Augsburg - außerhalb der Altstadt

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    • Augsburg-Göggingen

      Bevor es endgültig in der nördlichen Augsburger Altstadt weitergehen sollte, noch einige Aufnahmen zu einer der größten Sehenswürdigkeiten Augsburgs, dem Kurhaustheater im 1969 zur Stadt erhobenen und 1972 zu Augsburg eingemeindeten Göggingen.

      Ausführlich zum Bau und seiner wechselvollen Geschichte: de.wikipedia.org/wiki/Kurhaus_G%C3%B6ggingen

      Dort steht u.a.: „Nach seiner Fertigstellung wurde das Kurhaus als Bauwunder bezeichnet. Charakteristisch für den Multifunktionsbau ist die Idee des zeittypischen Vergnügungs- und Kulturpalastes ähnlich dem Deutschen Theater in München oder dem Neuen Schauspielhaus in Berlin. Einzigartig ist das Kurhaus wegen der Kombination eines Wintergartens mit einem voll ausgestatteten Theater mit Orchestergraben. Eine solche Konstellation gab es nur noch in Leipzig, Paris und Blackpool, wobei das Kurhaus in Göggingen das einzig noch heute erhaltene ist.“


      das Kurhaustheater von Göggingen, 1885/86 von Jean Keller erbaut, gehörte zum umfangreichen Komplex der Hessingschen Orthopädischen Heilanstalt.




















      Haus in Pfersee:




      Gieseckestraße in Kriegshaber, das überhängende Haus die Nr. 6, ein ehem. Judenhaus

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    • Gieseckestraße in Kriegshaber, das überhängende Haus die Nr. 6, ein ehem. Judenhaus


      Was ist das?
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
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      I bambini sanno che solo sbagliando s,impara.
    • Re: Augsburg

      "Brandmauer" schrieb:

      Gieseckestraße in Kriegshaber, das überhängende Haus die Nr. 6, ein ehem. Judenhaus
      Was ist das?


      Kriegshaber ist ein Augsburger Stadtteil im NW mit einem kleinen älteren Ortskern mit Synagoge und einigen Judenhäusern aus dem 18. Jh. im Umfeld.
      Hatte unter Wer kennt´s siehe architekturforum.net/viewtopic.php?f=7&t=2642&start=1752 schon mal die unteren beiden Bilder und ein paar Links eingestellt, die hier im Augsburg-Strang eigentlich besser aufgehoben sind.





      zur Entwicklung von Kriegshaber:
      de.wikipedia.org/wiki/Augsburg-Kriegshaber
      da steht u.a. "Bis zum Jahr 1805 war der Ort Teil der habsburgischen Markgrafschaft Burgau, woran das Gebäude „Zollhaus“ erinnert."

      Synagoge Kriegshaber:
      de.wikipedia.org/wiki/Synagoge_Kriegshaber
      vvn-augsburg.de/4_stadtrundg ... /index.htm
    • Kath. Friedhofskirche Sankt Michael

      Südlich des Bahnhofsviertels, zwischen Bahnhof und Altstadt, liegt der katholische Friedhof der Stadt Augsburg (der evang. Friedhof an der Haunstetterstraße südlich des Roten Tors).
      Die Friedhofskirche 1603-05 errichtet, teilweise Zerstörung 1703, Umbau 1772, 1944 wiederum schwer beschädigt und danach wiederaufgebaut.

      Ein längsovaler Zentralbau, dessen Kuppelgemälde durch reichlich einfließende Spenden nach 50 Jahren unbefriedigenden Zustandes in den letzten Jahren in alter Pracht wiederhergestellt werden konnte:





      Hochaltarblatt von Johann Matthias Kager aus der Erbauungszeit



    • Gründerzeitliche Bebauung am Westrand der Altstadt

      Nach Niederlegung der Stadtmauern wurde der westliche Rand der südlichen Altstadt in der 2. H. des 19. Jh. überbaut. Diese Mietshäuser haben 1944/45 (man könnte ein selbstverständlich oder natürlich hinzufügen) fast ausnahmslos überstanden.


      Ehem. Photoatelier Roman Spalke, Ende des 19. Jh. in neuromanischen Formen erbaut.


      Konrad-Adenauer-Allee 23, 25, 27 und 31, um 1887/88 errichtete Mietshäuser


      Konrad-Adenauer-Allee 27 und 31, Neurenaissance, rechts hübsche, rustizierte Torbögen.
      Dahinter das inzwischen weitgehend in wenig altstadttaugliche Wohnanlagen umgewandelte Brauereigelände vom Hasenbräu.

      Zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Schießgrabenstraße liegt eine Grünanlage und verläuft die Straßenbahn in Richtung des in den 70er Jahren eingemeindeten Haunstetten.




      Konrad-Adenauer Allee 43, 43 ½ und 45, die beiden seitlichen Bauten purifiziert, einstmals wie das mittlere, unverfälscht erhaltene (v.a. störend die Dachgeschosszone und die Fenster).




      Eines der hübschesten Jugendstilhäuser Augsburgs, Schießgrabenstraße 4, von 1906

    • Viertel zwischen kath. Friedhof und Altstadt / Synagoge

      Stadterweiterung um und nach 1900


      Jugendstilhäuser Beethovenstraße 8 und 6

      Selber Wohnblock zur Hermanstraße:



      Gratzmüllerstraße 1


      Gratzmüllerstraße 1, Detail


      Frohsinnstraße 11, um 1910, wie auch die beiden benachbarten Mietshäuser 28 und 30 den Querhausgiebel von St. Ulrich und Afra im Giebel aufgreifend.


      In der Harderstraße unweit vom Bahnhof befindet sich die Synagoge, 1914-17 im Jugendstil erbaut, eine der herausragenden synagogalen Bauten dieser Zeit in Europa:


      in der Synagoge und dem angrenzenden Jüdischen Kulturmuseum herrscht Fotografierverbot, gibt im Netz aber genügend Innenaufnahmen der gewaltigen, 1938 verwüsteten und nach 10-jähriger Restaurierung 1985 wieder eingeweihten Synagoge.
      zb hier jhva.files.wordpress.com/2010/…rg-synagogue-interior.jpg
      jhva.wordpress.com/category/artwork/page/2/

      oder Synagogen und jüdische Friedhöfe in Augsburg
    • Quer durchs Textilviertel / A-Herrenbach


      Die Überreste der Kammgarnspinnerei und der am Hochablass vom Lech abgezweigte Schäfflerbach

      Gelände der ehem. Kammgarnspinnerei östlich der Altstadt, der teilweise Umbau von Industriegelände zu Wohnsiedlungen schreitet weiter voran:


      Überbleibsel an der Schäfflerbachstraße, ein ehem. zur Kammgarnspinnerei gehörender Färberturm:



      Schäfflerbach und Färberturm. Die ganze Ecke Augsburgs wird seit einiger Zeit massiv in Wohngebiete umgewandelt.




      A-Herrenbach:

      die Salesianerkirche Don Bosco, 1961/62 erbaut (die Rastertürme aus Eisenbeton find ich toll, ganz ohne Ironie, eine gute Bekannte meinte aber dazu: was, damals hat man auch schon so hässlich gebaut...)




      A-Herrenbach mit dem Schwaben-Center und Don Bosco.
      Das Schwabencenter ein 1971 (man könnte sagen wann sonst?) eröffnetes Einkaufszentrum mit drei 20-stöckigen Wohnhochhäusern. Da ging es in den 70er Jahren öfters zum Einkaufen hin. Bis vor ein paar Jahren hat man die Hochhäuser immer noch vom Zug aus gesehen, genauso wie den Turm von St. Ulrich und Afra und wüsste, man ist in Augsburg (jetzt erkennt man das an der Höhe des abartigen Schallschutzgemäuers)...






      Am Proviantbach wird ein weiteres Relikt wilhelminischer Industriebaukultur sichtbar, das sog. Fabrikschloss

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    • Gründerzeitviertel westlich / südlich Altstadt


      Hochfeldstraße 2, einer der schönsten Neurenaissancebauten Augsburgs, von 1890






      Der belvedereartige Turmabschluss zu Völkstraße 29 gehörig, dahinter der Hotelturm


      Gründerzeitbauten in der Völkstraße von 1910, im Giebel Variationen des Querhausgiebels von St. Ulrich und Afra:



      Völkstraße 28/30, Frohsinnstraße 11, um 1910


      Völkstraße 24, 1901 entstanden


      Bahnhofsviertel


      Schaezlerstraße 9, das ehem. Gartenguthaus der Freiherrn von Schaezler, 1764 vor den Toren der Stadt erbaut




      Bildarchiv Foto Marburg
      1x mehr fehlen heute die Fensterläden...

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    • A-Haunstetten, Muttergotteskapelle

      Mit der Tram 2 (einstmals Linie 4) kommt man schnell vom Roten Tor ins 1972 zu Olympiazeiten nach Augsburg eingemeindete Haunstetten. 1952 bis 1972 war Haunstetten Stadt. Heute hat der Stadtteil etwa 27000 Einwohner. Dort steht mit der kath. Muttergotteskapelle, erbaut 1740, eine der hübschesten Frührokokokirchen Schwabens.

      Augsburg-Haunstetten-Siebenbrunn – Wikipedia

      Die Wallfahrtskapelle von außen recht unscheinbar (die dreiteiligen Korbbogenfenster typisch für einige schwäbische Kirchen, Johann Georg Fischers Franziskanerinnenkirche in Dillingen 1736/37 stand da wohl für einige sakrale Neubauten Pate):


      ...innen dafür aber umso prächtiger:





      Die Fresken von Ignaz Finsterwalder, der Stuck von Christoph Thomas Scheffler, 1742, beide waren auch bereits in Dillingen tätig. Das Deckengemälde im Langhaus 12 x 7m.


      „Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von 12 Sternen auf ihrem Haupt“ (Offenbarung 12,1). Über Maria thront in den Wolken die Dreifaltigkeit, von dort führt ein Gnadenstrahl zu Maria.


      „Die Sonne stand still mitten am Himmel“ / „Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm“


      „Und der Drache wurde zornig gegen sie“ (Offenbarung 12,17). Zwischen den Mächten der Finsternis im Westen und den Himmelsbewohnern im Osten ein Engel mit Palme.


      Der Kampf Michaels mit seinem Kreuzstab als Lanze und zweier Engel blitzeschleudernd und mit Flammenschwert bewaffnet gegen das Böse in gestalt von Drachen und Teufel.




      Hochaltar von 1745, dem auch in Dillingen tätigen Joseph Einsle zugeschrieben, mit dem alten Gnadenbild, um 1430/40.


      das Hauptfresko im Chor mit der Krönung Mariens

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    • Haunstetten sagte mir nur was als Straßenbahnziel. Eine herrliches Kirchlein, auch von außen. Dezent aber fein. Vor allem das renaissance-inspierierte Türmchen ist genial. Dank Markus wird jeder dahergelaufene Tourist zum Augsburg-Kenner.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Dem kann ich mich voll und ganz anschließen. Markus Präsentation Augsburgs hatte ich zum Anlass genommen in den letzten Monaten zwei mal nach Augsburg zu fahren, um einige der von ihm vorgestellten Bauten selbst zu entdecken. Aber die ganz meinem Geschmack entsprechende Muttergotteskapelle mit dem herrlichen Deckenfresko wartet auch noch auf meinen ersten Besuch. Kurzum: vielen Dank Markus für deine informative und immer wieder überraschende Serie über Augsburg.
    • Diese korbbogigen, nierenförmigen oder auch als Thermenfenster bezeichneten Fenster sind im übrigen typisch für den Baumeister Johann Jakob Herkommer und dessen Neffe Johann Georg Fischer, erstmalig zu finden an der Kapelle von Sameister, erbaut 1685.

      Vorbilder waren offenbar Bauten Palladio´s, u.a. San Giorgio Maggiore in Venedig.

      Weitere Beispiele aus Schwaben: Augsburg St. Moritz und St. Ursula, Füssen St. Mang, Feldkirche St. Ulrich und Afra, St. Sebastian sowie die Spitalkirche, Bertoldshofen St. Michael, Dillingen Franziskanerinnenklosterkirche, Bobingen Liebfrauenkirche, Schwabmünchen Muttergotteskapelle oder auch Marktoberdorf St. Martin.


      Das originale Giebelreitertürmchen der Haunstetter Muttergotteskapelle wurde übrigens 1953/54 abgebrochen und 1954 originalgetreu wiederaufgebaut.
    • Hotelturm und Kongresshalle


      Das höchste Gebäude Augsburgs ist der Hotelturm, gerade rechtzeitig zur Eröffnung der XX. Olympischen Spiele in München 1972 fertig geworden. Mit 118m Höhe (inkl. Antenne 158m) war es seinerzeit der höchste seiner Art in Europa. Gegen nicht unbedeutenden Widerstand wurde er Anfang der 70er Jahre in den Wittelsbacher Park unweit des Hauptbahnhofes südwestlich der Altstadt hineingesetzt. Der „Maiskolben“ unverkennbar in Anlehnung an die 10 Jahre zuvor vollendeten Zwillingstürme von Marina City in Chicago entstanden. 2001/02 saniert, heute Hotel, Wohnungen und Appartements sowie ganz oben Klassik Radio.

      Ausführlich dazu:
      Der Hotelturm in Augsburg im Augsburg-Wiki: ein Skyscraper mit bewegter Vergangenheit






      Eines der schönsten Gebäude des damals grassierenden Betonbrutalismus ist die 1972 erbaute Kongresshalle. Zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gesetzt, wird sie derzeit aufwendig für gut 20 Mio saniert.

      Kongresshalle Augsburg in Augsburg im Augsburg-Wiki: alles über die Kongresshalle von Augsburg




      See und Biergarten im Wittelsbacher Park, eine besondere Zierde der Musikpavillon von 1886
    • Kath. Kirche St. Anton (Imhofstraße 49)



      1924-27 von Michael Kurz erbaut. Dieser war anschließend in Bamberg tätig (St. Heinrich). Basilika in Backstein- und Betonbauweise, Klinker wurde hier erstmalig in Bayern für einen Kirchenbau verwendet (mit Klinker aus oldenburgischen Landen und einem Hamburger Polier, der auch am Chilehaus tätig war).



      Das Innere von gewaltiger Raumwirkung. Lamellengewölbe mit ungewöhnlich großer Spannweite, die Seitenschiffe sehr niedrig.