Lübeck

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Re: Neuer Dachreiter für St. Petri in Lübeck

      Für das ehemalige Kapuzinerkloster in Rottweil plädieren Architekt und die Bauverwaltung entgegen der Bürgerinitiative auch für eine "zeitgemäße" Lösung des Dachreiters. Die Jahre der Rekonstruktionen im Detail scheinen nun auch in Rottweil vorbei. Allein wenn man Entwurf, Planung und Ausführung betrachtet, erkennt man dort sehr schnell, dass nur wenig Bausubstanz gerettet wurde und vor allem alles "Neue" als Kontrast in modernistischer Ausführung vollzogen wird. Zum ist das!


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • Re: Lübeck-wohin......

      Johan hat geschrieben:

      So warum gibt es keine Intiativ für Lübeck....überlegt mal wenn man die Kernbereiche von die Stadt wiederaufbauen könnte...das Problem ist dass die gschönste Patrizierhäuser waren gerade in die gebombte Areal....

      .wie wäre es falls man die gleiche Intresse und Geld in Lübeck investiet wie man hat in Dresden...man könnte schon etwas wirkliches tolles schaffen können.....weil die Nebenstrassen sind schön....(leider oft renovierungsbedürftig) Eine Verein für Lübecker Altstadtaufbau....


      auch ich bin mit Verspätung voll und ganz mit Johan einverstanden. In Lübeck ist mehr erhalten als in den allermeisten anderen deutschen Großstädten. Aber die zerbombten Areale wurden schlecht wieder aufgebaut und nichts wurde rekonstruiert. Dazu kommen noch die furchtbar schlechten Neubauten der letzten Jahre.. In Lübeck könnte Deutschland ein historisches Stadtbild von Europäischem Rang haben, aber man konserviert auch hier die Kriegsschäden.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Re: Lübeck-wohin......

      Meine Herren, darf ich Sie erinnern, dass es sich bei der Lübecker Altstadt um ein einzigartiges UNESCO-Weltkulturerbe handelt? Also bitte ein wenig mehr Anerkennung, ja? Wobei das grobklotzige Kaufhauf direkt am Markt schon ein wenig die 50er-Jahre-Backsteintristesse stört. Da hätte mal jemand bei der Unesco anrufen können, dass die Stadt zumindest auf die Rote Liste gesetzt wird.

      http://www.creaton-test.de/xfiles/images/aktuell_presse/C1883_1_Totale.jpg\r
      www.creaton-test.de/xfiles/image ... Totale.jpg
    • Re: Lübeck-wohin......

      Na wenigstens bleibst du deinem Sarkasmus treu ;)


      Ja, die UNESCO ist schon eine etwas widersprüchliche Institution. Wobei ich den Welterbestatus der hanseatischen Lübecker Altstadtbauten voll unterstütze. Dass ausgerechnet der Markt samt Umgebung nahezu komplett weggebombt und eher mäßig bis schlecht wiederaufgebaut wurde, ist sehr bedauerlich.

      Lübeck braucht endlich eine durchschlagende Reko-Initiative, um zu alter Stärke zurück zu finden!
      Gibt es dort überhaupt etwas in der Richtung? Die müssten dann ja eigentlich bei Geschichten wie dem Dachreiter des Doms mit reinreden, oder?
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Re: Lübeck-wohin......

      ^ Es ist ja nicht nur der mäßige Wiederaufbau und der verhunzte Markt, der einen Welterbetitel der Lübecker Altstadt m.E. überhaupt nicht rechtfertigt, auch die neuen Projekte in der Altstadt sollten der Unesco, wenn sie schon dem Elbtal wegen einer neuen Brücke den Titel aberkennt, sauer aufstoßen. Aber das interessiert die Damen und Herren von der Unesco scheinbar überhaupt nicht. Na gut, wie sollen sie's denn erfahren, es ruft ja auch keiner an. Und vom Grass Günni, eine Lübecker Ikone, die noch gegen den Bau der WSB mahnte, hört man diesbezüglich auch nix - häutet wahrscheinlich grad die nächste Zwiebel.

      Zur Zeit entsteht in der Lübecker Altstadt ein neues 4-Sterne-Hotel der Kette Atlantic. Und wer schon jetzt Investorenarchitektur dahinter vermutet, wird auch nicht enttäuscht. Schaut mal, auf welch geniale wie welterbewürdige Weise der Neubau die Petrikirche verdeckt:



      Quelle: zech-group

      Im März 2010 wird das neue Hotel eingeweiht. Inzwischen ist man kurz davor, den Blick auf Altstadthäuser, die maßgeblich zum Welterbetitel beigetragen haben, galant zu verstellen:
      http://www.hl-live.de/aktuell/bilder/hotel270209gelaendeSDIM3099.jpg\r
      www.hl-live.de/aktuell/bilder/ho ... IM3099.jpg


      Und das geplante Hansemuseum ist wohl auch einer Welterbestätte Lübecker Altstadt würdig, was? Bei diesem Bauvorhaben ist auch schon alles abgesegnet worden, nur eine kleine Finanzierungslücke verzögert im Moment noch den Baubeginn.
    • Re: Lübeck-wohin......

      Auch aus diesem Grund verlasse ich mich weder auf Unesco noch Titel, sondern vor allem auf mein eigenes Empfinden und Urteilsvermögen.

      Die erhaltenen Teile in Lübeck sind genau so schützenswert wie das Elbtal in Dresden (wobei ich Letzteres als deutlich einzigartiger empfinde, da man stilistisch und strukturell ähnlich geartete Altstadtzusammenhänge in mehreren deutschen Hansestädten findet). Aber ob vierspurige Betonbrücke oder vierstöckiges Betonhaus - beides kann viel zerstören.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Re: Lübeck-wohin......

