Heidelberg (Galerie, Bilder teilweise gelöscht)

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    • Schöne Bilderreihe, Dr. Seltsam - vielen Dank! Da werden Erinnerungen wach...

      Die Fotos bieten einen sehr repräsentativen Überblick über diesen schönen Stadtteil, da scheint nichts zu fehlen.

      Die Weststadt ist für meine Begriffe ein Viertel mit immenser Lebensqualität - fast durchgehend gründerzeitliche Bebauung, ruhige Straßen, viele Bäume, und alles nicht weit vom Zentrum, man kann fast alles mit dem Fahrrad erledigen. Aber das Ganze hat auch seinen Preis - wie alle schönen Wohnlagen eben...
    • Der "hässliche Kasten" ist, wie schon erwähnt, das ehemalige Schlosshotel oben am Wolfsbrunnenweg, einer der besten Lagen Heidelbergs. Das Gebäude wurde 1873 gebaut. Erst vor ein oder zwei Jahren wurde es wieder eröffnet, nachdem es komplett abgerissen wurde. Damals war eigentlich geplant, die Fassade zu erhalten, aber letzten Endes musste alles abgerissen werden. Von der Stadt aus zeigt sich das Schlosshotel wie eh und jeh, da man die Hauptfassade, meines Wissens nach, komplett rekonstruiert hat. Nach hinten raus sind jetzt moderne, sehr edle Wohnungen entstanden mit dem wohl schönsten Blick auf die Altstadt und den Oberrheingraben bis Mannheim und in die Pfalz.

      Ich kann nicht ganz verstehen, dass Heidelberg hier nicht so sehr gewürdigt wird, wie es das verdient hätte. Heidelberg hat, neben dem Ritter, herausragende Gebäude des Barock wie die Jesuitenkirche, Profanbauten wie das Palais Rischer, das Medersche Haus, die Hofapotheke, das Haus Cajeth, das Palais Boisserée, den Wormser Hof, das Haus Buhl, Haus Nebel, Haus Traitteur, das Palais Weimar, die Alte Universität, das Karlstor und so weiter. Das barockisierte Brückentor aus dem 14. Jahrhundert, die Heiliggeistkirche, der weitläufige Marstall, die Peterskirche und der Hexenturm stellen leider die letzten mittelalterlichen Reste der Stadt (Bzw. Altstadt) dar. Weiterhin herausragend dürfte die im Jugendstil erbaute Universitätsbibliothek von Josef Durm ( 1902 begonnen ) sein. Wohl eine der schönsten Universitätsbibliotheken Deutschlands. Und natürlich eine der größten und bedeutendsten. ;)

      Alles in allem ist Heidelberg für mich eine der schönsten, lebendigsten, interessantesten Städte Deutschlands. Und das städtebauliche Elend in der Kurfürstenanlage wird auch schrittweise behoben. Mehr oder weniger. ^^

      P.S.: Bei Zeit stelle ich Bilder ein. Auch vom Alten Städtischen Hallenbad, das gerade komplett saniert wird und, leider, in ein Einkaufszentrum umgewandelt wird.

      Beste Grüße aus HD
    • Grimminger schrieb:

      Kurfürstenanlage

      = Verbindung zwischen Bahnhof und Altstadt: heidelberg - Google Maps

      Was hat es damit auf sich? Kann mir jemand erklären, wie das im unversehrten Heidelberg möglich war? Wie sah die Gegend ursprünglich aus?
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Grimminger schrieb:

      Von der Stadt aus zeigt sich das Schlosshotel wie eh und jeh, da man die Hauptfassade, meines Wissens nach, komplett rekonstruiert hat. Nach hinten raus sind jetzt moderne, sehr edle Wohnungen entstanden mit dem wohl schönsten Blick auf die Altstadt und den Oberrheingraben bis Mannheim und in die Pfalz.


      :wie:
      Schlosshotel Heidelberg

      img.fotocommunity.com/images/B…chlosshotel-a24545958.jpg

      liselotte-bloggt.de/2011/03/03/wohnen-im-schlosshotel

      liselotte-bloggt.de/2010/11/21/geschichte-der-schlosshotels1
      liselotte-bloggt.de/2010/11/21/geschichte-der-schlosshotels2

      Aber schön, dass der Ausblick aus dem Kasten wenigstens genehm ist; hügelan ist das natürlich nicht ganz so.

      Ansonsten:
      Danke an Dr. Sesam für die Bilderserie - ein sehr angenehmes, mitunter auch pittoreskes Stadtbild in natürlich toller Lage; allerdings scheinen wohl einige Häuser hinsichtlich der Fenster Verbesserungspotenzial zu haben. Ich freue mich auch auf Bilder vom Heidelberger Schloss.

      EDIT - @youngwoerth: Heidelberg möchte doch so gerne auch mitmachen...
      heidelberg.de - Bebauungsplan Kurfrsten-Anlage
      bau-immobilien-trends.de/heide…ten-anlage-auf-guten-wege .
      kalkmann-wohnwerte.de/uploads/…rstencarre-luftbild-1.jpg
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Die Kurfürstenanlage in HD ist im Prinzip die ehemalige Bahnstrecke. D.h. der ehemalige Hauptbahnhof befand sich dort, wo der heutige Ebertplatz ist. Schon zu Vorkriegszeiten sollte der Hbf abgerissen und an den heutigen Standort verlegt werden. Da der Krieg ( Also der 2. ) dazwischenkam, musste das ganze Projekt bis in die 50er Jahre verschoben werden. 1955 konnte der neue Hauptbahnhof eingeweiht werden, eine kleine Tafel erinnert hieran. Wurde damals noch vom Bundespräsidenten persönlich eingeweiht. Das ehemalige Bahngelände, die heutige Kurfürstenanlage, wurde, zumindest im oberen Teil am Ebertplatz, im Stil der 50er Jahre bebaut. Hier sind vor allem die Bankgebäude von Sparkasse und Volksbank zu nennen, die als Solitäre durchaus einen ästhetischen Reiz aufweisen und meiner Meinung nach sehr schöne und hochwertige Gebäude darstellen. Der Rest der Anlage bis zum Römerkreis und von dort dann bis zum neuen Hauptbahnhof ist in der Tat nicht schön anzusehen. Hier befanden bzw. befinden sich Verwaltungsgebäude, vor allem aus den 60er und 70er Jahren. Das Gericht, das Landratsamt, Stadtwerke etc. Erst am Hbf fällt dann die sog. Print Media Academy mit einer schönen Skulptur von Jürgen Goertz davor, wieder positiv auf.

      Zu den Gerichtsgebäuden: Die alten Gebäude werden momentan abgerissen, zwei von dreien sind schon gefallen. Anstelle dessen entstand ein neues Gerichtsgebäude, das in seiner Architektur eher belanglos ist, aber eine große Verbesserung zum vorherigen Zustand darstellt.

      Landgericht Heidelberg - Startseite

      Landgericht Heidelberg – Wikipedia
    • Vielen Dank, sehr aufschlussreich. Schade, dass das Projekt nicht vor dem Zweiten Weltkrieg verwirklicht werden konnte.

      Grimminger schrieb:

      das in seiner Architektur eher belanglos ist
      Allerdings. Der übliche austauschbare Modernistenkubus in Alpinaweiß. Hat mit Heidelberg so viel zu tun wie ne Vanilleschote mit Weißkohl.
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    • Gutes Zitat, aber das ist leider der Trend, vor allem in großen, (relativ) intakten Städten. Gerade Städte wie Heidelberg, Erfurt, Wiesbaden oder Leipzig, die noch eine Fülle an Historischem besitzen, setzen oft solche "Kontraste". Man will ja modern sein und hat ja genug von dem alten Zeug rumstehn, also hört jetzt endlich auf zu maulen. Schließlich muss die Moderne auch mal zu ihrem Recht kommen (Ironie-Modus aus) :rolleyes:

      Aber Spaß beiseite. Dieses Viertel stört wenig. Neuenheim, die Altstadt und die Weststadt sind weitgehend intakt, ein riesiges Areal.
      Der Rest unterscheidet sich leider kaum von jeder x-beliebigen westdeutschen Wiederaufbaustadt. Im schönen Heidelberg fallen Bausünden halt um so krasser auf. :unsure:
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Pfälzer Bub schrieb:

      Dieses Viertel stört wenig.

