Neustrelitz - Wiederauferstehung des Residenzschlosses?

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    • Kralle schrieb:

      Anzumerken wäre noch, dass die Erinnerung an das Schloss noch deutlich ausgeprägter stattfinden könnte.
      Vor einigen Jahren hatte man die Schlossfassade mit bedruckten Plastikplanen (wie bei der Schinkelschen Bauakademie in Berlin) in Teilen wieder sichtbar gemacht, der Schlossturm wurde in seinen Proportionen als begehbares Metallgerüst 'wiederaufgebaut'.
      Leider ist das alles wieder abgebaut worden, warum weiß ich nicht. :weinenstroemen:

      Aber die Bilder von damals sind sehr überzeugend >> Bild 1, Bild 2, Bild 3.

      Weil es für die Planen und den Schlossturm als Aussichtsplattform damals weder einen Träger noch eine Baugenehmigung gab, hat man alles leider wieder abgebaut.

      Vielleicht sollte der Schlossverein über eine ähnliche Aktion nachdenken. Schließlich ist mit einer 1:1 Planensimulation auch das Berliner Stadtschloss wieder sichtbar geworden und bildete den Startschuss für die am Ende erfolgreichen Wiederaufbaubemühungen. Vielleicht könnte ähnliches auch in Neustrelitz möglich sein.
    • Das bezweifel ich. Nachdem das Schloss in Mirow saniert wurde, fließt das Geld wieder Richtung Schwerin. Die Landesregierung wehrt sich mit Händen und Füßen gegen eine Übernahme von Schloss Ludwigsburg, das saniert werden müsste. Da dürfte auch kein Geld für einen Schlossneubau in Neustrelitz übrig sein. Die haben da noch genug Gebäude die leerstehen!
    • Wow. Ein schönes Schloss! :augenkrummblau: Und unglaublich, was dort schon alles (nicht) passiert ist. Hier ist definitiv ein Plan und etwas Glück gefragt. Ein Gewisses Startkapital von einem wohlhabenden Neustrelitzer und Spenden von den Bürgern und man könnte mit dem Turm anfangen!
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Unglaubliche (im wahrsten Sinne des Wortes) Nachrichten aus Neustrelitz:
      Die Fraktion "Die Linke" im Neustrelitzer Stadtrat setzt sich für den Wiederaufbau des Turms des kurz nach 1945 gesprengten Residenzschlosses ein (siehe Luftbild der Anlage). Ich denke dass dürfte wohl das erste Mal seit 1990 sein, dass sich die SED-Nachfolgepartei für den Wiederaufbau eines durch den Fanatismus ihrer Großväter zerstörten Gebäudes einsetzt, wenn auch nur in der Provinz und sicherlich nicht im weltanschaulichen Mainstream der Gesamtpartei. Aber immerhin, Chapeau! :daumenoben:

      Gleichwohl ist dieser Vorstoß unglaublich wichtig und lobenswert, weil der in der Stadt offenbar immer stärker werdende Wunsch nach eine Reko des Schlosses in Schwerin bisher nur auf Gleichgültigkeit und taube Ohren stößt, die Landesregierung will die noch erhaltenen Schlosskeller bald mit Sand verfüllen lassen und einen Wiederaufbau späteren Generationen überlassen.
      Die Reko des Turms würde hingegen dem sukzessiven Wiederaufbau des gesamten Schlosses einen unglaublichen Schwung verleihen, man denke nur an das Potsdamer Fortuna-Portal und dessen Bedeutung für den Wiederaufbau des restlichen Schlosses!

      Details zu diesem großartigen Vorstoß der Linken >> hier
      Weitere lesenswerte Informationen zur Stimmung in der Stadt >> hier und >> hier

      (die entsprechenden Berichte des Lokalblättchens Nordkurier sind leider wegen einer Zahlschranke nicht verfügbar)
      .
    • Als ich im letzten Jahr diese Stadt besichtigt habe, war ich beeindruckt, was für eine schön angelegte, baulich ansprechende und in herrlicher Seenlandschaft gelegene Residenzstadt Neustrelitz ist. Und doch schien mir eine leichte Melancholie über dem nicht sehr gut besuchten Schloss- und Marktplatzareal zu liegen. Das Schloss fehlte, in einer fast schmerzlich zu fühlenden Deutlichkeit, so als hätte man der Stadt ihr Herz herausgerissen.
      Der Wiederaufbau wäre natürlich eine grossartige Tat und würde eine enorme, anhaltende Anziehungskraft für die Stadt bewirken.
      Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

      Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir
    • In diesem Fall geht es aber nicht darum, was die Stadt Neustrelitz möchte, sondern wofür die Landesregierung überhaupt bereit ist Geld zu geben. So ist angeblich kein Geld dafür da, um marode, aber bauhistorisch wertvolle Gebäude zu sanieren, wie beispielsweise das Schloss Ludwigsburg oder die Wasserburg Divitz, oder werden Gründe vorgeschoben, keines auszugeben. Deshalb bezweifel ich, dass das Land in diesem Fall mehr Geld als geplant ausgeben wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MatthiasHuehr ()

    • @MatthiasHuehr: das ist sicherlich traurig, zeigt aber auch, dass es der Landespolitik allzu oft an einer Vorstellung von der Bedeutung immaterieller Werte fehlt. Gesamtwirtschaftlich betrachtet sind Bauten wie das Berliner Stadtschloss, die neue Potsdamer Mitte, der Dresdner Neumarkt, die neue Frankfurter Altstadt, auch die Elbphilharmonie ausserordentlich lohnende Investitionen, die langfristig ein Vielfaches an Mehrwert für die Stadt generieren als die ursprünglichen Kosten für Bau und Unterhalt. Man denke alleine an die Medienberichterstattung über Jahre, selbst die kontroversen Diskurse, die doch eine enorme Aufmerksamkeit für einen Ort bewirken. Die Umgebung wird mitaufgewertet, auch dorthin fliessen Investitionen, in Gastronomie, Wohnen, die Geschäftswelt, Kultur. Man kann geschickt Investoren einbinden, die dann einen Grossteil der Substanz finanzieren, Spendenkampagnen starten, Sponsoren finden, Fördergelder abrufen die sonst nicht dorthinkommen würden usw usw. All das kann niemand in der Landesregierung so erkennen und würdigen? Traurig, obwohl man sagen muss, die Berliner Lokalpolitik war im Hinblick auf das Stadtschloss auch nicht besser. Ich weiss nicht, ob man diesbezüglich von Frau Schwesig viel erwarten kann...
      Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

      Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir
    • Snork schrieb:

      Als ich im letzten Jahr diese Stadt besichtigt habe, war ich beeindruckt, was für eine schön angelegte, baulich ansprechende und in herrlicher Seenlandschaft gelegene Residenzstadt Neustrelitz ist. Und doch schien mir eine leichte Melancholie über dem nicht sehr gut besuchten Schloss- und Marktplatzareal zu liegen. Das Schloss fehlte, in einer fast schmerzlich zu fühlenden Deutlichkeit, so als hätte man der Stadt ihr Herz herausgerissen.
      Genauso ist es, das Schloss ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Zukunft dieser Stadt. Und die desolate Leere auf dem Schloss-Areal ist einfach frustrierend. Das habe ich dort auch so empfunden.

      Hier noch ergänzend ein paar verlinkte Bilder, die die städtebauliche Bedeutung des Schlosses verdeutlichen:
      Karte der barocken Achsen
      Das Schloss-Areal früher
      Das Schloss-Areal heute
      Die Achse Marktplatz - Schloss
      Bild auf das Schloss von der Achse zum Ziercker See
      Achse Schloss - Ziercker See
    • Snork schrieb:

      @MatthiasHuehr: das ist sicherlich traurig, zeigt aber auch, dass es der Landespolitik allzu oft an einer Vorstellung von der Bedeutung immaterieller Werte fehlt. Gesamtwirtschaftlich betrachtet sind Bauten wie das Berliner Stadtschloss, die neue Potsdamer Mitte, der Dresdner Neumarkt, die neue Frankfurter Altstadt, auch die Elbphilharmonie ausserordentlich lohnende Investitionen, die langfristig ein Vielfaches an Mehrwert für die Stadt generieren als die ursprünglichen Kosten für Bau und Unterhalt.

