Zerbst/Anhalt - Schloss Zerbst

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    • Zwei Studenten des Instituts für Architektur der Universität Berlin schrieben 2014 ihre Masterarbeiten zur ehemaligen Residenz mit dem Thema „Eremitage Zerbst – Eremitage Sankt Petersburg im Zerbster Schloss“. Sie beschäftigten sich baulich und inhaltlich sehr intensiv mit dieser Aufgabe und schlossen mit der Note „sehr gut“ ab.
      In diesem Zusammenhang entstand auch das Schlossmodell, das ihre Perspektive aufzeigt. Natürlich konnten sich die Studenten nicht auf die Rekonstruktion beschränken, denn sie mussten ihre erlernten Fähigkeiten auch in „modernen Formen“ zum Ausdruck bringen. Das Modell wurde vom Förderverein in der letztjährigen Saison im Schloss gezeigt, um darauf aufmerksam zu machen, dass das Gebäude auch Thema von studentischen Arbeiten ist.
      Die Umsetzung dieser Entwürfe ist nicht vorgesehen! Aber die intensive Beschäftigung der Studenten mit dem Schloss hat viele interessante Aspekte hinsichtlich von Nutzungsperspektiven und funktionalen Zusammenhängen aufgezeigt. Hier war ein „Blick von außen“ sehr interessant. Denn inhaltlich zielt dieses studentische Projekt auf die kulturelle Nutzung ab. Durch den geschichtlichen Hintergrund und die einmalige Verbindung zur russischen Zarin Katharina II. kann das durchaus eine Perspektive für das Zerbster Schloss sein. In diese Richtung gehen auch aktuelle Ansätze für die weitere Sicherung und Nutzung.
      In der Satzung des Fördervereins steht ganz klar drin: „als Endziel wird die Wiederherstellung des Äußeren des östlichen Schlossflügels angestrebt“. Das sieht auch der in Arbeit befindliche Nutzungs- und Entwicklungsplan vor.
    • Schöner und bewegender Artikel vom Schlossverein aus Zerbst:

      Ehrenamtliche hauchen Schlossruine wieder Leben ein

      Deutschlandfunk


      Schade, dass die einfältige Genossin Vorsitzende den Deutschland-Fan Putin (der seine Kinder in deutsche Schulen schickt sic!) so dumm mitspielt, aber hoffentlich ist sie bald passe und vielleicht kann sich der eine oder andere russische Oligarch dann für die "Wiege Russlands in Deutschland" stark machen. Tja, das waren noch Zeiten, als Deutschland noch Herrscherinnen von Format hervorbrachte...und da sich der deutsche Staat nicht um sein Kulturerbe kümmert, könnte Russland hier durch auch nur ein bisserl Engagement viele Sympathien gewinnen und obendrein einen für Russland wichtigen Ort touristisch erschließen.

      Wenn man bedenkt, wie viele Amis extra nach Europa fahren, um auf den "künstlich geschaffenen Spuren" der Trapp Familie in Salzburg zu wandeln, dann kann hier für kulturbeflissene Russen eine wirklich authentische Lokation Ihrer Großen Zarin entstehen!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Danke, Exilwiener. Auch ich sehe das Zerbster Schloss „als wirklich authentische Lokation ihrer Großen Zarin“ an und konzentriere mein Engagement insbesondere auch darauf, einen seriösen russischen Investor zu finden. Darauf zielte auch mein Besuch im September in Moskau ab, wo ich u. a. am Großen Katharina-Ball im Palast Zarizyno teilnahm. Leider hat sich nichts Passendes ergeben. Trotz der politischen Eiszeit habe ich demnächst ein Treffen mit einem Initiator, der tatsächlich bereits mit Putin über das Zerbster Schloss gesprochen hat. Vielleicht ergibt sich daraus ein tolle Perspektive?
      Unabhängig davon setzt der Förderverein seine Aktivitäten fort. Sicherungsarbeiten, auch wenn nur in kleinem Umfang, schützen die historische Bausubstanz und sichern den Fortbestand des Schlosses.
      Seit einer Woche stehen wieder Gerüste am Schloss. Es wird mit der Sicherungsmaßnahme VII nunmehr die zehnte Maßnahme durch uns realisiert. Bearbeitet wird die südliche Rücklage zwischen Mittelrisalit und Pavillon. Die maroden Hohlblocksteindecken von 1954/55 oberhalb des zweiten Obergeschosses werden entfernt und nach Erhöhung der Mauerwerke auf das ursprüngliche Niveau gegen Stahlbetondecken ausgetauscht. Die neu zu errichtenden Hauptgesimse werden dann mit diesen verbunden sein. Außerdem wird ein Übergangsdach mit Entwässerung installiert. Für die finanziell recht aufwändige Maßnahme erhalten wir aus dem Bereich Denkmalpflege des Landes Sachsen-Anhalt unglaubliche 12 T€.
    • Erst mal vielen Dank für eure vorbildliches Engagement. Ich glaube das ist in Deutschland fast einzigartig. Habt ihr nicht die Möglichkeit euch mal an den Bund zu wenden und eine Förderung für national bedeutende Kulturdenkmäler zu bekommen. Das wäre doch vielleicht mal eine Option. Für Potsdam und Berlin ist ja auch immer Geld da und das in Millionenhöhe. Ich denke auch Sachsen Anhalt hätte da mal so eine Förderung verdient.
      APH - am Puls der Zeit
    • Danke „Wissen.de“ für die freundlichen Worte. Für die benannte Sicherungsmaßnahme stehen u. a. auch Bundesmittel und Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zur Verfügung. Allerdings sind es fünfstellige Beträge, keine Millionen. Aber immerhin ist der Förderverein mit seinem Engagement bei diesen Einrichtungen „angekommen“ und wird unterstützt, was auch eine Form der Würdigung ist. Darüber bin ich sehr froh.
    • Dann macht ihr alles, was geht. Es ist auf der einen Seite toll, dass Berlin und Potsdam so eine starke Lobby haben, weil so eben einzigartige Kulturdenkmäler der preußischen und damit deutschen Geschichte aktuell saniert und in großem Umfang auch rekonstruiert werden. Leider ist dies für andere Regionen nicht immer so gut, was einem dann auf der anderen Seite wieder leid tut.

      Aber ich kann es nur nochmal sagen. Euer Engagement ist fantastisch und was ihr auf die Beine gestellt habt, ist mir in dieser Form in Deutschland bislang nicht bekannt, wie man auch so viel in Eigenleistung selber macht statt auf den großen weißen Ritter zu warten. Dafür habt ihr meinen vollsten Respekt und ich drücke euch die Daumen, dass wenn nicht der weiße Ritter, dann aber zumindest ein Ritterchen irgendwann um die Ecke kommt und euer Projekt in dem Maße unterstützt, wie ihr es verdient :applaus: :applaus:
      APH - am Puls der Zeit
    • Natürlich ist im Land Sachsen-Anhalt Geld vorhanden, aber die Mittel des Bereiches Denkmalpflege (Kulturministerium) werden meiner Einschätzung nach vorrangig in die Weltkulturerbestätten und in Objekte im Harz als Touristenregion gesteckt. Bei den Summen, die in diesem Jahr nach Wittenberg flossen, wird einem regelrecht schwindelig. Da haben andere Denkmäler und Initiativen oft das Nachsehen. Aber nach 5 Jahren Ablehnung hat der Förderverein Schloss Zerbst nun doch mal wieder Mittel (siehe oben) bekommen. Aber es sind noch weitere Mittel aus einem anderen Landesministerium angekündigt. Mehr dazu, wenn der Bescheid da ist.
    • Nicht zu vergessen, dass auch viel Geld nach Schloss Hundisburg floss/fließt. Das Schloss und der Park war auch größtenteils eine Ruine und das Land hat einige Anstrengung in die Rekonstruktion gesteckt, unter anderem in die Komplettrekonstruktion einer Barockdecke mitsamt der Malereien. (Erstaunlich, das hier im Forum noch keinen Faden zu diesem Projekt gibt.) Sprich das Land hat also schon ein großes Schloss-Projekt. Trotzdem schade, wenn so bedeutendes Kulturgut wie Schloss Zerbst so stiefmütterlich von den Institutionen behandelt wird. Um so höher ist das Engagement des Vereins zu würdigen. Danke!
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

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