Meißen

    • Ich weiss nicht wie oft wir dieses Thema schon hatten. Dass Natursteinbauten, insbesondere aus Sandstein, schwarz werden, ist völlig normal und auch gut so:
      Den Meißener Dom sandzustrahlen wäre mehr als
      kontraproduktiv. Die schwarze Kruste auf dem Stein ist historisch, schon
      in vorindustrieller Zeit nachgewiesen, und schützt den Naturstein (vgl.
      z. B. auch die Frauenkirche in Dresden-die wird auch bald wieder tief schwarz sein). Notre Dame in Paris und St. Stephan in Wien bestehen aus einem anderen Gestein, das diese Kruste nicht ansetzt,
      dort ist es einfach Dreck, den man entfernen kann. Wobei dieses
      Vorgehen gerade bei Notre Dame auch sehr fraglich ist, die Fassade ist
      geradezu geschrubbt worden, mit allen einhergehenden Substanzverlusten.

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    • Ist zwar Meißner Land und nicht Meißen direkt, aber hier zeigt sich exemplarisch die Krux des Substanzfetisch der Denkmalbehörden.

      Es geht um die Sanierung des Mohnschen Gutes in Coswig. Aufgrund des katastrophalen Zustandes ist von 3 Gebäuden nur noch eines erhalten. Auch dessen Zustand wird nicht besser und der Käufer von 2013 würde gern sanieren, müsste aber einen großen Teil zunächst abtragen und dann rekonstruieren. Dem stellt sich die Denkmalbehörde entgegen.

      sz-online.de/nachrichten/mohns…aellt-weiter-3432015.html

      Aktuelles Bild

      sz-online.de/nachrichten/bilde…nur-noch-ein-1765170h.jpg


      und so könnte es wieder werden


      sz-online.de/nachrichten/bilde…-bislang-nur-1765171h.jpg

      Bernhard Kroemer von den Freien Wählern bringt es auf den Punkt: "Wenn das Haus nach den derzeitigen Plänen wieder aufgebaut wird, würde es doch aussehen wie ein Denkmal. „Oder wollen wir noch warten, bis das dritte Haus auch weg ist?“
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

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    • Das Schloss Rothschönberg steht vor dem Verkauf. Es sollen nach Sanierung unter anderem 14 Wohnungen entstehen. Das Investitionsvolumen ist mit 1,9 Mio sehr niedrig - zu niedrig, wenn ihr mich fragt. Auch dem Gemeinderat ist das ganze suspekt und verlangt vom Investor prezisiere Angaben.

      sz-online.de/nachrichten/verka…thschoenberg-3435406.html

      In der Stadt Meißen droht zudem großflächiger Abriss an der Triebisch. Ein Unding, da von der Stadtverwaltung in "Zusammenarbeit" mit der SEEG regelrecht der Verfall und der so nachfolgende Abriss forciert wird, und dann mit landeseigenen Mitteln, also Steuergeldern abgerissen werden soll.

      sz-online.de/nachrichten/klein…t-der-abriss-3435399.html
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    • DarkVision schrieb:

      In der Stadt Meißen droht zudem großflächiger Abriss an der Triebisch. Ein Unding, da von der Stadtverwaltung in "Zusammenarbeit" mit der SEEG regelrecht der Verfall und der so nachfolgende Abriss forciert wird, und dann mit landeseigenen Mitteln, also Steuergeldern abgerissen werden soll.
      Traurig und sehr schade ist das um die historischen Häuser... :( Mit den sanierten Gebäuden an der gegenüberliegenden Uferseite machen sie doch das Gesamtbild aus. Gibt es Widerstand von Seiten einer Denkmalschutzinitiative gegen den Abriss? Vielleicht eine Online-Petition?
    • Dieses absichtliche, forcierte Verfallen lassen von historischen Häusern ist, finde ich, sogar eine Form von Vandalismus... disgust:) disgust:)

      Hoffentlich kann man die alten Häuser an der Triebisch noch retten. Man sollte sie wieder herrichten für Menschen, die nicht den dicken Geldbeutel haben um sich ein eigenes Haus zu kaufen. Für Senioren oder junge Familien, die wg. guter Erreichbarkeit von Schulen, Geschäften, Ärzten etc. lieber in der Innenstadt leben wollen.
    • DarkVision schrieb:

      In der Stadt Meißen droht zudem großflächiger Abriss an der Triebisch. Ein Unding, da von der Stadtverwaltung in "Zusammenarbeit" mit der SEEG regelrecht der Verfall und der so nachfolgende Abriss forciert wird, und dann mit landeseigenen Mitteln, also Steuergeldern abgerissen werden soll.


      Dazu folgende Ergänzung. Die Sächsische Zeitung berichtet heute über die bauliche Situation in der Meißner Fährmannstraße. Die Überschrift des Artikels lautet:

      sz-online schrieb:

      Abriss der linken Seite
      Kann man die Häuser an der Fährmannstraße nur noch wegschieben, oder wäre ihre Sanierung bezahlbar?

      Als mögliche Abrisskandidaten werden konkret die Häuser Fährmannstraße Nr. 1, 2 und 10 benannt. Zum Verständnis nachfolgend einige Hintergrundinformationen.
      Die Fährmannstraße verläuft parallel zur Triebisch, einem kleinen Zufluss der Elbe. Mit der „linken Seite“ (siehe obige Artikelüberschrift) ist die Straßenseite direkt an der Triebisch gemeint – eigentlich eine idyllische Lage mit bestem Entwicklungspotential, wäre da nicht die große Hochwassergefährdung. Diverse Überschwemmungsereignisse der letzten Jahre taten ihr übriges, um den sukzessiven Leerzug weiter zu befördern. Die nachstehend verlinkte Aufnahme aus dem Meißner Tageblatt lässt dies erahnen: Klick

      Bei dem Gebäude in der Bildmitte handelt es sich um das Haus Nr. 1 (man blickt auf den rechtwinklig von der Straße abknickenden Teil). Im Hintergrund (hinter derBrücke) sieht man die Einmündung der Triebisch in die Elbe.
      Das nächsteFoto zeigt die Fassaden der „linken Straßenseite“, aufgenommen im Oktober 2015 (Nr. 1 in Bildmitte, Nr. 2 trägt zwei kegelförmige Schatten):


      VonRainerhaufe - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, wikimedia commons


      Fährmannstraße 2:

      VonRainerhaufe - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, wikimedia commons


      Die beiden Häuser Nr. 1 und 2 in einer Aufnahme der Fotothek vom November 1992, wie folgt untertitelt: *Meißen-Altstadt, Fährmannstraße 1/2. Wohnhäuser (um 1870 [Nr. 1], um 1885 [Nr. 2]). Straßenansicht* Klick

      Und hier noch separat die Nr. 2 (Aufnahme von 1988): Klick

      Und schließlich noch die Nr. 10 (Aufnahme von 1988, Gebäude leider schon damals ziemlich entstuckt): Klick


      Die Stadt hat nun offenbar die Entwicklung dieses Areals auf der Agenda und mit diesem Ziel in letzter Zeit einige der leerstehenden Häuser aufgekauft. Glücklicherweise stoßen Abrissgedanken aber nicht auf einhellige Zustimmung. Darüber berichtet der eingangs genannte SZ-Artikel und auch das Meißner Tageblatt vom 24. März 2016:


      Meißner Tageblatt schrieb:

      Wird abgewartet, bis nichts anderes als der Abriss der maroden Häuser übrig bleibt? Dann wäre es auf alle Fälle leichter, eine Idee umzusetzen, die seit einiger Zeit diskutiert wird: die Gestaltung einer Triebisch-Promenade an der Fährmannstraße.

      Wäre sie ein Frevel oder eine Chance für das vernachlässigte Viertel? „Wir haben ein Problem, wenn wir immer mehr Brachen in die Innenstadt schlagen“, sagt SPD-Stadtrat MatthiasRost. „Die Meißner Altstadt lebt von ihrer dichten Bebauung.“ So sieht es auch Helge Landmann: Mit dem Abriss von Bebauung an der Fährmannstraße nehme man dem Quartier Chancen. „Einen so wichtigen innerstädtischen Bereich einfach zu einer Triebisch-Terrasse umzugestalten, löst dort noch keine Probleme.“
      Quelle: http://www.meissnertageblatt.de/meissen/850-abriss-in-der-altstadt-neubau-am-stadtrand

      Quelle des eingangs genannten SZ-Artikels (mit Gegenrechnung von fachkundiger Stelle, dass sich die Sanierung auszahlen könnte): Klick
    • Laut einem Bericht der Sächsischen Zeitung interessiert sich wohl eine Düsseldorfer Investorengruppe für die vom Abriss bedrohten Häuser in der Fährmannstraße. sz-online.de/nachrichten/sanierung-statt-abriss-3506795.html

      Scheint allerdings noch äußerst wage zu sein. Von einem Abriss wie ihn die Stadt anstrebt, halte ich natürlich gar nichts. So steigt eher die Gefahr auch die schon sanierten und bewohnten Häuser der Straße beizeiten zu verlieren.
    • Danke Saxonia, der Denkmalschutz hat auch etwaigen Abrissabsichten einen Riegel vorgeschoben. Leichte Nässeschäden im Dachbereich sind einzig allein durch das unsachgemäße und vorsätzliche Öffnen der Dachluken/-fenster erfolgt, sonst ist eine Sanierung mit moderatem Aufwand möglich.

      sz-online.de/nachrichten/abriss-abgelehnt-3480470.html

      Schade, ist doch die SEEG anderenorts rege in der Sanierungstätigkeit

      sz-online.de/nachrichten/oase-in-der-altstadt-3473962.html
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      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Da Arstempano nun langsam auch Ausflugsziele in der Nähe von Dresden mit "ablichtet" hier mal einige der sechs Panos die bisher online sind. Das sehr gut erhalten Stadtbild zählt ja mit zu den schönsten in Sachsen und darüber hinaus.

      Link zum Rundgang mit Start Domplatz

      Domplatz bei Nacht


      Marktplatz mit Frauenkirche


      Stadtpanorama von der Freiheit aus

      Bilder sind von mir
    • Das renaissancezeitlich-barocke Altstadtgebäude aus dem 18. Jahrhundert in der Burgstraße 23 wird nach langem Leerstand (seit den 80er Jahren) komplett saniert.

      Der Münchener Eigentümer des Renaissancehauses auf der Burgstraße 23 hat Antje Hainz und ihren Mann Andreas, die in der benachbarten Nummer 22 ihr Architekturbüro betreiben, beauftragt, das Haus wieder zu einem solchen zu machen. Das heißt, dass im konkreten Fall vor dem Aufbau der Abriss kam. Denn an das alte Renaissancehaus, das man nach allem, was man weiß, in die Zeit um 1560 datieren kann, war 1886 hinten ein Anbau angefügt worden. „Da waren alle Decken durch, wir mussten den Anbau komplett abreißen“, so Antje Hainz.

      Bruchbude wird Schmuckstück

      Bisherige Ansicht
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Es gibt gute Neuigkeiten von der Görnischen Gasse, leider noch ein Sorgenkind, was den Bauzustand vieler Häuser betrifft. Die Sächsische Zeitung meldete am 5. Februar 2017: „Hoffnung für die Görnische Gasse – an gleich 5 Häusern tut sich etwas“. Genannt werden folgende Gebäude:

      Nr.2 (vermutlich um 1560 erbaut),
      Nr.3 (erbaut 1850),

      Nr.7 (erbaut um 1680)

      VonPaulae - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, wikimedia commons

      Nr. 8 (erbaut um 1680)

      VonPaulae - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, wikimedia commons

      Nr. 33

      Von SeptemberWoman - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, wikimedia commons


      Auf das letztgenannte Haus Nr. 33, insbesondere auf den Bauherren, möchte ich etwas ausführlicher eingehen. Dieser Investor hat bereits 2 Objekte in Meißen saniert (Freiheit Nr. 5 und Rosengasse Nr. 7) – die Bilder sprechen für sich und lassen auch für die Görnische Gasse Nr. 33 ein hervorragendes Ergebnis erwarten.

      Freiheit Nr. 5, Domherrenhofder Renaissance (16. Jh.) mit Kellergewölben des 13. und 14. Jahrhunderts

      Von SeptemberWoman - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, wikimedia commons

      Weitere Ansicht
      Weitere Ansicht

      Hier der Zustand vor der Sanierung:
      Klick
      Klick

      Der Bauherr, Dr. Walter Hannot, über seine Motivation, dieses Gebäude zu sanieren:

      Dr. Walter Hannot schrieb:

      Die denkmalgerechte Sanierung und eine verträgliche Belebung eines alten Gebäudes kostet i.d.R. sehr viel mehr Aufwand und Geld als die Erstellung eines Neubaus. Meine Motivation hierfür war, etwas wieder erstehen zu lassen, das schön ist. Und andere daran teilhaben zu lassen. Etwas so zu gestalten, dass es den eigenen Lebenshorizont weit überdauern kann.
      Quelle: http://www.touristinfo-meissen.de/denkmal-route/freiheit-5.html

      Sein 2. Sanierungsobjekt in Meißen - Rosengasse Nr. 7:

      Von Paulae -Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, wikimedia commons

      Hier eine sehenswerte Fotogalerie, die den enormen Sanierungsaufwand erahnen lässt (mit vielen Bildern vom Inneren):
      Klick

      Jetziger Zustand


      Lassen wir nochmal die SäZ zu Wort kommen, die widmete dem Bauherren am 5. Oktober 2016 einen ganzen Artikel:

      Sächsische Zeitung schrieb:


      Der Häusermacher
      Walter Hannot saniert bereits das dritte Gebäude in der Altstadt – aus Ruinen werden dabei Schmuckstücke.
      […]
      Das dritte Haus, das Walter Hannot in der Altstadt saniert, ist die Görnische Gasse 33. In der Liste der Kulturdenkmale in der Altstadt ist zum Haus zu lesen: „1. Hälfte 19. Jhdt., dreigeschossiges Wohnhaus in geschlossener Bebauung, im Stil des Klassizismus erbaut; leerstehend und ruinös.“ Daran ist nichts gelogen.
      Allerdings ist die Ruine nun eingerüstet. Walter Hannot hat sie im Frühjahr in einer Zwangsversteigerung erworben. Hier können die Deckenbalken drinbleiben, weil es keinen Schwamm gibt. Dafür sieht das Treppenhaus aus, als hätte es einen Bombenvolltreffer erhalten. Hier will der Häusermacher 2018 fertig sein. Unter anderem sollen zwei behindertengerechte Wohnungen ins Erdgeschoss. Und: „Ich hätte alle Wohnungen innerhalb weniger Wochen als Eigentumswohnungen verkaufen können, der Bedarf ist riesig.“
      Eigentlich ist Walter Hannot ja studierter Historiker. Nicht nur daher rührt die Affinität zu alter Bausubstanz: „Man fasst Dinge an, die viel älter als man selbst sind, und man schafft Dinge, die einen lange überleben werden.“ Nun will der Werbefachmann sein Hobby weiter vertiefen, nicht nur auf der Baustelle, sondern auch auf der Schulbank: „Ich fange diese Woche an, in Cottbus Denkmalschutz zu studieren.“
      Quelle:
      http://www.sz-online.de/nachrichten/der-haeusermacher-3508558.html