Breite Straße, Neuer Markt & Yorckstraße

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    • Re: Potsdamer Bausituation

      Naja, Denkmalschutz besteht da schon, aber die Relevanz eines solchen Stempels hat viele Gebäude doch nicht retten können. In Dresden gibt es mit dem Hotel stadt Leipzig einen ähnlichen Fall. Irgendwann bricht es in sich zusammen, weil sich einfach niemand darum kümmert und dann hat sich der Denkmalschutz erledigt.
      Das Gebäude in Potsdam steht schon so lange leer und ist in keinem guten Zustand, wenn da nicht bald etwas passiert, kann ich mir zumindest vorstellen, dass man irgendwann feststellt, dass die Substanz an sich nciht mehr zu retten ist und dass dann bis auf die Fassade alles weggerissen bzw. total entkernt wird. gerade bei solchen Palais wäre es sehr schade, wenn die innere Struktur verloren gehen würde und am Ende nicht mehr bleiben würde als ein Neubau mit vorgeblendeter Fassade!
      APH - am Puls der Zeit
    • Re: Potsdamer Bausituation

      Die gute Nachricht ist auch eine schlechte Nachricht, denn die geplanten massigen Anbauten sehen banal-grauenhaft aus. Hoffen wir, dass die Pläne noch einmal überarbeitet werden im Rahmen der Entwicklung der Potsdamer Mitte.

      Baupläne: Willkommen auf den Internetseiten der BRUCKNER GRUPPE

      Das dort verlinkte PDF (15 MB) ist lesenwert.

      Ater Stich


      Zustand um 1910


      Ostfassade des Louvre um 1845

      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…uvre_c1845.jpg?uselang=de
    • Re: Potsdamer Bausituation

      Dieser völlige Verlust an ästhetischem Empfinden ist wirklich schon absurd und eine Schande.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Hallo zusammen,

      der erste Entwurf des "Langen Stalls" ist (mal wieder nur in der PNN) öffentlich geworden: eine Stufen-Beton-Wand ala Berlin Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße. Ist im "Gestaltungsrat" durchgefallen. Da das konnte selbst der schärfste Mondernistenverfechter nicht mehr vertreten.

      Aber auch die neuen Seitenflügel neben dem Bockschen Palais, die keine "Seitenflügel" sondern Ersatzbebauung für die ehemals vorhandenen weiteren Bürgerhäuser, ebenfalls abgewatscht worden. Und die nehmen in Bauhöhe und Plastizität durchaus nicht nur das historische Gebäude auf, sondern geben diesem seitlichen Halt. Wunderbar gelöst, aber vom "Gesatltungsrat" als "Schwächung des Bockschen Palais" dargestellt. Also muss dort ein viereckier Klotz hin, damit das historische Gebäude nicht geschwächt wird? Wie krude ist dieses denken?

      Zur Wiederherstellung der Holländer Häuser am Bassain-Platz kann ich die Entscheidungen und die Kritik am Glas-Betonklotz-Würfel, der "Bezug" zum 50-Meter hohen Krankenhaus (Klinikum Ernst-von-Bergmann) herstellen soll, widerum nur begrüßen. Als ob man in der historischen Innenstadt diese wiederliche Verwüstung noch architektonisch begründen oder einfassen müsse. Dass muss ehr weg!

      Grüße
      Luftpost
      Brandenburgische Bauordnung
      § 8
      Gestaltung
      (1) Bauliche Anlagen sind nach den anerkannten Regeln der Baukunst durchzubilden und so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe nicht verunstaltet wirken.
      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.
    • Luftpost schrieb:

      Schwächung des Bockschen Palais

      Typische Modernisten/Denkmalschutz-Sichtweise. Durch einen qualitativ gleichwertigen (oder gar höherwertigen) Anpassungsbau wird das historische Original entwertet. Darum wird eine "eigenständige und selbstbewusste" Kreation erwartet, die dem Original seinen Wirkungsraum lässt.

      Ensemblewirkung und Regionaltypik haben in diesem Denkmuster keinen Platz.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Das war Frau Luther aus Berlin: man muss häßliche Häuser bauen, damit die mittelprächtigen der Vergangenheit als einzigartig erscheinen. Das Palais Brockes ist doch kein Solitär wie das Neue Palais, natürlich muss man dieses einpassen. Die nach unten gezogenen Dächer, die Nöfer à la Van-der-Velde gelöst hat, sind wohl auch eine D-Schutzauflage.

      Der Lange Stall aber als Terassen gehört in der Tat ans Mittelmeer, da hat Christian Rapp schon Recht.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Gibt es eigentlich bereits Pläne, die Fassade des "Langen Stalls" neben der Kirche in einen irgendwie neu gestalteten Bau einzubeziehen, eventuell gar in eine Rekonstruktion? Schließlich bietet der Portikus ja ein gutes (und bislang ungenutztes) Entrée für ein neues Gebäude. Also, wie weit sind eventuelle Planungen gediehen? Schließlich bildet der Bau ja faktisch ein Ensemble mit der Kirche.
    • Heimdall schrieb:

      Gibt es eigentlich bereits Pläne, die Fassade des "Langen Stalls" ... Also, wie weit sind eventuelle Planungen gediehen? Schließlich bildet der Bau ja faktisch ein Ensemble mit der Kirche.


      Hallo Heimdall,

      also wenn der zukünftige Lange Stall ein Emsamble mit der Hof- und Garnisonkirche bilden soll, muss sich entweder der projektierte Lange Stall doch mächtig ändern, oder aber mir graust's vor den Planungen zum Kirchenschiff der Garnisonkirche. Der "Lange Stall" wird nämlich eine Lange Balkonwand. Alles nachzulesen hier. Und auch hier im Forum schon diskutiert.

      Aber bitte hier nicht ablenken. Hier geht's um die Zukunft einer herausragenden, vertikalen Größe, nicht um die der daneben befindlichen Horizontalen...

      balklobnige Grüße
      Luftpost
      Brandenburgische Bauordnung
      § 8
      Gestaltung
      (1) Bauliche Anlagen sind nach den anerkannten Regeln der Baukunst durchzubilden und so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe nicht verunstaltet wirken.
      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.
    • Hallo zusammen,

      und die nächsten Nachrichten aus Potsdam: es soll einen Architekturwettbewerb um den Neubau des Langen Stalls geben. Nunja, man weiß ja, was bei solchen Architekturwettbewerben heraus kommt. Aber das soll hier noch nicht mal zur Debatte stehen. Vielmehr ist interessant, dass der Eigentümer des Grundstückes erst aus der Presse davon erfährt, dass es einen Architekturwettbewerb geben soll. Seltsam, müsste der Eigentümer den nicht ausloben? Und wer soll den denn dann bezahlen, wenn der Eigentümer den nicht auslobt, sondern die Stadt Potsdam das mal eben einfach so macht. Und ist der Eigentümer dann an den Wettbewerb gebunden oder ist das von Potsdam einfach mal so just for fun? Und wenn dann der Eigentümer einfach seinen bereits vorgelegten Entwurf verwirklicht (auch wenn dieser Costa-Brava-Riegel scheußlich ist), wird der dann zur Rechenschaft gezogen? Oder noch besser gar hinterher enteignet? Enteignungen sind übrigends in Potsdam gerade sehr in Mode...

      Von Recht hat die Stadt Potsdam anscheinend so garkeine Ahnung.
      Naja, kein Wunder, wenn man die Hauptstadt der kleinen DDR ist.
      rechtliche Grüße aus der... naja, ihr wisst schon...
      Luftpost

      PS: Ach übrigens, der Modernisten- "Gestaltungsrat" hatte die Entwürfe rechts und links vom Brockschen Palais als zu opulent degradiert und eine dringende Überarbeitung angeraten. Die beiden Anbauten sollen das Brocksche Palais zu sehr zitieren und damit die herausragende Qualität des historischen Gebäudes schmälern. Was für ein Schmarn.
      Brandenburgische Bauordnung
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      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Luftpost ()

    • Luftpost schrieb:

      Die beiden Anbauten sollen das Brocksche Palais zu sehr zitieren und damit die herausragende Qualität des historischen Gebäudes schmälern.

      Das ist doch die absolute Standardargumentation der ideologieverseuchten Modernisten- und Denkmalschutzfront. Hat mit Potsdam übrigens rein gar nix zu tun, das kann man sich von Husum bis Freiburg anhören. ;)

      Lässt Du Deiner Frustration eigentlich nur hier im Forum freien Lauf oder schreibst Du den verantwortlichen Herrschaften aus Politik, Planung, Verwaltung und den potsdamschen Medien zuweilen auch persönlich? Letzteres könnte effektiver sein. Ich gehe mal davon aus, dass Dir die diversen Kontaktmöglichkeiten bekannt sind.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von youngwoerth ()

    • Hallo Youngwoerth,

      wenn man meine Berichte von den Pseudo-Dialogveranstaltungen von mir verfolgt hat, dann kennt man nicht nur die Berichterstattung, sondern hat dazu auch gleich noch einiges, originales Bildmaterial. Und darüber hinaus bin ich mir auch nicht zu fein, eben diese Frustration öffentlich auf diesen Veranstaltungen -zumeist als Erster- zu äußern. Wenn dann noch das Potsdamer Stadtfernsehen mein Konterfei mit dem O-Ton der scharfen Kritik unterlegt, möchte ich doch hiermit kund tun, dieses Forum nicht alleinig als Heulstation zu verwenden. Vielmehr möchte ich damit die Aufmerksamkeit auf die Zustände in dieser Stadt lenken, die so vordergründig fein und Architekturfreundlich sind.

      Herzlichst
      Luftpost
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      (1) Bauliche Anlagen sind nach den anerkannten Regeln der Baukunst durchzubilden und so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe nicht verunstaltet wirken.
      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.
    • Eine exellente Lösung, dass im "Brockschen Hause" ein Hotel vorgesehen wird.

      Jede Stadt könnte sich glücklich schätzen, hätte sie solch einen, wenn auch etwas verblichenen, von der Zeit benagten Solitär, in ihren Mauern. Und dann diese Lage am Stadtkanal.
      Toll, wo gibt es solch eine, ideale städtebauliche Situation mit d i e s e m Flair ? Vielleicht nur noch in Amsterdam.

      Nach der Sanierung wird das Brocksche Haus ein wahrhaftes Prunkstück im Zentrumsbereich sein.
      Potentielle Gäste wird man ohne Zweifel nicht sonderlich suchen müssen.

      Gelungen finde ich die gegenwärtige Lösung für das Ärztehaus. Die gerundete Fassade spielt ggf. auf das dort mal vorhandene,
      elegante Palast - Hotel an.
      Letzteres halte ich für einen vorzüglichen Bau des Historismus.
      Bedauerlich, dass man ideell noch nicht soweit ist, den Mut hat, hier eine Reko vorzunehmen.
    • Bernd Ludwig schrieb:

      Eine exellente Lösung, dass im "Brockschen Hause" ein Hotel vorgesehen wird.

      Wiederum eine Aussage, die aktuell nicht verifizierbar ist.
      Die Bruckner-Gruppe verfolgt nämlich ihre seinerzeitigen Pläne nicht weiter, sondern ist m.W.n. auf der Suche nach einem Käufer für das Brock(e)sche Palais.
      Das Gebäude ist vielmehr z. T. notgesichert gegen herabfallende Teile der sich immer mehr verkrümelnden Fassade.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Das Brockesche Palais wird zu Eigentumswohnungen umgebaut. Im Moment finden die Abstimmungen mit der Denkmalpflege statt. Meines Wissens nach ist die Asset Gruppe der Eigentümer, die das Projekt zusammen mit der Baywobau (aus Dresden bekannt) umsetzen will.

      Bruckner hat längst verkauft und die Hotelpläne sind auch lang vom Tisch.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft