Park Sanssouci

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    • Potsdam: Winzerberg

      Rettung für den Winzerberg

      Förderverein will historische Terrassenanlage im Potsdamer Weltkulturerbe sanieren - Bacchustreppe wird zuerst restauriert


      Mit vereintem Bürgersinn soll der jahrzehntelang dem Verfall preisgegebene Winzerberg gegenüber dem Schloßpark von Sanssouci gerettet werden. Zu den Mitgliedern des Fördervereines, der den Berg in den nächsten Jahren sanieren will, gehören Baufirmen, Privatpersonen und Institutionen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hat als Eigentümerin die Bauherrenrolle übernommen, sagt Roland Schulze, der Chef des unlängst gegründeten Bauvereins Winzerberg.

      Selbst kann die Stiftung den Berg wegen Finanzknappheit nicht instand setzen. Baudenkmalpfleger Schulze verweist auf Projekte, die durch Bürgersinn möglich gemacht worden sind. Das bekannteste ist die Kirche am Neuendorfer Anger in Babelsberg, wo man mit dem Verkauf der Gewölbesterne viele Potsdamer zum Mittun gewann. Ein solch breites Sponsorenmodell schwebt dem Verein auch am Winzerberg vor.

      Wichtige Grundlage für die schrittweise Sanierung des Winzerberges schuf Sebastian Miethe, der in seiner Diplomarbeit nachwies, daß die Hangmauern dem Erddruck nach der Sanierung dauerhaft standhalten würden. Miethe fand bei Grabungen heraus, daß die Fundamente der Stützmauern tiefer in den Boden reichen, als man bisher annahm. Gegründet sind die gemauerten Pfeilerkonstruktionen auf dem Boden einer ehemaligen Lehmgrube. "Der Vergleich mit den Hängenden Gärten kommt da in den Sinn", schwärmt Schulze.

      Der Winzerberg entstand 1763/64 nach Plänen Johann Gottfried Bürings und Johan Lucas von Hildebrandt. Die Anlage, die nach 1838 im Rahmen des Triumphstraßenprojektes Friedrich Wilhelm IV. mit dem prächtigen Triumphtor am Eingang versehen wurde, erhielt eine weitere Aufwertung durch Gartendirektor Peter Josef Lenné. In die Zeit um 1848 fällt der Treppenaufgang mit dem Bacchushaupt, die im kommenden Jahr als erstes sichtbares Projekt restauriert werden soll, berichtet Bauleiter Thomas Grapentin, der wie auch andere Mitglieder des Vereines Interessenten zu Führungen auf dem Berg einlädt. Beim Rundgang fällt auf, daß erstaunlich viel aus der Erbauungszeit des Berges erhalten blieb. So die gußeisernen Rahmen der einst die Reben schützenden Fenster. Ein Großteil der in den 104 Nischen aufgefundenen Reste kann ebenso wie die geborgenen und sorgfältig numerierten Mauerstücke sowie Ziegelsteine wiederverwendet werden. In den vergangenen Wochen wurden die einzelnen Baufelder durchnumeriert. Mehrere Ein-Euro-Jobber vom Potsdamer Verein Sekiz helfen unermüdlich beim Katalogisieren tausender Bruch- und Fundstücke.

      Einigkeit bestehe, so Schulze darüber, daß der Winzerberg auch künftig ein Weinberg bleiben soll. Denkbar sei, einzelne Pfosten, Fenster und Bauabschnitte zu vergeben. Schulze: "Warum sollen einzelne Handwerkerinnungen und die Potsdamer Rechtsanwälte oder Zahnärzte nicht Teile des Weinberges kaufen können?" Im Gegenzug könnten sie dann den darauf geernteten Wein behalten, schaut Schulze in die Zukunft. Ideen haben die Vereinsmitglieder viele - der Winzerberg soll ein "gläsernes" Wiederaufbauprojekt sein. Die nächste kostenlose Führung beginnt am Sonnabend, dem 5. November, um zehn Uhr am Triumphtor.
      [...]


      Quelle: morgenpost.berlin1.de/content/…9/brandenburg/784536.html

      Weitere Infos: morgenpost.berlin1.de/content/…9/brandenburg/784532.html

      Homepage des Vereins: winzerberg-potsdam.de/
    • Wie gut, dass es Initiativen gibt die sich um Sachen kümmern die sonst verloren gingen. Das Projekt gefällt mir gut, nur funktioniert der Verweis auf die Seite bei mir nicht richtig. Alles was ich sehe ist die erste Seite mit dem Weinberg und der Villa. Genau diese Villa würde mich interessieren. Wer war der Architekt, wer war der Auftraggeber, wie ist der heutige Zustand und wie sieht die zukünftige Nutzung aus?

      Das verstehe ich nicht ganz:

      So die gußeisernen Rahmen der einst die Reben schützenden Fenster.


      Wieso Fenster, wie muss ich mir das vorstellen, etwa wie ein Gewächshaus? Wenn das so wäre, müsste es ja in Potsdam ziemlich ungünstig mit dem Weinbau-Klima sein. In Sancoussie wachsen doch auch Weinreben und das ohne Wetterschutz, oder ist dort ein anderes Mikroklima!?

      Eine Sache stört mich doch etwas:

      "Warum sollen einzelne Handwerkerinnungen und die Potsdamer Rechtsanwälte oder Zahnärzte nicht Teile des Weinberges kaufen können?"


      Wieso wird hier ausgerechnet von Rechtsanwälten und Zahnärzten gesprochen? Das klingt doch etwas Elitär.
      Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)
    • Am Klausberg entstehen die Terrassen neu

      Die verfallene, einst mit Wein und Obst bepflanzte Terrassenanlage unterhalb des wieder hergestellten Belvederes auf dem Klausberg in Potsdam soll in den nächsten Jahren saniert und rekultiviert werden. Dies kündigte Hartmut Dorgerloh an, der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Dazu bereitet die Stiftung einen Vertrag mit den Berliner Mosaikwerkstätten vor. Das gemeinnützige Unternehmen, das an 42 Standorten im Berliner Raum etwa 2000 Arbeitskräfte, vorwiegend Behinderte, beschäftigt, besitze für den Klausberghang bereits ein klares Konzept, sagte Geschäftsführer [...] Peters. Die Anlagen sollten schrittweise erneuert werden. Es soll wieder Wein angebaut werden, auch Pfirsiche, Aprikosen und historische Apfelsorten könnten angepflanzt werden. Auf den Beeten ist ein Kräutergarten vorgesehen.

      Erhalten, wenn auch teils in schlechtem Zustand, sind eines von drei Gewächshäusern und zwei frühere Heizhäuser, die den Beschuss am Kriegsende 1945 überstanden. Im westlichen Gewächshaus sollen Unterkünfte für Beschäftigte und ein Infopunkt für Touristen eingerichtet werden, sagte der Projektbeauftragte Dirk Häusser. All dies erfolge im ökologischen Landbau. Die Anlagen am Klausberg entwickelten sich aus einem Weinberg, den ein aus dem Rheinland stammender früherer „Langer Kerl“ im Jahr 1769 mit Erlaubnis von König Friedrich II. angelegt hatte.


      Quelle: archiv.tagesspiegel.de/archiv/29.12.2005/2261640.asp#art


      Und noch ein weiterer Artikel zum Thema: welt.de/data/2006/01/03/826335.html
    • Die "Pompadour-Uhr" tickt wieder im Neuen Palais - 60 Jahre nach ihrer Verschleppung

      Eine der künstlerisch bedeutendsten Pendel-Uhren aus der Sammlung Friedrichs des Großen, die Pompadour-Uhr, nimmt nach 60 Jahren wieder ihren angestammten Platz im Neuen Palais in Potsdam ein. In dem Schloß hatte sie sich nach einer Notiz von 1784 in einem der Gästeappartements befunden.

      1945 als Kriegsbeute nach Rußland abtransportiert, kehrte die mit kostbaren Materialien und technischen Raffinessen reich ausgestattete Pendule 1958 in desolatem Zustand nach Potsdam zurück; Uhr- und Schlagwerk waren nicht mehr funktionstüchtig, die Boulle-Marketerie - Einlegearbeit mit Schildpatt und Messing - war beschädigt.

      Erst im Oktober 2004 konnte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die Restaurierung dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der J.-Paul-Getty-Stiftung, Los Angeles, in Angriff nehmen. Dabei haben die Restauratoren auch das Glockenspielwerk mit seinen verschiedenen Melodien wiederhergestellt.

      [...]



      Quelle: welt.de/data/2006/01/27/837279.html
    • Gestern war die Potsdamer Schlössernacht. Da ich nicht weiß, wie lange ich noch in Berlin bin, dachte ich mir, ich schau mir das mal an, schließlich wird das immer in den höchsten Tönen beworben.
      Ich kann nur sagen: was für ein riesen Mist!

      Beworben wird es als klassische Musik in barocker Atmosphäre zwischen illuminierten Schlössern. Das einzige, was dabei stimmt, sind die wirklich schön beleuchteten Schlösser. Der Rest ist Mist. Klägliches Niveau. Der typische Besucher ist ein märkischer Bauer in Schlabberhose, Schlabbershirt und Sandalen, der den Abend damit verbringt, sich bei Konserven-Klassik aus dem Lautsprecher mit Bratwürsten und Bier vollzustopfen. Das Ganze hat reine Jahrmarktatmosphäre. Überall Würstchen- und Bierstände. Reiner Kommerz.
      Menschenmassen, die sich auf den Beinen herumstehen, auf den Hauptwegen war man vollauf damit beschäftigt, anderen Gästen aus dem Weg zu gehen. Qualitativ schlechte und viel zu wenige Aufführungen - und überall Schlangen: der Rekord war eine 30m-Schlange vor (freilich kostenpflichtigen) Dixi-Klos - das hält wohl wirklich nur ein Ossi aus. Aber auch 25m-Schlangen für einen Brezel- und Gyrosstand, 20m-Schlangen vor Eisständen, 10m-Schlangen für Bowle, u.v.a.m. Vermutlich verbrachte manch einer den halben Abend mit anstellen - und die andere Hälfte mit rumlaufen, um erfolglos etwas Interessantes zu finden.
      Wenn dann mal ein Konzert war, das was taugte, war es auch maßlos überlaufen, doch selbst wenn man ein nettes Plätzchen ergatterte, war die Umgebungslautstärke viel zu hoch, um die Musik genießen zu können. Ganz davon abgesehen, dass ja immer irgendjemand irgendwo vorbeiläuft, aufsteht, sich setzt, fotografiert, redet, verkokelte Würste oder Steaks in sich reinstopft, oder sonstwie auf sich aufmerksam macht.
      Dass man bei relativ hohen Preisen und solchen Umsätzen dann auch noch 30€ Eintritt bezahlen darf, ist eine Frechheit. Die Kosten müssten locker durch die Gastronomie reinkommen.
      Mein Wunsch wäre es, die Preise so lange zu erhöhen, bis nur noch 1/4 der Leute kommt, bei hochwertigerem Angebot, dann hätte das ganze noch etwas Niveau. So ist es eine Farce und hat vor allem mit Kultur nichts zu tun.

      Fazit: Wer Kultur, Musik, nette Gäste, gute Gastronomie und eine angenehme Atmosphäre will, sollte nicht hingehen. Wer eine Mischung aus Volksfest, Jahrmarkt und Urlaubs-Touri-Buden-Meile will, kann hingehen.
      Ich jedenfalls war maßlos enttäuscht.


      Kleine bezeichnende Anekdote am Rande:
      Auf der verzweifelten Suche nach etwas zu essen abseits von Würstchen, Steaks und Wurstnudeln fand ich dann zum einen gegrillte Garnelen mit Knoblauch, die einigermaßen genießbar waren, und Bruschetta (was es anderorts auch mal umsonst gibt) für 2,50€ für zwei kleine Stück.
      Bekanntlich ist Bruschetta italienisch und wird mit 's-k' und nicht mit 'sch' ausgesprochen. Dass in der immerhin nur 6m langen Schlange fast alle vor mir Bruschetta bestellten (vermutlich weil es das Billigste am Stand war), überraschte mich bei diesem Publikum wenig, auch das ausnahmslos alle, die bestellten (neben Kommentaren wie "was'n det" und "is doch nur Brot, eh, ick will 'ne Wurst"), Bruschetta mit 'sch' bestellten, war zu erwarten, dass die interne Kommunikation im Stand allerdings auch ausschließlich 'sch' sagte, überraschte mich dann doch etwas (vielleicht wären die Damen an einem Wurststand besser aufgehoben gewesen).
      Am Ende waren die beiden kleinen Brotscheiben auch noch richtig mies: das französische Baguette (sic!) nicht richtig geröstet, unten war es sogar durch eine nicht identifizierbare Flüssigkeit feucht geworden, der Belag grobschlächtig, und das Olivenöl hat man mal ganz wegrationalisiert. O tempora!
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • "Antiquitus" schrieb:

      Das Ganze hat reine Jahrmarktatmosphäre. Überall Würstchen- und Bierstände.


