Ferdinandplatz

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    • Re: Dresdner Bausituation II

      ja, seit längerem:

      architekturforum.net/posting.php?mode=reply&f=14&t=2466

      heute kam er wieder einmal im mdr zu wort. er sprach von einer zirkusartigen arena und zwei pavillons davor. das geld dafür stünde "im prinzip" bereit. (letztes jahr meinte er, kanadische pensionsfonds hätten so viel geld, die suchten händeringend nach anlageobjekten...) diesmal sprach er davon, frei otto (dachkonstrukteur des münchner olympiastadions) müsste als nächstes mal ein modell anfertigen.

      ehrlich gesagt: der mann hat kein geld, kein grundstück und in den letzten 20 jahren nur pleiten und ein "göttliches erweckungserlebnis" gehabt. das klingt alles nicht sehr seriös. aber eine bebauung des ferdinandplatzes - durch wen auch immer - wäre natürlich nur zu begrüssen.
    • Theaterbau am Ferdinandplatz (in Planung)

      Kurz' Musical-Projekt am Ferdinandplatz scheint immer noch nicht gestorben zu sein. Jetzt kommt auch noch Libeskind ins Spiel.

      Libeskind soll Theater in Dresden bauen - Überregionale Kultur - Schwäbisches Tagblatt Tübingen

      Libeskind soll Musicaltheater in Dresden bauen

      Dresden braucht an dieser Stelle eine feste Blockstruktur, die den Maßstab der ehemaligen Altstadt aufnimmt und fortführt. Dies scheint mir mit einem voluminösen Theaterbau unmöglich. Dresden könnte hier damit immer noch ein städtebaulicher Albtraum blühen.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • D. Libeskind hat in Dresden mehrfach Gelegenheit erhalten, sich "einzubringen".

      Seine für die Hauptsraße vorgesehenen, unerträglich verdrehten, abscheulichen Kuben sind geradezu eine Beleidigung für´s Auge.

      M. E. führen solche "Versuche" von jeglicher Architektur weg.

      Es ist ein Segen für DD., dass diese unausgegorenen Projekte nicht verwirklicht werden konnten, allerdings, was n u n dort, in dedr Hauptstraße steht ist nicht weniger abscheulich.

      Wer soll sich für solche Machwerke begeistern ?
      Wem gefällt das ?
      Kann s o e t w a s Bestand haben ?


      Die Resultate von D. Liebeskind sind lediglich zwanghaft, spektakulär - und - dies ist sicher das e i n z i g e
      Motiv, welches sich mit der Errichtung dieser und weiterer "Architekturen" von seiner Hand verbindet.

      Weiß Gott, er schaffte es leider auch noch das "brave" Arsenalgebäude mit einem ungestalten, auftrumpfenden "Keil" zu verhunzen.

      Die wieder einmal mehr, von ganz besonders "Klugen" diesem monströsen KEIL unterlegte, "sinnhafte Symbolik" ist nur als abstruses Gefasel zu werten.

      Eine nochmalige zweite "Chance" sollte es für D. Libeskind in DD keinesfalls mehr geben.
    • Mei, du hast es schon ganz treffend beschrieben. Libeskinds Metier ist eben das Spektakuläre seiner skulpturalen Architektur, die durchaus auch auf Bewunderung trifft und entsprechend ihre Anhängerschaft hat. Insofern wäre es für die Hauptstraße keine schlechtere Wahl gewesen, wenn damals das Projekt der WOBA verwirklicht worden wäre. Aber auch Kurz begeht aus seiner Sicht keinen Fehler, wenn er mit Libeskind kooperiert.

      Eine andere Frage ist die des stadtstrukturellen Mehrwerts einer solchen Investition. Und diesen sehe ich durchaus kritisch! Für die Stadt Dresden wäre es nämlich wichtig, nach dem Abschluss der Bebauung der städtebaulichen Hauptachse in Nord-Süd-Richtung, endlich eine zweite parallele Hauptlauflinie zu eröffnen und damit die Fußgängerströme in bisher vernachlässigte Lagen zu lenken. Dies kann meiner Ansicht nach nur östlich der Prager- über die Ferdinandstraße und den gleichnamigen Platz geschehen. Dazu aber braucht es eine Quartiersbebauung mit attraktiver Handelsunterlagerung.

      Die Monofunktionalität eines wahrscheinlich nur einseitig erschlossenen Theaterbaues kann das nicht leisten und widerspricht dem Wunsch nach Rückgewinnung einer gewissen stadtstrukturellen Kontinuität. Insofern kann ich die Standortwahl aus der Sicht der Stadtplaner nicht nachvollziehen.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Libeskind hat, wie wohl die meisten Stararchitekten, in erster Linie seine eigene Handschrift im Sinn. Dieses Theater wird nicht nach Dresden aussehen, sondern nach Libeskind. Ortstypische Identität gewinnt man so nicht zurück. Darin sehe ich das eigentliche Problem.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • "Hübsch" oder "hässlich" ist subjektiv. Es wird schon dem ein- oder anderen (auch Dresdner) gefallen.

      Aber solche subjektiven Empfindungen sollten m.E. nicht im Vordergrund stehen. Müsste die Frage in einer dermaßen kriegszerstörten Stadt nicht lauten: Welche Architektur ist in der Lage, die dezimierte städtebauliche Identität zu stärken? Um eine Orientierung an den ortstypischen Bautraditionen der Vorkriegszeit kommt man dann m.E. nicht herum. Natürlich ist auch Libeskinds Architektur Architektur. Aber eben keine Adäquate für das Zentrum einer kriegszerstörten Stadt.
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    • Aber von einer Rückkehr zur alten Blockrandbebauung sind wir doch meilenweit entfernt. Das funktioniert ja nicht mal am Postplatz. Dafür bräuchte es einen grundsätzlichen Richtungswechsel, den man von den heutigen Verantwortlichen leider nicht mehr erwarten kann.

      Die Alternative ist also, entweder das Theater mit den positiven Effekten auf den Tourismus und das Verschwinden einer weiteren Brache, oder Stillstand bzw. irgendein anderen solitärer Klotz. Ich bin also für das Theater, weil ich an eine Rückkehr zu Kleinteiligkeit und Blockrand unweit der Pragen in den nächsten 10 - 20 Jahren nicht glauben kann.
    • Youngwoerth,
      ob subjektiv oder objektiv : es bleibt bei meiner persönlichen Meinung, die allerdings zahlreiche Dresdner teilen.
      Die Erfolgshascherei der Libeskind - Bauten sind absolut n i c h t s für unsere Stadt.
      Letzendlich hat jedoch ohnehin der Investor zu entscheiden, wer mit dem Bau beauftragt wird.

      Ich stimme Dir vollkommen zu, dass sich jedweder Architekt "an den ortstypischen Bautraditionen" zu orientieren hat.
      Genau dies machen eben Libeskind und weitere zeitgenössische Architekten nicht.

      Deshalb gibt es keinerlei Ursache, sie in irgendeiner Weise mit Kritiken zu verschonen - und - diese dürfen dann durchaus objektiv ausfallen.

      Wobei, wenn wir ehrlich sind, gewisse subjektive Momente in Kritiken immer hineinspielen können.



      Vielleicht gibt es tatsächlich ein oder ggf. sogar zwei Leute in DD oder anderswo, denen diese Bauwerke zusagen.
      Mir ist jedenfalls keiner bekannt, der sich für Derartiges begeistern könnte.

      Es gab in der Vergangenheit eine ganze Reihe von sehr befähigten Architekten in DD, die es verstanden haben, an städtische Bautraditionen anzuknüpfen.

      In der Gründerzeitepoche ist hier u. a. vor allem Stadtbaurat H. J. Erlwein zu nennen.
      Seine bedeutendsten Bauten ( bei einigen zeigt sich ein gewisser Reformbaustil mit sparsam eingesetzten, neobarocken oder gar neoklassizistischen Elementen ) prägen noch heute das Stadtbild.
      Leider fehlt bis jetzt eine wirklich echte Auseinandersetzung mit seinem Werk in Dresden.
      Wenigsten gibt es einen Preis, der seinen Namen trägt.
    • Bernd Ludwig schrieb:

      Vielleicht gibt es tatsächlich ein oder ggf. sogar zwei Leute in DD oder anderswo, denen diese Bauwerke zusagen.

      Also bei den Knererlang-Riegeln in der Hauptstraße gab es dann doch ein paar mehr, die sich aktiv für diese modernistische Architektur eingesetzt haben. In der Dresdner Debatte gab es immer wieder Leute, die für den Erhalt von Plattenbauten plädiert haben, auch Centrum-Warenhaus oder Kulturpalast hatten / haben durchaus Rückhalt in der Bevölkerung. Wahrscheinlich lehnt die Mehrheit der Dresdner modernistische Architektur ab, das will ich gar nicht in Frage stellen, aber gerade in den Entscheidungsgremien sieht die Relation wohl doch anders aus. Wie lange hat die CDU für ein Gewandhaus am Neumarkt gekämpft?
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    • Mit Verlaub, aber ihr redet hier doch - durchaus geschmäcklerisch - vollkommen am Thema vorbei.
      Es geht doch in erster Linie nicht um die Architektur, die zu kreieren ich in der derzeitigen Situation doch noch am ehesten einem Libeskind oder einer Hadid zutraue. Denn auch wenn es mir persönlich nicht gefällt, schaffen sie doch Gebäude, bei denen Struktur und Fassaden voneinader durchdrungen und letztlich sinnhaft sind. Damit sind sie allen restlichen Bauten des Bauindustrialismus, egal ob sie nun von Knerer, Sattler oder Kollhoff stammen, bei weitem überlegen. Aber egal...
      Worüber wir vielmehr reden sollten, ist die Rückgewinnung verlorener europäischer Stadtstrukturen, die von einem Wechsel von Privat und Öffentlich, von Enge und Weite, von Licht und Schatten geprägt sind. Worüber wir also reden sollten, ist die bisher durchaus angedachte Blockstruktur. Dabei spielt es auch erst einmal keine Rolle, wie grob gekörnt der Block ist.
      Was ich also ablehne, ist die zu vermutende Negation der Stadtreparatur, die erst sekundär etwas mit dem Phantom Regionaltypik (oder so ähnlich) zu tun hat. Solch ein Theater kann Dresden nämlich durchaus brauchen, passt es doch in das Portfolio einer Stadt, die sich auch mit dem Neumarkt der heutigen Event-Gesellschaft geöffnet hat. Allerdings brauchen wir den vermuteten Solitär nur dort, wo er auch hinpasst. Hier halte ich die unmotivierten Grünflächen des Robotron für geeignet. Der Ferdinandplatz hingegen braucht endlich stinknormale langweilige Stadt!
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    • Ich kann weder erkennen, dass ich vollkommen am Thema vorbeigeredet hätte (das da lautet: Dresden), noch dass ich "geschmäcklerische" Argumente dargebracht hätte - im Gegenteil habe ich von Geschmacksfragen (subjektiv) abgeraten und überlegt, was die Stadt Dresden bräuchte (nicht was ich bräuchte).

      schaffen sie doch Gebäude, bei denen Struktur und Fassaden voneinader durchdrungen und letztlich sinnhaft sind.

      Nur mit den lokalen Bautraditionen Dresdens haben sie nix zu tun.

      Worüber wir vielmehr reden sollten, ist die Rückgewinnung verlorener europäischer Stadtstrukturen, die von einem Wechsel von Privat und Öffentlich, von Enge und Weite, von Licht und Schatten geprägt sind.

      Warum? Europäische Stadtstrukturen sind nur ein Faktor. Der andere ist: Mit welcher konkreten Architektur werden diese Strukturen gefüllt. Mir ist nicht schlüssig, warum man nur über den ersten reden sollte. Vielmehr erscheint mir ein sowohl-als-auch sinnig.

      Regionaltypik ist für mich kein Phantom (und mir ist durchaus bekannt, dass Du sie für ein Solches hältst). Ich bitte um Sachlichkeit.

      Ein Libeskind-Theater im Robotron-Gelände? Warum nicht. Tatsächlich ein deutlich besserer Standort, falls es sich um Solitär-Architektur handeln sollte (wovon auszugehen ist).
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    • @ youngwoerth

      Diskutieren kann man natürlich über alles!

      Allerdings empfinde ich es als wenig zielführend, über eine "regionaltypische Architektur" zu philosophieren, die nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge nicht zur Debatte steht, und dabei zu verkennen, dass ein solches Gebäude weniger architektonischen-, als vielmehr städtebaulichen Schaden anrichten würde. Dresden kann an dieser Stelle einfach keine monofunktionale Großstruktur mehr vertragen, egal wie sie am Ende verkleidet wird. Insofern plädiere ich für eine klare Prioritätensetzung, ohne einen - vielleicht kam das im vorherigen Beitrag nicht ganz günstig rüber - Absolutheitsanspruch zu erheben. Ansonsten gebe ich dir in vielen Punkten durchaus recht.

      PS:

      Über die Regionaltypik müssen wir noch einmal reden. Willst du vielleicht einen neuen Strang eröffnen?
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • bilderbuch schrieb:

      Dresden kann an dieser Stelle einfach keine monofunktionale Großstruktur mehr vertragen, egal wie sie am Ende verkleidet wird.

      Dem will ich zustimmen. In Sachen "Rückkehr zur europäischen Stadt" bin ich ganz bei Dir, städtebaulich hätte an dieser Stelle weder ein Libeskind-Solitär noch ein historistisch anmutender Solitär was zu suchen.

      Ja, über die Regionaltypik kann man gerne nochmal reden. Werde in absehbarer Zeit nen Strang eröffnen.
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    • Die DNN berichten heute, am 09.07.2015, dass die Energieversorger DREWAG und ENSO eine gemeinsame Firmenzentrale planen. Derzeit werden dafür eine Erweiterung des "ENSO-Hauses" am Hauptbahnhof oder aber ein kompletter Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Mitte geprüft.
      Die SPD-Fraktion schlägt in diesem Zusammenhang vor, diese Zentrale auf dem Ferdinandplatz zu errichten und dafür auszulegen, dass gleichzeitig viele städtische Behörden, die aktuell über die Stadt verteilt sind, mit einziehen können. Es solle eine Art Technisches Großrathaus entstehen.

      Meiner Ansicht nach würde ein solcher Plan eine Baumasse erfordern, die fast dem Neuen Rathaus Konkurrenz machen könnte. Somit droht ein unbelebter Großkomplex, der wie eine Barriere im Stadtraum steht und dazu führt, dass die einseitige Konzentration auf die Prager Straße als konkurrenzlose zentrale Achse weiter zementiert wird.
      Das kann man sich nun wirklich nicht für den Ferdinanplatz wünschen, der, würden die Pläne von Herrn Braunfels endlich umgesetzt, das Zeug zu einem kleinteiligen Wohn- und Geschäftsquartier hätte.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe