Oranienbaum-Wörlitz

    • Oranienbaum-Wörlitz

      Heute möchte ich Sebaldts Bildserie (hierfür vielen Dank!) zu Dessau und Umgebung ergänzen, und zwar durch einige weitere Impressionen aus Wörlitz, dem eindeutigen Höhepunkt des zum Weltkulturerbe erklärten Dessau-Wörlitzer Gartenreiches. Ich werde weitgehend Sebaldts Motive nicht wiederholen, sondern vor allem ergänzen.

      Wer mehr über diese Anlage und den geschichtlichen und geistigen Hintergrund der Entstehung des Gartenreiches erfahren will, dem empfehle ich übrigens das hübsch bebilderte Buch : http://www.amazon.de/Dessau-W%C3%B6rlitz-Aufkl%C3%A4rung-Fr%C3%BChklassik-Erhard-Hirsch/dp/3899231279\r
      www.amazon.de/Dessau-W%C3%B6rlit ... 3899231279

      Im Bereich der St. Petri-Kirche wird der Park durch Wohnhäuser folgender Art begrenzt…





      …gegenüberliegend gelangt man in den Park, am Marstall…



      ….vorbei…



      …in den Kirchhof…



      …, in dessen Mitte dieser (leere) Sarkophag steht…



      …vom Kirchhof aus lässt sich folgender herrlicher Blick auf die Neogotische St. Petri-Kirche genießen:



      Hier noch einmal der Turm…



      …und hier das Eingangsportal der Kirche:



      Der Kirchhof wird auf seiner östlichen Seite von dem so genannten Grauen Haus begrenzt:



      Im Bereich zwischen Schloss und Kirchhof befindet sich der bereits gezeigte Sommersaal…



      …, der diese Eingangshalle hat:



      In der Nähe befindet sich der „Englische Sitz“…



      …der zur Rückseite des Schlosses führt, die zum See hin gerichtet ist…



      Fortsetzung folgt…
    • Re: Dessau und Umgebung

      Ach herrje - das ist schon ein schönes Fleckchen Erde dort.
      Ich hoffe, ich schaff's in absehbarer Zeit auch mal dorthin - ist ja verdammt noch mal in weniger als 2 Stunden erreichbar für mich. :?
      Nochmals vielen Dank für die großartigen bildlichen Eindrücke!
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Das schöne Wetter und die Feier- und Brückentage laden natürlich zu vielen Ausflügen ein ...

      Heute ging's nach Wörlitz in Sachsen-Anhalt zum Schloss samt Schlossgarten ... ein wunderschönes Erlebnis.

      Ich möchte mit den folgenden Bildern diesen Strang ergänzen, in dem ja schon lange nichts mehr gepostet wurde.

      Zunächst ging es auf den sog. Bibelturm der Petrikirche, der einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Landschaft erlaubt.Wer genau hinschaut,kann im Hintergrund den Turm der Schlosskirche von Wittenberg erkennen




      Blick vom Turm der Petrikirche auf das Schloss in Wörlitz




      Zurück in den Park bieten sich die folgenden Blicke auf das Schloss, das übrigens als das erste klassizistische Schloss außerhalb von England gilt ..,








      Im Schlossgarten ergeben sich immer wieder schöne Detailansichten, z.B. diese Venus




      Interessant ist auch noch die ehem. Synagoge, die in Form eines Rundtempels errichtet wurde







      Bilder sind von mir
      Gruß aus Potsdam
    • Um das gesamte Gartenreich Dessau-Wörlitz einigermaßen gut zu erkunden, empfiehlt sich durchaus ein Aufenthalt von 5-7 Tagen, allein für den Wörlitzer Park würde ich schon zwei Tage einplanen. Ich mache auch meist zwei Führungen hintereinader durchs Schloß, dann muß man beim zweiten Rundgang nicht mehr so auf den - gelegentlich etwas leidenschaftslos heruntergeplapperten - Text der Führung achten, sondern hat mehr Zeit, sich auf all die schönen Dinge im Schloß zu konzentrieren ;)
      Es gibt in der Gegend übrigens zahlreiche Privatunterkünfte, die nicht so ins Geld gehen wie der Aufenthalt in Hotels, und man kann auf diese Weise nette Einheimische kennenlernen.
      Neben dem Wörlitzer Park und Schloß sind Luisium, Georgengarten, Mosigkau und Oranienbaum ein Muß, der Sieglitzer Park hat sich inzwischen auch ordentlich gemausert (hier wurde in den letzten Jahren einiges rekonstruiert, was buchstäblich in Trümmern lag) und die ganze Gegend lädt zu schönen Wanderungen ein "von Park zu Park".
      Über das Gartenreich gibt es zahlreiche Literatur (z.B. den umfangreichen Ausstellungskatalog "Weltbild Wörlitz"), es empfiehlt sich, davon schon im Vorfeld etwas durchzuarbeiten, dann ist das Vergnügen beim Besuch gemäß dem Goethewort "Man sieht nur, was man weiß" noch einmal so groß. Man sieht dann nicht einfach nur Schönes, sondern versteht die Absicht dahinter. Fürst Franz, der Begründer des Wörlitzer Parks, verfolgte nämlich - hierin ganz Vertreter des aufgeklärten Fürstentums - auch erzieherische, bildende Ziele bei seinen Gartengestaltungen, wollte sein kleines Reich und seine Landeskinder weiterentwickeln.
      So gibt es, um nur ein Beispiel zu nennen, in Wörlitz ein "Brückenprogramm": jede Brücke ist anders gestaltet und versinnbildlicht dadurch geradezu eine Kulturgeschichte des Brückenbaus. Da gibt es eine, die wie ein umgestürzter und über einen kleinen Kanal gelegter Baumstamm aussieht (sozusagen die "Urbrücke), eine römische Steinbrücke, chinesische Bogenbrücke, eine Kettenbrücke, holländische Pontonbrücke und - ganz modern damals - eine verkleinerte Kopie der ersten Gußeisenbrücke der Welt beim englischen Coalbrookdale.

      Die "Venus" in einem der Bilder oben beruht übrigens auf dem antiken Bildwerk der "Knöchelspielerin", die man hier freilich zur Muschelspielerin umgewidmet hat. Eine "richtige" Venus sitzt am jenseitigen Seeufer in der Nähe des "Monuments" und steht zusätzlich auf einem gläsernen Sockel in einem Rundtempel gleichfalls auf der anderen Seite des Sees. Durch den gläsernen Sockel empfängt eine darunter liegende, künstliche Höhle mystisch-spärliches Licht.
    • Schloss Oranienbaum

      Hier kommen ein paar aktuelle Bilder vom Schloss Oranienbaum, unweit des Wörlitzer Parks in Sachsen-Anhalt gelegen.

      Das Schloss ist seit dem 1. Mai wieder für Besucher geöffnet. Bis zum Herbst, denn dann gehen die Sanierungsarbeiten über den Winter weiter. Die Mitteldeutsche Zeitung hat Ende April über den Saisonstart und die laufende Sanierung berichtet.

      Zunächst ein Blick in den Ehrenhof von der Stadtseite






      Von der Gartenseite präsentiert sich das Schloss derzeit so. Der Mittelrisalit mit Tympanonrelief wird normalerweise von einem Altan bekrönt. Der wird jedoch noch bis nächstes Jahr saniert - ein guter Grund, dann wieder mal vorbeizuschauen, wenn er wieder da ist






      Auf der Hauptachse im Garten befindet sich auch der schöne Delphinbrunnen, der bei dem herrlichen Wetter schon munter gesprudelt hat




      Ein weiterer Höhepunkt im Schlosspark ist der Chinesische Garten mit Pagode und Teehaus, das vom Wasser aus angefahren werden kann








      Sehr interessant auch die Orangerie, besonders wegen ihrer beeindruckenden Länge






      Spaziert man weiter durch den Schlosspark, tauchen immer wieder schöne Details wie diverse Brücken oder diese Pflanzenkübelhebeeinrichtung auf










      Andere Hingucker im Schlossgarten




      Bilder sind von mir
      Gruß aus Potsdam
    • Stadtkirche Oranienbaum

      Heute kommt noch ein Blick auf die 1712 geweihte barocke Stadtkirche von Oranienbaum, ein Zentralbau mit elliptischen Grundriss. Die Innenausstattung ist noch original erhalten, jedoch schlicht gehalten, wie bei protestantischen Kirchen üblich.

      Zunächst der Blick auf die Kirche vom Schlosspark aus gesehen




      Rückseite von der Kirchstraße aus gesehen




      Die Laterne




      Im Inneren zunächst der Blick auf die Orgel von 1766 mit Rokokoschnitzerei




      Blick von der Empore in Richtung Orgel




      ... und Richtung Altar




      Bilder sind von mir
      Gruß aus Potsdam
    • Sehr schöne Bilder, gerade auch von der Stadtkirche, die ich leider noch nie von innen habe in Augenschein nehmen können - sie war wie so viele evangelische Kirchen zur besten Tageszeit verschlossen als ich sie vor einigen Jahren einmal aufsuchte.

      Das Gartenreich ist immer wieder einen Besuch wert und weil im Grunde alles recht nah beieinander liegt kann man es mit einer ausgedehnten, idealerweise tatsächlich mehrtägigen Reise sehr gut erfassen. Es liegt ganz wunderbar zwischen zwei, eigentlich drei Abfahrten gleich an der A9 und wenn man einmal auf dem Weg nach Berlin ist sollte man wirklich einmal für einige Stunden abfahren und wird diesen lieblich-herben Landstrich, der durch die Kulturlandschaft erst seine Hebung verdankt, mit Sicherheit ins Herz schließen und immer gerne einmal wieder vorbei schauen. Balsam für die Seele!

      Das Glanzstück ist natürlich der wunderschöne Wörlitzer Park selbst, mein Juwel aber ist seit seiner Restaurierung und Wiedereröffnung das zauberhafte, ebenfalls frühklassizistische Schlößchen 'Luisium', welches der Fürst von Anhalt-Dessau seiner Gemahlin erbauen ließ: Ebenfalls in einem englischen Landschaftspark gelegen mit vielen reizvollen Durchblicken und Parkarchitekturen.

      Das Schönste aber ist, daß man seit einigen Jahren in den Parks selbst und nicht einmal überteuert in ganz liebevoll eingerichteten historischen Parkarchitekturen logieren kann. Im Park von Luisium werden z. B. Appartements in den historischen Gärtnerwohnungen im Wirtschaftshof direkt hinter der Orangerie sowie im sogenannten 'Schlangenhaus' angeboten - ausgestattet mit allem Nötigen, z.B. Wohnzimmer mit Kamin, Schlafzimmer, eine wohlausgestattete Küche und Bad. Im Herbst und winters ist es reizvoll, sich abends ein Kaminfeuer zu entzünden. Zwei wunderschöne Silvester mit Freunden (man kann für zwei Personen aufbetten lassen) habe ich dort schon verbracht - in der Parkstille weit genug entfernt vom Silvesertrubel der Stadt Dessau. In Wörlitz werden zwei der klassizistischen Parkarchitekturen in Deich- und Elbnähe angeboten, in Mosigkau eine Wohnung in einem Kavalierspavillon.

      Näheres hier:

      gartenreich.com/de/besuchen/ferienhaeuser/wohnen/index.html
    • etinarcadiameo schrieb:

      der Sieglitzer Park hat sich inzwischen auch ordentlich gemausert (hier wurde in den letzten Jahren einiges rekonstruiert, was buchstäblich in Trümmern lag)
      Genau! Und Danke für den Tipp.

      Ich hab das mal zum Anlass genommen, auf dem Sieglitzer Berg bei Wörlitz / Vockerode im Gartenreich vorbei zu schauen ...

      Mit dem Fahrrad ging's zunächst durch das Klassizistische Tor im Süden der Parkanlage




      Auf dem Weg durch den Park gibt es immer wieder interessante Anlässe, einen Stopp bei Kleinarchitekturen einzulegen, z.B. hier an der Wilhelmsvase




      ... oder an der jagenden Diana




      Der Weg führt dann weiter zum Höhepunkt vom Sieglitzer Berg - der Solitüde. Der aufgeklärte Fürst Franz aka Leopold III. hat sich hier im Wald ein Haus mit Badewanne einrichten lassen, um sich Linderung für seine rheumatischen Beschwerden zu verschaffen.




      Zur Elbseite öffnet sich der Bau mit einer dorischen Säulenvorhalle und einem gigantischen Blick auf die Elbwiesen.






      Unmittelbar neben der Solitüde liegt das Küchengebäude. Das warme Wasser für die Heilbäder wurde von hier aus bereitgestellt.




      Auf dem Weg durch den Park kommt man an weiteren Toren vorbei. Hier das Dessauer Tor




      ... oder das Neugotische Burgtor




      Nach einem interessanten und schönen Ausflug geht's zurück nach Hause durch das Südtor




      Bilder sind von mir
      Gruß aus Potsdam
    • Schloss Mosigkau - Klein Sanssouci von Anhalt

      Ich möchte heute noch ein paar Bilder vom Schloss Mosigkau bei Dessau vorstellen. Mosigkau ist Teil des Gartenreichs Dessau-Wörlitz, liegt aber eher am Rand und ist daher von den großen Touristenströmen im eigentlichen Park von Wörlitz eher etwas entfernt und daher etwas unfrequentiert ...

