Zunehmende Verschandelung der Kulturlandschaft durch Windräder

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    • ich nehme an,dieser Einwurf beruht eher auf Wortklauberei denn auf Begriffstutzigkeit?
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Seine Frage hat schon Berechtigung. Deutschland ist eine Kulturlandschaft, keine unberührte Natur. Vor Tausend Jahren war hier noch alles schön mit Wald bedeckt, heute noch 1/3. Außerdem lässt du einfach mal eine ganze Epoche seit der Industrialisierung außen vor in der sich die Umweltbedingungen hierzulande massiv verbessert haben. Die weiße Wäsche wird heute nicht mehr grau nachdem man sie in im Hof aufgehangen hat.

      Aber solche Sätze:
      Nicht, als ob es bisher nciht schon schlimm genug gewesen wäre, also ob es ein Entrinnen von dem bereits überall alles überdrönenden Luftverkehr (vom Straßenverkehr ganz zu schweigen, aber diesem kann man in entlegenere Gebiete ausweichen) möglich gewesen wäre.
      Mein Trost ist nur, dass dieses System, das diesen Aberwitz fördert, wohl nicht mehr lange bestehen wird, das mit dem bevorstehenden Zusammenbruch des Finanzsystems auch gewisse Auswüchse wie der Wachstums- und Mobilitätswahn obsolet werden


      Erwarte ich eher in einem Diskussionsforum von Hippieverbänden.
    • ich nehme an,dieser Einwurf beruht eher auf Wortklauberei denn auf Begriffstutzigkeit?


      Nein, das war schon ernst gemeint. Und daß die Gefahren der Kernenergie völlig verdrängt wurden, zeigen schon die völlig problemlosen Castor-Transporte der letzten 30 Jahre.

      Ja, ich würde gern auch wieder zurück zur Natur, am besten verbeamtet und mit 30-Stunden-Woche, aber bitte ohne Wirtschaft oder Energieerzeugung.
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)
    • Das die Landschaft durch Windräder verschandelt wird, kann ich nicht so recht nachempfinden. Stört mich eigentlich fast überhaupt nicht, genau wie Hochspannungsleitungen. Andererseits wird man in Südbayern von Windparks bisher auch wenig tangiert. Die massive Zerstörung von Flußauensystemen durch Wasserkraftwerke finde ich da weit schlimmer, auch der völlig überzogene Straßenbau in D der letzten Jahrzehnte. Oder der Größenwahnsinn im bezug auf den Ausbau der Flughäfen. Oder die massive Verschandelung der Bahnstrecken durch sinnloses beiderseitiges Zumauern...
    • Ich finde, einzelne oder in kleinen Gruppen angeordnete Windkrafträder sind kein so großes Problem.
      Aber der Trend geht ja dahin, ganze Pulks von 20,30, 40 Windkraftanlagen, teils von unterschiedlichen Typen und Höhe aufzustellen,
      dass man aus der Ferne meint, der Horizont flimmert. Oder wenn die Dinger nachts ihre Positionslichter anhaben,
      da kriegt man nur vom längeren Hingucken einen Psychokoller.
      Und da ist dann irgendwo doch der Punkt erreicht, wo trotz aller Sympathien gegenüber der Technologie die Abwägung vom Für zum Wider kippt
    • Markus schrieb:

