Berlin in alten Bildern

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • landor64 schrieb:

      Liebe Community, mich interessiert, wie es an meinem Wohnort - 10409 Berlin (Prenzlauer Berg/Weißensee), Die Straßenzüge um die Michelangelostraße/Gürtelstraße, S-Bhf Weißensee, Storkower Straße, Greifswalder Straße, Kniprodestraße und Umgebung - früher ausgesehen hat. Würde mich sehr freuen, wenn es Gleichgesinnte gibt oder jemand Bilder beisteuern könnte.
      Vielleicht gibt es in diesem Forum ehemalige Bewohner (oder deren Nachkommen) der Laubenkolonie. Oder Prenzlberger, Weißenseer, welche ein paar Bilder von dieser Gegend haben? Willkommen ist alles interessante Medienmaterial, auch Werbungen, Anzeigen, Ansichtskarten, etc...

      Vielen Dank im Voraus.

      Ich habe hier mal eine Luftbildaufnahme von 1950 von besagter Gegend. Weitere Bilder folgen.

      Michelangelostr
      Geehrter Herr Landor,
      mir ist ein Mensch bekannt, der zufälligerweise historische Ansichten von Berlin sammelt und einen beträchtlich Fundus hat. Der Herr hat auch mehrere Bücher veröffentlicht. Zu Ihrer Gegend existiert kein Band, aber vielleicht lässt er Sie mal in seine Archive?
    • Mal weiter mit Ansichten.

      Heute die untergegangene Petristraße in Alt-Cölln. Die Straße, welche ursprünglich Lappstraße hieß, verlief (zwischen der Grünstraße und der Roßstraße) von der Friedrichsgracht zur Gertraudenstraße und zeichnete sich durch einen kurvigen Verlauf aus.

      Ansicht von der Friedrichsgracht im Süden, vorn rechts neben dem Wirtshaus die Einmündung der Rittergasse.


      Nachcolorierte Ansicht des sicherlich auch von Zille besuchten Wirtshauses:


      Gegenüber befand sich dieses nachträglich aufgestockte barocke Doppelhaus mit der N°19/20.

      Bildquelle: Digitales Architekturmuseum der TU Berlin

      Ein wenig weiter rechts davon die Häuser N°16-13:

      Bildquelle: bildindex.de

      Wieder der Wechsel auf die gegenüberliegende Straßenseite, die Häuser N°24-27 (beginnend zwei links des Wirtshauses):


      Dann sicherlich eine der schönsten Ansichten Alt-Berlins überhaupt, der tiefe Blick in die krumme und sich nach Norden verschmälernde Petristraße, aufgenommen von F.-A. Schwartz etwa im Jahr 1880:


      Annex:
      1) Gemälde von Otto Nagel
      2) Zeitreise Berlin: Petristraße
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Vulgow ()

    • Man möchte unaufhörlich heulen, wenn man diese Bilder sieht. Natürlich wären diese Häuser mit den heutigen Mitteln in gutem Zustand innen wie außen. Was für ein Verlust für Berlin, das sich in den letzten 25 Jahren an vielen Stellen immer weiter vom Bekenntnis zu seiner Historie entfernt hat und es immer noch tut, Stichwort Bauakademie, bei deren geplanten Wiederaufbau es schon wieder zu den unsäglichsten und überflüssigsten Diskussionen kommt.
    • Einfach nur schrecklich, was da alles verschwunden ist. Wie gerne würde ich einmal durch das alte Berlin spazieren... Ich finde es interessant, dass sich in Berlin bis zu dieser Zeit zwischen dem ganzen preußisch-wilhelminischen Pomp dennoch diese heimeligen Gässchen erhalten haben, die beinahe dörflich-kleinstädtischen Charme versprühten. In Wien oder Paris wurde sowas ja größtenteils im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts abgeräumt. Heutzutage brüstet sich Berlin ja oft damit, eine Stadt der Gegensätze zu sein - hätte das alte Berlin diesen Titel nicht noch viel eher verdient gehabt? Die planmäßig angelegte barocke Friedrichsstadt mit Unter den Linden und Forum Fridericianum, das Schloss, selbst ein Stilmix, der Klassizismus des "Spree-Athens", daneben als totaler Gegensatz der überladene Wilhelminismus zum Beispiel in Gestalt des Doms. Einerseits relative, klassische, edle Schlichtheit (die sich ja schon im preußischen Barock teils verwirklicht), andererseits überbordender, schwelgender Schmuck. Die fast kleinstädtischen Gässchen auf der Fischerinsel. Die aufkommende Moderne an Potsdamer- und Alexanderplatz, die ja beide damals schon extrem großstädtisch und pulsierend wirkten. Hier hatte Berlin einerseits noch etwas von der Kleinstadt, die es für lange Zeit in seiner Geschichte gewesen war, andererseits zeigte sich beinahe unmittelbar nebenan drastisch die moderne Metropole mit ihren positiven und negativen Seiten schon viel früher als anderswo. Natürlich konnte sich das alte Berlin schon damals nicht mit der architektonischen Qualität von Städten wie Wien, Rom oder Paris messen. Es hatte als "Emporkömmling" bekanntlich nicht eine solche Historie vorzuweisen wie die erwähnten Metropolen, die ja im Mittelalter (teils schon in der Antike) bereits über Bedeutung verfügten, während von Berlin (/Cölln) zu dieser Zeit noch niemand sprach. Das sah man Berlin an, aber vielleicht waren gerade diese Gegensätze besonders reizvoll. Das alte Berlin muss eine wahrhaft tolle Stadt gewesen sein, leider ist nur noch ein Schatten dessen geblieben...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Triforium ()

    • Irgend jemand aus dem Forum hatte mal die Frage gestellt, wie das Gebäude an der Kurfürstenstraße / Ecke Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße (früher Einemstraße) wohl ursprünglich aussah.

      Hier war der Sitz des Sozialverbandes Deutschland SoVD.

      Ich habe jetzt die Lösung des Rätsels gefunden im Buch über jüdische Architekten in Berlin.

      Es stammt von Moritz Ernst Lesser von 1929, also bereits als schmuckloser Bau für die Hauptverwaltung der Engelhardt-Brauerei:




      Treppenhaus:


    • @Triforium: wenn ich mir so einige Ansichten wie Gärtners Veduten um 1860 und die Altbauten nach der Entstuckungswelle in den ca. 1970ern vergegenwärtige, wie auch die in Charlottenburg zahlreichen Jugendstilbauten im Vergleich zu etwa den belgischen in Lüttich, meine ich, daß die "prinzipielle Berliner Fassade" eher etwas nüchtern ist. Auch die barocken Fassaden erscheinen mir vergleichsweise schlicht, wenn man vom großartigen Schloß mal absieht. Der Fassadenschmuck kam wohl erst so zwischen 1850 und 1918 so richtig in Schwung, aber auch da in gewisser Weise vergleichsweise nüchtern (Schinkel) oder industriell (Gründerzeit, Wilhelminismus), nie "handgedengelt" wie französisches Art Déco oder italienischer Barock. Vielleicht hat es damit zu tun, daß die Stadt nur zwischen 1870 und 1918 "ziemlich wohlhabend" war.
    • Die Staatsoper nach dem Umbau von 1942.

      Nach den ersten Angriffen der Alliierten auf Berlin wurde auch die Staatsoper getroffen. Sofort begann der Wiederauf- und auch Umbau.

      Die Bilder sind entnommen:

      DAS HAUS DER STAATSOPER UND SEINE NEUE GESTALTUNG

      DARGEBRACHT VON DER GENERALINTENDANZ DER PREUSSISCHEN STAATSTHEATER

      I. AUFLAGE
      1944
      MAX BECK VERLAG LEIPZIG











      Details:















      Der Apollosaal in der Fassung vor 1942:




      Ab 1942 ohne Deckengemälde:

























      Nach 1945: