Mainz - geplantes ECE-Center an der Ludwigsstraße

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    • Neubau Karstadt an der Ludwigsstrasse

      Vielleicht die Möglichkeit über eine Reko des Bischöflichen Palais nachzudenken:

      So ist ein Neubau der bestehenden Pavillons bis zur Straßenflucht mit Einbeziehung des Parkhauses [Standort des Palais?], der benachbarten Bank und der leer stehenden Büroflächen denkbar. Das Mainzer Haus könnte dann bis zu vier Etagen umfassen und Warenhaus, Lebensmittelangebot, Shops und Gastronomie etablieren. Somit würde Karstadt nicht nur die hiesige Verkaufsfläche erweitern, sondern auch den Anteil des Modeangebots von 35 auf 50 Prozent vergrößern können. Walloscheck sagte zu den nun neu geweckten Hoffnungen auf einen Umbau: „Auch Mainz kann sich Hoffnung machen, dass Investitionen fließen werden. Kunden, Politik und auch die Medien wünschen sich ja schon seit Jahren einen Um- oder Ausbau der Mainzer Filiale. Nun ist aber heute der Tag, an dem die Rettung bekannt gegeben wurde und da würde es unseriös aussehen, nun sofort daran zu denken.“


      Quelle: Allgemeine Zeitung - Karstadt-Rettung weckt in Mainz Hoffnung auf Neubau des Hauses

      Wir planen einen Warenhaus-Standort, arrondiert um Einzelhandel“, umschreibt Martin Hüls, Regionalleiter Nordwest des Projektentwicklers Multi Development GmbH, auf AZ-Anfrage die Bewerbung von Multi Development für die Neugestaltung der „Lu“.

      Am Montagabend stellte er auf Einladung der CDU-Fraktion sein Unternehmen vor, wie er gegenüber der AZ bestätigte. „Es hat eine entsprechende Anfrage gegeben, aber ich will selbstverständlich auch auf die anderen Fraktionen zugehen, ob sie einen ähnlichen Wunsch haben.“ Nähere Angaben zum Entwurf für den Neubau entlang der Ludwigsstraße machte Hüls mit Verweis auf das laufende Bewerbungsverfahren nicht.


      Quelle: Allgemeine Zeitung - Multi Development stellt der CDU Mainz Pläne für Karstadt und Ludwigsstraße vor
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Däne ()

    • Dieser Gedanken ist alles andere als neu für mich, ausgesprochen habe ich ihn noch nicht.
      Der Abriß des Bischöflichen Palais ist nach fast 50 Jahren in ganz erstaunlich intensiver Form noch im Gedächtnis vieler Mainzer bewußt geblieben - man ist immer wieder erstaunt, wie häufig man Ohrenzeuge des Bedauerns über den Verlust und die Umstände, die zum Abriß geführt haben, wird. An das Bischöfliche Palais erinnert heute am Bischofsplatz noch eines der Portale, das vor einer Reihe von Jahren dort aufgestellt wurde, von den beiden weiteren ist eines im Bockshöfchen zwischen Augustinerstraße 75 und Heiliggrabgasse 12 aufgestellt. Die Fensterkörbe des Spätrenaissancebaus wurden im Erdgeschoß des barocken Rochusspitals an die Fenster angefügt - selbst für den nicht Kundigen dürfte der unauthentische Hintergrund erkennbar sein.
      Das Bischöfliche Palais bildete einst sowohl einen markanten Blickpunkt im Blick vom Bereich Stefansberg / Kästrich als auch Hauptdominante der einst im alten Mainz so zahlreichen kleinen, beschaulichen Plätze in der inneren Altstadt.
      Das Palais wurde 1663-66 von Clemens Hinckh als Domkustodie für Domkustos Franz Georg von Schönborn, einem Bruder des regierenden Kurfürst-Erzbischofs Johann Philipp von Schönborn, als Spätrenaissancebau errichtet. Der Bau stellte mit geringfügiger Abweichung nach Ost einen in Nord-Süd-Richtung verlaufenden, langgezogenen zweigeschossigen Baukörper mit 11 Fensterachsen (gekuppelte Fenster) dar. Besonderer Blickfang waren die beiden Straßenportale am Bischofsplatz und der Eppichmauergasse sowie dem Gartenportal im Gartenbereich und natürlich die drei beherrschenden Volutengiebel. Bischof Colmar übernahm das Gebäude 1802 als Bischöfliches Palais. Beim Angriff im August 1942 brannte es aus, die Umfassungsmauern blieben überwiegend stehen.
      Trotz heftiger Proteste aus der Bevölkerung wurde die wiederaufbaubare Ruine abgekanzelt mit dem Ziel, die Fläche in den Hertie-Komplex einzubinden ("Ein Kaufhaus braucht ein Parkhaus") und an den Konzern verkauft - damit war sein Schicksal besiegelt.

      P.S.: @Däne: Vollen Respekt - wie um Himmels Willen hast du in Kopenhagen unser Bischöfliches Palais kennengelernt???
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    • Immerhin war in einer der Mainzer Zeitungen neulich mal das Palais im Zusammenhang mit dem Karstadt-Neubau abgebildet worden.
      Ich könnte mir in Mainz auf jeden Fall eine vereinfachte Rekonstruktion vergleichbar mit dem Sinn-Leffers-Haus am Markt vorstellen.

      Es kann gar nicht genug betont werden, was für eine Chance dieser Karstadt-Neubau für Mainz ist. Ein historisierender Neubau am Bischofsplatz und ein guter neuer Übergang vom Bischofsplatz zu Ludwigsstrasse wären ein gewaltiger Gewinn für diesen sensiblen Bereich, der die Traditionsinseln Rest-Altstadt, Schillerplatz und Markt miteinander verzahnt.
    • Wie gesagt, sind die drei Portale noch vorhanden und auf öffentlichen Plätzen aufgestellt (Bockshöfchen, Bischofsplatz und am Eingang der Domstraße vom Liebfrauenplatz) und die Fensterkörbe befinden sich an den Erdgeschoßfenstern des Rochusspitals in der Rochusstraße.
      Glücklicherweise ist das Schwestergebäude zum Bischöflichen Palais, nämlich der Schönborner Hof auf dem Schillerplatz, ebenfalls von Clemens Hinck stammend, erhalten.
      Das Palais stand in der Tradition des Privatplalais des "Römischen Kaisers", welches die Architektur der folgenden Zeit wesentlich prägte. Auch der Schönborner Hof entstand unter seinem unmittelbaren Einfluß. Ein erster Eindruck des Römischen Kaisers findet sich auf Wikipedia, dort findet sich auch ein Verweis auf den Schönborner Hof.
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    • P.S.: @Däne: Vollen Respekt - wie um Himmels Willen hast du in Kopenhagen unser Bischöfliches Palais kennengelernt???


      Das Palais wurde in deinem Beitrag erwähnt... wink:)
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Die ECE wird wahrscheinlich das Ludwigsforum bauen. Leider habe ich irgendwo gelesen, dass die ICE einen Glas-Stahl Bau plant... Die SPD scheint andere Vorstellungen zu haben, vor allem wird der Bau Ludwigsplatz 1 als "Leitbau" bezeichnet. Dieser Begriff ist jetzt in Westdeutschland angekommen!:

      spd-mainz-altstadt.de/pdf/Altstadtzeitung2011-2.pdf

      Hoffentlich ist die SPD damit erfolgreich.
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Gestern war gerade eine Visualisierung in der Allgemeinen Zeitung, die das Areal von oben abbildet. Die Planungen erstrecken sich von Gutenbergplatz über die Ludwigstraße, zur Weißliliengasse über den Bischofsplatz bis zum Weihergarten hin. Wer das Gebiet kennt, dem wird die ungeheuerliche Größe nicht unbekannt sein und daß es an Einkaufspotential in Mainz wahrlich nicht mangelt. Natürlich geht es auch darum, daß nicht alle Verantwortlichen erkennen wollen, daß das alles viel zu groß ist und man es in dieser Form nicht braucht, aber daß manche Herrschaften gerne mit den großen Hunden strullern wollen, ist ja nix neues.
      Das Bistum hat sich vor wenigen Tagen sehr deutlich darüber geäußert, wie es zu den Planungen, die auch ihm gehörenden 2 Grundstücke einbeziehen, denkt, und daß es nicht gewillt sei, sich von diesen zu trennen.
      Im Bereich Bischofsplatz, Eppichmauergasse und Weihergartenstraße begegnet uns noch ein uralter, großteils mittelalterlicher Straßenverlauf und auch das Bewußtsein über den Abriß des Bischöflichen Palais vor 50 Jahren, aus dem gleichen Umstand eines Kaufhauses heraus.
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    • Es wird ja noch einen städtebaulichen- und einen Fassadenwettbewerb geben. Im Moment ist jedenfalls alles "Im Fluss".
      Folgende Aussagen/ideen von ECE waren jedenfalls in letzter Zeit zu lesen:

      - Die Fassade am Bischofsplatz (wo jetzt das Parkhaus steht), soll die Gestalt der gegenüberliegende "historischen" (=angepasste Nachkriegsbebauung) Fassaden "behutsam aufnehmen". Der Bischofsplatz soll seinen ruhigen, würdigen Charakter behalten.
      - Die Ludwigsstrasse soll ihren Boulevardcharakter behalten. Die Fassade soll dort aus mehreren Abschnitten bestehen, um einen Eindruck von Kleinteiligkeit zu erzeugen.
      - Der Teil am Gutenbergplatz (dort gibt es z.Zt. nur einen der markanten Pavillons aus den 60er Jahren) soll zumindest die Silhouette der Vorkriegsbebauung aufnehmen, so soll auch der früher dort vorhandene Erker zitiert werden.

      Diese Aussagen waren zu lesen, als ECE noch mit der Multi Development um das Projekt konkurrierte, und nachdem sich auch Kardinal Lehmann eingeschaltet hatte.
      Lehmann äußerte Besorgnis dass ein "Klotz" entstehen könnte und wies darauf hin, dass Mainz weniger schlimme Bausünden als andere Städte verbrochen habe (womit er ja irgendwie recht hat).

      - Eine ECE Projektmanagerin wies gestern in einem Interview auf die ECE-Projekte in Essen (avantgardistisch) und Braunschweig (Reko) hin.
      Man lege höchsten Wert auf die Gestaltung und wolle mit der Stadt diesbezüglich zusammenarbeiten. Man sei aber zur Zeit in einem sehr frühen Stadium.
      - Auch über eine Nutzung von Arealen jenseits der Weissliengasse und auch am Schillerplatz wird nachgedacht

      Also ich denke das könnte noch sehr interessant werden.
    • Es ist ja schon merkwürdig, wenn sich hier die Kirche einschaltet. Schön an dieser Stelle, aber ansonsten gehört gerade die katholische Kirche zu den Bauherren, die neben Banken und Einkaufszentrumsketten wohl die meisten Bausünden der letzten Jahre auf dem Kerbholz hat. Gerade in Mainz, etwa jüngst die Mensa zum Willigis Gymnasium und der Neubau des Gemeindehauses zu St. Stephan, brutalistischer Schrott der Extraklasse, der locker die Niederungen der 1970er erreicht.
    • Däne schrieb:

      Die ECE wird wahrscheinlich das Ludwigsforum bauen. Leider habe ich irgendwo gelesen, dass die ICE einen Glas-Stahl Bau plant... Die SPD scheint andere Vorstellungen zu haben, vor allem wird der Bau Ludwigsplatz 1 als "Leitbau" bezeichnet. Dieser Begriff ist jetzt in Westdeutschland angekommen!:

      spd-mainz-altstadt.de/pdf/Altstadtzeitung2011-2.pdf

      Hoffentlich ist die SPD damit erfolgreich.

      Ich lese von Gutenbergplatz 1 als Leitbau. Gutenbergplatz 1 ist ein ansatzweise wiederhergestelltes Gebäude. Im Text heißt es: "Neue Gebäude am Gutenbergplatz sollen sich an den historischen Planungen orientieren und sie zeitgemäß interpretieren. Hierzu eignet sich hervorragend der „Leitbau" Gutenbergplatz 1." Der Begriff "Leitbau" wird hier also im Sinne eines Gebäudes gebraucht, an dem man sich orientieren sollte. Das Wort "zeitgemäß" signalisiert selbstverständlich wie immer Gefahr.

      An anderer Stelle wird gefordert: "Auf der neuen Gebäudefront am Bischofsplatz ist zeichenhaft an das früher dort stehende Bischöfliche Palais zu erinnern. Das Portal ist hierin zu integrieren." Von einer Rekonstruktion ist nicht die Rede. Es soll nur "zeichenhaft" an etwas erinnert werden. Tut mir leid, aber das ist zu wenig. Was ist denn bitte so schwer, wenigstens hier explizit eine äußere Rekonstruktion zu verlangen? Von einer Partei, die unreflektiert mit (modernistischen [Kampf])Begriffen wie "zeitgemäß" und "zeichenhaft" um sich wirft, erwarte ich nichts.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Es ist etwas merkwürdig - die Sache scheint ins Rollen zu kommen. Ich zitiere den heutigen Bericht der Allgemeinen Zeitung.

      "BI zur Ludwigsstraße vorm Start

      Unter dem Namen "Bürgerinitiative zur Stadterneuerung Ludwigsstraße" will der Mainzer Hartwig Daniels eine BI gründen. Daniels sieht die Pläne von ECE kritisch.
      "Das letzte Wort zur Zukunft unserer Stadt hat die Bürgerschaft, nicht der Eigentümer einer Gewerbeimmobilie" heißt es in einer Erklärung des Unternehmensberaters Daniels, der sich unter anderem bei der Mainzer Attac-Gruppe engagiert. Er fordert unter anderem eine ergebnisoffene Planung. Denn das Vorhaben zähle zu den bedeutendsten Umbauten der Innenstadt seit dem Zweiten Weltkrieg, "die Auswirkungen bleiben für mindestens zwei Generationen unumkehrbar". Die BI-Gründung soll bei einer Versammlung am Montag, 8. August, ab 18:30 Uhr im Mainzer Rathaus (Hörsaal im Untergeschoß) besprochen werden. "

      Es wäre äußerst begrüßenswert, einige Forums- Kollegen in meiner goldenen Stadt begrüßen zu können. Wer vom Forum kommt, dem spendiere ich im Anschluß im "Spiegel" Weck, Worscht un Woi.
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    • Vor etwa einer guten Stunde hat sich im Hörsaal des Mainzer Rathaus eine Versammlung von etwa 150 Menschen aufgelöst, deren Inhalt eine Interessen-Auslotung zugunsten einer BI zur Ludwigsstraßen-Bebauung war.
      Am 22.08. soll zwischen 18:00 und 18:30 an einem noch unbekannten Ort eine konstituierende Sitzung stattfinden. Bis dahin wird ein temporäres Gremium einen Satzungsentwurf vorbereiten und Sprachrohr der BI in Gründung sein.
      Die Wortmeldungen der Besucher fielen in einer ganz erstaunlich hohen Anzahl allesamt zugunsten der Beteiligung der Bürger und einer stadtgerechten und innenstadtverträglichen Lösung aus. Kritisch sahen viele Besucher das erste Ludwigsforum von der Stadt, bei der der Eindruck herüberkam, daß im Amtskämmerlein bereits schon vollendete Tatsachen geschaffen worden seien. Erwähnt wurde, daß dem FDP-Wirtschaftsdezernenten Sitte von der FAZ der Orden "Schneekönig" verliehen wurde - die Aussage "Der Investor schenkt der Stadt 300 Mio. Investitionsmasse" scheint taktisch suboptimal angekommen zu sein. Auch eine Aussage wie " Warum BI wenn doch schon Ludwigsforum seitens der Stadt" ging nach hinten los.
      Ich bin doch recht zufrieden, daß annähernd alle Teilnehmer bei den Diskussionen einen Standpunkt herübergebracht haben, bei dem die Entwicklung der letzten etwa 15 Jahre mit eingeflossen sind und sich doch sehr mit denen decken, über die wir hier im Forum auch zu einem gewissen Konsens gekommen sind. Es scheint nun doch ein Zeitpunkt erreicht worden zu sein, in denen sich der Bürger nicht mehr von jedem der politischen Vertreter eine verbale "Watschn" verpassen läßt.
      Was ist heuer bei den Bürgern angekommen? Viel. Da ist etliches zu sagen.
      - Da ist eine Ablehnung gegen die Art von Shopping-Mall, wie sie sich in eine wenig positive Art bekannt gemacht hat. Keiner klatscht mehr Beifall bei dem Gedanken, mit einem weiteren Nanu-Nana, einem weiteren Douglas, noch einem Ein-Euro-Shop beglückt zu werden.
      - Da ist das Bewußtsein über Ökonomie und Nachhaltigkeit bei solch einem Gebäude.
      - Nicht der erstbeste Entwurf muß es sein.
      - Verträglichkeitsgutachten von Firmen, die die bisherigen Grundlinien positiv bewertet haben und mit ECE sowieso in Einvernehmen stehen, scheinen wachsam beobachtet zu werden.
      - Ein Sprecher konnte sich einer überwältigenden Zustimmung gewiß sein, als er ansprach, daß nicht das neue Ludwigsforum das Einkaufszentrum der Stadt sein wird, sondern die Innenstadt selbst das Einkaufszentrum ist. Schon interessant: Nicht-APH´ler (Heiden) kennen in ihrem Wortschatz Begriffe wie" Das Ding", Der Klotz", "Konsum-Bunker" etc. Auch wenn diese Menschen Zweifel in ihren Herzen tragen, so wollen wir ihnen doch mit Geduld und Liebe begegnen, auf daß sie uns dereinst sein werden Brüder und Schwestern im Schoße des seligmachenden APHforums. :harfe: Wer kein APH´ler ist, kehre um, tue Buße, und bekehre sich zu uns. Unsere Zeit wird kommen. :rolleyes:
      - Man spricht auch offen über soziale Aspekte wie die Lohnspirale nach unten, bei denen die Arbeitnehmer überwiegend nicht als Festangestellte, sondern eher einen 400-Euro-Jobs vollziehen, wenn sie denn keine halbgezwungenen Selbständigen sind; auch die Gefahr, daß man dort so wenig verdient, daß sie noch zusätzlich gestützt werden müssen.
      - Keine Akzeptanz mehr bei den Grundprinzipien, nur an einem Eingang hinein, nur an einem Ausgang hinaus zu können (Herdentrieb, Massenmenschhaltung etc.)
      - Man scheint auch nicht mehr bereit zu sein, darauf zu vertrauen, daß sehr große Verkaufsflächen sich per se auf Dauer halten und spricht wirtschaftliche Entwicklungen der letzten 15 Jahre und auch der Zukunft an. (Keine Mall, deren Größe auf München passen würde, aber eben nicht bei uns).
      - Als eine Momentaufnahme: Der Saturn würde vom Brand auf die LU umziehen. Was geschieht dann an diesem Standort?
      - Keine Erweiterung der Baulinie bis dicht an die LU. Angesprochen wird auch die Gefahr, daß bei Menschenmengen z.B. an Fassenacht oder am Johannisfest bei "Verengung" der LU bei unvorhersehbaren Ereignissen eine Panik entstehen könnte und Menschen zu Schaden kommen könnten.
      - Aus Worms, Ludwigshafen, Bernkastel-Kues, Saarbrücken kamen Menschen angereist, um ihre Erfahrungen offenzulegen. Selbst Wiesbaden entsandte Vertreter. Wird der Erzfeind endlich vernünftig, oder sind es die Vorboten einer Kapitulation. Unsere Zeit wird kommen.
      - Positive und negative Aspekte des Braunschweiger Beispiels wurden angesprochen - man hat gelernt, über den Tellerrand zu schauen.
      - Man läßt offensichtlich den Einzelhandel nicht aus den Augen und spricht die Gefahr von einem langsamen Verschwindens von großteils alteingesessenen Geschäften an, was mittelfristig zum Infarkt der Innenstadt führen würde. Es wurde auch angesprochen, daß das Vergleichsbeispiel in Worms den Tod der Wormser Innenstadt nach sich geführt hätte.
      - Der Bischofsplatz würde auf jeden Fall eine Tiefgarage erhalten. Gestellt wurde auch die Frage nach der Zeit, um allein diese zu errichten, wie lange dieser spezielle Bereich gesperrt bliebe, und vor allem wie hoch die Gefahr ist, ob dem Mauerwerk der Johanniterkommende und vor allem der Johanniskirche Gefahren drohen könnten.
      - Gewünscht wird eine Festlegung auf den wirklichen Bedarf und nicht nach der größtmöglichen Zahl Verkaufsfläche, wie auch eine Rückzugsmöglichkeit seitens der Stadt.

      Fortsetzung folgt.
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    • Nachdem sich vor zwei Wochen "Sondierungsgespräche" ergeben hatten, wird am nächsten Dienstag, dem 23.08. um 19:00 h. im Mainzer Rathaus (Haifa- oder Valenciazimmer) eine BI in Angelegenheiten ECE Ludwigsstraße aus der Taufe gehoben.
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    • Am heurigen Donnerstag (01.Sept.) findet um 18:00 h. im Frankfurter Hof (Augustinerstraße, gegenüber der Augustinerkirche) das zweite Ludwigstraßen-Forum (LuFo) durch die Stadt Mainz statt. Hierbei sollen auch erste Planungen durch ECE präsentiert werden.
      Eine Bürgerinitiative hat sich zwischenzeitlich gegründet.
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    • Allgemeine Zeitung Mainz, heute, 02.09.

      Bürger zerpflücken Gutachten
      Lu-Forum Vorwurf: Empfehlungen folgen Wünschen des Investors ECE / Alternativen "ein Muss"

      Im Fokus des Abends stand der Einzelhandel. Wie schon am Abend zuvor im Stadtrat präsentierte gestern die BulwienGesa AG beim zweiten Lu-Forum im Frankfurter Hof ihr Gutachten zum von ECE geplanten Einkaufszentrum an der Ludwigsstraße - und wurde vom Publikum zerpflückt. Die Empfehlungen darin lauten im Kern: mindestens 28.000 Quadratmeter Fläche, Auffüllen von Angebotslücken und eine Arbeitsteilung im Tripol, also zwischen Römerpassage, Brand und Ludwigsstraße.
      Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, auch im "Gepäcknetz" - auf den Balkonen - drängten sich die Bürger. Oberbürgermeister Jens Beutel versprach, dass man auf keinen Fall einen künstlichen Konsumtempel wolle, der nicht zu Mainz passe, und bat um eine an der Sache orientierten Diskussion. "Vor uns liegt ein steiniger Weg". In der Tat.
      Ihm sei klar, dass Mainz bei manchen Geschäften Nachholbedarf habe, führte Martin Lepold von der Werbegemeinschaft Mainz aus. Aber viele der 70 angeblich fehlenden Anbieter seien durchaus vertreten, nur nicht als Mono-Shops. Selbst ihm versage die Fantasie, wer denn die 90 Geschäfte füllen solle. "Sicherlich kein klassischer Einzelhändler."
      Hartwig Daniels von der Bürgerinitiative Ludwigsstraße sagte, er halte die Einschätzung ("Das ist kein Gutachten") für völlig irrelevant. Man brauche ein unabhängiges Einzelhandelsstruktur-Gutachten. Einen städtebaulichen Masterplan der Stadt, anhand dessen ein Shopping-Mall-Betreiber prüfen könne, ob er in das Konzept passt.
      Pfarrerin Opitz-Chen von St. Johannis in der Altstadt beschwor: "Wir sind die direkten Nachbarn. Ich habe Angst um unsere 1100 Jahre alte Kirche, wenn so ein Wahnsinnsbau dort entsteht". Die Fuststraße müsse unbedingt auch für Autos geöffnet bleiben, "sie ist der einzige Zugang zur Kirche. Wir sind dann nur noch die Rückseite eines Einkaufszentrums".
      Ulla Brede-Hoffmann (SPD), Ortsvorsteherin der Altstadt, zeigte sich enttäuscht, dass, obwohl dies bereits im Stadtrat nachgefragt wurde, erneut keine Erläuterungen zu Datenerhebungen stattgefunden hätten. "Wir haben in der Altstadt schon Leerstände über Leerstände". Eine Stadt brauche auch attraktive Straßen zwischen Einkaufszentren.
      Es sei immer die Rede von einem Tripol, monierte Architekt Heinrich Lessing. Aber was sei mit der Augustinerstraße, dem Bahnhof und dem Fort Malakoff? Ein Einkaufszentrum, das doppelt so groß ist wie der Dom, sei für Mainz nicht angemessen. "Alternativen sind ein Muss und keine Gutachten, die zu den Wünschen des Investors passen".
      Ein Befürworter fand sich dann doch noch: Werner Rehn, für die Grünen im Ortsbeirat Oberstadt. "Wer in der ersten Liga mitspielt, braucht Mut".
      Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) abschließend: "Kein Gutachten wird uns eine schwierige Entscheidung abnehmen, die wir politisch treffen müssen". Ein weiterer ausführlicher Bericht folgt.
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    • Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, auch im „Gepäcknetz“ - auf den Balkonen - drängten sich Bürger. Oberbürgermeister Jens Beutel versprach, dass man auf keinen Fall einen künstlichen Konsumtempel wolle, der nicht zu Mainz passe, und bat um eine an der Sache orientierte Diskussion. .


      "Künstliche Konsumtempel", der Begriff gefällt mir. Denn nicht die "bösen" Rekonstruktionen sind das Künstliche, wie von Architektenlobby, Politikern und Hochfinanz immer behauptet wird, sondern das angeblich "Moderne" ist in Wahrheit das Künstliche.

      Mir war das zwar schon vorher klar, aber irgendwie hat der Artikel das Ganze noch stärker bestätigt.
      Wie würden Sie ein schönes Haus definieren? - Kollhoff : Ein schönes Haus ist ein schönes Haus. Es nimmt im Äußeren nicht nur Rücksicht auf die Umgebung, sondern ist dem Gemeinwesen verpflichtet, indem es dank seiner Konventionalität zur räumlichen und atmosphärischen Eigenart des Quartiers beiträgt.

      LobbyControl. Initiative für Transparenz und Demokratie
    • Als kleines Interludium den Bericht der Allgemeinen Zeitung von heute, 07.09., zur Ludwigsstraße:

      Stadtvorstand beschließt Zweitgutachten
      ECE-Center: Reaktion auf Kritik der Bürger / Sitte: Entscheidung politisch, nicht fachlich begründet

      Vor der Entscheidung über das geplante ECE-Einkaufscenter wird es ein zweites Wirtschaftsgutachten geben. Das hat der Stadtvorstand gestern beschlossen. Nach Auskunft des städtischen Pressesprechers Markus Biagioni steht vorerst nicht fest, an wen der Auftrag für das zweite Gutachten vergeben wird. Auch zu den Kosten des Erst- und Zweitgutachtens, die in beiden Fällen die Stadt trage, machte er keine Angaben.
      "Jetzt sind wir auf dem richtigen Weg", kommentierte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) den auch von ihr getragenen Beschluss. Sie hatte bereits im Juni ein Zweitgutachten gefordert. Bürgermeister Günter Beck (Grüne) bezeichnete die Kritik als berechtigt, die beim Ludwigsstraßenforum am Donnerstag am Gutachten des Büros Bulwien Gesa geäußert worden war.

      Gutachter mit zu großer Nähe zum Investor?

      Bürger hatten den Gutachtern von Bulwien Gesa eine zu große Nähe zum Investor ECE unterstellt, da ECE bei Bulwien Gesa regelmäßig Handelsdaten abrufe. Das von Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) nach einem Beschluß im Stadtvorstand beauftragte Gutachten kam zum Ergebnis, das neue Einkaufscenter in de Lu müsse idealerweise eine Verkaufsfläche von 28.000 bis 30.000 Quadratmetern haben, um attraktiv genug für Umland-Kunden zu sein und das Mainzer Tripol-Konzept zu stärken. ECE plant ein Center mit 30.000 Quadratmetern, das sind 18.000 Quadratmeter mehr, als Karstadt derzeit hat. Sitte betonte auf AZ-Anfrage, der gestrige Beschluß des Stadtvorstandes für ein Zweitgutachten sei "politisch" begründet und stelle die "fachliche Plausibilität" der Bulwien Gesa-Expertise "in keiner Weise" in Frage. "Von der Methodik her ist das Gutachten in keiner Weise zu beanstanden, aber um eine hohe Akzeptanz zu erreichen, ist eine zweite Expertise sicher hilfreich", so Sitte.
      CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Andrea Litzenburger erklärte, nachdem der Investor ECE seine ersten Pläne präsentiert habe, sei es nun "endlich an der Zeit, daß von Seiten der Stadt Pflöcke eingeschlagen werden". Sie werde in der nächsten Ratssitzung am 28. September den Antrag einbringen, das Einkaufscenter auf 20.000 bis 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu begrenzen. Auch sei für die CDU die Eppichmauergasse die Grenze der Bebauung. Zugleich forderte sie, die Kirchen als Anlieger und den Einzelhandel stärker einzubinden. "Die Stadt muß auch darauf achten, daß im Rahmen des Bauvorhabens und der Tiefbaumaßnahmen der Schutz der umliegenden Gebäude, insbesondere des Doms und der Johanniskirche, sichergestellt wird." Ein Armutszeugnis sei es, daß die Baudezernentin beim zweiten Ludwigsforum geschwiegen habe.
      ECE-Projektentwicklerin Sandra Harms stellte gestern im AZ-Gespräch klar. ECE brauche die Pax-Bank im Besitz des Bistums nicht für die neue Bebauung, darüber hinaus bekräftigte sie, daß ECE sowohl den Sprung über die Eppichmauergasse als auch die genannte Verkaufsfläche von 30.000 m2 als notwendig ansehe.
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    • Nachdem in der letzten Zeit der Informationsfluß aus den Medien über die Entwicklung der ECE-Pläne eher spärlich verlief, scheint sich eine interessante Entwicklung hinsichtlich des Verträglichkeitsgutachtens von Bulwien Gesa zu ergeben. Dies ist umso interessanter, da noch vor wenigen Wochen zu hören war, trotz der Zusage der Stadtspitze, nach den enormen Protesten seitens der Bevölkerung über gerade dieses Gutachten ein neues erstellen zu lassen, daß dies nun doch nicht weitergeführt werde und sich die Mainzer naturgemäß von ihrem hehren Herrn Oberbürgermeister (wieder einmal) bis aufs absolut allerletzte verarscht fühlten. Daß nun in der Allgemeinen Zeitung eine Überschrift wie folgt zu lesen ist, hat wohl nicht jeder, dem die etwas konservative Haltung der Allgemeinen Zeitung bekannt ist, erwartet:

      ECE-Gutachten "für die Tonne"

      Die Altstadt-SPD begrüßt, daß Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) ein zweites Gutachten zum ECE-Einkaufszentrum verbindlich zusagt. Dieses soll das erste jedoch ersetzen und nicht ergänzen, denn das erste Gutachten sei wertlos; es gehöre in die Tonne getreten", (sic!) heißt es in einer Presseerklärung. "Kritik und Mißtrauen" bezüglich des ersten Bulwien-Gesa-Gutachtens begründe sich in erster Linie "auf die wirtschaftliche Nähe des Gutachters zum Investor ECE", aber nicht nur: auch das "große Engagement" der Gutachterfirma Bulwien-Gesa beim Lobbyverband der Shopping-Center "German Council of Shopping Centers e.V.", dessen Vorstand wiederum zwei Manager von ECE angehören, nähre die Bedenken. "Für uns steht die Nähe von Bulwien-Gesa zu ECE außer Frage", so Andreas Behringer, Vorsitzender der Altstadt-SPD, "die Unabhängigkeit der Gutachterfirma hätte vor Auftragsvergabe durch das Wirtschaftsdezernat geprüft werden müssen".

      Allgemeine Zeitung, 17.10.11
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    • Das nächste Ludwigstraßenforum zum geplanten ECE-Einkaufscenter findet an diesem Freitag, den 28.10., 18:00 h., im Gutenbergsaal der Rheingoldhalle (direkt am Rhein, neben dem Rathaus), statt.
      Die Tagesordnung wird sich auf die Themen Verkehr und Parken beschränken.

      Bei Interesse bitte P.N. an mich.
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