Dämmwahn in Deutschland

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    • Die Idee ist Energieverschwendung zu reduzieren, insbesondere angesichts unserer Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas aus dem Ausland keine schlechte Idee. Dass Fenster usw. oft mehr helfen als reines Dämmen, das versteht sich von selbst. Aus energetischer Sicht ist auch leicht gegen die heißgeliebten Glassgebäude gesprochen. Wenn ich mir den Wahnsinn anschaue, dass die in Dubai riesige Glastürme bauen... sind wir aber noch ganz auf der sicheren Seite.

      Von den Österreichern kann man viel lernen wenn es um Niedrigenergiehäuser geht.
    • Nun muss man sagen, dass große Glasflächen heute nicht mehr die energetischen Monster von früher sind. Problematisch wird es meist bei den Anschlussstellen, die korrrodieren recht schnell. Ich kann mich erinnern, dass die Sanierungen an Kanzleramt und co vor 2 Jahren von Experten als "für diese Art des Bauens normal" beschrieben wurden. Da darf man sich fragen ob ständige Sanierungskosten in Zeiten klammer Haushalte auch noch zeitgemäß sind.
    • Bausünden: "Plastiktüte als Wohnform"

      Siehe hier (Die Achse des Guten: Die Plastiktüte als Wohnform):
      Wer durch das ländliche Deutschland fährt, fühlt sich nicht unbedingt am Puls der Zeit. Doch der Zeitgeist wird er erst richtig manifest, wenn er in der Eifel, dem Bergischen Land oder der Rhön angekommen ist. Die Dörfer in diesen Regionen geben Aufschluss über die architektonischen Irrungen, von denen unser Land heimgesucht wurde. [...]
      Problematischer sind die zeitgeistigen Bausünden. Mit Grausen erinnern wir uns an die Glasbausteine, die einst zur Sanierung von Fachwerkhäusern herangezogen wurden, auf das mehr Licht ins Innere gelange. Beinahe genauso flächendeckend verlief später die Verkleidung der Wetterseiten durch widerstandsfähige Eternit-Platten, die, da asbesthaltig, inzwischen als Sondermüll entsorgt werden müssen. Hat die Menschheit aus diesen Irrwegen etwas gelernt? Aber nicht doch: Inzwischen sind Deutsche Häuslebesitzer geradezu von einem Dämmrausch erfasst, keine noch so schöne Fassade ist vor der Verpackung in einen monströsen Schaumstoffmantel sicher. Fenster sehen nach der Operation Dämm-Storm aus wie Schießscharten. Wenn Häuser weglaufen könnten, wären sie längst alle im Ausland. [...]
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • LiebeDeineStadt schrieb:

      Es ist ökonomisch und ökologisch unglaublich wichtig, gegen die Klimaerwärmung vorzugehen

      Na klar, ökonomisch gesehen spült der Dämmwahn nur Geld in die Kassen der Styroporhersteller und Baufirmen jetzt und beim ENTSORGEN und SANIEREN/NEUBAUEN in 20 Jahren. Ökologisch gesehen ist es völliger Humbug, denn bei einer evtl. globalen Erwärmung ist dem "Weltklima" egal ob in Deutschland soundsoviele Häuser gedämmt sind oder nicht. Das Dämmen von Häusern und die sich daraus ergebenen Effekte für das "Klima" sind nicht messbar /nachweisbar!
      Das einzige was messbar in bereits gedämmten Häusern besteht ist ein erhöhter Kohlendioxidanteil in der Raumluft durch dichte Wände und Fenster, erhöhte Schimmelpilzbildung in den Wänden, Verschuldung der Eigentümer durch Dämmkredite und unkalkulierbare Sanierungskosten. Mal ganz abgesehen von der Zestörung der historischen Fassaden...

      Styropor nein Danke! :daumenunten:
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Gerade dieser Tage habe ich wieder in Frankfurt-Nordend schlichtere Gründerzeitler gesehen, denen man die Sandsteinbänke glattschlägt, um nun Platten an die Fassade zu kleben. Bei mir in der Nachbarschaft ähnliches mit zwei schlicht-eleganten Mehrfamilienhäusern aus den 30er Jahren. Wo zuvor steinerne Fensterbänke waren, werden diese nun durch Blech ersetzt. Dazu kommt ein oft geschmackloser Anstrich oder die Überkachelung von einistigen Natursteinsockeln durch gelbe Kacheln (auch unlängst gesehen).
    • Etwas OT (kann auch gern in den Keller verschoben werden):


      Ganz ehrlich, jeder kann gegen die Klimaerwärmung kämpfen


      Die Erdgeschichte besteht aus einem ständigen Wechsel zwischen Warm- und Eiszeiten, wobei die Warmzeiten überwiegen - der "Normalzustand" ist also eine völlig eisfreie Erde. Wesentliche Faktoren sind dabei Änderungen in der Umlaufbahn der Erde und Sonnenzyklen.

      Ich halte es für absurd, von einem nennenswerten Einfluß des Menschen auf das Klima auszugehen. Schließlich erfolgte die letzte globale Erwärmung vor rund 18.000 Jahren auch völlig ohne menschliches Zutun:

      Klimawandel: Das Ende der letzten Eiszeit - Klima - Wissen - FAZ.NET

      Ich zitiere aus diesen Artikel:



      Dazu gehörten neben dem Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre und der
      Schwankung der Temperatur des Meerwassers im Westpazifik eben auch die
      Milankovic-Zyklen. Dabei stellte sich heraus, dass die Intensität der
      Sonneneinstrahlung vor etwa 23.000 Jahren ein Minimum durchlief und
      danach schnell zu steigen begann. Dagegen nahmen sowohl die
      Kohlendioxid-Konzentration als auch die Meerestemperatur erst vor 18.000
      Jahren wieder zu, also nachdem das Eis schon zu schmelzen begonnen
      hatte. Wie die Forscher um Clark in der Zeitschrift „Science“ (Bd. 325,
      S. 712) schreiben, sei das ein eindeutiger Beweis dafür, dass eine
      Zunahme in der Sonneneinstrahlung die eigentliche Ursache des Rückzugs
      der Eisschilde in der letzten Eiszeit war.


      Damals stieg der Meeresspiegel um rund 140 Meter, und noch heute heben sich z. B. die tektonischen Platten in Nordeuropa (da vom schweren Eis befreit) um rund 1 Meter in 100 Jahren. Dieser ständige Wandel durch "natürliche" Faktoren erfolgt weiterhin, und da dürfte das Spurengas CO2 eine vernachlässigbare Rolle spielen.


      Und dann ziehen die nächsten Lnder mit. Wie willst du andere Staaten überzeugen, wenn du selber nichts tust?


      Wir wollen doch mal hoffen, daß Frankreich nicht aus der Kernenergie aussteigt, denn irgendwer muß den Strom für Italien und Deutschland ja künftig produzieren. Wobei Italien als weltweit zweitgrößter Stromimporteur inzwischen vorsorgt und ein neues Atomkraftwerk baut (in der Slowakei).

      Abgesehen davon: Du glaubst doch nicht im Ernst, daß sich z.B. in Frankreich die breite Öffentlichkeit für diese Thematik, Le Waldsterben oder was auch immer interessiert. In Frankreich war Fukushima mal eine kleine Meldung in den Medien wert, am nächsten Tag hat sich schon niemand mehr dafür interessiert. Aber man läßt Deutschland generell sehr gern die führende Rolle beim Retten der Welt, des Klimas, des Euro und des französischen Staatshaushalts, zumal man die Deutschen so wunderbar über den Tisch ziehen kann:

      Europäischer Auswärtiger Dienst: Deutschland geht bei EU-Postenvergabe leer aus - EU - FOCUS Online - Nachrichten

      Das sage ich als durchaus großer Freund Frankreichs, aber vielleicht könnten sich unsere Politiker auch mal für die Interessen der Bürger in Deutschland einsetzen, mit ganz normalen diplomatischen Mitteln, so wie dies jedes Land weltweit tut...
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von saudadegostosa ()

    • Auch der BDA ist sich der Problematik bewusst und erörtert löblicherweise andere Wege und Alternativen.

      Erst denken, dann dämmen
      Symposium in Potsdam zur energetischen Gebäudesanierung
      Die energetische Ertüchtigung von Gebäuden ist zwar zumeist hoch subventioniert, dennoch oft phantasielos und hässlich. Das BDA-Symposium „Erst denken, dann dämmen“ will das nun ändern und Alternativen vorstellen.[...]
      Symposium: 7. September 2011, 10 bis 16 Uhr
      Ort: Neues Palais, Komplex 1, Haus 12, 1. Obergeschoss, Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

      Symposium in Potsdam zur energetischen Gebudesanierung / Erst denken, dann dämmen - Architektur und Architekten - News / Meldungen / Nachrichten - BauNetz.de
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Vorsicht, ich glaube kaum, dass das Baunetz und der BDA in unserem Sinn argumentieren.
      Vielmehr hat man gemerkt, dass die lieblosen Dämmputzfassaden der Neo-Moderne automatisch zu einem absoluten Einheitsbrei führen - da sieht ein energetisch saniertes Gebäude aus dem 16. Jahrhundert auf einmal genau so aus wie ein Hütte aus den 50ern, die ehemals eine "filigrane Fassade der Moderne" hatte. Logisch, denn alle Fassaden müssen ja komplett zugekleistert werden, jede Lücke, jedes vielleicht noch herausguckende Gesims, jeder Dachüberstand muss verschwinden - so radikal war noch nicht mal die Moderne der 50er-70er Jahre. Jede normale Fassade der Moderne sah besser aus wie die normale energetisch optimierte Fassade der aktuellen Neo-Moderne.
    • Wer gibt denn bei solchen Aufnahmen die Sicherheit, dass nicht ein bisschen an den Farbwerten des Aufnahmegerätes rumgefummelt wurde, um so "eindeutige" Ergebnisse zu erziehlen. Oft suggerieren solche Thermographie Aufnahmen eben nur furchtbar schlecht gedämmte Fassaden, die dann "dringend" gedämmt werden müssen. Fraglich ist auch, zu welcher Tages- oder Jahreszeit die Aufnahmen entstanden sind, eine von der Sonne über Stunden beschienene Fassade glüht in der Thermoaufnahme nur so. Hier ist jede Aufnahme kritisch zu bewerten und für Pauschalurteile über verschiedene Häusertypen nicht wirklich zu gebrauchen. :daumenunten:
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Ich kenne mich auf dem Gebiet einigermaßen aus.
      Tatsächlich fehlen auf den weiter oben verlinkten Thermografien die Temperaturskalen und sie sind deshalb ohne größere Aussagekraft. Eine Thermografie ist ein Bild der räumlichen Verteilung von Wärmestrahlung im Sichtfeld der Kamera.

      In erster Näherung ist das einfach nur eine Sammlung von Temperaturwerten. Bildlich darstellen lässt sich das Ganze als Schwarzweißbild mit der niedrigsten gemessenen Temperatur als "Schwarz" und mit der höchsten gemessenen Temperatur als "Weiß".

      Da das menschliche Auge nicht ganz so sehr viele Grauwerte unterscheiden kann, fügt man zur besseren Unterscheidbarkeit noch Farbinformationen hinzu und erhält so ein besser interpretierbares Falschfarbenbild. Ohne eine Farbskala mit niedrigstem und höchstem gemessen Temperaturwert hat so eine Thermografie dann aber leider nur dekorativen Wert...
      Ah, ein Stadtmensch!
      www.stuck-und-dielen.de
    • Die Thermobilder sind nur dafür da, die Wärmebrücken zu finden, weil es an diesen Stellen oft zu Schimmel und Bauschäden kommt.
      Mit den Thermobildern kann man nach einer Baumaßnahme feststellen, wo etwas falsch gelaufen ist und gff. nachbessern. Die nach energetischen Gesichtspunkten neu sanierten Gebäude haben auch sehr häufig Wärmebrücken.
      Man macht diese Bilder im Winter, wenn es möglichst unter 0 Grad ist und innen geheizt wird (an einem Tag ohne Sonne) und sieht so anhand der Temperaturdifferenz, wo die meiste Wärme aus dem Gebäude verloren geht. Solche Stellen sind z.B. geometrisch benachteiligte Gebäudecken, Fugen an den Fenstern, Heizkörpernischen, Deckenauflager und ungedämmte Dachflächen.
      Die reine Fassadenfläche ist auch bei Altbauten oft weniger das Problem.
      Zu einem vollständigen Thermo-Bild gehört eine Legende mit Angabe der gemssenen absoluten Temperaturen.
    • |Deutschland dämmt - SWR Fernsehen :: Odysso | SWR.deSchwerpunkt Energiewende

      Die Energiewende kommt. In einem gemeinsamen Themenabend klären "Odysso" und "marktcheck", was die energetische Sanierung von Häusern für Hausbesitzer und Mieter bedeutet. „Odysso“ fragt, welche Sanierungsmaßnahmen wirklich sinnvoll sind und welche großen Fehler beim Dämmen gemacht werden.

      ARD Mediathek: Odysso - Dämmen um jeden Preis - Donnerstag, 22.09.2011 | SWR Fernsehen


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von zeitlos ()

    • Wie schon Emanuel Geibel sinngemäß befand: wenn man dem Glauben die Tür weist, kommen durchs Fenster die Gespenster herein - Umweltschutz (man bekommt mittlerweile eine Allergie gegen dieses so millionenfach mißbrauchte Wort) als Glaubensersatz und zwar bis hoch zur Staatsführung.
      Da war mir ein betender Kaiser oder König doch noch lieber.