Schloss Berlin - Wiederaufbau als Humboldtforum

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      Die Zahl von lediglich 43,3 Mio. Spendeneingängen bis Oktober 2017 ist aus jeglicher Perspektive/ Lesart purer Blödsinn.
      Ich habe mir die Mühe gemacht, die Jahresabschlüsse von 2011 - 2016, die hier

      berliner-schloss.de/der-verein…fakten/jahresabschluesse/

      öffentlich einsehbar sind, durchzuackern. Dort sind alle Einnahmen sowie Ausgaben des Fördervereins auf den Cent genau dokumentiert, mit etwas Mühe (trockene Materie halt...) sind auch die Zuwendungen an die Stiftung als Bauherrn zu finden.

      Demnach sind in allein diesem Zeitraum 52.924.534,44 € als Geldzuweisungen weitergegeben worden.

      Außerdem wurden Sachleistungen (Baupläne, Modelle für Fassadenschmuck und -Skulpturen) im Gegenwert von 1.314.506,55 € weitergeleitet.

      noch genauer:

      2011: 1.000.000,- Geldzuweisungen, 601.681,54 Sachleistungen,
      2012: 4.604.194,44 Geldzuweisungen, 387.987,67 Sachleistungen,
      2013: 7.890.000,- Geldzuweisungen, 206.440,17 Sachleistungen,
      2014: 14.076.000,- Geldzuweisungen, 92.857,98 Sachleistungen,
      2015: 13.720.000,- Geldzuweisungen, 10.599,73 Sachleistungen,
      2016: 11.634.340,- Geldzuweisungen, 14.939,26 Sachleistungen.

      Allles jeweils durch ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen hochprofessionell dargestellt.

      Dazu kommen mindestens noch Sachleistungen (Fassadenpläne, Modelle) im Wert von über 3 Mio, die zwischen 2004 und 2007 erstellt wurden.

      Die Jahresabschlüsse 2009 und 2010 fehlen leider, aber auch dort dürften erfahrungsgemäß weitere Sachleistungen im 5- bis 6-stelligen Bereich erbracht worden sein.
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ein_Hannoveraner ()

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      Moellendorpf schrieb:

      Auf Kulturradio vom rbb gab es da einen eher erfreulichen und gar nicht mal wetternden Kommentar, der die Kirche im Dorf lässt, eine treffende Ansage an die Politik enthält und ganz am Schluss mit einem phänomenalen Vorschlag aufwartet:

      ardmediathek.de/radio/Kulturra…39110&documentId=50130744
      Gar nicht so verkehrte Ansätze ja. Bin sehr dafür, die Millionen für die Einheitswippe zu sparen und stattdessen in die Schlossfassaden zu stecken! :thumbsup: Und es stimmt, es ist schon erstaunlich, welch gewaltige Spendenmenge bereits zusammenkam, und es ist selbstverständlich, dass die Fassaden vervollständigt gehören. Der Staat hat dank dem Steuergeld der Bürger so viel Plus gemacht in den letzten Jahren und schleudert es bevorzugt für Unsinn raus, da wäre es nur gerecht, jetzt einmal den Menschen etwas Dauerhaftes zurückzugeben.

      Dass ganz Deutschland das Schloss aber als "Preußenprojekt im Feindesland" ansieht, glaube ich kaum. Die Spenden kamen von überall. Und so unreflektiert preußenfeindlich wie die Medien heute sind die Leute auch nicht.
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      Ich bezweifle nach wie vor, dass in einem Bericht des Bundesbauministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages die Spendeneingänge eines gemeinnützigen Vereins, dem Förderverein Berliner Schloss e.V., erwähnt werden. Der Spiegel betreibt aber, so komisch das klingt, mit Fakten Desinformation.
      Den Weg des Geldes Spender -> Verein -> Bund -> Auftragnehmer wird undurchsichtig, unvollständig oder gar nicht von den Medien (in dem Fall der Spiegel) verdeutlicht. Jemand der nicht auf den Kopf gefallen ist wird, wenn er das weiß, so denke ich davon ausgehen, dass der Schritt Bund -> Auftragnehmer nicht vom Schritt Spender -> Verein abhängig sein kann.
      Die 43,3 Millionen Euros werden schon stimmen, doch auf was sie sich beziehen bleibt, solange man den Bericht nicht selber liest und es dort auch drinsteht, unklar. Das die Fassaden (derzeit) von Steuergeldern bezahlt werden stimmt auch. Doch wird dabei natürlich ausgelassen, dass nicht der derzeitige Stand zählt, sondern was nächstes Jahr unterm Strich in der Rechnung des Bundes für die Fassaden steht: eine Null oder doch eher ein Minus.

      Oder kurz, dieser Spiegel-Bericht ist inhaltlich irrelevant, für das Projekt aber rufschädigend. Die Klarstellung des Vereins ist daher genau richtig und wichtig. Mehr muss man dazu eigentlich nicht mehr sagen, alles weitere sehen wir Ende nächsten Jahres. Ich bezweifle jedoch, dass der Bund die Ausstände dann bezahlt, eher wird dann halt über 2019 hinaus gesammelt werden müssen.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
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      ... tja, man hat es potentiellen Spendern ja auch nicht immer leicht gemacht ...

      Unvergessen die Episode, als Winfried Kretschmann, seines Zeichens Ministerpräsident von BW, mehrere Großspender zu einer insgesamt Millionenspende (waren es drei oder fünf Millionen?) bewegt hatte. Einzige Bedingung der Südwestdeutschen war damals, dass einer der Säle im Schlosss "Baden Württemberg" genannt werden sollte.

      Und das war denn Damen und Herren Entscheidern dann doch zu piefig - man lehnte die Spende tatsächlich ab! Denn einen Saal mit Namen eines Bundeslandes zu benennen, das ging ja gaaar nicht!

      Nicht auszudenken, was eine positive Entscheidung des Gremiums bei den Landesfürsten der anderen 15 Bundesländer ausgelöst hätte - nicht unwahrscheinlich, dass man sich bei Spendenakquisitionen im eigenen Bundesland geradezu hätte überbieten wollen um dadurch auch einen schönen Saal mit seinem Ländernamen zu schmücken.

      Die Fassaden könnten längst finanziert sein!
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      ^ Ja, das ist eine der erschütterndsten Episoden des Wiederaufbaus. Stünde diese Tür heute eigentlich noch offen?
      Das heißt, würde man den Großteil der Spenden noch erhalten können, wenn man heute "Ja" zu der Bedingung sagt?
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      Dass nun gerade Baden-Württemberg 5 Millionen für das preußische Schloss in Berlin spenden und dafür einen Raum mit dem Landesnamen haben wollte, geschah eigentlich nicht ohne historischen Hintergrund, freilich wird das nicht der Grund gewesen sein. Die angeblich heute noch so gehassten Preußen, zumindest das preußische Königshaus waren ja Schwaben: Hohenzollern. Die Stammburg der preußischen Könige ist heute als historistische Rekonstruktion des 19. Jhd. am Rande der Schwäbischen Alb noch zu besichtigen und ein kultureller Höhepunkt in BW. Ich war schon als Kind mit mindestens zwei Schulausflügen dort oben. Auch das Land Preußen selbst können wir Schwaben als unseren Ursprung betrachten: Die ersten stammesmäßig nachweisbaren Bewohner des Raumes Berlin und Ostpreußens waren die Sueben, also die Schwaben, die dann bereits ab Caesars Zeiten in unsere heutigen wirtlicheren Weinbaugegenden ausgewandert sind. Die Ostsee hieß bei den Römern noch mare suevicum - Schwäbisches Meer.

      Vor allem die Badener hätten Grund zum Preußenhass: So wurde der Potsdamer Maximilian Dortu (von ihm stammt die Bezeichnung Kartätschenprinz) 1849 in Freiburg im Breisgau von den Preußen hingerichtet. Er hatte sich auf die Seite der badischen Revolutionäre geschlagen. Aber das ist lange her.

      Selbstverständlich ist die Spendenbereitschaft für das Schloss hierzulande recht üppig und wird der Bau von sehr vielen, wie ich weiß, mit Eifer verfolgt.

      Noch eine kleine Episode: Als die hohenzollerischen Stammlande im19. Jhd. Preußen zugeschrieben wurden, gab dies der Pfarrer von Hechingen mit folgenden Worten bekannt: Liebe Gemeinde, ich muss euch heute zwei Dinge sagen: dass wir preußisch geworden sind und dass wir es um unserer Sünden willen nicht besser verdient haben.

      Aber wir Schwaben sind nicht nachtragend und beim Schloss schon gar nicht!
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      Gestern Abend wurden in der Aktuellen Kamera (>> Link) endlich mal zutreffende Zahlen genannt und auch halbwegs sachlich berichtet.
      Das ganze Affentheater um die Schloss-Finanzierung ist einfach nur noch nervig, keinen Menschen in Berlin juckt offensichtlich die Milliardenverschwendung für den Hauptstadtflughafen oder die lokalen "Schutzsuchenden", aber wenn's um's Schloss geht dann kommen schlagartig die altbekannten scheinheiligen Empörungs-Reflexe.
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      Und was schließen wir daraus: Unterscheide zwischen den Spendenangaben der Stiftung Humboldtforum und denen des Fördervereins Berliner Schloß e.V., aufgrund verschiedener Berechungsweisen und zusätzlich etlichen Sachleistungen auf Seiten des Fördervereins. Dadurch kommen unterschiedliche Zahlen heraus. Den tatsächlichen Spendenstand kann der Interessierte nur über die Jahresabrechnungen des Vereins transparent erhalten, inklusive aktuellem Stand. Das sollte sich die Journallie mal hinter die Ohren schreiben!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

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      Schafft man die Enthüllung der Schlossfassaden dann eigentlich schon zum 251. Geburtstag Wilhelm von Humboldts am 22. Juni 2018? Oder wann genau ist das vorgesehen?

      Die Voraberöffnung ist ja für den 250. Geburtstag Alexander von Humboldts am 14. September 2019 geplant.