Plauen

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    • Die Große Kreisstadt Plauen ist ein Oberzentrum im Südwesten des Freistaates Sachsen. Mit knapp 68.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt des Vogtlandes und die fünftgrößte Stadt im Freistaat. Seit 1996 ist sie Kreisstadt des Vogtlandkreises, in den die bis dahin kreisfreie Stadt am 1. August 2008 eingegliedert wurde.
      de.wikipedia.org/wiki/Plauen
      plauen.de


      Nur weil kein Geld da ist, gibt es Schonfrist für eine ganze Häuserzeile. Das macht nicht viel Hoffnung...

      Marode Häuserzeilen bleiben stehen
      Private Hausbesitzer bekommen keine Fördergelder für den Abriss - Stadtverwaltung sieht derzeit keinen Ausweg


      An der Oelsnitzer Straße in Plauen stehen viele Häuser leer und sind unsaniert.
      Foto: Ellen Liebner
      Plauen. Als erster Eindruck von der Spitzenstadt Plauen wirken die mit maroden Häusern gespickten Einfallstraßen Plauens nicht gerade einladend. Und das wird auch so bleiben. Denn Fördergeld für den Abriss der verfallenden Substanz ist nicht in Aussicht. Darauf hat Antje Härtl vom Fachbereich Umwelt und Bauordnung der Stadtverwaltung am Montagabend in der Sitzung des Ortschaftsrates Straßberg aufmerksam gemacht. Sie stellte dort das Fachkonzept Städtebau und Denkmalpflege des neuen Stadtkonzeptes Plauen 2022 vor, das in den nächsten Monaten in den städtischen Ausschüssen beraten und von den Stadträten verabschiedet werden soll.

      In dem Konzept steht, wie sich die Stadt an welchen Stellen auf welche Art und Weise weiterentwickeln könnte. An der Pausaer Straße, der Oelsnitzer Straße, der Martin-Luther-Straße und anderen mit maroden Altbauten flankierten Routen bleibt die Entwicklung demnach stehen. "Gerade dort wäre es am nötigsten", erklärte die städtische Mitarbeiterin. Landesbehörden seien jedoch der Auffassung, dass mit dem Abtragen der historischen Gebäude die Identität der Städte verloren ginge. [...]

      Quelle und Vollltext mit Abbildung:Freie Presse

      Plauen aus der Vogelperspektive.
      Scheint sehr schöne Ecken mit gründerzeitlichem Bestand dort zu geben; außerhalb des unmittelbaren Zentrums schon jetzt SEHR lockerer perforierter Baubestand (Plauener Spitze eben) und genügend Riegelbebauung mit überwiegend Ü60-Bevölkerung gibt es vermutlich auch. Ein kleines Chemnitz, wie es scheint.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Eine wunderbare Zeile. Wie kann man da auch nur im entferntesten an Abriß denken? Aber stattdessen sieht man ja den Erhalt sogar als großes Übel und städtebauliche Misere an. Da zeigt sich wieder, wie extrem polarisiert die Gesellschaft in Sachen Architektur und Städtebau ist. Differenter kann man ja wohl nicht ticken?!

      In Sachen Gründerzeit möchte ich Palantir beipflichten. Ich bin auf der Strecke DD-FR sehr oft durch Plauen gekommen (war kurz nach der Wende auch in der trotz Kriegslücken ebenfalls erstaunlichen Altstadt), und schon vom Zug aus sieht man die endlosen historistischen Straßenzüge großstädtischer Machart.

      Auch die Hauptfußgängerzone außerhalb der eigentlichen Altstadt hat für Gründerzeit- und Jugendstilfans noch Erstaunliches zu bieten:
      bing.com/maps/?v=2&cp=sdgq6fj0…cene=10894160&lvl=2&sty=b
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Das mit der "am stärksten zerstörten Stadt" ist ein gerne verbreitetes Gerücht.

      In Plauen ist 1945 namentlich die Umgegend des Bahnhofes - somit auch ein Großteil der Gründerzeitquartiere zerstört worden. Die eigentliche Altstadt kam vergleichsweise glimpflich davon,mit Ausnahme des Gebiets um das Schloß (Neustadtplatz).
    • Erschreckend sind die vielen Baulücken im Stadtbbild (gleichsam erschreckend, wenn man sich bei bing "Chemnitz" aus der Luft anschaut). Stammen diese Brachen noch größtenteils aus dem Krieg oder hat dort schon der "Stadtumbau Ost" gewütet?
      Stadtbild Deutschland e.V. - OV Frankfurt am Main: facebook.com/stadtbildfrankfurt/
    • Stammen diese Brachen noch größtenteils aus dem Krieg oder hat dort schon der "Stadtumbau Ost" gewütet?


      Das ist natürlich nur schwer zu sagen und muss von Fall zu Fall geprüft werden.

      Ansonsten kann ich dir für Chemnitz diese Seite empfehlen:

      baudenkmäler-chemnitz.de
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Hallo erstmal an alle, dies ist mein erster Beitrag nach Wiederanmeldung - der alte Account ließ sich nicht wiederherstellen... aber das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht, weil sich mein Wohnort geändert hat und ich nun in Plauen daheim bin. Darum hier jetzt ein paar Anmerkungen zum Stadtbildgeschehen in der Vogtland"metropole"

      Die Probleme ostdeutscher Städte sind ja bekannt: Leerstand (in Plauen angeblich ca. 25%), Verfall der GRünderzeitviertel, Brachen, Lücken, händeringende Suche nach vermeintlich heilsbringenden Investoren... Was das Stadtbild vielleicht weniger "schön" dafür interessant macht, ist die Geschichte - der rapide Aufstieg zur GRoßstadt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, der fast ausschließlich der boomenden Textil-, im besonderen der Stickereiindustrie zu verdanken war, und der langsame Abstieg nach dem ersten WEltkrieg, nachdem es kaum mehr zu größeren Bauaufgaben kam. Dann die massiven Zerstörungen durch den Bombenkrieg, die wüste Schneisen im Stadtgefüge hinterließ, obwohl der kleine Kernbereich der Altstadt im wesentlichen erhalten blieb, vorallem in der Silhouette.

      Manche dieser Lücken wurden nach der Wende gefüllt, allerdings wenig glücklich: am zentralen Postplatz ("Tunnel") entstand ein 0815 Einkaufszentrum samt grausigem Parkhaus. Der Witz dabei: gleich gegenüber befand sich das historische ehem. Kaufhaus Horten, das ungefähr zur selben Zeit zusperrte und seitdem mehr oder weniger leer steht. Nun soll es umgebaut werden zum neuen Sitz des Landratsamts Vogtlandkreis (vgl. baunetz.de/meldungen/Meldungen…_entschieden_1005467.html)

      Bilder schick ich nach, sobald ich sie sortiert hab :)
    • So hier nun eine erste Tranche Bilder. Zuerst eine Fernsicht auf Plauen mit den Türmen der Innenstadt: Rathausturm (neobarock) und Turmpaar der Johanniskirche:




      Ein anderer - wenn man so will typischer Blick: über eine Industriebrache auf die Türme der Altstadt - auch der Schlot gehört dazu, ist ein geschichtlicher Bestandteil der Silhouette mMn:




      Jetzt das erwähnte Einkaufszentrum "Stadtgalerie" am zentralen Verkehrsknotenpunkt: aus dieser Sicht nicht unbedingt eine Katastrophe im Stadtbild, aber doch zu wuchtig und monoton mMn:




      Schlimmer ist das nebenan errichtete Parkhaus. Wie man sieht liegen "Stadtgalerie" und Parkhaus in einem Tal (ehem. Syratal) - hier bestand bis 1945 dichte Altstadtbebauung!




      Blick in das Tal mit Blick auf das Parkdeck:




      Eine Bausünde aus DDR-Zeiten: die Glasfront des Neuen Rathauses. Es gibt Absichten, die ursprüngliche neobarocke Fassade zu rekonstruieren, aber dafür ist in nächster Zeit wohl kein Geld vorhanden:




      Ein Kontrast, der weh tut: das ehem. Postamt in der Bahnhofstraße und ein weiteres Einkaufszentrum ("Kolonnaden"): links typischer, aber bewährter Historismus, rechts billige Containerarchitektur...




      Plauen bekommt demnächst eine neue Sehenswürdigkeit: ein Denkmal zur Erinnerung an die Wende 1989; Einweihung am 7. Oktober!



      Bei Interesse folgen hier gern weitere Bilder!
    • Hallo randolph carter,

      willkommen zurück im Forum (wer immer Du zuvor gewesen bist) und danke für die Ansichten von Plauen.

      Weitere Bilder sind selbstverständlich erwünscht; ich bitte aber um Eröffnung eines eigenen Galeriestranges "Plauen", zumal dieser noch nicht vorhanden ist.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Kaufhaus Horten soll zum Landratsamt des Vogtlandkreises umgebaut werden. Am Dienstag wurde eine diesbezügliche Vereinbarung unterzeichnet, wie das Innenministerium mitteilte. Das hierfür notwendige Geld teilen sich Bund und Land.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Ja, die Finanzierung dürfte stehen, bis 2014 soll das ehem. Kaufhaus umgebaut werden. Hier ein Bild der Schaufassade am Postplatz:



      Hinter der Fassade ist seit dem Umbau 1960 nicht mehr viel erhalten - ich selber war nie drinnen, habs so erzählt bekommen ("innen ist alles modern"). Dabei gab es ursprünglich einen prächtigen Lichthof, der aber zugebaut wurde. Die rückseitige Fassade des Kaufhauses an der Forststrasse sieht heute so aus:



      Nur mit sehr viel Phantasie kann man darin noch die ursprüngliche Fassadengliederung des Historismus wiedererkennen - typische Kaufhausarchitektur a la Wertheim. Über dem Gesims saßen ursprünglich drei große Zwerchgiebel.

      Den Architektenwettbewerb zum Umbau gewannen die Berliner Architekten Bolwin / Wulf: bolwinwulf.de/lavola.0.html
      Interessant die Erläuterungen zum Projekt: der Lichthof soll zwar wieder geöffnet werden, Rekonstruktionen sind aber sonst kein Thema.
    • "Campus Amtsberg" auf dem Hradschin (Stadtschloss)

      Auf dem Gelände der 2007 geschlossenen Justizvollzugsanstalt Plauen soll in den nächsten Jahren unter dem Arbeitstitel "Campus Amtsberg" ein neuer Standort der Staatlichen Studienakademie Plauen entstehen. Die Idee dazu wurde Anfang 2009 erstmals publik gemacht. Hier wäre Platz für etwa 600 Studierende der Akademie, die seit 2007 in einem ehemaligen Gebäude der Stadtverwaltung in der Melanchthonstraße untergebracht ist, dort aber aus allen Nähten platzt. Die ehemalige Haftanstalt und das Gerichtsgebäude sollen zu Seminar- und Verwaltungsräumen, Archiv und Bibliothek umgebaut und ein großer Hörsaal errichtet werden. Hinzukommen soll ein Student_innenwohnheim auf dem Areal. Und den ersten Pressemeldungen zufolge soll auch "das angrenzende Stadt-Schloss, von dem nur noch Mauerreste stehen, ... wieder aufgebaut werden".

      Der Freistaat, dem das Gelände weiterhin gehört, sollte demnach alleiniger Projektträger sein, die Kosten werden derzeit auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Ob und wann allerdings tatsächlich ein Baubeginn erfolgen wird ist noch völlig offen. Im Juni 2009 hatte die damalige sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) der Erweiterung der Berufsakademie zugestimmt. Deutlich zurückhaltender äußerte sich nach dem Regierungswechsel im September 2009 unter dem Eindruck der Finanzkrise und den damit verbundenen Steuerausfällen ihre Nachfolgerin Sabine von Schorlemer. Sie stellte lediglich fest, dass die "großzügige Liegenschaft auf dem Schlossberg gute Voraussetzungen bieten würde", die Berufsakademie zu entwickeln. Als sie in ihrer Rede in Plauen wenig später ausführte, wie es mit der Bildungseinrichtung weitergehen soll, ging sie darauf gar nicht ein. Der OB informierte beim gleichen Anlass, dass das Vorhaben als Public-Private-Partnership-Projekt verwirklicht werden soll.

      Im April 2010 wurde im Plauener Rathausfoyer eine Ausstellung mit ersten Ideen für den "Campus Amtsberg" eröffnet. Student_innen der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Fakultät Architektur in Reichenbach, hatten unter fachlicher Begleitung der Professoren Dorothea Becker und Matthias Grunwald Semesterprojekte erarbeitet, die die Etablierung der Staatlichen Berufsakademie auf dem Schlossberg zum Inhalt haben. Die Projekte liefen im Auftrag des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) als Grundstückseigentümer. Joachim Hofmann, der Leiter der Stadtentwicklung, äußerte hierzu. „Die Arbeiten sind sehr interessant und wegweisend. ... Sie stellen eine wichtige Grundlagenarbeit für die Weiterentwicklung des Standortes ‚Schloss’ dar und sollten deshalb auch unseren Stadträten und einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis gegeben werden“.

      Bislang nur ein Bild wurde auch im WWW gezeigt:
      detailx.de/hochschulen/hochsch…sbau-der-studienakademie/
      fh-zwickau.de/fileadmin/whz/pr…10_Ausstellung_Plauen.pdf

      Bilder aus der JVA:
      youtube.com/watch?v=YB3QeXT5p00

      Freie Presse Plauen, 02.01.2009
      Amtsberg: Uni statt Knast
      Studienakademie soll in früheres Gefängnis einziehen
      freiepresse.de/NACHRICHTEN/REG…GTLAND/PLAUEN/1427033.php

      Chemnitzer Morgenpost vom 10. Januar 2009
      Plauen plant Uni im Knast
      Studieren statt Sitzen, Uni statt Knast: In die ehemalige Justizvollzugsanstalt auf dem Amtsberg soll bald die Staatliche Studienakademie Plauen einziehen.
      sz-online.de/Nachrichten/Chemn…Knast/articleid-2043663PM vom 21.4.2010

      Ideen für Campus Amtsberg Plauen
      Ausstellung im Rathaus Foyer
      spitzenstadt.de/plauen/index.php?menuid=18&reporeid=2553

      FP vom 06.11.2009
      Großvorhaben in Plauen wackeln
      Freistaat in Geldnot: Zentrales Landratsamt und Campus Amtsberg in Gefahr - Leise Töne von Wissenschaftsministerin
      freiepresse.de/NACHRICHTEN/REG…GTLAND/PLAUEN/1618337.php

      FP Plauen 26.02.2010
      Plauen bewirbt sich um Gefängnis-Neubau
      Nach angekündigter Schließung der Haftanstalt auf dem Chemnitzer Kaßberg: Stadtrat wittert Chancen
      juergen-martens.info/artikel/p…h_um_gefaengnisneubau.php