      Das sehe ich anders. Standesgemäß ist ausgerechnet der hochfrequentierte Abschnitt zwischen Ankunft (Bahnhof) und Aufenthalt (Altstadt) verdorben, sowas mag ich überhaupt nicht. Demgemäß hat dieses eigentlich kleine Areal beachtlich meinen Eindruck von der Stadt mitgeprägt, denn ich bin den elenden Kilometer zu Fuß vom Bahnhof in die Stadt gelaufen. So hatte ich mir Heidelberg nicht vorgestellt. Das Areal ist relativ gesehen nicht groß, aber dafür äußerst destruktiv.
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    • Das stimmt schon. aber vergiss nicht, dass sich an der Stelle dieses Viertels nur ein öder Schienenstrang befand. Die Kurfürsten-Anlage selbst könnte als Straße sehr schön sein. Soweit ich weiß, ist der Grünstreifen aber auch nicht sonderlich gepflegt. Kann sich aber geändert haben, war dort schon länger nocht mehr.

      Ich besitze 2 Bücher, die in diesem Zusammenhang sehr aufschlußreich sind. Es handelt sich um Luftaufnahmen aus den frühen 60ern und der damaligen Gegenwart (2000?) vom selben Fotografen (Lossen heißt der mit Nachnamen).
      Das erste zeigt eine völlig intakte Vorkriegsstadt. Im zweiten sieht man, wie übel man HD mitgespielt hat, und das fast nur durch "Lückenschlüße" und verkehrsgerechten Ausbau der Infrastruktur :unsure: . Der Bismarckplatz, an und für sich nie ein besonders schöner aber urbaner Platz, wurde zB. völlig ruiniert. HD ist übrigens eine der Städte, die man tunlichst nicht mit dem Zug besuchen sollte, deinen Eindruck von der Stadt wird jeder Zugreisende haben, der Bahnhof trägt sein übriges dazu bei. Tipp: Am Bahnhof in die S-Bahn Richtung Eberbach umsteigen, "HD-Karlstor" aussteigen und die Altstadt "von hinten aufrollen". Das Karlstor als Entree ist auch attraktiver als der eigentliche Bahnhof.

      facets.kip.uni-heidelberg.de/i…9_WalkThroughKarlstor.JPG
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    • Der Grünstreifen ist tatsächlich nicht schön. Vor allem an den Brunnenanlagen am Römerkreis ist der Aufenthaltswert nicht wirklich groß. Hängt dann auch damit zusammen, dass sich hier traditionell viele Obdachlose treffen. Über eine Neugestaltung weiß ich nichts. Da stehen momentan andere Sachen in der Stadt im Vordergrund.
      Der Bismarckplatz an sich ist ein sehr unattraktiver Platz, wurde jedoch auch großteils seiner alten Bebauung beraubt. Auffallend ist heute vor allem der sehr große Kaufhof, der durch Eiermanns "Hortenkacheln" einen gewissen Reiz hat (Für Fans dieser Architektur zumindest). Im Westen befindet sich die Atos-Klinik (Damals gebaut von einem gewissen Jürgen Schneider ;) ) und das zugehörige historische Marienhaus. Die Nordseite ist eine Grünanlage mit Bismarckdenkmal und im Osten, am Eingang zur Altstadt, befindet sich das DHC, das Darmstädter-Hof-Zentrum. Im Zuge der Flächensanierung der Heidelberger Altstadt in den 70er/80er Jahren wurde hier ein ganzes Quartier abgerissen und danach in angepassten, historisierenden Formen wiederaufgebaut. Hier befindet sich auch das neue Hallenbad. Gegenüber ist die neue Hofapotheke, ein sehr schönes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

      Meine persönliche Einschätzung zur Gesamtsituation in Heidelberg:
      Heidelberg vereint unterschiedlichste Viertel vielfältigster Prägung. Die Stadt bietet im Prinzip seit 1693 alles, was es seit damals an architektonischer Entwicklung gab. Die Altstadt ist in ihrer Geschlossenheit in Baden-Württemberg natürlich einzigartig! Die Lage und die Verknüpfung aus Stadt, Land, Fluss ist wunderschön. Der Arme-Leute-Barock besticht durch seine Vielfalt, trotz extrem begrenzter Schmuckformen (Oberlichter, Ohrenfenster, Eckmadonnen, Zwerchhäuser). Kommt dadurch zustande, das jedes Haus in Breite, Höhe und Farbe leicht variiert. Die Bausünden sind zum Glück sehr begrenzt. Bergbahntalstation, Kaufhof in der Hauptstraße, Bibliothek des theologischen Seminars, Neuphilologische Fakultät, Triplex-Mensa. Mit Abstrichen noch Herrenmühle. Heute ist einigermaßen schönes Wetter, vll schaff ichs Fotos zu machen.

      Zur Altstadt gesellen sich noch:
      Weststadt: Gründerzeitviertel, s.o.
      Bergheim: V.a. durch das ehemalige Klinikum Bergheim geprägt, Aktienbrauerei, Altes Hallenbad, einige Gründerzeitler, das neue Viertel bei der alten Glockengießerei, nicht wirklich spektakulär
      Neuenheim: Ehemaliges Dorf, hier schon römische Besiedlung, teils noch Dorfcharakter, viel Gründerzeit, Villenviertel, sehr grün. Wunderschön zum Wohnen! Auch für Studenten.
      Handschuhsheim: Heute noch sehr dörflicher Charakter. Wunderschön, Fachwerkhäuschen, die Tiefburg, Schlösschen mit Schlossgarten. Sehr familienfreundlich, wie die Weststadt im Übrigen auch.
      Südstadt: Bekannt durch den Bergfriedhof, einer der schönsten Friedhöfe die ich kenne, hier liegt viel Prominenz. Ansonsten viele Gebäude vom Anfang des 20 Jahrhunderts und der Zwischenkriegszeit.
      Rohrbach, Kirchheim:
      Dörflicher Charakter, viele Gebäude aus dem 20. Jahrhundert
      Emmertsgrund/Boxberg: Jede Stadt braucht ihr Skandalviertel. Der Emmertsgrund und Boxberg, 70er Jahre, genießen einen sehr schlechten Ruf. Sozialwohnungsbau und Mietshochhäuser, viel Kriminalität, Immigrantenviertel. Der Emmertsgrund und Boxberg liegen leider herrlich. Ich persönlich finde es nicht so schlimm, Studienkollegen wohnen da oben. Der schönste Blick auf die Rheinebene. Und im Vergleich zu anderen Problemvierteln in MA z.B. ist es doch eher ruhig. Und sehr grün! Und die Emmertsgrundjungs verschlägts nur SAmstag und Freitag Abend in die Altstadt. ;-)
      Bahnstadt:
      Das größte und aktuellste Projekt. Der ehemalige Güterbahnhof und die Bahnanlagen wurden abgerissen, modernste Bebauung entsteht. Viertel mit Urbanität solls werden. Naja.... Funktionsmischung. Leben, wohnen, arbeiten, einkaufen. Die Architekur indes ist gar nichts für mich.....
      Neuenheimer Feld:
      Kein eigenes Vietel, gehört zu Neuenheim. Universitätscampus, sog. "Theoretikum", 60er Jahre Bauten. Stell ich mal extra. Selten etwas hässlicheres und abstoßenderes gesehen. Ich muss zwangsläufig aufgrund meines Studiums ab und zu da hin. Mich ekelt es jedes mal aufs Neue.... :kotz:

      Fotos folgen
    • Ausführlicher Bericht, kann man so unterschreiben. Nur: Armeleute-Barock ist das nicht. So ist der potestantisch geprägte Barockstil eben. Ludwigsburg ist auch so, vom Schloss mal abgesehen, so war auch Mannheim. Nach aussen sind auch die Adelspalais so, innen aber oft kostbar ausgestattet. zumindest waren sie das. Beispiel: das Palais Bretzenheim in Mannheim.

      frank66furt.de/burgen/bw/68161palais.JPG
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Arme-Leute-Barock deshalb, weil die Einwohner Heidelbergs, soweit noch am Leben, nach 1693 eine komplett zerstörte Stadt wiederaufbauen mussten und Geld für großartige architektonische Schönheiten erstmal nicht vorhanden war. Daher wurde auch das Heidelberger Standardhaus entwickelt, das probeweise an der Marktplatz-Nordseite verwirklicht wurde. Nach diesem Vorbild wurden mehr oder weniger alle Wohnhäuser gestaltet. Es gibt noch einige wenige Häuser, die noch nicht nach diesem Muster gebaut sind und teilweise noch giebelseitig stehen. Blöd, wenn man keine Fotos hat..... Mist.
    • Danke für die Infos, dennoch war der Barock in protestantischen Gebieten oft zurückhaltender. Überbordende Fassaden wie in Bayern oder Österreich findet man selten. Passte wohl nicht in die lutherisch-pietistische Mentalität. Das Mannheimer Schloss war ja, im Gegensatz zu seinem leider weitgehen zerstörten, erlesen ausgestatteten Innern, eher schlicht. Sicherlich ist die Schlichtheit auch wirtschaftlichen Zwängen geschuldet. Die Standard-Häuser würden mich mal interessieren. Kannst ja vielleicht mal nachreichen :smile:
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Pfälzer Bub schrieb:

      Nur: Armeleute-Barock ist das nicht. So ist der potestantisch geprägte Barockstil
      So kann man das nicht sagen. Der kurpfälzer Hof war katholisch, und in Mannheim dominiert das katholische Element (siehe Jesuitenkirche), obschon in der Kurpfalz die beiden Konfessionen etwa gleich stark vertreten sind. In Heidelberg war meines Wissens sogar die Heiliggeistkirche, die gotische Hauptkirche, lange Zeit zweigeteilt zum gerechten Ausgleich zwischen den beiden Konfessionen.
    • Grimminger schrieb:

      Ich kann nicht ganz verstehen, dass Heidelberg hier nicht so sehr gewürdigt wird, wie es das verdient hätte.
      Verstehe ich auch nicht - aber in diesem Forum muß man sich damit abfinden, daß unterschiedliche Nutzer ganz unterschiedliche Maßstäbe anlegen. So ist das eben... :augenrollengruen: cool:)

      Heidelberg hat, neben dem Ritter, herausragende Gebäude des Barock wie die Jesuitenkirche, Profanbauten wie das Palais Rischer, das Medersche Haus, die Hofapotheke, das Haus Cajeth, das Palais Boisserée, den Wormser Hof, das Haus Buhl, Haus Nebel, Haus Traitteur, das Palais Weimar, die Alte Universität, das Karlstor und so weiter. Das barockisierte Brückentor aus dem 14. Jahrhundert, die Heiliggeistkirche, der weitläufige Marstall, die Peterskirche und der Hexenturm stellen leider die letzten mittelalterlichen Reste der Stadt (Bzw. Altstadt) dar. Weiterhin herausragend dürfte die im Jugendstil erbaute Universitätsbibliothek von Josef Durm ( 1902 begonnen ) sein. Wohl eine der schönsten Universitätsbibliotheken Deutschlands.
      Keine Frage - Heidelberg hat unheimlich viel zu bieten. Es ist allerdings auch zum Haareraufen, wie viele Bauten in den letzten 50 Jahren vernichtet worden sind. Wenn ich denke, was in der Altstadt alles abgerissen wurde, und in der Regel hat man nicht mal die Fassaden verschont bzw. rekonstruiert oder wenigstens wie beim Prinz Carl oder dem Darmstädter Hof historisierend gebaut, sondern man hat geballte modernistische Häßlichkeit hingesetzt, wie etwa beim Abriß des Weinbrennerbaus und der Reithalle am Marstall, beim Bau der beiden (heutigen) Kaufhof-Kästen, für die reihenweise Altstadthäuser abgerissen wurden. Auch die von Dir zu recht hervorgehobene Uni-Bibliothek ist im Innern leider nur noch teilweise erhalten - der alte prachtvolle Lesesaal ist in den 60er Jahren mitsamt der Hoffassade komplett zerstört worden; kann man alles auf den alten Bildern im Foyer sehen.

      Heidelberg ist wunderbar. Aber auch in dieser Stadt haben die Idioten gewütet und zum Glück ist ihr Zerstörungswerk unvollendet geblieben.



      P.S.: Bei Zeit stelle ich Bilder ein. Auch vom Alten Städtischen Hallenbad, das gerade komplett saniert wird und, leider, in ein Einkaufszentrum umgewandelt wird.


      Ja, bitte! Das würde mich sehr interessieren.