      Wie üblich auf ostdeutschen "Festen", egal wie hoch der kulturelle Anspruch auch sein mag.
      Genau wie auf dem Obst+Gemüsemarkt hier eben Unterhemden verkauft werden, und in der Naumburger Altstadt die Renntrucks durchbrettern, vorbei am einsam-rostigen Riesenrad mit 300dB-Trance-Dröhnung.
    • Potsdamer Schlössernacht: Ticketverkauf beginnt am Samstag

      185.000 Euro des Erlöses aus dem Kartenverkauf sollen für die Rekonstruktion eines ehemaligen Eingangsportals des Parks gespendet werden. Das von Rost stark beschädigte Posttor wurde Ende des 19. Jahrhunderts am Südende der Lindenavenue des Parks errichtet und 1997 vorsorglich abgebaut. Aus den Einnahmen der Schlössernacht 2006 fließen 128.000 Euro in die Rekonstruktion der Pergola der Villa Liegnitz.


      Auch wenn's 'ne grausige Veranstaltung ist - immerhin fließt ein Teil des Erlöses in einen wirklich guten Zweck. ;)
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Osten oder nicht, etw. mehr hätte man da schon erwarten können...Naja, aber immerhin weißt du, dass du mit deinen 30€ eine gute Tat vollbracht hast. Nach dem, was du hier beschreibst, dreht sich Friedrich mit seinen Hunden bestimmt im Grabe um. Man kriegt es doch auch ohne Schlössernach hin, dass ab und an Statisten in barocken Kostümen umherwandern. Da müsste es bei so einer Veranstaltung doch wohl erst Recht hinzubekommen sein...Naja, ich werde mich Mal als Organisator bewerben ;).
      Naja, die "Bruschetta-Brusketta"-Problematik scheint auch nicht unbedingt ein Ossi- oder Niveau-Problem zu sein. Eine Freundin von meiner Mutter (weder Ossi, noch aus "schlechtem Hause") und die Mutter einer Frundin (auch kein Ossi, aber doch recht simpel) verstehen irgendwie auch nicht, dass es nicht "Latte Matschiato" heißt. Aber solange man weiß, dass es "Bagett" und nicht "Bagütte" heißt, besteht noch etw. Hoffnung ;)...
    • Meine Erfahrungen mit Kulturfesten sind die, dass solange Eintritt verlangt wird, der "Pöbel" draußen bleibt. Insofern wundert's mich, dass der märkische Bauer 30 Euro Eintritt löhnt, um sich an überteuerten Speisen und Getränken zu laben.

      Und was Ossis und Fremdwörter angeht: ja, das kann sehr oft sehr grauenhaft sein. Genauso grauenhaft, wie sehr oft Wessis und Allgemeinbildung :P
    • Aus der heutigen Internetausgabe der FAZ:
      Neues Palais Potsdam Der Glanz des Hauses Brandenburg

      Tendenziös natürlich wieder mal die Schlußbemerkung:

      Während in Berlin und Potsdam Schlösser, die es längst nicht mehr gibt, für Hunderte Millionen Euro als entkernte Kulissen rekonstruiert werden sollen, steht im Park von Sanssouci ein unzerstörtes Original preußischer Baukunst. Den Sponsoren deutscher Geschichtsdenkmäler sei das Neue Palais dringend ans Herz gelegt.
      www.chronik-bermuthshain.de
      www.chronik-crainfeld.de
      Ortsgeschichte von Bermuthshain und Crainfeld in Oberhessen
    • Sanssouci und die Dauerbaustellen

      Für einen APH-ler sind es vielleicht keine neuen Nachrichten, aber trotzdem lohnt es sich den Beitrag anzusehen. Besonders interessant finde ich den Blick hinter die Kulissen des Neuen Palais.

      zdf.de/ZDFmediathek/content/261106


      (Unter der Rubrik "BÜRGER, RETTET EURE STÄDTE" sind noch weitere sehenswerte Beiträge.)