Meiningen (Galerie)

    • Die Fachwerkbauten sind insofern speziell, da sie Einflüsse von drei "Fachwerkregionen" aufweisen.
      - die Grundgerüste sind eindeutig dem fränkischen Fachwerk zuzuweisen,
      - die Verzierungen der Auskragungen samt Füllhölzer, der Erker des "Schlundhauses" resp. seines Vorbildes "Goldenes Einhorn" sowie die Fächerrosetten beim zuletzt abgebildeten Haus dem niedersächsischen Fachwerk,
      - die bei wenigen Bauten lückenlos aneinander gereihten Schmuckhölzer in den Fensterbrüstungen (siehe erstes Beispiel im letzten Beitrag) erinnern an thüringisches Leiterfachwerk.

      Die teils vorhandenen, scheinbaren "Fenstererker" erinnern an fränkische Fenstererker; es sind aber keine eigentlichen Fenstererker, sondern eine Auskragung auf Fenstersimshöhe auf der gesamten Fassadenbreite. Die tragenden Eck- und Bundpfosten machen nämlich die Auskragung mit, was bei den fränkischen (und auch alemannischen!) Fenstererkern nicht der Fall ist. Ich vermute, dass dies auch eine thüringische Eigenheit ist (hier kenne ich mich aber noch zuwenig aus, und es ist mir auch noch keine Literatur darüber bekannt - ausser in unserem APH!!!). Geographisch liegt Meiningen tatsächlich im Überschneidungsgebiet der drei Fachwerkregionen.