Würzburg (Galerie)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Re: Würzburg

      Aber ist so eine Bauweise nicht unendlich viel besser als die der seelenlosen Glaskästen, die woanders schon früher eindrangen, sich mittlerweile aber wohl in allen Groß- und Mittelstädten als Standard verstehen möchten?

      Vschetzkejedno würd ich sagen. Es taugt das eine nichts und das andere auch nichts. Andersrum: ob in so einer Straße Glaskästen stehen oder nicht, ist egal. Belangloser als belanglos geht nicht, und Hässlichkeit ist irgendwann nicht mehr überbietbar.
      Die Einhaltung der geschlossenen Traufseitigkeit allein bringt gar nichts - mit einer derartigen Minimalkonzession darf man sich doch niemals zufrieden geben. Überhaupt wenn an der Binnengestaltung (fast) jeder Fassade aber auch wirklich alles falsch und schlecht ist. Im Gegenteil macht diese Bauweise die Sache nur noch schlimmer - der Beschauer, der beständig an eine Altstadt erinnert wird, bzw dem das Bestehen einer solchen irgendwie vorgegaukelt wird - hinter der nächsten Ecke könnte ja theoretisch alles intakt sein, fühlt sich am Ende um seine Erwartungshaltung geprellt. Im Endeffekt verstören derartige Stadtbilder mehr, als es ein 'bekennend' Modernes getan hätte. Außerdem zwingt die Einhaltung solcher 'sinnentleerter' Gestaltungssatzungen oder wie man ein derartiges Konzept nennen will, die Bauherrn in völlige architektonische Belanglosigkeit. Auch die Schaffung neuer Ensembles wird verhindert, alles wird durch diese unnötig engen Straßen, die imgrunde keiner mehr braucht und die auch für die Anwohner keinerlei Lebensqualität bringen, förmlich erstickt.
      Nein, für derartiges Bauen soll kein Platz mehr sein, hätte niemals sein dürfen.
      Entweder Rekos bzw zur Füllung wirklich traditionsbewusstes Bauen unter Wahrung der Proportionen -
      oder die originäre Schaffung von etwas ganz Neuem. Dabei kann man natürlich scheitern, keine Frage, wie schon allzu oft gesehen. So einen Wiederaufbau wie zu Würzburg allerdings braucht wirklich niemand.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Würzburg

      Einige, vereinzelte Häuser in der Semmelstrasse (etwa 3) scheinen mir doch Rekos zu sein. Sie sind auf den Bildern jeweils ziemlich weit hinten in der Strasse. Das orangefarbige Haus in der Dominikanergasse finde ich bis auf die fehlenden Sprossenfenster in Ordnung.
      Mich würden auch Bilder der Kanonikerhäuser in der Heinestrasse interessieren.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Re: Würzburg

      @Brandmauer
      ist mir auch aufgefallen. Daher schrieb ich von "(fast) jeder Fassade".
      @zeno
      ist mir wie gesagt egal. Jedes Bild ist auf seine eigene Art hässlich bzw wenn man will schön, hat aber mit "Altstadt" nichts zu tun - obwohl man merkt, dass es sich in beiden Fällen (Wü und erstes Bild vom letzten Beitrag,nicht das zweite) um Altstadtkerne gehandelt hat.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Zu den Bildern von woanders:
      2083 = Augsburg, Karlstraße
      2084 = Augsburg, Rauwolffstraße


      "Brandmauer" schrieb:

      Mich würden auch Bilder der Kanonikerhäuser in der Heinestrasse interessieren.

      Das ist der Grund, warum ich mich immer noch keine Galerie von Würzburg traue: weil ich von den bekannteren Gebäuden, insbesondere von den "Sehenswürdigkeiten", in der Regel keine oder nur wenige Bilder besitze. Diese Art von Sparsamkeit "trifft" auch die Kanonikerhäuser der Heinestraße. Habe leider auch keine im Netz gefunden.


      Nachtrag vom 16.07.11: Würzburg - Seite 9 - Süd - Architectura Pro Homine
    • Re: Würzburg

      Zur Semmelstrasse:

      Um die wiederaufgebaute Semmelstrasse richtig zu bewerten, ist es notwendig Information, ueber den vor-45 Zustand zu haben. Einige Hauser in dieser Strasse wurden rekonstruiert. Wie waren die anderen Hauser?
      Standen dort noch viele andere wichtige Barockhauser, die nicht rekonstruiert wurden? Oder waren die meisten anderen Hauser von der Gruenderzeit? Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig fuer unsere Bewertung.
    • Re: Würzburg

      Nein, Gil, das ist nicht wichtig. Es sieht einfach schlecht aus, und Punkt.
      Die Prager Straße in Dresden sieht oder sah (bis zur Wende) nicht schlecht aus, und das Wissen, wie es dort bis 45 gewesen ist (nämlich noch viel schöner), ändert nichts an dieser Bewertung. Wenn etwas zerstört ist, muss man es entweder wiederherstellen oder etwas Neues, Gutes an seine Stelle setzen.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Würzburg

      "ursus carpaticus" schrieb:

      Wenn etwas zerstört ist, muss man es entweder wiederherstellen oder etwas Neues, Gutes an seine Stelle setzen.


      Diese Aussage ist voellig richtig. Ich finde die heutige Semmelstrasse (und auch die Juliuspromenade) eher gut wegen der Kleinteiligkeit, und ich bin nicht sicher, ob sie vor 45 besser aussah. Eigentlich fehlen mir auch Fotos von anderen Strassen in W vor 45 (z.B., Juliuspromenade, Innerer Graben, Karmelitenstrasse), um den Heutigen Zustand mit dem Vorkriegszustand zu vergleichen.
    • Re: Würzburg

      Danke! Was faellt mir auf, ist dass die Alte W nicht eine Stadt von viele Barocke Prachtstrassen war (vielleicht ausser der Domstrasse). Der Eindruck ist von einer Stadt mit viele intime Ecken und vergleichsweise kleine Hauser. Intimitaet und Kleinteiligkeit finden wir auch in die Wiederaufgebaute Stadt. Natuerlich, einige Details koennten besser werden.
    • Re: Würzburg

      Mal ein paar Vergleiche. Manche sind mangels Fotomaterial nicht immer ganz gelungen. Wie immer habe ich selbst nur Straßen und Gebäude fotografiert, an denen noch was Altes zu sehen ist. Daher sind auf meinen Fotos eindeutig die „besseren“ Ecken zu sehen und neues/hässliches bewusst ausgeblendet. Man sollte daher verstärkt auf die Gebäude achten, die seitlich angeschnitten zu sehen sind.
      Für das alte Fotomaterial dürfte das Urheberrecht abgelaufen sein.

      Kürschnerhof





      Marktplatz





      Stift Haug





      Rathaus





      Juliuspromenade (auf meinem Bild steht das Denkmal verdeckt unter den Bäumen)





      Krameliterstraße (meine Bilder zeigen Ausschnitte der einzigen erhaltenen Barockfassade und des Brunnens)




    • Re: Würzburg

      Nun noch einige Fotos aus der Stadt – über die Gebäude habe ich nichts konkretes heraus finden können, die Erläuterungen sind daher Mutmaßungen- Ergänzungen/Korrekturen sind willkommen.

      Kramelitenstr.
      Barockfassade wiederaufgebaut, jedoch vermutlich im EG und Dach verändert


      Kramelitenstr., ein besser gelungener Neubau der 50er Jahre



      Wolfhartsgasse/Franziskanergasse
      Portal als Spolie in einen Neubau integriert


      Wolfhartsgasse, Neubau der 50er Jahre. Wenn doch alle so aussähen.



      Neubaustraße, vermutlich erhaltene Barockfassaden






      Neubaustraße: Wiederaufgebautes Barockgebäude. Vermutlich sah das Dach vor 1945 anders aus (zu steil für einen Barockbau, unpassend auch der Giebel).



      Domerschulstraße, Neubauten der 50er Jahre mit alten Bauspolien



      Theaterstraße. Original-Portal des 18. Jhs.



      Rekonstruierte Barockfassade auf der anderen Mainseite (Inschrift)


      Neubau mit integrierten Bauresten in der gleichen Straße


      Die Fotos sind von mir.
    • Re: Würzburg

      bei zwei Bildern ist s umgekehrt: das Hotel zum Rebstock ist einigermaßen erhalten geblieben, die 'vermutlich erhaltenen Häuser' sind waschechte Rekos. Immerhin, so was gibt s in Nürnberg nicht.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Würzburg

      Und das macht auch den Unterschied aus. Abgesehen von der Gegend am Bahnhof kann man Würzburg eben nicht vorwerfen, im Innenstadtbereich hässlich zu sein wie ein Stuttgart oder Pforzheim, eher unspektakulär oder eben traurig im Vergleich zum Vorkriegszustand. Weiterhin steht diese Wiederaufbauarchitektur immerhin noch erkennbar in einer zumindest deutschen Bautradtion und ist nicht so eine affige Amerika-Kopie wie die Flachdach-Kisten, die man z.B. in Frankfurt am Main oder eben im genannten Stuttgart an jede Straßenecke gestellt und damit auch eine Tradition in der Dachlandschaft weitgehend unwiederbringlich zerstört hat.
    • Re: Würzburg

      "RMA" schrieb:

      Und das macht auch den Unterschied aus. Abgesehen von der Gegend am Bahnhof kann man Würzburg eben nicht vorwerfen, im Innenstadtbereich hässlich zu sein wie ein Stuttgart oder Pforzheim,


      Doch, kann man. Fünf Rekos machen noch keine Stadt. Gerade in den zentralen Bereichen ist die Stadt so hässlich wie nur irgendwas. Markt, Domstraße - zum Abgewöhnen.
      Müßige Vegleiche mit Stuttgart oder Pforzheim bringen nichts. Ein Wettbewerb zur Kür der hässlichsten dt. Großstadt ist noch nicht ins Leben gerufen. Würzburg hätte in einem solchen zugegebenermaßen keine Chance, dank seiner Lage und seiner vielen Kirchen, Feudalbauten und Türme. Aber der Wiederaufbau an sich ist genauso daneben wie anderswo.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Würzburg

      Vor allem der Marktplatz ist von Leipziger viel zu beschönigend fotografiert worden. Gleich links von seinem Bild steht schon das abscheuliche Völk-haus in Sichtbeton anstelle des echten, historischen Petrini-Hauses am Markt.
      Das Bild davor zeigt, daß der S-Oliver-Bau auch wirklich daneben ist - alleine schon die Antennen auf dem Dach!

      Die Prager Straße in Dresden sieht oder sah (bis zur Wende) nicht schlecht aus, und das Wissen, wie es dort bis 45 gewesen ist (nämlich noch viel schöner), ändert nichts an dieser Bewertung.


      Da bin ich nicht einverstanden. Diese schäbige Rotterdam-Kopie in Platten anstelle zerstörter schönster Gründerzeit war nun wirklich nicht das Wahre. Schlimm ist eher, daß unsere Zeit sie nicht abreißen und etwas besseres an ihre Stellen bauen konnte, und es auch nicht können wird.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Re: Würzburg

      Der Meinung bin ich nicht. Ich hätte die Prager Straße als gelungenstes Beispiel des DDR-Wiederaufbaus unter Denkmalschutz gestellt (wie in Chemnitz erfolgt - dieses Beispiel zeigt, was für eine Bereicherung dies für eine zerstörte dt Großstadt bedeutet).
      Das resultiert nicht aus irgendeiner angeblichen Historismusfeindlichkeit. Anklänge oder größere Reminiszenzen an das historistische Dresden hätte man überall im innerstädtischen Bereich schaffen können - historistische Rekos müssen meiner Meinung nach nicht standortgetreu erfolgen. Man könnte die Prager Straße genausogut 500 nach Osten verschoben aufbauen...
      Überhaupt meine ich, dass man bedenkenlos historistische Bauten neu erfinden kann anstatt sie penibel zu rekonstruieren (von gewissen Einzelbauten abgesehen). So hätte man in der Würzburger Schönbornstraße verfahren können - eine neue posthistoristische Avenue die auf die Prachtbauten zuläuft bzw diese integriert. Vielleicht durchsetzt mit ein paar qualitätsvollen modernen Häusern... das hätte was gehabt und wäre auch nicht teurer gekommen.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)