Mainz

    • „Archäologischer Sensationsfund“
      Alter Dom viel älter als gedacht

      In Mainz steht die zweitälteste Kirche auf deutschem Boden. Archäologen fanden in St. Johannis Mauerreste aus frühkarolingischer Zeit. Die Rede ist von einem „archäologischen Sensationsfund“.
      [...]

      faz.net/aktuell/rhein-main/arc…als-gedacht-12822974.html
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Wäre interessant, wenn das mal ein Kundiger einordnen könnte. Leider überschlagen sich die Archäologen und Zeitungen heutzutage im Eifer um Sensationen nur allzu schnell mit Meldungen, die dann im Endeffekt doch nur von längst bekannten Dingen handeln. So kann ich das zumindest aus Frankfurt am Main in jüngerer Zeit berichten.
    • Die Frage, ob die Johanniskirche der "alte Dom" ist, hat nach den Quellen schon vor etwa 100 Jahren in Befürworter und Verneiner gespalten; auch Ernst Neeb und Fritz Arens haben sich mit diesem Thema beschäftigt.
      Die Bezeichnung "Aldedom" ist aus dem Volksmund nie verschwunden und hat nun also heuer ihre Bestätigung erhalten.
      Für die Funktion der alten Kathedrale sprachen neben der Bezeichnung Aldedom:
      - Karolingische Basilika mit einem Querhaus im Westen und einem Ostchor bzw. Ostapsis, die im 18. Jhd. beseitigt wurde
      - aufgefundene Reste von Chorschranken aus spätkarolingischer Zeit (beim "Wiederaufbau" nach 1945 verschlampt)
      - Überlieferungen, daß sich die Sekundärreliquien des Bonifatius über viele Jahrhunderte in einer eigenen Bonifatiuskrypta befanden. Bei diesen Reliquien handelte es sich wohl neben den Einbalsamierungstextilien um die inneren Organe, die man konservierte, die aber im 16. Jhd. zu Staub zerfallen waren und zu diesem Zeitpunkt "pietätvoll" entsorgt wurden.
      - Der "neue" Willigisdom wurde nach dem Amtsantritt des Willigis in unmittelbarer Nähe des Aldedoms errichtet und brannte bekanntlich während der Weihe 1009 ab, womit die Johanniskirche wieder zum Dom aufstieg. Die Quellen sprechen davon, daß der alte Dom während des Brandes nicht beschädigt wurde und somit weiter genutzt werden konnte. Der Neubau des Doms scheint auch mit einer schlechten Fundamentierung zusammenzuhängen, sodaß die heutige Johanniskirche, die vorher ebenfalls ein Martinspatrozinium hatte, zur damaligen Zeit im Grunde ein alter Hut war.
      - Nach dem Domwiederaufbau hatte nun der Aldedom eine im Grunde genommen sehr untergeordnete Rolle und hatte seine Funktion sozusagen erfüllt.

      Erwähnt werden sollte vielleicht auch, daß man in der unmittelbaren Wiederaufbauzeit etwa ab 1949 den konkreten Abriß der Ruine ernsthaft erwog und für diesen Standort eine Rathausnutzung vorschlug.
      Auch die Neugestaltung der Ostseite entzündete einen Haß auf die Kirche, da als Jugendstil zu brandmarken und daher auszumerzen.

      Die Grabungen und damit die Erkenntnisse sind noch nicht abgeschlossen - was soll man sagen? Im Grunde kann einen in Moguntia nichts mehr überraschen, in positivem und auch in negativem Sinn - andererseits ist das Areal zwischen Dom und Schillerplatz nach wie vor ein noch vielfältig erforschbares und ergiebiges Gebiet, wobei man auch nicht vergessen darf, daß es ja das eigentliche Zentrum der Stadt ist. Weitere Überraschungen sind für die Zukunft durchaus realistisch.
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    • Den Mitgliedern der BI Ludwigsstraße ging die Einladung zur nächsten Mitgliederversammlung zu. Diese, wie auch den offenen Brief der BI an die Stadt, leite ich infohalber an unsere Leser weiter. Besonders der offene Brief dürfte sicherlich interessant zu lesen sein.

      Liebe Mitglieder der Bürgerinitiative Mainzer Ludwigsstraße, liebe Freundinnen, liebe Freunde und Unterstützer,

      Einladung

      Mittwoch, den 19. März, 19 Uhr, Bürgerversammlung im Rathaus (Hörsaal, Untergeschoss).

      Ein zentraler Schwerpunkt unserer Versammlung wird die Analyse und Bewertung der Protokolle sein. Sie ist in einigen zentralen Punkten abgeschlossen. Wurde überhaupt verhandelt? Wer hatte „das Heft des Handelns in der Hand“? Wie kamen die Änderungen und die „textlichen Konkretisierungen“ in der vom Stadtrat im Dez. beschlossenen Version der Leitlinien zustande? Von wem stammen die Formulierungen zu sämtlichen wichtigen Änderungen und Abweichungen von den Leitlinien? Die Protokolle geben hierzu verblüffend klare Anworten. Entfällt die Geschäftsgrundlage des Stadtratsbeschlusses vom Dezember aufgrund dieser Dokumente?

