Speicherstadt und Brauhausberg

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    • erbse schrieb:

      ... So wie die Bauten aussahen, waren sie nur unter größtem Aufwand sanierbar...


      Und? Wird ein Investor gezwungen, Denkmal-geschütze Gebäude zu erwerben und zu sanieren oder umzubauen? Ich meine, das sich hier doch wohl ehr die Groth-Gruppe explizit dazu entschlossen hat, ein Gelände zu erwerben, auf dem denkmalgeschützte Gebäude stehen. Die wurden ja nicht in einer Nacht- und Nebelaktion denkmalgeschützt, sondern waren dies schon zuvor jahrelang. Warum soll nun der Groth-Gruppe erlaubt werden, diese einfach mal so mir nichts dir nichts umzulegen? Und das auch noch straffrei? Bloß weil die sagen, wie bauen danach da ein Gebäude hin, was die Anmutung eines der ehemaligen Gebäude hat? Ist das Denkmalschutz, so wie der selbige verstanden werden soll? Dann kann künftig jeder alles machen.

      Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
      Luftpost
      Brandenburgische Bauordnung
      § 8
      Gestaltung
      (1) Bauliche Anlagen sind nach den anerkannten Regeln der Baukunst durchzubilden und so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe nicht verunstaltet wirken.
      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.
    • Ich denke da eben pragmatisch. Lieber so, als dass die Gebäude noch jahrelang weiter vor sich hinschimmeln, bis sie tatsächlich kollabieren (könnten). Zudem wird Wohnraum dringend gebraucht in Potsdam.

      Das Quartier sieht doch sehr vielversprechend aus. In Stralsund wären wir froh über solch ein Projekt auf der südlichen Hafeninsel, aber da blockiert leider noch die Hafengesellschaft...
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Siegerentwurf für die Schwimmhalle am Brauhausberg gekürt

      Hallo zusammen,

      und was bekommen wir am Brauhausberg? Würfelhusten. Und Baukosten, die über den in der SVV verabschiedeten 23 Mill. Euro liegen. Und das Ganze wird einem in der PNN auch noch als gar nicht so schlimm, wie erwartet, weiß gemacht. Warum sieht man als Bürger wieder nur den ersten Platz während die restlichen 16 Entwürfe in Schubfächern verschwinden?

      In der Märkischen sieht man dafür wenigstens die ersten 3 und darf sogar zwischen diesen drei mal Würfelhusten abstimmen. Nimmt man nun Pest oder Cholera?

      [Edit 11.07.2013] Neue Artikel in der PNN und Märkische zeigen weitere Bilder vom erstplatzierten Entwurf und beleuchten nochmals die Kostenerhöhung.

      [Edit 12.07.2013] Neuer Artikel in der Märkischen. Zitat: "In einer Presseerklärung erläuterte das Büro, ... das Konzept für den Bau: „Durch das Prinzip der Subtraktion entsteht im Inneren des Bades eine vielfältige Raumlandschaft. Aussparungen und Einschnitte in den Kubus sind teils mit Wasser als Bäder oder mit Luft als Gärten, aber auch mit funktionalen Elementen und Treppen gefüllt. Im Bereich des Familienbades wird das Potential des Gestaltungsprinzips mit dem in den Boden eingeschnittenen Badelabyrinth voll ausgeschöpft.“

      Im Preisgericht für den Bad-Wettbewerb hatte aber wohl gerade dieser Entwurf für Debatten gesorgt. Die Architektur erinnere an das Dritte Reich, hieß es. Architekten meinten, davon müsse man sich endlich lösen. Die Denkmalschützer sprachen sich komplett gegen diesen Entwurf aus.
      "

      [Edit 13.07.2013] PNN titelt, Zitat: "gezinkte Karten"

      [Edit 15.07.2013] die Märkische titelt "Weiter Diskussionen um Bad"

      [Edit 14.08.2013] die Kosten werden nun offen gelegt. Für den Erstplatzierten werden 4,5 Mio € mehr fällig, als in der SVV beschlossen. In der Märkischen nachzulesen.

      verwässerte Grüße aus der Hauptstadt der kleinen DDR
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    • Speicherstadt

      Hallo,

      heute möchte ich ein paar herbstliche Impressionen einstellen, die natürlich auch über den aktuellen Baufortschritt informieren sollen.











      Fotos: (c) Autor, 31.10.2013

      Herzliche Grüße aus der Landeshauptstadt Potsdam
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    • Hallo zusammen,

      diese zwei Neubauten, die mit dem Giebel zum Wasser stehen, haben nichts, aber auch garnichts mit den erhaltenswürdigen, alten Speichergebäuden gemein. Nicht mal die äußere Kubatur wird erreicht. Es sind nichts anderes, als Neubauten, die wenigstens mal wieder ein Spitzdach tragen. Mehr nicht. Wie die originalen Speicherbauten aussahen, die man sehrwohl zu Wohnungen oder Lofts hätte umbauen können, sieht man hier und hier.

      Diese Speicherstadt galt als einzige in Deutschland, die aus jeder Architekturepoche -seit 300 Jahren- ein bauliches Zeugniss hatte. Dieser Gesamtzusammenhang hätte nicht nur unter Städtischen, sondern Landesdenkmalschutz gehört. Und das nicht vergessen wird, was da weggerissen wurde, hier noch ein paar Bilder vom Zustand 2010:























      Scheußlich, was in den letzten zwanzig Jahren in Potsdam mit Bauten zwischen 1880 und 1950 getrieben wurde. Der Abriss der Speicherstadt reiht sich ganz wunderbar ein, in die Abrisse der ältesten Bahnhofsanlage Europas, des alten Straßenbahnbetriebshofes von 1910, der Abriss des Orenstein & Koppel-Werks, später Karl-Marx-Werk und vieler anderer, historischer und herausragender Industriebauten. Architektur des Historismus und späterer Architekturepochen haben in Potsdam keine Lobby. Und Industriebauten aus diesen Epochen schon garnicht.

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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Luftpost ()

    • Danke potsdam-fan für die neuen Bilder. Dir Luftpost muss ich natürlich recht geben, dass es leider ein Armutszeugnis der Stadt und der Denkmalpflege war, nicht mehr Bestandteile der historischen Speicherstadt zu bewahren. Gerade wenn ich mir die Photos in diesem alten Beitrag von dir anschaue, beispielsweise diese Bilder …





      ... dann kann ich deinen Ärger und deine Wut gut nachvollziehen. Zumindest die Fassaden dieser Bauten hatte man doch ohne weiteres erhalten können.

      Leider war dies nicht geschehen. Aber zumindest finde ich die neuen Giebelbauten der Groth-Gruppe hier links im Bild



      ... dem Thema "Speicherstadt" etwas angemessener als die direkt rechts benachbarten Bauten ...



      ... die ja überhaupt keinen Bezug zur historischen Speicherstadt mehr haben.

      Leider nur ein schwacher Trost ...
    • Potsdam zwischen staatssozialistischer Zurichtung und finanzspekulativem Eldorado

      Recht hat er ...

      ... einer der engagiertesten, wenn nicht sogar der engagierteste Architekt in Potsdam, der schon zu DDR-Zeiten dafür in den Knast ging und zu den vorherig noch heftiger geplanten Blöcken von Geldcassetten im stalinistischem Anlitz sprach, er sich also die Zunge vor und nach 1989 nicht verknotete.

      Etwas im Gegensatz zum städtischen Denkmalschutz und zum Landesdenkmalschutz, der sich für "Neubauten" wie das Landtagsschloss nicht zuständig fühlt und kurzzeitig überlegt hat, den FH-Block entlang der Friedrich-Ebert-Straße unter Denkmalschutz zu stellen.

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    • Brauhausberg, Schwimmhalle

      Hallo,


      Foto: GPM, aus PNN vom 28.11.2013

      heute erschien ein Artikel in den PNN, den ich niemandem vorenthalten möchte:
      pnn.de/potsdam/808382/
      Zitat:
      "Die Architekten, die unter anderem den Flughafen BER in Schönefeld und den Berliner Hauptbahnhof geplant haben...."

      Oh mein Gott. BER funktioniert in 10 Jahren noch nicht und vom Hauptbahnhof fielen Stahlträger herunter. Und außerdem glaube ich fast, daß für den genannten Preis auch ein wunderschönes Bad vom alten Niemeyer zu haben gewesen wäre.

      Aber wir haben es so gewollt.

      Schöne Grüße aus der Landeshauptstadt
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von potsdam-fan ()

    • Vielen Dank.

      Bei 0:55 und 1:05 ist ein maroder Altbau zu sehen. Wird dieser auch saniert und in das Ensemble eingepasst? Wäre jedenfalls zu wünschen, um das Areal facettenreich zu halten.

      Und, werden die derzeit als Baustellenbereich genutzten Freiflächen in und um das Areal noch angelegt, zumindest beräumt und eventuell begrünt, oder bleibt das längerfristig eine Bauschutt-Brache?
    • Hallo Heimdall,

      der Altbau gehört zur Bauanlage der alten Speicherstadt und wird heute von der links-ana... nein links-alternativen Szene genutzt. Die Stadt hat diese Gebäude erst kürzlich an den "Verein" Archiv mit der Auflage übertragen, das Gebäude zu sanieren. Was dieser Verein, als jahrelanger Nutzer, bereits seit Jahren machen sollte und wie man sieht, ganz vortrefflich gemacht hat. Schließlich musste im Herbst letzten Jahres die Bauaufsicht kommen und das Gebäude baupolizeilich schließen, dass nun endlich die versprochene Mindest-Sanierung durchgeführt wird, wobei die Stadt hier den Löwenanteil der Sanierungskosten trägt (nicht etwa der Verein, der vieles auch nur in Eigenleistung durch Baufachunkundige umsetzt).

