Ludwigshafen am Rhein

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    • Ludwigshafen am Rhein

      Ludwigshafen im Geiste der Abkehr von der autogerechten Stadt, hier ein Beitrag auf Deutschlandradio Kultur

      Die Hochstraßen von Ludwigshafen sind die ältesten Hochstraßen Deutschlands, seit Ende der 1950er-Jahre in Betrieb.


      Schäden, die nun den Abriss der Ludwigshafener Hochstraßen nötig machen. Als 1959 der erste Abschnitt des Straßensystems auf Betonsäulen eingeweiht wurde, hätte sich wohl niemand vorstellen können, dass es schon einige Jahrzehnte später wieder vorbei sein könnte mit dem größten deutschen Hochstraßenprojekt
    • "Man muss sagen, für den Fußgänger und Fahrradverkehr ist die Führung natürlich verwirrend. Wer hier nicht groß geworden ist, hat hier Orientierungsprobleme."


      Nicht nur für Fußgänger und Radfahrer. Auch für auswärtige Autofahrer. Ich war erst unlängst wieder ohne Navi in LU und musste dann mehrere Passanten fragen, weil ich mal wieder mit der verwirrenden Verkehrsführung nicht klar kam. Die Neuorientierung der Stadt wäre natürlich sehr sehr begrüßenswert. Ein ganz großer Schritt in Richtung Erhöhung der Aufenthaltsqualität.

      Bezeichnend ist zudem, dass die befragten Türken dem Umbau positiv gegenüber stehen, während die Deutschen skeptisch reagieren. Daran dürften sich die demographischen Veränderungen ablesen lassen, incl. Überalterung, Angst vor jeglichen Veränderungen und Investitionen.

      Aber sind die Pläne wirklich spruchreif? Ich erinnere mich, vor ein, zwei Jahren hier im Forum über Ludwigshafens Hochstraßen diskutiert zu haben. Damals antwortete mir ein Mitdiskutant, dass vielmehr die Sanierung der Hochstraßen geplant sei. Leider finde ich die Stelle nicht mehr, da die Suchfunktion des Forums meist mies ist und mir zu Ludwigshafen nur "Agons" obigen Beitrag ausspuckt. Es kann aber gar nicht sein, dass dies der einzige Beitrag ist, da ich mich an die vorhergegangene Diskussion (und Fotos aus LU) noch erinnere.

      Apropos: Moderatoren mögen verschieben. Ludwigshafen liegt nicht in NRW, sondern in der Pfalz.
    • Hier weitere Informationen zur positiven Planung hinsichtlich einer Beseitigung der Hochstraße Nord.

      ludwigshafen.de/nachhaltig/city-west/hochstrasse-nord/

      Hier auf Seite 14 die zur Diskussion gestandenen Varianten.
      ludwigshafen-diskutiert.de/sit…bericht_Stand20140317.pdf

      Man hat sich für die beste Lösung entschieden. Stadtstraße lang. Kürzeste Bauzeit und 60 Milllionen Euro gespart. Zudem weniger Folgekosten und eine gute Chance für die Stadtreparatur und Urbanität, wenn man halbwegs schöne Architektur auf die frei werdenden Baufelder setzt.
    • Ich als Betroffener kann diese Begeisterung für die ebenerdige Variante nicht teilen. Das ganze wird sich über 8 (!!!!!) Jahre hinziehen und das für 1,5 Kilometer. Das ganze Umfeld der Hochstraße ist schlicht asozial und ärmlich sowohl was Bevölkerung als auch Architektur anbelangt. Mir tun jetzt schon die Pendler leid, die aus Richtung Pfalz nach Mannheim pendeln. Die Hochstraße Süd, die andere Möglichkeit ist jetzt schon überlastet. Dank einer verschnarchten Nahverkehrs- und euphorisch betriebenen Abgrenzungspolitik seitens der Länder RLP und BaWü glänzt der Ballungsraum Rhein Neckar zwischen Worms und Speyer mit gerade mal 5 Rheinquerungen. Das ist echt ein Skandal. Eine nichtkreuzungsfreie Stadtstraße in LU wird die ohnehin angespannte Situation noch verschärfen. Mit dem ÖPNV ist das auch so eine Sache. Von Bad Dürkheim nach Mannheim benötige ich eine Stunde mit der Bahn, mit dem Auto knapp 20 Minuten. Der Ausbau der S-Bahn kommt auf rheinland-pfälzischer Seite auch nicht recht voran weil auch zehn Jahre nach S-Bahnstart noch keine weitere Strecke elektrifiziert wurde, die Vorraussetzung für einen S-Bahnanschluß von Gemeinden wie Grünstadt oder Bad Dürkheim. Selbst im tiefsten Odenwald ist die Situation inzwischen besser. Aufgrund all dieser Versäumnisse werden wir hier auf pfälzischer Seite zu leiden haben, weil LU eine "Abkehr von der autogerechten Stadt vollzieht" in einer Stadt an der ohnehin Hopfen und Malz verloren ist. Oder denken die etwa es wird sich dort zwischen Sozialblöcken und Migrantenvierteln ein schicker Boulevard entwickeln?
      Ohne die Südquerung der B9 bei Altrip ist diese Variante verkehrspolitischer Selbstmord. Diese wird seit Jahrzehnten von den Grünen aus "Umweltschutzgründen" verhindert, weil da 2 km "Auenland" in Wirklichkeit nur Felder mit einem Galeriewaldstreifen am Rhein, durchschnitten würden. Auf Mannheimer Seite ist da eh nur Industrie. Das sind wohlgemerkt die selben Grünen, die nicht gegen eine Umwandlung des Pfälzerwaldes in eine "Energielandschaft" hätten. Da wird aber um 50 Pappeln und 30 Lurche gekämpft.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

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    • Ich kann nur nach dem unteren von mir verlinkten Dokument gehen. Darin steht:
      "Alle vier Varianten sind leistungsfähig hinsichtlich des Verkehrsaufkommens und technisch machbar, sie wurden untersucht insbesondere unter den Blickwinkeln verkehrliche Leistungsfähigkeit, Kosten, Umwelt und Entwicklungschancen für die Stadt (z.B. durch Schaffung von Raum für neue Wohnungen und Büros)."

      Also, mit Sicherheit wird die Verkehrsverträglichkeit eines solch gravierenden Stadtumbaus genau geprüft werden. Diesbezüglich habe ich keine Sorge, denn es geht nicht um irgendeine ideologische Idee zur rücksichtslosen Ausweitung der Fahrradwege, sondern um ein teures, aber durch die marode Hochstraßenkonstruktion bedingtes notwendiges Projekt. Zudem wird ja der Übergang nach Mannheim nicht gesperrt, sondern bleibt weiterhin intakt. Es geht nur um die Zuwegung.
      Zur Bauzeit muss man zudem anmerken, dass die Hochstraße saniert bzw., wie ich verstanden habe, sogar komplett erneuert werden muss. Die ebenerdige Variante "Stadtstraße lang" ist nicht nur die günstigste, sondern hat mit 8 Jahren die kürzeste Bauzeit, während bei einer Erneuerung der Hochstraße von einer Bauzeit von mehr als 12 Jahren ausgegangen wird. (Siehe oberer Link) Irgendwo habe ich auch gelesen (finde es aber jetzt nicht mehr), dass Verkehrsmessungen stattfanden und dabei herauskam, dass weniger Autos als erwartet die Hochstraße passieren, insofern eine ebenerdige Variante verkehrstechnisch verkraftbar sei.
      Ich selbst habe dort nie viel Verkehr erlebt, allerdings bin ich nicht repräsentativ, weil ich nicht zu Berufsverkehr-Zeiten darüber fuhr, sondern abends oder feiertags. Ich empfand die Hochstraße aber immer als städtebauliche und verkehrstechnische Fehlplanung. Man muss sich im Klaren sein, dass diese unansehnliche Hochstraße mitten durch die Innenstadt führt, also diese in zwei Hälften zerteilt. Ich hatte mal die falsche Abzweigung genommen und geriet so auf die falsche Innenstadtseite. Ich fragte dann, wie ich zu der Tankstelle in ca. 300 Meter Entfernung gelangen kann. Ich müsse erst wieder die Rampe hochfahren, sagte mir ein freundlicher Polizist, auf der Hochstraße einen Kreis drehen und dann wieder irgendwie anders abbiegen. Mit Mühe und Not schaffte ich es aus dem Wirrwarr zum Ziel, empfand das aber für eine Innenstadt völlig absurd. Zudem stehe ich auch nie auf dem Standpunkt, dass ich eine Stadt aufgebe, weil bei ihr "Hopfen und Malz verloren" sei. (Vielleicht ist Kassel bei mir eine Ausnahme, aber da schwingt wohl viel Verbitterung aufgrund des dortigen Ruinenkultes mit.) Verbesserungen können immer stattfinden, und diese Verbesserung wird für Ludwigshafen und seine Bürger einen enormen Gewinn darstellen, wenn man es richtig macht. Da wird kein Pariser Boulevard entstehen, aber eine großzügig begrünte Allee mit ansprechender, solider Architektur, die die beiden zerrissenen Stadthälften verbindet - das wäre schon ein großer Sprung.
    • Es geht ja garnicht um Hochstraße oder nicht. Der Verkehrskollaps, der damit einhergeht, um den geht es. Die einzigen Pendler, die von der Situation profitieren werden sind die aus dem Norden, denn die aus dem Westen, die die Kurt-Schumacher-Brücke überqueren müssen, fallen dann weg. Es ist mal wieder die blindwütige und unüberlegte Politik, die hier voll zuschlägt. Die Straße, die ebenerdig geführt wird, wird folglich nicht kreuzungsfrei sein, das heißt, sie wird eine einzige Stauallee werden. Natürlich bin auch ich für den Rückbau solcher Betonmonster, da wo es sinnvoll ist. aber hier war schon immer Trennendes, früher verlief hier die Bahntrasse zum alten HBF in LU, der sich anstelle des Rathaus-Centers befand. Die Viertel hier gehörten nie zusammen, schon seit es Ludwigshafen gibt und glaubt mir, der Verkehr läuft hier nur wegen der Hochstraßen gut. An ungünstigen Tagen staut es sich jetzt schon aus Richtung Westen bis Oggersheim im Berufsverkehr, die Teilungsmöglichkeit in zwei Stränge entfällt dann für acht Jahre. Umsteigen zum ÖPNV ist auch nur bedingt möglich, die Kapazitäten sind dank jahrelanger Vernachlässigung nicht da. Seit den 70er Jahren geht die Region bereits mit Plänen für ein S-Bahn-Netz schwanger, sogar eine U-Bahn war geplant, bevölkerungsreich genug ist die Region ja. Aber dank hysterischem Föderalismus steckt das alles noch in den Kinderschuhen.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • In Ruchheim wird das Ehrenmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen-Krieges vom Gelände der evangelischen Kirche auf den Kurt-Kreiselmaier-Platz versetzt. Im Zuge dessen soll der 1995 vom Obelisken gefallene preußische Adler wieder montiert werden.

      Rheinpfalz - „Adler-Streit“: Denkmal in Ruchheim wird versetzt


      (Foto von Die Rheinpfalz entnommen, Fotograf: Kunz)