Lübeck - Neubauten im Gründerviertel

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    • Die von Frank eingebunden Bilder zeigen beide die Alfstraße, welche direkt auf den Nordturm von St. Marien zuläuft.
      Das betreffende Bild ist auch hier zu betrachten.

      Nahezu das gesamte westliche Vorfeld der Marienkirche bis zur Untertrave zwischen Mengstraße und Holstenstraße wurde 1942 schwer verwüstet und in den Folgejahren abgeräumt.
      Zu sehen ist das ganz gut in diesem Bild:. bildindex.de/bilder/fm932163a.jpg

      -Frank- schrieb:

      Interessantes Projekt, das hier in der Tat unverständlicherweise etwas zu kurz gekommen ist
      Na und ob! Aber es ist hier offenbar niemand aus S.-H. aktiv vertreten. Mehr will ich gar nicht dazu sagen.

      Dein Bedauern, dass es zu keinen Rekonstruktionen kommen soll, teile ich voll.
      Dabei wäre die Auswahl so groß:
      Mengstraße , Alfstraße , Fischstraße, Braunstraße

      Findet jemand das direkt östlich des Projektgebiets neu errichtete Internationale Studentenwerk zwischen Alfstraße und Fischstraße gelungen? Wenn das ein Vorbild sein soll... :augenkrummblau:
      Gibt es vielleicht bereits Visualisierungen der Planungen?
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Findet jemand das direkt östlich des Projektgebiets neu errichtete Internationale Studentenwerk zwischen Alfstraße und Fischstraße gelungen? Wenn das ein Vorbild sein soll...
      Gibt es vielleicht bereits Visualisierungen der Planungen?


      Das Studentenwohnheim ist bemüht, hat aber deutliche Mängel.

      Pluspunkte:
      - Gegliedert in einzelen Fassadenabschnitte
      - Lochfassade mit nach oben kleiner werdenden Fensteröffnungen
      - Geschlämmte Backsteinfassade

      Negativ:
      - Keine Satteldächer - Farbe und Form der Dachlandschaft
      - Fassadenabschnitte gleichfarbig, wodurch doch der Eindruck eines einzelnen Gebäudes über mehrere Parzellen entsteht
      - Überbauung mehrerer Parzellen und vor allem:
      - Durchbau des gesamten Baublocks zwischen Alf- und Fischstraße. Die historischen Parzellen reichten nur bis zur Blockmitte.

      Für das Ulrich-Gabler-Haus an der Ecke Alfstraße/Schüsselbuden gibt es Visualisierungen

      Aber keine Angst, das ist nur der Erstentwurf. Dank des Gestaltungsbeirates wurde der Entwurf noch deutlich verbessert. U.a. werden die Satteldächer jetzt rot und zur Alfstraße hin wird der Komplex jetzt ein Stockwerk niedriger. Die schmalen, bodentiefen Fenster bleiben leider.
      Die Bauarbeiten sind im Moment zwischen Erdgeschoss am Schüsselbuden und im 2. Stock am Studentenwohnheim angekommen. Es gibt sogar eine Webcam.
      Rechts sieht man dort das Studentenwohnheim, ganz links oben eine Ecke der Marienkirche.

      Weitere Visualisierungen anderer Häuser gibt es noch nicht, dazu ist es noch zu früh.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • @ Frank 1204

      Danke für die Infos!
      Ich möchte eurer Bürgerinitiative dringend empfehlen, den Gedanken der Rekonstruktion einiger besonders herausragender Häuser (nennen wir Sie a la Dresden "Leitbauten") viel stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, im Falle der Frankfurter Altstadt oder des Dresdener Neumarkts hat das auch funktioniert! Es muss aus dem Lübecker Bürgertum deutlich der Wunsch nach Rekonstruktion in das Rathaus getragen werden, ansonsten wird sich die übliche Lobby aus renitenten Alt-68-ern, Modernisten, Bauhaus-Fanatiker-Architekten durchsetzen.

      Warum steht auf der Internet-Seite eurer der BI nichts über die aktuellen Stand der Planungen über das Gründervietel? Mit Verlaub, die Seite der BI ist bescheiden! (siehe: die-birl.de/main.htm). So eine Internet-Seite braucht Ihr stattdessen: neumarkt-dresden.de/

      Wenn sich die Modernisten-Lobby im Gründerviertel durchsetzt, dann gibt es ein zwar kleinteiliges, aber dennoch - wie es für die heutige Architketur kennzeichnend ist - völlig monotones 0815-Stadtvietel! Wie z.B. in Stralsund, das Quartier 17: siehe: tlg.de/uploads/media/q_17_montage_01.jpg eye:)
    • @Kralle: zumindest mit der von mir verlinkten Informationsbroschüre sind doch aktuelle Informationen durch die Bürgerinitiative veröffentlicht worden. Aber die Internetseite selbst ist natürlich verbesserungswürdig.

