St. Ansgarii zu Bremen (1243-1944)

    • P.S.:
      Außerdem geht aus diesem Satz hervor, daß die zeitgleich mit dem Modell entstandene schöne neue Kirche an der Holler Allee zwar den Namen der alten Kirche tragen, aber in den Augen der (alten) Bremer niemals mit ihrer wirklichen und innig geliebten Ansgarii-Kirche identisch sein wird. Diese kann, diese darf nur an ihrer angestammten Stelle und in ihrer überkommenen Form in der Altstadt stehen !
    • Neue Briefmarke

      Am 8. Dezember 2016 wird eine neue Briefmarke in Umlauf gebracht, die an das zweihundertjährige Jubiläum des ersten deutschen Dampfschiffes erinnert. Diese Marke hat einen sehr schönen Nebeneffekt: Sie zeigt an prominenter Stelle den Turm von St. Ansgarii. Damit werden nun bald Briefe von Flensburg bis Garmisch und von Görlitz bis Aachen unterwegs sein, die das Konterfei des Turmriesen tragen. Mit anderen Marken kombiniert, könnte die Marke zudem ins europäische Ausland und nach Übersee gelangen. Auch wenn man all das natürlich nicht überbewerten sollte, aber schädlich für den Wiederaufbau-Gedanken ist dieses Postwertzeichen zumindest nicht...

      :rolleyes:


      Dampfschiff 'Weser' vor der Stadtsilhouette von Bremen. Links - gewissermaßen als Verlängerung des Wortes 'Dampfschiff' - der Turm von St. Ansgarii.
    • Eine weitere Stimme für den Wiederaufbau

      Ein heute (22.11.2016) in den Bremer Nachrichten erschienener Artikel von Frank Hethey zeigt, daß die Idee eines Wiederaufbaus der St. Ansgarii-Kirche beginnt, neue Anhänger zu gewinnen. Im konkreten Fall handelt es sich um Klaus Schäfer, Professor für Städtebau an der Hochschule Bremen, also um eine Persönlichkeit, die hier in der Stadt nicht ganz ohne Einfluß sein dürfte ! Wirklich eine erfreuliche und Mut machende Entwicklung !


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    • Das Kirchenmodell des Rudolf Sudmeyer

      Anbei ein Artikel aus dem Weser Kurier vom 9. Dezember 1994, welcher über die sehr anrührende Beziehung des Bremers Rudolf Sudmeyer zu 'seiner Kirche' berichtet. Ich dachte mir, daß dieser Beitrag eine schöne Einstimmung auf die herannahende Adventszeit sein könnte...

      Leider war es mir bisher nicht möglich herauszufinden, ob das Modell heute noch existiert.

    • Genial... so ein Modell bringt die Idee der Rekonstruktion doch gleich viel näher als ein 3D-Modell im Computer. Wobei es ja scheinbar auch nur ein halbwegs exaktes Modell der Kirche ist. Ich vermute aber, dass es noch existiert - so etwas wird nicht leichtfertig entsorgt.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • St.Ansgarii und das Reformationsjubiläum

      Im anhebenden Luther-Jahr unumgänglich: Ein Beitrag in der lokalen Fernsehnachrichtensendung 'Buten un Binnen', von Radio Bremen ausgestrahlt am 31. Oktober 2016 (Reformationstag). Hier wird u.a. die Rolle der alten Kirche als Keimzelle der Bremer Reformation angesprochen, die in der südlichen Chorseitenkapelle von St. Ansgarii mit der ersten evangelischen Predigt des niederländischen Augustiner-Eremiten - und Luther-Freundes - Heinrich von Zütphen am 9. Novermber 1522 begann.

      Leider ist der Beitrag über das fünfhundertjährige Reformationsjubiläum (welches in Bremen nach dem oben Gesagten ja eigentlich erst im Jahre 2022 zu begehen wäre) nicht gesondert bei Youtube eingestellt, sodaß ich die gesamte Nachrichtensendung hier hochladen mußte. Zumindest steht der Bericht am Anfang der Sendung und geht von
      min 00:00 - 04:10.

      Das im Foyer der neuen Kirche an der Holler Allee stehende Modell der alten Kirche ist übrigens zu sehen von

      min 02:04 - 02:15.



      P.S.:
      Die bodenlose Unkenntnis vieler Bremer Mitbürger über Luther treibt einem schon die heiße Schamesröte ins Gesicht. Mit Ausnahme der älteren Dame (mit den Kleiderbügeln von der Reinigung) haben wir es hier somit mit unschönen Beispielen für die Rubrik 'Fremdschämen' zu tun...
      Mein Gott !!!

      :peinlich:

      Na, ja: Es haben ja schon Viele festgestellt, daß die in Bremen in den letzen siebzig Jahren betriebene Bildungspolitik nicht sonderlich erfolgreich war...
      Dabei war es auch in Bremen einmal anders: Vor 1918 mußten wir uns jedenfalls nicht hinter Bayern, Preußen, Sachsen, Württembergern und erst recht nicht hinter Hamburgern und Oldenburgern ( ;) )verstecken !

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    • Ein vielleicht noch nicht zur Kenntnis gelangter Artikel aus dem letzten Jahr, in welchem dieses Bild aus dem Jahr 1910 enthalten ist:


      Bildquelle: Staatsarchiv HB


      1910 auf einer Postkarte in nach Süden gedrehter Perspektive:

      Und noch zwei Bremer Panoramabilder, zum einen ca. 1875 und an und abschließend - in Entsprechung - die bekannte Ansicht von ca. 1897 coloriert.



      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie Altbekanntes bei entsprechender Vergrößerung ganz neue Details preisgibt.

      So ist auf dem Bild von der Ostseite der Kirche z.B. sehr schön die Deckung der Dächer der Schiffe mit den sog. 'Schebelsteinen' (einer Art Schiefer) zu erkennen, die in den 1930er Jahren überhaupt erstmals in der Geschichte des Gotteshauses durch das billigere (sic ! ) Kupfer ersetzt wurde. Dessen Patinierung hatte noch nicht einmal begonnen, als die Kirche 1944 in ihren Untergang steuerte.

      Also: Vielen Dank, Vulgow !
    • Neu

      St. Ansgarii ist nicht vergessen !

      Liebe Forums-Freunde,

      leider war es mir im letzten halben Jahr - infolge zunehmender Pflegebedürftigkeit und dem letztendlichen Tode eines nahen Angehörigen - nicht möglich, das Thema St. Ansgarii hier im Forum weiter voranzutreiben. Ebenso muß ich die Absender freundlicher persönlichen Nachrichten, die mich wegen des Sachstandes angeschrieben haben, dafür um Nachsicht bitten, daß es mir nicht möglich war, gesondert zu antworten. Ich hoffe dies in Bälde nachholen zu können.

      Das Thema 'St.Ansgarii' ist insofern nun auch wieder besonderes virulent, als ein auswärtiger Investor das Bremer Carree von der Allianz Real Estate erworben hat und das Grundstück nun 'weiterentwickeln' will. Man weiß ja aus vielfacher leidvoller Erfahrung, was dies bedeutet....
      Aber diese drohende Gefahr spornt einen dann doch ganz besonders an, zu verhindern, daß die Rekonstruktion auf Jahrzehnte verunmöglicht wird.

      Na ja, vielleicht hilft uns ja der Heilige Ansgar, um dessen Bremer Kirche es immerhin geht. Anbei eine Ikone, die den Heilgen mit seinem Gotteshaus zeigt. Sie wurde gemalt von Pater Ansgar Stukenborg (OSB) im Priorat St. Ansgar in Nütschau (bei Bad Oldesloe). Ich denke, mehr 'Ansgar' geht gar nicht ;) .





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      Willkommen zurück! Hatte mir schon Sorgen gemacht, Pagentorn und mein Beileid.

      In Bezug auf St. Ansgarii brennt es echt... man müsste einen der Mäzenen wie Klaus Jacobs oder Kurt Zech irgendwie für die Idee begeistern, die jetzt ja skurz vor Investitionen im dreistelligen Millionenbereich in die Bremer Innenstadt stehen, um keine Tatsachen am Ort des elenden Bremer Carrees zu schaffen.
    • Neu

      Spellenberg-Plan

      Der Architekt Axel Spellenberg (ehemals Stuttgart, jetzt Worpswede) hat vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen im Bereich der mittleren Altstadt (Abrißpläne für das Parkhaus Mitte, Erwerb des Bremer Carrees durch einen auswärtigen Investor) ein Konzept entwickelt, welches durch den raffinierten Einsatz von Tiefgaragen, die oberirdischen Parkhäuser (Mitte und Altstadt) weitestgehend überflüssig machen und dadurch Raum für ein erweitertes Einzelhandels und Wohnungsangebot schaffen würde, welches nicht nur in einer Altstadt-gerechteren Formensprache daher kommen, sondern auch noch Raum für eine Rekonstruktion von St. Ansgarii bieten könnte. Ein wie ich finde großartiger und sehr überzeugender Ansatz, den es weiter zu verfolgen und bei den Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik zu popularisieren gilt !

      Im Folgende sind die Ausführungen und die zugehörigen Visualisierungen von Herrn Spellenberg beigefügt:



      Die aktuelle Diskussion über den Verkauf und optionalen Abriß des Parkhauses-Mitte bietet den Anlass, auch über den Abriss des Parkhauses Am Brill nachzudenken, um dort neue Baustrukturen zu schaffen, die ein reelles und attraktives Ersatzangebot für das wenig attraktive "Bremer Carée" darstellen könnte. Entsprechende Gedanken zum Abriß Brill-Parkhaus sind jüngst bereits im WK aufgetaucht.

      Ich habe in der beigefügten Planstudie untersucht, welche stadtplanerischen Vorteile entstehen, wenn anstelle des Brill-Parkhauses neue Nutzungsstrukturen- und flächen geschaffen werden, die ich wie- folgt aufgelistet habe:

      - ein neues exklusives "Shopping-Center"
      (dachbegrünt mit Lichtkuppel) zwischen Bürgerm.-Smidt-Str. und
      Ansgariitorstr. Bruttogeschoßfläche 15.000 qm
      - ein neuer Bürobau (dachbegrünt) mit
      Ladenflächen Am Wall Ecke Bürgerm.-Smidt-Straße
      " " 2.500 qm
      - Wohnen, Büros, Kanzleien und Läden zwischen der in Richtung City verlängerten Jakobistraße und
      Wandschneiderstraße " " 10.000 qm
      - Läden und Wohnen auf dem Platz westlich
      vor der St. Ansgariikirche
      " " 1.000 qm

      Hinzu kommen im neuen Quartier zwischen der Bürgermeister-Smidt-Straße, der Straße Am Wall, der Ansgariitorstraße und Wandschneiderstraße ca. 750 PKW-Stellplätze in drei (3) Tiefgaragengeschoßen, mit An- und Ausfahrt von der Ansgariitorstraße.
      Von der Ansgariitorstraße erreicht man eine weitere, 2-geschoßige Tiefgarage unter den Plätzen westlich und nördlich der
      (rekonstruierten) St. Ansgariikirche mit ca. 180 PKW-Stellplätzen.
      Insgesamt stehen mit dieser Planung künftig ca. 930 PKW-Stellplätze zur Verfügung, also nur 20 Stellplätze weniger als im heutigen Parkhaus Am Brill.

      Das Neubaukonzept bietet darüberhinaus besonders umfangreiche, neue Bruttogeschoßflächen, nämlich von insgesamt 28.500 qm, ein unschlagbares Konzept, zumal eine gänzlich neue Altstadtstraße - die wie erwähnte, verlängerte Jakobistraße - geschaffen wird, die die beiden Altstadtteile über die Bürgermeister-Smidt-Straße hinweg verbindet. Aus der verlängerten Jakobistraße hat man einen faszinierenden Blick auf den Turm der St. Ansgariikirche (siehe Perspektive, rechts unten). Auch die neue, kleine Gasse zwischen der Jakobistraße und Wandschneiderstraße ist reizvoll.

      Im neuen Shopping-Center stelle ich mir u.a. attraktive Möbelläden vor, die es in Hamburg oder Stuttgart, nicht aber Bremen, gibt, wie "habitat", MAGAZIN oder MUJI, im Erdgeschoß Restaurants mit Altstadtflair. Wenn das WOHNEN wieder, wie von mir geplant, in die Altstadt zurückkehrt, können Grünflächen verschont bleiben.
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      Entwurf zur "Machbarkeitsstudie St. Ansgarii-Quartier" überarbeitet:



      Bild 1 Lageplan: Bebauung vor der St. Ansgariikirche entfällt,
      der Blick auf die Fassade der Handwerkskammer muß frei bleiben,
      entsprechend Perspektive aus der Jakobistrasse geändert. Nur noch eine Ein-und Ausfahrt zu den Tiefgaragen.



      Bild 2 Grundriß: zeigt die Erdgeschoßflächen des neuen
      EINKAUFS-UND WOHNZENTRUMS ST. ANSGARII mit Nutzungsangaben,
      die Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt und den Grundriß der ST. ANSGARII-KIRCHE.


      Bild 3 Grundriß: zeigt die Zufahrtsrampe zu den Tiefgaragen
      JAKOBI-GARAGE und ANSGARII-GARAGE und einen detaillierten
      Stellplatzplan der Ansgarii-Garage, 1. Untergeschoß.


      Nach Überarbeitung und Detailplanung beträgt die Zahl der Stellplätze
      nunmehr: Jakobi-Tiefgarage 600 PKW

      Ansgarii-Garage 270 PKW


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      Berichterstattung im Lokalfernsehen zum Verkauf des Bremer Carrees

      Anbei der Beitrag aus 'Buten un Binnen' vom 13. Juli 2017 zum Verkauf des Bremer Carrees. Der Verkauf ist zunächst einmal wertneutral zu sehen. Entscheidend wird sein, wie sich der mutmaßliche neue Eigentümer die Zukunft der Immobilie vorstellt. Wenn der Kauf - was hier vor Ort spekuliert wird - mit den Umgestaltungsplänen von Kurt Zech bzgl des Bereichs 'Parkhaus Mitte - Karstadt - Kaufhof' zusammenhängt, dann wäre zu eruieren, ob bei einer 'großen Lösung' die Bereitschaft bestünde, hier das rein ökonomische Denken einmal zurücktreten zu lassen, zugunsten einer nachhaltigen Aufbesserung des Stadtbildes, was an dieser Stelle nur durch eine Rekonstruktion der Kirche gelingen kann. Herr Zech könnte sich dadurch - ebenso wie Hasso Plattner in Potsam - ein bleibendes Denkmal schaffen, was die sonst übliche 'Investoren-Architektur' eben nicht vermag !

      Man sollte also zunächst einmal positiv denken - im Sinne Bremens. :huh:



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      Kurt Zech - der neue Ludwig Roselius ?

      Im folgenden 'Buten un Binnen' Beitrag vom 14. Juli 2017 zum vom Bremer Bauunternehmer Kurt Zech geplanten Umbau von weiten Teilen der mittleren Alstadt (min 06:51 - min 17:05), erhält auch Kurt Zech selber das Wort (min 09:52 - min 17:05). In dem was er sagt, kommt neben seinem geplanten ökonomischen Engagement auch die Heimatverbundenheit mit seiner Geburtsstadt zum Ausdruck. Dies ist sehr positiv zu vermerken ! Wenn er darüberhinaus auch noch Eigenschaften eines Mäzens wie weiland Ludwig Roselius entwickeln und mit dem Wiederaufbau der Ansgarii-Kirche ein ähnlich brillantes Meistestück hinlegen würde, wie Roselius einst mit der Böttcherstraße, dann könnte man ihn mit Fug und Recht als dessen würdigen Nachfolger bezeichnen. Na ja, die Tatsache, daß sich die beiden rein von der Physiognomie her recht ähnlich sehen, läßt da zumindest schon einmal hoffen... ;)


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      So, nun nochmal in Ruhe. Vielen Dank v.a. für die interessanten Entwürfe von Axel Spellenberg. Ist er damit denn irgendwo an die Öffentlichkeit gegangen? Steht er in Kontakt mit einem der "Entscheider" bei diesem Thema?

      Auf jeden Fall muss man sagen, dass der Bremer Innenstadt in den nächsten Jahren die größten Veränderungen seit mehreren Jahrzehnten bevorstehen, eine alles in allem nur zu begrüßende Entwicklung, auch wenn es jetzt wirklich aufpassen heißt. Sowohl Jacobs als auch noch mehr Zech planen wirklich umwälzende Veränderungen am Gesicht des Areals westlich des Marktplatzes.

      Leider ist die Situation im Bereich des Parkhauses Mitte auch zu verfahren, als dass man da (wie ich natürlich weiterhin) von einer Lübecker Lösung, also kleinteilig und mit sehr diverser Eigentümerstruktur auf altem Straßengrundriss träumen konnte. Nein, da muss schon ein großes, finanzkräftiges Tier ran, denn sowohl Kaufhof als auch Karstadt wollen überzeugt davon werden, dass ihnen das Parkhaus vor der Tür abgerissen werden soll. Natürlich wünsche ich mir auch den Abriss des Horten/Kaufhofklotzes, aber der ist wohl nicht vorgesehen, stattdessen ist die Rede von einem "Refurbishment", was immer das im Detail auch heißen mag.

      In der Entwurfskizze von Zech freut mich zumindest schonmal, dass er anscheinend optisch mehrere Häuser nebeneinander und nicht einen einzigen Riesenklotz anstelle des Parkhauses bauen möchte, so interpretiere ich zumindest die trennenden Striche im Plan. Auch der Abriss des 60er-Jahre-Anbaus an das Karstadt-Gebäude ist zu begrüßen, dort soll ja ebenfalls wieder eine Straße/Passage entstehen.

      Ja, und dann das Bremer Carree.... was für ein Schrott. Zu wünschen wäre es uns ja, dass das auch Zech hintersteht und man ihn davon überzeugen könnte, nicht sofort zu handeln, sondern die Idee der Rekonstruktion langsam reifen zu lassen. Denn wenn der Neueigentümer nun sofort handelt und abreißt/neubaut, ist der Traum zumindest für die Lebensdauer eines modernen Shoppingtempels (also 20 Jahre ;)) wieder ausgeträumt. Was ist denn mit Nils Huschke und dem Plan einer Vereinsgründung, von der in diesem Artikel im Weserkurier die Rede ist? Habe dazu im Internet leider nichts finden können.
    • Neu

      'Ausgleichsbauten'

      Vor dem Hintergrund des momentan in Bremen heiß diskutierten Abrisses der ehemaligen Villa Gross an der Schwachhauser Heerstraße - hier wurde in einem anderen Bremen-Strang schon darüber berichtet - kam mir folgender Gedanke: Wird ein Neubau geplant, der die Inanspruchnahme von bisherigen Naturschutz- oder Parkflächen mit sich bringt, so hat der Bauherr Ausgleichsflächen nachzuweisen. Ansonsten erhält er keine Baugenehmigung.
      Wie wäre es, wenn man in analoger Weise dem Baugesetztbuch - und auch den dieses ausführenden einschlägigen Ländergesetzen - eine Novelle hinzufügen würde, die den Abriß eines historischen Gebäudes das 1914 oder früher errichtet wurde, an die Verpflichtung knüpft, andernorts in der Stadt - mit Vorliebe natürlich in den vom 2. Weltkrieg stark gezeichneten Innenstädten - ein für das Stadtbild essentielles, durch Krieg und Wiederaufbau verschwundenes Gebäude wiederherzustellen, oder sich zumindest in erheblichem Maße daran zu beteiligen. Um es salopp zu formulieren: Vier Jugendstilvillen würden dann eine Ansgarii-Kirche ergeben... :)
      Ich denke, das Abschreckungspotential eines solchen Gesetztes ist nicht zu unterschätzen. Denn wenn die Auflagen sehr streng gehalten wären und der Bauherr den Ausgleichsbau originalgetreu erstellen müßte - abspeisender, billiger Schund somit nicht hinreichend wäre - dann würde es sich so mancher 'Investor' zweimal überlegen, ein historisches Gebäude anzutasten oder lieber gleich ganz die Finger davon lassen !

      Wie denken die Forums-Freude darüber ?

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    • Neu

      Ich fürchte, eine herrliche Utopie. Zum einen würde wohl die Zeitgrenze von 1914 verschoben werden, damit Plattenbauten und Beton-Brutalismus ebenfalls geschützt werden (was fatal wäre) und zum anderen würde man beim Versuch eine "Rekopflicht" einzuführen vermutlich stattdessen am Ende eine Verpflichtung für Sozialbauten einführen.

      Es sind einfach noch die falschen "ultramodernen Leute" an den entscheidenden Stellen.
      98% of everything that is built and designed today is pure shit. There's no sense of design, no respect for humanity or for anything else. Frank Gehry
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      Die Bremer 'Gluckhenne' war nicht nur an den Rathaus-Arkaden zu finden...

      Wie eine im Zentrum ihres Kirchspiels ruhende Glucke wirkt St. Ansgarii auf dieser historischen Postkarte. Das Bild unterstreicht den dominierenden und gleichzeitig Geborgenheit spendenden Charakter, den dieses Bauwerk für die mittlere Altstadt hatte. Alle umgebenden Häuser und Straßen scheinen sich auf sie zu beziehen, lehnen sich an sie an.

      Das Bremer Carree und auch eine zu befürchtende, zukünftige reine Investoren-Architektur können - und wollen - diese Funktion gar nicht übernehmen...

      Jedenfalls ein sehr schönes und stimmiges Motiv, daß dazu anspornt, dieses Stadtbild zurückzugewinnen !

      P.S.:
      Daß auch die Ansichtskartenhersteller vor gut 100 Jahren manchmal nicht ganz akkurat gearbeitet haben, wird der kundige Betrachter sogleich erkennen...
      Also, hier nun die 'Sonntagsfrage': Was stimmt auf dem Bild nicht ? :whistling: