Rostock

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    • Ahoi!

      Neuigkeiten, Projekte, Informationen und Diskussionen zur Hansestadt Rostock sollen hier einen Platz bekommen.

      Mit über 200'000 Einwohnern (Tendenz steigend) ist sie die größte Stadt in Mecklenburg.
      Trotz recht gelungenen Wiederaufbaus in den 50ern und speziell auch nach der Wende gibt es noch viele städtebauliche Defizite in Rostock, sodass uns die Themen vorerst nicht ausgehen sollten. 8)


      Eine umfassende Fotoschau der Stadt findet ihr hier: architekturforum.net/viewtopic.php?f=27&t=3077

      Rostock aus der Luft: tinyurl.com/y7zhmdh
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Rostocker Stadthafen

      An dieser Stelle möchte ich eine Diskussion zum Rostocker Hafenbereich aus dem Bilderstrang aufnehmen, die wir hier im allgemeinen Teil fortführen können.


      "youngwoerth" schrieb:

      Am meisten hat mich im ansonsten städtebaulich oft recht angenehmen Rostock die Hafenfront enttäuscht. Wie kann man dieses große Potential über Jahrzehnte hinweg in solch verhunztem Zustand belassen? Mir ist keine andere Stadt bekannt, die ihre Schauseite so stiefmütterlich behandelt.


      "erbsenzaehler" schrieb:

      Wirklich nicht? Was ist mit Kiel, Mainz, Köln, Saarbrücken, Hannover, Magdeburg?
      Alles Städte mit Wasserfronten, die ursprünglich mal als Schauseiten galten. Aber heute?

      In diesem Vergleich schneidet Rostock noch ganz gut ab.
      Und was meinst du eigentlich konkret? Die Hafenspeicher wurden alle großzügig renoviert, umgebaut und werden genutzt. Auch hat man historische Kräne und Schiffe im Hafen angesiedelt. Für die angepassten Plattenbauten im Hafenbereich kann das heutige Rostock nichts.


      Ansonsten finde ich die Hafenfront, Rostocks "Schauseite", besonders vom Wasser betrachtet, durchaus imposant.


      Vollbild - gemeinfreies Material


      Sprichst du also von der Freiraumgestaltung? Die mag zwar nicht in allen Bereichen absolut überzeugend sein, aber sie gleich als "verhunzt" oder "vernachlässigt" bezeichnen? Hier ist eben nicht alles übertrieben aufgebrezelt, das finde ich aber auch nicht problematisch. Dort finden viele Veranstaltungen statt, die viel Platz benötigen (Hanse Sail, Hafenfest, Stadtfeste) - da kann man schlecht alles bepflanzen oder mit Stadtmobiliar vollstellen.

      Noch drei Impressionen dazu:

      Quelle: DerGlobetrotter, Wiki - Vollbild


      Wiki


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    • Re: Rostock

      "youngwoerth" schrieb:

      Erbse, Deine Bilder geben nicht annähernd den Zustand wieder, den ich in Erinnerung habe. Also entweder Du hast aus lauter Heimatliebe tendenziöses Material eingestellt, oder die Hafenfront ist in den letzten Jahren komplett umgestaltet worden?! Letzteres würde mich natürlich sehr freuen.

      Als ich aus der Altstadt heraus ans Warnowufer getreten bin, hatte ich eine aphaltierte und ungeordnete Einöde mit Autoparkplätzen, ungepflegten Straßenbereichen und Hafenbaracken vor mir. Allers versiegelt und lieblos, zudem war noch ein äußerst billiges Provinzfest mit alles überdröhnender "Musik" am Start. Mit "Schauseite" meine ich das, was Du in Deinem Bild aus weiter Ferne gezeigt hast. Hannover (übrigens herrlich gepflegte Schauseite mit grandiosen Blick vom Maschsee aus), Mainz, Saarbrücken - an sowas habe ich eigentlich nicht gedacht. Eher an Bremen (Schlachte mit Gastronomie), Düsseldorf, Dresden, Wismar, Schwerin, Lübeck, Hamburg, ...).
      In Rostock fehlte mir dagegen jegliche adäquate Nutzung dieser eigentlich grandiosen Schauseite - keine Gastronomie, keine gepflegte Uferpromenade (Dein eingestelltes Bild zeigt wie gesagt einen Zustand, den ich nicht kenne - oder ist das so vielleicht nur abseits der Altstadtfront?), stattdessen gestaltungsfreie Tristesse.

      Das kommt dem Zustand, wie ich ihn in Erinnerung habe, schon näher:

      http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=t0fw6mj0bmt3&scene=10919004&lvl=2&sty=b&where1=Rostock%2C%20Mecklenburg-Vorpommern%2C%20Deutschland\r
      www.bing.com/maps/?v=2&cp=t0fw6m ... eutschland
      http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=t0fw3zj0bghh&scene=10919004&lvl=2&sty=b&where1=Rostock%2C%20Mecklenburg-Vorpommern%2C%20Deutschland\r
      www.bing.com/maps/?v=2&cp=t0fw3z ... eutschland
      http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=t0ftcwj09tzj&scene=10918890&lvl=1&sty=b&where1=Rostock%2C%20Mecklenburg-Vorpommern%2C%20Deutschland\r
      www.bing.com/maps/?v=2&cp=t0ftcw ... eutschland

      Gleich vorweg: Meine "Heimatliebe" hält sich in Bezug auf Rostock aus diversen persönlichen Gründen eher in Grenzen. ;)

      Die Luftbilder auf Bing dürften übrigens recht alt sein. Anhand der Einrüstung der Marienkirche würde ich auf ~2006 tippen.
      Seitdem ist schon einiges passiert. Man hat zumindest Teile der Parkflächen anständig begrünt, einige Hafenbauten wurden aufgefrischt, neues Stadtmobiliar und Skulpturen etc. sind hinzugekommen, Museumsschiffe sind im Hafen vor Anker, Kräne wurden aufpoliert usw.

      Eines der Hauptprobleme des Rostocker Stadthafens sind seine schieren Ausmaße. Sicher bedarf es noch einiger Gestaltungsarbeit.
      Aber erstmal sollte Rostock zusehen, in der Altstadt gefährdete Bauten zu sichern. Da geht es praktisch direkt neben dem Rathaus schon los.

      Die Politik in der Hansestadt läuft auch nicht gerade nach meinen Vorstellungen. Alles sehr rot und dadurch fortschrittslahm, was die weitere Entwicklung zentraler urbaner Bereiche anbelangt. Anscheinend hütet man lieber Brachen, statt Grundstücke auszuschreiben. Da läuft es bei den "Nachbarn" Wismar und Stralsund doch deutlich vielversprechender, und das nicht allein wegen ihrem Welterbestatus.
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    • Re: Rostock

      "erbsenzaehler" schrieb:

      Man hat zumindest Teile der Parkflächen anständig begrünt, einige Hafenbauten wurden aufgefrischt, neues Stadtmobiliar und Skulpturen etc. sind hinzugekommen, Museumsschiffe sind im Hafen vor Anker, Kräne wurden aufpoliert usw.
      Das klingt ja hervorragend! Falls ich in diesem Leben nochmal da hoch kommen sollte, werde ich das staunend begutachten.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Re: Rostock

      Aber erstmal sollte Rostock zusehen, in der Altstadt gefährdete Bauten zu sichern. Da geht es praktisch direkt neben dem Rathaus schon los.


      Könntest du da konkreter werden? Ich empfand Rostock als eine Stadt, die zu gefühlt 99,9 Prozent durchsaniert ist. Das gilt auch für die Viertel drumherum. Eigentlich schade, wenn irgendwie alles schon fertig ist. Da ist es städtebaulich weit weniger spannend als in Leipzig, wo sich das Gesicht mit jeder Revitalisierung ändert. Zudem sind viele Gebäude hundsmiserabel saniert worden (meist schon in den 90ern mit Plastikfenstern und -ladeneinbauten sowie entstuckt). Dass Rostock mehr Brachen hat als Wismar und Stralsund hat m.E. zwei Gründe. Zum einen die größeren Kriegsverluste, zum anderen die m.E. fast beispiellose Zersiedelung der Landschaft mit Plattenbauten sowie Einfamilien- und Reihenhaussiedlungen. Bei dieser aus der Kontrolle geratenen Streuung ist es schwierig, das Zentrum entsprechend nachzuverdichten.

      Eine Beobachtung noch vom letzten Sommer. Die Wildwuchsbrache östlich der Altstadt wurde abgeräumt. Ob und was dort gebaut wird, weiß ich allerdings nicht.
    • Re: Rostock

      "spacecowboy" schrieb:

      fast beispiellose Zersiedelung der Landschaft mit Plattenbauten
      Zwischen Rostock und Warnemünde findet sich ein Plattenmekka, das es nicht mehr normal ist. In dieser Hinsicht ist m.E. Leipzig am besten davongekommen: Fast alles konzentriert sich in Grünau - und das liegt so geschickt und abgelegen, daß es der durchschnittliche Besucher nicht zu Gesicht bekommt. In Rostock dagegen wurde gerade der wichtigste Abschnitte zugepflastert: So ziemlich jeder Warnemünde-Tourist darf sich das antun. Und der Symmetrie halber wurde auch auf der gegenüberliegenden Stadtseite geklotzt. Die Einfamilienauswüchse markieren das nächste Extrem und machen Rostocks Peripherie letztlich zu einer der traurigsten in Ostdeutschland.
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    • Re: Rostock

      Das ist das Schicksal der meisten demographischen Aufsteiger der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Rostock war eine der wenigen Städte der DDR, die zumindest bevölkerungsmäßig von der Teilung Deutschlands profitierten. Da sich auf dem Gebiet der DDR kein größerer Überseehafen befand, musste Rostock massiv für Handel, Marine und Schiffbau ausgebaut werden und zog entsprechend viele Menschen an.

      1939 hatte Rostock 121.000 Einwohner, bei Kriegsende etwa 70.000, 1955 bereits 150.000, 1971 wurde die 200.000-Marke überschritten und 1988 der Höchststand von 254.000 Einwohnern erreicht. Hier liegt der wohl einzigartige Fall vor, dass eine Vorkriegsgroßstadt in der DDR ihre Einwohnerzahl verdoppelt hat. Dass die bauliche Expansion nicht mehr so erfolgte wie zur Gründerzeit, sondern eben jene bekannten zeittypischen Wucherungen hervorbrachte, versteht sich von selbst.

      Siehe: de.wikipedia.org/wiki/Einwohnerentwicklung_von_Rostock
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Engagement für die Rekonstruktion der Nordseite des Neuen Marktes

      Seit Oktober wohne und studiere ich in Rostock und habe architektonisch ein sehr wechselvolles Verhältnis zu dieser Stadt. Die (östliche) Altstadt aber hat trotz enormer Kriegszerstörungen - dank einer maßvollen und angepassten Bebauung der 1950er und Nachwendezeit - überwiegend ihren Reiz behalten. Mit der Kröpeliner Straße hat man eine wunderschöne hanseatische Einkaufsstraße und die Lange Straße ist, wie hier bereits festgestellt wurde, eines der besten Wiederaufbauprojekte in Deutschland.

      Worauf will ich hinaus? Der Neue Markt macht mir, wie einigen anderen auch, zu schaffen. Genauer: Die fehlende - bombardierte und/oder später abgerissene - Nordseite. Stattdessen blickt man auf ein hässliches Hochhaus aus den (vermutlich) 1960ern, im Nordosten wiederum auf eine auf einer weggebombten Fläche errichtete Grünfläche. Kurzum: Sowohl architektonisch als auch räumlich fehlt jegliche altstädtische Qualität und der Neue Markt ist nicht als Platz "erlebbar", wie es in der Fachsprache so schön heißt.

      Offenbar wird seit Jahren schon diskutiert, ob und wie die Nordseite wieder bebaut werden soll. Ich habe diese Diskussion vor Ort noch nicht erlebt, da ich erst seit wenigen Monaten hier wohne. Im Maßnahmeplan für die Städtebauliche Sanierungsmaßnahme "Stadtzentrum Rostock" für das Jahr 2011 stehen 140.000 Euro für einen "städtebaulichen Wettbewerb Bebauung Nordkante Neuer Markt" bereit. Näheres ist mir nicht bekannt.

      Wie dem auch sei: Ich bin der Ansicht, dass die Nordseite rekonstruiert werden sollte, und stehe damit sicher nicht allein. Ich würde mich gerne in irgendeiner Form dafür einsetzen. Der Neue Markt würde zu einem schönen Platz am Ende der Kröpeliner Straße werden, ja es entstünde sogar eine zweite, kleinere Platzsituation am anderen Ende der Bebauung mit der Marienkirche im Westen. Die an dieser Stelle schmerzlich sichtbare Kriegswunde könnte geschlossen werden.

      Wer hat nähere Informationen zu dem offenbar in Vorbereitung befindlichen städtebaulichen Wettbewerb? Wie hoch kann die politische Durchsetzungsfähigkeit eines solchen Rekonstruktionsvorhabens taxiert werden? Wie könnte eine mögliche Finanzierung aussehen? Sind bereits bürgerschaftliche Strukturen in Rostock vorhanden, an die man sich wenden kann, um die Initiierung eines solchen "Bürgerbegehrens" eventuell einzuleiten?

      Wahrscheinlich wirken diese Zeilen ein wenig stürmisch-naiv. Aber ich bin der Meinung, dass es möglich sein muss, den Wunsch zur Rekonstruktion öffentlich zu artikulieren und wenigstens eine Debatte anzustoßen (auch wenn Rostock derzeit arg mit dem Hickhack um ein neues Theater beschäftigt ist). Ende dieses Jahres werden übrigens Sanierung und Neubau eines Teils des Rathauskomplexes (Ostseite des Neuen Marktes) abgeschlossen. Dann dürfte doch ein guter Zeitpunkt gegeben sein, den Vorschlag zu artikulieren.

      Ich freue mich über eure Einschätzung und jedwede Resonanz!
    • Prima, dass Du Dich für ein Rekonstruktionsprojekt an der Nordseite des Neuen Marktes in Rostock engagieren möchtest. Mit Deiner Idee stehst Du mit Sicherheit nicht alleine in Rostock. Eine gemeinsame Initiative zu artikulieren ist aber natürlich trotzdem nicht so einfach. Meine Empfehlung: Stadtratssitzungen besuchen und Kontakt zu den Bauausschüssen knüpfen. In diesem Umfeld bewegen sich oft auch Architekturinteressierte mit gleichen Interessen. Hier ein kleiner Überblick über andere Reko-Initiativen in Deutschland reko-szene.blogspot.com/
      Stadtbild Deutschland OV Frankfurt am Main. Jetzt FB-Seite liken: facebook.com/stadtbildfrankfurt/
    • Durch Gründung von Interessengruppen bei StudiVZ und Facebook könnte man erst mal ein paar potenzielle Mitstreiter um sich sammeln und eruieren, wie groß bei anderen das Interesse und die Einsatzbereitschaft sind. Hat man erst genug Leute gefunden, die bereit sind, sich zu engagieren, ist die Gründung eines Vereins oder einer Initiative nur noch ein formaler Akt. Sich öffentliches Gehör zu verschaffen ist natürlich schwierig, wenn man nicht gerade Journalist ist oder sowieso im Licht der Öffentlichkeit steht. Die Meinung eines einzelnen "normalen" Bürgers interessiert kaum jemanden und am wenigsten die Politiker. Darum wäre eine Initiative mit möglichst vielen Anhängern, die groß genug ist, mediale Aufmerksamkeit zu erregen, mit Sicherheit das Beste. Aber so etwas aufzubauen und zu organisieren ist, denke ich, nicht ganz leicht. Falls es dir wirklich ernst damit ist, könntest du bei der "Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden" (neumarkt-dresden.de/) ja mal nach Rat und Tipps fragen. Dort ist man so einem Vorhaben gegenüber bestimmt aufgeschlossen.
      Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis
    • Vielen Dank für die ersten Tipps! Ich habe heute mal als erste "Amtshandlung" einen Brief aufgesetzt an den Verein zur Förderung der Östlichen Altstadt. Dieser Verein war jetzt für mich der erste Anker in Rostock, da hier offenbar Bürger organisiert sind mit ortsgeschichtlichem Interesse. Da möchte ich erstmal eine Antwort abwarten, vielleicht gibt es von dort Resonanz und Kontakte.
    • Hallo zusammen.

      Weil es Gerüchte gibt, daß die Nordseite des Neuen Marktes in Rostock wiederbebaut werden soll, habe ich mal die Hansestadt Rostock angeschrieben und nachgefragt. Nach etwa einem Monat kam diese Antwort:

      Die Neubebauung der Nordseite des Neuen Marktes ist als – langfristige – Maßnahme Bestandteil des Städtebaulichen Rahmenplanes im Sanierungsgebiet
      "Stadtzentrum Rostock“. Die bauliche Ausgestaltung dieser Häuser wird im Rahmen eines hochbaulichen Wettbewerbes gefunden werden.


      Aus Sicht des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft als zuständiges Fachamtes wird weder eine Rekonstruktion der Häuser nach historischen Vorbild noch eine ausgeprägt historisierende Bebauung Grundlage für die Wettbewerbsausschreibung werden. Wie jede Zeit, wird die zukünftige Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes architektonischer und funktionaler Ausdruck der Entstehungszeit der Gebäude sein. Mit einem Architekturwettbewerb wird die notwendige hohe Qualität gesichert.

      Wie diese "Qualität" aussehen kann, wissen wir ja alle. :unsure:
    • Na servus, das sind mir Hohlköpfe. Von der stumpfsinnigen Phraseologie die gleichen wie bei uns zu Wien. Und wie hier noch stolz auf ihre troglodytische Borniertheit, die sich auch in der Grammatik bzw Syntax manifestiert.
      Da kann man nur von Glück reden, dass sie "langfristig" nicht mehr im Amt sein werden. Und bis dahin werden sie nicht über die notwendigen Mittel verfügen.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Da kann man nur von Glück reden, dass sie "langfristig" nicht mehr im Amt sein werden. Und bis dahin werden sie nicht über die notwendigen Mittel verfügen.
      Das ist sehr zu erhoffen. Denn so sieht es für den Rostocker Neuen Markt nicht gut aus. Diese Leute würden sicher etwas Banales da hinstellen. Denen gehts doch nur um sich selbst daß sie ach so gut sozial hipp clever sind.. Auf Kosten der Lebenswelt und Geschichtstiefe eines ganzen Gemeinwesens.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
      --------------------------------------------------------------------------
      I bambini sanno che solo sbagliando s,impara.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Brandmauer ()

    • Ja, hoffen wir auf die Wirtschaftskrise, desinteressierte Investoren und klamme Kommunalkassen. Eine kurzfristige Bebauung jener Markt-Seite sollte nach Kräften verzögert und möglichst verhindert werden, bis bessere Zeiten anbrechen. Wenn man den Platz optisch fassen möchte, reicht z.B. fürs erste eine Reihe aus hohen Backsteinpfeilern als Platzhalter. Diese Lösung ist dort allemal besser, als irgendein Konsum- oder Zeitgeistobjekt.
    • ursus carpaticus schrieb:

      Da kann man nur von Glück reden, dass sie "langfristig" nicht mehr im Amt sein werden. Und bis dahin werden sie nicht über die notwendigen Mittel verfügen.

      Das Geld ist leider im Budget und wie es aussieht, könnte der Wettbewerb bereits im Herbst ausgeschrieben werden. Und dies gilt es zu verhindern. Ich werde also in den nächsten Wochen auf jeden Fall die Lokalpresse einschalten. Denn weder die Öffentlichkeit noch die Politik hat dieses Thema zur Zeit auf dem Schirm. Das könnte unsere Chance sein, zumindest eine Diskussion einzuleiten und den Wunsch nach einer Rekonstruktion oder zumindest einer historisierenden Bebauung klar zu artikulieren.
    • Aus der Ostsee-Zeitung vom 8.10.2012:

      Erster Streit um Häuserbau am Neuen Markt

      Einige Rostocker haben Angst, dass eine Bebauung der Nordkante des zentralen Platzes die Sicht auf die Marienkirche verdeckt und die Stadt um eine Attraktion ärmer wird.

      Björn Wisker
      Stadtmitte. In der Hansestadt formiert sich Protest gegen die geplante Bebauung der Nordkante des Neuen Markts. „Baut man die Seite dicht, wirkt der Platz wie ein Gefängnis“, sagt Rentner Rudi Stellmach (82). Der Blick auf die Marienkirche werde dadurch für immer verstellt. „Im Zweiten Weltkrieg kam sie schadlos davon. Die Stadt sorgt dafür, dass die Kirche auf eine andere Art und Weise zerstört wird“, sagt der Rostocker. „Die
      Marienkirche hat einen großen kulturhistorischen Wert, der Anblick muss bleiben“, sagt Anatol Weiland (24).

      Die evangelische Kirchengemeinde krisitiert die Pläne ebenfalls. „Begeistert bin ich davon keinesfalls“, sagt Tilmann Jeremias, Pastor der Marienkirche. Die Sicht auf das Denkmal sei ein Blickfang für Touristen. „Was wollen die Gäste denn hier noch an Eindrücken aufnehmen? Jeder Reisende, jede Gruppe, die hier ankommt, zückt die Fotokamera und schaut staunend auf die Marienkirche. Steht da erst mal alles voller Beton, sieht man vielleicht noch die Kirchturmspitzen“, sagt Stellmach.

      Jeremias geht noch einen Schritt weiter: Der Charakter des Neuen Markts, der zwar bis zur Zerstörung im Weltkrieg bebaut war, habe sich über die Jahrzehnte verändert. Einen alten Zustand künstlich wiederherzustellen, müsse misslingen. Alleine schon, weil der Charme alter Gemäuer und Fassaden durch moderne Häuser nicht herzustellen sei. „Ich habe jedenfalls keine Lust auf noch mehr Beton und Glas“, sagt er und ergänzt: „Dass so eine attraktive Lage entwickelt werden muss, ist klar. Meine Angst ist aber, dass das schnelle Geld im Vordergrund steht, hochgebaut wird, und das den Geist des ganzen Platzes gefährdet.“

      Skeptisch äußern sich auch Markthändler. „Niemand weiß, was hinkommen und wie das aussehen soll“, sagt Verkäufer Erdan Anouri (37). Er befürchtet, dass langfristig noch mehr Gaststätten und Billigmodeketten den Platz bevölkern. Jeremias plädiert daher für eine Umgestaltung der Nordseite mit mehr Natur. Etwa eine farbenfrohe Gartenanlage mit mehr Bäumen.

      Unterdessen treibt das Amt für Stadtentwicklung das Bauvorhaben voran. Auf der Prioritätenliste der Stadtplaner nimmt der Neue Markt einen vorderen Rang ein. 200 000 Euro sind für eine Ideenfindung zur baulichen Gestaltung des zentralen Platzes vorgesehen. So ist bereits ein Wettbewerb in Planung, in welchem Architekten Konzepte und Modelle erarbeiten werden. Im Sommer 2013 soll dieser beginnen, Baubeginn könnte ab 2014 sein. Das möchte Stellmach
      verhindern. „Wenn die Bagger anrollen und das Kind schon im Brunnen liegt, jammern wieder alle. Deshalb will ich jetzt schon aufrütteln, so dass in Rostock nicht noch mehr schlimme Bauten entstehen“, sagt er.

      Auch Pastor Jeremias hofft noch auf ein Einlenken. „Eine Bürgerbeteiligung sollte es vor der Grundsatzentscheidung geben. Ich befürchte aber, dass das anders läuft“, sagt er. Das Amt beschwichtigt: Ein Bürgerforum, wo Details des Wettbewerbs vorgestellt werden, sei fest vorgesehen. Ein Termin stehe jedoch noch nicht fest.
    • Na, das hört sich ja schon wieder toll an. So viel Ablehnung von allen Seiten. Manche tun ja gerade so, als wäre die Marienkirche nach einer Neubebauung verschwunden. Auf diesen Bildern sieht man die Wirkung. collasius.org/ROSTOCK/3-BILD/rostock-marienkirche2.jpg
      media.ostsee-zeitung.de/images…800x578_501abe2cc9c48.jpg

      Es klingt jedoch deutlich die Angst durch, daß wieder ein 08/15 Kasten mit Strichcodefenstern entsteht.
      (...) Einen alten Zustand künstlich wiederherzustellen, müsse misslingen. Alleine schon, weil der Charme alter Gemäuer und Fassaden durch moderne Häuser nicht herzustellen sei. (...)

      Diese Leute sollten davon überzeugt werden, daß die Nordseite rekonstruiert werden muss. Alte Photos müssen veröffentlicht werden, damit die Leute eine Idee haben. Bestimmt wäre die Ablehnung nicht mehr so eindeutig.
    • Ich finde das Ganze hier gar nicht so negativ.

      Es klingt vor allem die Angst vor mehr Glas und Beton durch, würde daher die Nordseite des Marktes rekonstruiert werden, so dürfte sich ein ganz anderes Meinungsbild ergeben.

      Außerdem muß man den Bürgern erklären, dass die Marienkirche erst durch die neue Bebauung die Wirkungentfaltet, wie sie im Mittelalter gewollt gewesen ist..