Plauen

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    • Klar, bhss ist indisktubel, verspricht zumindest keinerlei Mehrwert für die Stadt. atelier st mag auf den ersten Blick ganz passend wirken, wenn man den Entwurf aber mit der ursprünglichen Fassade vergleicht (siehe hier: static2.akpool.de/images/cards/47/471595.jpg), wird einem deutlich, wie plump dieses Zitat wirkt. Hier müssten die Architekten enorm überarbeiten, d.h. zuerst einen dem Original angenährten Rundgiebel nehmen, dann die Fassade überhaupt erst mal strukturieren. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass da das Können oder das Interesse an solch einer Arbeit nicht vorhanden ist. Zudem bleibt bei dem Entwurf offen, warum man dann nicht gleich rekonstruieren will. Das von den Rekonstruktionsgegnern - vermutlich vorgeschobene - Argument, dass man "mehr Licht" haben möchte, ist hier ins Gegenteil verkehrt. Im Vergleich zur historischen Fassade sind die Fenster kleiner, wirkt die Fassade abweisender. Bleibt nur noch der Entwurf von RKW. Der ist zwar nicht der große Wurf, aber architektonisch allemal am verträglichsten. wenn man denn absolut keine Rekonstruktion haben möchte. Vielleicht entschließen sich die Architekten ja noch zu Annäherungen an den historischen Zustand, beispielsweise einen aufgesetzten Giebel.
      Übrigens finde ich den Entwurf von Abelmann Vielain Pock Architekten (Ankauf) trotz Strichcode-Marotte gar nicht so schlecht. Die Fassadenflächen erscheinen mir sehr reich mit Bildschmuck ornamentiert. (Man kann sämtliche Entwürfe in einer XXL-Galerie anklicken)
    • In der Tat Heimdall, dein Bauchgefühl trügt nicht : K ö n n e n und Interesse sind offensichtlich nicht vorhanden. Man will in Plauen unbedingt nicht rekonstruieren. Zu den ausgemachten Vorteilen einer Reko hatte ich mich weiter oben ausführlich positioniert und die
      Bürger der Stadt denken ähnlich. Bezeichnend wie man in Plauen demokratische Mitbestimmung auszulegen beliebt.
    • Ich finde diesen Entwurf am besten baunetz.de/img/59922291_70fa9699ea.jpeg

      hat zwar nicht ganz die Kubatur des Ursprungsbaus aber ich finde die angedachte (Glas?) Kunst an der Fassade sehr interessant. Den Eingang könnte man vlt noch in die Mitte verlegen. Wirkt am Rand bisschen komisch. Das Teil von bhss ist indiskutabel, ein besserer Discounter- höchstens. Ein Faustschlag für alle Plauener, wenn sowas gebaut wird.

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    • Schön, dass es das Thema Plauener Rathaus-Neugestaltung hierher geschafft hat! Anlass für mich als (Neo-)Plauener hier wieder mal etwas los zu werden:

      Die drei "preisgekrönten" Arbeiten sind natürlich alles andere als der große Wurf. Mir persönlich gefällt von den dreien jener von "atelier st" noch am besten -er verfügt über einen ansprechenden Gestus, der Giebel ist grundsätzlich eine gute Idee, ebenso der Arkaden-Eingang. Allerdings ist der Vorwurf des Getreidespeicher-Designs nicht ganz unbegründet, die Fassade gehört noch überarbeitet. "RKW" ist angepasst, aber das ist auch schon alles, der dürftige und eher banale Ersatz für den leider abgewürgten Wunsch nach einer echten Rekonstruktion. "bhss" ist - wie von einem Vor-schreiber schon gesagt - indiskutabel, völlig bezuglos zur Umgebung (und dabei war das ja eine Bedingung in der Ausschreibung, trotzdem ein Gewinner...)

      Begeistert sind die Plauener selbst auch von keinem der drei Entwürfe, am ehesten freunden sich viele noch mit dem RKW-Entwurf an, zumindest führt der eindeutig bei einer Facebook-Umfrage. Am 3. Januar gibt´s eine Bürgerforum-Veranstaltung - an der kann ich leider aus Zeitgründen nicht teilnehmen - hoffe aber auf Bericht aus erster Hand.

      Grüsse in die Runde!
    • Der Entwurf von RKW hat das Rennen gemacht bei der Neubearbeitung der Rathausfassade. Meiner Ansicht nach ist das, wenn man schon keine Rekonstruktion durchführt, die beste Lösung. Der Entwurf kommt von den drei zur Auswahl stehenden Entwürfen dem historischen Vorbild strukturell am nähesten und fügt sich am harmonischten in den Altbau ein. Sicher handelt es sich bei dem RKW-Projekt nur um eine Art Füllbau, das ist aber angesichts der Situation und realen Auswahl die für das Stadtbild verträglichste Lösung.

      Plauener Rathaus: Jury einigt sich auf Favorit
      vogtland-anzeiger.de/Vogtland_…gt-sich-auf-favorit-.html
    • "Ohne zu historisierend zu wirken, passe er sich der bestehenden Bebauung besonders gut an. "Für mich ist es ein wundervoller Entwurf", so der OB."

      Wäre auch schlimm, wenn ein Neubau zu historisierend wirken würde! :augenrollen: Was da jetzt entsteht ist langweiliger Käse. Aber Hauptsache es trifft den Geschmack von Provinzbürgermeistern.
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Vom Baukörper und der Einfügung in den Altbau mag der Siegerentwurf wohl der beste sein.
      Allerdings sind die langweilig glatte, vertikal-unstrukturierte Fassade, die lieblos-modernen Fenster und natürlich auch die obligatorischen, asymmetrisch gesetzten(?) Kastengauben das, was man als Zeitgemäßheit für unbedingt erforderlich hielt - Plauen ist ja schließlich eine zukunftsgerichtete Stadt und da dürfen hässliche Akzente doch nicht fehlen.

      Allein bei der umstrittenen Bürgerbefragung der Stadtverwaltung bekam der Entwurf gut 1700 der insgesamt 2800 abgegebenen Stimmen.

      Wie wäre wohl das Ergebnis gewesen, wenn auch eine Rekonstruktion zur Auswahl gestanden hätte question:)

      Sind außer den Gaubenschiebereien eigentlich irgendwelche Überarbeitungen am Siegerentwurf zu sehen, die es angeblich gegeben haben soll?
      Mal sehen, ob der Stadtrat im Sommer nicht doch weitere Überarbeitungen verlangen wird; die CDU will ja schon mal nicht zustimmen...

      Weitere offizielle Informationen jibbet hier:
      plauen.de/de/rathaus/rathaus-o…ktuell/rathaus-neubau.php
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Ich glaube man hat noch am Eingangsbereich rumgedoktert. Am wichtigsten sind aber die Gauben, gut dass man diesen Unsinn gerade gebogen hat. Den Entwurf würde ich insgesamt als noch das Beste bezeichnen was man nach der Entscheidung gegen die Rekonstruktion (und vor allem nach den Argumenten mit denen man dies begründete) erwarten konnte. Sozusagen minimal schädigend.

      In der BILD stand so meine ich mich zu erinnen übrigens auch eine Meldung, dass der Bürgermeister eine Klage am Hals hat. Irgendjemand sei der Meinung er verschwende oder veruntreue Steuergeld da eine Sanierung des Aquariums ja möglich und zudem viel billiger wäre. Glück auf Provinz...
    • Möglich ist ja fast alles. Und vielleicht wäre eine Sanierung wirklich ein paar Euro billiger. Dann hätte man die hässlichste Bausünde der Innenstadt wieder hergerichtet. Aber was wäre dadurch für das Stadtbild und die Zukunft Plauens gewonnen?
      Nein, die gefällte Entscheidung ist in meinen Augen die Richtige (wenn man denn keine Rekonstruktion will). Insofern hoffe ich auf zügige Umsetzung.
    • Zum Rathaus natürlich das obligate Geseier : " . . . er greift historische Bauformen auf ohne historisierend zu sein . . ." Es braucht alle Kraft, um solche abstrusen Wortgemengsel des Plauener OB zu verdauen.
      Das Resultat präsentiert sich als eine von den Plauener Bürgern nicht gewollte, banale, tausendfach gesehene Kiste, die sich anschickt, das vorhandene Rathaus gründlichst zu verderben.
      Grünwiesel lässt freundlich grüßen.
    • Ich finde den nun ausgewählten Entwurf besonders schrecklich. Vielleicht kann man dem Dach etwas abgewinnen, so dass ein Anblick vom Heißluftballon positiver wirkt als bei den anderen Varianten.
      Eine Fassadenrekonstruktion wäre sicher am schönsten gewesen. Ich bin normalerweise auch kein Befürworter des Kontrastes zwischen Neu und Alt als überhandnehmendes Gestaltungsmittel, aber soweit ich die Entwürfe beurteilen kann - (habe von jedem der zwei anderen Entwürfe nur ein einziges Bild gesehen) ist der jetzt ausgewählte Klotzentwurf mit Löchern nach meinem Geschmack der banalste und langweiligste. Ehrlich gesagt, wenn man sich schon gegen einen Wiederaufbau entscheidet, dann fände ich den Entwurf von bhss für den Haupteingang deutlich repräsentativer, obwohl es natürlichauch auf die Ausführung ankommt. Ich weiß, dass es auch viele gibt, die solches ganz besonders hassen, aber es gibt auch nicht zu wenige, die diesen Stil mögen. Die jetzt gewählte Lösung ist wie gesagt einfach nur "banal" und ich kann mir eigentlich niemanden vorstellen, der damit zufrieden ist, auch wenn sicher diejenigen, die jetzt dafür gestimmt haben, etwas anderes behaupten.
    • Das Schloss der Vögte in Plauen wurde im 2. Weltkrieg zu großen Teilen zerstört. Aber es existieren durchaus noch Reste.

      Hier Bilder: bildindex.de/obj20780525.html#|home

      Nun wurde die dortige Justizvollzugsanstalt aufgegeben und das Gelände wurde (oder wird noch) zum Campus der Staatlichen Studienakademie umgebaut.

      sachsen-news.com/2012/08/10/st…-frei-fuer-neu-und-umbau/

      Das eröffnet auch neue Chancen. Derzeit findet eine Entrümpelung der noch existierenden alten Kellergewölbe statt. Im nächsten Jahr sollen die Schlossterrassen hergerichtet werden.

      freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAN…eplant-artikel8346801.php

      Zudem gibt es immerhin Ideen, das Schloss in Zukunft möglichenfalls komplett wieder aufzubauen. Nun vielleicht ist dies ja in kleinen Schritten möglich...

      swartnetz-dresden.de/grafik2010/Presseanhang_Schloss_va.pdf
    • Die Posse Rathausumbau zu Plauen geht in die nächste Runde. Mit einem Ergebnis von 23 Ja- und 16 Nein-Stimmen hat sich der Stadtrat endgültig für die Umsetzung des überarbeiteten RKW-Entwurfs entschieden. Zufrieden ist allerdings keiner, weder Wiederaufbaubefürworter noch Aquariumfreunde oder die Neubaufraktion. Stattdessen fraktionsübergreifendes Wehklagen über die Art der Diskussion und die Belanglosigkeit des Entwurfs.

      freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAN…Kritik-artikel8420496.php

      Den Vogel schießt aber wieder mal SPD-Fraktionschef Rainer Maria Kett ab. Zu Erinnerung, das ist der Mann, der eine Wiederherstellung des weggebombten Eingangs als "Größenwahn" ablehnte da Plauen heute ja nur noch halb so viele Einwohner hat wie anno dazumal.
      Herr Kett hat zu Hause Dr. h.c. Google bemüht und ist auf das Vorhaben eines Rathausneubaus in Kleve am Niederrhein gestoßen. Da hat er nun mit erschrecken festgestellt, dass der dort zu verwirklichende Entwurf genauso aussähe wie der in Plauen. Skandal findet Klett. Ein Rathaus müsse schließlich einzigartig sein.
      freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAN…-Kleve-artikel8422199.php


      Wer kann denn auch ahnen, dass schmucklose Lochfassaden nichts besonderes sind? Dass der Plauener Entwurf im Vergleich zum Altbau fassadentechnisch ein rasiertes Huhn ist war doch nun völlig klar und auch beabsichtig. Zeitgenössisch halt, scheiß egal wies dann aussieht.
    • Na ja, ist eben der gleiche Baustil. Eine völlige Kopie kann ich aber nicht wirklich erkennen. Insofern ist die Aufregung des SPD-Herren selten dumm. Hätte er für die Rekonstruktion des alten Schmuckgiebels votiert, gäbe es sein heutiges Problem gar nicht. Also, die jetzige Planung ist angesichts der Alternativen allemal die beste und passendste für das Rathaus. Nun soll man aber auch zeitnah loslegen mit dem Bau.
    • Der umzusetzende Entwurf ist, in meinen Augen, völlig in Ordnung. Wie mein Vorschreiber schon schrieb, hätte es DEUTLICH schlimmer kommen können. Wir wissen ja, zu welch Grausamkeiten Architekten fähig sind. Eine glasklare Verbesserung zum Aquarium ist es allemal. Ich würde mir nur ein angepassteres, dunkleres Fassadenmaterial wünschen. Der Entwurf sieht leicht aus wie ´ne Styropor-Wärmedämmung.

      Zu den Befürchtungen des SPD Politikers kann ich nur anmerken, daß mittlerweile unzählige sehr ähnliche Bauwerke in unserem Land verstreut herumstehen. Ist halt einfach und billig. Nur zufällig handelt es sich im Fall von Kleve & Plauen um die Rathäuser der Städte. Die Aufregung wäre wohl geringer, wenn es sich in Kleve nur um ein Wohngebäude handelte.
    • Ich werde mich wohl nie an den Stil mancher Foren gewöhnen, wo man gnadenlos verrissen wird, weil ein eifriger Journalist einen Gedanken aus einem Redebeitrag aufgreift und ihn dann gekonnt gegen alle Regeln in ein "Zitat" verwandelt. Aber wir können uns gerne in Plauen einmal treffen und uns vor Ort über den Rathausbau und andere Bausünden austauschen. Herzlichst Ihr Rainer Maria Kett