      Das Schloss wurde ab 1752 von der Lieblingstochter des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau errichtet. Es wird auch als Klein-Sanssouci bezeichnet und gilt als das einzige zu großen Teilen erhaltene Rokokoschlossensemble in Mitteldeutschland. Nach dem Tod der Bauherrin war das Schloss bis 1945 ein "Hochadeliges Fräuleinstift" entsprechend der Verfügung der Verstorbenen.

      Einer Informationstafel zufolge verstarb die letzte hochadelige Bewohnerin in den 60iger Jahren des letzten Jahrhdt.

      Hier kommt ein fotografischer Rundgang.

      Der Zugang zum Schloss und dem Lustgarten auf der Südseite




      Die Nordseite mit dem Ehrenhof







      Hier der Blick auf das Schloss von der Lustgartenseite aus




      Vor allem der figürliche Schmuck gefällt in Mosigkau. Hier der Portalaufsatz im Süden - eine Allegorie auf den Frühling und Sommer




      Auf der Nordseite grüßen Athene und Apollo








      Und zurück zur Südseite. Hier grüßen Venus und Flora. Besonders Flora musste lange auf ihre Wiederherstellung warten. In den fünfziger Jahren verlor sie ihre beiden Arme und musste später dann gesamt abgebaut werden. Schön, dass sie dank einer großzügigen Spende heute wieder dort steht.




      Nun noch weitere Blicke:





      Gruß aus Potsdam
    • Neu

      Etwa 1996 hatten wir Oranienbaum besucht. Das Barockschloss, das seinen Namen auf Grund einer Herzogin von Anhalt erhalten hat, die aus dem Hause Nassau-Oranien stammte, also aus den Niederlanden. Wir haben die alten Dias in digitale Bilder umgewandelt und diese bearbeitet. Wegen der teilweise dennoch vorhandenen Mängel bitte ich um Nachsicht.

      Das Schloss war damals noch nicht renoviert, Spuren des Zerfalls waren allenthalben zu erkennen. Hier das Schloss von der Stadtseite aus gesehen:


      Das Schloss von der Parkseite aus betrachtet:



      In dem Teil des Schlossparks, der gegen Ende des 18. Jh. als englischer Landschaftspark umgestaltet wurde (mit Wasserläufen und vielen kleinen Inselchen sowie Findlingsgruppen) steht ein, wenn ich mich recht erinnere, "japanisches Teehaus" bezeichntes Gebäude. Dies ist über einem Wasserlauf errichtet, so dass man mit dem Boot unten durch fahren konnte:








      Eine künstliche Felslandschaft aus aufgetürmten Findlingen, dazu ein Inselchen, das über zwei asiatische Brückchen erreicht werden kann. Als wir dort waren, waren diese Brücken bereits erneuert. Die Geländer sind nur geschätzte 30 oder 40 cm hoch. Die steilen Brücken sind nur passierbar, weil dort Trittstufen montiert wurden, wir sie an manchen Dächern an den Schornsteinen zu finden sind, damit der Schlotfeger gefahrlos zum Kamin gelangen kann.Insgesamt eine romantische Partie des Gartens:




      Das nämliche Teehaus, von der Eingangsseite aus:




      Der "Chinesische Turm", leider bei ungünstigen Lichtverhältnissen aufgenommen. Am Turm befinden sich an allen Dächern viele kleine Glöckchen, die vom Winde bewegt, erklingen:



      Auf dem Marktplatz von Oranienbaum befindet sich das Denkmal des Oranienbaums (= Orangenbaum), als Hinweis auf die hohe Schloss- und vermutlich auch Stadtgründerin. Auf einem runden Sockel steht eine barocke Vase, aus der oben der schmiedeiserne Oranienbaum wächst. Das Denkmal war seinerzeit bereits restauriert und die Metallteile farbig gefasst (Zweige, Blätter und Orangen). Im Hintergrund des Oranjebaums sieht man die Stadtseite des Schlosses:




      Panorama: hinter dem Kornfeld bilden der Chinesische Turm und die Stadtkirche eine sowohl markante, als auch malerische Siluette:

    • Neu

      Hallo lieber Kurprinz,

      vielen Dank für die Richtigstellung. Nach über 20 Jahren seit wir ein einziges Mal in Oranienbaum waren, verblasst die Erinnerung leider mehr und mehr und man weiß es nicht mehr genau.. Auch bin ich ohnehin vergesslich geworden. Gehe ich richtig in der Annahme, dass die reformierte Kirche am Schloss die ursprüngliche "Schlosskirche" war?