Ochsenfurt

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    • War letztes Jahr einige Tage in Süddeutschland und habe in Ochsenfurt gewohnt. Die Stadt wirkt wie viele umliegende nicht real und man glaubt sich in eine Kulissenstadt versetzt. Hier ein paar herbstliche Stadteindrücke:

      Hier haben wir gewohnt - Hotel Bären - am östlichsten Ende, gleich neben dem Oberen Torturm:

      Recht ist dieser gewaltige Turm nur angeschnitten, da gleich anschließend ein riesige Renovierungsbaustelle war!

      Der Hauptstraße folgend


      kommt man zum 1515 errichteten "Neuem Rathaus" mit seinem Lanzentürmchen und einer Firguren- und Monduhr


      Nach Norden blicken wir vor dem Rathaus in die Badgasse zur Kreuzkirche


      Die Hauptstraße verbreitert sich vor dem Rathaus platzähnlich


      Hier die gegenüberliegende südliche Häuserzeile mit der Stadtpfarrkirche St. Andrea im Hintergrund


      Die schmucke Fachhauszeitle an der Hauptstraße gegen über der Stadtpfarrkirche


      Einige Detailansichten:


      Abenteuerliche gewachsene Strukturen:


      Blick zurück zum Rathaus:


      Auf der nördlichen Seit erhebt sich leicht erhöht die Stadtpfarrkirche St. Andreas


      mit ihrem stattlichen Turm:


      und ihrem stimmigen Innenraum:


      den Abschluß der Fachwerkhauszeile bildet das "alte Rathaus"


      Blick zum Ende der Hauptstraße mit dem Klingentorturm:


      In der doch sehr dunklen Straße eröffnet sich dann der Blick zum Domkapitelschen Palatium:


      Hier der Klingentorturm vom Stadtgraben:


      Blick vom Stadtgraben auf Höhe des Klingentorturms nach Süden - entlang der westlichen Wehrmauer:

      Palatium, Nikolausturm und Dickem Turm

      Blick vom Stadtgraben auf der Höhe des Dickem Turms nach Norden:

      Klingentorturm und dahinter der Taubenturm

      Totale des Nikolausturms und dem dahinterliegenden Palatium


      hier aus einer andern Perspektive


      Die Südmauer mit den weit niedrigeren Türmen:




      So das war ein grober Überblick über eine wirklich stimmige historische Stadt - und da ist noch einiges, was ich nicht festgehalten habe.
      Es darf nie vergessen werden, dass die Kunst eines Landes der Wertmesser nicht allein seines Wohlstandes, sondern vor allem auch seiner Intelligenz ist
    • Re: Ochsenfurt

      Wunderschön! Vielen Dank für die Bilder. Wenn ich aber sowas sehe:



      Frage ich mich, warum die Gestaltungssatzung nicht sprossenlose Fenster verhindert? Dennoch ist die Stadt wirklich schön.
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Re: Ochsenfurt

      Danke, Däne. Genau dasselbe, mit dem selben Bild als Untemauerung, wollte ich auch sagen.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Ochsenfurt

      @Schloßhof

      Sieht ja wunderbar aus! Was hast Du dort genau gemacht? Hast Du auch Rothenburg, Dinkelsbühl und Nördlingen besucht? Ich war bis dato leider nur in Rothenburg und möchte das nächste Mal auch die anderen Umgebungsstädte erkunden, wobei Ochsenfurt nun dazu kommen wird - Danke!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Re: Ochsenfurt

      "Däne" schrieb:

      Wunderschön! Vielen Dank für die Bilder. Wenn ich aber sowas sehe:



      Frage ich mich, warum die Gestaltungssatzung nicht sprossenlose Fenster verhindert? Dennoch ist die Stadt wirklich schön.


      Generell wurde hier anscheinend massiv in die Bausubstanz eingegriffen, speziell im 1. und 2. OG vieler Gebäude. Das steht dieser tollen Stadt nicht gut zu Gesicht. Trotzdem, danke für die Bilder, wie hoch ist eig der Turm auf den letzten Bildern?
      "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940
    • Re: Ochsenfurt

      @armin
      so gehts mir auch! noch dazu hat es dort so eine Beschaulichkeit und eine menschliche Alltagsgeschwindigkeit, die das Leben einfach lebenswerter macht als beim sonst üblichen Großstadtstress!

      @däne
      da hast du vollkommen Recht - ich verstehe eine solche "Brutalität" auch nicht --> Sprossenlosigkeit bring 0-Vorteile und stört erheblich den Gesamteindruck

      @exilwiener
      wollte letzten Oktober eigentlich an die Küste von Mecklenburg - Städte schaun! dann war das Wetter aber so mies, dass ich in Franken Halt gemacht habe. Da im Forum oft von Würzburg die Rede ist, wollte ich mir diese Stadt mal persönlich geben!
      In meiner Freizeit brauch ich keine Stadthektik a la Wien und da um Kitzingen ein mörder Verkehr geherrscht hat bin ich zufällig auf Ochsenfurt gestoßen!
      Ja in Rothenburg war ich auch - tolle Stadt mit origineller und empfehlenswerter Nachtwanderung des Nachtwächters!!!! - in Nördlingen und Dinkelsbühl war ich nicht, da ich wetterbedingt nach Süden - Ludwigsburg, Ansbach, Eichstätt, Passau - ausweichen mußte.
      Möchte ich aber nachholen - Sonntag sollte es erneut losgehen wenn das Wetter mitspielt - mal schaun wo´s mich in den deutschen Landen diesmal hinführt.
      TIPP: fahr wenn du in der Gegend bis auch auf jeden Fall nach Weikersheim - tolle Kleinstadt mit geräumigen Stadtplatz, tollen Einkehrmöglichkeiten und fabelhaftem Schloss und Garten
      Es darf nie vergessen werden, dass die Kunst eines Landes der Wertmesser nicht allein seines Wohlstandes, sondern vor allem auch seiner Intelligenz ist
    • Re: Ochsenfurt

      Zu Ochsenfurt hatte ich auch schon als letzten Teil der „Mainvierologie“ (Frickenhausen, Sommerhausen, Eibelstadt und O.) einen Beitrag zur Galerie vorbereitet. Insofern stelle ich noch eigene z.t. ergänzende, z.t. auch +/- doppelte Bilder gleich dazu. Die Aufnahmen stammen überwiegend vom Sept. 2009, teilweise auch vom August 2002.

      Beginnend am Bahnhofsvorplatz das Obere Tor:

      In Ochsenfurt liegt der Bahnhof in unmittelbarer Altstadtnähe. Noch ist auch die südliche Stadtmauer mit einigen Türmen vom Zug sehr eindrucksvoll zu erblicken (noch ohne hässliche Lärmschutzungetüme wie manch anderswo), ebenso weiter östlich die schon beim Blick von Frickenhausen auf Ochsenfurt in der dortigen Galerie unübersehbare Zuckerfabrik.


      Oberes Tor von der Hauptstraße aus


      Wagstraße 2 (im Kern 15./16. Jh., verputztes Fachwerk)


      Rossmühlgasse 1


      Badgasse Richtung Spitalkirche


      ältere Aufnahme von 2002


      Stadtmauer / Ostflanke der Altstadt Blickrichtung SW




      der hohe Centturm im NO der Altstadt unweit des Mainufers




      Blick zur Alten Mainbrücke, siehe dazu auch im Forum:
      Ochsenfurt - Alte Mainbrücke

    • Re: Ochsenfurt

      Unteres Tor und Taubenturm im NW:



      unweit dem Beginn der Alten Mainbrücke liegt der Spitalhof, die Fachwerk-Laubengänge von 1551


      Spitalgasse 13 mit Barockfassade von 1713

      Der nach der Hauptstraße wichtigste Straßenzug ist die Brückenstraße, die N-S-Verbindung der Alten Mainbrücke mit der Hauptstraße.


      Fachwerkhäuser an der Westseite der Brückenstraße, 2002 und 2009 (unten) im Vergleich (Hausnr. 2, 4, 6, 8, 10, 12 und 14)




      Brückenstraße 10 und 12


      eine der vielen Hausfiguren in Ochsenfurt (wie es sich für Franken gehört), Hausmadonna Brückenstr. 6 (frühes 18. Jh.)



      die bereits gezeigte eindrucksvolle Westflanke der Altstadt:



      auch schon gezeigt, Dicker Turm, Nikolausturm (würde ihn auf zumindest 40m Höhe schätzen) und ehem. Palatium / Kellerei des Würzburger Domkapitels, im Vordergrund ein an irische Keltenkreuze erinnernder Bildstock aus dem 18. Jh.


      Klingentor von W mit Turm der Stadtpfarrkirche dahinter
    • Re: Ochsenfurt

      Westliche Hauptstraße beim Klingentor


      Klingentor von der Hauptstraße aus, rechts zwei im Kern aus dem 15. Jh. stammende Giebelhäuser, Untere Klingengasse 2 (ehem. Vogteihof des Kartäuserklosters Tückelhausen 3km westlich von Ochsenfurt) und Hauptstraße 2



      zum Vergleich zwei Aufnahmen aus dem Bildindex:

      bildindex.de/bilder/mi02610a09a.jpg


      bildindex.de/bilder/mi08451a08a.jpg
      beide Aufnahmen: Bildarchiv Foto Marburg


      links die Häuser Hauptstraße 11 und 9, die Nr. 9 im Kern 15./16. Jh., die Hausmadonna (unten) 18. Jh. (dazwischen abzweigend die Kellereistraße Richtung der Amtsgebäude des Würzburger Domkapitels)




      Hauptstraße, Südseite, das Fachwerkgebäude am Eck (Nr. 11) im Kern 15. Jh. (alle Bauzeit-Angaben der bayr. Denkmalliste entnommen, siehe auch unter BayernViewer-denkmal?)


      Hauptstraße nach W mit der Nr. 14/16, der Giebel zur Brückenstraße von 1553, am Eck eine Hlg. Familie des 18. Jh.




      Hauptstr. 14/16 und Altes Rathaus (Brückenstraße 1), vor dem noch ein Pranger des 15. Jh. steht




      die neue Ochsen-Furt auf der jüngst verkehrsberuhigten Hauptstraße

      zur Bebauung auf der Nordseite der marktplatzähnlichen Erweiterung der Hauptstraße vor dem Rathaus gibt es auch noch ein paar Vergleichsbilder... Ist aber tatsächlich eines der wenigen Ärgernisse.

      Im Text zum Ensemble Ochsenfurt im Denkmäler Bayern Unterfranken steht noch "Eine Störung bildet die in neuerer Zeit erfolgte Verbreiterung der Hauptstraße bei der Pfarrkirche, der eine spätmittelalterliche Häuserzeile und das geschlossene Straßenbild der alten Marktstraße geopfert wurde."

      Steht aber nicht dabei, wann dies erfolgte. Offensichtlich fand sich gegenüber den altertümlichen Fachwerkhäusern auf der Nordseite der Kirche vorgelagert auch noch eine reizvolle Altbebbauung. Im Bildindex habe ich allerdings auch auf älteren Bildern dazu nichts finden können.




      beide Aufnahmen: Bildarchiv Foto Marburg bildindex der Kunst und Architektur

      Anm.: Bin doch noch im Denkmälerbuch fündig geworden: "die Häuserzeile unterhalb der auf ansteigendem Gelände liegenden Pfarrkirche ist im 19. Jh. zugunsten einer Terrassenanlage mit Kriegerehrenmal aufgelassen worden.
    • Re: Ochsenfurt

      Auch sehr schön und durch ordentliche Sprossenfenster in der Tat sogar noch ohne großen Aufwand verbesserbar. Ochsenfurt wirkt städtischer als die bisher gezeigten Orte am Untermain, v. a. aufgrund des schönen Neuen Rathauses und einiger größerer Fachwerkhäuser aus der Zeit um 1500. Um das abgerissene Giebelhaus mit dem kleinen Walm beim Klingentor ist es natürlich schade - es dürfte allerdings eine eher weniger stadtbildprägende Bausünde sein.

      Gab es abgesehen von der Mainbrücke wirklich keinerlei Kriegsverluste in der Altstadt? Wenn das Mittelteil der Brücke noch kurz vor Ankunft der Amerikaner von den Deutschen gesprengt wurde, ist eine völlig kampflose Übergabe der Stadt ja nicht unbedingt zwingend (vgl. etwa Bamberg).
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Ochsenfurt

      Ein Nachtrag zur Fenster-Problematik:

      Ich habe mich öfter gefragt, weshalb es zwischen Deutschland und Frankreich so grosse Unterschiede gibt. In F. fand man bis vor kurzem so gut wie keine sprossenlose Fenster. Ein Franzose hat mir folgenes gesagt: In D. werden die Fenster oft geputzt (Sprossen sind dann im Weg), während das vielleicht jedes 2. bis 3. Jahr in F. passiert :zwinkern: . Könnte eine Erklärung sein.