      Das die Landschaft durch Windräder verschandelt wird, kann ich nicht so recht nachempfinden. Stört mich eigentlich fast überhaupt nicht, genau wie Hochspannungsleitungen. Andererseits wird man in Südbayern von Windparks bisher auch wenig tangiert. Die massive Zerstörung von Flußauensystemen durch Wasserkraftwerke finde ich da weit schlimmer, auch der völlig überzogene Straßenbau in D der letzten Jahrzehnte. Oder der Größenwahnsinn im bezug auf den Ausbau der Flughäfen. Oder die massive Verschandelung der Bahnstrecken durch sinnloses beiderseitiges Zumauern...
      Wenn man in Südbayern wohnt, kann man das sicher nicht so recht nachempfinden. Bisher stehen dort nämlich kaum Windräder, ihr habt noch viele schöne Landschaften, deren Anblick ein wirklicher Genuss ist. Fahr mal nach Dithmarschen (Schleswig-Holstein), auf die Krummhörn (Ostfriesland) oder in die Uckermark (Brandenburg). Dort sieht es bereits so aus, wie es bald in ganz Deutschland aussehen wird, wenn tatsächlich alle Vorrrangflächen für Windkraft, die derzeit überall ausgewiesen werden, mit Windrädern bebaut werden. Das ganze Land wird dann ein einziger großer Windpark sein und die Frage wird wohl erlaubt sein, ob wir dann noch eine Umwelt haben, in der sich das Leben lohnt.

      Gerade deshalb muss eine sehr sorgfältige Planung erfolgen und es muss unbedingt großflächige Tabuzonen für Windräder geben. Größtes Problem ist wohl bisher die fehlende Möglichkeit, den gewonnenen Strom zu speichern. Außerdem sollte man nach Alternativen zu den jetzigen Riesen-Rotoren forschen.
      Sie sind mit etwa 200 m schließlich höher als der Kölner Dom und nehmen der Landschaft jeden Reiz. Das Gefühl von Weite kann man vielerorts schon gar nicht mehr erleben.

      Das mit dem Straßenbau sehe ich genauso, aber dieser wird leider immer wieder mit dem Argument der wirtschaftlichen Notwendigkeit von der
      Politik gnadenlos durchgepeitscht. Hier müsste sich mehr Widerstand formieren.

      Dithmarschen, ein landschaftliches Erlebnis:

      ruhl-online.de/05-Gegenwind/Holstein_1820.jpg
    • Ja, ich würde gern auch wieder zurück zur Natur, am besten verbeamtet und mit 30-Stunden-Woche, aber bitte ohne Wirtschaft oder Energieerzeugung


      Eine sehr billige Polemik.
      Es ist halt so, dass wir unter den Begriff "Wirtschaft" in verschiedener Hinsicht gebrauchten. Ich meine damit das gegenwärtige Wirtschaftsleben mit seinen gegenwärtigen Auswüchsen und nicht sagen wir die Gesamtheit unserer KMU. Da besteht ein gewisser Unterschied, und das eine ist dem Interesse desanderen nicht gerade förderlich. Vor allem ist die gesamte Transportproblematik ganz und gar nicht im Interesse der KMU, deren fortschreitende Marginalisierung mit der Kostenunwahrheit des Transportwesens unmittelbar zusammenhängt. Ebernso wie meine mir zweifellos in gewisser Hinsicht zu unterstellende "Wirtschaftsfeindlichkeit" nicht als gegen die KMU gerichtet verstanden werden darf - das Gegenteil ist der Fall.

      Was gewisse andere Wortmeldungen betrifft, so entsprechen sie - die vorgebliche Hippielastigkeit meiner Ansichten hin oder her - nicht gerade dem in diesem Forum zu erwartenden intellektuellen Niveau. Wer die Verunstaltung unserer Landschaft derart reflexionslos gutheißt und mit wirtschaftlicher Notwendigkeit begründet, darf eigentlich nichts gegen Stadtbildzerstörung durch zB ECE oder Stadtautobahnen sagen.

      Ich sehe die Auswüchse der Windkraft in größerem Zusammenhang mit dem kulturellen (und damit verbundenen physischen) Niedergang unseres Abendlandes. Wer seinen Lebensraum derart missachtet und mit Füßen tritt, hat ihn eigentlich bereits als solchen aufgegeben.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • 1. Das Abstandsflächengesetz bezieht sich auf Gebäude. Dazu zählt ein Wald wohl eher nicht.

