Alt-Cölln, Petriplatz, Spittelmarkt

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    • Mal wieder ein kurzer Artikel zum Spittelmarkt:


      Der Koloss zieht ins Depot

      Spindlerbrunnen muss Platz machen für Bauarbeiten am Spittelmarkt


      Der historische Spindlerbrunnen am Spittelmarkt wird demontiert: Am Montag begannen die Arbeiten, in den nächsten Wochen wird die fast sieben Meter hohe Brunnenanlage mit den zwei charakteristischen Schalen völlig verschwinden. Der fast 50 Tonnen schwere Koloss macht Platz für die Neubebauung des Spittelmarktes. An dessen nördlichem Teil soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, der Baubeginn soll noch im ersten Quartal sein. Ebenfalls noch in diesem Frühjahr beginnen die Arbeiten für die so genannten Townhouses entlang der Kur- und der Niederwallstraße. Und im Jahr 2007 folgt die Wiederherstellung der Kleinen Kurstraße, die nach dem Zweiten Weltkrieg für eine Grünfläche mit dem Brunnen weichen musste. Mit der Neubebauung, die der Senat im Sommer 2004 beschlossen hat, soll der Spittelmarkt attraktiver werden.

      "Der Spindlerbrunnen wird zunächst gesichert und dann eingelagert", sagt Arno Pluschke, Projektmanager bei der Deutschen Stadt- und Grundstücksgesellschaft (DSK). Die DSK hat im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Koordinierung der Arbeiten im Gebiet übernommen. Laut Pluschke wird der Spindlerbrunnen in einem Gelände des Straßen- und Grünflächenamtes Mitte am Dohnagestell in Wedding gelagert. "Dort wird er auf eventuelle Schäden untersucht und restauriert", sagt Pluschke. Mit dem Neuaufbau werde im Herbst 2006 begonnen. Im Frühjahr 2007 soll der Brunnen wieder sprudeln.

      An welcher Stelle das sein wird, ist zurzeit noch nicht klar. Denn zur Neugestaltung der Grünfläche wird es einen Wettbewerb geben, der auch die Bestimmung des neuen Brunnenstandplatzes vorsieht. "Ausgelobt wird der Wettbewerb im Februar/März", sagt Pluschke. Zunächst würden Landschaftsplanungsbüros gesucht, die sich beteiligen. Die besten Bewerber sollen dann in einer zweiten Stufe konkrete Entwürfe präsentieren. "Wir rechnen damit, dass im August oder September die endgültige Entscheidung über die Gestaltung des Parks fällt
      " [...]"

      Quelle: berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/416079.html
    • Ich hoffe dann mal, dass man ihn so lange einlagern wird, bis die Umgestaltung des Spittelmarktes (also der Straßenführung) beginnt. Dann soll er gefälligst wieder auf die Verkehrsinsel, wie es einst war! Den Modernisten müsste es eigentlich zusagen, schließlich wär es ein toller Kontrast von Alt und Neu! Und die U-Bahn wird man heute doch wohl umgehen können... :augenrollen:
    • Spittelmarkt-Umbau - in der Koalition bahnt sich Streit an

      Staat müßte 20 Millionen Euro vorstrecken

      "Die Senatsbauverwaltung treibt ihre umstrittenen Pläne für den Umbau des Spittelmarktes unbeirrt voran. Doch vor allem in der PDS, aber auch in der Fraktion der SPD, regt sich massiver Widerstand gegen das Vorhaben, in der südlichen Mitte bei erheblichen finanziellen Risiken den historischen Stadtgrundriß wieder erstehen zu lassen. "Das wird krachen", prophezeit ein einflußreicher PDS-Mann.

      Der seit Jahren schwelende Konflikt muß in diesem Sommer im Verlauf der Haushaltsberatungen für 2006/2007 ausgetragen werden: Erste Teilsummen für die Vorbereitung der Neugestaltung des Areals im ehemaligen Handelszentrum des alten Berlin sollen 2006 fällig werden.

      Insgesamt müßte die öffentliche Hand 20 Millionen Euro ausgeben, um die Gertraudenbrücke abzureißen und neu zu errichten, die Verkehrsachse Gertraudenstraße/Leipziger Straße leicht nördlich zu verschwenken und zurückzubauen, die Nebenstraßen zu erneuern, die Axel-Springer-Straße zur Leipziger durchzustechen und schließlich den Spittelmarkt als dreieckigen Platz wieder herzustellen.

      19 Millionen Euro sollen aber nicht direkt aus dem Landeshaushalt, sondern aus der Entwicklungsmaßnahme Parlaments- und Regierungsviertel finanziert werden. Damit trüge der Bund 64 und Berlin 36 Prozent der Kosten. Als die Projektliste der Entwicklungsmaßnahme jüngst überarbeitet wurde, bestand die Berliner Seite auf den Plänen für den Spittelmarkt, obwohl allein der Brückenabriß und -neubau zehn Millionen Euro kosten soll. Für 2006 sind die ersten großen Millionen-Raten vorgesehen. Kritikerinnen wie die Grünen-Bundestagsabgeordnete Franziska Eichstädt-Bohlig fordern, das Geld lieber sinnvoller auszugeben.

      Die Stadtplaner aus dem Haus des Senatsbaudirektors Hans Stimmann, der als geistiger Vater des Vorhabens gilt, machen eine andere Rechnung auf. Das Projekt werde nichts kosten, sondern über den Verkauf von neu gewonnenen Baugrundstücken 32 Millionen Euro einbringen. "Der Saldo der Einnahmen und Ausgaben ist mit 11,5 Mio. Euro positiv", schrieb Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) jetzt
      [...].

      Soviel Optimismus wollen die Kritiker nicht teilen, zumal Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) schon vor knapp drei Jahren die Pläne als "gigantische Utopie" bezeichnet hat. Die Verwaltung selbst räumt ein, daß die "Bodenpreise seit Jahren sinken". Junge-Reyer betont in ihrem Bericht, das Vorhaben sei nur in Phasen zu realisieren - was bedeutet, daß zuerst der Staat in Vorlage gehen muß, damit private Investoren die Grundstücke kaufen.

      Bisher hat der Liegenschaftsfonds zwei Grundstücke an der Nordseite der Leipziger Straße veräußert. Dort hat die Horne GmbH nach diversen Problemen mit den Baufirmen den Rohbau eines Büro- und Geschäftshauses fertiggestellt. Nebenan wurde bereits der Spindlerbrunnen abgebaut, um Platz für ein weiteres Gebäude zu schaffen. Über zwei weitere Grundstücke am Petriplatz werde verhandelt, so der Senatsbericht.

      Für die Stadtplaner geht es um einen großen Wurf: Ohne eine Initialzündung am Spittelmarkt könne die Entwicklung der südlichen Mitte, wo die Folgen der Mauer noch deutlich zu bemerken sind, nicht gelingen
      ."


      Quelle: morgenpost.berlin1.de/content/2005/02/14/berlin/734788.html
    • da bisher dort v.a. bürobebauung geplant ist, ist das projekt wirklich im moment sinnlos.
      gut verkaufen lassen sich momentan nur spezielle dinge wie die stadthäuser, aber nicht büro-klötze an einer durchgangsstr.
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Nichts gegen die Neugestaltung des Areals - vieles kann einfach nur besser werden, aber wenn ich mir diese Darstellung ansehe...
      berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/236399.html

      :keine ahnung: Wie talentbefreit ist dieser Architekt?

      Auch wenn man vom Boulevard zur offiziellen Darstellung wechselt, wird es keinen Deut besser:
      stadtentwicklung.berlin.de/pla…eude/coelln_rathaus.shtml

      Dann doch lieber den Toten Ihre Ruhe lassen und Gras drüber wachsen lassen!


      Vor wenig mehr als 100 Jahren konnte man Zeiten hoher Bauaktivitäten dagegen noch so schildern:
      zlb.de/projekte/millennium/special/rueckschau/baustelle.htm

      :( O tempora, o artes!
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Das ist wohl wahr, auch wenn es dort nur besser werden kann und der geplante Bau einigermaßen klassisch ist- Der Bezug zum alten vergessenen Cöllner Rathaus wird dem Laien völlig entgehen. Der geplante Neubau sieht aus wie eine Maschinenhalle einer Fabrik aus den Zwanzigerjahren.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Mit welcher naiven Begeisterung dieser Artikel geschrieben ist...Was ist denn daran "ausgefallen" ein Haus nach hist. Vorbild zu bauen. Wobei sich die "Inspiration" lediglich auch die Tatsache zu beschränken scheint, dass es diesen Turm und zudem noch Fenster haben wird...Und von "futuristisch" kann ja - zum Glück - wohl auch kaum die Rede sein. Ich erwarte ja keine Reko, aber son Mist steht doch schon auf der anderen Straßenseite. Die wollens einfach nicht verstehen oder ihre Fehler eingestehen.
    • "Palantir" schrieb:



      Vor wenig mehr als 100 Jahren konnte man Zeiten hoher Bauaktivitäten dagegen noch so schildern:
      zlb.de/projekte/millennium/special/rueckschau/baustelle.htm

      :( O tempora, o artes!


      Und kein Wort darüber, was das alles gekostet hat, spielte offensichtlich keine so große Rolle. Deutschland muß es um 1900 wirtschaftlich glänzend ergangen sein, Denn in jeder größeren Stadt wurde doch so bauwütig agiert.
      Nun, es waren eben noch die Zeiten als die Banken und Staaten zu wesentlichen Teilen goldabgesichert waren, die Währungen also die Goldbindung hatten, ganz im Gegensatz zu heute. Und die Misere zeigt sich gerade ... !
    • Das werden doch eh wieder alles solche trostlosen Betonklötze wie am Leipziger Platz mit quadratischen Fenstern und eckigen Fassaden..

      Wenn man sich mal das "In moderner Form wiedererrichtete Rathaus" anguckt... Sowas wird doch mittlerweile überall in Deutschland hingesetzt und dann als zeitgemäße Architektur präsentiert..

      ganz ehrlich, das kann ich auch. sogar besser...

      Hab da kein gutes Gefühl bei dem Wiederaufbau dieses Viertels.. Es wird von historischen Straßenzügen geredet und Gassen.. Da können noch so viele Gassen sein. Wenn die Fassaden alle aus Stahl und Glas sind, dann ist trotzdem kein Altstadt-flair da.

      --> mehr Rundbögen, Fenster mit Sprossen, kleinteilige Bebauung, Putz, Stein, Holz statt Glas und Stahl, das würde schon einiges ausmachen..

      Es muss ja kein mit Stuck beschmücktes Gebäude sein, aber einfache Details und leichte Orientierung an Vorkriegsbauten reichen schon aus , um alles etwas "nicht ganz so kühl" wirken zu lassen!!!
    • Vom Bebelplatz zur Molkenmarkt........

      @Memel. Vom Bebelplatz zur Molkenmarkt........

      Bin nicht überzeugt das dies gelingen wird. Am Friedrichswerder wird seit Jahren nicht historische gebaut. Die Kirche und Bauakademie werden wohl ganz alleine im moderen Umfeldt einmal dastehen.

      Alle Dächer sind flach und Fassaden sehen ziemlich monoton und uninspiriert aus. Kunst oder schöne Bauten sind hier nicht zu suchen. Reiner Investorenbauten.

      Am Mühlendamm werden auch wieder neue sächliche (investoren) Bauten errichtet, keine romantische oder inspirierende Bauten, keine Patschkes oder Stuhlemmers. Romantik, Flair????? Vorläufig nichts von dies alles.

      Tobias Nöfer (einer "Moderne") kann doch auch nur in Kuben denken. Der Entwurf des Cöllnische Rathaus hat kaum etwas mit dem malerische Vorgängerbau zu tun. Sein Entwurf: ein Witz.

      Alle Entwürfe in das neue Berlin sehen ähnlich aus: Flach, Monoton, Glasfassaden, keine Kurven, wenig anspruchsvoll.

      Es wird imdessen in der ehemalige Berliner Mitte sehr dringend nötig zwischen diese hunderte von Klotzen und Kuben (die laden doch niemand wirklich ein!) endlich etwas Anderes zu bauen. Gute Vorbilder: Hackischer Markt & Hausvogteiplatz.

      Wird in Berlin angestrebt Welthauptstadt der Kuben zu werden?
      Dann machts London, Shanghai, Hong-Kong es was modernen Bauten angeht doch wesentlich besser und in Warschau und St. Petersburg werden Altbauten doch wieder rekonstruiert.
    • Die Entwürfe auf der Webseite des Senates sind offenbar nur Studienentwürfe. Der Senat wird dort selber nicht bauen, die Entwürfe dienen nur zur Ausarbeitung der Bebauungspläne. Die tatsächlich dort eines Tages entstehenden Gebäude werden anders und untereinander differenzierter aussehen, da wohl viele andere als die beiden Architekten der Studienentwürfe zum Zuge kommen werden... Schließlich kann man keinen Bauherren zur Umsetzung eines vorgegebenen Entwurfes verpflichten...
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...
    • Petrikirche wird wieder aufgebaut?

      Es gibt bei Morgenpost ein Fotoserie mit Entwürfe, hat jemand davon gehört?

      http://www.morgenpost.de/berlin/article1104523/Petrikirche_wird_wieder_aufgebaut.html\r
      www.morgenpost.de/berlin/article ... ebaut.html

      Wikipedia Artikel:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Petrikirche_(Berlin-C\r
      de.wikipedia.org/wiki/Petrikirche_(Berlin-Cölln)

      Das ist mir neu. Nur ein Vorschlag?

      -Edit-
      Artikel:
      http://www.morgenpost.de/berlin/article1104091/Die_Petrikirche_soll_wiederauferstehen.html\r
      www.morgenpost.de/berlin/article ... tehen.html
    • Re: Petrikirche wird wieder aufgebaut?

      Danke für den Hinweis rob, das ist ja geil :schockiert:

      Ist ja wie bei Wünsch-dir-was heute, nur gute Nachrichten!

      Den Wiederaufbau der Petrikirche fordere ich schon seit Ewigkeiten, gerade weil sein Turm die historische Silhouette der Stadt derart geprägt hat. Eine Rekonstruktion wäre traumhaft.
      Offenbar sehen die Entwürfe aber zunächst mal etwas anderes vor, eine völlig neue Gestaltung der Kirche.
      Kollhoff ist dabei mit seinem Backsteinturm wieder mal am überzeugendsten, aber eigentlich ist auch das nicht das Optimum.

      Es sollte der Originalturm rekonstruiert werden! Des Kirchenschiffes bedarf es gar nicht zwingend, Kirchen werden einfach nicht mehr wirklich benötigt in Berlin. Da genügt der Turm völlig!
      Zumal das eine Ecke der Stadt ist, die ohnehin völlig umgestaltet werden muss. Das alte Cölln sollte hier wiederentstehen. Das wird aber nur möglich sein, wenn der richtige Impuls gegeben wird - durch einen originalgetreu wiederhergestellten Petrikirchturm.

      Diese Meldung hat wirklich meinen Tag vergoldet, warum hat die vorher noch niemand entdeckt? 8)
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.