Leipzig - aktuelle Ansichten (Galerie)

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Mit Wien oder anderen großen europäischen Städten kann sich Leipzig zwar nicht messen, für eine deutsche Stadt dieser Größe sind aber gerade die Viertel mit Gebäuden im Stil des Historismus durchaus vorzeigbar.


      Weiter im Waldstraßenviertel entlang der Tschaikowskistraße.




























      Tschaikowskistraße / Gustav-Adolf-Straße






















      Alles eigene Fotos.
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Danke für diese Eindrücke und die ausgezeichneten Fotos! Nicht nur vorzeigbar sind diese Leipziger Gründerzeitstraßen, sie sind in Deutschland einmalig. Diese Geschlossenheit der Struktur, diese Unversehrtheit der Fassaden (zumindest so weit die Fotos reichen, scheint es in Leipzig kaum Entstuckungsmaßnahmen gegeben zu haben), schließlich die gut erhaltenen oder sorgfältig wiederhergestellten Dachgeschosse ohne die von westdeutschen Städten bekannten entstellenden Dachaufbauten! Welche deutsche Großstadt könnte sich davon nicht ein gewaltiges Stück abschneiden, allen voran Berlin mit seinen zahllosen jammervoll entstellten Altbauquartieren! Noch ist die Leipziger Stadtbaukultur deutschlandweit viel zu wenig bekannt, und es gehört zu unseren Aufgaben, auf diese maßstabsetzende Stadt hinzuweisen.
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten


      Der Osten hatte einfach zu wenig Geld und Bauarbeiter um die Gründerzeitgebäude abzureißen. Die Wende kam gerade rechtzeitig. Und viele Gründerzeitgebäude wurden bzw. werden von lokalen Projektentwicklern saniert.

      Manche mögen den Gründerzeitstil nicht. Und ob gerade die Leipziger Variante wenig großstädtisch und wenig vorzeigbar ist -wie manche meinen-, ist sicher Geschmackssache. So, wie Umgebindehäuser auch nicht allen gefallen.


      Bevor es im Waldstraßenviertel weitergeht- ein kleiner Abstecher in das Musikviertel. Auch zum Musikviertel findet sich ein Artikel bei Wikipedia:
      de.wikipedia.org/wiki/Musikviertel_%28Leipzig%29





      Musikviertel

      Bundesverwaltungsgericht















      Mendelssohnufer am Pleißemühlgraben














      Zwischen der Lampestraße und der Simsonstraße ist der Pleißemühlgraben noch "gedeckelt"







































      Leipzig ist eher für seine Bewohner, und nicht für Touristen, gebaut worden. Daher ist - besonders im Sommer - das Fotografieren nicht so einfach.























      Schwägrichenstraße





































      Alles eigene Fotos
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Eine Übersicht über das Musikviertel in Leipzig gibt es be BING. bing.com/maps/default.aspx?v=2…=355.48785528797395&sty=b


      Im Musikviertel ist die in Leipzig oft übliche Blockrandbebauung teilweise aufgelockert worden. Das erlaubt interessante Einblicke.





















      Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig






      bzw. Ausblicke





      Alles eigene Fotos
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      "Stahlbauer" schrieb:

      Im Musikviertel ist die in Leipzig oft übliche Blockrandbebauung teilweise aufgelockert worden. Das erlaubt interessante Einblicke


      Diese Art der Auflockerung, die man in vielen gründerzeitlichen Quartieren antreffen kann, halte ich in ästhetischer und funktionaler Hinsicht für nicht sonderlich gelungen.
      Sie geben eine Durchfahrt in das Blockinnere frei und sorgen dafür, dass eine weitere Gebäudeseite mit Fenstern ausgestattet werden kann. Allerdings ist der Lichteinfall aufgrund der geringen Abstandsflächen in Kombination mit der enormen Gebäudehöhe nicht ideal. Die Durchfahrten zwischen den Gebäuden sind wahre Angsträume und tragen meiner Ansicht nach auch nicht sonderlich viel zur Auflockerung der Straßenzüge bei. Meine Meinung!
      Bei aller Kritik möchte ich allerdings nicht in Abrede stellen, dass die hier gezeigten Gebäude sehr ordentlich sind. Allerdings fällt eben auch auf, dass damals nicht alles eitel Sonnenschein war, sondern die Terraingesellschaften, ähnlich wie heute, eine maximale Ausbeutung des teuren Baugrundes erwarteten und dies entsprechend auch gegenüber den Städten durchsetzten. Da kamen dann Kompromisse zustande, die nicht unbedingt überzeugten. Gleichwohl sind sie den heutigen bauindustriellen Produkten, zumindest in ästhetischer Hinsicht und in Anbetracht des Aspektes der Nachhaltigkeit, überlegen.

      Danke für die vielen Fotos!
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Als "Angsträume" habe ich die Zugänge zu den Innenhöfen nie empfunden. Wenn man mit der städtebaulichen Realität im Osten konfrontiert ist, kann man diesen Zwischenräumen durchaus Positives abgewinnen. Wenn doch mal ein Haus wieder "entfernt" wird, ist es in dieser aufgelockerten Bebauung weniger problematisch, als bei der strengen Blockrandbebauung.
      Aedificium

      Hier sieht man mehr als überdeutlich wie mickrig und unbedeutend modernistische Klötzchenbauweise neben der historischen Bausubstanz aussieht.



      Da gibt es aber in Leipzig, und auch im Musikviertel, wesentlich schlimmere Bausünden. Bei mir überwiegt da doch der Pragmatismus. Die neuen Stadthäuser schaffen auch einen Übergang zu den deutlich niedrigeren Gebäuden an der Ferdinand-Rhode-Straße.

      Hier mal Beispiele für die Rekonstruktion und den Ersatzneubau im Musikviertel.

      Die Universitätsbibliothek Albertina nach dem II. Weltkrieg.



      Quelle: Wikipedia commons.wikimedia.org/wiki/Fil…ck_auf_das_Albertinum.jpg (Autor: R.&R. Rössing)


      Dieser Flügel und der Bereich hinter dem Mittelrisalit wurden abgerissen und sind Neubauten.





      Daneben wurde auf dem Standort des zweiten Gewandhausgebäudes das Gebäude der geisteswissenschaftlichen Fakultäten der Universität Leipzig errichtet.






      Auch das ehemalige Reichsgerichtgebäude wies schwere Kriegsschäden auf. Besonders betroffen war der Bereich zur Beethovenstraße. Die Kreigsschäden wurden erst beim Umbau zum Bundesverwaltungsgericht behoben.





      Eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Hier einige ältere Fotos aus dem Leipziger Musikviertel.

      Wie dieses von Arwed Roßbach entworfenen Wohngebäude in der Beethovenstraße.




      Auch die Universitätsbibliothek (Bibliotheca Albertina) hat Arwed Roßbach entworfen.












      Lesesaal der Universitätsbibliothek.






      Links der Lesesaal der Unibibliothek, in der Mitte ist die Hochschule für Musik und Theater zu sehen und rechts das Gebäude der Hochschule für Grafik und Buchkunst.








      Das rote Wohngebäude wurde um 1980 und der Neubau der geisteswissenschaftlichen Fakultäten in den 1990er Jahren errichtet.





      Alles eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Zum Vergleich ein Foto entstanden ca. 1900. Links das Gewandhaus, davor das Denkmal für Felix Mendelssohn Bartholdy. Rechts die Universitätsbibliothek.




      Quelle: WIKIPEDIA bzw. Library of Congress

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Danke für die Leipziger Rundgänge.

      Das Rossbach-Eckhaus ist natürlich fabelhaft - ein historistischer Musterbau, welcher offenbart, wie großartig in dieser Epoche Eckhäuser errichtet wurden.

      Zur Ansicht des alten Gewandhauses:

      "http://de.wikipedia.org/wiki/Gewandhaus_([lexicon schrieb:

      Leipzig[/lexicon])"]Das Konzerthaus wurde im Zweiten Weltkrieg am 3. und 4. Dezember 1943 sowie am 20. Februar 1944 durch Bomben schwer beschädigt. Zunächst war nach dem Krieg geplant, das Gebäude wieder aufzubauen. Letztlich wurde aber entschieden, die Reste des Gebäudes zu zerstören und ein neues Gebäude an anderer Stelle zu errichten. Am 29. März 1968 wurde die Ruine des Konzerthauses abgerissen. Nach langen Jahren der Verwendung des Geländes als Parkplatz wurde 2002 an dieser Stelle das geisteswissenschaftliche Zentrum der Universität Leipzig eröffnet.

      Das ist mal wieder einigermaßen verschleiernd hinsichtlich des Erfordernis eines Tätigwerdens der Abriss-Brigadeure des unseligen Jahres 1968 in Leipzig.
      Hier kann man den "schwer beschädigten" Zustand im Jahr 1947 sehen:





      :augenrollen:
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      ^
      Vieles ist zerstört worden. Aber vieles ist -wenn auch ruinös- in das vereinte Deutschland hinüber gerettet worden. Und dann? Hier ein paar Beispiele für Rekonstruktion, Wiederaufbau, Um- und Neubau aus dem Leipziger Neuseenland .








      Das Gute an den neuen Dachaufbauten ist, dass man sie auch wieder zurück bauen kann.












      Alles eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Vor Weihnachten und in Anbetracht der Wetterlage ein paar Fotos mit mehr Menschen darauf als sonst.

      Der Weihnachtsmarkt in Leipzig


      Markt mit dem Alten Rathaus









      Die Nordseite des Marktes. Rechts die Alte Waage. Das Gebäude wurde nach der Zerstörung im II. Weltkrieg teilweise rekonstruiert.











      Links neben dem Alten Rathaus ist die Alte Börse zu sehen. Beide Gebäude hatten schwere Kriegsschäden erlitten. Die Alte Börse ist außen originalgetreu wieder hergestellt worden. Das Innere wurde neu gestaltet und wird als Veranstaltungsraum genutzt.







      Eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Leipzig ist wirklich eine tolle Stadt. Sie steht bei mir ganz zuoberst auf der Besuchsliste. Ich finde die städtebauliche Entwicklung Leipzigs und Potsdams sehr spannend. In diesen beiden Städten ist gewaltiges Potential vorhanden.

      @Stahlbauer

      Ich habe mal gelesen, das Leipzig sehr viel Fabrikarchitektur aus der Gründerzeit besitzt, die heute als Lofts und Galerien benutzt werden. Wäre es vielleicht möglich davon mal Fotos zu machen ? Ich bin ein grosser Fan von Industriearchitektur.
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      @Breslau

      Dann leg Dir gleich einmal dieses Buch zu:

      Industriearchitektur in Sachsen: Erhalten durch neue Nutzung. (ist erst seit 1 1/2 Monaten am Markt!)

      Ist echt der Hammer! Viel Spaß und lass es Dir halt vom Christkind schenken (29 €) - ein paar Tage sind ja noch Zeit :zwinkern:
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      @Breslau06

      Naja, Leipzig ist ambivalent. Gerade die großen Ausfallstraßen sind echte Problemgebiete. Auch im Osten und Westen der Stadt findet man noch jede Menge unschöne Ecken. Spannend ist zu beobachten wie sich die Stadt verändert. Es gibt tatsächlich eine Reihe von realisierten Loftprojekten in Leipzig. Einige sind auch auf den von mir gezeigten Fotos zu sehen. Wenn Photobucket die Fotos wieder anzeigt, werde ich bei den Schleußig-Fotos oben einige Textergänzungen vornehmen und auf die umgebauten Industriebauten genauer hinweisen. Gegenüber dem reichen Bestand an Gründerzeitgebäuden fallen die Loftprojekte nicht so in´s Gewicht. Gerade in der Innenstadt gibt es jedoch viele Projekte, bei denen Gebäude, besonders ehemalige Messehäuser, radikal umgebaut wurden.


      Hier z.B. das Messehaus am Markt. Vom alten Gebäude blieb nur die Stahlskelett-Konstruktion übrig.
      Links daneben befindet sich das Königshaus. Ein Barockgebäude in dem z.B. Napoléon nächtigte.





      Eigenes Foto.

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Gegenüber dem Alten Rathaus wurde die Marktgalerie nach Plänen von Christoph Mäckler errichtet.




      Ein Blick aus der Grimmaischen Straße auf die Markgalerie. Links der südliche Renaissancegiebel des Alten Rathauses.





      Am Naschmarkt

      Der Handelshof -hier links zu sehen- ist ein weiteres Beispiel für die Umnutzung eines ehemaligen Messehauses. In der Erdgeschoßzone findet sich schon Qualitätseinzelhandel. Im Frühjahr 2011 soll ein Steigenberger Hotel in den oberen Geschossen eröffnen.





      Der Naschmarkt






      Grimmaische Straße






      Blick in die Ritterstraße in Richtung Hauptbahnhof.






      Weihnachtsmarkt an der Nikolaikirche



      Alles eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Das FREGEHAUS ist zu Ostzeiten komplett renoviert worden. Bei den Hofgebäuden handelt es sich teilweise um damals neu errichtete Gebäude, die im Stil der alten, zerstörten Gebäudeteile errichtet wurden.














      Bei den Rekonstruktionsarbeiten in den 1980ern wurde dieses Spottbild gefunden. Es wird heute im Hof gezeigt.




      Alles eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Zwischen der Hainstraße und dem Barfußgäßchen befinden sich Barthels Hof und Webers Hof. Deren Rekonstruktion begann gleichfalls in den 1980ern, wurde von Dr. Schneider fortgeführt und von diversen Banken beendet. :zwinkern:













      Rechts sind Webers Hof und Bartels Hof in der Hainstraße zu erkennen.





      Barthels Hof im Barfußgäßchen. Daneben das Gebäude Kaffeebaum.




      Alles eigene Fotos.

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    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Sehr schön. Da kann man nur sagen: ein Hoch auf Dr Schneider!

      Auch der Bau links vom Kaffebaum ist mE verbessert worden. Er sieht jetzt recht schick aus, erinnert ein bisschen an unsere Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit.
      Leipzig mausert sich immer mehr.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Leipzig - aktuelle Ansichten

      Das waren aber, soweit ich weiß, eher Sanierungsarbeiten und bauliche Komplettierungen als Rekonstruktionen im eigentlichen Sinne. Was wurde denn in Leipzig wirklich rekonstruiert, wovon zuvor nichts mehr stand?

      Vielen Dank für die Bilder, Stahlbauer. Leipzig ist ohne Zweifel die am besten erhaltene kaiserzeitliche Metropole.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer