Kitzingen

    • Marktstraße 27, 29, 31, Grabkirchgasse 17

      BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung (da, wo die Buchstaben "ab" des Wortes "Grabkirchgasse" stehen)

      Die Häuser Marktstraße 27, 29, 31 und Grabkirchgasse 17 im Zentrum der Kitzinger Altstadt sollen abgebrochen werden. Der Stadtheimatpfleger ist davon gar nicht begeistert, wie uns die Main-Post wissen lässt: mainpost.de/lokales/kitzingen/…t-erhalten;art773,5253350. Das Haus Nr. 31 soll 600 Jahre alt sein.

      Der gegenwärtige Zustand:
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      An dieser Stelle wäre es wirklich wichtig, die Häuser endlich wiederherzustellen. Einfach nur abzubrechen, ist einfallslos.

      Ideen von Studenten, die beweisen, welche Agressionsarchitektur den jungen Leuten heutzutage gelehrt wird, werden an derselben Fundstelle gezeigt.
    • Marktstraße 27, 29, 31, Grabkirchgasse 17

      Ein paar Bilder - im Großformat, um den richtigen Einblick zu bekommen:


      Bild 777


      Der rückwärtige Teil des Hauses Marktstraße 31 ist in schlechtem Zustand.
      Grabkirchgasse 17 ist fast nicht mehr vorhanden - man sieht hier noch den erhaltenen Teil der Rückwand (mit dem Korb- oder Rundbogen) sowie Reste der Geschoßdecke.
      Von Marktstraße 27 ist das Erdgeschoß "unvollständig" erhalten.

      Bild 778


      Bild 779


      Bild 780
    • Re: Kitzingen

      Was für erschütternde Bilder!
      mainpost.de/_/tools/diaview.ht…CMBILD=2136771#dia2136771
      Nürnberger Studeten entwickeln Ideen für den Schandfleck Markt-Cafe.
      Nürnberger Studeten haben sich Kitzingens Schandfleck Nummer ein vorgenommen.

      Der Schandfleck wird nach der brutalo Bebauung weiterhin bestehen bleiben, nur nicht in deren Augen. :boese:
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Re: Kitzingen

      Die Entwürfe der Studenten erinnern mich etwas an die meist hilflosen Versuche in der ehemaligen DDR, mittels angepasster Plattenbauten so etwas wie Altstadtflair wieder zu erzeugen. Den Vogel aber schießt das vergitterte dekonstruktive Monstrum ab. Sieht aus wie eine Schrottplatzeinfassung. Eine Steigerung in punkto Hässlichkeit dürfte da schwer werden. Und aus diesem Grund wünsche ich den für den Abriss Verantwortlichen genau diesen Entwurf, damit ihnen die Augen jahrzehntelang beim Anblick des neuen Schandflecks brennen mögen.

      Nun, vielleicht kann der Stadtheimatpfleger intervenieren und die historischen Gebäude werden wiederhergestellt. Den normalen Bürgern, die selber kaum Einfluss auf solche Entscheidungen haben, wäre es natürlich zu wünschen.
    • Re: Kitzingen

      Ein Abriss der beiden schönen alten Häuser Marktstraße 29 und 31 wäre skandalös. Ihr Ensemblewert ist unbestreitbar. Die Häuser sehen von außen betrachtet ziemlich intakt aus, ein Abriss diente lediglich zur Gewinnung einer größeren Fläche für ein Neubauprojekt. Hoffentlich setzt sich der Stadtheimatpfleger mit seinen Einwänden durch.

      Grabkirchgasse 17 ist in die Denkmalliste eingetragen, ebenso Marktstraße 30-32.

      Laut einem [url=http://www.mainpost.de/lokales/kitzingen/Stopp-der-Veroedung;art773,5326401]Mainpost-Artikel vom 13.10.2009 ("Stopp der Verödung - KIK-Chef Christof will Innenstadt-Symposion")[/url] ist in Kitzingen bereits letztes Jahr ein Projekt für ein neues Stadtquartier rund um das Bürgerbräu-Areal ("Green Belvedere"), dem Altbauten geopfert worden wären, gescheitert. Die Stadt bemüht sich derzeit um eine Belebung der Altstadt. So wichtig dies natürlich ist, gehen von solchen Langzeitvorhaben bekanntermaßen immer Gefährdungen für die Altbausubstanz aus.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Kitzingen

      [quote="[url='http://www.mainpost.de/lokales/kitzingen/archiv4712,20091108,0,10?fs%5Bpage%5D=1']'http://www.mainpost.de/lokales/kitzingen/archiv4712,20091108,0,10?fs%5Bpage%5D=1'[/url]"]Abrissbirne bleibt in der Schwebe
      (mey) Abrissbirne oder Sanierung – das Schicksal der Häuser Nummer 29 und 31 in der Kitzinger Marktstraße ist weiter ungewiss. Derzeit warte die Stadt noch auf das Gutachten eines Statikers, der die Standfestigkeit der beiden alten Gebäude prüfen soll, erklärte am Donnerstagabend...[/quote]
      Der komplette Artikel vom 08.11.09 ist leider registrierten Lesern der Mainpost vorbehalten.

      Sehr lesenswert ist auch folgender CSU-Stadtrundgang mit Stadtheimatpfleger und Architekt Dieter Bilz zu einzelnen historischen architektonischen Brennpunkten in Kitzingen (einschließlich der Marktstraße): 2009-10-21: „Es muss endlich etwas geschehen“ - CSU Ortsverband Kitzingen

      Die beiden Häuser Marktstraße 29 und 31 sind demnach übrigens im Besitz der Stadt - die häufig gehörte Argumentation städtischer Behörden, dass von Seiten der Stadt einfach nichts zu machen wäre, da man es mit Privateigentum zu tun habe, greift hier also nicht.

      Und hier das Exposé des Stadtbauamts für den Bereich Marktstraße, wo potentiellen Investoren versichert wird: "Je nach Konzept ist der Totalabbruch der verbliebenen Gebäude denkbar."
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Kitzingen

      Kitzingen.info: Stadt und Landkreis Kitzingen (von Georg Friedrich genannt)

      Danke, Georg Friedrich, für Deine Recherchen!

      Diese Ausschreibung ist ja ausgesprochen tendentiös. Dem unbedarften Leser wird - ob vorsätzlich oder naiv-gedankenlos - suggeriert, dass eine Neubebauung des Gesamtgrundstückes gewünscht wird. Die Möglichkeit des Abbruchs wird ziemlich ungeschminkt in Aussicht gestellt; die Worte "je nach Konzept" sind nur eine unverbindliche Phrase, die die Aufgabe des Feigenblattes hat, die Absicht nicht ganz so ungeschminkt ans Tageslicht treten zu lassen. Aber es kommt noch dicker! Da ist von einem "repräsentativen" Geschäftshaus die Rede und dann kommt zu allem Überfluss noch die Abbildung eines der allesamt grauenhaften Entwürfe des Studienganges Architektur der Nürnberger FH. Da weiß man gleich gar nicht, ob man lachen oder weinen soll ob solch hochgradiger Selbstlächerlichmachung und Selbstdisqualifizierung: Die Stadt gibt sich hier als einfallslos und weitgehend gleichgültig. Da nimmt man dann gleich den Siegerentwurf und signalisiert damit zweierlei: Dass man selbst keine Vorstellung davon hat, wie man so eine Baulücke wieder füllen könnte, und dass wohl auch der Bauherr Nachhilfe in dieser Hinsicht benötigt und ihm daher ganz generös die Entwürfe überlassen werden. Dass der FH-Studiengang hier bewiesen hat, dass er Denkmalschutz und Stadtbildpflege völlig konträr gegenübersteht, haben wir ja schon gesehen, aber nun geht die Stadt damit auch noch hausieren und macht sich ohne Not zum Steigbügelhalter der Modernisten. Die ganze Anzeige signalisiert, dass man wohl zu "was Modernem" tendiert, ohne eine genaue Vorstellung zu haben. Die Art und Weise, wie hilflos sich hier die Stadt darstellt, hätte ja schon fast Unterhaltungswert, wenn sie mit diesem Konzept der Gleichgültigkeit nicht ihr Stadtbild an prominenter Stelle dem Zufall überlassen und damit wohl massiv schädigen würde. Was man vom Denkmalschutz, auch hinsichtlich des Ensembleschutzes hält, wird ausreichend deutlich: nämlich ganz offensichtlich gar nichts. Die Denkmaleigenschaft der Häuser 29 und 31 wird verschwiegen, auf eine qualitätsvolle Neubebauung wird kein Wert gelegt. Das Wort "repräsentativ" soll wohl bedeuten, dass das Gebäude auffallen soll, sich also nicht einfügen, wie es der Ensembleschutz vorsieht, sondern eher provozieren, wie es der modernen Architektenschaft vorschwebt.
    • Re: Kitzingen

      "1879 ( http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?p=116383#p116383">viewtopic.php?p=116383#p116383)" schrieb:

      Ein [...] "Geheimtipp" wäre [...] die Kleinstadt Kitzingen, [...] mit sehr vielen alten Häusern in der Innenstadt, welche aber leider auch nicht von Zerbombung verschont blieb.

      Kitzingen ist übrigens schon lange Mittelstadt. Meine Meinung ist, dass Kitzingens Altstadt im Forum zu behandeln ausgesprochen ergiebig wäre. Es gibt einen umfangreichen alten Baubestand und so manches Interessante, einschließlich der Möglichkeiten zu diskutieren, wie sich das künftig entwickelt. Das wollte ich eigentlich schon mal anmerken, es gibt aber kaum Leute im Forum, die Kitzingen kennen. Ich selbst kenne es natürlich, habe aber leider bis dato kaum Bilder. Was die Altstadt zu bieten hat, wäre auch für eine Galerie sehr ergiebig.
    • Re: Kitzingen

      Marktstraße 27, 29, 31, Grabkirchgasse 17

      Angeblich wurden die Gebäude vor kurzem abgebrochen:

      Das Markt-Café direkt am Marktplatz ist inzwischen abgerissen, nachdem es einsturzgefährdet war und vom Eigentümer nicht saniert werden konnte. Was aus der Baulücke in Blickweite des Rathauses wird, ist derzeit völlig offen.
      Goldener Löwe abgesperrt | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt (Bericht zu Würzburger Straße 25, siehe nächster Beitrag)

      noch ein paar Bilder des bisherigen Zustandes:
      All sizes | Ruine Marktcafe (Hauck) | Flickr - Photo Sharing!
      All sizes | Ruine Marktcafe (Hauck) | Flickr - Photo Sharing!
      All sizes | Ruine Marktcafe (Hauck) | Flickr - Photo Sharing!
      All sizes | Ruine Marktcafe (Hauck) | Flickr - Photo Sharing!
      All sizes | Ruine Marktcafe (Hauck) | Flickr - Photo Sharing!
    • Re: Kitzingen

      Würzburger Straße 25

      Der ehemalige Gasthof zum Goldenen Löwen wurde nun "abgesperrt", will heißen, es wurde dafür gesorgt, das Passanten keine Bestandteile des Gebäudes auf den Kopf stürzen.

      Goldener Löwe abgesperrt | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt (mit Abbildung)

      Listentext der Denkmalliste:
      Gasthof zum Goldenen Löwen, zweigeschossiger Satteldachbau, 18. Jh., im 19. Jh. und um 1930 verändert; Nebengebäude, zweigeschossiger Satteldachbau, 18. Jh.

      BayernViewer-denkmal
    • Re: Kitzingen

      Wie wird Kitzingen 2060 aussehen?

      Der Kitzinger Stadtheimatpfleger Dieter Bilz macht sich hier ein paar Gedanken. Wer heute durch die Altstadt geht, stellt sich früher oder später die Frage nach der zukünftigen Situation. Vor diesem Hintergrund kann ich die Sorgen des Stadtheimatpflegers nur zu gut nachvollziehen. Denn viele Gebäude sind untergenutzt und verfallen vor sich hin. Insbesondere der Bereich der Oberen Kirchgasse und ihrer Umgebung könnte etwas mehr Pflege vertragen.

      Unsere Stadt 2060 | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt
    • Re: Kitzingen

      Wurde nur Grabkirchgasse 17 abgerissen oder der ganze Komplex einschließlich Marktstraße 29 und 31 (städtischer Besitz!)?

      "[url schrieb:

      http://www.mainpost.de/regional/kitzingen/Unsere-Stadt-2060;art773,5700598[/url]"]Daran muss man schon heute arbeiten. Denn Kitzingen hat künftig in seinem Kern genügend Fläche, die in großen Arealen zusammengelegt, modernes Wohnen in Neubauten möglich macht; mit Parkplätzen, Läden, gastronomischen Einrichtungen und Altersheimen.

      Alle öffentlichen Gebäude sind zu Fuß zu erreichen. Gute Planung, niedrige Grundstückspreise und guter Wille vorausgesetzt, ist mit Geschosswohnungsbau ein Viertel der Bevölkerung in der Altstadt komfortabel untergebracht.

      Ich glaube, ich spinne! Schlägt hier der Stadtheimatpfleger allen Ernstes vor, in Kitzingens Altstadt große Quartiere abzureißen und die "zusammengelegten" Flächen mit Parkplätzen, "Geschosswohnungsbau", Altersheimen und anderen Neubauten aufzufüllen?! Dies wird wohlgemerkt im Szenario 2 vorgeschlagen, welches als Gegenentwurf zum Horrorszenario 1 verstanden werden möchte! Mit dem Rückbau in jeder Hinsicht problematischer Neubauviertel liegt er selbstverständlich ganz richtig, aber man sollte doch meinen, ein Stadtheimatpfleger würde sich konsequent für den Erhalt, die Sanierung und den behutsamen Umbau alter Bausubstanz für neue Zwecke einsetzen.

      Der Leserkommentar ist kulturbanausendes Bauernfünfertum in höchster Vollendung - unglaublich und zum Fremdschämen. :kopfschuetteln:
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Kitzingen

      Ich habe das gerade gelesen und dachte eigentlich eher, daß das eine Satire sein soll. Dieses ganze Horrorszenario der kommenden Geisterstadt, dann das Pochen auf die Energieeffizienz, während man gleichzeitig mehr Parkplätze fordert, also die autogerechte Stadt. Dann die Phrasen vom "demokratischen Bauen":
      "Das macht frei, unabhängig."
      :lachen:
      Und dann:
      Die Stadt braucht also definitiv die Abrissbirne und Bulldozer!
      :lachen: :lachen:
      Und das kommt vom "Stadtbildpfleger". :lachen: :lachen: :lachen:
      Also, da steht zwar 24. August als Erscheinungsdatum, aber ich denke, daß das eher ein verspätet gedruckter Text zum 1. April ist. Ernst kann ich solchen Quatsch nicht nehmen.
    • Re: Kitzingen

      Nun, ich denke, diese Szenarien des Stadtheimatpflegers sind ein Stück weit Provokation. Aber eine Provokation, die zum Nachdenken anregen soll, wie es mit der Altstadt bergab geht, wenn es so weitergeht wie bisher. Wer die Entwicklung der Altstadt seit Jahrzehnten beobachtet und sicherlich mitgestaltet, der weiß, dass es mit Kitzingens Altstadt nicht zum besten bestellt ist.

      Wir sollten hier zunächst einmal wahrnehmen, dass das gegenwärtige Thema der Stadtentwicklung bei der Konversion der freigewordenen Flächen der amerikanischen Streitkräfte, den Harvey Barracks, den Larson Barracks und den Wohnsiedlungen, insbesondere den Marshall Heights, liegt. Kitzingen war die ganzen Jahre von der amerkanischen Garnison mitgeprägt und verfügt nun über Flächen, die sinnvoll in die Stadtentwicklung einzubeziehen sind.

      U. a. vor diesem Hintergrund stellt man sich die Frage, ob nun mit jeder Menge hinzugekommener Wohnbauflächen im Stadtgebiet die Altstadt als Wohnstandort noch weiter leidet und vernachlässigt wird.

      Kitzingen verfügt über eine Altstadt mit erstaunlich altem Baubestand. Dies bestrifft insbesondere das Kerngebiet zwischen Kaiser-, Luitpold-, Kapuziner- und Schrannenstraße. Hier, insbesondere im Bereich der Oberen Kirchgasse besitzt die Altstadt romantische Winkel und Ecken, die aber nicht selten stark vernachlässigt sind.

      Die letzten Jahrzehnte gab es durchaus Modernisierungen im Altstadtgefüge. Auf der einen Seite stehen Totalneubauten wie der Sparkassenblock Herrnstraße 10, daneben aber auch Objektsanierungen. Insgeamt gesehen präsentiert sich die Altstadt aber überhaupt nicht konkordant zu der einwohnermäßigen Größe der Stadt. Angesichts dieses Verfalls habe ich immer irgendwie Schwierigkeiten, die Stadt so richtig ernstzunehmen. Seriosität kontra Patina resp. Taubendreck. So ein Verfall in einer so großen Stadt ist schon fast sensationell. Und es tut sich scheinbar nichts. Da darf man sich schon mal die Frage stellen, ob die bis dato vernachlässigten Bereiche schließlich aufgegeben werden müssen und flächenhaft abgeräumt werden. Damit fällt Kitzingen aus dem Rahmen, der selbst im patinareichen Unterfranken-Durchschnitt anders aussieht.

      Und die Altstadt ist hinsichtlich der Attraktivität in punkto Einkaufen kein Vorzeigestandort; Würzburg ist einfach zu nah.

      So stellt man sich die Frage, ob es denn zu einem Paradigmenwechsel kommt, in dem das Wohnen in der Altstadt neuentdeckt wird (und nicht nur in den Marshall Heights gesucht wird) und die Altstadt als die Mitte und das funktionale Zentrum der Stadt wiederverstanden wird. Die Stadt wuchert in die Fläche und die Konversionsflächen am Stadtrand sind bestens dazu gegeignet, diese Entwicklung weiterzuführen.

      Diesem Szenario der wuchernden Stadt, die ihre Altstadt als ihre Keimzelle vergessen hat und deren Bausubstanz daher großenteils den Weg den Zeitlichen gehen wird, stellt der Stadtheimatpfleger ein anderes Szenario gegenüber: Was wäre denn, wenn wir schauen, dass wir die Altstadt wieder als unsere Mitte definieren und sie zu einem anziehenden Ort machen, in der man wieder gern wohnt, arbeitet und einkauft? Beiläufig wird erwähnt, Denkmale würden berücksichtigt und erhalten (wobei allerdings einiges in der Denkmalliste fehlt und daher mit dem jederzeitigen Verlust zu rechnen ist). Kitzingens inneres Altstadtgefüge im Bereich der Oberen Kirchgasse ist unheimlich kleinräumig, eng und verdichtet. Eigentlich genau die Voraussetzungen, romantischer als Rothenburg zu sein (Das scheint aber niemand wahrzunehmen). Aber auch die Bedingungen, als Wohnstandort unattraktiv zu sein. Das Szenario entwirft nun das Bild der sanierten, wieder mit Leben statt Verfall gefüllten Stadtmitte, die nur mit einem gewissen Verlust an Altbauten erreichbar scheint.

      Als Provokation müssen freilich die Vorstellungen eingestuft werden, die Altstadtquartiere würden bis in 50 Jahren zu großen Arealen zusammengelegt. Genau diese Großstrukturen sind freilich problematisch.

      Und deswegen denke ich, der Stadtheimatpfleger will hier wachrütteln, indem er deutlich macht, welches die Alternativen sind, wenn es so weitergeht wie bisher. Indem er deutlich macht, welches das Schicksal der Altstadt sein wird, wenn sich weiterhin nichts ändert.

      Und was die Abrissbirne betrifft: Meinem Verständnis nach gilt diese den Marshall Heights. Rückbau am Stadtrand statt Rückbau der Altstadt.


      Was den Abbruch des Markt-Cafes anbetrifft, habe ich eher den Eindruck, dass hier die Rede vom Teilabbruch von Grabkirchgasse 17 und Marktstraße 27 ist (der Zustand danach ist aus meinen Bildern ersichtlich); einen Totalabbruch auch von Marktstraße 29 und 31 halte ich für weniger wahrscheinlich. Aber ich weiß auch nur, was in der Zeitung steht und war die letzten drei Tage nicht vor Ort.
    • Re: Kitzingen

      Marktstraße 27, 29, 31, Grabkirchgasse 17

      "Georg Friedrich" schrieb:

      Wurde nur Grabkirchgasse 17 abgerissen oder der ganze Komplex einschließlich Marktstraße 29 und 31 (städtischer Besitz!)?

      Bisher ist der in meinen Bildern gezeigte Zustand noch aktuell. Aber schon wieder droht Gefahr:
      : Bauruine ums Marktcafé: Abreißen, einebnen und optisch gestalten