Dresdner Hof- und Staatsbauten

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    • Bei den Arbeiten am Denkmal von Friedrich August dem Ersten haben die Restauratoren eine historische Urkunde im Sockel gefunden.

      Die Arbeiter stießen auf eine Flasche, in der das Papier über die Denkmalversetzung aus dem Zwingerhof auf den Wilhelmsplatz enthalten war. Eine Kopie des Schriftstücks von 1930 soll einen Platz im restaurierten Denkmal finden, das Original erhält das Dresdner Stadtarchiv.


      Dazu ein Beitrag im Dresdenfernsehen:

      Historischer Fund bei Restauration -
    • 1. Erster Sächsischer König bald auf dem Schlossplatz
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      Denkmal Friedrich August I. von Bildhauer Rietschel wird am 29. Mai eingeweiht

      Am 29. Mai 2008 wird das restaurierte Denkmal des sächsischen Königs Friedrich August I. (der Gerechte), welches aus der Hand des Bildhauers Ernst Rietschel stammt, mit einem feierlichen Akt und per Kran auf seinen neuen Standplatz vor dem Ständehaus auf dem Schlossplatz gehoben. Musikalisch werden der Dresdner Kammerchor und die Rathauspfeifer dieses Ereignis begleiten. Bürgerinnen und Bürger Dresdens sind ab 16 Uhr herzlich eingeladen, dabei zu sein.

      Die Bronzeplastik musste restauriert werden, weil sie durch Umwelteinflüsse stark beschädigt war. Bis zum November 2007 stand das Denkmal von Friedrich August I. neben dem Japanischen Palais am Palaisplatz. Am 27. November wurde es heruntergehoben und in die Werkstatt der Firma Fuchs und Girke (die Firma restaurierte bereits den Golden Reiter) transportiert. Nun findet die Plastik zwischen Hofkirche und Freitreppe zur Brühlschen Terrasse einen attraktiven Standort. Hier stand ursprünglich ein Reiterstandbild von König Albert, welches nach 1952 verloren ging.

      Restaurierung
      In der Werkstatt der Firma Fuchs und Girke in Ottendorf-Okrilla wurde die Plastik in seine Einzelteile zerlegt. Sie erhielt ein neues Stützgerüst aus Edelstahl. Die Statik wurde überprüft und alle Oberflächen gereinigt. Verlorene Teile des Lorbeerkranzes und am Schwert der Gerechtigkeit konnten ergänzt und Einschusslöcher repariert werden. Zum Schluss erhielt die Arbeit Rietschels einen Überzug aus mikrokristallinem Schutzwachs. Nun ist das Denkmal bereit für die Montage.
      Die Restaurierung wird aus dem Nachlass der Familie Sprung (1) finanziert und kostet insgesamt ca. 205 390 Euro. Eine Plakette auf dem Gehweg vor dem Denkmal soll daran erinnern.

      Urkunde
      Beim Demontieren des Denkmals und Abbau des Sockels fand die Firma Fuchs und Girke in einer Flasche eine Urkunde. Sie zeugt von der „ Denkmalversetzung, April 1930 aus dem Zwingerhof auf den Wilhelmsplatz“. Aufgezählt sind die beteiligten Personen. Eine Kopie dieser Urkunde wird wieder Platz im restaurierten Denkmal finden. Das Original erhält das Dresdner Stadtarchiv.