      Das Hotel aus Profitgier, das Hansemuseum aus ideologischer Verblendung- das soll auch wohl die "Verständigung" mit den alten und neuen baltischen Nachbarn dienen, wahrscheinlich.
      Ich verstehe überhaupt nicht, wie man an einer stelle wie bei der Petrikirche auf die Idee kommt, nicht zu rekonstruieren, wenn die Möglichkeit sich anbietet. Denn dort ist nach wie vor ein auffälliges Stück kaputte Lübecker Altstadt.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Re: Lübeck-wohin......

      Kann mal jemand die Unesco in Kenntnis setzen, damit diesen Leuten endlich mal das Handwerk gelegt wird?? Das Maß ist voll, erst das Kaufhaus am Markt, dann der Dachreiter auf der Petrikirche und jetzt das !!!!
      Es dürfte sich hierbei um die gleiche Clique handeln wie in Dresden !!!
    • Re: Lübeck-wohin......

      Obwohl die oben gezeigte Beispiele nicht gerade schön sind, möchte ich ein Paar Fakten nennen:

      1) Die Lübecker Altstadt ist nur teilweise UNESCO-Welterbe. Die im Weltkrieg zerstörten Teilen (20 %) gehören nicht dazu. Das gilt sowohl für den Hotelneubau als für das Kaufhaus am Markt.

      2) Dort wo das Hotel jetzt entsteht stand nur Schrott. Also eher eine sehr kleine Verbesserung.

      Und nicht vergessen: die Altstadt Lübecks bleibt auch weiterhin die wichtigste an der Ostsee.
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Re: Lübeck-wohin......

      Nicht die gesamte Altstadtinsel wurde 1987 als Welterbe ausgewiesen. Ausgeklammert wurde aufgrund der ICOMOS-Evaluierungen der Jahre 1983 und 1986 der Teil, der 1942 durch den Luftangriff auf Lübeck zerstört worden ist. Der genaue Umfang ist streitig, da das Flächendenkmal 1987 mit einem dicken Filzstift auf der Karte von Hand skizzenhaft grob markiert wurde.[1] Diese Karte wies drei Bereiche aus: Den Bereich 1 bestehend in etwa aus der nördlichen und östlichen Altstadt von der Nordseite der Fischergrube entlang der Straße An der Untertrave um das Burgtor herum der Straße An der Mauer bis zur Mühlenstraße folgend. Weiter auf der Ostseite der Mühlenstraße und der Königstraße bis durch die Pfaffenstraße und Breite Straße bis zur Fischergrube.

      Das Gebiet 2 umfasst die südwestliche Altstadt, als das Viertel von der Holstenstraße bis um den Lübecker Dom, dort auch Dom-Viertel genannt. In diesem Bereich verläuft die Grenze in der Kartierung zum Teil durch die Baublöcke und grenzt im Bereich der Mühlenstraße an den Bereich 1.

      Der kleinste Teilbereich 3 umfasst das Rathaus mit dem Kanzleigebäude, der Marienkirche mit der ehemaligen Kapelle Maria am Stegel und die obere Mengstraße mit dem Buddenbrookhaus.

      Die erhaltenen Teile des Lübecker Kaufmannsviertels, wie um das Schabbelhaus in der unteren Mengstraße, sind hingegen nicht Bestandteil des Weltkulturerbes.

      Insgesamt stehen in der Lübecker Altstadt über eintausend Profanbauten auch einzeln unter Denkmalschutz. Viele von Ihnen entstammen noch der Zeit der Backsteingotik, die im allgemeinen Lübecker Sprachgebrauch großzügig auch die Zeit der Backsteinrenaissance mit umfasst.



      Quelle: Wikipedia
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Re: Lübeck-wohin......

      Auch hier zeigen sich wieder die völlig einseitigen Bewertungskriterien der UNESCO. Während man gegen jeden Hochhausbau und Brückenbau - und sei er noch so weit außerhalb und noch so hochwertig - rigoros vorgeht, werten Entgleisungen in unmittelbarer Nachbarschaft das Welterbe und die Blickachsen darauf nicht ab. So war es in Köln, Prag, Wien, Dresden und so ist es in Lübeck. In Wien oder Prag darf man auch Originalsubstanz abbrechen oder mit Dachausbauten versehen, das interressiet nicht. Originalsubstanz ist weniger wert als Blickbeziehungen aus kilometerweiter Entfernung. Die kann man ruhig opfern oder zustellen. :gehtsnoch:
    • Re: Lübeck-wohin......

      Maria am Stegel steht nicht mehr, die ausgebrannte Ruine wurde 1967 abgerissen. Lediglich der Sockel aus Granit wurde am Marienkirchhof (nicht am originalen Standort) wiederaufgerichtet. Mit dem Lettner sollte man sich nicht befassen. Erhalten ist ja nur der südliche Rest. Außerdem wurde ja der Hochchor um 1,5 bis 2 m. erhöht, so daß ein rekonstruierter Lettner im Moment wohl eher geeignet wäre, untendrunter durchzuschlüpfen, es sähe sehr lächerlich aus. Die Kirchengemeinde hat kein Geld, um über so etwas nachzudenken; denn der Totentanz und die Totentanzorgel sowie die große Orgel wären ja ebenfalls als eine Pflicht zur Reko anzusehen. Und überhaupt: was würde denn kommen? Eine Reko ist bei der derzeitigen Geisteshaltung der Oberen der Kirchengemeinde nicht zu erwarten. Was käme, wäre dann etwas entsprechendes wie Lüpertz´ Totentanztympanon in der Totentanzkapelle. Also besser alles sein lassen.
      1816 - Rheinhessen - 2016
      rheinhessen-2016.de
      rheinhessen.de
      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.