Mainz

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    • Allgemeine Zeitung, 10.10.11
      Jede Woche fällt ein Stein ab - ist der Mainzer Drususstein zu retten?

      Hermann S. Keller, Vorsitzender des Fördervereins Stadthistorisches Museum zu Mainz, blutet das Herz, wenn er an den Drususstein auf der Zitadelle denkt. Das 2000 Jahre alte Zeugnis römischer Geschichte am Eingang des Stadthistorischen Museums gammele vor sich hin und niemand unternehme etwas dagegen, schlägt Keller Alarm. "Ursache ist der Grünwuchs, der die alten Steine zum Absturz bringt", weiß Keller. Inzwischen habe man die Baustelle mit einem festen Zaun inklusive Folien eingezäunt, "damit die Steine in Ruhe herunterfallen können und keine Schäden anrichten". Besser wäre es aus Kellers Sicht, "endlich die Mauerreste vom Sprengstoff Grün zu befreien" und den einstigen römischen Monumentstein zu erhalten.
      "Andere Städte wären froh"
      Das Problem ist laut Keller, daß sich die Steine aus dem alten Mörtel lösen, gesprengt durch Grünwuchs. "Jede Woche fällt etwa ein Stein ab, das läßt sich nach dem Zitadellenfest gut nachzählen. Die Steine liegen jetzt unmittelbar am Fuße des Drusussteins und vergammeln, wenn nicht der Hausmeister sie wegräumt". Jeder Stein wiegt zwischen einem und fünf Kilogramm. "Nicht nur der Verfall des Steins ärgert uns", so Keller. "Andere Städte wären froh, einen solchen Kenotaphen erhalten zu dürfen. In zehn Jahren wird der Stein nur durch die Ende des 17. Jahrhunderts eingebaute Wendeltreppe festgehalten, römische Steine und Mörtel sind verwaschen." Der Verfall sei nur zu stoppen, indem man "den Grünbefall - zum Teil sind das schon kleine Bäume" entferne. Die Steine müssten durch antiken Mörtel neu befestigt werden.
      In den vergangenen zehn Jahren sei es einmal gelungen, die Feuerwehr zu einem Übungseinsatz am Stein zu bewegen. "Das Grün war dann weg, auch einige Steine sind abgefallen", berichtet Keller. "Nach zwei Jahren kam neues Grün, weil die Mörtellücken nicht geschlossen wurden. Ähnliches ist ja an den Außenmauern der Zitadelle passiert."
      Wiederholtes Mahnen beim Denkmalschutz, Bauamt, Gründezernat sei mit dem HInweis weitergeschoben worden, man sei nicht zuständig. "Letztlich wurde auch der Landesdenkmalschutz bewegt, der angedeutet hatte, einen römischen Mörtel nachzubauen und dann auch hier einzubringen. Das ist fünf Jahre her." Keller wörtlich: "Kein Amt fühlt sich allein verantwortlich oder übernimmt die Initiative zum Handeln." Selbst der renommierte Landesarchäologe Dr. Gerd Rupprecht habe es nicht geschafft.
      Könnte der Drususstein für 11.000 Euro gerettet werden?
      Zuständig für die Sanierung des Drusussteins sei der Eigentümer der Zitadelle, "also die Stadt oder stadtnahe Gesellschaften." Wie viel die Angelegenheit koste, könne er nicht beziffern, nur hochrechnen. Demnach würde ein Einsatz der Feuerwehr als Übung mindestens 1.000 Euro kosten, Steine befestigen und Sondermörtel würden mit wenigstens 10.000 Euro zu Buche schlagen - plus Arbeitszeit.
      Das Stadthistorische Museum ist eine Bürgerinitiative, die das Museum mit Hilfe von Sponsoren aufgebaut hat und ehrenamtlich Aufsicht und Ausstellungsdienste versieht. Der Förderverein zählt 150 Mitglieder. Finanziert wird der Verein durch Mitgliedsbeiträge, Eintrittsgelder und den Verkauf geschichtlicher Bücher und Schriften. "Das Interesse der Mainzer zeigt sich stets am Zitadellenfest, beim "Tag des Denkmals" sowie bei der Museumsnacht, wenn um den Stein Aktivitäten wie Aufführungen, MUsik oder Kaffeestände vorhanden sind", sagt Keller. "Inzwischen werden zudem Grillfeste, Theateraufführungen der Zuckmayer-Gesellschaft und Vorträge veranstaltet. Trotz seines traurigen Zustandes ist der Drususstein als historische Kulisse willkommen."
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    • Diese Woche läuft bis Sonntag der Endspurt der Ausstellung: "Der verschwundene Dom" im Dommuseum Mainz. Die äußerst sehenswerte Ausstellung thematisiert das gewandelte Aussehen der Kathedrale über die Jahrhunderte innen wie außen mit zahlreichen Ausstellungsstücken. Zum ersten Mal wird z.B. ein Gehäuseteil der sog. Cüntzer´schen Orgel der Westchorette gezeigt, die 1703 vom Domkapitelschen Orgelmacher Johann Jakob Dahm gefertigt wurde und 1928 abgerissen wurde. Bei zahlreichen Ausstellungsstücken wurde gefragt, warum diese nicht dauerhaft im Dom ausgestellt werden. Zu den größten Knallern gehört eine Rekonstruktion en miniature des Westlettners des berühmten Naumburger Meisters, eine Reko des gotischen Ostlettners, die Fragmente der beiden Lettner, darunter der berühmte Kopf mit der Binde und der Zug der Seligen vom Westlettner, die Reste der Dompfarrkanzel von 1586, Modelle des Doms in seinen wichtigsten Bauphasen, ein Modell des Martinschörleins, das 1416 möglicherweise unter dem Einfluß von Madern Gerthener geschaffen wurde, eine Kopie um 1600 von Dürers Schmerzensmann (das Original stammte aus dem Besitz Albrecht von Brandenburgs und scheint während der französischen Epoche der Stadt ab 1797 entsorgt worden zu sein) sowie als ultimative Kostbarkeit das aus golddurchwirkter Seide um 1000 in Byzanz geschaffene Meßgewand des Erzbischofs Willigis. Als Pendant zum berühmten Westlettner hat man sich ebenfalls zum ersten Mal intensiv mit dem ebenfalls verschwundenen gotischen Ostlettner beschäftigt und sich dem Aussehen so gut als irgend möglich genähert. Die Ausstellung ist geöffnet von 10-18:00 Uhr, Donnerstags bis 19:00 Uhr, am Sonntag wird der letzte Tag sein.
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    • Der letzte Stand in Sachen der Neutorschule am Südbahnhof, über die hier auch schon gespochen wurde, stammt vom 08.10.: (Allgemeine Zeitung)

      Kindergarten und Museum statt Abriß
      Neutorschule: Initiativen wollen für Erhalt des historischen Gebäudes auf die Barrikaden gehen / Gemeinsames Nutzungskonzept vorlegen

      Falls alle Stricke reißen, setzt Hans Preusse, für die Ökologisch-Demokratische Partrei (ÖDP) im Ortsbeirat Altstadt, auf die "Mainzer Wutbürger". Diese sollen für die Neutorschule auf die Barrikaden gehen. Dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude droht im Zuge des Baus des geplanten Archäologischen Zentrums der Abriß. ÖDP-Politiker und Mitglieder von Bürgerinitiativen trafen sich nun im Hof Ehrenfels und sammelten Ideen für die künftige Nutzung des 1924 errichteten Gebäudes.
      Sie sehen sich als eine Art Stabsstelle. Allen voran Hans Preusse, das inoffizielle Sprachrohr der Freunde der Neutorschule. Nicht minder engagiert sind Roman Praszick von der Initiative "Junge Leute für ein altes Gebäude" sowie Hildegard Coester von "Erhalt der Neutorschule". Es war keine Diskussion, vielmehr zeigten sich alle Anwesenden interessiert für die Vorschläge des anderen, solange diese dem Erhalt des Gebäudes dienen. Preusse griff die Idee eines Musterkindergartens auf, mit einem Schwerpunkt auf frühkindliche Erziehung, ähnlich dem Konzept der Reformpädagogik, nach der bis 1989 an der Neutorschule unterrichtet worden sei. Heute sei diese eine der drei letzten bundesweit erhaltenen Gebäude, in denen einst nach reformpädagogischen Grundsätzen gelehrt wurde. Preusse zitierte ein Gutachten von Ingenieurin Jutta Hundhausen, nach dem sich die klare Anordnung der Baukörper, die Sporthalle, die Lehrküche und die zahlreichen Eingänge ideal für einen Kindergarten eignen.
      Hildegard Coester sieht die Räume in der obersten Etage der Neutorschule prädestiniert für ein Stadtmuseum, auch weil es in anderen Kommunen weit größere Stadtmuseen gebe. Da sie in den letzten Jahren zudem alles nur erdenkliche aus und über die Neutorschule gesammelt hat, kann sie sich vorstellen, eine Dauerausstellung über deren Geschichte zu organisieren.
      Hoffnung, daß der Abriß vermieden werden kann, schöpft Preusse aus Erfahrungen aus der Vergangenheit. Er nannte die benachbarte Lampenfabrik und die alte Markthalle, deren Abriß an aufgebrachten Mainzern gescheitert sei. Auch wenn andere Parteien im Stadtrat, wie der ÖDP-Vorsitzende Dr. Claudius Moseler meint, die Neutorschule "noch nicht so auf dem Schirm haben", sollte ein klares Konzept für den Erhalt der Neutorschule schon bald stehen.
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    • ...nebenbei bemerkt...
      zur Zeit bietet sich in der Altstadt ein Bild, das man nicht alle Tage hat, aber gleichwohl etwas gewöhnungsbedürftig ist.
      Neben der Krone der Stadt, dem Westturm, der aufgrund dringender Sanierungsarbeiten wenigstens noch bis nächstes Jahr, vielleicht auch länger, eingerüstet ist, wird der zentrale Blickpunkt an der Grenze zwischen Augustinerstraße und Leichhofstraße durch drei Gerüste geprägt, 3 Häuser sind offensichtlich zu einer Sanierung eingerüstet. Darunter ist das bürgerliche Wahrzeichen, das Weinhaus zum Spiegel (siehe die Mainz-Galerie des Forumsmitglieds "Weingeist"), die Augustinerstraße 73, das Haus zum kleinen Elefanten (Louis-Seize-Fassade um 1773 über älterem Fachwerkbau, sowie das Eckhaus Augustinerstraße/Grebenstraße, ein Neubau wohl aus den 70ern. Man hofft, daß bis zum nächsten Frühling alles wieder entrüstet ist.
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    • Auch gestern und heute wurden wieder in der Allgemeinen Zeitung Mainz Artikel veröffentlicht, die die Baudenkmale der Stadt betreffen, wobei das komplette Abschreiben der Artikel aber etwas zu umfangreich wäre.
      Zum einen geht es um eines der grandiosesten Gebäude der Stadt überhaupt, den Osteiner Hof (auch Palais Ostein) am Schillerplatz (dem bisherigen Dietmarkt), 1747-52 von Johann Valentin Thomann für die Familie des Bruders des regierenden Kurfürst-Erzbischofs Johann Friedrich Carl von Ostein gebaut. Dieses Gebäude, dem vielfach nachgesagt wird, Deutschlands bedeutendstes Adelspalais des Rokoko zu sein, ist schon seit dem 19. Jhd. Sitz des Militärs und heute Dienstsitz des Wehrbereichskommandos II.
      Da das Aus für das WBK II und weitere Truppenteile in Mainz beschlossene Sache zu sein scheint, wird schon seit einigen Jahren über die Zukunft des Gebäudes gesprochen, ohne daß sich bisher konkrete Fakten ergeben hätten - aber es ist schon eine Erfahrung für sich, daß sich theoretisch für einen finanzstarken Investor für eine im Raum stehende Summe von etwa 10 Mille, bei etwa gleich hoher anfallender Summe für die notwendige Renovierung die Möglichkeit zum Erwerb eines Adelspalais aus dem 18. Jhd. ergibt.

      Zum anderen ist es etwas überraschend, daß man von Überlegungen, die Stadtbibliothek dreizuteilen und das Gebäude zu verkaufen, berichtet.
      Nachdem die ursprünglich in Stiften, Klöstern und der Universität vorhandenen Bibliotheken am 5.10.1805 in den Besitz der Stadt übergingen, wurde diese zunächst 1805-45 in der Neuen Burse und von 1845-1912 im Kurfürstlichen Schloss untergebracht. Aus Mitteln der Stadtsparkasse wurde 1911-12 nach Plänen von Adolf Gelius das heutige Bibliotheksgebäude (heute ein bedeutender Jugendstilbau) errichtet. Im Gebäude sind unter anderem auch Münzkabinett und Stadtarchiv untergebracht. Nachdem das Gebäude zwar mit stärkeren Schäden, aber ohne gravierende Verluste der Substanz den Krieg überstand, ist heute Sanierungsbedarf gegeben, und natürlich will die gegenwärtige Ampelkoalition das gesamte Wesen Stadtarchiv und -bibliothek einer finanziellen Roßkur unterziehen.
      Man spricht davon, das Stadtarchiv in eine der auslaufenden Grund- oder Hauptschulen im Stadtgebiet zu verlagern (Nein, wir bauen derzeit keine U-Bahn in Mainz).
      Zum anderen ist die Rede davon, Teile der Wissenschaftlichen Bibliothek, wie. z.B. Handschriften und Inkunabeln in das Gutenbergmuseum im Haus zum römischen Kaiser am Liebfrauenplatz zu verlagern (dieses war lange Zeit Teil der Stadtbibliothek).
      DIe übrigen Bestände sollen in den Neubau der Uni-Bibliothek wandern. (Nebenbei, am Rande, spricht man davon, die Bestände "einzufrieren", indem keine weiteren Mittel für Neuanschaffungen mehr bereitgestellt würden).
      Ich schreibe das deshalb, weil ja schon der Dalberger Hof in der Klarastraße verkauft wurde und nun mit dieser neuen möglichen Entwicklung man sich schon die Frage stellt, welchen Weg die Entwicklung auf Dauer nehmen wird. Da ja auch noch völlig offen ist, welche künftige Funktion der Neutorschule, deren beschlossener Abriß nach massiven Protesten aus der Bevölkerung zunächst zurückgestellt wurde, möglicherweise einnehmen könnte, hat man mittlerweile das Gefühl, es solle mit der Art und Weise der Politik suggeriert werden, alle diese Gebäude stelle die Stadt vor praktische Nutzungsmöglichkeiten - und natürlich wird auch dem einen oder anderen suggeriert, mit dem "alde Gescherr" könne man heute nichts mehr anstellen. Bei einem Verlust von 85 % des alten Mainz bin ich über diese Entwicklung mehr als betroffen.
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    • Nachdem über einen Zeitraum von vielen Jahren sowohl die Mainzer selbst als auch die Besucher der Stadt bemerken konnten, daß gerade die Baudenkmäler, die das Gesicht der Stadt erst ausmachen, sich in einem etwas fragwürdigen Zustand befanden und teilweise heute dieser Zustand noch unverändert fortbesteht, machen einem die Fortschritte in der Sanierung viel Freude. Das gilt für den Dalberger Hof, den Römischen Kaiser und nun auch für das Schloß, das noch vor 2 Jahren sich in einem schauderhaften Zustand präsentierte. Die ersten 10 Achsen im Schlosshof haben nun den Abschluß ihrer Sanierung erlebt:

      Schloss kann teilweise strahlen
      Sanierung: Erste 10 Fensterachsen fertiggestellt / Einweihung mit Feierstunde im Großen Saal

      Es gilt, einen ersten, aber augenfälligen Schritt zu feiern: die ersten zehn grundlegend restaurierten Fensterachsen des Kurfürstlichen Schlosses sind fertiggestellt. Umfangreiche Steinmetz- und Malerarbeiten waren (und sind) an der bröckelnden Sandsteinfassade notwendig. Die Fenster wurden erneuert und geben in der jetzigen Ausführung den Originalzustand wieder. Am heutigen Samstag wird das Ereignis, das nur durch die Hilfe privater Spender und durch die Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz ermöglicht wurde, mit Musik und Reden im Großen Saal des Schlosses gewürdigt.
      Im Mittelpunkt wird neben dem Schloss selbst Erika Friedrichs stehen, die nicht müde wurde, auf die zunehmenden Verfallserscheinungen des Kurfürstlichen Schlosses zu verweisen. Gemeinsam mit dem von ihr ins Leben gerufenen Mainzer Denkmal-Netzwerk, einem Zusammenschluß engagierter Mainzer, sorgt sie sich um Mainz und seine "gebaute Geschichte, seine Zeitzeugen aus Stein". Einige Projekte sind vom Netzwerk angestoßen worden: "Römischer Kaiser" und Rheintore sind exemplarisch zu nennen. Beim Kurfürstlichen Schloß, dem dicksten Brocken, beißt man sich (noch immer) Zähne aus.
      Miten im 30-jährigen Krieg ließ Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenclau im Jahre 1627 den Grundstein legen, 1752 wurde der Bau vollendet - ein von den manieristischen Formen der deutschen Spätrenaissance geprägtes Gebäude von nationalem Rang. Der Zweite Weltkrieg hinterließ eine ausgebrannte Ruine, doch die Mainzer bauten ihr Schloss bereits Anfang der 50er Jahre wieder auf. Friedrichs: "Was den Mainzern in der Not der Nachkriegszeit gelang, muß heute für uns alle Vorbild und Verpflichtung sein."
      Am Freitag meldete sich die FDP-Stadtratsfraktion zu Wort. Nachdem der Stadtrat im September einen Antrag der Liberalen zur zukünftiogen Nutzung des Schlosses als Tagungs- und Kongresszentrum mehrheitlich zugestimmt hatte, will die Fraktion jetzt aufs Tempo drücken. Vor allem im Großen Saal sei, so stellt FDP_Fraktionsvorsitzender Walter Koppius klar, "noch einiges im argen". Die FDP fordere deshalb, bei der Konkretisierung der Planungen und eines Nutzungs- und Finanzierungskonzeptes für ein Tagungs- und Seminarzentrum auch die Sanierung des Großen Saals zu berücksichtigen.
      Und um auch das Land mit ins Boot zu holen, will das Mainzer Denkmal-Netzwerk jetzt eine Diskussionsrunde um die Zukunft der "Gut Stubb" mit Vertretern von Stadt und Land initiieren.

      (Allgemeine Zeitung, 22.10.11)

      Moderationshinweis (Pilaster): Zitate bitte durch "quote" als solche kennzeichnen und die Quelle nicht nur mit Namen nennen sondern auch durch einen Link kennzeichnen. Ferner muessen Zitate wie dieses aus einer Zeitung stammende gekuerzt wiedergegeben werden. Auslassungen von Text werden durch [...] angezeigt. Ich habe den Zeitungstext in ein Zitat verwandelt, den Rest moege der Beitragsautor bitte nachliefern.
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    • Soeben ist der OB der Stadt Mainz, Jens Beutel, von seinem Amt zurückgetreten. Der OB wird sich zum Jahresende in den Ruhestand versetzen lassen. Beutel war in den letzten Jahren immer wieder in massive Kritik geraten. Hierzu gehört neben der Causa Kohlekraftwerk auch seine Tätigkeit bei der Wohnbau Mainz, deren bisheriger Geschäftsführer Rainer Laub, zur Zeit vor Gericht steht. In diesen Bereich spielen auch Ungereimtheiten bei der Rekonstruktion der Fassaden der Markthäuser eine Rolle. Sein Verhalten schädigte das Ansehen der Stadt und gab es mehr als einmal der Lächerlichkeit preis. Auch nachdem vor etwa 2 Wochen Meldungen verlautbar wurden, daß Beutel in Ruanda als Zechpreller aufgetreten war und seine Rechnungen für Alkoholika nicht bezahlte, brachte dieses selbst bei Parteifreunden das Faß zum überlaufen. Diesem Mann, dem Berlusconi von Mainz, werden nicht viele Menschen hinterhertrauern.
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    • Vor längerer Zeit hatte unser Mitglied Wikos schon einmal den bevorstehenden Abriß des Caritashauses an der Ecke Holzhofstraße/ Dagobertstraße (einige Seiten vorher) angesprochen.
      Vor wenigen Tagen habe ich mal bei jemandem von der Stadt etwas gebohrt, und auch die Bauzeit und das Stichwort Ensemblebildung angesprochen (Der Hausnachbar ist der hochbedeutende bürgerliche Adelshof ZU DENEN DREI MOHREN von 1710, dessen Nachbarn in der Neutorstraße wiederum sind zwei dreigeschossige, dreiachsige Bürgerhäuser aus den 1740er Jahren; das DREI MOHREN ist der letzte Zeuge, bei dem die Einbindung eines Adelshofes in bürgerliche Bebauung ebenfalls aus der klassischen Zeit noch erlebbar ist).
      An das Gesamtbild schließt der Caritasbau herrlich an.
      Die Gründe des Abrisses scheinen wohl zum einen beim Bauherrn zu liegen, zum anderen steht der Bau nicht unter Denkmalschutz. Er sei im inneren auch stark verändert worden, wobei ich nicht nachvollziehen kann, warum nicht wenigstens die Fassade zur Dagobertstraße stehen bleiben kann. Eine Aussage wie die, daß man nicht jeden Stein erhalten könne, dürfte vielleicht dem einen oder anderen hier nicht völlig fremd sein- doch zeigt die Erfahrung immer wieder, daß sie nur angewendet wird, wenn es um Bauten bis spätestens erste Hälfte des Jahrhunderts geht. Jedenfalls wird dadurch, daß man aus dem Konzert der Stadt das nicht gerade schlechteste Gebäude für immer herausnimmt, dem Stadtbild eine dauerhaft schmerzende Wunde zugefügt.
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    • Dieser Beitrag soll noch einmal die in Mainz ebenfalls bestehende Problematik mit dem Rathaus anreißen. Obwohl schon etwas älter, kann man aus dem Beitrag der Allg. Zeitung vom 18.06. einige interessante Details herauslesen. Zum geplanten ECE-Center äußere ich mich in Bälde.

      Allg. Zeitung 18.06.11, Autor Michael Heinze

      Neuer Eingang am Rhein?
      Rathaus-Sanierung: Experten diskutieren Für und Wider in der Woche der Baukultur

      Die Zukunft des maroden Rathauses hängt von einer Machbarkeitsstudie ab, um die sich die Mainzer Aufbau-Gesellschaft (MAG) kümmert. "Die Studie liegt noch nicht vor, aber wir haben erste Konzepte entwickelt", betonte MAG-Geschäftsführer Martin Dörnemann gestern bei einer Gesprächsrunde unter dem Titel "Bereit zum Abriss oder Verantwortung für ein kulturelles Erbe?", zu dem die Architektenkammer zur Woche der Baukultur in den Brückenturm geladen hatte.
      Aufgabe der Machbarkeitsstudie sei es, die wesentlichen Merkmale des Arne-Jacobsen-Baus zu erhalten "mit der Kunst, die neuen Anforderungen, die wir an das Gebäude haben in Sachen energetische Sanierung, Sonnenschutz und Bürowelten zu implantieren". Mit einem zeitlichen Horizont bis zur Vorlage der Studie tue er sich schwer, so Dörnemann vor 80 Zuhörern im Gespräch mit Moderatorin Monika Nellessen, Leiterin der AZ-Lokalredaktion. "Auch wenn die Zeit drängt, macht es keinen Sinn, zu früh mit einer Studie an die Öffentlichkeit zu gehen".
      Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse ("Erst, wenn wir die Machbarkeitsstudie haben, können wir einschätzen, wie teuer es wird") bekräftigte, es sei "höchst kontraproduktiv, wenn wir jetzt einzelne Projekte schon der Öffentlichkeit vorstellen würden". Grosse: "Es geht nicht so einfach zu sagen: Wir haben kein Geld, also reißen wir das Rathaus ab - das ist eine Milchmädchenrechnung, die uns null weiterbringt".
      Im Falle einer Sanierung gehe man davon aus, daß man eine neue Steinfassade erstellen müsse, so Dörnemann. "Man muß ausloten, inwieweit es da Möglichkeiten gibt, mit der Fassadenstruktur umzugehen, ohne die Qualität des Gebäudes zu verlieren. Auch über die sehr unscheinbare Eingangssituation kann man nachdenken. Immer unter dem Aspekt, daß das Gebäude nicht deformiert wird". Möglich wäre, den Haupteingang Richtung Rhein zu verlegen, auch eine Umgestaltung des Foyers ist dem Vernehmen nach in der Diskussion. Nach Grosses Meinung ist der Eingang tatsächlich zu klein nach heutigen Maßstäben. Nicht zuletzt könne man funktionale Abläufe geschickter gestalte, so Dörnemann. Architektur-Profesor Alexander Reichel bezeichnete die Energieschleuder mit der markanten Dreiecksform als "sehr positives Beispiel von Architektur", auch wenn das Gebäude "sicherlich Fehler" habe. Man sollte mit der Substanz nicht leichtfertig umgehen. Allein das Material, das ich bei Abbruch und Neubau brauche, ist das Doppelte von dem, das ich brauchen würde, wenn ich das Gebäude stehen lasse und nur saniere". Eine "positive Propaganda für dieses herausragende Denkmal" forderte der Mainzer Fachhochschul-Professor Emil Hädler: "Mann kann Jacobsen-Architektur reparieren, sodaß sie nachher immer noch ein Denkmal ist".
      Landesdenkmalpfleger Dr. Joachim Glatz bekannte, er habe einst selbst im Rathaus gearbeitet ("Die Gitter waren schon immer ein Thema, man überlebt das auch") und betonte, auch der Dom habe Mängel: "Entscheidend ist für uns, was hinterher rauskommt".
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    • Am 20.12. veranstaltet die Stadt wieder ein Ludwigstraßenforum zur geplanten ECE-Bebauung (Gutenbergsaal der Rheingoldhalle, 18 Uhr). Themen sind Stadtgestalt und öffentlicher Raum.
      Teilnahme von APHlern mit freier Verköstigung von Weingeist erbeten. Venite! Audite! :thumbup: usw.
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    • Mein Riechsalz! Mein Riechsalz! Ich werde ohnmächtig! :blink:
      Die Schusterstraße Richtung Dom mit dem Haus zum Storchen mit seinem gotischen Eckerker zur rechten und dem Quintinsportal (zum Quintinskirchhof hin) und der Quintinskirche zur linken. Der legendärste Altstadtblick, sozusagen das Signet des alten Mainz überhaupt: der Kronberger Hof, später Altes Gymnasium mit seinem Renaissance-Eckerker und dem Haus Landeck / Zum Kuckuck zur rechten. Der Markt mit dem "Listmann-Haus, links davon Markt 17, zum Schöneck / Zum kleinen Maulbeerbaum, spätbarocker Bau mit stark klassizistischem Einschlag mit den Ladenarkaden um 1750 aus dem Umfeld von Johann Valentin Thomann. Im Hintergrund etwas versteckt das Haus zum Ewigen Nest / Zum jungen Aben, im Kern spätromanischer Bau, später Gotischer Treppengiebel, im frühen 18. Jhd. im 1. OG. barock überformt mit geohrten neuen Sandsteingewänden, innen reich stuckierter ehemaliger Patriziersaal, nach 1945 ohne Sinn und Verstand abgerissen. Welch ein überwältigendes Gefühl, noch einmal für einen Augenblick zurück im alten Mainz sein zu dürfen....
      Wenn man nur wüßte, was noch so alles an Aufnahmen herumgeistert...
      Und vielen Dank für diesen Tip!
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    • Erst einmal ein frohes neues Jahr an die ganze Forumsgemeinde! Möge am Fassenachtssonntag, am Rosenmontag und Rosendienstag strahlender Sonnenschein herrschen, möge unser lieber Kardinal Karl und seine ´05er wieder auf die Beine kommen, möge es nimmermehr an der Fleischworscht mangeln und möge uns der Himmel endlich unseren rechtsrheinischen Gazastreifen aus den Händen des Besatzerregimes zurückgeben, damit Mainz vor dem Weltuntergang mit allen seinen Töchtern untergeht.

      14 Tage ist das letzte Ludwigstraßenforum nun her, und immer weiß ich noch nicht so recht, was ich vom Tenor dieses Forums zum einen und der anschließenden Berichterstattung in der Allgemeinen Zeitung am Tag darauf halten soll. Ich werde erst morgen oder übermorgen dazu kommen, den Bericht der Allgemeinen Zeitung anzusprechen.
      Zu Beginn des Forums wurden vom Leiter des SPA, Herrn Ingenthron, die städtebaulichen Rahmenaspekte angesprochen. So sei ein Rahmenplan bereits 1996 konzipiert und die Eckwerte festgesteckt worden, dieser aber nicht verifiziert worden. Ein tatsächlich allgemeingültiger Rahmenplan liegt demnach heute noch nicht vor. Die Entwicklung des Hauses Karstadt und des Wiesbadener Liliencarrees seien beobachtet worden. Gleichzeitig habe man ein Tripolkonzept entwickelt, das neben dem Karstadtstandort auch die Einkaufsareale Brand und Römerpassage mit einbezieht. Die Stadt sei nun daran, ein Innenstadtkonzept zu entwickeln mit dem Ziel eines tragfähigen Konsens. Der jetzige Standort wird als korrekt angesehen. Im Zusammenhang Baurecht und Bauleitplan steht grundsätzlich die Pavillonstruktur der Pavillons auf der südlichen Hälfte der Ludwigsstraße fest, die ja schon vor über 50 Jahren den Blick vom Schillerplatz auf den Dom freilegten, fest, und auch die Stellung des Hauptbaukörpers in der 2. Reihe, also rückversetzt. Eine Auflösung dieser Strukturen würde erst dann möglich, wenn ein passendes Konzept vorliegt, vorher gebe es keine Änderungen.
      Die jetzige Mall ist mit dem Baurecht nicht vereinbar.
      Neubauten an der "Lu" müßten sich grundsätzlich am Bestand orientieren. Daher sind max. 5 Vollgeschosse und eine maximale Traufhöhe von 17,50 m. möglich.
      Besonders interessant ist, daß der vom sehr verehrten Hans Nadler geprägte Begriff des Leitbaus von Dresden über Potsdam nun auch seinen Weg in den wilden Westen genommen hat. Im konkreten Fall bedeutet es neben den Planungen aus der französischen/ Napoleonischen Epoche der Stadt vor 200 Jahren mit der Planung der "Lu", die nach der Bombardierung 1793 durch das Straßengefüge des mittelalterlichen Mainz gezogen wurde als Grand Boulevard d´Empire und den Bassenheimer Hof von 1750-55 am heutigen Schillerplatz, bis 1862 der "Dietmarkt", als point de vue aufnahm, insbesondere auch das Gebäude Gutenbergplatz 1, 1810 vom Architekten des Departements, Eustache Saint-Far errichtet.
      Dieser frühe Empirebau weist heute eine Traufhöhe von etwa 12,50 M. auf, wobei anzumerken ist, daß die Problematik der Traufhöhe offensichtlich von den Verantwortlichen bei der Stadt nicht erkannt wurde: Beim Wiederaufbau nach der Kriegszerstörung wurde der Bau nur dreigeschossig anstelle der ursprünglichen dreieinhalb Geschosse hochgezogen, verlor also sein oberstes Geschoß. Die Nachbarbebauung kommt etwa auf 18 M. Traufhöhe.
      In der Überlegung wäre eine Verkleinerung der Lu nach den Planungen von Saint-Far, weiterhin solle es keine einseitigen Fassadenstrukturen geben und die Fassadenbreiten zwischen 8 bis 23 M. gelegt werden. Um dem Standort gerecht zu werden, solle es überdies keine modernistische horizontale Gliederung geben, sondern eine vertikale, auch nicht einen großen Eingang, sondern an den Seiten mindestens 4, um nicht den Eindruck einer vorne rein- hinten raus-Mall zu erzeugen. Weiterhin müsse die doppelte Baumreihe auf dieser Straßenseite erhalten werden bzw. bei Verlust eines Baums ein neuer am gleichen Standort gepflanzt werden. Man würde ebenso die Belange des Denkmalschutzes beachten bzw. habe der Denkmalschutz im Bereich Gutenbergplatz / Gutenbergdenkmal / Theater hier seinen Vorrang. Es dürfe keine Beeinträchtigungen des Doms, der Johanniskirche und dem Theater geben, ECE solle keine neue Dominante im Stadtbild darstellen und sich dem Stadtraum unterordnen. Im Hinblick auf den Domblick werde es keine Überbauung der Eppichmauergasse geben und auch der Fehler der überbauten Fuststraße, die auf den Bischofsplatz führt, solle nicht wiederholt werden.
      Die Vergleichsbeispiele Duisburg und Maastricht wurden angesprochen und ihr Einfügen in das jeweilige Stadtbild. Ein Gestaltungswettbewerb werde es geben, der auch die Beibehaltung und das Beachten von Sichtachsen vorsieht. Der Baukörper solle keine "Bohrinsel" darstellen. Angesprochen wurde auch, daß unabhängig vom ECE-Projekt ein Gesamtkonzept für die Innenstadt durch das Land finanziell nicht gefördert wird.
      Im folgenden kamen Anett-Maud Joppien und Carl Fingerhuth vom Planungs- und Gestaltungsbeirat zu Wort.
      Joppien sprach die Stichworte "sensibel, nachhaltig, zukunftsorientiert, Bewahrung historischer Strukturen" an und auch die Vergleichsbeispiele Paris-Passagen und Mailand-Galleria Vittorio Emanuele. Die 3. Fassade stellten die Dächer dar, die ebenfalls genutzt werden sollen. Man werde eine "Auswahl von Architekturbüros" und ein "Präqualifikationsverfahren" treffen.
      Fingerhuth sprach von einer "Transformation der Stadt", die den Bischofsplatz und den Gutenbergplatz pflegen und stärken solle. Der Baukörper solle nicht im Block entstehen, oder die Polizeiinspektion einbeziehen, wenn, dann höchstens als autonomes Element.
      Herr Daniels von der Bürgerinitiative sprach an, daß sich ECE in Ulm wegen seiner Sturheit disqualifiziert habe.
      Thomas Dang vom Architektenverband sprach an, daß die Stadt ihre Planungshoheit wahrnehmen müsse und ein Masterplan für die Innenstadt längst überfällig sei.
      Die Baudezernentin, Frau Grosse, sprach an, daß 30.000 m2 zu viel seien und in dieser m2-Zahl eine zu große Herausforderung darstellen.

      Mittlerweile scheint auch ins Bewußtsein zu kommen, daß sowohl die Lu zum einen als auch der Raum zwischen der Pavillonbebauung vor dem heutigen Karstadt in ihrer Bedeutung als öffentlicher Raum nicht zu unterschätzen sind. Dies wird anhand der Menschenmassen z.B. bei der Fassenacht oder am Johannisfest deutlich, da an diesen Tagen tatsächlich jeder Quadratzentimeter benötigt wird und die mobilen Imbißbuden natürlich für die Stadt auch einen Wirtschaftsfaktor darstellen.
      Die Eigentumsfragen an Grund und Boden scheinen noch für reichlich Gesprächsstoff zu sorgen: an der Ecke Gutenbergplatz/ Ludwigstraße befindet sich der sog. Chinesenpavillon, dessen Eigentümer einen Verkauf vehement ablehnt. Der Standort ist wiederum im Gespräch, da dort eine Entsprechung zum Leitbau Gutenbergplatz 1 geschaffen werden soll mit einem Raumbild, das eine Entreefunktion in die Lu darstellt (eine Art Spiegelung von Gutenbergplatz 1). Das Bistum ist nach seinen Aussagen nicht zum Verkauf des Grundstücks an der Fuststraße bzw. der denkmalgeschützten Pax-Bank an der Eppichmauergasse bereit. Auch an einer Umsiedlung der Polizeiinspektion an der Weißliliengasse (zur Errichtung eines weiteren südlichen Teils der Mall) scheiden sich die Geister.

      Eine interessante Wortmeldung fand sich aus dem Publikum: ECE habe um den Standort Mainz in die Finger bekommen zu können, ein "Paket" mit zwei weiteren Standorten gekauft, die wirtschaftlich eher Schrottwert besäßen.

      Leider mangelt es auch nicht an Wortmeldungen von Zuhörern bei den Forum und insbesondere an Kommentatoren bei der Zeitung, die zwar irgendwie, irgendwann wahrgenommen haben, es sei etwas in der Entwicklung, aber keinen blassen Schimmer von den ganzen Details haben, die auch zwangsläufig dahinterstehen und somit sich zu etwas äußern, von dem sie nicht für 7 Pfennig Ahnung haben. Es besteht die Möglichkeit, daß ECE auch hier seine Jubelperser auffährt, wäre nicht das erste Mal.

      Es verspricht, ein spannendes Jahr zu werden.
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    • Vor längerer Zeit hatte ich schon einmal die geplanten Ausgrabungen im Bereich der Altenauergasse und Birnbaumgasse angesprochen, wo man neben der Werkstatt Gutenbergs auch den römischen Statthalterpalast vermutet. Durch die Entdeckung eines weitverzweigten Kellerlabyrinths von etwa 250 m2 und eines spätgotischen Kellers mit Fächergewölbe sowie die Problematik, daß zur Dokumentation mittels Laserscannung offen blieb, wer dafür den Strom bezahlt, kamen die Arbeiten zum erliegen.
      Am 17.11. berichtete die Allgemeine Zeitung schon einmal über den Grabungsstillstand auf dem Gelände, auf dem Landesarchäologe Rupprecht den Palast des römischen Statthalters vermutet wie auch die nach wie vor verschollene Werkstatt Gutenbergs, der davon herrührte, daß man keinen Strom habe und eine Laserscannung nicht möglich sei. Auch habe die Stadt schon 50.00 € für die Grabung zur Verfügung gestellt und habe bei der Frage nach der Stromversorgung abgewunken.
      Der jüngere der Keller sei mittlerweile zum Abriß freigegeben worden.
      Heute berichtete die Allgemeine Zeitung nun, daß durch Sponsoring durch die Firmen Juwelier Wagner und Elektro Ries und Unterstützung durch die Stadtwerke, des städt. Liegenschaftsamts sowie der Denkmaldezernentin Marianne Grosse nun die Probleme gelöst wurden, eine Laserscannung und ein 3D-Modell ermöglicht seien und die Archäologen etwa bis zur Jahresmitte hierfür Zeit erhielten. Gleichzeitig wird die derzeitige Haushaltssperre angesprochen - ob es nicht etwas nach Provinzkasperltheater aussieht, eine Scannung niederzulegen, weil niemand für den Strom verantwortlich sein will?
      Das Areal ist zwischenzeitlich für die Errichtung einer Kindertagesstätte ins Gespräch gebracht worden.
      Landesarchäologe Rupprecht, mittlerweile im Ruhestand und nach wie vor noch in Form einer "Teilzeitstelle" für die Archäologie tätig, erhofft sich, durch Erforschung zweier Kloaken nähere Einblicke in Leben und Lebensumstände des mittelalterlichen Mainz. Rupprecht ist sich auch nach wie vor sicher, auf Hinterlassenschaften des Druckerviertels zu stoßen, hält sich aber mittlerweile im Vergleich mit der theatralisch-dramatischen Aussage, man werde Gutenbergs Werkstatt ausgraben, nun etwas mehr zurück. Er begründet dies damit, daß in der nahen hinteren Christofstraße Schmelztiegel und Lettern gefunden worden seien. Gleich nebenan habe das Druckhaus "Zm Maul(beer)baum" gestanden, in dem 1505 die älteste Mainzer Stadtansicht gedruckt wurde.
      Ob sich Rupprecht zu dieser Aussage Informationen aus dem APHforum und meinem Artikel zunutze gemacht hat - Ruppi wirds uns nicht verraten.
      Wenn städtische Denkmalpflege und Landesarchäologie die Keller zum Abriß freigeben (damit rechne ich leider ziemlich sicher), würde dies den Einblick in noch tiefere Kulturschichten ermöglichen.
      In den 1960er Jahren habe man in der hinteren Christofsstraße unmengen römischer Ziegel entdeckt, die auf ein öffentliches Gebäude schließen lassen würden, vergleichbar mit den Beispielen Köln und Budapest.
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    • Auch wenn es vielleicht etwas kurzfristig ist: morgen abend um 19:00 Uhr trifft sich die BI Ludwigsstraße zu ihrer nächsten Plenumsitzung. Der Ort ist der Veranstaltungssaal in der ev. Johanniskirche, direkt am Dom bzw. Höfchen.
      Schwerpunkt werden 2 Referate sein: Prof. Friedrich Voßkühler referiert über das Wesen des Städtischen als Ausdruck der europäischen Zivilgesellschaft, seine Gefährdung durch umgreifende Konzentration auf das rein ökonomische und stärker werdende Kommerzialisierung des öffentl. Raumes.
      Hartwig Fischer, ehemaliger Leiter der städt. Denkmalpflege führt in einem virtuellen Rundgang um das Karstadtareal und stellt uns Erinnerungsorte und städtebauliche Schlußfolgerungen vor und läßt die Besucher mit umfangreichem Fotomaterial aus der Vor- und Nachkriegszeit in das ganze Areal eintauchen.

      Vielleicht hat jemand Interesse - bitte P.N. an mich.
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    • Vor einiger Zeit haben wir hier im Forum unter anderem die Neutorschule angesprochen, die unmittelbar im Bereich des Südbahnhofs, des Römischen Theaters und des Schiffahrtsmuseum anschließt und deren Abriß zugunsten des Neubaus des neuen Römisch-Germanischen Zentralmuseums zunächst durch heftige Proteste seitens der Bürgerschaft gestoppt wurde. Die Neutorschule trägt ihren Namen vom ehemals direkt nebenan gelegenen Neutor, das zwischen 1657 und 1672 als neuer Stadtausgang anstelle der bisherigen Dietherpforte und der Bockspforte errichtet, 1699 umgebaut und 1894 wegen des Verkehrsaufkommens des 11. Deutschen Bundesschießens abgerissen wurde. Der originale Scheitelstein des Neutors ist noch vorhanden und führt(e) im Lokaljargon den Namen "De Monn vum Neidor". Eine Kopie des Scheitelsteins ist auf dem Markt zu sehen, und zwar am Maskenbrunnen direkt vor der Gotthardkapelle des Doms neben dem Bonifatiusdenkmal.
      Heute berichtet die AZ nun, daß der Kulturverein Peng seine angestammten Räume in der Rheinalle verlassen mußte und auf der Suche nach einer neuen Bleibe ist. Die AZ berichtet nun, daß dieser Kulturverein die Fühler nach der Neutorschule ausgestreckt habe, derer Komplex eigentlich für die Gesamtplanung des Römisch-Germanischen abgerissen werden sollte. Doch seien die Chancen für eine auch nur zeitliche Nutzung denkbar gering, da das Gebäude baurechtlich abgemeldet und keine Versorgung mehr mit Strom, Wasser, Heizung etc. mehr vorhanden seien.
      Die Formulierung, ob und wie die Schule bis zu einer endgültigen Entscheidung genutzt werden könnte, und die Entscheidung offen sei, ergibt doch die Frage, ob die bisherigen Zusagen, daß das Gebäude erhalten werde, eher als wachsweiche Alibiformulierungen getätigt wurden, währenddessen möglicherweise die städtischen Planungen in eine ganz andere Richtung gehen. Die Erfahrungen aus der letzten Zeit und die Herangehensweise der Stadt bei den ersten beiden Ludwigsstraßenforen, die realistischer gesehen reine Schauveranstaltungen waren, bieten zu einer kritischen Hinterfragung Anlaß, wie stark das Interesse an dem Bau tatsächlich ist und ob die Verantwortlichen überhaupt imstande sind, eine zukunftsorientierte Nutzung der Neutorschule auch dann zu ermöglichen, wenn z.B. die aktuell ins Gespräch gebrachte Nutzung als Kindertagesstätte nicht verwirklicht würde.
      Auch im Bewußtsein, daß sich aus den 20er Jahren in der Innenstadt kaum noch Gebäude erhalten haben und daß z.B. das schräg gegenüberlliegende Caritashaus aus der Zeit abgerissen wird, sind dann im Stadtbild eigentlich nur noch das ehemalige Telegraphenamt am Münsterplatz und die ehemalige Kaufhalle an der Großen Bleiche übrig. Die Villen aus der Zeit sind zwar gut erhalten, aber am Rand der Innenstadt bis in Richtung Weisenau gelegen und können nicht in der gleichen Perspektive als spezifisch innerstädtische Bauten gesehen werden. Da gerade die 20er in Mainz alles andere als golden waren (Französische Besatzung), ist es unmöglich, diese wenigen erhaltenen Bauten aus dem Stadtbild zu beseitigen. Wünschenswert wäre eine Nutzung der Neutorschule für alle Bevölkerungsschichten und mit einer langfristigen, höchst lebendigen Nutzung. Es kann auch nicht unerwähnt bleiben, daß sowohl in Mainz als auch in anderen Städten im Zeitraum der 60er bis 80er Jahre Tatsachen geschaffen wurden, die zwar mit ungeheuerlichem Tamtam als ultimative Lösung mit Bestandsgarantie für die Ewigkeit angepriesen wurden, doch mittlerweile offensichtlich ihre Halbwertszeit schon überschritten haben. Die Qualität der Bauausführungen z.B. von Gründerzeitbauten und auch des folgenden Zeitabschnitts bis Ende der 20er ist so überragend, daß eigentlich klar sein müßte, daß man diese Qualität nie mehr wieder erreichen wird. Wenn nur die Verantwortlichen das Verständnis für die Neutorschule etwas intensivieren könnten... Sie wäre in 50 Jahren immer noch ein Gebäude, das ganz selbstverständlich zur Stadt gehört.
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    • @ Däne: quite soon.

      Um mal von etwas anderem als dem wohl kommenden ECE-Center zu sprechen, mal kurz einen Blick auf zwei weitere Projekte:

      Die Sanierung des Schlosses läuft leider des lieben Geldes wegen nur in winzigen Schritten vorwärts. Dennoch darf man sich über den Fortschritt in einem Detail freuen: die Porträt- und Büstengalerie über den Fenstern des 1. und 2. Stocks.
      Die jetzige Galerie ist das Ergebnis der Sanierung nach der Jahrhundertwende. Die Frage, wie die originale Galerie zur Bauzeit ikonographisch gestaltet war, wird sich durch den starken Verfall des Schlosses im 19. Jhd. nicht mehr so ohne weiteres beantworten lassen, auch sind Quellenlage und bisherige Bauforschungen suboptimal. Zur Komplettierung wurde etwa um 1910 eine neue Galerie konzipiert. Neben den Büsten einiger Persönlichkeiten des alten Griechenlands wurden zum einen insbesondere die Porträtbüsten der römischen Kaiser, zum anderen Personen, die mit der Geschichte der Stadt Mainz und des Kurstaates in Verbindung stehen, geschaffen. Da zwischen den Büsten von Solon und Äschines eine Lücke war, ergab sich durch Forschungen der Kunsthistorikerin Dr. Luzie Bratner mittlerweile Klarheit über das gesamte Programm und sie identifizierte die fehlende Büste als die von Lykurg, dessen Büste nun nachgeschaffen und ab April die gesamte Galerie sowohl zur Rheinseite hin als auch im Schloßhof wieder vervollständigen wird.

      In der Oberstadt finden zur Zeit Grabungen auf dem Areal des ehemaligen Fort Elisabeth statt. Nun sind die Fundamente des Blockhauses, das als Pulvermagazin diente, freigelegt worden. Das Fort entstand 1733/34 hauptsächlich unter dem Kurfürsten Philipp Karl von Eltz-Kempenich unter der Meisterhand von Maximilian von Welsch und wurde 1907 aufgelassen. Die Fundamente und Mauerreste des Blockhauses sind extrem gut erhalten. Ob man die Reste erhalten wird, ist mir derzeit noch unbekannt.
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    • Wie leider nicht anders zu erwarten, ist auch nun Maxl von Welschs Blockhaus am Fort Elisabeth nach 105 Jahren wieder ans Licht getreten, einzig und allein mit dem Hintergrund, daraufhin für immer mit der Begründung der Notwendigkeit einer Tiefgarage zu verschwinden. Der herausragende Überlieferungszustand hätte es als wünschenswert erscheinen lassen, es bei einer Baumaßnahme in dieselbe mit einzubinden. Leider ist die Beseitigung der Bodendenkmäler in situ seit nun über 60 Jahren zum regulären Gebrauch sowohl des politischen als auch des Tagesgeschäfts der mit dem Abriß betrauten Unternehmen geworden. Der Erhalt des Römischen Isistempels ist nicht dem Interesse der städtischen Verantwortlichen, sondern dem massiven Protest der Bevölkerung zu verdanken. Mainz verliert damit in relativer zeitlicher Dichte nach den Resten der Bastion Nikolaus im Gebiet des Winterhafens und den Resten des Stadionschen Wasserpalais am Rhein, das im Kontext mit unserer herausragenden und berühmten Favorite stand, nun ein weiteres Zeugnis aus seinem goldenen Zeitalter.
      Mit dem Blockhaus verschwindet nun ein weiteres Zeugis eines der bedeutendsten barocken Festungsbaumeister Deustchlands, der in Mainz unter anderem auch die Bauleitung für die Favorite trug, dessen neues Zeughaus heute noch zu den bedeutendsten Profanbaudenkmälern der Stadt gehört, dessen Hochaltar in St. Quintin glücklicherweise wieder rekonstruiert wurde, aber dessen Festungsring, Hochaltäre von Liebfrauen und der Kartause nicht mehr vorhanden sind.
      Daß die Reste des Blockhauses überdies auch ein Zeugnis darstellen von dem gleichen Meister, der außerhalb von Mainz in Festungsbauten, in der Statthalterei und im Packhof in Erfurt, in der Festung Marienberg und der Schönbornkapelle in Würzburg, in der Abteikirche zu Amorbach, in den Schlössern zu Biebrich, Pommersfelden, Gaibach, Bruchsal, Tettnang, dem Deutschordenshaus in Sachsenhausen, der Orangerie in Fulda, dem Wambolter Hof in Worms und der Altäre in Vierzehnheiligen immer noch im Bewußtsein greifbar und präsent ist, sollte den Verantwortlichen vielleicht noch einmal ein Anlaß sein, die Sache zu überdenken.
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    • Das Gefühl, von etwas für eine mehr oder weniger lange Zeit getrennt zu sein, dürfte wohl für den einen oder anderen nicht ganz fremd sein - nun ist nach halbjähriger Sanierung, die naturgemäß auch eine Verhüllung der Fassade nach sich zog, endlich wieder mein äußerst geliebter Kleiner Elefant, Augustinerstraße 73, wieder gegenwärtig.
      Bei diesem sowohl die Straße als auch das Stadtbild prägenden Bau handelt es sich in seiner Konstruktion um einen Fachwerkbau aus der Zeit um 1780, dessen zweiachsige Fassade mit drei Obergeschossen und einem Mansarddach als einzig noch erhaltenes Gebäude Louis-16-Stuckfestons und -applikationen aufweist. Ein qualitativ herausragendes Beispiel Klarastraße 9, Ecke Emmeransstraße, hat das Inferno 1942-45 nicht überlebt. Wo ein weiteres bürgerliches Louis-16-Gebäude im Bereich Westdeutschlands noch präsent ist, wird erst noch zu klären sein.
      Der kleine Elefant stellt mit seinem Nachbarn Augustinerstraße 75 einen bedeutenden Point-de-vue aus der Richtung der Grebenstraße dar und bildet zusammen mit dem Spiegel in der Leichhofstraße 1 und dem kleinen und großen Gaukelstein, Leichhofstraße 4, wie auch der Heiliggrabgasse 10 (zur Weinrebe) und 12, (zum Eichhorn) das Herz der Stadt und im Zusammenspiel mit dem Westturm eines der herausragendsten Raumbilder Westdeutschlands. Ein schöneres Ostergeschenk kann man sich eigentlich gar nicht wünschen.
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