      2. Den vierten Absatz des Artikels zu lesen, bevor man sich aufregt, ist hilfreich. ;)

      Insgesamt ist schon recht seltsam, was an mancher Stelle dieses Threads geäußert wird. Auch ich betrachte die Windkraftanlagen nicht gerade als Verschönerung der Landschaft. Was ich aber albern finde, ist diese selektive Zwangsaufgeregtheit. Wieviel Kilometer die Landschaft verschandelnde Autobahn und Straße inklusive Brücken etc. wurden mit einem häufig größer als notwendigen Auto befahren, um die Bilder der ach so schlimmen Windkraftanlagen zu machen? Wieviel Hochspannungsleitungen sind nötig, damit wir uns an dieser Stelle über solche Thema auslassen können?
      Ja, auch das ist Polemik, ich weiß. Soll es auch sein. Mit Windkraftanlagen müssen wir leben (wobei etwas mehr Sorgfalt bei der Standortauswahl manchmal durchhau sinnvoll und möglich wäre), wenn wir unseren Lebensstandard halten und die Energieversorgung für die Zukunft sichern wollen.
      Wohl jede Technik hat Vor- und Nachteile. Der Nachteil der Windkraftanlagen ist fast ausschließlich optischer Natur, also reversibel. Das wiederum trifft für die Nachteile der konventionellen Formen der Energieerzeugung nicht zu.

      Auf Probleme und Fehlentwicklungen sollte unbedingt aufmerksam machen - aber bitte nur mit Verstand und Weitsicht, um auch ernstgenommen zu werden.
    • Schlechte Bilanz für Windräder und Photovoltaik

      Wie stets es nun mit den deutschen Windrädern? Deren Auslastung liegt bei nur 16% und ist damit ein Fünftel kleiner als der europäische Schnitt. Noch größer wird der Unterschied, wenn man deutsche Windräder mit englischen und spanischen Anlagen vergleicht. Aus den Daten der Edition 2011 ergibt sich für beide Länder eine durchschnittliche Auslastung von 23% bis 24% der dortigen Anlagen! Das sind 50 Prozent mehr als der deutsche Windmüller erntet.

      Diese Vergleiche spiegeln die geringe Windergiebigkeit deutscher Standorte wieder – vor allem im Binnenland. Ausgleichen will die Windindustrie diesen Mangel durch den Bau von bis zu 200 Meter hoher Anlagen. Im Visier haben die Betreiber außerdem die exponierten Kammlagen der Mittelgebirge. Gebaut wird im Wald und in Landschaftsschutzgebieten. “Auch Naturparks sind kein Tabu”, hat die grüne rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke wiederholt erklärt.

      “Eine ‘Verspargelung’ der reizvollen Mittelgebirgs-Landschaften ist übrigens nicht zu befürchten”, heißt es dazu in einer neuen Broschüre des Bundesverbandes Windenergie. Worauf sich diese Behauptung gründet, ist nicht auszumachen. Den “reizvollen” vorderen Hunsrück haben etwa hundert Windräder, die in weniger als einem Jahr aus dem Boden geschossen sind, bereits grundlegend verhäßlicht. 400 sollen es im Laufe der nächsten Jahre werden.

      Ganzer Artikel hier, sehr lesenswert, findet man in den Mainstream-Medien natürlich nicht:
      achgut.com/dadgdx/index.php/da…draeder_und_photovoltaik/
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • wenn wir unseren Lebensstandard halten und die Energieversorgung für die Zukunft sichern wollen.
      Die Optik stört mich eigentlich nicht, aber meines Erachtens sind Windkraftanlagen nur da sinnvoll, wo tatsächlich fast immer Starkwind geht - und das ist eben vor allem an der Küste, aber ganz sicherlich nicht im süddeutschen Raum, wo die meisten Anlagen fast nie in Betrieb sind.

      Außerdem ist die Einspeisung in das Netz mit großen Schwierigkeiten verbunden, zumal natürlich konventionelle Kraftwerke ständig im Hintergrund weiterlaufen müssen - die haben natürlich recht lange Anlaufzeiten und können nicht einfach abgeschaltet werden.

      In vielen Fällen wird zwar Strom produziert, der aber mit Blick auf die Stabilität des Netzes nicht eingespeist werden kann (aber trotzdem bezahlt wird, als ob er eingespeist würde).

      In anderen Fällen wird aufgrund des Vorrangs der erneuerbaren Energien zwar in das Netz eingespeist, gleichzeitig entsteht dadurch aber insgesamt ein Überschuß, so daß der überschüssige Strom ins Ausland verschenkt werden muß bzw. es wird sogar dafür bezahlt, daß der Strom abgenommen wird ("negative Einspeisevergütung" - wir zahlen also mit unseren Strompreisen eine Subvention, die dann wiederum an die Betreiber gezahlt wird, damit diese potenziellen Abnehmern etwas dafür zahlen können, damit der Strom bezogen wird).

      Letztlich zum überwiegenden Teil eine relativ teure und relativ sinnlose Investition (mit der ich mich zufällig ganz gut auskenne, weil ich des öfteren Dokumente aus diesem Bereich übersetze, zumeist aus dem italienischen Codice di Rete bzw. den zugehörigen Allegati/Erweiterungen...)

      Ich finde es auch immer etwas surreal, wenn Politiker zwar selbst auf Nachfrage nicht in der Lage sind, die physikalische Bedeutung von elektrischer Leistung zu definieren, aber optimistisch den zeitnahen und finanzierbaren Aufbau von Smart Grids versprechen (ohne auch nur ansatzweise Einblick in die Komplexität von Stromnetzen zu besitzen).
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)
    • Dachreiter schrieb:

      Was ich aber albern finde, ist diese selektive Zwangsaufgeregtheit. Wieviel Kilometer die Landschaft verschandelnde Autobahn und Straße inklusive Brücken etc. wurden mit einem häufig größer als notwendigen Auto befahren, um die Bilder der ach so schlimmen Windkraftanlagen zu machen? ...

      Hier in diesem Thread geht es um die Waldabholzung aus Profitgier von Energieunternehmen, hier der Windkraftindustrie. Es ist unser gutes Recht hier diese Profitgier auf Kosten der Natur offenzulegen, zu publizieren und zu beurteilen. Das nennt man im Allgemeinen das Recht der freien Meinungsäußerung.
    • Ja, wirklich gruselig diese Fotos. Ich kann nicht verstehen, wie man diese riesigen Anlagen als "nicht störend" empfinden kann. Mir kommt beim Anblick dieser Giganten die Galle hoch, die Landschaft wird für mich so ungenießbar. Ungebremste Blicke zum Horizont, das Gefühl von Weite wird man hierzulande wohl bald leider nicht mehr erleben können, wenn nicht bald ein übergeordnetes Planungsinstrument installiert wird, das besonders eindrucksvolle Landschaften schützt. Was nutzt es z.B., wenn in einem Nationalpark selbst keine Windräder errichtet werden dürfen, aber unmittelbar an dessen Grenze? Das Landschaftsbild wäre dann allemal hinüber. Zur Nachhaltigkeit gehört für mich auch, mit den landschaftlichen Ressourcen sorgsam umzugehen. Aber derzeit wird ja alles zur Disposition gestellt, eine Planung mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl findet nicht statt. Bevor ein weiterer Ausbau der Windenergie stattfindet, sollte man sich zunächst einmal um die Speichermöglichkeiten kümmern. Dann kann man weitersehen.

      Und wie gesagt, das was man auf den Bildern (vielen Dank dafür!) oben sieht, ist erst der Anfang:

      Um Bamberg sollen sich 100 Windräder drehen | inFranken.de

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    • Das sind aber gute Nachrichten!
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)