Zunehmende Verschandelung der Kulturlandschaft durch Windräder

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    • Phoenix schrieb:


      Da habe ich bisher aber anderes gelesen. Es kommt nämlich zu einer weitreichenden Versiegelung der Böden.

      Die Fundamente scheinen mir eher in die Tiefe zu gehen.
      Ein Klumpen Beton, sehr harmlos im Vergleich zu anderen Relikten der Menschheit.
      Um z.B. die gleiche Strommenge in einem Laufwasserkraftwerk zu erzeugen, ist der Eingriff tausendmal schlimmer.
    • Es macht aber genauso wenig Sinn massig Steinkohle im Ruhrgebiet zu fördern und diese dann quer durch Deutschland zu karren. Gleiches gilt wenn man den ganzen Strom dort produziert, es fehlen die Trassen um ihn in den Süden, Norden oder Osten zu schaffen.
      Dezentrale Stromerzeugung wird einfach immer wichtiger.

      Zu Landschaft, weiß nicht was ich da noch sagen. Mich stören sie nicht, man sollte sich von dem Gedanken von Deutschland als weitestgehend unberührterm Naturraum verabschieden. Wir leben in einer Kulturllandschaft die seit eh und je verändert wurde wie man es brauchte. Außerdem sind Windräder gerade für weniger dicht besiedelte Regionen eine Möglichkeit stromtechnisch autark zu sein.
    • Saxonia schrieb:

      Außerdem sind Windräder gerade für weniger dicht besiedelte Regionen eine Möglichkeit stromtechnisch autark zu sein.

      Ich hab aber das Gefühl, daß solche Insellösungen auf der Basis entsprechender Hybridkraftwerke derzeit kaum weiter verfolgt werden.
      Stattdessen wird auf Teufel komm raus für die Netzeinspeisung produziert, obwohl die Leitungsnetze das nicht aufnehmen können.
      Man hat das Gefühl, dass der Zug nicht in die Richtung fährt, in die er eigentlich fahren sollte.

      Und es zeigt sich vor allem, dass die Politik in Deutschland zu unflexibel ist, um auf erkennbare Fehlentwicklungen rechtzeitig zu reagieren und Fördertatbestände anzupassen, bevor es zu gewaltigen Fehlallokationen kommt.
      Vielerorts wurden ja mittlerweile Solarparks auf der grünen Wiese bzw. auf gutem Ackerland errichtet!
      Es wiederholt sich das gleiche wie in den 90ern beim Aufbau Ost mit den Kläranlagen, den überdimensionierten Gewerbegebieten auf der grünen Wiese, dem Überhang an Büroflächen und Neubau-Wohnparks und Spaßbädern.
    • Wie willst Du denn stromtechnisch autark sein, wenn Deine Stromquelle nicht ständig zur Verfügung steht? Ich habe mal etwas südlich von Speyer gewohnt, wo inzwischen jede Menge Windkraftanlagen stehen, die ich auch schön von meinem Fenster aus sehen konnte. Die standen 80 % der Zeit komplett still - was mich natürlich zu der Frage bringt, was diese Art der Nicht-Stromerzeugung eigentlich soll...
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)
    • Erstens sterben mehr Vögel durch fiese Katzenangriffe als durch Windradln, zweitens wäre es sinnlos, den Kohlebergbau weiter zu subventionieren, jedenfalls nicht mit Bundesmitteln. Und drittens finde ich es äußerst polemisch, erneuerbare Energien als Ökoquatsch zu bezeichnen. Außerdem besteht D nicht nur aus dem Ruhrgebiet, auch wenn das einige Koingruabnrutscha(ned bös gmeint :smile: ) noch nicht erkannt haben :biggrin:
      Architektur ist immer subjektiv, da sie wie jede andere Kunstform vom Auge des Betrachters abhängt.
    • Ein Auto verliert ja auch nicht den Oldtimer-Status wenn man einen umweltfreundlicheren Motor einbaut :smile:
      Aber die Windkraftanlagen sind doch schon irgendwie schön. Und da zu unserer Kultur nunmal der Energiebedarf gehört, sind sie auch Teil der Kulturlandschaft.
      Im 19.Jahrhundert sind eben die hohen Fabrikrauchfänge dazugekommen, im 20. die Autobahnen und Hochhäuser und im 21. eben die Winkraftanlagen und Solarparks :smile: . Kulturlandschaften sind grundsätzlich immer im Wandel begriffen. Außerdem ist Ästhetik per definitionem(ich hoffe das ist richtig :smile: )subjektiv.
      Architektur ist immer subjektiv, da sie wie jede andere Kunstform vom Auge des Betrachters abhängt.
    • Bergarbeiter ist natürlich auch ein Beruf mit Zukunft


      Es ist leider kein Beruf mit Zukunft mehr, da er nicht mehr subventioniert wird - obwohl es mit Blick auf die Versorgungssicherheit sinnvoll wäre, weiterhin Kohle zu fördern.

      Umgekehrt würden die (Mini-)Hersteller von Solarkraftanlagen in Deutschland oder 95 % der Landwirte doch auch ohne Subventionen ziemlich schnell pleite machen, weil sie der ausländischen Konkurrenz nicht gewachsen wären, deshalb gibt es ja nur Mini-Quoten/Importzölle für Fleisch/Zucker aus Südamerika usw. Also einfach eine politische Entscheidung. Wenn wir hier offensichtlich Zuckerrüben produzieren können (die letztlich auf dem Weltmarkt kein Mensch braucht), warum dann nicht auch Kohle?

      Mich würde aber mal ganz konkret und nach einzelnen Anlagen aufgeschlüsselt interessieren, an welchen Tagen welche Energiemengen produziert werden. Ist das im Internet irgendwo abrufbar?
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)
    • Leider macht die Windkraft ja mittlerweile auch vor unseren Wäldern nicht mehr halt, da in vielen Gegenden (angeblich) kaum noch geeignete neue Standorte zu finden sind. Hier ein ausgezeichneter Artikel zu dem Thema aus der Nationalparkzeitung, Heft 1/2012:

      wattenrat.de/wp-content/upload…2012_Wald-unter-Strom.pdf

      Ich denke, das muss nun wirklich nicht sein1 Es muss auch Rückzugsgebiete für den Menschen geben. In unserer schnelllebigen Zeit, in der viele Menschen über Stress klagen, ausgebrannt sind, sind Erholungsgebiete wichtiger denn je.
    • Lieber "DortmundWestfalica",
      wäre es Dir vielleicht möglich, etwas kleinere Bilder auf die Seiten hochzuladen? Ich habe mal nachgeschaut: Allein eines Deiner netten Harzbilder hat eine Größe von über 2,6 MB. Deine neue Fotoserie bei "Bauen zwischen 1933 und 1945" konnte ich mir erst gar nicht anschauen, da mein System blockierte und mir die Meldung zukommen ließ, dass mein Speicher nicht für diese Datenmenge ausreichend wäre. Also es wäre lieb, kleinere Formate zu wählen, die man hier ebenso gut sehen kann. 700 KB beispielsweise reichen für ein Bild dicke aus, es geht auch weniger.
    • Danke für die schönen Harzbilder. Und für die gute Nachricht, dass der Harz bestehen bleibt in seiner Schönheit. Sollte wohl an sich eine Selbstverständlichkeit sein, aber in dieser Trottelwelt muss man wohl schon mit allem rechnen. Die Wälder es Harz liegen mir auch sehr am Herzen.

      Erschreckend, dass das herrliche Mecklenburg-Vorpommern auch schon zugeschissen sein soll? Landschaftsschutz zählt wohl überhaupt nichts mehr?
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Anfang der Woche gab es ein hochinteressanter Dokumentar zur Kernenergie in Frankreich auf Arte. Hier wurde gezeigt, dass nicht 95 % des Materials der Brennstäbe wiedergewonnen wird (in La Hague), sondern nur 10-15 %. Der Rest wird nach einer Reise mit Bahn und Schiff in Sibirien aufbewahrt! Ausserdem wird die gesamte Energiepolitik in Frankreich nicht politisch sondern von dem Corps des Mineurs (12 Personen) verwaltet. Die einseitige Strategie hat dazu geführt, dass Frankreich bis Heute sehr wenig in Erneuerbare Energien investiert hat.

      Ich bin diese Woche entlang der Eifel und Ardennen geflogen. Man kann schon aus 10 km Höhe die Grenze zwischen F und D ausmachen. Auf D. Seite stehen massenweise Windräder, in Lothringen nur ein gigantisches AKW. Hmm.

      Immerhin kann man die Windräder irgendwann später abbauen. Das ist mit Atommüll deutlich komplizierter (muss 6000 Generationen gelagert werden).
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Ich bin diese Woche entlang der Eifel und Ardennen geflogen. Man kann schon aus 10 km Höhe die Grenze zwischen F und D ausmachen. Auf D. Seite stehen massenweise Windräder, in Lothringen nur ein gigantisches AKW. Hmm.


      dieser Beitrag von Däne bringt es auf dem Punkt.
      Was unausgesprochn bleibt: die Wahl, die uns gestellt wird, ist jene zwischen Pest und Cholera. Der Wahnwitz des absurd gesteigerten Energiebedarfes jenes Krebsgeschwüres, das sich "Wirtschaft" nennt, wurde bis Fukushima einigermaßen verdrängt. Die Atomkraft sieht man kaum, sie stört niemanden. Das damit verbundene existenzielle Risiko ließ sich leicht verdrängen.
      Die Windräder bringen hingegen kein Risiko mit sich, sie zerstören halt nur für unsere Lebenszeit unsere Landschaft (sieht man einmal von der Bedrohung für die Vorgelwelt "großzügig" ab). damit wird für alle Menschen, denen die ästhetische Komponente wichtig erscheint, das Leben um ein beträchtliches Ausmaß noch sinnloser. Was hat Stadtbildschutz eigentlich noch für einen Sinn, wenn die Städte nicht mehr in Landschaft, sondern in ästhetisches Chaos eingebunden sind? wen es außerhalb der Städte (dh der klitzekleinen Stadtzentren) nichts mehr gibt, worüber man sich freuen kann?
      Die psychische Verstörung, die unserer Generation zugefügt wird, sollte man nicht unterschätzen. In so einem kaputten Umfeld können nur kaputte Menschen heranwachsen.
      Nicht, als ob es bisher nciht schon schlimm genug gewesen wäre, also ob es ein Entrinnen von dem bereits überall alles überdrönenden Luftverkehr (vom Straßenverkehr ganz zu schweigen, aber diesem kann man in entlegenere Gebiete ausweichen) möglich gewesen wäre.
      Mein Trost ist nur, dass dieses System, das diesen Aberwitz fördert, wohl nicht mehr lange bestehen wird, das mit dem bevorstehenden Zusammenbruch des Finanzsystems auch gewisse Auswüchse wie der Wachstums- und Mobilitätswahn obsolet werden. Klar, auch in Zukunft werden wir es auch im Winter schön warm haben wollen, da wird keiner ein Zurück in Kauf nehmen. Wenn man aber bedenkt, wieviel wertvolle Energie für den Verkehr verpulvert wird, wird rasch klar, wo das wirkliche Einsparungspotential liegt, und dass dieses nicht mit einer Lebensqualitäteinbuße einhergehen muss (sogar im Gegenteil!).
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Wenn Du jetzt noch erläutern könntest, wie ohne die Wirtschaft Einnahmen für staatliche Leistungen generiert oder ganz generell Produkte hergestellt werden sollen, wäre ich Dir sehr verbunden.
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)