Schloss Berlin - Wiederaufbau als Humboldtforum

    • Verstörende Nachrichten...wie ich finde!

      Die MOPO berichtet aufgrund eines Spiegelberichts, dass nicht nur der Zeitpunkt für die Eröffnung des Humboldt-Forums gefährdet sei, sondern dass das Spendenziel noch bei weitem nicht erreicht wäre.
      Ich nahm die ganze Zeit an, dass über 80 Mio. zusammen sind..wie kommt dann der SPIEGEL NUR AUF 43,3 Millionen Euro an Spenden?

      morgenpost.de/berlin/article21…ehlen-Zeitplan-wankt.html

      deutschlandfunk.de/berliner-st…e.html?drn:news_id=851906
    • Dlf24 schrieb:

      (...) Bis Oktober seien erst gut 43 Millionen an Spenden eingegangen. (...)
      Vielleicht meinen die ja den Oktober 2015 :P

      Das halte ich aber für Blödsinn. Der Verein um das Berliner Schloss würde doch nicht über Jahre seine Spender anlügen und eine falsche Spendensumme veröffentlichen.

      berliner-schloss.de/spenden-system/spendenstand/
    • Also, in dem Artikel gibt es zwei widersprüchliche Aussagen.

      Einerseits steht da:
      Dies gehe aus einem Bericht des Bundesbauministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, schreibt das Nachrichtenmagazin.
      Bis Oktober seien erst 43,3 Millionen Euro an Spenden eingegangen, der Förderverein Berliner Schloss hat jedoch 105 Millionen zugesagt.
      Andererseits kann man da lesen:
      Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Bernhard Wolter. Er sei zuversichtlich, dass das Spendenziel bis zur geplanten Eröffnung des Humboldt Forums Ende 2019 erreicht wird, sagte Wolter am Sonnabend der Deutschen Presse-Agentur. Von den 105 Millionen Euro zugesagten Spenden seien aktuell 72,5 Millionen in bar zusammen.
      Ja, wat denn nun? huh:)
    • Aus den Formulierungen heraus würde ich schließen, dass man nicht zwischen Spendeneingang Förderverein Berliner Schloss e.V. und Eingang Bund unterschieden hat. Was der FV eingenommen hat landet ja nicht automatisch in den Kassen des Bundes, der es letztendlich bekommen muss. Das würde natürlich heißen, dass der FV derzeit noch auf rund 35 Millionen Euro an Spenden sitzt.

      Nichtsdestotrotz glaube ich immer noch nicht, dass sie es schaffen bis Ende nächsten Jahres. Da werden wohl noch um 10, 15 Millionen fehlen - sofern nicht doch noch der große Scheck um die Ecke kommt.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Den Artikel würde ich mal nicht so ernst nehmen, der ist nämlich selbst komplett widersprüchlich. Es wird berichtet, dass dies und das...und dann heißt es, das Ganze wird entweder dementiert oder es gibt auch ganz widersprüchliche Berichte. Klingt für mich wieder nur wie der nächste Versuch der Panikmache um das Schloss/HF. ;)
      Außerdem, und das müssen wir ja nicht zum hundersten Mal wiederkäuen: Der Bund ist schon längst in die Bresche gesprungen und hat alle Rekonstruktionsvorhaben bereits vorfinanziert. Alle noch ausstehenden Arbeiten sind bereits in der Ausführung bei verschiedenen Firmen, inklusive der Figuren, die, wie man nun beschwichtigt, auch erst mal weggelassen werden können. Das sagt man natürlich, um eine ganz bestimmte Gruppe zu besänftigen, die generell gegen das Schloss sind und keinen Cent vom Bund in Kunst und Kultur gesteckt sehen wollen. Genau wie man früher besänftigt hat, es wird vielleicht erstmal nicht die Balustrade oder die Kuppel gebaut. Der Drops ist schon gelutscht, ist bereits alles bezahlt, aus der Planungsphase raus und in teilweise fortgeschrittener Umsetzung, inklusive weitere Rekonstruktionen, wie die Portaldurchfahrten.
      Der Bund wird sich hier nicht blamieren und ein weiteres Berliner Baudebakel produzieren. Das Schloss/HF bezahlt der eh aus seiner Portokasse...
      Das einizige was ich mir durchaus vorstellen könnte, ganz losgelöst von den Rekonstruktionsarbeiten des Schlosses, sind Probleme und Verzögerungen beim Ausbau des HFs. Das kann immer mal passieren. Hoffen wir mal nicht, aber selbst wenn, das Schloss an sich ist ja trotzdem schon mal da und hat das Stadtbild geheilt, selbst wenn innen noch gewerkelt wird. ;)
    • Einmal ganz ehrlich: Hat es in der ganzen Zeit auch nur EINE einzige Berliner Zeitung gegeben, die das Projekt auch nur annähernd wohlwollend verfolgt oder gar gefördert hätte? Weder von Berliner Medien noch gar vom Spiegel durfte man je anderes erwarten als maliziöse Berichterstattung.

      Umso mehr freue ich ich, dass ich gerade am Freitag noch aus einem Impuls heraus meine erste Spende für dieses Jahr überwiesen habe. Ich bleibe Spender so lange es nötig ist, wenn auch immer nur mit gerade erschwinglichen Beträgen - und danach geht's verstärkt mit der Garnisonkirche weiter. Sollte irgendwann vielleicht auch in Neustrelitz irgendwann einmal Ähnliches mit dem dortigen Schloß möglich sein, werde ich mein Herz gerne auch an dieses Projekt hängen.
    • Vor einigen Tagen wurde der Auftrag für die Rekonstruktion der Laterne für die Kuppel vergeben. Hier die wichtigsten Daten:


      VE 38131-05 Laterne Kuppel Stahlbau-, Modellbau-, Bronzeguss, Verglasungs- und Vergoldungsarbeiten

      Die Leistung der VE 38131-05 beinhaltet die Erstellung der Laterne mit Kreuz oberhalb der Kuppel für das Bauvorhaben Berliner Schloss Humboldt-Forum und umfasst Stahlbauarbeiten-, Modell-, Formbau- und Bronzegussarbeiten sowie Kupfertreibarbeiten, Patinierungsarbeiten und Vergoldungsarbeiten. Die Leistung setzt sich aus den folgenden wesentlichen Teilleistungen zusammen:
      01.) Fertigung von ca. 19 Modellen- und Formenbau;
      02.) Fertigung von 8 figürlichen (Engeln), und ca. 10 floralen (Palmenblätter/ Blüten) sowie ca. 90 weiteren Werkstücken als Bronzeguss sowie eines Kreuzes auf einem Sockel als Kupfertreibarbeit;
      03.) Fertigung eines inneren Edelstahltragwerk aus überwiegend Sonderprofilen ca. 4,75 to;
      04.) Oberflächenbearbeitung durch Zislesielieren, Patinieren und Wachsen ca. 100 Stück;
      05.) Oberflächenbearbeitung durch Vergoldungsarbeiten als Aktzentvergoldung ca. 18 Stück;
      06.) Vorleistung zur Installation von Blitzschutzelementen und einer Aktzentbeleuchtung;
      07.) Montage von Sicherheitselementen z. B. 24 Stück Anschlagpunkten;
      08.) Zusammenbau und Montage der Laterne;
      09.) Kupferabdeckungsarbeiten zur Einfassung von 8 Fußkonsolen.

      Angaben zur Ausführungsfrist:
      Beginn: 09/02/2018
      Ende: 28/05/2019

      Gesamtwert der Beschaffung (ohne MwSt.)
      Wert ohne MwSt.: 1 899 369.36 EUR

      Den Zuschlag erhielt die Berliner Firma *Stefan Fittkau GmbH Metall + Kunstschmiede*
    • Neu

      Ich habe den Spiegel heute beim Deutschen Presserat wegen des Verstoßes gegen die Sorgfaltspflicht bei der Recherche (§ 2 des Pressekodex, betroffene Seiten (hier der Förderverein Berliner Schloß) müssen gehört werden) angezeigt. Ausweislich der Mitteilung des Fördervereines hat der Spiegel den Artikel wider besseres Wissen geschrieben, da sich die Herrschaften nichtmal die Mühe gemacht haben beim Förderverein nachzufragen. Das geht ganz einfach mit einer Online-Beschwerde.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Neu