      @ Frank 1204: besten Dank für deine ausführlichen Informationen. Je mehr ich über dieses Projekt lese, um so mehr ärgere ich mich, dass hier die üblichen Betonköpfe aus Architektenschaft, Stadtplanung und Denkmalpflege wieder einmal diese einzigartige Chance zur Stadtbildreparatur zu verhindern suchen.

      Bitte gebt in Anbedracht dieser einmaligen Chance nicht auf. In euren von mir verlinkten Bürgernachrichten gebt ihr ja durchaus die passenden Gegenargumente, die aber vielleicht noch offensiver transportiert werden müssten, finde ich:

      a) Immer wieder Visualisierungen des historischen Zustandes zeigen. Wenn man nicht auf so geniale Computerbilder wie von Andreas Hummel (Dresden/ Potsdam) oder unserem Jörg (Frankfurt) zurückgreifen kann, dann gibt es doch genügend frei verwendbare historische Photos.

      b) immer wieder die Scheinheiligkeit und Falschheit solcher hier im APH ja immer wieder diskutierter Floskeln wie „Ehrlichkeit“, „Geschichtsfälschung“ und „Mut zu Neuem“ darlegen und betonen, dass diese schon in der Vergangenheit wirklich jedem Rekoprojekt (einschließlich der Dresdener Frauenkirche) von den dogmatischen „Fachleuten“ entgegengeschleudert worden sind.

      c) immer wieder (möglichst auch mit Visualisierungen) auf den „Mut“ anderer Städte hinweisen, die Jahrzehnte nach den Kriegszerstörungen ganze Fassadenzüge (Frankfurt, Mainz, Hildesheim) komplett neu rekonstruiert haben bzw. gerade dabei sind (Dresden, Frankfurt, Potsdam) mit Hilfe eines Leitbaukonzepst eine vergleichbare Aufgabe ähnlich zu lösen.

      Nur weiter so und halte uns auf dem Laufenden!

      Wenn wir euch bei passener Gelegenheit durch Leserbriefe oder Briefe an relevante Politiker unterstützen können, gebt nur Bescheid.
    • @Frank: Nicht, dass hier der Eindruck entsteht, ich bin einer der "Macher" in der BIRL. Ich bin lediglich "normales" Mitglied. Aber einer der Sprecher der BIRL, Manfred Finke, ist Mitglied im sogenannten "Expertengremium", das in die Planung der ganzen Sache involviert ist. Er versucht dort, den Rekonstruktionsgedanken einzubringen, aber leider ist er dort zum größten Teil von Architekten umgeben, so dass er einen ziemlich schweren Stand hat. Aber die Hoffnung ist wohl noch nicht ganz begraben, denn während in der erwähnten Infoveranstaltung behauptet wurde, in dem Gremium wären über 90% gegen Rekonstruktionen, mailte er mir vor einiger Zeit, dass der Anteil der Befürworter deutlich höher war.
      Ich werde demnächst mal nachfragen, ob sich inzwischen irgendetwas getan hat und was man unternehmen könnte, um mehr Öffentlichkeit zu erlangen.
      Vielen Dank für das Angebot zur Unterstützung. Auch das werde ich ihm mal schreiben.
      Ja, die Webseite der BIRL ist leider seit Jahren unverändert. Wenn ich mehr Zeit hätte, hätte ich mich da ja mal angeboten, aber leider ist mir das im Moment nicht möglich. Wie das so ist mit ehrenamtlichen Sachen - die laufen leider meist etwas schleppend.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Hier kommen wie schon erwähnt ein paar Bilder:


      Blick auf die Marienkirche Sommer 2010. Zu sehen ist die Fischstraße. Links die Hanseschule, die auch im Moment noch steht, dahinter das Studentenwohnheim von 2005/2006, dahinter Nachkriegsbauten der 60er/70er. Rechts Reste der Dorothea-Schlözer-Schule während des Abrisses.


      In einem Restflügel der abgerissenen Schule in der Braunstraße 14 wurde von der Stadt ein Infopunkt zum Gründerviertel eingerichtet. Dort ist eine Rekonstruktionszeichnung der Fischstraße zu sehen. Warum man das hier so darstellt, aber es ablehnt, das zu bauen, ist mir ein Rätsel. Man sieht hier aber, dass es möglich wäre. Auf den Parzellen der 3 rechten Häuser steht das Studentenwohnheim, die restlichen Parzellen bis zur Querstraße links wären frei.


      Blick in das Grabungzelt. Die Grabung in der Mitte ist umgeben vom Keller der abgerissenen Schule, der erst für die Neubebauung entfernt werden wird.


      Die Reste der historischen Bebauung: Braunstraße 6-12 von der Rückseite aus gesehen. Das Haus Nr. 12 (rechts) hat noch eine originale gotische Straßenfassade. Ein Glücksfall, dass es stehenblieb.

      stadtbild-deutschland.org/foru…4632f3a5db95f3c8de7b57a6b
      Reste historischer Keller mit Gewölbeansatz


      Gesamtansicht des Grabungsareals. Ganz rechts die 4 historischen Häuser Braunstraße 6-12 und der Infopunkt Nr. 14. Der soll dann zum Glück irgendwann auch weg, wenn neu gebaut wird.

      stadtbild-deutschland.org/foru…4632f3a5db95f3c8de7b57a6b
      Die historische Einhäuschenquerstraße (war bisher unter einem Parkplatz verborgen) - links und rechts die Grundmauern der sie säumenden Häuser.



      Der noch existierende Rest des Gründerviertels in der unteren Mengstraße. Wenn man wollte, könnten die anderen drei Straßen auch wieder so werden. Aber leider will "man" nicht...

      Alle Fotos sind von mir.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Sollen denn die künftigen parzellierten Grundstücke wie in Frankfurt privaten Bauherren zugeteilt werden? Wenn das so ist, müsste die BI mit diesen Kontakt halten und sie für eine rekonstruierende Lösung zu begeistern versuchen. Ansonsten sollte man der Bevölkerung immer wieder vor Augen halten, was für eine enorme Ausstrahlung das rekonstruierende Vorgehen in Dresden mit sich gebracht hat und auch in Frankfurt mit sich bringen wird und wie es auch in ausländischen Städten (etwa in Belgien und Frankreich) wie selbstverständlich praktiziert wurde.
    • @frank1204: die Rekonstruktionszeichung der Fischstraße ist doch einfach herrlich. Würden die dort zum Teil seit Jahrhunderten gestandenen Häuser in guter Qualität wiedererstehen, wären sie sicherlich Bauten, die im Normalfall auch die nächsten Jahrhunderte dort stehen bleiben würden. Im Vergleich dazu kann und wird alles, was stattdessen an "modernen" Lösung gefunden und gebaut wird, nur ein müder und minderwertiger Abklasch sein, der kaum die Jahrhunderte überstehen wird. Leider sind auch dies Gründe, die einen normalen Investor nicht berühren und die Architekten erst recht nicht, die lieber ihre eigenen Werke bauen, als mit Respekt vor den Leistungen ihrer Vorfahren in den Hintergrund zu treten und denen den Vortritt als erste Schöpfer der rekonstruierten Bauten zu lassen.
    • Eine Auseinandersetzung mit der Architektenschaft wird natürlich hart und verbissen. Denn wenn sie auch noch die Innenstädte an die Rekonstruktions-Befürworter zu verlieren beginnen, ja was haben sie dann noch? Immerhin hat man andere Bauaufgaben schon vollends an die Techniker abgetreten.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Na ja, noch ist es nicht mehr als ein winziger Bruchteil an Innenstadt-Bauaufgaben, für die Rekonstruktionen überhaupt in Betracht kommen. Diese hysterische Angst der Architektenschaft vor Rekonstruktionen ist schwer nachzuvollziehen. Andererseits aber herrscht diese Alarmstimmung ( "Wehret den Anfängen!") doch nicht ganz zu Unrecht, denn jede fertiggestellte Rekonstruktion wirkt wie ein Fanal, rückt das ganze zeitgenössische Bauschaffen in ein zweifelhaftes Licht und bringt die Bürger auf den Geschmack, immer mehr Rekonstruktionen zu fordern. Insgeheim sehen sich heutige Architekten der Konkurrenz durch wiederhergestellte historische Bauten nicht gewachsen, und daher wollen sie eine solche Wettbewerbssituation am liebsten verboten sehen. Wenn sie wirklich zu reifen, die Menschen anrührenden Schöpfungen in der Lage wären, brauchten sie Rekonstruktionen nicht so zu fürchten.
    • Hoffentlich gelingt es der BIRL und gleichgesinnten, Lübeck von der bisherigen, rein konservierenden (auch der Kriegsschäden) Baupolitik abzubringen mit dem Ziel, der Stadt ihren monumentalen Kern im Wesentlichen zurückzugeben. Es geht dann vor allem um die (wichtigsten) Giebelhäuser des Gründerviertels und die (wichtigsten) Ausstattungsstücke einiger Kirchen (v.a. St. Marien und St. Petri, auch des Doms) und des Rathauses.

