Umbau des Militärhistorischen Museums (realisiert)

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    • Umbau des Militärhistorischen Museums (realisiert)

      Dank dem Link von Stefan, habe ich wiedereinmal einen "Umbau" eines
      unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes gefunden.
      Es handelt sich um das Militärhistorische Museum der Bundeswehr.
      Für 35 Mio. € wird seit Sommer 2004 das Hauptgebäude durch
      Daniel Libeskind umgebaut bzw. erweitert.
      2008 soll der Umbau fertig sein.
      So wie ich auf einer Internetseite gelesen habe, sollen auch 60er Jahre
      Anbauten abgerissen werden und der ehem. Zustand rekonstruiert
      werden.

      bundeswehr.de/service/bundeswe…/0333_themenhinweis_3.php

      "Bundeswehr" schrieb:

      ...
      Die architektonische Gestaltung des Erweiterungsbaus - in Form eines Keils - steht in einem starken Spannungsverhältnis zum Gebäudebestand. Seine Beziehung zum bestehenden Altbau ist einerseits als Sinnbild für den Mut zum Aufbruch, für den Wiederaufbau, für Transparenz und Öffentlichkeit, andererseits als Symbol für Zerstörung, Teilung, Gewalt, Schmerz und Trauer zu verstehen. Die Neuplanung setzt sich aber auch mit dem historischen Umfeld auseinander: So ist das oben in der Spitze des Keils geplante Café exakt in der Blickrichtung zum historischen Stadtkern Dresdens, insbesondere zur Frauenkirche, ausgerichtet. Die Auflagen des Denkmalschutzes werden erfüllt.
      ...


      Hier ein paar Bilder:


      Quelle Bundeswehr


      Quelle city-map.de


      Quelle das-neue-dresden.de

      weitere Bilder
      das-neue-dresden.de/bundeswehrmuseum-dresden.html?id=510639
    • schade dass man das gebaeude nicht orginalgetraeu wiederaufbau, und Daniel Liebeskind dieses Gebaeude doch ziemlich ( verzeihung ,bitte) verarschen, laesst!! :(
      weshalb muss Liebeskind ( ich denke dabei sofort an das neustaedter Rathaus in Dresden) immer solche extreme entwurfe machen?? :?: ich nehme an dass ""progressive"" beamten Ihr Gutachten fuer dieses Entwurf gegeben haben ???Hoffentlich geschiet dies also nicht in der Neustadt von Dresden!! :zwinkern:
    • "van Dyk" schrieb:


      weshalb muss Liebeskind ( ich denke dabei sofort an das neustaedter Rathaus in Dresden) immer solche extreme entwurfe machen?? :?:

      Es ist halt sein Stil.
      Wenn man historisch rekostruieren will, darf man ihn ganz einfach nicht anheuern, sondern muß jemanden anderes beauftragen.

      Da es das zentrale Bundeswehrmuseum ist, fiel natürlich die Entscheidung darüber nicht in Dresden, sondern auf der Bonner Hardthöhe.
    • Ja, das ist leider sicher und es wird bereits gebaut. Mich würde jedoch mal interessieren, ob dieser dämliche Glaskeil "transparent" ist und man eventuell die historische Fassade dahinter sieht?! Das Museum hatte eine Renovierung auf jeden Fall nötig (war selbst vor ca. 2 Jahren dort und vieles drin hatte einen unangenehmen DDR-Touch) - was aber diese mutwillige Zerstörung wichtiger Bausubstanz soll, weiß ich auch nicht. Die Begründung Liebeskinds ist der Gipfel des Zynismus: der Glaspfeil soll auf die Zerstörung Dresdens hinweisen. Als wenn man nicht schon an fast jeder Ecke die Zerstörung live sehen könnte, wird die Post-Kriegszerstörung gnadenlos weitergetrieben.

      Naja, einziges positives Signal wäre, wenn dieser Anbau am Eingangsbereich verschwindet (Bild 2). Leider wird die Fassade nicht auf dem Vorkriegstzustand gebracht: "Die neobarocken Prunkharnische über den Säulen, wie auch die Schmuckwappen auf dem Dach, die nach 1945 beseitigt worden waren, werden nicht mehr wiederhergestellt." (siehe 2ter Link von Oliver)

      Insgesamt also wenig gute Nachrichten und die Bestätigung der These "Die Zerstörung geht weiter!". :kopfwand: :übelkeit:
    • Also das Selbstverständnis eines solchen Architekten ist mir schleierhaft:

      Einen vorhandenen Gestaltungsentwurf aus der Vergangenheit zerstören und das ganze dann als Erinnerung an die Geschichte verkaufen ... obwohl man in Deutschland in nahezu 130 Städten ebendiese Erinnerung gratis und franko haben kann, wenn man nur mal einen Bildband aufschlägt, der eine solche x-beliebige Stadt vor dem WW2 zeigt... :gehtsnoch:
    • Liebe Freune im Forum

      Obwohl Ihr natuerlich eine andere meinung habt, muss ich ehrlich sagen dass ich das Judische Museum in Berlin Kreuzberg auch nicht schoen finde;das Kammergericht daneben gefaellt mir viel besser: ich weiss es, alle Leute sind von diesem Liebeskind Gebaeude begeistert oder viellecith beeindruckt, aber schoen finde ich es nicht: es wirkt beklemmend wenn man im gebaeude hierumwandert: ach was:das war ja auch die absicht van Liebeskind: aber ich finde es nicht schoen, wie man es sich auch anschaut. (dasgleiche finde ich uebrigens von Centre Pompidou in Paris)
      Tja und jetzt: tja statt dieses Militaermuseum ( wie z.B. der martin Gropiusbau in Berlin oder das ehem. Landtaggebaeude in Dresem , das heutige Standesamt??) historisch gerecht ""neu""auf zu bauen ,einschliesslich alle Skulpturen, wird, auch dieses gebaeude wieder""verarscht"" und keiner tut etwas dagegen. :(
    • Ich verstehe auch nicht ganz:
      Diese Innenhöfe zwischen den Gebäudeflügeln waren doch bisher überdacht als Fahrzeughallen, wo u.a. 2.WK-Panzer, das erste UBoot "Brandtaucher" und die Sojus-Kapsel von Siggi Jähn ausgestellt waren.

      Nach dem Modell fehlt dieser Platz zukünftig. Es geht also räumlich enger zu?

      Bin echt gespannt, wie das wird, wenn es fertig ist.
      Denn die Sammlung ist hochkarätig und hat es verdient, würdig präsentiert zu werden.
    • ist doch itgendwie merkwürdig: jüdisches museum, 11.9.-erinnerungsstätte und militärmuseum sehen zeimlich gleich aus - und trotzdem fallen manche immer wieder drauf rein. das ding ist echt gausig. und die phrsaen, die der - nach eigenem selbstverständnis - architekt von sich gibt, die sollte man ihm bei wasser und brot mal 10 jahre vorlesen, vielleicht merkt er dann, wie dämlich sie sind (er ist).
      sieht eigentlich der sockel tatsächlich so grausig aus wie auf dem obigen foto? und warum ist die große mittige nische verhängt?
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Ich habe schon vor einem halben Jahr von einem Freund von diesem Umbau gehört, wusste aber nicht, dass es schon beschlossene Sache ist. Liebeskind ist halt ein Architekt, der in Dresden eigentlich nichts zu suchen hat und ich hoffe, dass er in New York, Berlin oder sonstwo beschäftigt wird.
      Allerdings stören mich in Dresden andere Dinge deutlich mehr, denn immerhin befindet sich das Militärgebäude weit außerhalb der Innenstadt und die Restauration ist auch fällig. Dass er sein schiefes Haus am Neustätter Markt bauen will, dass Behnisch sein Blumenhaus am Neumarkt haben will, dass man den inneren Schloßhof überdachen will, dass der Kulturpalast bleiben soll... all das sind viel größere Gefahren für Dresden.
    • Naja, Liebeskind in Berlin, ich weiß nicht.... Das jüdische Museum hätte er besser unter der Erde bauen sollen oder von außen passender bauen müssen. Aber irgendwie müssen wir aufgrund unserer Geschichte sowas wohl durchgehen lassen. Ansonsten hat Liebeskind aber nix drauf. O Gehry find ich da besser, seine Bauten im Düsseldorfer Medienhafen sind toll, da passen sie aber auch wohl hin - und das Innere der DG-Bank ist auch genial. Nur hätte man zum Pariser Platz hin besser mal auf Rekonstruktivismus statt Dekonstruktivismus setzen sollen.
    • wenn ich es richtig sehe, wird wenigstens der sockel wieder frei gelegt, und der vorhang verschwindet auch - das sindimmerhin zwei positive entwicklungen.
      da der neue enbau aber so verschränkt geschieht, wird es sicher schwierig ihn in ein paar jahrzehnten wieder zu entfernen.
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    • "Miwori" schrieb:

      Das Museum scheint trotz Umbaus geöffnet zu sein.
      Jedenfalls läuft seit heute eine Sonderausstellung
      "Sachsen im Bombenkrieg - Zeitzeugnisse"
      Eintritt frei!

      edit:
      Ausstellung ist derzeit in einer Halle hinter dem Arsenalgebäude untergebracht.
      Dort finden sich die "Highlights" der Dauerausstellung
      und besagte sehr sehenswerte Ausstellung zum Bombenkrieg (bis 30.9.) mit vielen Artifakten, Luftaufnahmen, vorher-nachher-Fotos.
      u.a. kann man sich dutzende Zeitzeugenaussagen durchlesen, die auch im dabeihängenden Vorkriegsstadtplan verortet sind
      und sich so eine Vorstellung davon machen, wie der Luftangriff und anschließende Feuersturm in den einzelnen Stadtvierteln ablief und wie die Leute überlebt haben.

      Kostet wie gesagt keinen Eintritt.