eine solche Silhouette ihr eigen nennen, nicht einmal Nürnberg oder der berühmte Blick über die Binnenalster in Hamburg kommt da ran, vielleicht Köln, aber das wirkt eher mittelalterlich düster. Und die Kunst! Dresden war und ist eine der Kunstmetropolen Europas. Das alles ging mit einem einzigen "Donnerschlag" unter, in 20 Minuten, mehr brauchte es nicht. Danach hat die SED rücksichtslos abgeräumt und zugeplattet. Während man sich in München, Nürnberg oder Hamburg nach dem Wiederaufbau wenigstens noch der Illusion hingeben konnte, das alles wieder gut ist, fehlte das in Dresden. Die Stadt steht meines Erachtens nicht nur weil sie schön war und weil es so viele Opfer gab als das Symbol da, das sie heute ist, sondern deswegen weil sie am Angriffstag aufhörte zu existieren, für immer. Eine Heilung wäre ein historisierender Wiederaufbau wie in Nürnberg, München oder Nürnberg mit einigen Rekos gewesen, dort wirkt die Zerstörung bis heute weit weniger nach, aber das blieb den Dresdnern ja aufgrund der Großwetterlage in der Politik verwehrt. Andere Städte wie Frankfurt, Kassel oder Pforzheim erfanden sich neu und waren stolz auf ihren Wiederaufbau, wenige trauerten dem alten hinterher. Andere wie Hamburg oder Stuttgart füllten die Lücken und knüpften da an, wo man die Entwicklung unterbrochen hatte als sei das nur eine lästige Zäsur gewesen. Wieder andere wie Würzburg, Münster oder Nürnberg stellten die Physiognomie wieder einigermaßen her und warens zufrieden. Nicht so in Dresden. Der Volkswille wurde ignoriert und deshalb ist auch der Neumarkt so wichtig für die Dresdner, hier können sie die Wunde, die ihrer Seele zugefügt wurde im Schatten der Frauenkirche etwas kühlen. Viele Dresdner leben auch heute noch sehr in ihrer gewesenen Stadt. In keiner anderen Stadt wird es so viele Leute geben, die sagen können was wo und wann da stand, auch wenn es schon vor dem Krieg unterging. Ich denke es ist eher dieses kollektive Gedächtnis, was die Situation in Dresden so anders macht. so empfinde wenigstens ich es.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Als Nichtdresdner bedeuten mir diese Namen natürlich nichts oder nicht viel. Klemperer etwa ist für mich weniger Victor als Otto. Aber Exilwiener hat den Namen einer sogenannten Mäzenatenfamilie genannt, die zumindest als pars pro toto dafür steht, dass die Stadt Dresden so wie nahezu alle anderen europäischen Communen heute hoffnungslos überschuldet ist und im Kulturbereich mit schweren Etatkürzungen zu leben hat.
      Nicht, dass deren Name jetzt Programm sein muss - pars pro toto sagte ich, was in Bezug auf London sicher untertrieben ist. Aber darum geht es nicht. Man soll frühere Eliten nicht in den Himmel heben. Wir haben auch heutige geistige Eliten, die ihnen um nichts nachstehen. Stefan Hertzig ist auch nicht ohne. Dass sie sich nicht mehr derselben Anerkennung erfreuen wie ihre Vorgänger ist nicht ihre Schuld und ein anderes Kapitel.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Ich kenne mich beim Beitragschreiben noch nicht so gut aus => Jetzt habe ich den an dich adressierten Beitrag unabsichtlich gelöscht und zurückholen kann ich ihn jetzt nicht mehr - ärgerlich. Herr Hertzig ist doch der Vorstand die Neumarkt Gesellschaft? Ich weiß ja nicht, wie viel Geld Herr Hertzig besitzt, aber ich würde ihm wünschen, dass er im Euromillionen-Lotto gewinnt, dann würde er sicherlich noch mehr vom alten Dresden rekonstrieren können!