      Die freien Bauflächen werden gänzlich mit Investorenkisten zugebaut. Alles Einheitsware, die teils noch nicht mal veröffentlicht wurden. Zumindest kenne ich die "Architekturen" in Richtung der Langen Brücke aus keiner Zeitung. Und das Ganze steht bereits seit Jahren fest. Übrigens so zugebaut, dass nicht mal mehr ein Uferweg Platz findet. Man bedenke dabei, dass an anderer Stelle in Potsdam Privateigentümer enteignet werden, um dort einen Uferweg (neu) zu installieren. Die Großinvestoren, die hier bauen, werden nicht enteignet, ja dürfen sogar bis an die Wasserkante heran bauen...

      Grüße...
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Luftpost ()

    • Aha. Und wie vertragen sich die "Links-Alternativen" (oder sind das gar "Autonome"?) mit den neu zuziehenden "Besserverdienenden"? Bekommt man dann seinen BMW regelmäßig zerkratzt, wenn man dort parkt? Fliegen die Bierflaschen ständig in die Grünanlage?

      Und: Wann sollen denn die Brachflächen bebaut werden? Gibt es einen Zeitrahmen?
    • Ich bin da nicht so skeptisch. Immerhin ist der Architekt der Gesamtanlage Christoph Kohl, und das sieht man den fertiggestellten Bauten auch an. Gegliederte Fassaden und selbst Satteldächer!, wo findet man heute neuerrichtete Stadtquartiere, die so deutlich das Kisteneinerlei zu überwinden versuchen. Reden wir das Vorhaben nicht schlecht, sondern freuen wir uns, dass auch an dieser Stelle in guter Potsdamer Tradition etwas Eigentümliches und Charaktervolles entsteht.
    • Brauhausberg, Schwimmhalle

      Hallo,

      in meinem Artikel Seite 5, Nr. 49 äußerte ich unlängst meine Zweifel zum Schwimmbad-Neubau.

      Hier zur Ergänzung ein Leserbrief in der MAZ vom 06.01.2014 (Printausgabe). Ich konnte es nicht besser formulieren. Deshalb dieses Zitat zur Kenntnisnahme. Der Verfasser spricht vielen Potsdamern aus dem Herzen :thumbup:



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    • Der Berliner Kunsthandel hat gerade diese wunderbaren Entwurf im Angebot, der zeigt, welch wundervolle Lage doch der Berg hat und dass es eine Schande wäre, diesen nicht zu nutzen:

      bassenge.com/bassenge/de/lose.…7&DET=1&ANZ=300&IMG=1&#LN

      Zitat Bassenge:

      "Busse, Carl
      Landsitz eines PrinzenEntwurf zu einem Landsitz für einen Königlichen Prinzen: Blick von der Veranda auf Potsdam mit der Nikolaikirche.
      Aquarell. 21,3 x 30,5 cm. Auf dem originalen Untersatzkarton, dort eigenh. mit Feder (mit Schablone?) betitelt "Entwurf zu einem Landsitz..." sowie bez. "Aussicht vom Speiseplatz" und "Motto Hohenzollern", unten rechts in der Hand von Carl Ferdinand Busse, dem Vater des Künstlers, bez. "die eigenhändige Anfertigung versichert an Eides statt C Busse Professor Berlin 1862.".


      Bei dem Aquarell handelt es sich um einen Wettbewerbsentwurf zu der Schinkelkonkurrenz aus dem Jahr 1862, zu der elf Architekten ihre Planungen eingereicht haben. Die Aufgabe war die Projektion eines "Landsitzes für einen königlichen Prinzen" mit Festsälen, Speisezimmern, Schlafzimmern, Gemeinschaftsräumen und Wirtschaftstrakt. Der Bauplatz war mit dem Brauhausberg angegeben, der am südlichen Ufer der Havel, der Stadt Potsdam gegenüber liegt. Carl Busse gewann mit seinem Entwurf nach den Architekten Heinrich Wiethase und August Caspar den 3. Preis. Busse studierte an der Berliner Bauakademie, wurde 1857 Mitglied des Architektenvereins und legte 1863 seine Baumeisterprüfung ab. In diesem Entwurf zeigt er mit der Planung der Terrasse mit Blick auf die Stadt mit dem Dom wie er auf die speziellen Gegebenheiten des hügeligen Terrains eingeht. Im Vordergrund steht eine Sitzgruppe, die Möbelentwürfe Schinkels sind - eine Anspielung wohl auf den Namensgeber dieses Architekturwettbewerbs. (s. Eva Börsch-Supan: Berliner Baukunst nach Schinkel 1840-1870, München 1977, S. 804)."
      "Wie schön ist es doch zu leben." Pippi Langstrumpf