      Tagesordnung
      Was verraten die Protokolle der Verhandlungen zwischen der Stadt und ECE (s.o.)?
      Vorbereitung Bürgerbegehren / Bürgerbescheid
      Grundstückssituation im Umfeld um Karstadt – eine Spekulationswelle hat eingesetzt, erste Leerstände und Kündigungen, ECE als Drahtzieher?
      Das Monster soll sichtbar werden: Wir lassen ein großes Modell zu den ECE-Plänen bauen, weitere Planungen zur Öffentlichkeitsarbeit.
      Wahlprüfsteine: unsere Fragen an die Kandidaten, Wahlempfehlung der BI? (Dazu ein aktueller Offener Brief an Fraktionen und Kandidaten als erster Schritt im Anhang).
      Forum IEK Innenstadt („Integriertes Entwicklungskonzept“) und „Städtebauliches Konzept“ von ECE – ein Betrug am Bürger? (Dazu auch Berichte auf mainzund.de/).
      Und natürlich: Aussprache + Verschiedenes
      Bitte geben Sie diese Einladung weiter. Alles ist in Bewegung und das Schicksal des Herzens unserer Altstadt ist noch lange nicht entschieden. Jeder ist daher herzlich willkommen!

      Mit herzlichen Grüßen
      Für den Kokreis
      Hartwig Daniels


      Aktuelle Pressebeiträge

      Es gibt in Mainz eine in raschem Aufbau befindliche Online-Zeitung, die sich vor allem mit kommunalpolitischen Themen befasst. Sie heißt „Mainz&“ (mainzund.de/). Die Seite wird von der erfahrenen Journalistin Gisela Kirschstein gemacht. Sie hat bereits über die Entwicklung zum „Integrierten Entwicklungskonzept Innenstadt“ und dem Bürgerforum v. 6. März berichtet. Die Diskussion geht weiter, die Entwicklung an der Ludwigsstraße wird ausdrücklich nicht ausgeklammert (mainzund.de/bi-ludwigsstrasse-…werden-zweckentfremdet/).

      Der SWR hat in der Landesschau RP einen Beitrag zur von uns erzwungenen Offenlegung der Geheimprotokolle der Verhandlungen mit ECE gebracht. Die Beiträge sind immer nur max. eine Woche online. Der Beitrag ist jedoch weiterhin über unsere Internetseite abrufbar: bi-lu.de/video/swr2014protokolle.mp4. Und natürlich bleiben die Protokolle über unsere Seite für jeden einsehbar.

      _______________________________________________ Buergerinitiative-Mainzer-Ludwigsstrasse Mailingliste JPBerlin - Politischer Provider Buergerinitiative-Mainzer-Ludwigsstrasse@listen.jpberlin.de listen.jpberlin.de/mailman/lis…ve-mainzer-ludwigsstrasse


      Offener Brief an die Fraktionen, Stadtratsmitglieder und Kandidatinnen und Kandidaten zur Kommunalwahl 2014 der Parteien Bündnis 90/ Die Grünen, CDU, FDP, Die Linke, ÖDP und SPD

      Geplante Millionensubvention der Stadt Mainz an die Familie Otto
      Sehr geehrte Damen und Herren,
      den bis in dieses Jahr hinein unter Verschluss gehaltenen Verhandlungsprotokollen der Stadt mit ECE haben wir entnommen, dass der externe Rechts- und Strategieberater der Stadt, Dr. Deutsch, von der Verwaltung beauftragt wurde, einen Vorschlag zu einer „Verzichtssatzung“ auszuarbeiten. Sie soll zum Ziel haben, dem Investor die gesetzlich vorgeschriebene Ablösesumme für die Stellplätze (STP) zu schenken, die im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben am Standort Karstadt anfallen würde.
      Das Landesbaurecht und die Stellplatzverordnung sehen hier eine Zahlungsverpflichtung des Investors vor, die sich auf bis zu ca. 10 Millionen Euro belaufen kann. Im Protokoll v. 30.11.2012 wird vermerkt, dass ECE „nicht bereit wäre, die nach Landesbauordnung erforderlichen STP, die evtl. über die Anzahl von 400 STP hinausgehen könnten, abzulösen.“ Gründe der Weigerung werden in keinem der Protokolle oder in Anlagen angeführt.
      Die Bereitschaft zu einer versteckten Subvention wurde von OB Ebling in den Medien damit begründet, dem Investor gegenüber sei diese gesetzliche Zahlungspflicht „unfair“; die Stadt habe die Zahl der Stellplätze begrenzt, obwohl ECE viel mehr habe bauen wollen. In einer Beschlussvorlage für den Stadtrat vom April 2011 wird jedoch auf die Planung von ECE verwiesen: ECE möchte 420 STP bauen.
      Die Stadt erklärte sich damit in der Beschlussvorlage einverstanden. Der Anspruch nach der Stellplatzverordnung bleibt aber von solchen Zahlenspielen ohnehin unberührt, da die Zahlung eines Ablösebetrages genau für den Fall vorgesehen ist, der jetzt eintreten würde: Aufgrund einer städtischen Satzung und/oder örtlicher Gegebenheiten kann die geforderte Zahl von STP nicht gebaut werden.
      Die Stadt Mainz will der Milliardärsfamilie Otto ein Millionengeschenk machen. Daraus ergeben sich eine Reihe von Fragen, die Sie betreffen und um deren Beantwortung wir Sie bitten.

      1.
      Erst die erzwungene Offenlegung der Protokolle ließ diesen Vorgang bekannt werden. Die Verhandlungsführer der Stadt hatten Rat und Gremien vorher nicht über diese Absichten informiert. Den Protokollen ist auch zu entnehmen, dass diese Informationspolitik mit ECE abgestimmt worden war. Beauftragt wurde der (teure) externe Berater und nicht das Rechtsamt der Stadt. Wie stehen Sie als demokratische Repräsentanten zu diesem Verhalten der Verwaltung?
      2.
      Wie wollen Sie den Sinn des Millionengeschenks den durch den Wohnbauskandal sensibilisierten Mainzer Bürgerinnen und Bürgern vor dem Hintergrund der Milliardenverschuldung der Stadt vermitteln?
      3.
      Womit wollen Sie ggf. die Menschen in Mainz gerade im Kommunalwahlkampf davon überzeugen, dass dieses Millionengeschenk an die Familie Otto wichtiger ist, als die zahllosen öffentlichen Aufgaben im Verkehrsbereich, die mit diesem großen Geldbetrag zu finanzieren wären?
      4.
      Wie wollen Sie die Subventionspläne gegenüber Bürgern rechtfertigen, die gesetzestreu die STP-Ablöse gezahlt haben? Diese Menschen haben damit u.a. Erstellung und Unterhalt der Parkraumreserven in den umliegenden Parkhäusern sowie die ÖPNV- Erschließung mit finanziert, die jetzt für eine ECE-Mall benötigt würden!
      Sie haben einen Anspruch auf Gleichbehandlung.
      Bitte stoppen Sie die Verwaltung in ihren verantwortungslosen Bestrebungen. Ersparen Sie der Stadt Mainz und dem Rat die Blamage, durch die ADD / Kommunalaufsicht zur Ordnung gerufen zu werden. Verhindern Sie, dass die wettbewerbsverzerrende Subvention an ein Großunternehmen wie schon einmal die EU-Kommission auf den Plan ruft, und diese wiederum die Stadt Mainz nach dem EU- Wettbewerbsrecht zur Rückforderung der Subvention verurteilt. Seinerzeit belief sich die Höhe der Subvention nur auf ein Viertel dessen, was jetzt geplant ist!
      Mainz darf nicht schon wieder bundesweit zum Gespött werden.
      Wir bitten Sie und ihre Fraktion möglichst noch im März um eine Stellungnahme.
      Die BI möchte mit Ihren Antworten den Wählerinnen und Wählern bei der Kommunalwahl am 25. Mai Entscheidungshilfen an die Hand geben. Im Zuge der weiteren Auswertung der Protokolle werden wir uns daher mit weiteren für die Zukunft unserer Stadt wichtigen Fragen an Sie wenden. Dies gibt Ihnen aufgrund des Wahlverfahrens eine zusätzliche Möglichkeit, sich unabhängig von Ihrem Listenplatz den Wählern mit Ihren persönlichen kommunalpolitischen Positionen vorzustellen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Die Sprecher der Bürgerinitiative Mainzer Ludwigsstraße
      Vera Mohr
      Dagmar Wolf-Rammensee
      Hartwig Daniels
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    • Der Osteiner Hof am Schillerplatz hat einen neuen Besitzer. Gestern wurde der Kaufvertrag zwischen der bisherigen Eigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und der Osteiner Hof Entwicklungs GmbH, Tochter der Deutsche Wohn- und Anlagengesellschaft (Deuwa) in Wiesbaden abgeschlossen.
      Investiert werden sollen etwa 18-20 Mio. €, vorgesehen sind Wohnungen und Platz für tertiäres Gewerbe sowie etwa ein drittel Büros.
      Im Innenhof soll eine Tiefgarage entstehen, die über die Gaustraße befahrbar sein wird.
      Für die Genehmigungen sollen etwa sechs Monate benötigt werden, für die Sanierung etwa 12-14 Monate.
      Der Osteiner Hof entstand zwischen 1747-52 als Familienpalais für den Bruder des regierenden Kurfürsten Johann Friedrich Carl von Ostein und wurde 1797 von der frz. Besatzung beschlagnahmt. Sein Architekt war Johann Valentin Thoman, der in Mainz an der Peterskirche beteiligt war und in Trier das Palasis Kesselstadt erbaute. Ab 1816 war das Palais hauptsächlich Gouvernementsgebäude für die Festung Mainz, wodurch sich bis heute auch der Name "Gouvernement" gehalten hat. U.a. war der nachmalige Kaiser Wilhelm I. hier ansässig. 1945 brannte der Dachstuhl und das 2. OG aus; unter der frz. Besatzung wurde das Palais wiederaufgebaut und war seit 1958 Standortverwaltung der Bundeswehr.
      Mit dem jetzigen Verkauf ist eine seit mehreren Jahren bestehende Unklarheit über die Zukunft dieses außerordentlich bedeutsamen Rokokopalais bereinigt.
      Mit dem Hinweis auf die Finanzknappheit hat sich die Stadt aus der Frage nach einer möglichen Übernahme herausgeklinkt.
      Im Bewußtsein ist der Osteiner Hof auch hauptsächlich dadurch, daß jeweils am 11.11. von seinem Balkon die Fassenacht ausgerufen wird. Durch eine Einigung im Kaufvertrag ist es möglich geworden, diese Tradition auch in Zukunft im Osteiner Hof weiterzuführen.
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    • Die Baumaßnahme zwischen Hopfengarten und Holzhofstraße ist in den letzten Monaten sehr weit fortgeschritten. Der Rohbau scheint im allgemeinen fertig zu sein, trennt die beiden Straßenräume voneinander und schließt die Lücke am Hopfengarten. Das erste Foto ist von dieser Seite aus aufgenommen. Damit ist nun ein neuer Platz in der Altstadt entstanden, der wohl auch nicht mehr als Parkplatz verwendet werden soll. Statt der uralten Benennung Hopfengarten soll er künftig Place de Dijon heißen.


      Von der Holzhofstraße aus wird der Durchgang in den Hopfengarten sichtbar.


      Nach längerer Sanierungszeit ist auch die Grebenstraße 1 wieder "da". Dieses Haus hat man nie so besonders wahrgenommen, und erst, als es hinter Gerüsten stand, habe ich gemerkt, daß da was fehlt. Die Baugeschichte ist bisher nicht wirklich erforscht. Die ersten beiden OG sprechen die Sprache der 1740er Jahre, das dritte OG scheint im 19. Jhd. hinzugekommen zu sein. Die Farbgebung ist glücklicherweise auf das Material Sandstein und die typischen Mainzer Farben ausgerichtet; gerade am Übergang in den wertvollsten Altstadtbereich zur Augustinerstraße und Leichhofstraße spielt daher auch dieses Haus eine wichtige Rolle.


      Man wird sich fragen, was es mit diesem Bild auf sich hat. Es ist die Blickrichtung vom Liebfrauenplatz nördlich in Richtung der ehemaligen Seilergasse. Rechts angeschnitten ist der Römische Kaiser, sein Nachbar zur linken war das Haus zum Schwarzwald, auch Kleiner Lateran, ein Eckhaus zur Seilergasse hin. Diese war der historisch kostbarste rein bürgerliche Teil der Altstadt, mit Bauten hauptsächlich aus etwas Gotik und viel Renaissance. Die Parzelle vom Schwarzwald/ Kleiner Lateran ist nicht mehr bebaut. Mit etwas Fantasie kann man durch den aufgestellten Bauzaun die ehemaligen Quartiergrenzen wieder erkennen.


      Von der Schöfferstraße aus präsentiert sich die "entrüstete" neue Domspitze aus wieder als Bestandteil der Krone der ganzen Stadt. Nach der Abstinenz von vier Jahren darf man da aber überhaupt nicht entrüstet sein, ganz im Gegenteil. Ich freue mich sehr und könnte vor Freude dem Domsgickel uff de Bobbes knutsche.


      Der Dom vom Schillerplatz aus: links das rekonstruierte Haus zum Tiegel und der Fassenachtsbrunnen, rechts die neue Domspitze. Genießen wir diesen Anblick noch solange, bis das neue ECE-Centrum kommt. Ob man dann noch den Dom vom Schillerplatz aus sehen kann, steht noch in den Sternen.


      An der Ecke Holzhofstraße / Dagobertstraße ist das Caritas-Haus nun komplett abgerissen worden. Für mich wird das immer eine offene Wunde bleiben, vor allem in Erinnerung des banalen Schrotts, der dort hingebaut werden wird.


      Eine große Überraschung war es, vom 10. Stock des Südbahnhof-Parkhauses aus die eingerüstete Ignazkirche zu sehen, die nach dem Vorbild von St. Gervais Paris erbaut wurde. Die Fassade wird komplett saniert und anstelle der vertrauten Steinsichtigkeit des rohen roten Mainsandsteins wird die Farbgebung der Erbauungszeit wieder aufgenommen werden, Mainztypisch in rot und weiß. Von der Kapuzinerstraße aus kann man das noch nicht so gut erahnen, vom Parkhaus aus ergibt sich schon einmal ein erster Eindruck vom neuen bzw. alten Giebel.


      Ein Einblick in die Jakobsbergstraße von oben. Heute ist mir wieder einmal bewußt geworden, daß die Jakobsbergstraße die erste typische Altstadtstraße ist, wenn man am Südbahnhof aussteigt und am Parkhaus entlang in Richtung Altstadt geht. Eigentlich wäre es am besten, wenn man nur noch am Südbahnhof aussteigen würde und den Hauptbahnhof abreißt. Sie hat durch die glücklicherweise noch teilweise erhaltene historische Bebauung aus dem letzten Drittel des 18. Jhd. ein ganz eigentümlichs Flair; und dann kommt da noch dazu, daß man dort zwei Weinstuben direkt gegenüber hat, die am Wochenende Tische und Bänke auf die Straße stellen. Daß dann da der Teufel los ist, versteht sich von selbst.


      Was man unbedingt auch mal vom Parkhaus aus gesehen haben sollte, ist der Kommandantenbau der Zitadelle, wobei der Eisenbahntunnel darunter ebenfalls ein sehr charakteristisches Bild abgibt. Der Zitadellenweinberg ist vor Jahren angelegt worden, damit man in der Weinhauptstadt Deutschlands und einer der Great Wine Capital Cities einige Reben wachsen sieht - die Zeiten, wo am Kästrich und am Michelsberg noch Wingert waren, sind lange vorbei.
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    • In unserem Dommuseum eröffnete heute eine Sonderausstellung, die sich dem Leben und Werk Franz Ludwig von Kesselstatt´s (1753-1841) widmet. Kesselstatt war bis 1793 Domherr; nach dem Ende der alten Ordnung wurde er aufs Abstellgleis geschoben, wohnte hauptsächlich im alten Bischofshof am Höfchen und entwickelte sich zu einem begeisterten Zeichner und Aquarellierer. Ihm ist zu verdanken, daß man von zahlreichen verschwundenen Gebäuden die großteils einzige Abbildung hat, wie in der Ausstellung zu sehen z.B. die 1793 lediglich im Dach abgebrannte Sebastianskapelle von 1666, Balthasar Neumanns Jesuitenkirche vor der Alten Universität, die Martinsburg, die 1793 abgebrannte und zerstörte Dom-Ostgruppe vom Liebfrauenplatz aus, der Bischofshof, das Agnesenkloster am Dietmarkt (heute Schillerplatz) etc. etc. In der Ausstellung wird es möglich, sich anhand der Aquarelle einen Eindruck von vielen Standorten zu verschaffen, die heute vollständig verändert sind.
      Hinzu kommen Zeichnungen aus der Trierer Gegend und vom Mittelrheintal.
      Die Ausstellung läuft bis 23.November.
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    • Übermorgen, 04.Dezember, findet um 18:00 Uhr im Ratssaal der Jahresbericht der Denkmalpflege statt, wobei u.a. auch über die Ausgrabungsfunde in der Johanniskirche berichtet wird. Auch über weitere Themen innerhalb der Stadt, wie z.B. über einen möglichen Neubau eines Schloßhotels direkt neben dem Schloß oder die Sanierung des Rathauses wird referiert.

      „Zeitgeschichte(n)“ Jahresbericht der Denkmalpflege in Mainz 2014. Donnerstag, 4. Dezember, 18 Uhr, im Ratssaal. Referenten: Dr. Joachim Glatz: Landesdenkmalpflege; Dr. Marion Witteyer: Landesarchäologie; Dekan Andreas Klodt (Evangelische Kirche) und Marlene Kleiner (Uni Heidelberg): Johanniskirche, Dr. Kathrin Nessel: städtische Denkmalpflege.
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    • Nach einer längeren Zwischenzeit ging heute den Mitgliedern der BI Ludwigsstraße heute die folgende Mail zu, in der über den aktuellen Stand der Entwicklung des ECE-Centers berichtet wird.

      Liebe Mitglieder der Bürgerinitiative Mainzer Ludwigsstraße, liebe Freundinnen, liebe Freunde und Unterstützer.

      Allen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr 2015!

      Aber sicher, die BI ist auch im neuen Jahr beharrlich an der Arbeit!

      Nachdem ECE im November angekündigt hat "bis Anfang des Jahres" (2015, nicht 2025...) die "Grundstückssicherung" abgeschlossen zu haben, waren wir nicht ernsthaft gespannt. Nach vier Jahren dann in 6 Wochen zum Ziel zu kommen, das war natürlich das bekannte Hinhaltemanöver. Der OB - mit dem Rücken zur Wand in Anbetracht der Peinlichkeit, in die sich die Stadtspitze gebracht hat - ermahnte in einem Zeitungsinterview dann den Investor zu Sylvester nun zügig "seine Hausaufgaben zu machen". Freilich ohne zu sagen, was passieren würde, wenn ECE nach einem weiteren halben Jahr wiederum mit leerem Schulheft dastehen sollte.

      Vieles deutet auf das endgültige Scheitern des Shopping-Mall-Projekts an der Ludwigsstraße hin. Soweit ja schon ein guter Jahresanfang, aber es gibt noch lange keine Gewissheit.

      Vor allem aber wäre mit dem Scheitern noch nicht klar, was dann aus der Ludwigsstraße wird. Eine Bereitschaft der Stadt, eigene Ideen zu entwickeln, einen 'Plan B' aufzustellen, ist jedenfalls nirgends zu erkennen. Es bleibt bei dem Bild vom 'Kaninchen vor der Schlange': immer noch hofft die Stadtspitze darauf, dass ECE doch noch vorankommt. Ohne Klarheit, ob die das überhaupt noch wollen...

      Verfahrener geht es wohl kaum.

      Daher wollen wir den OB in einer 'Bürgerfragestunde' zur Zukunft an der LU befragen. Dazu im Anhang unsere Pressemeldung, die heute auch von der AZ berücksichtigt wurde. Ein ausführlicher Bericht findet sich auf der Internetseite 'Mainz&' von Gisela Kirschstein:  mainzund.de/bi-ludwigsstrasse-…ten-zu-ece-von-ob-ebling/

      Sobald näheres zur Planung der Veranstaltung feststeht, werden wir informieren, ebenso auch über jede weitere Entwicklung.

      Mit herzlichen Grüßen
      für den Koordinierungskreis der Bürgerinitiative Mainzer Ludwigsstraße
      Hartwig Daniels

      PS - wir verweisen auch auf unsere Internetseite. Dort findet sich eine aktuelle Rede von Andreas Behringer von der Altstadt-SPD zum Neujahrstreffen (bi-lu.de/) und auch unsere Info-Mappe mit vielen spannenden Beiträgen zu Geschichte, Entwicklung und Stand des Projekts! (bi-lu.de/pdf/BI_Infomappe.pdf)
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    • Einige Vorkriegsaufnahmen besitze ich in Form von Fotos und Postkarten. Zur Zeit kann ich diese aber nicht einstellen und muß deswegen noch um etwas Geduld bitten.
      Die "Lu" ist angesichts ihrer 200 Jahre in Mainz sehr jung und hat ihren Ursprung in einem von Napoleon dekretierten Boulevard und einem zentralen Platz zu Ehren Gutenbergs. Dieser Boulevard sollte ursprünglich vom Rhein ausgehen und in geradem Verlauf, in den Dietmarkt, den heutigen Schillerplatz mündend, einen Point-de-vue im Bassenheimer Hof haben. Bei den Planungen spielte es eine gewichtige Rolle, daß in diesem Stadtgebiet durch die Bombardierung 1793 ein großer Teil der Bebauung zerstört wurde und der alte Straßenverlauf der mittelalterlichen Altstadt nicht wieder aufgenommen wurde.
      Die Lu und der Gutenbergplatz wurden aber erst etwa im letzten Viertel des 19. Jhd. wirklich fertiggestellt, so daß bis zur Zerstörung ein bel(i)ebter Einkaufsboulevard entstanden war.

      Die Frage nach der Veröffentlichung von Ruinenfotos wird wohl offen bleiben, da das Stadtarchiv auf die Bildrechte achten muß.
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    • Im Lauf der Woche wurde mit verschiedenen Veranstaltungen an den großen Angriff vom 27. Februar 1945 erinnert. Daß dabei auch Zeitzeugen der Zerstörung auftraten und über ihre Erlebnisse sprachen, war darüberhinaus eine Erfahrung mit einer besonderen Bedeutung.
      Gestern wurde während einer städtischen Gedenkveranstaltung die sanierte Ruine der Christophskirche übergeben, in der nun eine Dauerausstellung an die Zerstörung der Stadt erinnern wird. Obwohl ich noch keine Fotos gemacht habe, kann man wohl sagen, daß diese Ausstellung in diesem Rahmen sehr würdig ist und daß man mit den verschiedenen Stationen im Kirchenschiff und im südlichen Seitenschiff eine gelungene Lösung gefunden hat.
      Der Einsatz der Initiative St. Christoph hat diese Gedenkstätte wahrscheinlich erst möglich gemacht und ihr gebührt großer Dank.
      Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es, daß diese Gedenkstätte in Zukunft vor Vandalismus verschont bleibt und daß sie auch nicht mehr wie bisher als Pennerklo herhalten muß.
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    • Es ist sinnvoll, den Blick einmal nach Wiesbaden zu richten. Das Dern´sche Gelände zwischen dem Bahnhof in Richtung Innenstadt ist großartig! Eine Freifläche, eine grüne Oase und ein vielfältig nutzbarer Rückzugsort, ein Ort, wo man mitten in der Stadt für sich sein kann.
      Im Rückblick auf die letzten sechzig Jahre haben wir es als Mainzer Bürger immer wieder ertragen müssen, daß im Hinterzimmer eine Handvoll Machthaber städtebauliche Fakten geschaffen worden sind und daß dies zu einer massiven Zerstörung der alten einstigen goldenen Stadt führte. Insbesondere die Vernichtung der einst so zahlreichen Adelspalais und höfischer wie städtischer Bauten sind hier anzusprechen, die allesamt "das neue und moderne in die Stadt brachten. Die Folgen sind bis heute spürbar, die einst so "moderne " Überbauung der Fuststraße am heutigen Karstadt-Areal steht heute allgemein in der Kritik und ein Handlungsdrang, den Karstadt abzureißen und stattdessen einen ECE hinzustellen, wird allgemein als "schön ist anders" und "so kann es nicht bleiben" dargestellt.
      Wir erleben es seit nunmehr vielen Jahren, daß alles städtische Handeln auf die Haushaltslage reduziert wird und daß, so wie im Fall von ECE, die städtebauliche Entwicklung in die Hände eines finanzstarken Investors gelegt werden soll, wobei doch jeder mit Vernunft behaftete Mensch eigentlich einsehen müßte, daß Städtebau nie und nimmer im Interesse des Investors liegen kann.
      Wem gehört die Stadt?
      Das Gebiet der nördlichen Altstadt, nahe am Rheinufer, ist zum einen der Regierungssitz, zum anderen aber auch ein ruhiger und angenehmer Flecken, dessen Qualitäten sich durchaus zeigen, wenn man ihn durchwandert.
      Das benachbarte Allianz-Haus wird demnächst abgerissen werden, das Gebäude der Restaurierungswerkstatt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums steht ebenfalls zur Disposition. Dessen Standort wird aktuell in die Hoteldiskussion mit eingebracht. Gleichzeitig spricht man derzeit auch über den benachbarten und seit mehr als einem Jahrzehnt leerstehenden Eltzer Hof, für den man ebenfalls einen finanzstarken Investor sucht.
      All dies wird unter dem Deckmantel der finanziellen Schwäche der Stadt, aber auch in der Umkehrung in einem regelrechten Heilsglauben an den Investor dargestellt.
      Die Argumente dafür sind immer wieder die gleichen: soundsoviel neue Arbeitsplätze, Konkurrenzdruck durch die Nachbarstädte, eine Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten, wenn nicht sofort etwas getan wird, Zukunft, Geld, zukunftsorientierte Attraktivität usw. usw.
      In jeder Stadt werden sich sicherlich noch eine Anzahl von Freiflächen finden lassen, die man deswegen beplanen und bebauen könnte, weil man darauf Cash-Flow machen kann und diesen auch wortgewaltig als alternativlos darstellt.
      Die Freiflächen in der Mainzer Innenstadt sind leider nicht mehr besonders zahlreich und es dürfte kaum verwundern, daß vor etwa sechzig Jahren die wenigen Forderungen, in der Stadt noch einige Rückzugsorte freizuhalten, als rückwärtsgewandt ins lächerliche gezogen wurden, natürlich auch mit den Argumenten von Arbeitsplätzen, Geld, Parteien- und Konzerninteressen und so fort.
      Der einzige Rückzugsort, der nebenbei auch noch Raum bietet für Veranstaltungen verschiedenster Art und auch eine wichtige grüne Lunge für die Stadt, darf nicht für parteipolitische Interessen geopfert werden, sondern soll ein Ort bleiben, der allen Bürgern und auch den Besuchern der Stadt zu Verfügung steht. Für das so kostbare Schloß kann es nicht bedeuten, daß die einzige Möglichkeit die eines Tagungs- und Kongresszentrums sein soll - es war die gute Stube der Stadt und dies sollte auch so bleiben.
      Leider ist in dieser Stadt eine gewisse Visionslosigkeit zu spüren. Viele Beispiele dafür ließen sich aufführen, einer davon ist eine fehlende Einsichtsfähigkeit, daß man sich an bestimmten Orten eher zurückhalten sollte. Für den einzigen größeren unbebauten begrünten Flecken in der Innenstadt sollte dies in besonderem Maß gelten.
      Statt sich mit der "Alternativlosigkeit" zu rüsten, wäre es angemessener, für das Allianzhaus an der Großen Bleiche und die Eltzer Höfe ein Konzept zu entwickeln, bei dem eine Nutzung auch als Hotel und Kongresszentrum realisiert werden kann.
      Es ist schade, daß am südlichsten Zipfel der Altstadt das Römisch-Germanische Zentralmuseum in einen brachialstmodernen Hochbunker einziehen soll und daß dabei der seit 150 Jahren vorhandene Standort im Schloß aufgegeben wird. Insofern typisch für Mainz und leider sehr enttäuschend ist die nun sichtbare Konzeptlosigkeit, wie man das bedeutendste profane Gebäude der Stadt nutzen wird.
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    • In den vergangenen Tagen sind zwei Entwicklungen eingetreten, deren Auswirkungen derzeit noch nicht vollständig zu beantworten sind.
      - Alexander Otto traf unseren OB Michael Ebling zu einem Gespräch, von dem man ausgehen darf, daß nicht alle Details an die Öffentlichkeit bekanntgegeben werden. Jedoch gehen die letzten Meldungen dahin, daß eine potentielle ECE-Einkaufspassage auf die Hälfte der ursprünglich anvisierten Fläche zusammengestutzt wurde und man derzeit etwa von 16.500 m2 Verkaufsfläche spricht. Offiziell begründet wird dies mit dem definitiven Nicht-Verkauf des China-Pavillon an der Ecke zwischen Ludwigsstraße und dem Gutenbergplatz, der sich in privatem Besitz befindet. Auch das Eckgebäude der Deutschen Bank an der Ecke Ludwigsstraße / Weißliliengasse steht nicht zum Verkauf, so daß unabhängig von einer zukünftigen Entwicklung und einer ausgeschlossenen Unterbauung des Bischofsplatzes eine mögliche Neubebauung ausschließlich auf den Flächen des heutigen Karstadt-Gebäudes stattfinden würde, wobei das jetzige Parkhaus an der Stelle des abgerissenen Bischöflichen Palais wahrscheinlich nur saniert würde.
      - Selten genug im Leben gibt es Fälle, in denen man sich im Lauf ihrer Entwicklung nicht getraut, sie zu Ende zu denken, weil man es nicht für möglich hält, daß diese tatsächlich eintreffen könnten. Bei den laufenden Grabungen in der Johanniskirche wurden jüngst spätrömische Ziegelbruchstücke eines nicht privaten bzw. profanen Gebäudes entdeckt. Was das bedeutet, ist derzeit noch nicht so genau zu beantworten, aber zumindest den Rang der älteste Kathedrale Deutschlands und nördlich der Alpen sowie der zweitältesten Kirche Deutschlands hat die Johanniskirche inne. Es liegt einem (auch in Hinblick auf das Reformationsjahr 2017) mit etwas Ironie auf der Zunge zu sagen, daß Mainz schon evangelisch war, als sie sonstwo noch nicht mal katholisch waren. Wie werden die Entwicklungen in der Johanniskirche in der näheren Zukunft verlaufen?
      1816 - Rheinhessen - 2016
      rheinhessen-2016.de
      rheinhessen.de
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    • Erschreckend - ich dachte nur Frankfurt am Main hätte nach dem Krieg seinen wertvollsten Jugendstilbau (Schumann-Theater) verloren. Mainz stand dem in nichts nach und hat Anfang der 60iger Jahre sein prächtigstes Jugenstilgebäude (Ecke Rheinallee/Kaiserstraße) abgerissen. mainzer-brauereien.de/Ansichts…cht/in_Hohenzollern_n.jpg Von den Mainzern wurde das prächtige Gebäude "Millionenbau" genannt. 1956 hatte man schon den Jugendstilschmuck abgeschlagen.
      Dafür wurde dann dieser Kasten errichtet: hotel-mainzerhof.de/willkommen.html

      Hat evtl. noch jemand Bilder vom Jugenstilbau? - im Netz ist kaum was zu finden.
      Stadtbild Deutschland e.V. - OV Frankfurt am Main: facebook.com/stadtbildfrankfurt/

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    • faz.net schrieb:

      Mainzer Kaisertor
      Aus dem Weg geräumt

      [...]
      Zwei Stümpfe, der linke und der rechte Seitenflügel des einst 38 Meter messenden Stadteingangs, sind damals allerdings stehen geblieben. Diese beiden Reststücke der von Baumeister Eduard Kreyßig zwischen 1873 und 1887 geschaffenen Rheinkehlbefestigung, zu der ursprünglich einmal 16 Tore und ein zwei Meter hoher Staketenzaun gehörten, sollen wieder hergerichtet und zumindest in Teilen rekonstruiert werden. Was nur möglich ist, weil „ein privater Spender, der nicht genannt werden möchte“, das vom Mainzer Denkmal-Netzwerk und der Stadt mitgetragene Projekt mit 200000 Euro kräftig angestoßen hat, wie Erika Friderichs, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, gestern in einem Pressegespräch am Rheinufer sagte.
      [...]
      Dank weiterer Spender und der Mithilfe der Gebäudewirtschaft Mainz stehen jetzt 450000 Euro für die vom Architekten Franz Kurz betreuten Tor-Arbeiten zur Verfügung. In sechs Monaten könne das rotgelbe Sandstein-Werk vollbracht sein, ließ er wissen. Offen sei aber noch, ob und wie man den fehlenden Mittelteil wieder „sichtbar“ machen könne. Da der alte Standort längst zur Hauptzufahrt zum Rheinufer geworden ist, sind dort bei großen Festen und Messen viele Lastwagen unterwegs. Vorstellbar wäre allerdings, eine Nachbildung des dereinst vom preußischen Adler gekrönten mittleren Teils des 1946 vom Erdboden verschluckten Mittelbaus irgendwo in der Nähe aufzustellen.
      [...]
      faz.net/aktuell/rhein-main/res…eg-geraeumt-15223181.html
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller