Leipzig - aktuelle Ansichten

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      Seit den 1970er-Jahren, konsequent aber erst seit den 1990er-Jahren, wird den Fußgängern in der Leipziger Innenstadt der öffentliche Raum zur Verfügung gestellt.


      Während in Restsachsen der Bahnfernverkehr eher ein Schattendasein führt, profitiert Leipzig vom Ausbau der Bahninfrastruktur. Im Dezember 2017 wird die neue Schnellfahr-ICE-Strecke durch den Thüringer Wald eröffnet. Das S-Bahnetz Mitteldeutschland hat die gesamte Bahninfrastruktur im Großraum Leipzig-Halle verändert. Weitere Städte in Sachsen und Sachsen-Anhalt kämpfen darum, an dieses Nahverkehrsnetz angeschlossen zu werden. Die Eröffnung der unterirdischen S-Bahnstation "Leipzig-Markt" hat zu Veränderungen bei den Besucherströmen geführt. Alle, die am Markt ankommen, können sich auf kurzem Weg zu ihrem Ziel begeben.


      Auch die Grimmaische Straße profitiert davon.









      Ausgang Grimmaische Straße der Mädlerpassage.





      Eigene Fotos.
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      Stahlbauer schrieb:

      Das Weiße Haus wird heute als Standesamt der Stadt Markkleeberg genutzt. Die oberen Etagen nutzt eine Musikschule.


      Kaoru schrieb:

      Wie nennt man eigentlich den Stil des Weißen Hauses? Früher Neoklassizimus? Historistischer Neoklassizismus? Eine ähnliche Diskussion ergibt sich ja auch z.B. bei der Oper Breslau, die 1872 ihre jetzige Gestalt bekommen hat:
      geo.de/reisen/community/bild/r…390/Breslau-Opernhaus.jpg
      tommr.net/wp-content/gallery/breslau/Oper.jpg
      Der Begriff Neoklassizismus ist ja höchst unterschiedlich besetzt, vor allem im angelsächsischen und französischen Raum wird dieser ja schon für das angewandt, was wir als ursprünglichen Klassizismus sehen.

      Saxonia schrieb:

      Fällt für mich unter Spätklassizismus.

      Stahlbauer schrieb:

      Wohl doch eher Neoklassizismus.
      Im deutschen Sprachgebrauch ist das Spätklassizismus, aber keinesfalls Neoklassizismus. Neoklassizistisch wurde im dritten Reich gebaut... Der Klassizismus war im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängerstilen Renaissance und Barock viel weniger plastisch. Im Übergang vom Klassizismus zum Historismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Fassaden wieder plastischer, wie das Beispiel des Weissen Hauses in Leipzig zeigt.

      In der Tat ist es so, dass im Französischen und Italienischen mit Klassizismus der Stil der Griechen und Römer gemeint ist. Mit Neoklassizimus bezeichnen sie den Stil des späten 18. bis mittleren 19. Jahrhunderts, was im Deutschen eben der Klassizismus ist. Die Franzosen und Italiener liegen da meiner Meinung nach treffender.

      Im Deutschen gibt es nun das Problem, wie man den neuklassischen Stil benennt, der jetzt vor allem in Berlin aufkommt: Neu-Klassisch? Neo-neo-Klassizismus? Eigentlich schade, dass es zu Zeiten der EU immer noch dieses Sprachenwirrwar gibt.
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      Riegel schrieb:

      Mit Neoklassizimus bezeichnen sie den Stil des späten 18. bis mittleren 19. Jahrhunderts, was im Deutschen eben der Klassizismus ist. Die Franzosen und Italiener liegen da meiner Meinung nach treffender.
      Dafür müssen sie passen, wenn es darum geht, den Neoklassizismus zu benennen, der als Spielart der frühen Moderne vor dem 1. Weltkrieg in vielen Großstädten dominierte (der Stil des Leipziger Hauptbahnhofs). Das war eine äußerst vielgestaltige, kreative Manier, Großstadtarchitektur mit klassizistischen Elementen zu dekorieren. Davon abzusetzen ist der monumentale Klassizismus der dreißiger Jahre, der in verschiedenen Ländern einschließlich Amerika zur Anwendung kam, und davon wiederum ist abzusetzen die Spielart der Gegenwartsarchitektur, die sich vage um klassizistische Proportionen und Gliederungselemente bemüht. Die europäische Architektur besinnt sich halt immer wieder auf ihre antiken Wurzeln.
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      Riegel schrieb:

      Im deutschen Sprachgebrauch ist das Spätklassizismus, aber keinesfalls Neoklassizismus. Neoklassizistisch wurde im dritten Reich gebaut... Der Klassizismus war im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängerstilen Renaissance und Barock viel weniger plastisch. Im Übergang vom Klassizismus zum Historismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Fassaden wieder plastischer, wie das Beispiel des Weissen Hauses in Leipzig zeigt.
      Hmm aber kann ein Klassizismus, der mitten im Historismus entstanden ist, zwar später, aber immer noch originärer Klassizismus sein? Das weiße Haus in Markkleeberg ist 1896/97 entstanden, zu dieser Zeit hatte sich der originäre Klassizismus doch schon längst überlebt, das Weiße Haus ist schon eine Remineszenz an den alten Klassizismus der so ähnlich auch schon um 1800 entstanden sein könnte und damit für mich eine Spielart des Historismus. Aber ja, der Begriff Neoklassizismus ist wohl wirklich schon zu sehr besetzt mit dem Neoklassizismus der 20er-50er Jahre. Man könnte natürlich eine Verbindung mit diesem Stil und dem "historistischen Klassizismus" finden, in dem man einen Früh- und Spät- Neoklassizismus konstruiert.

      Bei Spätklassizismus denke ich an die Übergangsstilgebäude die teils schon frühhistoristisch sind und um 1840-1860 entstanden sind. Sowas hier zB.

      google.de/maps/@51.3431896,12.…8Dk_Lw!2e0!7i13312!8i6656

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      links und rechts.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
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      Rund um die Thomaskirche waren die Zerstörungen im II. Weltkrieg heftig.




      Fotothek df roe-neg 0000286 001 Zerstörte Burgstraße mit Blick auf Thomaskirche [CC BY-SA 3.0 de (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], von Roger Rössing (1929–2006)


      Die Thomaskirche wurde wieder aufgebaut. In der Burgstraße findet man heute neue Gebäude, die teilweise an die zerstörten erinnern sollen.




      Die Gebäude zwischen Thomaskirche und Petersstraße wurden zerstört und die Ruinen abgetragen.



      Fotothek df roe-neg 0001373 003 Aufräumarbeiten vor der Thomaskirche [CC BY-SA 3.0 de (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], von Roger Rössing (1929–2006)


      Eigentlich sollten hier auch Gebäude entstehen. Bürgerproteste führten aber dazu, dass die Fläche nur teilweise bebaut wurde. Das übrige Areal wurde zu einer beliebten Grünanlage
      .






      Übergang zum Thomaskirchhof








      Nicht gekennzeichnete Fotos: Eigene Fotos
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      Kaoru schrieb:

      Hmm aber kann ein Klassizismus, der mitten im Historismus entstanden ist, zwar später, aber immer noch originärer Klassizismus sein? Das weiße Haus in Markkleeberg ist 1896/97 entstanden
      Dass das Weisse Haus so spät entstanden ist, wusste ich nicht. Aber das tut eigentlich nichts zur Sache, wann genau ein Gebäude errichtet wurde (die heutige Dresdner Frauenkirche ist reiner Barock, auch wenn sie erst ein Vierteljahrtausend nach der Stilepoche entstanden ist).

      Neubarocke Villen beispielsweise entstanden sehr oft zwischen 1900 und 1920 (und entstehen auch heute noch), und trotzdem nennt man diesen Stil nicht "historistischer Barock". Auch kommt es auf das Alter eines Architekten drauf an, und auch, ob er konservativ eingestellt war und sich zeitlebens nicht weiterentwickelte.

      Jedenfalls wäre ein eigener Strang zum Begriff "Klassizismus" interessant und eher der Ort, wo wir darüber diskutieren könnten. Allein fehlt mir die Zeit momentan dazu, denn ich hätte noch einige "Projekte" die ich im Forum gerne mal ansprechen und vorstellen würde.
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      Riegel schrieb:

      Neubarocke Villen beispielsweise entstanden sehr oft zwischen 1900 und 1920 (und entstehen auch heute noch), und trotzdem nennt man diesen Stil nicht "historistischer Barock". Auch kommt es auf das Alter eines Architekten drauf an, und auch, ob er konservativ eingestellt war und sich zeitlebens nicht weiterentwickelte.)
      Ja Neu/Neobarock...aber bei Häusern im klassizistischen Stil die um 1900 errichtet wurden (nicht allzuviele) bietet sich der sich eigentlich analog anbietende Begriff Neoklassizismus eben nur schlecht an, ist eben schon verbraucht und suggeriert ins seiner tatsächlichen Verwendung, Neoklassizismus sei analog zu den übrigen Neo-Stilen eine ganz gewöhnliche Richtung des Historismus. Ist er aber nicht, da der Neoklassizismus schon im Bewußtsein und nicht ohne Einfluß (wenn auch eher als Gegenantwort) der Neuen Sachlichkeit/Frühmoderne steht.
      Solche Actio-Reactio-Bewegungen lassen sich in der Stilentwicklung häufiger feststellen. Hätte man den Klassizismus konsequent weiterentwickelt, im Geiste eines Friedrich Gilly oder Ledoux, dann wären wir viel schneller beim Bauhaus angelangt (es hat aber nicht nur rein ästhetische sondern vor allem soziopolitische Gründe, warum es um 1830 in Deutschland noch keine Weißenhofsiedlung geben konnte) doch darauf folgte die Re-actio, der Historismus. Darauf der Reformstil bzw. die Neue Sachlichkeit und auf das wieder als Antwort der Neoklassizismus und Heimatschutzstil (die so aber ohne Reform/Sachlichkeitsstil ganz anders aussähen bzw. überhaupt nicht so hätten entstehen können.) Das gleiche dann später mit der internationalen Moderne und der Postmoderne...und was wir jetzt an neoklassischer oder tradionalistischer Architektur haben ist wiederrum eine Antwort auf den Dekonstruktivismus/Minimalismus/Blob. Nur, erscheint mir, werden vor allem die Gegenantworten -die tradionalistischen Re-Aktionen- immer schwächer in ihrer Qualität.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

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      Zurück in die Leipziger Innenstadt.

      Der kleine Platz an der Einmündung der Kleinen Fleischergasse in das Barfußgäßchen mit dem Lipsiabrunnen hat keinen eigenen Namen.
      Der graue Klotz im Hintergrund ist das Gebäude der Stasi. Irgendein Verein will das Gebäude erhalten. Merkwürdige Idee.


      Hier haben sich eine Reihe von Gaststätten, Bars etc. angesiedelt.






      Barfußgäßchen






      Eigene Fotos.