Christusstatue

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    • In Wassertrüdingen (Lkr. Ansbach) könnte jetzt die monumentale Christusstatue entstehen, für die zunächst an den Predigtstuhl in Bad Reichenhall gedacht wurde:

      br-online.de/studio-franken/ak…-kw08-ID1235035520016.xml

      Nomen est Omen, könnte man angesichts des Nachnamens des begeisterten Bürgermeisters der Kleinstadt, Günther Babel, meinen. Ganz offensichtlich geht es nicht darum, der Kirche zu dienen, indem man ihr ein neues Gottesdienstgebäude errichtet. Soll man ernsthaft annehmen, dass es da um was anderes geht, als aufzufallen, Kohle zu machen und bekannt zu werden? Mit dem hehr anmutenden Motiv, die Kirche zu unterstützen, möchte sich hier ein Mensch selbst ein Denkmal setzen.

      Glücklicherweise haben die Verantwortlichen in Bad Reichenhall das Spiel durchschaut und dem Vorhaben eine Abfuhr erteilt. Ob man im eher protestantischen Mittelfranken eher auf sowas reinfällt? Man kann nur hoffen, dass die Kirchenleute eine klare Sprache sprechen und sich von solchermaßen Pseudounterstützung distanzieren.
    • Re: Wassertrüdingen, Christusstatue

      Mir wäre der Berg bei Bad Reichenhall lieber gewesen.

      Schaut ja aus, als würde man den Jesus von Bad Trüding mitten in die Pampa (Acker?) stellen.
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Re: Wassertrüdingen, Christusstatue

      "erbsenzaehler" schrieb:

      Mir wäre der Berg bei Bad Reichenhall lieber gewesen.

      :boese:

      Nein, der Stadtrat hat das absolut richtig gesehen. Er weiß offenbar, wie die Leute am Fuße des Predigtstuhls denken und fühlen. Und dass sie wissen, dass sie so eine monströse Figur nicht brauchen und vor allem nicht wollen. Die ist auf dem Predigtstuhl so unpassend wie der Eiffelturm in Treuenbrietzen. Oder das Atomium in Tangermünde.

      Bad Reichenhall ist kein Zielort für Katastrophen- und Sensationstourismus!

      Wer eine Attraktion auf einem Berggipfel sucht, findet etwas weiter südlich das Kehlsteinhaus.

      Außerdem bin ich der Überzeugung, dass es dem Bauherrn nicht darum geht, Jesus Christus zu verherrlichen. Dann so eine Statue hinzustellen, ist schlichtweg Lüge. Der Bauherr will sich wahrscheinlich nur selbst ein Denkmal errichten und gefällt sich in seinem Tun. Ein Denkmal ohne jede Tradition, ohne jeden Ortsbezug. Und ohne jeden hehren Grund.

      Wenn ich es richtig verstanden habe, fand Wassertrüdingens Bürgermeister Babel einen Grund: die Strukturschwäche. Auf deutsch gesagt: das Geld.

      Aber ich sehe eine Parallele zum ersten Turmbau von Babel:

      Menschen, die Gott gleich sein wollten, bauten einen Turm. Sie verherrlichten Gott nicht mit ihrem Tun, sondern begründeten ihr böses Tun mit allerlei falschen Argumenten. Doch der Turm war nicht zur Ehre Gottes. Was dann passierte, dürfte allgemein bekannt sein.
    • Re: Wassertrüdingen, Christusstatue

      Nunja. Der Jesus in Rio erfüllt in der Weise sicher auch seinen Zweck..

      Finde aber, dass sowas schon - wenn nicht auf einen Alpenberg - wenigstens auf eine merkliche Erhöhung gehört. Wenn man das ordentlich macht, kann das schon gut aussehen.
      Es könnte allerdings auch ziemlicher Kitsch werden.

      Aber warum nicht? Deutschland ist arm an neuen Statuen, oft sieht man nur noch zeitgenössische Schrottskulpturen, in die der Betrachter dann wohl irgendwas hineininterpretieren soll.
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
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    • Re: Wassertrüdingen, Christusstatue

      :augenrollen: Im ehemaligen deutschen Schwiebus, heute Swiebodzin in Polen (Schlesien) baut man auch so eine kolossale Christusstatue. Man muß wohl sehr katholisch sein, um sie zu goutieren.. sind halt meine Sachen nicht.
      Besser als eine moderne Schrottstatue sind sie allerdings natürlich schon.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Re: Wassertrüdingen, Christusstatue

      So, wie Jesus voranschreitet, erinnert er mich eher an "Mutter Heimat" (de.wikipedia.org/w/index.php?t…etimestamp=20050609071130), dem Denkmal für die Schlacht von Stalingrad in Wolgograd, als an den Jesus und Rio.
    • Re: Wassertrüdingen, Turmbau von Babel ("Christusstatue")

      Der Standort:
      BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung

      Nachdem nun an die Öffentlichkeit gedrungen ist, was einige wenige Leute ersonnen haben, kommen nun deutlich und klar Äußerungen der massiven Ablehnung:


      So stellt es die Stadt dar:
      Stadt Wassertrüdingen am Hesselberg - Weltweit größte Jesus-Statue soll in Wassertrüdingen gebaut werden - Pilgerhotel und Pilgerwege

      Andere Sites:
      Nachrichten des Tages - Detailartikel
      Nachrichten des Tages - Detailartikel[tt_news]=72847&tx_ttnews[backPid]=18&cHash=68be1ba36f
      franken-tv.de/default.aspx?ID=455&showNews=380161
      nn-online.de/artikel.asp?art=971382&kat=27
      nn-online.de/artikel.asp?art=973410&kat=27&man=3
      bild.de/BILD/news/2009/02/24/r…sus-statue/mega-zoff.html - sehr knappe und klare Darstellung mit Abbildung
      bayern-wolln-mer.net/blog/inde…n-wassertruedingen.html\r
      bayern-wolln-mer.net/blog/in ... ingen.html

      Aktuell von heute:
      nn-online.de/artikel.asp?art=974480&kat=27&man=3


      Die Christus-Figur muss theologisch gut begleitet werden", verteidigt Bürgermeister Günther Babel (CSU) das außergewöhnliche Projekt
      schreibt nn-online.de/artikel.asp?art=971382&kat=27
      Aber die Kirchen wurden von vornherein gar nicht beteiligt. Sie erfuhren aus der Zeitung, was der Stadtrat heimlich vorbereitet hat, wie wir woanders erfahren:

      Ursprünglich war das Projekt in Bad Reichenhall auf dem Gipfel des 1613 Meter hohen Predigtstuhls geplant, doch dort gab es starke Proteste in der Bevölkerung. Damit das in der 6000-Einwohner Gemeinde Wassertrüdingen nicht passiert, hat Bürgermeister Günther Babel (CSU) vor der entscheidenden, nicht-öffentlichen Stadtratssitzung den Mantel des Schweigens über das Projekt gelegt.
      (Bayern-wolln-mer.net » Größte Christus-Statue der Welt in Wassertrüdingen? «)

      Auch das Argument, einen Wallfahrtsort zu «gründen», greife hier in Franken nicht, denn Pilgerstätten könne man nicht aus wirtschaftlichen Interessen «gründen»
      (altmuehl-bote.de/artikel.asp?art=972815&kat=17)

      Wer das Haus Gottes zum Geschäftemachen missbraucht, muss damit rechnen, von Jesus eigenhändig rausgeworfen zu werden. In diesem Fall kann das nicht passieren, da die Statue von vornherein niemals ein Haus für Gott ist. Es wird ein Tempel des Geldes, für das Jesus herhalten soll. Dass der ewige und gerechte Gott dieses Verhalten gutheißt, ist undenkbar. Eine verlogene und durch nichts zu begründende Wallfahrt zu einem Ort, der keinerlei Tradition hat, die ein solches "geistliches" Zentrum begründen könnte.

