Wangen im Allgäu (Galerie)

    • Beginnen wir den Rundgang erst durch die Altstadt, dann auch durch die Umgebung, am Martinstor (Lindauer Tor). Die Informationen zu den Gebäuden beruhen größtenteils auf dem denkmalpflegerischen Werteplan, dank dessen zumindest in der Altstadt vieles bekannt ist. Sieht man sich dort die erste Seite an, sieht man gleich die doch respektable Dichte an Kulturdenkmälern und »erhaltenswerten Gebäuden«, davon sind alles bis auf die Häuser Schmiedstraße 10 und 12 Vorkriegsbauten.

      Die rot markierte Paradiesstraße führt nicht direkt ins Paradies, aber zumindest vom Martinstorplatz zum Marktplatz:


      Zunächst das Martinstor, eines der drei (von fünf) erhaltenen Tore der Stadt, um 1890:


      Ein Teil des Vorbaus fehlt heute, der Rest ist erhalten. Der rosa Vorbau ist sogar eigenständiges Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung!



      [Bild: Andreas Praefcke]

      Das Tor wurde erstmals 1347 erwähnt, 1608 von Johann Andreas Rauch umgebaut und erhöht, die heutige Bemalung (August und Josef Braun) stammt von 1924. Weitere Bilder bei Wikimedia-Commons.

      Links war schon auf den ersten beiden Bildern das Haus Martinstorplatz 4 zu sehen. Es gilt dem Denkmalschutz immerhin als erhaltenswert (= kein Kulturdenkmal), im Kern stammt es aus dem 16. Jahrhundert und war bis ins 19. Jahrhundert eine Schmiede. Naja, wählerisch ist man beim Denkmalschutz schon. Aber besser kein Denkmalschutz als dem Denkmalschutz das Hausalter gar nicht bekannt oder trotz Denkmalschutz abgerissen (Zusammenfassung des »Memminger Modells«).




      Rechts zweigt die Straße »Im Kellhof« ab, zu der werden wir noch kommen. Auf dem letzten Bild bereits angeschnitten ist das Haus Paradiesstraße 6, auch dieses ist trotz Kerns aus dem 16. Jahrhundert nur als erhaltenswert eingestuft, ursprünglich waren es übrigens zwei Häuser, lange ein Gasthaus, 1919 wurde ein Geschäftshaus daraus. Die 2006 eingebauten Gauben sind leider eher Mittelmaß.



      Das Haus rechts daneben ist hingegen ein Kulturdenkmal aus dem 17. Jahrhundert, umgebaut und saniert 1987. Das Bild ist jetzt nicht der Kracher...aber nur Schaufenster verdeckt. An der Wand zur Braugasse hin befindet sich ein hübscher Erker.



      Es folgt nach der Braugasse das Haus Paradiesstraße 2 (wohl 17. Jahrhundert, nur »erhaltenswert«):



      Rechts davon das Kulturdenkmal Marktplatz 6 aus dem 15. Jahrhundert, damit eines der wenigen erhaltenen Häuser von vor dem Brand von 1539:



      Auf der anderen Straßenseite steht zunächst das Kulturdenkmal Paradiesstraße 9 aus dem 16. Jahrhundert, Geburtshaus des Weißenauer Abtes Leopold Mauch. Das zweite Obergeschoss und der Giebel sind übrigens Fachwerk, obendrauf ist ein Schopfwalmdach.




      Links daneben das Haus vom Café Walfisch (Kulturdenkmal, Wiederaufbau nach 1539) mit der bekannten Malerei von Jona und dem Wal aus dem 18. Jahrhundert.


      [Bild: joergens.mi, CC-BY-SA 3.0]


      Links das als erhaltenswert eingestufte Haus Paradiesstraße 5, ab 1655 Apotheke, 1793 wiederaufgebaut, die Cellospielerin stammt aus den 1950er Jahren:



      Links daneben der Fidelisbäck, wiederaufgebaut 1793, bemalt um 1960. Gerne beklage ich mich über die Entfernung von Fensterläden, hier hingegen fehlten sie einst in den Obergeschossen, wo grausige Jalousien hingen.



      Links das Kulturdenkmal Marktplatz 5, 1937 in enger Anlehnung an den Vorgängerbau (siehe previous.bildindex.de/bilder/mi13556a06a.jpg) errichtet, mit Abstand neuester Bau am Marktplatz:



      Abgesehen von der allgemeinen Schaufensterplage ist alles, wie man sieht, gut in Schuss, auch das Straßenpflaster ist ganz ordentlich.
      Herzliche Grüße

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wangener ()

    • @Wangener
      Ich wäre wahrlich froh, wir hätte dieses Niveau aus Wangen flächendeckend im Südwesten. Das wäre "ganz ordentlich"!
      Danke für die parzellierte Betrachtung der Einzelgebäude mit den ergänzenden Erläuterungen aus dem denkmalpflegerischen Werteplan. Ich nehme an, es folgt eine Fortsetzung der Abwicklung?

      Was mir beim Grundriss des Stadtplans von Wangen immer wieder auffällt, ist die Aussparung in der Südwestecke der Stadt. War diese "Einbuchtung" aus wehrtechnischer Sicht sinnvoll oder welchen Gründen folgt sie? Eventuell geologischen oder topografischen? Ist es der Bachlauf in diesem Bereich, der verhinderte, dass der gefühlten Logik nach die Stadt an dieser Stelle zwischen Martinstor und Georgentor mit ihrer Stadtmauer nicht zu einer ergänzten Südwestecke abgerundet wurde? Vielleicht kannst Du hierzu mehr sagen?


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von zeitlos ()

    • zeitlos schrieb:

      @Wangener
      Ich nehme an, es folgt eine Fortsetzung der Abwicklung?
      Ja.

      Bezüglich der Grundrissfrage kann ich leider momentan auch nicht viel sagen. Ursprünglich gab es diese Aussparung ja nicht, da direkt am heutigen Marktplatz die Stadtgrenze war. Und bei der Anlegung der Unterstadt hat man sich dann wohl für diese Aussparung entschieden – die Stadtchronik schreibt nichts zu den Gründen, zumindest habe ich auf die Schnelle nichts gefunden. Vielleicht war es tatsächlich der Metzigbach.
      Herzliche Grüße

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    • Der erwähnter Erker:


      Besichtigen wir nun den Marktplatz, einmal rechtsherum.



      Jetzt der Bau von 1937 vom Marktplatz aus, rechts die Paradiesstraße, in der Mitte der Brunnen (es gab auch einmal einen mitten auf dem Marktplatz, aber der war den Herren, unter deren Herrschaft das frühere Sparkassengebäude errichtet wurde, bei ihren Machtdemonstrationen im Weg...), links das Pfarrhaus. Leider fehlen am Haus Marktplatz 5 nicht erst seit gestern Richtung Kirche/Marktplatz die Fensterläden, Halterungen sind noch vorhanden:



      Zur Straße »Im Kellhof« hin sind sie aber noch vorhanden. Zu dieser Straße werden wir noch kommen.



      Nun das Pfarrhaus, ein nach dem Stadtbrand von 1793 erbauter, frisch sanierter Bau. Gerade der hohe Sockel, weil direkt am Hang gebaut, ist noch älter.



      [Bild: Andreas Praefcke, CC-BY-SA 4.0]


      [Bild: Andreas Praefcke, CC-BY-SA 4.0]

      Bislang noch nicht saniert ist leider das Paramentenhaus gleicher Entstehungszeit nebenan, dessen (auch älterer) Sockel ist auf dem letzten Bild auch am Rande zu sehen.



      Von der Martinskirche, von der Bauform her eine Basilika, mit Rathaus zunächst eine historische Ansicht. Verglichen mit dieser ist die Kirche heute außen noch schlichter, da die Malereien weitgehend fehlen. Eines ist auffällig am Bild: Einerseits fehlt der Brunnen in Marktplatzmitte schon, andererseits hat der andere noch seinen kleinen Trog und noch nicht den neuen großen steinernen achteckigen. Und das geschah wohl beides 1938. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts stand übrigens ein Palast auf dem heutigen Marktplatz.

      [Bildzitat von wangen.de/gaeste/zu-gast-in-wa…ude/st-martinskirche.html]

      Südlich der Kirche befindet sich das sogenannte Seelenmal. Die Umsetzung kann man nun gut oder schlecht finden, aber thematisch passt es: Da lag vor sehr langer Zeit der Friedhof. Der Name passt auch sehr gut: Zu Allerseelen wurden ... Seelen (gebackene natürlich...) an die Armen gereicht!



      Vor der Kirche eine ehemalige Kirchenglocke von 1950. Zwischen 1941 und 1950 hatte es wohl gar keine gegeben.



      Eine erste Kirche gab es hier wohl schon 820, vielleicht sogar früher. Turm und Teile des Langschiffs stammen von um 1200, der Chor von 1386, im 15. Jahrhundert wurde das Langhaus vergrößert, 1684–1687 die Kirche innen barockisiert, 1739 wurde nach einem Blitzschlag der spitze Turmhelm durch eine welsche Haube ersetzt. Die alte Turmspitze ist auf der rauchschen Stadtansicht von 1611 freilich noch zu sehen.Neugotische Ausstattung (--> Regotisierung) wurde 1898–1901 angeschafft, aus dieser Zeit stammen auch die Fresken Gebhard Fugels, andere Malereien wurden wenige Jahrzehnte später schon wieder entfernt. Die heutige Rieger-Orgel stammt von 1987.

      Nach Betreten fällt wohl gleich auf, was die Kirche auch vom Grundriss her nicht ist: symmetrisch.

      [Bild: Andreas Praefcke, CC-BY-SA 3.0]


      [Bild: Andreas Praefcke, CC-BY-SA 3.0]

      Da Bilder aller Ausstattung und alles Schmucks des Innenraums den Rahmen hier doch sprengen könnte, verweise ich auf die entsprechende Wikimedia-Commons-Kategorie.

      Rathaus und St. Martin:


      St. Martin vom Postplatz, auch hier Hanglage:
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    • Zunächst als Nachtrag die Front der Martinskirche:




      Das Rathaus, momentan ist es wegen Sanierungsarbeiten eingerüstet,:


      Im Kern stammt es aus dem 14. Jahrhundert, erweitert wurde es im 15. Jahrhundert, die Barockisierung erfolgte 1719–1721. 1937 wurde der Ratssaal (1513) regotisiert, also die barocke Stuckdecke beseitigt und die Holzdecke freigelegt. Kann man jetzt für sinnvoll halten oder auch nicht. Bilder finden sich bei Markus im 45. Beitrag dieses Strangs.

      An das Rathaus schließt sich nordwärts der Pfaffenturm mit dem Ratloch an:

      [Bild: DGuendel, CC-BY-SA 3.0]





      Er stammt noch aus dem 13. Jahrhundert und war Teil der östlichen Stadtmauer, erhöht wurde er im 16. Jahrhundert, schon damals lag da aber keine Stadtgrenze mehr.


      [Bild: Tilman2007, CC-BY-SA 3.0]


      Links schließt sich das Mesnerhaus (Brotlaube 2, zuvor Kornhaus) an:


      Und vom Postplatz: Was fällt auf?

      Teilweise stammt das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, wiederaufgebaut nach dem Stadtbrand von 1539.


      Und jetzt wieder hoch auf den Marktplatz und Blick nach rechts: das wohl einzige Renaissancebauwerk Wangens: das Hinderofenhaus:




      Das vierflügelige Hinderofenhaus mit seinem Innenhof wurde 1542 anstatt dreier abgebrannter Vorgängerbauten von Onofrius Hinderofen erbaut, doch schon 1582 wurde es ein städtisches Gebäude, später war es bald Kloster, bald Beamtenwohnraum, bald beherbigte es Ämter und Behörden.

      Bis letztes Jahr wurde das »Haus Rose« (Herrenstraße 1, Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, dendrochr. dat. 1540) saniert. Zuvor war die Fassade in einem ollen Rosa angestrichen ... und nun:



      Ebenfalls schöner als zuvor sieht das laut Werteplan erhaltenswerte Haus Marktplatz 10 (Wiederaufbau nach 1539 mit zahlreichen Umbauten später, etwas Malerei aus den 1950er Jahren) aus, das zuvor in einem auch nicht gerade tollen Grau gestrichen war:



      Bilder vom alten Zustand finden sich jeweils im denkmalpflegerischen Werteplan. Links daneben das Haus 9 gleicher Entstehungszeit und gleichen denkmalpflegerischen Status:


      Man beachte den Schildausleger:



      Die nächsten beiden Häuser passen wegen Aufstockungen nicht mehr ganz ins Ensemble, aber im Allgemeinen natürlich 16. Jahrhundert, wobei Haus Marktplatz 7 sogar trotz Aufstockung unter Denkmalschutz steht.




      Als letztes Haus am Marktplatz Haus 6, wir hatten es schon von der Paradiesstraßenseite. Es stammt laut Werteplan im Kern noch aus dem 15. Jahrhundert und wurde später barockisiert. Auffallend die Fenster:
      Herzliche Grüße

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    • Jetzt sind westliche Häuser der Herrenstraße dran, nämlich die Hausnummern 3 bis 19.

      Zunächst noch einmal ein Blick von 2013 von der Kirche Richtung Herrenstraße. Die Häuser Marktplatz 10 und Herrenstraße 1 noch in alter Farbgebung:

      [Richard Mayer, CC-BY-SA 3.0]

      Das »erhaltenswerte« Haus Herrenstraße 3 (im Kern 16. Jahrhundert) hat eine hölzerne Madonna aus dem 15. Jahrhundert (!), deren Umgebung leider eher unwürdig ist. Eine fürchterliche Erdgeschossgestaltung!




      Beim Kulturdenkmal Herrenstraße 5 (dendrochr. dat. 1540/1541) fällt natürlich zuerst der Jugendstilgiebel auf. Zur Adlergasse hin ist es übrigens ein Fachwerkgiebel. Erwähnenswert ist sicher auch der Gewölbekeller (um 1280). Ab 1685 befand sich über Jahrhunderte eine Apotheke im Haus.



      Sowohl Herrenstraße 3 als auch 5 hatten 1913 übrigens noch Fensterläden, das Hinderofenhaus um 1933 auch.


      Herrenstraße 7 ... gibt es nicht. Bei abzweigenden Gassen wird gerne die Nummerierung unterbrochen.


      Kulturdenkmal Herrenstraße 9:


      Wie üblich Wiederaufbau nach 1539, und der Fachwerkliebhaber darf sich über den Giebel freuen.


      Jetzt im Angebot: etwas Klassizismus am »erhaltenswerten« Haus Herrenstraße 11!


      Im Kern aber freilich auch 16. Jahrhundert.


      Das »erhaltenswerte« Haus Herrenstraße 13 (im Kern wiederum 16. Jahrhundert) hätte mindestens im ersten Obergeschoss schönere Fenster nötig:



      Das »Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung« Herrenstraße 15 (16. Jahrhundert, inschriftlich 1549 – ursprünglich anscheinend zwei Gebäude (Grenze mir nicht klar)):


      Das Kulturdenkmal Herrenstraße 17 ist verhältnismäßig jung, es wurde »erst« um 1616 gebaut, nachdem der Vorgängerbau bereits 1539 verbrannt war. Das Erdgeschoss ist leider wieder einmal kaum mehr existent:



      Das »erhaltenswerte« Haus Herrenstraße 19 (im Kern wohl 16. Jahrhundert):

      Der Werteplan erwähnt eine »Fassadenmalerei der 1850er Jahre«. Und dann »Mit seinerFassadenmalerei ist es auch Ausdruck der Geschichtsbegeisterung in den 1960er Jahren.« Nun ja, die Fassadenmalerei suche ich noch.


      Beim Marienbrunnen ist der Denkmalschutz fast über seinen Schatten gesprungen! Obwohl Brunnentrog und Mariensäule erst 1978 gefertigt wurden, ist er ein »Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung«.

      Aber: Einen Steintrog gab es zwar wohl vor 1978 tatsächlich nicht, sondern seit 1868 einen gusseisernen, davor einen hölzernen. Die Säule hingegen war ursprünglich hölzern von 1701, steinern ersetzt 1738, aber 1912 und eben 1978 kopiert. In der St.-Ulrichs-Kirche ist eine ältere geblieben:

      [Andreas Praefcke, CC-BY-SA 3.0]
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    • Im fünften Beitrag jetzt die ersten beiden Häuser, die nicht im Werteplan erwähnt sind, die Häuser Herrenstraße 23 und 25.




      Ein Zufallsfund von gerade eben zur Geschichte: journals.ub.uni-heidelberg.de/…ticle/viewFile/14716/8589 (mit Bildern vom Altbestand). Das sind also Neubauten von 1969; und auch wenn ihre Errichtung anstelle der Altbauten ein Fehler war, sind sie doch kein großer Schaden für das Ensemble, trotz der Gauben, der wirklich lästigen Rollläden und der fehlenden Fensterläden. Das Bild vom missglückten Waldburger Überfall auf Wangen von August Braun wurde vom Vorgängerbau übernommen.



      Glücklicherweise kommt aber dann der nächste große historische Bau, die Mohrenpost (Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, dendrochr. dat. 1540, Schildausleger von 1906, Bemalung Josef Brauns 1949):


      Hier fallen noch nicht einmal die zum Boden verlängerten Erdgeschossfenster recht negativ auf.


      Nun kommt mit dem Kulturdenkmal Herrenstraße 29 von 1410 einer der ältesten erhaltenen Bauten der Stadt (Malerei 1960er Jahre), leider mit sehr verunstaltetem Erdgeschoss:



      Beim Kulturdenkmal Herrenstraße 31 (im Kern 17. Jahrhundert, Fresken 1960er Jahre) ist es gar nicht so schlecht, dass die Fensterläden fehlen, sonst wäre die Malerei teilweise verdeckt. Übrigens ein Fachwerkgiebel und eine recht interessante Dachform, sozusagen ein Gegenstück zum Mansarddach.



      Vor dem Haus steht der 1965 »neu gestaltet[e]« Adlerbrunnen von 1738 (Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung):




      Bei den folgenden Kulturdenkmälern Herrenstraße 35 und 37 sieht man noch sehr gut, dass sie einmal nur ein Haus waren:

      Das Haus stammt aus dem 16. Jahrhundert und 1794 besitzmäßig geteilt. Das Fachwerk am rechten Bau wurde 1975 freigelegt, insgesamt ist wohl außer der Fassade nur noch wenig alte Bausubstanz vorhanden. Wenn der Werteplan da recht hat, hat der rechte Bau auch ein massives erstes Obergeschoss, der linke eines aus Fachwerk (sieht man ja).


      Herrenstraße 39 ist ebenso ein Kulturdenkmal:

      Im Kern stammt das Haus aus dem 14./15. Jahrhundert, der Durchgang durch den Seitentrakt (Stadtmauerbebauung) ist von 1927. 1984 wurde die Fassade renoviert und 1991 das ganze Haus saniert, dabei eine »originale mittelalterliche Ständerkonstruktion erhalten, die angebaute Stadtmauer gesichert und erhalten« wurde. Manchmal schreibt der Werteplan aber auch einen ziemlichen Blödsinn: Ein »dreigeschossiger Massivbau« und das »vermutlich älteste(s) Fachwerkhaus der Stadt« sei das Haus...
      Herzliche Grüße

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    • Nun die andere Straßenseite vom Marktplatz aus.

      Wir beginnen beim Hinderofenhaus.



      Das nächste Haus ist das Kulturdenkmal Herrenstraße 4 (im Kern 16. Jahrhundert, Schaufenster 1964) mit seiner Madonnenfigur:



      Es schließt sich das Kulturdenkmal Herrenstraße 8 (im Kern 16. Jahrhundert) an:



      Nur als »erhaltenswert« gilt dem Denkmalschutz dagegen das Nachbarhaus Herrenstraße 10 (im Kern 16. Jahrhundert):



      Herrenstraße 12 (im Kern 16. Jahrhundert, Schaufenster 1955) ist hingegen ein Kulturdenkmal:



      Als »Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung« gilt das Haus Herrenstraße 14 (Unterzug dendrochr. dat. 1560/61). Ein sehr schöner Schildausleger ist auch mit dabei:


      Das Haus diente schon als: Brotlaube, Zeughaus, Feuerwehrgerätehaus, Heimatmuseum, daneben war auch schon ein Saal der Bürgerlichen Komödiantengesellschaft darin. Irgendwie ist der Schuhladen da ein Rückschritt... Schaufenster sind von 2007, davor waren die Arkaden offen.


      Gewissermaßen das Gegenstück zum Hinderofenhaus ist das Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung Herrenstraße 16:

      Die Mauern stammen teilweise wohl noch aus dem Mittelalter, das Dachwerk wurde dendrochronologisch auf 1539/1540 datiert, die Schaufenster sind von 1951. Und so sieht das von der Schmiedstraße aus:



      Ein Blick zurück...


      und einer voran:
      Herzliche Grüße

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    • Nach dem Abzweig der Schmiedstraße kommt das dem Denkmalschutz als »erhaltenswert« geltende Haus Herrenstraße 22 (1560er Jahre, seit 1890 mehrfach umgebaut)

      Der 1409 erstmals erwähnte und 1539 abgebrannte Vorgängerbau war die »Herrentrinkstube zum Narren«.


      Seit ungefähr 1900 sind das letzte Haus und dieses Haus (im Kern 16. Jahrhundert, bis 1552 Schmiedezunfthaus, Malereien 1960er Jahre) vom gleichen Denkmalschutzstatus vereinigt:


      Schmied, Schlosser, Flaschner, Wagner, Zimmermann, Schreiner



      Nun folgt das »erhaltenswerte« Haus Herrenstraße 26, im Kern aus dem 16. Jahrhundert, mit seiner Fassade des 19. Jahrhunderts:



      Die Reihe »erhaltenswerter« Bauten setzt sich mit dem Haus Herrenstraße 28, im Kern aus dem 16. Jahrhundert, Erdgeschoss 1976 neubarock umgebaut:
      +


      Herrenstraße 30 (16. Jahrhundert) mit seiner Fachwerkgiebelseite gilt dann endlich wieder als Kulturdenkmal:


      +


      Dieses Bild ist von der Zunfthausgasse aufgenommen, rechts ist die Rückseite des Ritterhauses angeschnitten.


      Das klassizistische Ritterhaus, früher Kanzleigebäude des Ritterschaftskantons Hegau, wurde bis 1789 von Franz Anton Bagnato anstelle dreier Bürgerhäuser erbaut und ist das letzte Gebäude vor dem Frauentor. Das in den 1960er Jahren »abgegangene« (auch ein schöner Euphemismus) Portal wurde 1978 rekonstruiert.



      [Andreas Praefcke, CC-BY-SA 4.0]


      Nun das Frauentor, im Kern 14. Jahrhundert, aufgestockt 1607/1608, 1589 von Ulrich Wagener bemalt, 1611 von Johann Andreas Rauch, 1950 von Toni Schönecker:


      [Karsten Juhl, CC-BY 2.0]



      [Joergens.mi/Wikipedia, CC-BY-SA 3.0]

      Das war die Herrenstraße.
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    • Neu

      Wangens Altstadt besteht nicht nur aus der Herrenstraße, und meine Galerie soll es auch nicht. Also mache ich hier endlich einmal weiter. Zunächst aber recht unspektulär mit der Braugasse, die ostwärts nur Hinterhäuser vor allem der Herrenstraße umfasst.

      Das Hinterhaus von Herrenstraße 35:



      Nebenan befindet sich ein Teilstück der Stadtmauer:




      Der westliche Teil der Altstadt war einst vor allem mit Ökonomiegebäuden bebaut, viele recht neue Bauten (nehme ich zumindest an) gibt es, einige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

      Bei den Neubauten (schätze ich) hat man sich durchaus Mühe gegeben:









      An der Ecke zur Poststraße (an der die „mittlere“ Post liegt – es gibt auch eine alte Post und eine neue Post):







      Poststraße 4, links davon verlief einst die Stadtmauer, heute ist sie hier unterbrochen:



      Dies war der westliche Teil der Braugasse, der östliche besteht wie gesagt aus Hinterhäusern der Herrenstraße, teils im 20. Jahrhundert neu gebaut.
      Herrenstraße 31:



      Herrenstraße 29:





      Die Mohrenpost (Herrenstraße 27) von hinten:



      Die Hinterbauten der beiden 1969-Neubauten:




      Das laut Werteplan 1979 neugebaute Hinterhaus des Kulturdenkmals Herrenstraße 19 (im Kern wohl noch 16. Jahrhundert):



      Das Gebäude steht auf Höhe Poststraße, und damit unterbrechen wir erst einmal wieder die Galerie. Irgendwann geht es weiter.
      Herzliche Grüße

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