Wangen im Allgäu (Galerie)

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    • Um zur Diskussion beizutragen:

      Zunächst einmal liegt es mir fern, anzunehmen, dass Straßen- und Stadtbilder wie beispielsweise Dieses allein dazu da sind, geschweige denn allein dafür geschaffen wurden der touristischen Vermarktung zu dienen.
      Aber trotzdem scheinen sie sich perfekt dafür anzubieten...

      Andererseits bin ich mir etwa bei dieser Straße sicher, dass sie nicht den Bedürfnissen der Touristen angepasst wurde; dennoch wurde sowohl von der zeitgenössischen Bauweise städtischer Großbauten, als auch von Baumaterialien Stahl und Beton (die bereits erwähnt wurden) sehr großzügig Gebrauch gemacht.


      Nun, beide Straßen- und Platzanlagen haben eines gemeinsam; es gibt keine Bauten, die unabhängig vom Gesamtbild der jeweiligen Häuserfront existieren.

      (Die Wirkung von Solitären der letzten 60 Jahre in historischen Stadtbildern erklärt sich wunderbar von selbst; durch dieses Beispiel)



      Beide Ensembles mögen auf ihre Art den grundlegenden Anforderungen der Bewohner gerecht werden; jedoch kann nur Ersteres momentan dem Sonntagsausflügler als Ziel angeboten werden.

      Beide Ensembles sind gewachsen, doch hat nur das Erste in kunstgeschichtlicher Hinsicht Anknüpfungspunkte an lokale Traditionen und Geschichte.
      Dies ist genau der Knackpunkt, denn auch die Ortsgebundenheit ist ein Qualitätsmerkmal für Architektur, dass jedoch vielen zeitgenössischen Bauten leider fehlt; die Formulierung "International Style" ist Ausdruck dieser Entwicklung.


      Vorschlag: nach Wnagen kommen und hinter die Fassaden sehen und nicht aus der Ferne über etwas urteilen, das man nicht kennt!
      Totschlagargumente sind für die Diskussion nicht zwingend förderlich. :daumenunten:
      Zudem eine sehr gewagte Behauptung, "Weingeist" nahezulegen, er wäre noch nie in Wangen gewesen...

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    • Zufälligerweise war ich erst vor wenigen Wochen in Wangen und kann hier auch noch einige Fotos beitragen:

      Picasa Web Albums - Stephan Baumeister - Wangen im Allgäu

      Ehrlichkeit in Bezug auf das Ganze. So ich in der Fassade auf Holz mache, folgt für mich auch Holz dahinter - ohne Dogma der Formgebung.
      Ich glaube, den Unterschied zwischen Schein und Sein nennt man Kunst - etwas, was ich den heutigen Architekten aber nicht mehr unterstellen würde :smile:
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)
    • Webmaster schrieb:

      Zufälligerweise war ich erst vor wenigen Wochen in Wangen und kann hier auch noch einige Fotos beitragen:

      Webmaster schrieb:

      Picasa Web Albums - Stephan Baumeister - Wangen im Allgäu

      Webmaster schrieb:

      Zitat:
      Ich glaube, den Unterschied zwischen Schein und Sein nennt man Kunst - etwas, was ich den heutigen Architekten aber nicht mehr unterstellen würde :smile:
      Ich nenne rein auf Fassade getrimmte Städte und Straßenzüge vorsätzliche Irreführung. Und Kunst hat damit nichts zu tun!

      Und was Sie wem unterstellen ist Ihre Angelegenheit. Mich stört hier - das sage ich ganz offen - der Umgang mit anders Denkenden. ICh habe gedacht, ein Forum sei ein Ort der Diskussion, nicht aber der einseitigen Selbstbestätigung im Dogma!
    • Also ich finde das Ehrlichkeitsgefasel eigentlich ganz anregend weil es so offenbarend ist.

      Es zeigt, dass seitens der Moderne keinerlei Anspruch mehr auf gestalterische Kategorien erhoben wird. Man zieht sich auf rein materialbezogene Berechtigungsdebatten zurück, denn was das schöpferische angeht stehen wir ja ohnehin schon am Ground Zero. Aber vielleicht verstehe ich das ja falsch und Großstädte aus Fachwerk sind wieder im Kommen solange es nur Sichtfachwerk ist? Was ist dann aber mit all den vereinfachten und hinter Dämmung verschwundenen Altbauten? Alles wieder rekonstruieren weil ehrlicher? m.E. ist der Ehrlichkeitsansatz völlig beispiellos in der Geschichte der Architektur, gab es schon einmal ein Stilepoche die sich nicht über stilistische Fragen definiert hat sondern über die Treue zu einem bestimmten Baustoff?

      Würde auch gerne mal ein paar aufrichtige Exponate des Herrn Architekten sehen als bessere Diskussionsgrundlage.
    • Konsequent fortgedacht würde das "Ehrlichkeitskonzept" dazu führen, dass zu 99 % nur noch Sichtbeton verarbeitet wird, denn andere Materialien als Betonplatten kommen ja heute üblicherweise nicht mehr zum Einsatz.

      Im übrigen verstehe ich diesen Ansatz nicht - niemand wird wohl erwarten, daß ein Furnier, eine Tapete (oder die Panade bei einem Wiener Schnitzel :smile: ) repräsentativ für das eigentliche "Material" ist, die Oberfläche dient einfach der Verschönerung/künstlerischen Gestaltung. Gleiches gilt für eine Fassade...
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    • sucher66 schrieb:

      ICh habe gedacht, ein Forum sei ein Ort der Diskussion

      Zu einer Diskussion gehören aber nicht nur geäußerte Meinungen, sondern vor allem sachlich begründete Argumente. :smile:
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Fürchte dich nicht, Jungwörth. Siehe, ich verkünde dir große Freude, die allen Foristen widerfahren wird.

      Und zwar ein nicht ganz unbekanntes Adenauer-Zitat. Wer es errät, hat bei mir was gut.
      1816 - Rheinhessen - 2016
      rheinhessen-2016.de
      rheinhessen.de
      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.
    • sucher66 schrieb:

      Mich stört hier - das sage ich ganz offen - der Umgang mit anders Denkenden. ICh habe gedacht, ein Forum sei ein Ort der Diskussion,


      Nachdenken ist mitunter der g´scheitere Weg - wenn beispielsweise ein Hundehasser einem Hundezüchterverein beitritt, wird er sich wohl auch als bald über mangelnde Toleranz gegenüber seiner "Meinungsfreiheit" beklagen.

      Ich selbst empfinde (anhand der hier eingestellten Photos) Wangen als sehr gelungen und sehe jetzt überhaupt nichts verwerfliches daran daß sich hinter einer historischen Fassade ein Neubau befindet. Nun gut, man kann jetzt sagen, es gehöre alles originalgetreu rekonstruiert, doch bittschön, welcher Mieter möchte sich heute noch statt einem modernen Bad mit einer Kanne Wasser und einer Schüssel abgeben, so wie seine Notdurft auf dem Donnerbalken im Hof verrichten?

      Viele Grüße

      Strandfliese
    • (Lieb-)Frauentor

      Nachdem ich dieses Jahr 2x in Wangen war, möchte ich die Stadt nachfolgend etwas ausführlicher vorstellen. Auch sind die bisherigen, vom Dia eingescannten Bilder nicht so prickelnd. Der Rundgang durch das Städtchen beginnt beim Liebfrauentor im Nordwesten der Altstadt.


      Das Liebfrauentor oder Ravensburger Tor geht laut Tafel am Tor noch in die staufische Stadtgründung des 13. Jh. zurück, erhielt weitgehend 1608 seine heutige Gestalt und die Sgraffitobemalung stammt von 1950. Das Vortor wurde im 19. Jh. beseitigt.




      Rechts das Ritterhaus


      Feldseite
    • Die Herrenstraße verläuft vom Liebfrauentor zum Marktplatz. Dabei scheint sie ziemlich exakt auf Nord-Süd ausgerichtet zu sein.


      Herrenstraße 35


      Wangen hat etliche das Stadtbild belebende Brunnen, darunter der Adlerbrunnen aus dem 18. Jh., der Adler 1893 ersetzt.


      Wangener Bilderbogen


      Eines der das Straßenbild bereichernden Wirtshausschilder.


      Die Herrenstraße an einem sommerlichen Markttag. Die meisten Häuser entstanden nach dem Stadtbrand von 1539.

      Zeitreise


      Marienbrunnen


      Hotel Mohren-Post




      Sigeritzhaus

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    • Der originelle Spuckbrunnen mit den Verdruckten Allgäuern:


      Zu unterst liegt ein Geistlicher. Auf ihm lasten diverse Figuren wie der "Leisetreter" und der "Kartenspieler". Zwei Gesichter sind dort unverkennbar festgehalten: Das des ehemaligen Landrats des Landkreises Ravensburg, Dr. Guntram Blaser, der in seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) den Brunnen der Stadt schenkte. Die Maske, die einer der Allgäuer hält, trägt seine Züge. Der Ideengeber, der frühere Oberbürgermeister Dr. Jörg Leist, ist in dem Allgäuer verewigt, der die Maske hält und die Skulptur zum Brunnen macht: Sie spuckt während der warmen Jahreszeit in Intervallen auf ahnungslose Passanten. Wer so unversehens nass gemacht wird, hat den Schaden und braucht für den Spott oder die Schadenfreude der Umstehenden nicht zu sorgen.

      Spuckbrunnen





    • Völlig überraschend für mich die Feldseite des Ravensburger Tores. Ich habe das Gefühl, es von dieser Seite noch nie irgendwo gesehen zu haben, in natura auch nicht. Das steht in großem Kontrast dazu, dass mir die Stadtseite seit Jahrzehnten vertraut ist, gibt es doch unzählige Abbildungen davon. Seit alters her habe ich aber immer das Gefühl gehabt, dass das Ritterhaus überhaupt nicht in die Altstadt passt. Das war für mich immer so ein Fremdkörper, so dass meine Begeisterung von Wangen stets sehr gedrückt war. Ich habe die Stadt schließlich auch sehr spät kennengelernt und war nur ein einziges Mal dort.

      Es gibt auch diverse Häuser, die an das nahe Lindau erinnern. Insgesamt ist das Stadtbild außerordentlich gut und zeigt, dass sich Oberschwaben angenehm vom restlichen Württemberg unterscheidet.

      Heimatlich vertraut aber dia Sprüch von de Leit wo durchd Stadt gangat und merkat wias dau dunt zuagoat.