      Wahrscheinlich ist in Lübeck durch die Tatsache, daß hier vergleichsweise sehr viel alte Bausubstanz erhalten blieb (im Vergleich zu gleich wertvollen Altstädten wie in Braunschweig, Nürnberg, Frankfurt a.M.) das Bewußtsein gering, daß gerade das Wertvollste verloren ging. Auch der Unesco-Welterbestatus der Altstadt dürfte paradoxalerweise für Rekonstruktionsbestrebungen sehr ungünstig sein.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Leider habe ich noch keine neue Informationen. Ich befürchte aber, dass es sehr schwer werden wird, eine breite Masse für Rekonstruktionen zu begeistern. Dafür läuft das jetzt schon viel zu schwerfällig.

      Ich denke auch, dass in Lübeck das "Problem" ist (man mag es ja garnicht so nennen), dass zu wenig zerstört wurde. Man sieht ja quasi an jeder Ecke noch identitätstiftende alte Bauten, so dass der "Leidensdruck", das Sich-Sehnen-nach-Altem, deutlich geringer ausgeprägt ist als in Städten wie z.B. Frankfurt.

      Es gibt zwar immer einen großen Aufschrei, wenn wieder ein modernistischer Klotz á la P&C oder Haerder-Center in der Altstadt hochgezogen wird, aber wenn es um das Thema Rekonstruktionen geht, scheint es merkwürdigerweise niemanden zu interessieren.

      Zum Thema Welterbestatus: Es gehört ja nicht die ganze Altstadt zum Welterbe, sondern nur die unzerstörten Bereiche. Wobei in den 80ern irgendjemand aus der Stadtverwaltung - weil´s schnell gehen musste - mit flnker Hand eine sehr ungenaue Skizze auf einen Stadtplan gezeichnet hat, welche Bereiche zum Welterbe gehören sollten. Der Plan war so unzulänglich, dass paradoxerweise die noch erhaltene untere Mengstraße garnicht zum Welterbe gehört, dafür aber andere Bereiche in Beckergrube, Mühlenstraße und Königstraße, in denen nur 60er-Jahre-Mist steht!

      Man versucht zwar momentan, das zu korrigieren, aber das ist wohl ein sehr schwieriger Prozess, da solche Änderungen offenbar bei der Unesco nicht vorgesehen sind und nur über eine Neueintragung gehen.

      Schilda lässt grüßen. Aber das ist in Lübeck leider so üblich. Unfähigkeit, wohin man sieht.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Es tut sich mal wieder was im Günderviertel: Die zweite Berufsschule (Hanseschule) wird nun auch abgerissen. Anbei in paar Bilder (sind alle von mir):



      1- Alfstraße, kurz vor Beginn der Abrissabeiten (3.4.2013)



      2 - Alfstraße am 25.4.2013



      3 - Fischstraße am 3.4.2013



      4 - Fischstraße am 30.4.2013



      5 - Durchblick von der Alfstraße zur Braunstraße



      6 - Freier Blick auf das Studentenwohnheim von 2006. Deutlich sichtbar die in Form und Farbe unpassende Dachlandschaft, sowie die Einnahme der gesamten Blocktiefe. Glücklicherweise ist dieser Anblick nur tempörär bis zur Neubebauung von Fisch- und Alfstraße.

      Die Archäologen werden sich nun auch auf dem Grundstück der Hanseschule "austoben".

      Weitere Infos gibt es leider noch nicht. Sobald ich was mitbekomme, werde ich berichten.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von frank1204 ()

    • frank1204, Danke für die neuen Bilder. Halte uns bitte weiter auf dem Laufenden.

      Auch wenn wir hier immer wieder über solche Bauten diskutieren, vermag ich einfach weiterhin nicht zu verstehen, wie man immer wieder solch der historischen Umgebung völlig unangepasste Kisten wie das Studentenwohnheim von 2006 bauen und dies dann noch mit den üblichen Floskeln als tolle unserer Zeit würdige Architektur loben und mit Architekturpreisen überhäufen kann...
    • Ganz offensichtlich wollen die Architekten überall diese Kisten hinstellen. Und immer wenn irgendwo in irgendeiner Altstadt eine Fläche frei wird, dann sehen sie sich gefragt. Sowas wie Denkmalschutz und Stadtbildpflege interessiert die doch überhaupt nicht, stört doch nur. Dank der Unterwanderung der Denkmalschutzbehörden durch Modernisten ist das aber auch bald hinfällig. Man muss demnächst nur noch ein bisschen Grabungen zulassen und kann anschließend bauen, wie man will. Grabungen halten sich in Grenzen, sind irgendwann vorbei und was gefunden wurde, kann hinterher abgeräumt werden. Wenn man sich dermaßen fest im Sattel glaubt und weder durch Kommunalpolitiker noch durch Denkmalbehörden aufgehalten wird, kann man sich ja (fast) überall austoben. Dass Lübecks Altstadt ein empfindliches, hochwertiges Gefüge mit einer der besterhaltenen Altstädte weit und breit darstellt, ist denen doch egal.

      Die modernistischen Architekten leben offenbar in einer anderen Welt als wir. Sie träumen nur von ihren Kisten, die man in Lübeck genauso hinstellen kann wie in Landshut oder sonst irgendwo. Ortsbezug ist für die ein Fremdwort. Und dass die Menschen ihr vertrautes Lebensumfeld behalten wollen, ist denen auch wurscht. Sowas sind Zeichen einer untergehenden Kultur, nicht einer blühenden Kultur. Sich dann gegenseitig mit Architekturpreisen zu überhäufen, gehört zum Schauspiel, auf das dann die einfachen Leute reinfallen sollen.
    • Wer einmal die Alf- oder die Fischstraße durchlaufen hat, dem werden die autistischen neokubischen Gebilde nicht verborgen geblieben sein, die im übrigen in ihrer Farbe an Polarwölfe erinnern. Hinzu kommt in dieser Stadt, die so sehr sowohl durch das Material Backstein, als auch durch die wohl vielfältigsten Giebel Deutschlands besonders in diesem Bereich beeindruckt, der genius loci des Kaufmannsviertels unterhalb der Marienkirche. Die bisher aufgebrachten Miniaturkuben der bisherigen Neubauten sollen wohl an die bisherige Giebeltradition anknüpfen. Hinzu kommt, daß man um dieser sog. "Moderne" willen, die jegliche Hinwendungen an Dach und Giebel bereits als altertümlich brandmarkt, bereit und gewillt ist, an diesem Standort auf das wirtschaftliche Potential eines voll ausgebauten Giebelgeschosses, welches sich auf zwei Ebenen verteilen könnte, zu verzichten. Hierbei geht Wohnraum auf viele Jahrzehnte verloren, und das alles nur der Ideologie willen. Lübeck, es ist so dumm, so dumm...
      1816 - Rheinhessen - 2016
      rheinhessen-2016.de
      rheinhessen.de
      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.
    • Grundsätzlich war ja die Hanseschule kein bemerkenswertes Gebäude, sondern nur ein schlichter Nachkriegsbau um dessen Abriss es sich eig. nicht zu trauern lohnen würde, aber (!) vermutlich wird der Nachfolgebau eine weit schlechtere Qualität haben, inziwschen sind mir solche 50er Jahre-Bauten, die immerhin noch einen Giebel, Backsteine und eine brauchbare Fenstergliederun haben, eig. ein Mindestmaß was man in Lübeck erwarten dürfte, wesentlich lieber als fast jeder Neubau, der dorthin kommen muss. Es fühlt sich befremdlich an, Nachkriegsbauten hinterherzutrauern, aber inzwischen bleibt einen fast nichts anderes mehr übrig, das Niveau sinkt und sinkt,,,
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Langsam ist es zum resignieren. Die ach-so-toll-globalisierte-versocialnetworkte-modern-hippe-möchtegern-ökologisch-grün-verantwortungsvoll-konsumierende Gesellschaft hat wirklich jeden Bezug zu ihrer Umwelt verloren. Wie kann man solche Allerweltsklötzchen in eine der wertvollsten Städte Deutschlands setzen und eine "kritische" Reko oder zumindest entsprechende Baumaterialen nicht mal in Betracht ziehen?
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Warum meint eig. jeder Hans und Franz sein Einfamilienhäuschen teuer verklinkern zu müssen, teilweise in völig unpassendem Kontext, dass man einfache Putzhäuser in manchen Siedlungen vermisst, aber man andererseits Klinker da wo obligatorisch, ja Pflicht ist, wird er kategorisch verweigert, wird noch nicht einmal für eine Akzentuierung oder Gliederung der Putzfassade in Betracht gezogen.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

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