      Der heutige Beitrag der Nürnberger Nachrichten zu diesem Thema ist zwar tendentiös bis zum Umfallen, aber er sagt uns klipp und klar, dass das Projekt seitens der Stadt nur mit Argumenten der wirtschaftlichen Eintwicklung begründet wird. Da liest der unbedarfte Leser, wie schlecht es wirtschaftlich in der Kleinstadt aussehe, und in ihm soll das Verständnis wachsen, dass man in so einer ausweglosen Situation dringend Jesu Hilfe benötige, indem man ihn 55 m hoch am Stadtrand abstellt. Da kommen einem ja richtig die Tränen, wahlweise wegen der wirtschaftlich schwierigen Situation der Stadt oder auch wegen der dreisten Art, das Großdenkmal des Christentums in Mitteleuropa samt Wellnessbereich und Großhotel im eigenen Stadtgebiet haben zu wollen, weil dann (angeblich) wieder der Rubel rollt.
      nn-online.de/artikel.asp?art=974042&kat=3&man=3
    • Re: Wassertrüdingen, Turmbau von Babel ("Christusstatue")

      Also, man kann zur christlichen Kirche und Lehre stehen wie man will. Ich sage gleich, daß ich selber durchaus kritische Distanz zu vielen Dingen wahre, die dort gelehrt werden und aktuell passieren. Und natürlich ist die Figur etwas überdimensioniert. Andererseits sagen sich sonst in Wassertrüdingen doch nur Fuchs und Hase gute Nacht. Insofern ist die Figur für den Ort eine Chance, eine (zusätzliche?) Attraktivität, die nur belebend wirken dürfte. Man muß sich ja eines vergegenwärtigen. Der Jesus ist immerhin in Bayern/Franken noch halbwegs kulturell kompatibel und kann die Leute zudem ein wenig zum Nachdenken anregen. Wird der nicht gebaut, wird eben in ein paar Jahren (vermutlich in einem anderen Dorf, das dann eine Chance erhält) ein Investor kommen, der statt dessen einen Riesen-Dinosaurier, oder 80 Meter hohen Schlumpf oder Lara Croft im Großformat hinbaut. Wenn das denn eifrigen CSU-Kommunalpolitikern lieber ist, sagt es eben auch etwas über sie aus.
      Also, ich kann mit dem Projekt leben, sofern das Landschaftsbild nicht extrem gestört wird.
    • Re: Wassertrüdingen, Turmbau von Babel ("Christusstatue")

      wo will der Typ es denn noch überall probieren

      auf den 415m hohen Lilienstein in der Sächsischen Schweiz sollte der auch schon drauf

      sax royal » Gott und Mensch

      Wieder Hoffnung …

      … habe ich, Sächsische Schweiz, für dich - und zwar, nachdem ich heute den Artikel “Christus darf nicht auf den Lilienstein” in der Sächsischen Zeitung gelesen habe. Da wird berichtet, dass ein Unternehmer namens Harry Vossberg, der einem Komitee “Christliche Initiative Predigtstuhl” vorsteht, eine 55 Meter hohe Jesus-Statue auf dem 415 Meter hohen Lilienstein aufstellen lassen will. Doch das Projekt stößt eher auf Skepsis bei den Ureinwohnern, die sich die schönsten Kommentare entlocken ließen.

      So ist etwa der Wirt vom Lilienstein-Hotel zwar nicht abgeneigt, allerdings aus eher säkularen Beweggründen:

      “Die Leute kommen wegen so einem Mist.”

      Noch schöner aber scheint mir die Ankündigung der “Hohnsteiner Bergsteigerlegende” Bernd Arnold, der damit droht, die eventuelle Statue abzusägen:

      “Wer halbwegs Einfühlungsvermögen hat, der sieht, die Figur passt nicht hierher, und wenn es zehnmal Jesus ist.”

      Na, zu viel versprochen?


      Gruß DV
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Re: Wassertrüdingen, Turmbau von Babel ("Christusstatue")

      Durch den Einsturz des Kölner Stadtarchivs war dieses Thema eine Woche lang verschüttet; jetzt ist es wieder ans Tageslicht gekommen:

      Der Stadtrat von Wassertrüdingen hat sich nun gegen die Statue entschieden:

      nn-online.de/artikel.asp?art=981360&kat=27&man=3
      mainpost.de/lokales/franken/Ri…ht-gebaut;art1727,5017218
      nn-online.de/artikel.asp?art=981383&kat=3

      Der Stadtrat gibt damit der massiven Kritik recht. Der Plan war gelinde gesagt unausgegoren, auf deutsch gesagt da hat es hinten und vorne an allem gefehlt und demzufolge auch an Akzeptanz durch die Bevölkerung.
    • Re: Wassertrüdingen, Turmbau von Babel ("Christusstatue")

      Wie gesagt, ich sehe das ambivalent. Der Stadtrat hat eigentlich eine Chance für seine Region verpasst. Nun bleibt der Ort halt ein unbedeutendes Kuhdorf, dessen Namen kein Mensch kennen wird. (ich habe ihn eigentlich schon vergessen :grinsenlachen:) Ist ja sicher nicht das schlimmste, aber eben ein Faktum. Und als nächstes wird man dann in ein paar Jahren eben irgendwo anders z.B. ein grünes Riesen-Marsmännchen für alle Weltraumfans des Erdballs bekommen. Und ein anderer Stadtrat wird dafür votieren und sich die Hände reiben. Das dürfte dem Landschaftsbild nicht zuträglicher sein, dafür dem Bekanntheitsgrad jenes Ortes. Und es wäre dann eben ein anschauliches Beispiel für ökonomischen Durchsetzungswillen.
    • Re: Christusstatue

      Nach der Ablehnung in Wassertrüdingen wird nun versucht, die Statue woanders zu errichten. Das wahllose Vorgehen bei der Auswahl eines möglichen Standortes ist wohl in erster Linie vor dem Hintergrund der politischen Durchsetzbarkeit zu verstehen; es wird überdeutlich, wie künstlich und ohne jeden Ortsbezug hier eine "Wallfahrt" installiert werden soll.

      Es wundert nicht, wenn es - über's Land verteilt - vereinzelt Leute gibt, die sich ein Denkmal setzen wollen. Drei weitere Gemeinden sind im Gespräch (die jeweilige Karte verweist auf den jeweils ins Gespräch gebrachten Standort - bei Bedarf Maßstab verändern):

      Deggendorf (Niederbayern):
      BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung

      Viereth-Trunstadt (Lkr. Bamberg, Oberfranken):
      BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung

      Rödental (Lkr. Coburg, Oberfranken):
      BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung


      Die Stellungnahme des ev. Landeskirchenrates ist ganz eindeutig, und ich bin froh, dass hier auch die wichtigen Argumente gebracht werden:
      np-coburg.de/nachrichten/lokal…oburgland/art2400,926437# - mit Diskussion Rödentaler Bürger (zum Verständnis: Gerhard Preß = Bürgermeister von Rödental)
    • Re: Christusstatue

      Nachdem ihm die erste und zweite Abfuhr erteilt wurde geht Herr Vossberg jetzt also mit seinem merkwuerdigen Projekt hausieren? Von einem kleinen, wirtschaflich schwachen Ort zum andern wird jetzt diese irre Kombination von monumentaler, aufsehenerregender Christusfigur in exponierter Lage mit einem Bonus von Hotel mit Wellness Center und garantiert folgenden Touristen- und Pilgerstroemen angepriesen?

      Danke fuer den Artikel, Zeno. Interessant was der Ev. Kirchenrat zum Thema zu sagen hat. Besonders das Argument, dass ein Wallfahrtsort einen historischen Bezug zu einem bestimmten frommen Anlass haben muss und nicht einfach durch den Beschluss eines Buergermeisters oder Ortsrates dazu proklamiert werden kann ist einleuchtend.

      Traurig. Ich wuenschte, ein Familienmitglied oder ein Freund wuerde sich mal mit dem Moechtegern-Stifter hinsetzen um ihm die Ungereimtheiten dieses Projekts zu erklaeren und ihn darauf hinweisen, dass er andere, bessere Moeglichkeiten hat, seinem Glauben Ausdruck zu verleihen. Es gibt z.B. so viele Kirchen, die des Wiederaufbaus harren und eine deftige Spende gut vertragen koennten. Wenn er seinen Freund den Bildhauer Angerer in Lohn und Brot halten moechte gibt's fuer den auch ein weites Feld.

      Herr Vossberg soll ich nochmal besinnen. Ich hoffe jedenfalls, dass niemand auf dieses Potemkinsche Dorf reinfaellt.
    • Re: Christusstatue

      Jetzt ist der nächste potentielle Standort im Gespräch:

      Kaufbeuren, bei Gutwillen: BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung, "bei" der in der Kartenmitte dargestellten "Fatimakapelle"

      sueddeutsche.de/bayern/78/465665/text/

      augsburger-allgemeine.de/Home/…2_puid,2_pageid,4289.html
      Besonders peinlich ist die Stellungnahme der Generaloberin des Crescentiaklosters:
      Gerade in der derzeitigen Wirtschaftskrise sei der Alltag oft so drückend.
      (a. a. O.) Ja, an was für einen Gott glaubt die eigentlich? Die Bibel spricht davon, dass man jederzeit und überall einen direkten Zugang zu Jesus haben kann. Man ist nicht auf einen riesigen Betonklotz angewiesen, der am Stadtrand abgestellt ist. Außerdem müsste man nach dieser Logik überall solche Statuen aufstellen, solange noch Wirtschaftskrise ist.
    • Re: Christusstatue

      Freilich, man kann das Ganze als oberflächlich und inhaltsleer empfinden. Eine solche protzige Kolossalstatue in triumphalischer Geste kann allerdings auch als Kampfansage gegen unsere mythenlose deutsche Gegenwart mit ihren Dogmen der Sachlichkeit, Schmucklosigkeit und Zurückhaltung - all das worunter eben zumal das heutige Bauen leidet - verstanden werden. Wird das Trumm tatsächlich gebaut, wäre ich geradezu dazu geneigt, von Anzeichen zu einer teilweisen Heilung bundesdeutscher Komplexe zu sprechen. Die Kritik der zitierten Kunstexperten an diesem provokant unzeitgemäßen "Monumentalstil" darf keineswegs verwundern - hier treten die Dogmen der alten Bundesrepublik hervor, die verteidigt werden wollen. Was erlaubt sich dieser Künstler, der hier am Ende gar ein neues Hermannsdenkmal im christlichen Gewand errichten möchte?
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Christusstatue

      Kaufbeuren:

      all-in.de/nachrichten/allgaeu/…stusstatue;art2759,558709 und weitere Berichte

      Die dortige Abbildung Gigantischers Christus - all-in.de - Das Allgäu online! zeigt, wie bedrohlich, um nicht zu sagen brutal, die Statue die gewellte mittelschwäbisch-vorallgäuer Landschaft beherrscht. Das ist nicht Christus. Das ist was für Leute, die nicht den Jesus der Bibel suchen, sondern eine Attraktion.

      Kein Wunder, dass Kaufbeurer Bürger entsetzt sind.

      Es ging schon vor Jahren los mit dem Crescentia-Wahn. Früher war Crescentia Höß eine Selige und gut war's. Doch irgendwann scheint jemand auf die Idee gekommen zu sein, man könne Crescentia vermarkten und seitdem geistert sie ständig rum. An der Bundesstraße will sie den Fahrern die für den Verkehr notwendige Aufmerksamkeit nehmen (die B 12 war früher deutschlandweit verrufen als die gefährliche Fernstraße mit vielen schweren Unfällen) und den unwissenden Beifahrern glauben machen, in Kaufbeuren sei nichts wichtiger als Crescentia.

      Einen Kommentar gibt's hier:
      all-in.de/nachrichten/allgaeu/…Kaufbeuren;art2759,558770
      Darunter:
      Vielmehr sieht es alles in allem nach einer Schnapsidee eines schillernden Hamburgers aus, der sich entweder einen Spaß mit den Bayern erlauben oder seinen Bekanntheitsgrad steigern will - oder beides zusammen.



      Rödental:

      Rödental dagegen hat's bereits geschafft; die dortigen Bürger wurden von dem Alptraum erlöst: np-coburg.de/nachrichten/lokal…coburgland/art2400,941790
    • Re: Christusstatue

      Rödental: Klares Aus für die Christusstatue

      Danke, dass Du uns ueber dies seltsame Wanderprojekt auf dem Laufenden haeltst, Zeno! :D Ich hoffe, dass auch Kaufbeuren bald ein energisches Nein zu diesem Projekt aussprechen wird. :engel: Es ist schlecht konzipiert und garantiert keinerlei Einnahmen fuer desperate Ortschaften. Allein die Tatsache, dass die Statue cum Komplex ueberall wie sauer Bier ausgeboten und nirgendwo begeistert angenommen wird sollte genug sein, sie auch dort nicht erstehen zu lassen. Kaufbeurens Stadt- und Buergerstolz sollten ueberwiegen.

      Wie bereits gesagt, Herr Vossberg sollte diese seine fromme Gabe ueberdenken und sie in neuer, angemessenerer Form unters Volk zu bringen versuchen.