Schloss Berlin - Wiederaufbau als Humboldtforum

    • Ooh jaa. Gerade (einstige) Berliner Großunternehmen könnten sich mit solch einer Geste einmal dankbar zeigen gegenüber der Hauptstadt und diesem Land, man denke an:
      • Die Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank und weitere Großbanken,
      • Siemens,
      • Die Deutsche Bahn,
      • Die Deutsche Post & Telekom,
      • Edeka,
      • Lufthansa,
      • Allianz,
      • Osram,
      • Knorr-Bremse,
      • Dussmann,
      • Vattenfall,
      • Axel Springer,
      • Metro,
      usw.usf.
      Jeder von diesen Playern kann Teile des Berliner Schlosses aus der Portokasse zahlen! :thumbup:

      Tatsächlich aber fallen deutlich kleinere Mittelständler wie Hans Wall viel stärker mit ihrem Engagement für Berlins Stadtbild auf...
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • SchortschiBähr schrieb:

      Weiß Jemand etwas bautechnisch Klärendes zu den Stangenkonstruktionen am Kuppeltambour zu sagen? Diese sind auf der abgewandten Seite ja auch schon länger installiert, dort wo bereits der Kuppeltambour gemauert wird.
      Werden die Stangen eingemauert, als Stabilisatoren oder dienen sie für die Ausrichtung der runden Mauer beim Mauern als eine Art Maßschablone!? ?(


      Nun, anscheinend ist die Antwort jetzt gefallen : eine art Gerüst um Plastikfolien draufzuspannen, ich nehme an um die Arbeiter von Witterungen zu schützen, wenn ich die aktuellesten Bilder sehe.
      Und nebenbei, an der Nordseite wird Auch fleissig verputzt ;)
    • Während wir hier im Forum uns über die Fortschritte am Stadtschloss erfreuen und diskutieren, wird im Berliner Abgeordnetenhaus auch diskutiert - wieder einmal geht es um das Kuppelkreuz was auf dem Stadtschloss errichtet werden soll.

      Der Antrag der CDU forderte den Senat auf, dafür zu sorgen, dass das Kreuz auf der wiederaufgebauten Schlosskuppel nach historischem Vorbild errichtet wird. Dem Antrag stimmte auch die AfD zu, SPD, Linke und Grüne waren dagegen. Die FDP enthielt sich.

      br.de/nachrichten/berliner-sta…erhin-umstritten-100.html
      (Quelle: Bayerischer Rundfunk, 10.01.2018)
    • Gut, dass der Senat hier nichts zu sagen hat und der Drops bereits gelutscht ist, das Kreuz kommt originalgetreu.
      An anderer Stelle soll dafür übrigens wohl ein Kuppelkreuz verschwinden, nämlich das von Sankt Hedwig:

      morgenpost.de/bezirke/mitte/ar…t-Hedwigs-Kathedrale.html



      Moderationshinweis (Riegel):
      Folgediskussion zur St. Hedwigs-Kathedrale dorthin verschoben
    • Neu

      Die Berliner Zeitung (BZ) hat sich in Ihrer Ausgabe vom 15.01.2018 mit der Fertigstellung des Stadtschloss (HuF) beschäftigt. Bisher konnte ich mich mit der Ostfassade nicht anfreunden, wenn ich aber das Bild sehe und sehe wie dünn diese Fassade eigentlich ist, kann man diese ja ganz schnell abbauen.

      Sonst finde ich, ist es ein ganz gelungener Artikel :P .

      bz-berlin.de/berlin/mitte/berl…en-bis-juni-rekonstruiert
    • Neu

      "Als wichtige Aufgaben für dieses Jahr nannte Hegner unter anderem die Überführung großer Exponate wie Südseeboote und Südseehäuser aus den inzwischen nicht mehr für Besucher zugänglichen Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für asiatische Kunst aus Berlin-Dahlem in das Humboldt Forum.
      Der Transport müsse in den Bauablauf eingetaktet werden, weil die Objekte nicht vollständig auseinandergebaut werden könnten. An der Innenfassade des Schlossbaus seien deshalb große Öffnungen zum Foyer freigelassen worden, sagte Hegner."

      bz-berlin.de/berlin/mitte/berl…en-bis-juni-rekonstruiert

      Diese Museen sind wohl im Humboldtforum für die Ewigkeit gedacht. Sollten sie jemals ausziehen und Platz für etwas Anderes machen müssen, so würde man die Innenfassaden wieder aufbrechen müssen. :D
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Neu

      Aus dem Newsletter des Humboldtforums, zur Eckkartusche und einem neuen Dokumentationsbuch zur Reko:

      "BAROCK IN ARBEIT – DIE KUNST DER REKONSTRUKTION

      5,80 Meter hoch, 7,30 Meter breit, rund 56 Tonnen schwer – die sogenannte Eckkartusche ist eines von rund 3.000 Schmuckelementen des Berliner Schlosses. Und wohl das künstlerisch und bildhauerisch anspruchsvollste. Ihre Entstehung ist beispielhaft für die Anfertigung aller Sandstein-Elemente der rekonstruierten Barock-Fassaden.

      Barock im 21. Jahrhundert bedeutet modernste Technik sowie handwerkliches Können auf höchstem Niveau. Im neu erschienen Fotobuch Barock in Arbeit – Die Kunst der Rekonstruktion können Sie die Arbeitsschritte im Detail verfolgen: Vom ersten Tonmodell am Anfang bis zur Versetzung an den Rohbau. Über 230 Bilder entführen Sie zum Steinbruch, in die Werkstätten, die Planungsbüros bis zur Baustelle des Humboldt Forums, sie geben die Atmosphäre in den Ateliers wieder oder zeigen in Nahaufnahmen die einzelnen Arbeitsschritte.

      Erhältlich ist das Buch im Shop in der 1. Etage der Humboldt-Box vor der Schlossbaustelle, Schloßplatz 5, 10178 Berlin."

      Quelle: newsletter@humboldtforum.com

      Abbildung dazu
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Neu

      erbse schrieb:

      Toller Bildvergleich, Palast der Republik (2000) vs. Stadtschloss (2017)
      Ich freue mich noch mehr auf: "Bildvergleich, Palast der Republik (2000) vs. Stadtschloss (2019)"!

      Ich weiß noch, wie ich wenige Monate vor der Wende als Berlin-Besucher entsetzt vor diesem Palazzo Prozzo stand - bis mir jemand zeigte, wie sich der Dom in voller Schönheit in den kitschigen Bronze-Fenstern spiegelte. Dies konnte der Sozialismus ebenso wenig verhindern wie die Kreuz-Spiegelung auf der Fernsehturm-Kugel.

      Und nun kehrt nach der Freiheit auch die Ästhetik wieder zurück!
      _______________________________________
      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • Neu

      Gespräch mit einem Schlossgestalter:
      „Das ist die Sehnsucht nach Schönheit“

      ......und nach zwei Jahren haben sie nur noch Kisten entworfen. Unsere Lehrer waren alle 68er, die voll in der Moderne lebten, deren Helden Le Corbusier und Donald Judd waren.
      Mögen Sie das Schloss, diesen modernen Betonkern mit der rekonstruierten Hülle?
      Ja und nein. Anfänglich war ich großer Befürworter. Im Moment, als ich die Entwürfe von Franco Stella mit der modernen Ostfassade und den drei historischen Seiten gesehen habe, war ich überhaupt nicht mehr dafür. Da hat sich für mich wieder das Scheitern von moderner Architektur offenbart. Ich finde es auch verwerflich, dass die Reste des Originalschlosses, die in der Baugrube gefunden wurden, zu großen Teilen einfach rausgekloppt wurden.


      Den ganzen Text gibt es hier: TAZ ist eigentlich zum kotzen
    • Neu

      Aus dem Artikel:
      Es gibt wunderschöne minimalistische, moderne Architektur. Aber wenn man jungen Menschen einredet, dass sie immer das Rad neu erfinden müssen und das auch alle können: Das hat so etwas Dogmatisches. Völlig idiotisch, wenn man bedenkt, dass wir ja nur das Bewährte sehen, das überdauert hat. Das meiste, was Mist war, ist dagegen eingestürzt. Warum soll man sich also nicht daran orientieren, was sich in Nutzung und Qualität bewährt hat?
      Tja das ist die große Frage.
    • Neu

      Der Münchner schrieb:

      [...] Diese Museen sind wohl im Humboldtforum für die Ewigkeit gedacht. Sollten sie jemals ausziehen und Platz für etwas Anderes machen müssen, so würde man die Innenfassaden wieder aufbrechen müssen.
      Dazu ein kleiner Nachtrag, falls das uns entgangen sein sollte.

      BZ schrieb:

      [...] Ein riesiges Loch klafft in einer Hallenwand [Anm.: Agora hinter Portal III] des neuen Berliner Stadtschlosses. Das ist allerdings Absicht. Ab Mai werden die bis zu 14 Meter hohen Südsee-Boote des Dahlemer Ethnologischen Museums durch diese Öffnung in ihr neues Domizil gehievt. [...] Das Wandloch für die Südsee-Boote soll im August dann einfach nur noch zugemauert werden. So könnte man es im Notfall wieder öffnen. [...]
      Man denkt also nicht, dass das für die Ewigkeit ist. ;)
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Neu

      Die Eröffnung des Humboldtforum rückt allmählich näher. Da ist es Zeit einmal genauer auf das Erscheinungsbild der Museums-Innenarchitektur, sprich der museumsdidaktischen Erschließung des Gebäudes und seiner Designer zu werfen. Dafür verantwortlich zeichnen ua. Holzer Kobler Architekturen GmbH aus Zürich. Im unten stehenden Zitat wird in üblicher Weise viel schwafelnd schön geredet. Was mir bleibt scheinen schwarz-weiß Kontraste der harten Art und der Bruch mit der Symmetrie von Stellas Agora das wesentliche Gestaltungselement zu sein. Halt mal wieder Bruchlinien als Architektenfetisch angebetet. Der Kontrast zu den Fassaden könnte wohl größer nicht sein und ebenso bewußt gewollt.

      Aber lest selbst hier:

      Holzer Kobler Architekturen schrieb:

      Das serielle, raumbildende Funktionsmobiliar in sattem schwarz korrespondiert gleichberechtigt mit der einheitlich in gebrochenem weiß gehalten Architektur. Dem weiß-schwarz-Kontrast wird durch Akzente mit gezielt eingesetzten Farben, textilen Stoffen und Licht eine emotionale und haptische Ebene hinzugefügt. Das Informations- und Leitsystem wird bewusst von der architektonischen Substanz und dem streng angeordneten, seriellen Stützenraster losgelöst. Als eigenständiges Element positioniert es sich als Schnittstelle zwischen dem Bau, dem baulichen Corporate Design und den Besuchern. In der viergeschossigen Eingangshalle wird die strenge Symmetrie durch einen prägnant, den Raum ergreifenden medialen »Leuchtturm« aufgelöst. Der Turm schafft eine visuelle Verbindung von und zu den Balustraden in den oberen Stockwerken. Die poetische, künstlerische Akzentuierung vermittelt über alle Kulturen, Alters- und Gesellschaftsklassen hinweg einen leichten Zugang und weckt Neugierde auf die vielfältige, dichte Welt im Humboldtforum.
      ... und hier: holzerkobler.com/de/project/hu…forum-im-berliner-schloss

      ... was die Jungs sonst noch so drauf haben im hippen "Modernismus": holzerkobler.com/projects

      Scheinen Spezis für das Zustellen schöner symmetrischer Räume mit asymmetrischen dingensbumsens zu sein, na ja!?
      holzerkobler.com/

      Was ich davon in der Wirkung für's Schloß halten soll ist mir noch schleierhaft. Mal sehen! Hoffe die Objekte reißen's raus und die Reko wichtiger Innenräume wird alsbald nach der Eröffnung tatkräftig angegangen! Die Leute werden wohl alsbald sehnlichst danach rufen und ich hoffe die Spendenbüchsen sind zahlreich aufgestellt!

      Hier noch das Partnerbüro, mit Diaschau einiger Innenräume. Hm, was das Leitsystem angeht, scheint mir das nicht auf dem aktuellen Stand zu sein. Die in die Tordurchfahrten gehängten Beschriftungen sind doch vom Tisch, wie uns user Seinsheim vor längerer Zeit einmal mitteilte!
      gourdin-mueller.de/leitsysteme?prj=56

      Gourdin&Müller schrieb:

      Leitsystem
      Das Informations- und Leitsystem löst sich bewusst
      von der architektonischen Substanz. Als eigenständiges
      Element wird es zur Schnittstelle zwischen Bau, bau-
      lichem Corporate Design, Nutzern und Besuchern.
      Freihängende Schriftzüge im Raum und an den Funktions-
      möbeln sowie freistehende Informationsträger prägen
      das Informations- und Leitsystem. Seine Elemente sind
      analog zum baulichen CD in Schwarz und Weiß
      gehalten und partiell beleuchtet. Sie bieten eine optimale
      Wiedererkennbarkeit und Fernwirkung in der
      hellen Architektur.


      Informationselemente
      Die primäre Informationsebene bilden groß-formatige
      Schriftzüge, teilweise mit leuchtenden Pfeilen kombiniert.
      Sie verdeutlichen die Absicht, den Raum in seiner
      Funktion als Ort des Austauschs und des Wissens mit
      Sprache und Stimme zu füllen, ohne in die Bausubs-
      tanz einzugreifen. Die sekundäre Informationsebene be-
      steht aus freistehenden Stelen und Wandelementen,
      die den Besucher während seines Rundgangs mit sämt-
      lichen Informationen begleiten. Ein übergreifendes
      digitales Informationssystem lässt temporäre bzw. aktu-
      elle Informationen auf den unterschiedlichen Displays
      erscheinen.
    • Neu

      Nach einiger Skepsis habe ich beim Spenderkonzert die Agora als einen der schönsten Veranstaltungsräume von Berlin erlebt: Von geradezu klassischer Schönheit durch die Schlichtheit und umfassende Zurückhaltung der den Raum prägenden Elemente. Die kristallene Klarheit der Gesamtschau der Loggien des würfelförmigen Raumes korrespondiert wunderbar mit der gewaltigen Innenfassade des Portals III, sie hält sich gerade in der Räumlichkeit ganz zurück und lässt allein Eosander herrlich dominieren.

      Für mich die schönste Leistung Stellas im ganzen Schloss.

      Ich hatte inständig gehofft, dass die Raumelemente, die für die Agora vorgesehen waren, nach dem Erlebnis des fertigen Raumes weggelassen werden, dass nur die zum Teil sogar noch als Spolien bestehenden Bildhauerarbeiten des Innenportals als eigenständige Raumelemente wirken sollen. Nichts davon!. Gerade diese herrliche Raumwirkung wird durch "einen prägnant, den Raum ergreifenden medialen »Leuchtturm« aufgelöst".

      Wer mit einem solchen Wortgeklingel seine Elaborate anpreist, wie hier durch Schortschibähr vermittelt, der freilich ist wohl nicht in der Lage, wirkliche Schönheit zu genießen - er haftet an den modernistischen seit siebzig Jahren uns als schön gepriesenen und längst zur Ideologie gewordenen Vorstellungen: Er denkt z.B. statt an Harmonie meist in Dissonanzen.

      Schade um diesen neu gewonnenen öffentlichen Raum. Ist denn keine Hoffnung?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bentele ()