Heidelberg (Galerie, Bilder teilweise gelöscht)

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    • Was haltet ihr eigentlich vom Haus zum Ritter (1592), angeblich das älteste Bürgerhaus Heidelbergs, das allen Stadtzerstörungen entging. Müsste dieses Haus nicht viel bekannter sein und zu den prachtvollsten der deutschen Renaissance gezählt werden? Für die häufig anzutreffende Meinung, Heidelberg sei vom Denkmalbestand her eigentlich drittklassig, stellt dieses Haus für sich allein genommen bereits ein gewisses Problem dar, denn wie viele solcher Häuser gab oder gibt es schon in Deutschland?
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Georg Friedrich schrieb:

      Für die häufig anzutreffende Meinung, Heidelberg sei vom Denkmalbestand her eigentlich drittklassig

      Das entspricht in etwa auch meiner Meinung. Das Haus zum Ritter ist wundervoll - es bestätigt (zusammen mit wenigen anderen Bauten) allerdings die Ausnahme von der Regel. Heidelberg glänzt eher mit Ensemble und Landschaftssymbiose.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Also ich würde mal behaupten alleine mit dem Schloss als Denkmal schlägt Heidelberg schon mal die meisten anderen Städte in Deutschland, denn etwas vergleichbares fällt mir auf Anhieb absolut nicht ein.




      Also Freiburg ist wirklich auch eine sehr schöne Stadt, aber was hat denn Freiburg denkmaltechnisch zu bieten, "außer" dem Münster und dem "Historischen Kaufhaus"? Fällt mir so auch gerade nichts mehr ein. Dir, youngwoerth?


      Es kommt immer darauf an was man für Erwartungen von Heidelberg hat. Wenn man die Erwartung hat die schönste Stadt der Galaxie zu sehen, dann kann man nur enttäuscht werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dr.Seltsam ()

    • Dr.Seltsam schrieb:

      was hat denn Freiburg denkmaltechnisch zu bieten

      Heidelberg hat das Schloss, Freiburg das Münster und die großen Stadttore. Beide Städte sind bzgl. ihrer Profanbauten eher ensembledienlich als herausragend. Ein paar bemerkenswerte Gebäude fallen mir ein, Du kannst die Frage gerne nochmal im Freiburg-Strang stellen. Vergleichbar sind die Städte wegen der Freiburger Kriegszerstörung eher nicht. Aber dieser Strang heißt: Heidelberg. Und bzgl. meines persönlichen Eindrucks hast Du es auf den Punkt gebracht: Meine Erwartungen waren zu hoch.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von youngwoerth ()

    • Und bzgl. meines persönlichen Eindrucks hast Du es auf den Punkt gebracht: Meine Erwartungen waren zu hoch.


      Ich glaub, das geht eigentlich jedem von uns (dh Leuten, die nicht bloß oberflächlich schauen und sich mit einem kulissenartigen Blick zufriedengeben) so.
      Für mein persönlichliches Heidelbergerlebnis kommt was Drastisches hinzu: das Haus zum ritter war damals völlig eingerüstet.
      Heidelberg hat mir daher wohl noch weniger zu bedeuten vermocht. Aber mittlerweile hab ich mit mit der Stadt beschäftigt und muss sagen, dass es einige sehr originelle Barockpalais gibt, die wahrscheinlich (jeenfalls damals von mir) unterschätzt wurden.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Ich war vor ein paar Jahren das erste und leider nur einzige Mal in Heidelberg. Meine Erwartungshaltung war aufgrund der Tatsache, dass ich mehrere Jahre in der Olau wohnte und von den Stadtbildern von Bautzen, Görlitz etc. und deren Erhaltungszustand verwöhnt war, natürlich extrem hoch. Besser ich wäre ohne hohe Erwartung hingefahren. Eine gewisse Wohlfühlsituation trat bei mir erst ein, als ich zum Schloß hinaufwanderte und die wunderschönen Villen passierte sowie anschließend in eines der alten Lokale (Zum roten Ochsen (?)) besuchte, in welchem lauter Portraits von Studenten hingen. Auch die einzelnen Studentenerbindungshäuser mit ihren wunderschönen Bleiglasfenstern haben mir sehr gut gefallen - wie schön muss es erst in diesen drinnen aussehen?

      Negativ fiel mir der eher schlechte Erhaltungszustand der meisten Häuser, die oftmals kaputtsanierten Schaufenster (Glotzfenster) in der Erdgeschoßzone und deren lieblos präsentierte Auslagengestaltung auf. Außerdem eine gefühlte Vielzahl an Graffitis und ein extrem hässliches Parkhaus am Fuße des Schloßbergs -in welchem ich allerding auch einmal parkte :aufdenkopf: .

      Im Gegensatz zu Heidelberg war ich dafür von Tübingen vollauf begeistert! Für mich persönlich die schönere und interessantere Studentenstadt.

      Dafür gibt es in Heidelberg ein Hotel, das ich unbedingt empfehlen kann und mit einer wunderbaren Aussicht und hervoragenden Lage auftrumpft! Das Heidelberg Suites - sicher, nicht günstig, aber wirklich grandios schön: heidelbergsuites.com/

      Ich werde trotzdem irgendwann sicher wieder einmal nach Heidelberg fahren!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Was haltet ihr eigentlich vom Haus zum Ritter (1592), angeblich das älteste Bürgerhaus Heidelbergs, das allen Stadtzerstörungen entging. Müsste dieses Haus nicht viel bekannter sein und zu den prachtvollsten der deutschen Renaissance gezählt werden? Für die häufig anzutreffende Meinung, Heidelberg sei vom Denkmalbestand her eigentlich drittklassig, stellt dieses Haus für sich allein genommen bereits ein gewisses Problem dar, denn wie viele solcher Häuser gab oder gibt es schon in Deutschland?


      Wie gesagt, ich habs nie in natura gesehen, weil es damals völlig verhüllt war. Auf dem Bild sieht es fürwahr prächtig aus. Mir fallen nur zwei Pendants ein: die beiden Erfurter Fischmarkthäuser, die mir von der Komposition her wahrscheinlich sogar besser gefallen (die kenne ich sogar), wenngleich sie puncto dekorativem Reichtum nicht mithalten können. Weitere (schwächere) Beispiele könnte man zB in Görlitz finden, ev. auch im Weserrenaissancegebiet. Das Nürnberger Beispiel (das ich jedoch nicht ganz so formal geglückt einschätze) wäre natürlich das verlorene Pellerhaus.
      Ein schon in der Gründerzeit verloren geganges Beispiel wäre die Nikolaistraßen- Fassade von Deutrichs Hof in Leipzig. Die (nicht ganz auf dieser Höhe befindlichen) Hannoveranischen Beispiele Haus der Väter und Leibnizhaus muss man insgesamt wohl als Kriegsverluste betrachten, nicht zum Glück das ungleich wertvollere Gewandhaus zu Braunschweig.
      Insgesamt sind solch erlesene Häuser natürlich Mangelware.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ursus carpaticus ()

    • Literaturtipp

      Für alle, die sich näher mit dem barocken Wiederaufbau Heidelbergs beschäftigen möchten, kann ich diese Publikation wärmstens empfehlen:

      Heidelberg im Barock - Der Wiederaufbau der Stadt nach den Zerstörungen von 1689 und 1693. Begleitband zur Ausstellung im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg vom 15. März bis 21. Juni 2009. Hrsg. von Frieder Hepp und Hans-Martin Mumm. Heidelberg 2009

      Das Buch ist bei Frölich & Kaufmann für 14,95 Euro erhältlich!

      Das Haus zum Ritter ist schon sehr bekannt und ist im Dehio als bedeutendstes Bürgerhaus der Stadt immerhin mit einem Sternchen* versehen. Und in den meisten Überblickswerken zur Baukunst der Renaissance in Mitteleuropa ist es eigentlich zu finden.