      Friedrich August I. „der Gerechte“ wurde am 23. Dezember 1750 geboren und starb am 5. Mai 1827 in Dresden. Unter dem Namen Friedrich August III. war er ab 1763 Kurfürst und von 1806 bis 1827 erster König von Sachsen. 1791 wurde er zum König von Polen gewählt, amtierte jedoch nur von 1807 bis 1815 als Herzog von Warschau. Friedrich August I. war der Sohn von Kurfürst Friedrich Christian von Sachsen und dessen Gemahlin Maria Antonia Walpurgis. Weil er noch minderjährig war, vertraten ihn bis 1768 seine Mutter (vormundschaftliche Regentin) und sein Onkel Prinz Xaver (Administrator). 1806 erhielt er durch Napoleon die sächsische Königskrone. Damit bekam Sachsen eine Staatsqualität, die sich von einem Kurfürstentum im heiligen römischen Reich unterschied und die im Freistaat Sachsen erhalten blieb. Friedensliebe, Rechtschaffenheit und Besonnenheit des Monarchen in Verbindung mit großem Einsatz bei der Verteidigung seines Rechtsstandpunktes verhinderten die von Preußen betriebene Auslöschung der Selbstständigkeit des sächsischen Staates. Friedrich August der Gerechte setzte sich als Großherzog von Warschau persönlich für den Erhalt des polnischen Staates ein. Das erklärt auch die vielen polnischen Emigranten nach 1830 in Sachsen.

      Ernst Rietschel
      Ein Grund für die Restaurierung und Wiedererrichtung des Denkmals ist seine künstlerische Bedeutung für die Plastik des 19. Jahrhunderts. Von Semper und Thürmer stammt der Sockel, das Bild des Monarchen von Ernst Rietschel. Ernst Rietschel (1804 bis 1861) ist der Begründer der Dresden Bildhauerschule des 19. Jahrhunderts. Ab 1832 war er Professor an der Dresdner Kunstakademie und trug hier wesentlich zur Reform der Bildhauerausbildung bei. Er setzte realistische, lebensnahe Bildhauerkunst durch. Vorbilder für eine Sitzhaltung gibt es wohl im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert. Das Neue und Einzigartige ist „der Herrscher als ein Nachdenkender“. Hier wie auch mit den Statuen der Frömmigkeit, Weisheit, Gerechtigkeit und Milde bringt Rietschel die zeitgenössische Auffassung des Königtums in der Zeit der Entstehung des Denkmals 1831 – 1843 zum Ausdruck. Es ist die Zeit der Durchsetzung der sächsischen Verfassung von 1831 – „der nachdenkliche Monarch als Sinnbild für die historische Situation der Monarchie im 19. Jahrhundert“ – wie Werner Schmidt es charakterisierte.

      2004 lenkte der 200. Geburtstag des Bildhauers Ernst Rietschel die Aufmerksamkeit auf dieses Meisterwerk der Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts: auf das Denkmal Friedrich August des Gerechten. Historiker, Vertreter der Sächsischen Akademie der Künste und des Semperclubs brachten den neuen Standort auf dem Schlossplatz ins Gespräch. Eine Restaurierung war nötig, ein Standortwechsel also möglich. Die bedeutenden Monumentalbauten des Schlossplatzes sowie die historischen und inhaltlichen Beziehungen charakterisieren den gewählten neuen Standort als eine glückliche Entscheidung. Mit der Umgestaltung des Zwinger-Innenhofes ab 1924 folgte die Umsetzung an das Japanische Palais.



      (1) Prof. Dr. Hans Bernhard Sprung war von 1946 bis 1963 Direktor der Chirurgischen Klinik der Medizinischen Akademie „Car Gustav Carus“. Seine Ehefrau setzte die Stadt Dresden als Alleinerbin des Nachlasses von ca. 900 000 Euro ein, mit der Maßgabe, das Geld für die Restaurierung von Kunstwerken zu verwenden. Bisher finanzierte Dresden aus dem Nachlass einen Brunnen im Blüherpark sowie die Restaurierung von vier barocken Plastiken und neun Vasen.

      Diesen Artikel finden sie im Web-Auftritt unter Erster Sächsischer König bald auf dem Schlossplatz - Stadt, Verwaltung & Rat - Dresden
    • Erster Sächsischer König ab morgen auf dem Schlossplatz
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      Denkmal Friedrich August I. von Bildhauer Rietschel wird am 29. Mai eingeweiht

      Am Donnerstag, 29. Mai 2008 wird das restaurierte Denkmal des sächsischen Königs Friedrich August I. (der Gerechte), welches aus der Hand des Bildhauers Ernst Rietschel stammt, mit einem feierlichen Akt und per Kran auf seinen neuen Standplatz, zwischen Hofkirche und Freitreppe zur Brühlschen Terrasse, vor dem Ständehaus auf dem Schlossplatz gehoben.
      Gegen 15:45 Uhr wird die Plastik König Friedrich August I. auf einem Transporter über die Augustusbrücke gefahren kommen. Vor dem Ständehaus wird der Monarch schon von den offiziellen Gästen erwartet. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. 15:55 Uhr beginnt der feierliche Akt mit Musik der Dresdner Rathauspfeifer. Es folgt die Rede des amtierenden Oberbürgermeisters Dr. Lutz Vogel, ein Grußwort des außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafters der Republik Polen, S.E. Herr Marek W?adys?aw Prawda und ein Grußwort des Präsidenten der Sächsischen Akademie der Künste, Prof. Dr. Ingo Zimmermann. Anschließend wird Ingo Kriester eine Spendertafel für das Ehepaar Sprung vor dem Sockel des Denkmals enthüllen. Ingo Kriester ist der Neffe der Witwe Sprung, deren Zuwendung an die Stadt die Restaurierung maßgeblich ermöglicht hat. Anschließend erklingt die Hymne, die Richard Wagner eigens zur Weihe des Denkmals 1843 komponierte. Darbieten wird sie der Dresdner Kammerchor unter Leitung von Prof. Hans-Christoph Rademann. Danach sind die Spezialisten der Firma Fuchs und Girke an der Reihe. Dr. Lutz Vogel gibt ein Zeichen, ein Kran hebt die Plastik an und auf ihren Sockel. Das ist Präzisionsarbeit und wird zwischen fünf und zehn Minuten dauern. Für einen angemessenen musikalischen Ausklang sorgen die Rathauspfeifer. Dann wird es vollbracht sein und der erste Sächsische König Friedrich August I. kann von seinem neuen Standort aus das Treiben auf dem Schlossplatz beobachten.
      Als offizielle Gäste werden erwartet: Präsident des Sächsischen Landtages Erich Iltgen, Prof. Dr. Werner Schmidt, Prof. Karlheinz Blaschke, Prof. Dr. Heinrich Magirius, Dipl.-Ing. Klaus Tempel, Mitglieder der Familie Rietschel sowie Mitglieder des Hauses Wettin.


      Der rote Granitsockel und der eigentliche Denkmalsockel darauf stehen ja schon. Sieht jetzt schon gut aus und paßt meiner Meinung nach sehr gut auf den Schloßplatz.
    • "Henry" schrieb:

      Erster Sächsischer König ab morgen auf dem Schlossplatz
      Der rote Granitsockel und der eigentliche Denkmalsockel darauf stehen ja schon. Sieht jetzt schon gut aus und paßt meiner Meinung nach sehr gut auf den Schloßplatz.


      Und mich (sicherlich auch die anderen hier) würde es sehr freuen, wenn dann einer der Dresdner frische Bilder von dem Denkmal machen könnte. :D

      Ich freue mich schon seit Tagen darauf! :peinlich:
    • Grottensaal im Dresdner Zwinger könnte teilsaniert werden

      Gerade auf SZ-Online gefunden:
      sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1846001
      (Da gibt es auch ein paar Bilder von der Ausgrabung. Aber leider keine vom Grottensaal, wie er mal ausgesehen hat - vielleicht hat ja Bautzen Fan welche? :zwinkern: )
      Wäre jedenfalls keine schlechte Sache, wenn sich die Entscheidungsträger zu der Rekonstruktion durchringen könnten. Laut dem Artikel gibt es ja mehr erhaltene Objekte als vom Grünen Gewölbe - die Voraussetzung wäre also sehr gut, es ist deshalb sicher hauptsächlich eine Frage des Geldes. Na, wir werden sehen.

      Jetzt auch ein Videobeitrag beim Dresden Fernsehen:
      dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=1988&showNews=232851
      Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.

      Oscar Wilde (1854-1900)
    • @Mjölnir
      Die Nachricht als solche hatte Kindvon2dresdnern schon mal gepostet, allerdings in der Fassung von dpa. Und dort konnte man nun folgende wichtige Information lesen (das fehlt im SZ-Artikel):

      „Hiermit liegen erstmals Belege der originalen Farbgestaltung des Grottensaals vor.“ Ein Kupferstich von Zwinger-Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann von 1729 zeige diesen als überaus reich dekorierten Raum mit stuckverzierter, bunt bemalter Decke und Wänden. Bildhauer Balthasar Permoser habe mit Apoll und Minerva die Marmorfiguren für die Nischen der Grotte geschaffen. Im frühen 19. Jahrhundert waren der Grottensaal umgebaut und die Wandverzierungen vollständig abgeschlagen worden.


      Das heißt, Fotos gibt es natürlich nicht. Aber eben eine bildliche Darstellung in Form eines zeitgenössischen Kupferstiches (von 1729). Hier ist er:

      fotothek.slub-dresden.de/fotos/df_0250001/df_0256853.jpg

      Deswegen wird - verständlicherweise - so gejubelt über die vielen Fundstücke. Der Kupferstich allein wäre sicher eine zu "dünne" Grundlage für eine Rekonstruktion, aber jetzt erscheint das möglich.
    • Danke BautzenFan für die prompte Info.
      Habe ich gar nicht mitbekommen, daß Kindvon2dresdnern die Nachricht schon mal gepostet hatte - bin zur Zeit nicht so auf dem Laufenden.

      Ich habe mir gerade den Beitrag vom DF in Ruhe angeschaut, da wurde der Stich auch gezeigt. Am Ende des Beitrages hieß es allerdings, daß eine Reko nicht vorgesehen sei. Nun, wir werden sehen. Es würde den Zwinger jedenfalls aufwerten und ihm den ursprünglichen Charakter eines barocken, höfischen "Vergnügungstempels" ( :gg: ) zurückgeben.
      Da solche weitreichenden und auch kostspieligen Entscheidungen nicht über Nacht getroffen werden können, heißt es sich eben in Geduld üben. Vielleicht fällt eine positive Entscheidung 2013, wenn das Schloß "fertig" ist.
      Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.

      Oscar Wilde (1854-1900)
    • Der Vollständigkeit halber kopiere ich den Artikel noch einmal hierher:

      „Archäologischer Glücksfall“

      Dresden - Bei Ausgrabungen im Dresdner Zwinger haben Archäologen die gut erhaltene unterirdische Wasserversorgung einer großen Brunnenanlage mit Kanälen, Zuführungen und Auslässen freigelegt. Sie könne eindeutig der Raumausstattung des ursprünglich im Erdgeschoss des Mathematisch-Physikalischen Salons angelegten Grottensaals von 1714 zugeordnet werden, teilte das Landesamt für Archäologie am Donnerstag mit.

      Ein „archäologischer Glücksfall“ sei der Fund zahlreicher Fragmente der stuckverzierten Raumdekoration in einer Verfüllschicht. Die häufig mehrfarbigen und reliefierten Stuckfragmente zeigen Gesichter, Muscheln oder Architekturdetails, die für die baugeschichtliche Forschung des barocken Zwinger von großer Bedeutung sind, hieß es.

      „Hiermit liegen erstmals Belege der originalen Farbgestaltung des Grottensaals vor.“ Ein Kupferstich von Zwinger-Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann von 1729 zeige diesen als überaus reich dekorierten Raum mit stuckverzierter, bunt bemalter Decke und Wänden. Bildhauer Balthasar Permoser habe mit Apoll und Minerva die Marmorfiguren für die Nischen der Grotte geschaffen. Im frühen 19. Jahrhundert waren der Grottensaal umgebaut und die Wandverzierungen vollständig abgeschlagen worden. (dpa)

      Quelle: Schsische Zeitung [online] - Dresden: Archologischer Glcksfall


      Ich hatte noch nie von diesem Raum gehört. Wo war denn dieser gelegen? Ich wollte gerade mal die Pläne bei bildindex durchforsten, komme aber leider derzeit gar nicht auf die Seite.
      Kann eigentlich der Fund dieser Fragmente auch von Vorteil für die Rekonstruktion der barocken Räume des Schlosses sein (z.B.Farbschichten)?
    • Pressemitteilung des Finanzministeriums von heute:

      Nymphenbad im Dresdner Zwinger lädt wieder zum Verweilen ein

      Ab heute kann die barocke Baukunst des Nymphenbades im Dresdner Zwinger wieder in Augenschein genommen werden. Die Sanierung einer der ältesten Baugruppen in der meistbesuchten Schlossanlage Sachsens (2 Millionen Besucher pro Jahr) ist damit abgeschlossen und wurde von Sachsens Finanzminister Prof. Georg Unland im Rahmen einer Feierstunde gewürdigt: „Für alle, die an den Planungen und Ausführungen der Baumaßnahme beteiligt waren, war es eine besondere Herausforderung, den hohen baulichen und bildhauerischen Ansprüchen von Pöppelmann und Permoser gerecht zu werden. Zum Gelingen haben viele beigetragen und es ist für die Dresdner und ihre Gäste ein schöner Moment, das Nymphenbad nun wieder zum Verweilen nutzen zu können.“

      Der Freistaat Sachsen hat rund 2,6 Millionen Euro in diese Baumaßnahme investiert, die unter Leitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Dresden I, stand. Das Gesamtbauprogramm für den Zwinger beläuft sich auf rd. 54 Millionen Euro. Große Teile dieses Programms wurden bereits realisiert, so die Sanierung der Porzellansammlung mit ihren verschiedenen Galerien und des Glockenspielpavillons. Dafür wurden bis Ende 2007 bereits 37,5 Millionen Euro verbaut. Nach dem Nymphenbad rücken der Mathematisch-Physikalische Salon (12,5 Millionen Euro) und ab 2009 der Wallpavillon in den Mittelpunkt der Bautätigkeiten.

      Das Nymphenbad entstand im Zeitraum zwischen 1712 und 1719. Fertig gestellt wurde es anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August II. und Maria Josepha von Österreich.

      Der Nymphenbad wurde von Matthäus Daniel Pöppelmann – wie übrigens der gesamte Zwinger – aus Sandstein (aus dem Elbsandsteingebirge) und als eine Art Baukasten konstruiert. Das war ein großer Vorteil bei der Sanierung. Einzelne Teile konnten somit herausgenommen, neu gefertigt oder saniert und anschließend wieder eingesetzt werden.

      Zur Zeit seiner Enstehung fehlten im Nymphenbad das steinerne Mittelbecken und die Nymphen in den Nischen der östlichen Fassade. Diese bauliche Unvollkommenheit führte zu einer Art Dornröschenschlaf des Bades, aus dem es erst wieder zu Beginn des 20. Jahrhunderts geweckt wurde. Verantwortlich dafür war der Architekt Dr. Hubert Ermisch, der die Wasserspiele rekonstruierte und das Mittelbecken bauen ließ. Der Bildhauer Georg Wrba fertigte die fehlenden Nymphen samt Sockel für die östliche Fassade. Damit war das Nymphenbad barocker als je zuvor.

      Im September 2006 wurde mit der Planung und Sanierung begonnen. Heute – nach fast zwei Jahren Bauzeit – sind die Außenhülle und die Treppen wieder hergestellt. Das Wasserbecken ist abgedichtet, die Betriebs- und Steuertechnik ist auf dem neuesten technischen Stand und erstmals wurde auch eine dezente Beleuchtung für die Abendstunden eingebaut.

      Einen hohen Anteil am Gelingen der Baumaßnahme hatte die Zwingerbauhütte. Hier wurden Arbeiten im Wert von rund 300.000 Euro durch Eigenleistungen erbracht und insgesamt 166 Einzelteilen (z.B. 85 Baluster, 18 Nymphen, Vasen und Figuren) ihr barocker Ursprung zurückgegeben. Besonders die Restaurierung der Nymphen hatte es in sich, da diese auf Grund einer ÖlÜbermalung aus dem 19. Jahrhundert im Innern stark mit Salz belastet waren. Sie kamen in den Genuss einer „Wellnesskur“ und sind heute schöner denn je.


      Im Text heißt es:
      „Nach dem Nymphenbad rücken der Mathematisch-Physikalische Salon (12,5 Millionen Euro) und ab 2009 der Wallpavillon in den Mittelpunkt der Bautätigkeiten.“

      Hier möchte ich noch einmal an den kürzlichen Ausgrabungsfund im Bereich des Mathematisch-Physikalischen Salons erinnern (Stichwort Grottensaal, Seite 9 im gleichen Thread, dort obere Beiträge).
      Da es bei der Zwingersanierung demnächst mit dem M.-P. Salon weitergeht, werden wir ja hoffentlich bald erfahren, wie man mit dem Grottensaal verfahren wird (Reko ja oder nein).
    • Pressemitteilung des Sächsischen Finanzministeriums von heute:

      Neue Farbe für das Johanneum sichtbar

      Nachdem die Gestaltungskommission der Landehauptstadt Dresden im Juli eine neue Farbe für die Fassaden des Johanneums festgelegt hat, wird diese nun erstmals für die Öffentlichkeit sichtbar. Gestern fielen die Gerüste an der Westfassade. Die Fassaden sind einfarbig und natursteinfarben. Die Einfarbigkeit entspricht dem gestalterischen Konzept aus der Umbauphase von 1872-1876 und lies sich anhand von Farbresten aus der Entstehungszeit rekonstruieren.

      Außer der neuen Farbe wurden weitere Sanierungsarbeiten an der Westfassade durchgeführt (Entsalzung, ein neuer Blitzschutz, Putzarbeiten, Risssanierung, Fensteraustausch). Die Arbeiten zur Fassadensanierung werden jetzt bis zum Frühjahr 2009 an der Nordfassade (Stallhofseite) fortgesetzt.

      Mit der Planung der Fassadensanierung des Johanneums wurde im Jahr 2007 begonnen. Es ist beabsichtigt die Fassaden, einschließlich der Fenster und der Außentüren, aber auch die Ornamentikelemente wie z. B. das Reiterrelief, im Neorenaissancestil (Umbauphase 1872-1876 durch Oberlandbaumeister Karl Moritz Haenel) wieder in alter Schönheit entstehen zu lassen.

      Dabei werden im Jahr 2008 die oberirdischen Fassadenarbeiten, vom Gerüst aus, an der West- und Nordfassade durchgeführt, zeitgleich finden die Tiefbauarbeiten an der Ost- und Südseite statt. Im Jahr 2009 wird dies umgekehrt der Fall sein.

      Mit der Fertigstellung der Fassaden des Johanneums wird im Dezember 2009 gerechnet. Die Projektleitung obliegt dem Staatsbetrieb SIB. Der Freistaat Sachsen investiert 4,4 Millionen Euro in die neuen Fassaden.


      Hintergrundinformationen:

      Kurprinz Christian II. legte am 6. Juni 1586 den Grundstein für den dreiflügeligen Renaissancebau, dessen Erdgeschoss zunächst als Stall und Wagenremise diente und der im Obergeschoss die kurfürstliche Rüstkammer beherbergte. Nach mehreren Umbauten im 18. Jahrhundert erfolgte der Wandel zum Ausstellungsgebäude. Der letzte große Umbau erfolgte 1872 bis 1876, in dessen Zuge das Gebäude die Fassade im Stil der Neorenaissance und zu Ehren König Johanns den Namen „Johanneum“ erhielt. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg begann ab 1954 der Wiederaufbau des Johanneums. Seit diesem Zeitpunkt nutzt das Verkehrsmuseum Dresden das Gebäude. Das Museum ist trotz der Einschränkungen für den Besucherverkehr geöffnet.


      Die Pressemitteilung beinhaltete auch folgendes Bild (das scheint aber ein älteres zu sein, von der Probeachse):