      Habe den Artikel heute gelesen. Mich würde interessieren, was der Spiegel denkt, wem er mit diesen (auch noch falschen) Zahlen tatsächlich noch die Zornesröte über die Steuerverschwendung ins Gesicht treiben kann? Für BER und Stuttgart 21 werden fast jedes Jahr neue Milliardenbeträge nachgeschossen - kaum jemand regt sich noch auf. Für einen Zweck, den ich hier wohl nicht noch eigens benennen muss, gibt der Finanzminister pro Jahr gut den 1000-fachen Betrag frei, ohne dass dem Spiegel gross etwas dazu einfällt.
      Die einzige Politikerin, die der Spiegel für ein verurteilendes Zitat hinter dem Ofen hervorlocken konnte, war Gesine Lötzsch von der Linken. Auch hier erübrigt sich wohl jeder Kommentar.
      Nein, ich denke, letztlich muss man dem Spiegel sogar noch dankbar sein für seine gehässige Intention, denn so bekommt die Tatsache noch einmal Publicity, dass eben noch Spenden fehlen und dass es schön wäre, wenn der eine oder andere noch etwas überweist, vielleicht ja auch einmal ein deutsches Unternehmen oder eine Stiftung.
      Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

      Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir
    • Neu

      Bekanntermaßen ist die deutsche Presselandschaft mittlerweile mehr oder weniger austauschbar, die Texte wie die Fratzen, die sie geschrieben haben. Doof voneinander abschreiben, nicht sorgfältig recherchieren und wie eine Schafsherde dem gegenwärtigen politischen Mainstream folgen, dafür stehen die deutschen Medien in ihrer Mehrheit (die wenigen Ausnahmen sind leider kaum bekannt).
      Von daher gesehen verwundert es auch nicht, dass die aktuelle Spiegel-Lüge über das Stadtschloss durch die übrigen Medien unreflektiert übernommen wird, wie man bei Google-News sehen kann. :daumenunten:

      (zugegebenermaßen hat der Spiegel auch schon mal noch deutlich schlimmer gehetzt, man erinnere sich nur an die üble "Liebe-Neger"-Lüge über Bundespräsident Lübke)

      .
    • Neu

      Der FAZ-Architekturkritiker Niklas Maak beschäftigt sich in der heutigen Ausgabe der Zeitung mit den (vermeintlichen) Finanzierungsproblemen. Viel interessanter für das Forum dürften aber seine Äußerungen über Stellas Ostfassade sein:

      Das Schloss hat aber ein ganz anderes, fundamentales Fassadenproblem, über das erstaunlich wenig gesprochen wird. Dabei kann man es gar nicht übersehen: Es ist die schon komplett enthüllte Fassade zum Osten hin, mit der die chaotisch über Jahrhunderte gewachsene ursprüngliche Fassade durch eine Reißbrettphantasie ersetzt wurde. Schon das ist eine böse geschichtspolitische Pointe: Ausgerechnet der Ostteil der Stadt, der jahrzehntelang auf den modernen Palast der Republik schaute, bekam statt rekonstruierter Geschichte ein gigantisches Abluftgitter vor die Nase gestellt, gegen die der entsorgte sozialistische Monumentalbau fast idyllisch wirkte. Verteidiger des Architekten Franco Stella behaupten zwar, der in Stein gehauene Giga-Gitterrost zitiere den italienischen Razionalismo und übersetze so die Antiken- und Italien-Sehnsucht der preußischen Baumeister in die Moderne. Wenn man davorsteht, sehnt man sich allerdings noch energischer nach Italien fort als ohnehin schon. Die Fassade ist eben nicht so präzise und hell und scharf-kühl und luftig-euphorisch wie die Bauten von Terragni, sie hat nicht die Eleganz und den Schwung der Hauptpost an der Piazza Bologna in Rom. Sie hockt mit ihren dicken steinernen Beinen und den Sprossenfenstern, die man ihr in die Rasterfelder klebte, so stramm und hüftsteif da wie alle Berliner Verwaltungsbauten: Hier steht ein preußisches Aktenregal, das davon träumt, in den Adelsstand erhoben zu werden.

      Vielleicht ist diese erste enthüllte Fassade aber auch bloß eine strategisch geschickte Drohung an die Öffentlichkeit: So sieht ein neues Schloss aus, wenn ihr die restlichen Millionen für die historische Schminke nicht zusammenbekommt.