Schloss Berlin - Wiederaufbau als Humboldtforum

    • thommystyle™ schrieb:

      Treverer schrieb:

      Da mangelt es oft an Genauigkeit und Liebe zu Detail.
      Das kann man wohl von vielen Visualisierungen behaupten, aber sicher nicht von der Schloss-Visualisierung von Eldaco.

      Eldaco schrieb:

      Der Wiederaufbau und die damit verbundene digitale Rekonstruktion des Berliner Schlosses, mit Hilfe von 3D Software, ist seit dem Jahr 2000 unser größtes Projekt. Mit dem Beginn unserer Arbeit wollten wir, entgegen langläufiger Meinungen beweisen, dass es möglich ist, ein so komplexes Gebäude, ohne aktuell existierende Baupläne, zu rekonstruieren. Anhand tausender Photographien, welche wir in Archiven sichteten, rekonstruierten wir alle notwendigen Maße, unter Zuhilfenahme der Photogrammmetrie.

      Hab mich mehr generell auf Visualisierungen für Architektur bezogen. Arstempano ist ja z.B. auch mit sehr, sehr viel Engagement und Liebe zum Detail dabei. :)
      Bei der Eldaco-Visualisierung stimmt dennoch so einiges nicht mehr mit den jetzigen Planungen überein. Sehr wahrscheinlich, wie ich auch anmerkte, da sie sehr früh gemacht wurden.
    • Meist zeigen ja die Visualisierungen die Wiederaufbauplanungen. Aber wie sah das ursprüngliche Schloß aus, mit all seinen historischen Schichten, An- und Umbauten.

      Hier findet sich eine Grundlagengraphik von Eldaco in S/W mit dem Schlüterhof und Blick nach Nordwest, teilweise zum alten Zwischenflügel.

      Oder hier: eldaco.net/berliner-schloss/
    • Ein kleines Schloßallerlei, zur heiteren Auflockerung und allgefälligen Augenbeschmausung!

      Vielleicht hatten wir hier diese historische Aufnahme von Portal V noch nicht!? Darauf lassen sich noch die Vergoldungen erkennen! War wohl im Mai, Anfang 40er (die Kastanie blüht)!?

      Hier liegen die Hermenpilaster, zerstückelt, wie Leichen in der Schloßbauhütte, bereit zum Einbau.


      Das waren noch Zeiten! Gut für Rekofans, das die nun schon lange vorbei sind! Und vor allem für Herrn von Boddien!


      Was ist denn DAS! :--) 8o ;( huh:) eye:)
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      Ob diese schöne Arbeit wohl dem Schlossneubau zum Opfer gefallen ist? Wahrscheinlich schon, denn diejenigen originalen Fundamente, die in den Neubau integriert wurden, hätte man zu archäologischen Untersuchungszwecken sicher nicht abgetragen, um an die Pfahlgründung heranzukommen.

      focus.de/fotos/eine-archaeolog…chlosses_mid_1173296.html
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      Kaiser Karl schrieb:

      Also wenn man "Berlin Schloss Lustgarten Kartusche" in Google Bildersuche eingibt, findet man diesen Bereich. Geschlossen ist original. Also keine Balustrade an der Stelle.
      Naja, es gut nur darum zu wissen wonach mann suchen muss, danke für die Antwort. ;)
      Für die Löcher : ich vermute Auch die werden irgendwie abgedeckt, aber ich bin echt über die Funktion neugierig.
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      Riegel schrieb:

      Ob diese schöne Arbeit wohl dem Schlossneubau zum Opfer gefallen ist? Wahrscheinlich schon, denn diejenigen originalen Fundamente, die in den Neubau integriert wurden, hätte man zu archäologischen Untersuchungszwecken sicher nicht abgetragen, um an die Pfahlgründung heranzukommen.
      Die Holzpfählen wurden gerettet und versteigert:

      burgerbe.de/2013/04/23/berline…bringt-zehntausende-euro/

      tagesspiegel.de/berlin/die-neu…-versteigert/8099994.html
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      Gerettet ist gut! Betrachtet man das Schicksal der Eichengründung des Schlosses, so muss man feststellen dass die heutigen Bauherren des "Humboldt Forums" die Vernichtung des letzten Restes des originalen Schlosses noch genauer und endgültiger betrieben haben als die Schergen des DDR Regimes! Was blieb ist ein lächerlich winziger Rest im südwestlichen Teil als "archeologisches Fenster" und wenige Fragmente an der Fassade. Jetzt ist zwar die barocke Fassade wieder da, aber es weht nun ein gänzlich anderer Geist an diesem Ort!
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
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      Aedificium schrieb:

      Gerettet ist gut! Betrachtet man das Schicksal der Eichengründung des Schlosses, so muss man feststellen dass die heutigen Bauherren des "Humboldt Forums" die Vernichtung des letzten Restes des originalen Schlosses noch genauer und endgültiger betrieben haben als die Schergen des DDR Regimes!
      Ich denke, hier sollte man schon die Verhältnismäßigkeit wahren. Es waren die DDR-Verbrecher, die 99,99 Prozent des Schlosses vernichtet (oder vergraben) haben. Nun ist der letzte verbleibende Rest der Fassade entweder wieder integriert, oder er wird anderweitig wieder sichtbar gemacht. Und ohne die Rekonstruktion wäre wohl auch das "Archäologische Fenster" nicht möglich geworden. Damit wäre die Eichenbohlen irgendwann vermodert, ohne jemals wieder jemandem Zeugnis von der beeindruckenden damaligen Ingenieurkunst zu geben, die sich in diesem Fundament widerspiegelt.

      Anders ausgedrückt: Viel mehr als das, dessen Zeitzeugen wir gerade werden, war wohl beim besten Willen nicht drin!
      _______________________________________
      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
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      Aber es ist einfach unverantwortlich, die letzten Reste des Berliner Schlosses so zu verscherbeln, dass man diese Holzpfähle in ihrer Gesamtheit nicht mehr zu Gesicht bekommt. Ein Skandal wie ich finde ist, dass die neuen “Besitzer“ alles mit diesen jahrhundertealten Hölzern machen können was sie wollen wie zb Schmuck oder Möbel. Das geht eindeutig zu weit, dass grenzt schon an Vergewaltigung historischer Substanz! Sie in ein Museum auszustellen als Allgemeingut wäre ja mehr als selbstverständlich gewesen...
      Aber anhand dieses Bsp sieht man wie kulturlos, ja kulturverachtend diese Republik geworden ist.
      Um zur Facebookseite des Ortsverbandes Saarbrücken zu gelangen klickt mich !
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      Vielleicht tröstet es ja ein ganz klein wenig, dass ich ähnliche Gedanken hatte, was das Schicksal dieser Gründungspfähle betrifft. Auch ich ärgerte mich, dass man diese Elemente aus ihrem historischen Kontext nerausreißt und sie dann in alle Welt zerstreut. Dann habe ich mich aber entschieden, zwei Teile davon zu erwerben, eines für mich, das zweite für einen besonders guten Freund, der sich ähnlich für das Berliner Schloss begeistern kann. Erstens dachte ich, dass der Erlös dann wenigstens dem Wiederaufbau zugute kommen dürfte. Und zweitens werde ich meinen kleinen Überrest in besonderen Ehren halten, und das alte Holz ziert an prominenter Stelle meinen Schreibtisch. Da es aber so unscheinbar wirkt, wird es fast automatisch zum Annlass üfür ein Gespräch über das Schloss. So wirkt es drittens noch als Multiplikator.
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      Martintre schrieb:

      Es waren die DDR-Verbrecher, die 99,99 Prozent des Schlosses vernichtet (oder vergraben) haben.
      Schon richtig, aber die 100% haben eben die heutigen Bauherren vollendet!

      Martintre schrieb:

      Damit wäre die Eichenbohlen irgendwann vermodert, ohne jemals wieder jemandem Zeugnis von der beeindruckenden damaligen Ingenieurkunst zu geben, die sich in diesem Fundament widerspiegelt.
      Leider "vermodern" solche Gründungspfähle nicht, da sie unter Sauerstoffabschluss in der Grundwasserzone liegen. Ausser ein paar Fotos legen die Pfähle nun gar kein Zeugnis mehr ab, wie sagte ein Kommentator des Tagesspiegel Artikels so schön:

      aufwachen2 schrieb:


      Eine Brosche, oder eine Holzperlenkette aus kurfürstlich-königlichem Fundament-Holz am Busen der Geliebten
      zu wissen, dass ist schon sehr ergreifend wie ergötzend gleichermaßen!
      Das gibt wieder die Identität zurück, die man schon so lange vermisst
      hatte, - man weiß nun wo man hingehört.
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
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      Ein Teil der Pfähle sind doch auch von einem Schreinerbetrieb zu Bodendielen verarbeitet worden, sozusagen recycelt worden, oder wiederverwendet worden. Konnte man auch erwerben.
      Ja, es ist schade! Wenigstens ein paar Quadratmeter hätte im Archäofenster gezeigt werden können!
      Doch jetzt mal ganz pragmatisch gedacht. Wir wollen das neue Schloß! Und das entsteht im Kern aus Beton. Drunter fährt die neue U-Bahn durch. Ihr glaubt doch nicht, daß es da ein Eichenrostpfahlfundament aus dem Barock noch geschafft hätte den neuen Koloss zu tragen, wenn es weiter unten einen Tunnel gibt!?
      Die feingefügten Ziegelfundamente für die wilhelminische Portal III-Verbreiterung mußten doch auch (leider) weichen oder!? Und die teils in situ noch liegenden Plastersteine des großen Schloßhofes ebenfalls. Tja, alles schade, Authentitätsverlust, aber es mußten Entscheidungen gefällt werden und ein funktionierendes, sicher gegründetes neues Gebäude erstellt werden.
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      Das Problem war, dass man den gesamten Neubau wegen des schlechten Baugrunds auf eine riesige Betonwanne mit einer Wandstärke von 1,5 Metern stellen musste. Wie hätte man da die Eichenpfähle vor Ort lassen können? Darüber hinaus hatte die Betonwanne eine Schlüsselfunktion für den früheren Aufbau des Schlosses. Den wollten manche Politiker nämlich beliebig weit nach hinten schieben. Rettich hat dann den Bau der Wanne durchgesetzt, weil diese wiederum für den Bau des U-5-Tunnels Voraussetzung war. Und nachdem die Wanne da war, sprach nichts mehr dagegen, mit dem Bau des Schlosses zu beginnen.
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      Außer den Eichenpfählen war noch jede Menge Originalmaterial im Boden, das stillschweigend entsorgt wurde:

      - Zunächst was zu den Pfählen: Wer eine möglichst authentische Rekonstruktion anstrebt, geht mit dem Originalmaterial nicht so um, wie es geschehen ist. Der Beitrag der Verkäufe zu den Baukosten war marginal. Dafür ist nun dieses Holz in alle Winde zerstreut und zweckentfremdet. Das war gedankenlos. Auch wenn es zweifellos nicht möglich war, diese Holzgründung im Boden zu lassen. Mir wären viele Möglichkeiten eingefallen, sie zu bewahren. Beispielsweise eine Verwendung zum Bau eines Ausstellungsraumes im Eosanderhof.

      - Das gesamte Ziegelmauerwerk des Fundaments bis zum Grundriss des Palastes der Republik. Dazu muss man leider anmerken, dass das Mauerwerk zu großen Teilen zerrüttet war durch die Sprengungen. Eine weitere Verwendung als tragendes Fundament wäre riskant gewesen. Man ließ nur noch das archäologische Fester stehen. Ich glaube aber kaum, dass eine so komplette Beseitigung alle anderen Teile des Fundaments nötig gewesen wäre. Bei der Frauenkirche in Dresden konnte man das komplette Fundament wieder nutzen - trotz Witterungsschäden.

      - Die bereits erwähnten Fundamente für die vorbereitete Versetzung des Innenportals III aus der Zeit von Wilhelm Zwo.
      Das ist um so verwunderlicher, als man doch von der Fläche des Eosanderhofes einen Großteil zugebaut hat. Es wäre zwanglos möglich gewesen, einen Teil der Ausstellungsfläche dadurch zu gewinnen, dass man diese geplante Veränderung, die nur am Nordwestflügel tatsächlich ab 1888 verwirklicht worden ist ("Den Rest sollen Unsere Enkel machen!"), komplett umgesetzt hätte. Aber das war ja Wilhelms Idee gewesen und deshalb igitt.

      - Ebenfalls schon erwähnt: Die Unmengen Pflastersteine aus beiden Innenhöfen. Was hätte dagegen gesprochen, diese soweit noch verwendbar, wieder einzubauen? Das beißt sich mit dem Anspruch, die vorhandenen Reste der Barockfassaden, wo immer möglich wieder einzubauen. Um die beschädigten Sandsteinreste wird so ein seltsamer Kaputtkult getrieben, weil man die Beschädigungen nicht ausbesserte. Ein Pflasterstein, der noch ganz ist, wird nicht eingebaut und landet auf dem Schutt. Man korrigiere mich, wenn ich mich irre, aber soweit mir bekannt, ließ man diese Steine geräuschlos von der Bildfläche verschwinden.

      Der Förderverein Berliner Schloss e.V. hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ihm blieb nur, den gleichgültigen Umgang mit den realen Schlossresten beschönigend zu kommentieren. Schlosstüten wurden verkauft, mit einem Stück Ziegel und etwas Holz. Mich wundert besonders, dass von dort nicht der geringste öffentlich geäußerte Widerstand gegen die Entsorgung ausging. Man lächelte tapfer und fand alles toll. Ging ja auch nicht anders, wenn man so ein Riesenprojekt mit begonnen und sich darum unbestritten verdient gemacht hatte - um danach nur noch als mickeriger Komparse alles mittragen zu dürfen, was unter weit gehendem Ausschluss der Öffentlichkeit dann als Humboldt-Forum ausgebrütet wurde.

      Es ist Franco Stellas Verdienst, dass nicht alles kaputt ging. Man mag zwar über die 70er-Jahre-Parkdecks den Kopf schütteln, die nun statt Querbau und Renaissancebauten das neue Schloss zieren, aber wenn ich mir ausmale, welche Monstrosität herausgekommen wäre, wenn ein deutscher Architekt den Zuschlag bekommen hätte, dann wache ich am helllichten Tag schreiend aus einem Alptraum auf.

      Hier hat doch bestimmt der Eine oder Andere guten Kontakt zum Förderverein. Vielleicht kann man dort in Erfahrung bringen, was aus den Pflastersteinen geworden ist?
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      Kralle schrieb:

      Was ist das denn ?!
      Ein rosa Dixi-Klohäuschen auf dem Gerüst im Schlüterhof ! 8o
      Es ist das Ergebnis eines mühsam ausgehandelten Kompromisses zwischen den Kreuz-Befürwortern und denjenigen, die den "Zweifel"-Schriftzug auf der Ostfassade wollten.

      Die Intendanten des Humboldt-Forums feiern sich für diesen großen Wurf. Das Klo, so hieß es, stehe sinnbildlich für die enormen zivilisatorischen Fortschritte in urbanen Räumen und konterkariere durch seine originelle Färbung wirksam die zentralistische barocke Struktur mit einem demokratischen Element als denjenigen Ort, den jeder, vom Hartzvierer bis zum Bundespräsidenten unweigerlich hin und wieder einmal aufsuchen müsse.
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      Ich sehe die Debatte um die Ggründungspfähle dann doch etwas anders. Man muss sehen, dass eine Neugründung des Gebäudes zwingend nötig war, alles andere wäre abenteuerlich gewesen. Daher ist es natürlich bedauerlich, dass damit die wenigen noch original erhaltenen Elemente des Schlosses verschwunden sind, aber auf der anderen Seite wären die finanziellen Risiken viel zu groß gewesen. Denn wir müssen uns vor Augen halten, dass die Gegner von Rekonstruktionen nichts lieber als ein Scheitern bzw. die völlige Sprenung des Finanzrahmens gesehen hätten, um damit in Zuknft zu argumentieren, dass weitere Rekonstruktionen völlig unzumutbar für den Steuerzahler wären.
      Daher ist es völlig richtig gewesen, das Gebäude neu zu gründen.
      Und jetzt stellt sich die Frage, was man mit den geborgenen Originalfragmenten macht. Seien wir ehrlich, ja, es ist Originalsubstanz, aber wenn ich im Museum des Orten einen Stamm sehe, reicht mir das völlig aus, was hätte es gebracht, 100 davon zu sehen?
      Man kann dann ferner sicher die Meinung vertreten, dass man hätte prüfen können, ob man die Pfähle nicht z.B. zu Fußbodenbelag hätte umarbeiten können. Aber ich muss sagen, dass ich die Idee, dass sich jeder Spender oder interessierte einen Teil des alten Schlosses nach Hause holen kann, gar nicht schelcht. So lebt das Schloss eben weiter, auch in einer etwas anderen Weise. Ich kann da nichts Verwerfliches dran finden. Es ist ja nicht so, dass man die originalen Fassadenelemente jetzt billig verkloppt. Daher finde ich den Weg der Stiftung absolut richtig. Ich sehe das daher eher pragnatisch und finde, man sollte bei solchen Dingen vielleicht nicht immer zu pedantisch sein. Das schadet in der Summe mehr als das es nützt. Aber da kann man vielleicht auch eine andere Meinung haben.
      APH - am Puls der Zeit
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      Hm, gibt es denn jetzt noch ein Eckchen, wo 2-3 Pfähle original in der Erde sind, oder nicht?

      Es ist schon klar, daß man das Gebäude umfangreich neu gründen mußte, vor allem wenn eine U-Bahn noch darunter kommt, also gewissermaßen auch nach unten neu gebaut werden mußte.
      Nur, so ein kleines Eckchen, wo noch ein kleines Stück Originalsituation herrscht, das wäre halt schon arg, arg wertvoll gewesen für die Zukunft, in der man nicht weiß, was für abenteuerliche Geschichtsklitterungen es noch geben wird (irgendwann wird es heißen, das Schloß sei erst 2017 gebaut worden, und man läßt die Vorgängerbauten "unter den Tisch fallen".).
      Ein herausgezogener Pfahl in einer Vitrine - die wohl auch ständig mit Wasser gefüllt sein muß, damit der Pfahl nicht vertrocknet und sich abenteuerlich verzieht und für Dendro nicht mehr zu gebrauchen ist - ist da ein vergleichsweise wackliges Andenken, das auch jederzeit an einen anderen Ort gebracht werden kann, und insofern nie so aussagekräftig sein kann wie ein Stückchen erhaltenes Originalfundament am Originalort.
      Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit der Entfernung des meisten Restfundaments, ein Stückchen Original belassen und drumrumumbauen wär schon gut gewesen...
      sollten sich aber unter der Bodenwanne des Palasts der Republik noch Pfähle und Fundamentreste befinden, würde mir das reichen; die brauchen nicht zugänglich zu sein, nur vorhanden.

      Die originalen Pflastersteine, ja wenn man die noch hat, sollten sie unbedingt als Spolien mitverwendet werden.

      Ansonsten schließe ich mich der Meinung von Barocksurfer hinsichtlich der Architektenwahl unbedingt an; ein deutscher Architekt hätte sich gewiß zu einigem Unfug hinreißen lassen, der weniger an historischer Gestaltung wiedergewonnen hätte.
    • Neu

      Loggia schrieb:

      Hm, gibt es denn jetzt noch ein Eckchen, wo 2-3 Pfähle original in der Erde sind, oder nicht?
      Lieber Loggia, Originalpfähle befinden sich sehr wahrscheinlich noch so einige unterhalb der im Rahmen des "Archäologischen Fensters" geretteten Originalfundamente. Dort sind und bleiben sie natürlich unsichtbar - was sie ja auch wären, wenn das Originalschloss noch stünde...

      Unter der "Palastwanne" ist aber sicher alles weg.
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      @Bautradition:
      wenn das so wäre (also, daß da im "archäologischen Fenster" ein Stück Original erhalten blieb, was ich aber nicht weiß), wäre ich sehr zufrieden.

      Wie gesagt, ich habe schon sehr viel Verständnis für das "neu bauen", eben gerade wegen der U-Bahn.
      Und ich sehe halt generell die Üblichkeit, daß man in Städten nach jedem Desaster neu überbaut (die vielen Schichten von Troja mögen als historisch-langfristiges Beispiel herhalten, aber auch andere alte Städte wie Rom oder Köln haben da bereits einiges zu bieten), und andernseits auch Schichten nach unten zu durchbricht (Paris und London sind x Stockwerke weit unterkellert, was nicht von Anfang an so war, Berlin ist nach wie vor vergleichsweise "flach" und "ebenerdig"). Also, das ist Normalität und muß man als solche betrachten.

      Aber so gewisse "Pietätseckchen", wo man eine Situation aus einem bestimmten Jahrhundert konserviert, finde ich schon sinnvoll. Also, nicht vollständiges Abräumen, sondern ein Eckchen lassen, damit Spätere wissen können, da war was vorher.