      Man darf ja träumen, aber sollte schon realistisch an das Ganze rangehen:

      Im strukturschwachen Mecklenburg-Vorpommern ist die Finanzierung solcher Projekte sicher nicht einfach, auch unabhängig vom politischen Willen. Auch nach den neuen Prognosen ist es eins der wenigen Bundesländer, die mit Bevölkerungsschwund und Steuermindereinnahmen zu rechnen haben.
      Ohne Hilfe des Bundes und/oder der EU, welche den Großteil der öffentlichen Mittel für einen Wiederaufbau stemmen, wird es nicht gehen.

      Im Gegensatz zu Berlin, Dresden und Potsdam ist Neustrelitz eine sehr, sehr kleine Stadt; auch im Sommer werden die Touristenzahlen nie annähernd vergleichbar sein.
      Die Wiedererrichtung des großen Residentschlosses wäre deshalb aber nicht minder teuer. Natürlich wäre es für die Stadt und Umgebung (noch strukurschwächer als das Bundesland) wichtig und zu wünschen, nur der reine "Kosten-Nutzen-Effekt" wird nicht so eindeutig wie in den o.g. Städten ausfallen.

      Der Vorschlag, zunächst nur den Schlossturm wiederaufzubauen, ist Herausforderung genug, aber realistisch. Auch die beschriebene Nutzung könnte überzeugen und die wesentlich überschaubareren Kosten würde Gegnern Wind aus den Segeln nehmen.


      Fusajiro schrieb:

      Ein Gewisses Startkapital von einem wohlhabenden Neustrelitzer und Spenden von den Bürgern und man könnte mit dem Turm anfangen!
      Schön wär's, aber ziemlich illusorisch angesichts der Größe der Stadt und der Finanzkraft ihrer Bürger.
    • newly schrieb:

      Schön wär's, aber ziemlich illusorisch angesichts der Größe der Stadt und der Finanzkraft ihrer Bürger.
      Da muss ich newly leider recht geben. Man sieht die klamme Finanzkraft der Stadt unter anderem bei der derzeitigen Theaterstrukturreform. Bei dieser möchten die Neustrelitzer genauso viel Theatervorstellungen wie Greifswald oder Stralsund haben, sind aber nicht bereit mehr Geld als bisher ans Theater zu zahlen, beziehungsweise können gar nicht mehr zahlen. Und dabei zahlt Neustrelitz bisher nur einen Bruchteil davon, was die beiden Hansestädte jeweils zahlen: Nur etwa ein Zehntel!

      PS Ich rede etwa von Größenordnungen von etwa 500.000 Euro zu 5.000.000 Euro! (grob gerundet)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MatthiasHuehr ()

    • :!: Erbse, Lupi und andere Forumskollegen aus Meck-Pomm:

      Habt ihr am 29. Januar schon was vor ??
      An diesem Tag findet in Neustrelitz eine Tagung über die Zukunft des Neustrelitzer Schlossberg-Areals statt. Prominente Gäste haben sich angesagt, darunter Wilhelm von Boddien, der gewiss wertvolle Erfahrungen aus seiner langjährigen Lobbyarbeit für die Rekonstruktion eines historischen Gebäudes beisteuern kann.

      Alle Information zu der Tagung >> hier und hier


      Übrigens, jetzt spricht sich auch der Neustrelitzer Stadtpräsident Poland von der CDU für den Wiederaufbau des Schlosses aus, er ruft zu mehr Selbstbewusstsein gegenüber den Blockierern in Schwerin auf, mehr dazu >> hier
      So langsam kommt der nötige Schwung in die Angelegenheit! :rolleyes:
    • Ich würde mir da nicht allzu große Hoffnungen machen,dass da plötzlich der Wind dreht. Die den Gedankenaustausch organisierende Stiftung Mecklenburg ist ansonsten mehr in Richtung Brauchtum und Kultur unterwegs. Wenn sich dadurch aber Kontakte anbahnen, die wie beim Berliner Schloss Lobbyarbeit für den Wiederaufbau machen, ist es zu begrüßen, aber kurzfristige Erfolge bezweifle ich. Eine Spendensammlung wie in Berlin würde zumindest die Diskussion in die richtige Richtung laufen lassen, von sich aus wird aus Schwerin nichts kommen, schließlich liegen schon Großprojekte wie der vierzig Millionen Euro teure Neubau des Archäologischen Landesmuseums in Rostock auf dem Tisch. Und ohne eine anschließende Nutzung des Gebäudes ist der reine Wunsch nach einem Schlossneubau kein Argument für die Landesregierung. Die will übrigens auch das landeseigene Schloss Karlsburg verkaufen, weil es für dieses keine Nutzung mehr gibt.
    • Historische Ansichten Schloss Neustrelitz. Hier ist alles möglich! Stadtbild Mecklenburg-Strelitz, Stiftung Mecklenburg und Residenzschlossverein in den Startlöchern

      Das Bewusstsein für das adelige Erbe in Mecklenburg (und Pommern) wächst beständig. Zuletzt wurden nicht ganz zufällig gleich mehrere große Förderbescheide für Herrenhaussanierungen übergeben (u.a. Ludwigsburg bei Greifswald, Divitz, Quilow).

      Die Schlossbergkonferenz hat einige prominente Unterstützer. Dies zusammen mit der Unterstützung der Bürger und einiger Kommunal-, Kreis- und Landespolitiker (ggf. auch vom Bund) kann das Blatt durchaus zügiger als gedacht wenden. Wir haben ja nicht ganz umsonst gerade den Stadtbild-Regionalverband Mecklenburg-Strelitz aus der Taufe gehoben, das Neustrelitzer Schlossareal und die Neubrandenburger Mitte (u.a. Bahnhofstor und Marktplatz) sind die beiden Fokuspunkte.

      Ich habe mich mal daran gemacht, zahlreiche historische Ansichten des wertvollen Neustrelitzer Residenzschlosses zu digitalisieren und breitenwirksam zur Verfügung zu stellen, einiges davon kann hier nun schon bewundert werden:

      commons.wikimedia.org/wiki/Category:Schloss_Neustrelitz

      Besonders interessant u.a.:

      Luftbild


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…tz_Luftbild_koloriert.jpg

      Aus der Schloßstraße kommend, 1913:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…rte_koloriert_um_1920.jpg

      Tiergartenfassade nach 1912


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…12_Tiergarten_Fassade.jpg

      Mit beiden Kavalierhäusern, das östliche (rechte) fehlt heute seit seinem Abriss 1950:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…erh%C3%A4user_um_1920.jpg

      Südwestfassade (vom Theater kommend):



      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…dwest-Fassade_um_1920.jpg


      Schlossturm, für mich Top-Rekokandidat neben dem Mittelrisaliten und dem westlichen Kavalierhaus - einst 58m hoch und damit höher als sein Vorbild am Schloss Charlottenburg:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…strelitz_Turm_um_1920.jpg


      Äußerst spannende Farbfotos vom Neustrelitzer Schloss von 1940:



      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…nter_Farbfoto_um_1940.jpg


      Vom Schlosspark:



      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…Turm_Farbfoto_um_1940.jpg


      Vom Markt aus:



      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…Turm_Farbfoto_um_1940.jpg


      Ruine 1949:



      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…eustrelitz_Ruine_1949.jpg


      Erhaltene Schlosskeller, die verfüllt werden sollen:



      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…ss_Neustrelitz_Keller.jpg

      Hier noch diverse Aufnahmen vom Schlosspark 2006 (mit Fassadensimulation) und 2014: heimat-mecklenburgische-seenpl…ten/park-ntz/park-ntz.htm

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von erbse ()

    • Danke für den interessanten Beitrag Erbse!
      Trotz deines Optimismus bin ich aber ein bisschen skeptisch, ob ein (sukzessiver) Schlosswiederaufbau in den nächsten Jahren / Jahrzehnten realistische Chancen hat. Abgesehen von den enormen Baukosten, die dafür aufzubringen wären würde einem neuen Schloss die sinnvolle Nutzung fehlen. Es ist nun einmal kein Humboldtforum und kein Landtag in Sicht, nicht einmal ein Regional-Museum (die Sammlung des Schlossmuseums wurde ja 1945 beim Brand überwiegend vernichtet).
      Hinzu kommt dass sich Neustrelitz innerhalb von MeckPomm zu sehr in der touristischen Peripherie befindet und damit zu wenige Besucher hat, die Konkurrenz durch die Ostseeküste, Schwerin und die Müritz ist aber einfach überwältigend. Die Stadt ist wunderschön, aber (vermutlich auch weiterhin) strukturschwach. Die Ausgangslage für einen Schlossneubau ist also m.E. leider eher schlecht, aber vielleicht gibt es ja durch die o.g. Tagung dennoch ein paar neue Ideen.

      Kleine Frage, Erbse: Hast du eine Ahnung ob es im Schloss einst herausragende Innenräume gab??
      Immerhin gibt es bei Wikipedia neuerdings ein Bild des ehemaligen Festsaals:

      By J. Haase, R. Lippert, diverse - Residenzschlossverein Neustrelitz e. V. (approved), Public Domain, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65705377
    • Es gibt einige bedeutende Innenräume, die rekowürdig wären. Darauf können wir ja nochmal ausführlicher eingehen.

      Tatsächlich wäre die (teilweise) Nutzung als archäologisches Landesmuseum einer meiner Favoriten gewesen, aber da sind womöglich noch nicht alle Messen gesungen.

      Seien wir mal ehrlich, bei allen Rekonstruktionsprojekten kommt immer erst der Wunsch nach Wiederkehr eines Kunstwerkes und die Heilung des Stadtbildes. Von daher ist Skeptizismus überhaupt nicht angebracht. Eine Nutzung findet sich für praktisch jeden Bau.

      Mein Favorit für die Nutzung ist ein attraktives Grand Hotel. Das würde auch die Argumentation mit übermäßigem Steuergeldeinsatz entkräften, wobei ich eine Förderung natürlich für selbstverständlich halte. Die Fassade könnte durch Spenden und Mäzene wiedererstehen (ggf. Stück für Stück). Neustrelitz ist touristisch hochattraktiv, die entsprechende Infrastruktur hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Zudem kommt man vom Hafen aus sowohl in die Müritz als auch die Ostsee, die Bahnverbindungen sind hervorragend. Auch die Straßenanbindung nach B96-Ausbau. Und der Ballungsraum Berlin wird immer größer und wirtschaftsstärker. Die Übernachtungszahlen haben sich positiv entwickelt und ein erstklassiges Haus könnte da ganz neue Perspektiven eröffnen.


      Anfangen sollte man mit einem überschaubaren Bauteil wie dem Portikus am Schlosspark (analog dem Fortunaportal am Potsdamer Stadtschloss). Danach dann mE aufgrund der überragenden Symbolwirkung und städtebaulichen Komponente: der Schlossturm.

      Man hatte den Mittelrisaliten mit Portikus ja 2001 schon einmal vereinfacht mithilfe von Gerüsten simuliert, ähnlich dem Berliner Stadtschloss:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…imulation_Ger%C3%BCst.jpg

      Auch den Schlossturm hatte man in seinen Umrissen am Standort wieder sichtbar gemacht, heute steht er am Mühlenberg:


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…_Parkansicht_Nordwest.jpg


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…ation_Turm_Ostansicht.jpg



      Daran und an den Aktivitäten u.a. bei Facebook und zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen sieht man, wie sehr sich die Neustrelitzer nach ihrem historischen Bezugspunkt zurücksehnen. Diese Kraft ist stärker als jede aktuelle, zeitgeistige Landespolitik!
    • erbse schrieb:


      Daran und an den Aktivitäten u.a. bei Facebook und zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen sieht man, wie sehr sich die Neustrelitzer nach ihrem historischen Bezugspunkt zurücksehnen. Diese Kraft ist stärker als jede aktuelle, zeitgeistige Landespolitik!
      Das klingt gut, hoffentlich sind in nächster Zeit erste Fortschritt erkennbar, welcher Art auch immer!

      Schade übrigens dass man den Metallgerüst-Schlossturm wieder abgebaut hat! Warum bloß ?? :kopfschuetteln:
      Dieser Turm hatte eine starke Wirkung, auch als Provisorium!
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