      Selbst in Ochsenfurt scheint es immerhin hier und da neue Sprossenfenster zu geben. Der Trend in den Altstädten ist schon pro-Sprossenfenster.
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Re: Ochsenfurt

      @Schloßhof

      Sehr schön! Ich war auch noch nie in MeckPomm auf Tour, obwohl ich bis dato nur Gutes davon gehört und hier im Forum gesehen habe.

      Also, wenn Du noch immer nicht weißt, wohin es gehen sollte, dann habe ich zwei Tipps für Dich – abgesehen von Mecklenburg:

      1. Oberlausitz (wenn Du das schönste Fleckchen Deutschlands nicht eh schon längst kennst?)
      2. Harz

      Zu 1. brauch ich Dir nichts sagen, da Karaseks grandiosen Galerien über GR, ZI, BZ ohnedies selbsterklärend sind.

      In den Harz kam ich eigentlich genauso zufällig wie Du nach Franken, da ich eigentlich nach Friesland wollte und nur so im Harz Rast machte. Weil es dort aber so traumhaft nete Städte wie Wernigerode, Quedlinburg, Goslar und Stolberg gab, blieb ich eine ganze Woche nur dort.

      Egal wohin es geht – gutes Wetter und bitte Fotos!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
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    • Re: Ochsenfurt

      Nun haben wir also auch eine Galerie von Ochsenfurt, die ob ihrer Altertümlichkeit einen besonderen Platz unter den Kleinstädten Süddeutschlands einnimmt. Sehr romantisch ist es stets, wenn man im Zug sitzt und die südliche Stadtbefestigung rauscht vorbei. Gerade die hohen und schmucklosen Türme vertiefen das Bild der alten Stadt, deren landwirtschaftliche Prägung der Umgebung in der stadtbild- und landschaftsbeherrschenden Anlage der Zuckerfabrik zum Ausdruck kommt.

      Vielleicht ergänze ich noch das eine oder andere Bild aus meiner Sammlung, die zum Thema Ochsenfurt paradoxerweise wenig zu bieten hat. Auch außerhalb der Altstadt gibt es einige bemerkenswerte Einzelbauten. Wenn ich mich richtig erinnere, etwa Marktbreiter Straße 10. Und in den Stadtteilen Goßmannsdorf a. Main und Tückelhausen gibt es auch noch ein bisschen was zu sehen.
    • Heute zur Ergänzung noch einige Bilder:


      Altstadt


      In der Nähe der Kirche:

      Bild 2052

      Roßhof 3

      Das turmartige Haus geht auf das 15. / 16. Jahrhundert zurück. Gegenwärtig wird es saniert.


      Bild 2724

      Brückenstraße 26

      Am stadtseitigen Brückenkopf steht das Schlößle, hier von hinten, von der Mainuferstraße. Unmittelbar davor die Hochwasserschutzmauer, auf der eine Bahnlinie verläuft. Nein, hier fahren natürlich nicht die Intercity-Züge von Würzburg nach München mit 200 km/h direkt an dem Haus vorbei. Das ist nur das Anschlussgleis für die Hafenanlagen westlich der Altstadt. Die "echte" Bahnlinie führt an der Südseite der Altstadt entlang.


      Bild 2725

      Spitalgasse 2, 4


      Bild 2726

      Brückenstraße 23
    • Wolfgang


      Bild 2729

      Uffenheimer Straße

      Südlich der Stadt steht nahe der nach Uffenheim führenden B 13 die Wallfahrtskirche St. Wolfgang. Hier mit der früheren B 13, auf der man heute ungestört zu Fuß gehen kann.


      Bild 2730

      Am Wolfgang, Landturm

      Heute ebenfalls an einer nicht mehr vom Fernverkehr befahrenen Altstraße steht der Landturm. Bis in die 80er-Jahre führte unmittelbar neben ihm die B 13 vorbei und die von Hopferstadt kommende Straße mündete hier ein.